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Und noch einen Supermarkt?
Auf diese Wiese soll der Supermarkt gebaut werden. Foto: Horst Linke
Seit Monaten wird das geplante Bauvorhaben für einen neuen Einkaufsmarkt am Stadtrand von Ebermannstadt heiß diskutiert. Der Stadtrat hat die Pläne zwar mit großer Mehrheit abgesegnet, doch viele Bürgerinnen und Bürger halten das Bauprojekt, das im Gebiet Frühwiesen entstehen soll, schlichtweg für überflüssig. “Wir haben doch schon vier Supermärkte und damit genug Einkaufsmöglichkeiten”, sagten die meisten Leute, als ich eine Umfrage zu dem Thema machte. Und in der Tat: Die bestehenden Supermärkte Aldi, Rewe, Netto und Penny, dazu noch einige Metzger und Bäcker sollten doch genügend Waren und Auswahl haben, um die rund 6800 Einwohner der Stadt versorgen zu können.
Doch Bürgermeister Franz Josef Kraus und ein Großteil der Stadträte fürchten, dass die Verbraucher ihr Geld zum Globus nach Forchheim tragen, wenn nicht auch noch am westlichen Stadtrand ein weiterer Vollsortimenter die Kunden anlockt. Außerdem wäre der neue Supermarkt auch zur Nahversorgung der Bürger im Baugebiet Diesbrunnen und in Rüssenbach und Niedermirsberg notwendig, finden sie. Wichtig ist ihnen ferner, dass Edeka als Supermarkt-Betreiber, der Stadt künftig eine Pacht von über 60 000 Euro pro Jahr zahlen wird. Geld, was die Stadt dringend unbestritten brauchen kann.
Doch soll man deswegen die Natur am Stadtrand opfern? Denn eines ist sicher: Was einmal planiert und zugebaut ist, wird nie mehr grüne Wiese. Naturschützer klagen daher, dass der Neubau des Supermarktes die Landschaft zerstöre, den Ortseingang verschandele und viel Kaufkraft aus der Innenstadt, in der sowieso schon viele Läden leer stehen, abziehe. Gemeinsam mit Geschäftsleuten und Anwohnern hat der örtliche Bund Naturschutz (BN) Ende des Jahres genügend Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt, so dass nun die Bewohner der Stadt bei einem Bürgerentscheid am 29. Januar selbst über das umstrittene Bauprojekt entscheiden können.
Ich hoffe nun, dass die Frauen und Männer aus Ebermannstadt dieses urdemokratische Instrument auch wirklich nutzen und ihre Stimme für oder eben auch gegen das Supermarkt-Projekt abgeben. Das Ergebnis müssen dann alle Seiten respektieren.