Mit Charme und Stimme

Agathe LabusWie hieß noch diese legendäre Serie aus den 60ern? Mit Schirm, Charme und – ach ja, richtig, Gummistiefeln. Was das hier wird? Klarer Fall. Ein Bild von guter Laune. Das ansteckende Strahlen kommt von Agathe Labus. Die junge Sängerin lässt in der Region regelmäßig von sich hören. Sie schreibt eigene Songs und dabei – so loben Zuhörer und Kritiker – gelingt ihr der Spagat “zwischen Leichtigkeit und Schwere”. Die Fotos, für die sie hier gerade in Fürth vor der Kamera steht, sollen bald auf ihrer neuen Homepage zu sehen sein. Also: Hingucken. Und zuhören.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Lieb, lieber, Fürth

BriefkastenKeine Ahnung, was passiert, wenn hier einer Rechnungen einwirft. Oder gar eine Mahnung. Wir schätzen mal – nichts. Dennoch gibt die ultimative Anweisung, die den Briefkasten an der Ecke Friedrichstraße/ Rudolf-Breitscheid-Straße ziert, Grund zur Hoffnung: Ist der Klappentexter frisch verliebt? Vergessen scheint jedenfalls, was den Briefeinwerfer unter dem Hauptbahnhof erwartet.

Was zählt, wird ohnehin klar, fällt der Blick aufs Weiß-Grüne.

Lieb. Lieber. Fürth. So sieht’s aus.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Gut zu Fuß

Kindergesundheitstag ICH.MACH.MIT.Es ist Sommer. Die Temperaturen? Sind heiß. Die Ferien? Schon in greifbarer Nähe. Also was fehlt? Logisch, ein Tier, das Sachen macht.

Bislang ist ja noch kein würdiger Nachfolger von Problembär Bruno, Kaiman Sammy, Kuh Yvonne oder Alligator-Schildkröte Lotti aufgetaucht. Wir hätten da jetzt was Passendes: Es ist grün, vierfüßig, rundäugig und strahlt sanftmütige Belastbarkeit aus. Aufgespürt wurden diese Exemplare der freundlichen Wackel-Schildkröte (Testudo amicus) heute beim Kindergesundheitstag an der Mittelschule Soldnerstraße in Fürth. Unter dem Motto ICH.MACH.MIT ging es da unter anderem um Bewegung, die Spaß macht und gesunde Ernährung.

In einem Punkt unterscheiden sich die Wackel-Schildkröten von ihren Sommerlochkollegen – sie mögen es, wenn man ihnen aufs Dach steigt. Verlagert man sein Gewicht – bis zu 150 Kilo dürfen es sein –  dann noch vorsichtig von links nach rechts und wieder zurück, setzen sich die Helden mit dem dicken Panzer langsam in Bewegung.

Eine tragfähige Idee.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Cool mit Albert

Eis

Das Leben ist heiß in Fürth. Zu heiß für meinen Geschmack. Wenn die Finger an der Tastatur pappen und Schweißtropfen die Sicht vernebeln, dann hilft nur noch – Einstein. Albert Einstein. Schließlich hat der behauptet, dass Vorstellungskraft wichtiger ist als Wissen.

Also schnell vergessen, dass das Thermometer gerade 34,9 Grad anzeigt. Stattdessen Augen schließen und leise murmeln: Dolomiti, Bum Bum, Nucki Nuss, Caretta, Capri, Flutschfinger, Split, Nogger, zwei Kugeln Vanille, Schokolade, Erdbeer, Zitrone. . . Ahhh.

Relativ cool, oder?

Das Gelb und die Liebe

 Lieber Beschreiber des Briefkastendeckels im Untergeschoss des Fürther Bahnhofs, so geht das nicht. Dieser gelbe Blechbehälter entstammt jenen fernen Tagen, als die Welt noch eine Spur langsamer war. Damals wie heute hob man die längliche Klappe und warf vertrauensvoll seine Briefe ins Innere.

Richtig, inzwischen reicht es oft völlig aus, Nachrichten aufs Smartphone zu tippen. Das kommt an. Briefkästen bleiben stehen. Deshalb notiert man nichts auf ihren Deckeln. Klar?

Und noch eines. Tastaturen machen es einem nicht leicht, ein ß zu tippen. Mit Filzstift geht das prima.

Liebe Grüße, ohne Scheiß

Foto: Hans-Joachim Winckler

Wer wird denn da an der Uhr drehen?

Zeitumstellung SchaltsekundeWenn man was geschenkt bekommt, muss man sich freuen. Auch wenn es sich dabei nur um eine Sekunde dreht. Die gibt es heute Nacht gratis obendrauf, was ein bisschen an den Billigen Jakob auf der Kirchweih erinnert. Für das kleine Extra ist diesmal aber die Erde verantwortlich, die einfach rumtrödelt.

Fragt sich bloß: Was tun mit der Präsentsekunde? Man könnte zum Beispiel auf einen Sprung in den Stadtpark eilen und den Fast-schon-Vollmond über Fürth bewundern. Oder in der Gustavstraße einmal herzhaft Gähnen – lautlos, versteht sich. Wer zufällig ein Fahrrad zur Hand hat, kann von hier zum Rathaus radeln – die Zusatzsekunde müsste einen rund sieben Meter weit bringen. Wichtig ist vor allem, dass man kurz vor zwei Uhr einen guten Blick auf die Turmuhr hat. Dann sieht man nämlich  – nichts. Die Zeiger rücken erst einmal ungerührt weiter, weil solche Finessen ihnen einen Tick zu weit gehen. Freilich könnte man diese Tatsache auch für einen erstaunten Wimpernschlag nutzen, dafür müsste die Zeit reichen. Selbstverständlich kann man sich auch einfach ins Bett legen, verträumt das Extra genießen und sich einreden, dass Fürth heute Nacht ein bisschen länger schlummern darf.

Foto:  Julian Stratenschulte/dpa

Grau raus, bunt rein

selfieSacker Selfies sind schee. Sonne, Fruchtiges im Becher und das Smartphone in Reichweite – braucht frau mehr? Einen guten Spruch vielleicht? Kein Problem für die beiden nostalgischen Kärwamadli beim Umzug in Sack. Die Damen zeigten literarisches Interesse und machten allen klar, dass es in ihrem “Treibhaus zur fröhlichen Stund'” statt “Fifty Shades of Grey” was viel Besseres gibt. Nämlich: “Gmäis, un des is wärgli gsund.”

Und garantiert farbenfroher. Oder hat schon mal jemand davon gehört, dass Graustichiges gesund ist? Eben.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Königliche Regenwetterlage

Michaeliskirchweih  ErntedankfestzugDie Queen ist da. Nicht nur für Freunde royaler Handtaschen-Fashion, belastbarer Dauerwellen und feiner Lebensart ist das selbstverständlich ein Fest. Wir in Fürth betrachten die Anstrengungen in Berlin und in Frankfurt mit Wohlwollen. Schließlich wissen wir, was Hoheiten gebührt – und da reden wir im Moment nicht von unserem Einsatz für die Königin der fränkischen Kirchweihen.

Für die korrekte Handhabung des noblen Wink-Arms gab es jedenfalls schon vor vier Jahren ein paar Übungsstunden – Fotobeweis siehe oben.

Und weil wir uns gerne auch um Details kümmern, damit die Gäste aus Großbritannien in Wellness-Gefühlen baden, bieten wir als Krönung sogar wunderbar englischen Sprühregen.

Majestät, wir hoffen sehr, Sie amüsieren sich.

Archivfoto: Hans-Joachim Winckler

Wenn die Grille Trauer tragen

WandertagIn Australien ist jetzt Winter. Kann man ruhig mal dran denken, statt aufs Display des Temperaturanzeigers zu starren. Von Schafskälte, spricht der Fachmann hierzulande, und was kommt uns in den Sinn? Lammkotelett? An zarten Knoblauchzehen, mit ein paar Stängeln frischem Rosmarin? Vom Grill?

Nein, Fürther Grillwetter sieht anders aus. Darüber täuscht auch dieses einsame Gerät, entdeckt auf der Grünanlage an der Siebenbogenbrücke, nicht hinweg. Wenn uns aber schon die Lust an Feuer und Glut vergangen ist, dann können wir uns jetzt genauso gut mit Sinnvollem beschäftigen.

Die kurzen Hosen nach Farben sortieren, zum Beispiel. Den Sonnenschirm entspinnweben. Die Sonnenbrille auf Hochglanz polieren. Oder wir erinnern uns an die Schafe in Australien. Was müssen die im Moment bibbern.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Wir feilen dran

HeatDer junge Mann hat Hitze. Wir entdecken erste Anzeichen von Schafskälte, aber das ist ein anderes Thema. Warum der junge Mann, der ein Schaufenster in der Neuen Mitte ziert, so energisch die Fäuste ballt? Vielleicht hat er die Nagelfeile vergessen?

So ein Teil ist dank Jogi schließlich zum It-Accessoire des jungen Sommers 2015 aufgestiegen. Wofür wir alle dem Mann eigentlich dankbar sein müssen, denn was ist cooler als ein Bundestrainer, der auch am Spielfeldrand an Maniküre denkt?

Vielleicht ein Besuch im Nagelstudio? Im Telefonbuch von Fürth finden sich auf Anhieb 43 davon. Wie wär’s damit?

Foto: Hans-Joachim Winckler