Zieht euch warm an

Kälteverhütungsmittel

War es das mit dem goldenen Oktober? Die Nacht jedenfalls war stürmisch. Der Morgen danach bringt feine Beschäftigungen mit sich, wie das Aufsammeln des Mülls, den der gelbe Sack auf seiner außerplanmäßigen Flugbahn verloren hat.

Es ist ein Wetter, das dazu zwingt, aktiv zu werden. Schließlich sollten langsam die Winterreifen aufgezogen werden. Irgendjemand müsste Vogelfutter besorgen. Und wo, verflixt und zugenäht, sind die Ohrenschützer? Die Dinger sind dringend erforderlich, sobald der Nachbar mit dem Laubbläser anrückt.

Schon alles erledigt? Dann nix wie ran an die Stricknadeln. Zaunmützen sind das It-Accessoire der Saison.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

Alle zieht es zu den Äpfeln

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Apfel-Sonntag in Fürth. Köstliches und Wissenswertes bietet der 14. Fürther Apfelmarkt, der in der Hans-Schiller-Allee im Stadtpark aufgebaut wurde. An 49 Ständen und Buden kann so ziemlich jede Variante der beliebten Frucht gekostet werden. Daneben locken Korbflechter, Sorten-Bestimmer oder Schnitzer mit ihrem Können. Wer mag, kann sogar mit einer leibhaftigen Majestät plaudern. Die Fränkische Apfelkönigin Theresa Niedermann verrät, warum kein anderes Obst so viele Fans hat: “Äpfel lassen keine Wünsche offen.”

Schluss mit lustig

Kirchweih

Na, da guckst du, du Clown. Es ist aus. Vorbei. Die Kirchweih 2014 ist ausgefeiert, verpackt und abtransportiert. Auf der B 8 läuft der Verkehr, als hätten sich niemals Zuckerwatte-Produzenten und Kinderkarusselle die Königstraße als ihr natürliches Revier erobert.

Und obendrein regnet es.

Das alles reicht ja eigentlich schon, um jedem noch so optimistischen Gemüt nachhaltig die Laune zu vermasseln. Aber es gibt gute Nachrichten: Am 3. Oktober 2015 geht es wieder los.

Die kärwalose Durststrecke bis zu diesem magischen Datum müssen wir halt mit Erinnerungen an 13 wunderbare Herbsttage 2014 verbringen.

500 Luftballons im Herzen der Kärwa

Unsere liebe Frau

Wunderbare Nachbarn sind etwas Feines. Die katholische Pfarrkirche Unsere Liebe Frau in der Fürther Königstraße darf im Moment ein beschwingtes Kettenkarussell dazu zählen, mehrere Zuckerwattebuden, einen Händler für blitzsaubere Putztücher und nicht zu vergessen: eine Geisterbahn.

Den Hausherrn, Pfarrer Andreas Eckler, freut das bunte Treiben, das an die Weihe der evangelischen St. Michaeliskirche vor mehr als 900 Jahren erinnert, ganz offensichtlich. Beim Familientag half er bei prächtigem Herbstwetter mit, 500 Luftballons in kirchenfestlichem Weiß und Gelb an die Besucher der Kirchweih zu verteilen. Bis nach dem großen Feuerwerk, mit dem am Mittwochnacht die Kirchweih 2014 endet, verkünden die Ballons mit dezent werbendem Aufdruck, was nicht zu bestreiten ist: Unsere Liebe Frau liegt im Herzen der Fürther Kärwa.

 

Anmutige Makrelen bitten zum Schmaus

Fische

Steckerlfische gehören einfach zur Kärwa. Dass sie frisch vom Grill ihre geschmacklichen Qualitäten perfekt entfalten, ist bekannt. Aber wer hätte gedachte, dass die ranken Makrelen so viel Anmut entfalten können? Ein Blick auf dieses Foto, dazu in Gedanken ein paar Walzertakte anklingen lassen und – na? Genau.

Warum aber schmecken Fisch, Ochs, Baggers und Co während Fürths fünfter Jahreszeit so unvergleichlich lecker und weshalb ist ein Kirchweih-Bummel ohne die klassischen Gaumenfreuden eigentlich nur halb so schön? Das sind Fragen, denen die Fürther Nachrichten nachgegangen sind: In “Gut gehütete Rezepte zwischen Rathaus und Freiheit” wird außerdem geprüft, was es mit der Magie von Betriebsgeheimnissen auf sich hat.

 

Auf einen Wurstzipfel zur Kärwa

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Tina hat Feierabend und hängt jetzt auf der Kärwa ein bisschen ab. Die Rehpinscher-Dame hat ihren Job aber auch perfekt gemacht, sagen Stefan Beierl (links) und Peter Werner von “Therapiehunde Franken”: “Wir waren mit ihr in einem Fürther Seniorenheim und haben Besuche gemacht.” Gerade Menschen, die unter Demenz leiden, würde die Zeit mit einem Hund wie Tina genießen: “Sie strahlt einfach Gelassenheit und Ruhe aus.”

Für die freundliche Therapeutin auf vier Pfoten gibt es nun zum Dank einen Kirchweihbummel. Bleibt es für sie beim Schnuppern und Staunen? Peter Werner verrät: “Gut möglich, dass für Tina zum Abschluss ein leckerer Wurstzipfel drin ist.”

HipHop aus Dambach

DJ Polique

 

Daumen hoch für diesen Hit. Seit vier Wochen steht “The Worst Way (featuring Tommy Gunz)” von DJ Polique auf Platz eins der deutschen MTV/VIVA Black Charts. Kostas Triandafilidis, so heißt Polique mit bürgerlichem Namen, ist Fürther und hat seine erste offizielle Single in Dambach produziert. Dort hat er vor zwei Jahren mit Kollegen “Kickson” gegründet, eine Musikmanegement- und Produktionsfirma. Seine Leidenschaft für HipHop & R’n’B entdeckte Polique schon als Jugendlicher. Aus seinem ersten Job als Sende-Assistent bei Radio N 1 machte er schnell eine Position als Moderator. Seine ersten Einsätze als DJ sind dann in der Region schon sehr bald kein Geheimtipp mehr, sondern Publikumsmagneten. “Ich hab’ immer Vollgas gegeben”, sagt der Mann, der ein paar kluge Regeln befolgt. Eine davon heißt: Ein Schritt nach dem anderen. “Zuerst habe ich stets gearbeitet, wenn dann etwas rein kam, habe ich zum Beispiel was in die Studio-Ausstattung gesteckt.” Sein Ziel, sich auch als Produzent durchzusetzen, hat längst konkrete Formen angenommen. Im Dambacher Studio steht feinstes Equipment für ausgefeilte Soundarbeit. Aber auch der beinahe mannsgroße Plüsch-Schimpanse hat einen festen Platz zwischen Subwoofer und Mischpult. “Ein Geschenk”, verrät Polique. Im Video zu seinem HipHop Track “Bounce that, twerk that” hat der Knuddel-Affe sogar einen leinwandreifen Auftritt. Mehr über DJ Polique und seinen Weg an die Chartspitze: “Der Nummer-Eins-Hitmacher aus Fürth

Rasten und Rollen

Michaeliskirchweih

Noch drei Mal schlafen. Dann beginnt endlich Fürths fünfte Jahreszeit. Zwischen Rathaus und Freiheit herrscht längst Trubel. Der Aufbau der Kärwa, die Einrichtung der Buden und die Installation der Fahrgeschäfte ist in vollem Gange. Die unermüdlichen Helfer nutzen gerade eine kurze Pause, um selbst einmal durchzuschnaufen. Den perfekten Platz dafür haben sie gefunden: Hier wird schon bald die “Rollende Metzgerei” dafür sorgen, dass auch die Kirchweihbesucher bei Kräften bleiben.

Die Häcksler legen los

Garten im Herbst

Gärtner sind glücklicher. Warum? Das verrät zum Beispiel Claudia Wendt in den Fürther Nachrichten: “Der Herbst ist gekommen und das Häckseln beginnt“. Die 54-Jährige hegt und pflegt eine  kreativ geplante Wohlfühlparzelle in der Fürther Kleingartenanlage “Sonnenhügel”. Insider sprechen von der Anlage übrigens als “Fürther Riviera”. Statt Badetücher und Pool-Liegen sind dort im Herbst allerdings eher Häcksler en vogue.

Alle Neune für einen

Marco Stiepermann

Einer für alle. Alle für einen. Ein Motto, mit dem es schon für die drei Musketiere prima gelaufen ist. Erstaunlicherweise waren die drei Haudegen in Wahrheit allerdings immer zu viert unterwegs. Ein Phänomen, das jetzt auch in Fürth zu bestaunen war. Sogar neun Mal tauchte die 23 von Kleeblatt-Neuzugang Marco Stiepermann in der Altstadt auf. Der Zehnte im Bunde hatte zuvor im Spiel gegen Kaiserslautern in der 57. Minuten mit seinem Tor den Ausgleich geschafft. Damit hat der 23-jährige Stiepermann nicht zuletzt sein ausgeprägtes Gefühl für das perfekte Timing bewiesen – immerhin waren seine Kumpels und die Familie im passenden Outfit extra aus Dortmund angereist und bekamen nun prompt Grund zu jubeln.

Die gut gelaunten Dortmunder bewiesen so übrigens gleich ihr Talent zum gönnen können. Die Borussia musste schließlich am Abend eine 0 : 2 Niederlage gegen Mainz hinnehmen. Feiern in Fürth wird da fast zu Balsam. . .

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