Grau raus, bunt rein

selfieSacker Selfies sind schee. Sonne, Fruchtiges im Becher und das Smartphone in Reichweite – braucht frau mehr? Einen guten Spruch vielleicht? Kein Problem für die beiden nostalgischen Kärwamadli beim Umzug in Sack. Die Damen zeigten literarisches Interesse und machten allen klar, dass es in ihrem “Treibhaus zur fröhlichen Stund'” statt “Fifty Shades of Grey” was viel Besseres gibt. Nämlich: “Gmäis, un des is wärgli gsund.”

Und garantiert farbenfroher. Oder hat schon mal jemand davon gehört, dass Graustichiges gesund ist? Eben.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Königliche Regenwetterlage

Michaeliskirchweih  ErntedankfestzugDie Queen ist da. Nicht nur für Freunde royaler Handtaschen-Fashion, belastbarer Dauerwellen und feiner Lebensart ist das selbstverständlich ein Fest. Wir in Fürth betrachten die Anstrengungen in Berlin und in Frankfurt mit Wohlwollen. Schließlich wissen wir, was Hoheiten gebührt – und da reden wir im Moment nicht von unserem Einsatz für die Königin der fränkischen Kirchweihen.

Für die korrekte Handhabung des noblen Wink-Arms gab es jedenfalls schon vor vier Jahren ein paar Übungsstunden – Fotobeweis siehe oben.

Und weil wir uns gerne auch um Details kümmern, damit die Gäste aus Großbritannien in Wellness-Gefühlen baden, bieten wir als Krönung sogar wunderbar englischen Sprühregen.

Majestät, wir hoffen sehr, Sie amüsieren sich.

Archivfoto: Hans-Joachim Winckler

Wenn die Grille Trauer tragen

WandertagIn Australien ist jetzt Winter. Kann man ruhig mal dran denken, statt aufs Display des Temperaturanzeigers zu starren. Von Schafskälte, spricht der Fachmann hierzulande, und was kommt uns in den Sinn? Lammkotelett? An zarten Knoblauchzehen, mit ein paar Stängeln frischem Rosmarin? Vom Grill?

Nein, Fürther Grillwetter sieht anders aus. Darüber täuscht auch dieses einsame Gerät, entdeckt auf der Grünanlage an der Siebenbogenbrücke, nicht hinweg. Wenn uns aber schon die Lust an Feuer und Glut vergangen ist, dann können wir uns jetzt genauso gut mit Sinnvollem beschäftigen.

Die kurzen Hosen nach Farben sortieren, zum Beispiel. Den Sonnenschirm entspinnweben. Die Sonnenbrille auf Hochglanz polieren. Oder wir erinnern uns an die Schafe in Australien. Was müssen die im Moment bibbern.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Wir feilen dran

HeatDer junge Mann hat Hitze. Wir entdecken erste Anzeichen von Schafskälte, aber das ist ein anderes Thema. Warum der junge Mann, der ein Schaufenster in der Neuen Mitte ziert, so energisch die Fäuste ballt? Vielleicht hat er die Nagelfeile vergessen?

So ein Teil ist dank Jogi schließlich zum It-Accessoire des jungen Sommers 2015 aufgestiegen. Wofür wir alle dem Mann eigentlich dankbar sein müssen, denn was ist cooler als ein Bundestrainer, der auch am Spielfeldrand an Maniküre denkt?

Vielleicht ein Besuch im Nagelstudio? Im Telefonbuch von Fürth finden sich auf Anhieb 43 davon. Wie wär’s damit?

Foto: Hans-Joachim Winckler

Keine Liebe für Boris

Baustelle Regnitzbrücke VachIn Sachen Sonnenschein darf man in diesem Moment von einer Flaute sprechen. Aber deshalb gleich in die Röhre schauen? Zumal dieses Exemplar hier ohnehin für die Stützpfeiler der Regnitzbrücke Vach vorgesehen war. Was spontan zu einer anderen Baustelle führt: Boris Becker hat uns nicht mehr lieb.

In einem Interview mit der Radio Times, einer englischen TV-Zeitschrift, hat er mal so richtig Klartext über die Deutschen geredet. “Sie lieben mich, aber sie haben sich in einen 17-Jährigen aus einer Kleinstadt verliebt und können nicht kapieren, dass der Junge jetzt 47 ist und keiner mehr von ihnen.” Der Ex-Leimener fühlt sich unverstanden: “Ich war in Deutschland und habe über Marken, Europa und Politik gesprochen – und sie haben mir bloß gesagt, dass mein Deutsch sehr gut ist. Was haben sie erwartet?”

Vielleicht genau das nicht, lieber Boris Becker?

Aber egal. Spätestens ab Freitag soll in Fürth die Sonne wieder auftauchen. Komm doch mal rüber, Wimbledon-Held, und schau in Fürth ein bisschen durch die Röhre. Wir werden dich dabei nicht mit lästigen Liebesbeweisen stören. Versprochen.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Abschied von Winnetou

DSC_8265Winnetou war nie in Fürth. Und eigentlich war Pierre Brice auch nicht Winnetou. Zwei Fakten, die sich vielleicht beweisen lassen, aber trotzdem falsch sind.

Pierre Brice war Winnetou. Auch in Fürth. Der Häuptling der Mescalero-Apachen ist tot. Das ist eine traurige Nachricht auch für die, die nie einen Film gesehen haben, in dem Brice auf seinem Pferd Iltschi über die Leinwand geritten ist und so tat, als sei er mit seiner Silberbüchse auf der hehren Jagd nach Gerechtigkeit und Frieden. Nicht mal eine Zeile von Karl May muss man gelesen haben, um Pierre Brice und Winnetou jetzt zu vermissen. Beide gehörten dazu so wie “Wetten, dass. . .” am Samstagabend und Schnittchen auf dem Sofa.

Schön war das. Hugh.

Foto: Rempe

 

Eiskalt für den Hund

EEin Hundeleben in Fürth ist nicht zu verachten. Wir sagen nur: Wiesengrund. Hundewiese. Für den Vierbeiner mit sportlich weiter gesteckten Zielen empfiehlt sich ein Surfkurs. Wie? Gibt es nicht? Aber selbstverständlich können Waldi und Co. die Feinheiten der korrekten Balance beim Wassersport in der Kleeblattstadt trainieren. Wie das aussieht, ist hier zu begutachten.

Und doch haben Pekinese, Pinscher und Pudel guten Grund, die Ohren hängen zu lassen. Es gibt kein Leberwurst-Eis in Fürth. Kaum zu glauben, aber Birkenfeld an der Nahe ist uns in diesem Punkt voraus. Dort löffelt Eismacher Marco seit neuestem eiskalt feine Leberwurst mit einer Spur von Honig als Kugel in die Tüte. Der Schleckfaktor, so hört man, ist enorm.

Und du, Fürth? Wann wird hier endlich Drei-im-Weckla-Eis serviert? Am Wochenende, nur so als Tipp, soll es richtig heiß werden.

Foto: Sabine Rempe

Unter den Hut gebracht

Schaufenster DekoSchon klar. Weniger ist mehr. Aber manchmal dürfte es schon ein kleines Plus sein. Auf dem Thermometer, nur so zum Beispiel. Die Deko-Dame, die nun ein bisschen einsam das Schaufenster eines ehemaligen Bettengeschäfts in der Königstraße ziert, kann sich zwar keinen Schlitz ins Kleid machen wie einst Ingrid Steeger, dafür liegt sie in puncto Hüte ganz weit vorne.

Eine Zusatz-Chance gibt es übrigens für alle Musical-Fans, die bedauern, dass für die Erfolgs-Inszenierung “Fast normal – next to normal” im Stadttheater der letzte Vorhang fällt: Pia Douwes kommt am 25. November mit einem Soloprogramm nach Fürth. Karten gibt es bereits jetzt im Vorverkauf.

Klarer Fall von mehr ist mehr.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Butterbrot und Kaviar

SchnittlauchbrotWie heißt eigentlich das Gegenteil von “Finger weg!”? Ein knappes “Fass!” klingt nach Hundeschule, selbst im einladenden “Greif zu!” schwingt noch nicht die Begeisterung mit, die so etwas Feines verdient hat.

So ein Schnittlauchbrot vereint nicht nur Geschmack und Gesundheit, schließlich steckt in den grünen Ringeln richtig viel Vitamin C. Ganz nebenbei bekommt hier der Begriff “Fast Food” eine neue Bedeutung – schneller als so ein Brot angerichtet ist, bestellen nicht mal langjährige Regenten des Weltfußballs Kaviar.

Für dieses Prachtexemplar eines Schnittlauchbrots, das am Fürther Stadtpark im Café Rodelbahn auf den Tisch kommt, kann das Kommando deshalb nur heißen: “Lass es dir schmecken!”

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

 

 

Entspannt grinsen und feiern

Baustelle Banderbacher StraßePfingsten ist ein wunderbares Fest. Richtig, Weihnachten und Ostern sind das auch. Der Unterschied? Pfingsten ist so herrlich frei von jedem Deko-Drang. Wer nicht die unbezwingbare Lust verspürt, einen Ochsen zu schmücken, der kann sich ganz entspannt hinhocken, ein tiefsinniges Grinsen aufziehen und in angenehme Denkstarre verfallen. Das ist eine feine Sache, die durchaus Wettkampfcharakter hat, wenn man zum Beispiel gegen eine Schnecke antritt. Muss man aber nicht.

In Fürth muss man noch nicht mal rumsitzen. Man kann wippen, schnipsen, klatschen, feiern, springen, pogen, hüpfen. Denn auf der Freiheit ist New-Orleans-Festival-Zeit. Umsonst und im Freien. Und tiefsinniges Grinsen ist hier auch erlaubt.

Wie gesagt. Pfingsten ist ein wunderbares Fest.

Foto: Hans-Joachim Winckler