Frühlingswallungen

Die Zeichen mehren sich. Es wird Frühling. Noch Zweifel? Nicht nötig. Die aktuelle Fürther Frühlingsliste lässt keine Täuschung zu. Denn:

1.     Im Vorgarten sind seit gestern 23 Krokus-Spitzen gesichtet worden.

2.     Meine Nachbarin von schräg gegenüber hat eben den reizenden Nikolaus vor ihrer Haustür gegen einen blütenumkränzten Osterhasen aus Plastik getauscht.

3.     Heißmann und Rassau grüßen all überall elegant von den Plakaten und laden zum Sommernachtsball in den Stadtpark.

4.     Bei Ikea blühen die Gartenmöbel.

5.     In den Baumärkten gedeiht ein frisches Angebot an Spaten, Vertikutierern und windschnittigen Rasenmähern fürs heimische Grün.

6.     Der Goldfisch im Nachbargarten wurde gesichtet. Erstaunlicherweise quicklebendig. Man hatte mit seinem Wiedereintritt an die Oberfläche des Teiches in Form eines tiefgefrorenen Fischstäbchens gerechnet.

7.     Das dringende Bedürfnis, endlich mal wieder gründlich die Fenster zu putzen, grassiert ganz augenscheinlich weiträumig.

8.     Im U-Bahnhof am Rathaus flattert ein BH in luftiger Höhe (siehe „BH sucht Trägerin“). Die offensichtliche Wiederbelebung eines bewegenden Rituals frühfeministischer Frühlingswallungen, das leider in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist, hat natürlich auch essentielle Aspekte: Am 8. März ist Weltfrauentag. Alte Hase wissen, dass die Farbe des geopferten Dessous von Bedeutung ist – und ziehen sich jetzt noch einmal warm an.

9.     In Poppenreuths Schneegasse wurden zwei Autofahrer, die sich am Engpass neben der Kirche festgefahren haben, dabei ertappt, wie sie aneinander durch die Windschutzscheiben anlächelten.

10. Im Kleiderschrank klafft eine erschreckende Lücke unter F wie Frühlingsmode.

11. Nicht nur Raucher spielen mit dem Gedanken, ihren Espresso im Freien zu genießen.

12. Es wird aber auch langsam Zeit.

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BH sucht Trägerin

Was hat ein schwarzer Büstenhalter im U-Bahnhof am Rathaus verloren? Eine aufmerksame Zeitgenossin hat uns vor zwei Tagen auf den merkwürdigen Fund (Abbildung ähnlich)  aufmerksam gemacht, und seitdem rätselt die halbe Redaktion, wie um alles in der Welt das schöne Stück Wäsche Weiter lesen

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Die Polenallergie

Keine Angst, dies wird trotz der vermeintlich provokanten Überschrift kein national-chauvinistischer Beitrag, und auch Polen dürfen unbesorgt weiterlesen. Aber Folgendes sei berichtet: Gestern steckte das neue  Heft der „Stiftung Warentest“ im Briefkasten, und wie immer nahm ich es voller Vorfreude zu Hand, denn ich bin begeisterter Leser der Tests, Tipps und Tricks, die sich darin finden – und die mir schon viel Ärger erspart haben, vom gesparten Geld gar nicht zu reden. Weiter lesen

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Neuzugang im Ronhof

Tierfreunde aufgepasst, das nun Folgende dürfte  ganz nach Ihrem Geschmack sein, denn es wirft ein Schlaglicht auf Fürths teils bizarre Fauna. Damit meinen wir jetzt nicht große Tiere, dumme Schnepfen oder dämliche Hunde, die es auch hier geben soll, aber zum Beispiel Waschbären. Weiter lesen

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Wenn die Möwen kreischen

Fürth ist mehr. Wer wollte daran zweifeln? Ganz sicher nicht die lieben Verwandten im fernen El Paso. Das liegt zum einen in Texas und zum anderen mitten in der Chihuahua-Wüste. Eine Tatsache, der El Paso den hübschen Kosenamen Sun City verdankt und einen regen Handel mit Klimaanlagen. Das Leben mit Dauersonne und lieblichen Temperaturen macht erstaunlicherweise neidisch. Auf Fürth. Weiter lesen

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Free Elsbeth

Elsbeth war ein Zwergflusspferd. Oder, wie wir es auch gerne nennen, ein Hexaprotodon liberiensis. Natürlich wissen wir nicht, ob ein Zwergflusspferd davon träumt, ein Groß-Flusspferd zu sein. Möglich wäre es natürlich. Allein schon, weil die Kollegen sich Hippopotamidae nennen dürfen, was einfach gut klingt. Was wir wissen ist, dass Elsbeth in Fürth einst die Nase von dem Zirkus, in dem sie als Star gehandelt wurde, voll hatte und ausbüxte. Das zeugt zum einen davon, dass Elsbeth ein kluges Tier war und wenigstens einmal so leben wollte, wie es für sie irgendwo vorgesehen war. An einem netten Gewässer nämlich, mit angenehmen Badeplätzen, damit die Haut schön elastisch bleibt – Flusspferde schätzen so etwas. Stattdessen wurde Elsbeth eingefangen und fortan wieder in einer Manege begafft. In Fürth erinnert die Plastik von Gudrun Kunstmann an das tapfere Zwergflusspferd.

Warum das hier erzählt wird? Nein, es geht diesmal nicht ums City-Center, in dem Bronze-Elsbeth an einem Brunnen verweilt. Interessant erscheint vielmehr die Frage, warum um alles in der Welt die Gute im Moment ausschaut wie ein Fürther, der gerade erfahren hat, dass er gezwungen wird, beim Kölner Karneval mitzufeiern.

Können wir uns darauf einigen, Elsbeth aus diesen bunten Dings, diesen Girlanden, zu winden? Ja? Bitte! Free Elsbeth!

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Terror im Modehaus

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber fast immer, wenn ich im Modehaus meines Vertrauens in der Umkleidekabine stehe, nisten sich nebenan Nervensägen ein. Das ist so ähnlich wie im Kino: Irgendein Tütenraschler, der meistens auch noch von enormer Mitteilsamkeit ist („Scha hie, etz bringdern bestimmd  glei um!!“), sitzt unter Garantie in der Nähe. Weiter lesen