Wenn der Mond scheint auf Fürth

BauschuttdeponieDies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit. Neil Armstrong hat das gesagt, als er den Mond betrat. Das wenigstens ist verbrieft. Unklarheit herrscht dagegen, ob die US-Flagge, die er am 20. Juli 1969 neben seiner Landefähre platzierte, noch steht.

Auf der Fürther Bauschutt-Deponie, so viel darf als sicher gelten, weht derzeit eine italienische Fahne. Der Gipfelaufstieg hierher gleiche ohnehin einer Tour über unendliche Lavafelder auf die Höhe des Ätnas. Das versichert einer, der dort war. Schade ist bloß, dass der unbekannte Aufsteller keinen schlauen Spruch hinterlassen hat. Fürth hätte sonst mit dem Mond gleichziehen können. Leider dumm gelaufen.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Zwillinge im Dreieck der Schwand

150123_hjw_markt3Ein bisschen Grün tut gut in diesen Tagen. Punkten kann dieser Grünkohl zudem mit seinen inneren Werten. Sein Vitamin-C-Gehalt ist so hoch, dass Apfelsinen nicht mithalten können. Nicht ganz auf der Höhe ist wohl auch der Schreiber, der auf einer Internet-Seite, die Studenten-Jobs vermittelt, Fürth mit jenen Zeilen anpreist:

“Das am Rande des Odenwalds gelegene Fürth bildet mit Nürnberg eine Zwillingsstadt und mit Erlangen ein Städtedreieck. Dort befinden sich gleich mehrere Hochschulen. Prominentes Beispiel ist die Universität Erlangen-Nürnberg, dank der Arbeitgeber hier qualifiziertes studentisches Personal, z.B. aus Schwand, Ronhof oder Dambach, finden können.”

Darauf einen Teller Grünkohl.

 

Endstation für Erlesenes

VolksbüchereiHaben Sie sich auch schon oft gefragt, wohin ein Büchereibuch geht, wenn seine Zeit gekommen ist? Da hat es vielleicht jahraus, jahrein aufrecht gewartet, bis endlich der sehnsüchtig erwartete Griff kam, der es aus dem Regal zog. Es hat Eselsohren als Ehrenzeichen ungeduldigen Schmökerns ertragen. Kaffeeflecken und fettige Finger. Bis der Tag anbricht, an dem es ausrangiert wird.

In der Fürther Volksbücherei kommen in diesem Moment wieder die Leser ins Spiel. Im Bücherbasar warten Wälzer und schmalbrüstige Werke auf neue Liebhaber, so dringlich, wie Dackelwelpen im Tierheim.

Bücherfreunde, wo seid ihr?

 

 

Die Liebe im Stadtpark

InsektariumNur für den Fall, dass sich der erste Satz guter Vorsätze schon abgenutzt hat – wie wäre es hier mit? Friede, Liebe, Harmonie. Das ist doch mal ein Motto für dieses frische Jahr. Sehr, ja, liebevoll hingepinselt wurde diese Fürther Forderung auf den Schau-Kasten im Stadtpark, den Hans Schiller 1951 als Insektarium 1951 entwarf. Auch ein zweites Fenster wurde unter dem Holzschindeldach mit einer Inschrift geziert.

“Más amor!” steht dort. Mehr Liebe.

Okay. Acht Fenster hat das Ding. Werden die auch noch beschriftet? Das könnte anstrengend werden.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

 

Spitze oder Stamm?

150110_hjw_ikea01Im Grunde ist es ein Skandal. Da schleppt man sich ab, dekoriert bis die Finger bluten, saugt gefallene Nadeln auf, ärgert sich, weil der Staubsaugerbeutel platzt. Und dann? Aus. Schicht. Vorbei. Kritische Geister könnten jetzt von einem neuen Fall geplanter Obsoleszenz sprechen. Allein, um dieses wunderbare Wort endlich mal in den Mund zu nehmen. Andere werfen vielleicht ein, dass nadelnde Tannenbäume ein Naturphänomen sind und beim besten Willen weder der Industrie, noch dem Wald der Vorwurf zu machen ist, die Lebensdauer des Grünzeugs absichtlich verkürzt zu haben.

Gesünder erscheint es, den Frust einfach mal rauszulassen. Beim Weihnachtsbaumweitwurf, nur so zum Beispiel. Die, die es in Fürth getan haben, sprachen anschließend von einem befreienden Gefühl. Schwedenkenner – aus dem Land der Elche stammt der Brauch – meinten gar: “Inte se skogen för alla träd.”

Aber apropos Naturphänomene. Zu selbigen gehört, wie wir natürlich alle wissen, auch das gemeine Cembalo. In der Oberasbacher St. Johannes Kirche gab es dennoch eine kurze Info für alle, die sich hinsichtlich des Gebrauchs unsicher fühlen.

Das ist dann geklärt. Offen bleibt bloß die Frage, wie man einen Tannenbaum am besten wirft. Spitze oder Stamm zuerst? Um Aufklärung wird gebeten.

CembaloFotos: Hans-Joachim Winckler

 

Die Sonnenseite von Fürth

SolariumFormschön, kostengünstig und praktisch wartungsfrei – das ist die Sonnen-Bank 2.0. Aufgestellt in der Fürther Mathildenstraße macht das elegante Modell alle froh: Der Energieverbrauch ist gleich Null. Aber auch die Lederhaut, die Vorgängerversionen bei allzu häufigem Gebrauch produzierten, ist nicht mehr zu befürchten. Wer hier Platz nimmt, muss bloß auf eine der immerhin 1614 Sonnenstunden warten, mit denen Bayern im Jahr beglückt wird. Wem das nicht reicht, dem sei ein Blick zurück geraten. Wir schauen in die 80er. Und sehen – Modern Talking. So sahen Menschen aus, die ihre Sonnenbank mit der Steckdose verbanden. Nicht schön.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Sauberer Start

DSC_2119Es geht doch nichts über einen sauberen Start ins neue Jahr. Jetzt wird aufgeräumt. Neu angefangen. Abserviert, was nichts taugt. Schließlich werden gute Vorsätze nie wieder so putzmunter erscheinen, wie in diesen frühen Tagen des frischen Januar. Perfekt, wer sich jetzt in der Kunst des positiven Denkens übt. So wie die beiden Frauen, die sich in einem Poppenreuther Supermarkt treffen. “Und, wie?” “Mein Mann ist beim Schneeschippen ausgerutscht. Der Knöchel ist kaputt. Dazu hat er Grippe.” Mitfühlendes Bedauern auf der einen Seite. Doch die geplagte Ehefrau weiß Gutes zu berichten: “Ist doch prima. Jetzt kann es nur besser werden. Das Schlimmste hat er hinter sich.”

 

Höchste Eisenbahn für den Weihnachtsmann

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Es gehört zu den Geheimnissen von Weihnachten, dass es immer so plötzlich kommt. Gut, es gab Anzeichen. Das muntere Treiben auf der Fürther Freiheit, zum Beispiel. Dieser kolossale Lichterbaum am Centaurenbrunnen. Die kurzweilige Budenpracht am Waagplatz. Die opulente Deko im City Center.

Trotzdem.

Vom Überraschungseffekt kann auch die freundliche Frau in der Post am Bahnhofsplatz ein besinnliches Lied singen. Kunde für Kunde tritt an ihren Schalter. Brief, Päckchen und Paket werden vor ihr abgelegt und jeder hat nur eine einzige Frage: “Kommt das noch vor Weihnachten an?” Zuvorkommend errechnet die Frau Wahrscheinlichkeiten, riskiert Prognosen. Kurz vor Feierabend hat sie dann selbst eine Frage: “Kann nicht mal Anfang Dezember in der Zeitung stehen, dass die Feiertage wieder am 24. Dezember beginnen?”

 

White Christmas gepfiffen

Weihnachten

561 000 Ideen hat Google, gibt man das Stichwort “Weihnachts Outfit” ein. Fürther können sich das schenken. Das Modell, das in der Fußgängerzone zu bewundern ist, zeichnet flauschige Eleganz aus. Einfühlsam ist hier nicht zuletzt das Thema weiße Weihnacht gelöst. Daraus soll nämlich mal wieder nichts werden. Schuld daran sind Atlantikluftmassen, sagen Wetterkundler. Wer sich für das samtige Fürther Ensemble entscheidet, kann den damit verbundenen lauen Temperaturen getrost trotzen. Die Ärmel – aufgemerkt – fallen nämlich ab, zieht man an den kessen Schleifen.

Wenn da nicht selbst Bing Crosby auf sein “White Christmas” pfeifen würde.