Die Ruhe, die Kraft und der Egersdörfer

UmfrageEs gehört zu den Ungerechtigkeiten dieser Welt, dass die philosophische Seite des Franken viel zu wenig Beachtung findet. Was wird zum Beispiel um diesen Konfuzius für ein Aufstand gemacht. Angeblich hat er einst tief Luft geholt und gesprochen: “In der Ruhe liegt die Kraft.” Wie einer jener Buddhas, die in Chinarestaurants und Gartencentern thronen, umwabert dieser Satz seither als Gegenentwurf zu unserer alltäglichen Hektik die Gemüter.

Und wer spricht vom Franken? Nehmen wir Matthias Egersdörfer, im neuen “Tatort” spielt er Herrn Schatz, den Leiter der Spurensicherung. Während schon jetzt alle vom ersten Franken-“Tatort” schwärmen, der erst am 12. April auf die Bildschirme kommt, bleibt der Kabarettist mit Meldeadresse in Fürth gelassen wie ein Yogi nach fünf Stunden Meditation. Auf die TV-Reporterfrage, wie ihm denn beim ersten Anschauen das fränkische Krimiprodukt gefallen hat, antwortete er: “Man kann ja eh nix mehr daran ändern, also hab’ ich mich da jetzt auch nicht so aufgeregt.”

So sieht tiefenentspannte Ruhe aus.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Paradiesisch bunt geschlängelt

SchlangeSchlangen haben es auch nicht leicht. Wer bei ihrem Anblick nicht kreischt und flüchtet, wird zumindest an jenes listige Reptil aus biblischen Zeiten erinnert, dem wir eine Menge Ärger verdanken.

Dieses farbenfroh gehäkelte Exemplar einer Fürther Buntschlange im Kirchhof von St. Michael provoziert dagegen einen Anflug von guter Laune. Wie schön.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

Ein Hauch von Grün

Umfrage SonnenscheinDas ist nicht Veronika. Und ein Sonnen-Tag macht noch keinen Lenz im Februar. Aber Peaches, so heißt die französische Bulldoggen-Damen im kleinen Schwarzen, hat das Grün heute im Südstadtpark fest beim Wickel gepackt. Vier Wochen noch. Dann steht der Frühling im Kalender. Peaches, das wird klasse.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Verschnupft nochmal

Armer Tropf

Na, auch erwischt worden? Das große Schniefen, Schnupfen, Schlottern greift in diesen grauen Februartagen wieder um sich. Im Grunde ist das kein Wunder. Erkältungsviren fliegen – das haben Wissenschaftler gemessen – beim Niesen mit 160 Stundenkilometern bis zu vier Meter weit. Unser Freund hier, der das Schaufenster einer Fürther Apotheke ziert, hat jedenfalls eine volle Breitseite abbekommen. Wir sparen uns gesunde Ratschläge – der Mann sitzt schließlich an der Quelle. Stattdessen zeigen wir Mitgefühl und wünschen gute Besserung.

Foto: Hans-Joachim Winckler

 

Romantisch mit Ansage

Valentin

So ungefähr, liebe Kinder, sahen SMS aus, als Opa und Oma ihr Leben noch ohne Handy, Smartphone oder WhatsApp meistern mussten. In der Königstraße erinnert dieser einfühlsame Denkzettel traditionsbewusste Beziehungspfleger in diesen Tagen daran, dass ein Datum mit Fallstrick naht. Am Samstag. Ist Valentinstag.

Ins romantische Desaster stolpert man schneller, als sich die Worte “Ein großer Strauß rote Rosen, bitte”, aussprechen lassen. Da wäre zum einen das schlichte Verschwitzen. Wem erst am frühen Sonntagmorgen die schlechte Laune seines vertrauten Gegenübers auffällt, sollte also einfach mal auf den Kalender schauen. Schwieriger wird es, wenn das Geschenk falsch ist (“Was willst du mir mit einem Maulringschlüssel-Satz sagen?”). Diplomatische Drahtseilakte werden fällig, wenn einer zu den Valentin-Enthusiasten zählt, während sein Herzstück sich dem Brauch vehement verweigert.

Hier kann – kein Scherz – die Valentins-Hotline helfen, die vom 13. bis 15. Februar, jeweils von 8.00 bis 23.00 Uhr  kostenlos zu erreichen ist und zwar unter der Nummer 0800-88 999 66.

Leidenschaftliche Anhänger des Valentinstags, der seit Wirtschaftswunderzeiten hierzulande eine Rolle spielt, haben übrigens immer noch Zeit genug, alle ihre Lieben zu bedenken.Ein Klick auf der richtigen Web-Seite genügt und auch der Hund geht nicht leer aus. Frisch gebacken kommt dann zum Beispiel – das ist ebenfalls absolut kein Hirngespinst – ein leckeres Leberwurstherz ins Haus.

Da wird Waldi sicher warm ums Herz.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Auf die Mütze

City-CenterEs gibt Tage, da fühlt man sich, nun ja, irgendwie kopflos. Das Mützen-Model im City Center mag dagegen etwas körperlos erscheinen. Die Gute hat aber immer noch Gelegenheit, sich den Kopf  zu zerbrechen. Vielleicht darüber, ob der 30. Geburtstag, den Fürths erstes Einkaufszentrum in diesem Jahr feiern kann, ein Freudentag wird.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Eiskalt in Form

Stadtpark im WinterWarum so missmutig, weißer Freund? So ein Schneemann-Dasein im Fürther Stadtpark hat im Grunde doch nur Vorteile. Niemals musst du dir Gedanken über dein Outfit machen. Du musst keinen Terminkalender führen, denn wer weiß, was morgen ist – gut, das war jetzt nicht sehr einfühlsam. Aber sieh die Sache doch mal so: Du bist ein gut geformter Kerl mit beachtlicher Ahnenreihe und jeder mag dich.

Und wenn der Wetterbericht recht behält, dann sagen wir getrost: Bis morgen, du Eisiger.

Hund à la mode

SchaufensterAmerikaner lieben Hotdogs, die Schweizer hegen ihre Lawinenhunde. In Fürth sind die Vierbeiner schick in Schale. In einem Schaufenster in der Blumenstraße wacht dieser elegante Terrier, ein Vertreter des selten gewordenen Canis Krawattis.

Nobel wie er ausschaut, geht ihm sicher auch die neue Enthüllungs-Biografie über Prince Charles zu Herzen. Der König in Wartestellung muss darin nun lesen, dass man ihn in Dienerkreisen angeblich Prince Wails nennt, Prinz Jammer.

Armer Hund.

Foto: Hans-Joachim Winckler

Wenn der Mond scheint auf Fürth

BauschuttdeponieDies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit. Neil Armstrong hat das gesagt, als er den Mond betrat. Das wenigstens ist verbrieft. Unklarheit herrscht dagegen, ob die US-Flagge, die er am 20. Juli 1969 neben seiner Landefähre platzierte, noch steht.

Auf der Fürther Bauschutt-Deponie, so viel darf als sicher gelten, weht derzeit eine italienische Fahne. Der Gipfelaufstieg hierher gleiche ohnehin einer Tour über unendliche Lavafelder auf die Höhe des Ätnas. Das versichert einer, der dort war. Schade ist bloß, dass der unbekannte Aufsteller keinen schlauen Spruch hinterlassen hat. Fürth hätte sonst mit dem Mond gleichziehen können. Leider dumm gelaufen.

Foto: Hans-Joachim Winckler