Archiv der Kategorie ‘Straßenverkehr’
Motorrad-Raser in der Fränkischen Schweiz: Berichten oder nicht?

Längst bekannt: Zwischen Hammerbühl und Geschwand wird vor allem am Wochenende gerast. Foto: Anestis Aslanidis
Die Zahl klingt unglaublich: 230 Kilometer pro Stunde seien auf der Strecke Hammerbühl-Geschwand schon möglich, hat ein Motorradfahrer dem Egloffsteiner Bürgermeister Stefan Förtsch erzählt. Einen Beweis sucht man nicht lange: Biker haben Videos von ihren Tempo-Touren ins Netz gestellt, auch besagte Straße ist mit dabei. In halsbrecherischer Geschwindigkeit rasen die Motorradfahrer die Strecke entlang, schneiden Kurven und überholen trotz Gegenverkehr.
Der Entscheidung, die Raserei in einem Artikel aufzugreifen, ging eine Diskussion in unserer Redaktion voran: Machen wir durch die Berichterstattung nicht noch mehr Biker auf “Deutschlands schönste Rennstrecke” – so formuliert es ein Anwohner – aufmerksam? Doch die Betroffenen, die direkt an der Straße wohnen, sind sich weitgehend einig: Die Strecke ist längst bekannt, deutschlandweit.
Alle Motorradfahrer an den Pranger zu stellen, darum geht es uns nicht. Der Großteil von ihnen fährt verantwortungsvoll und mit Rücksicht auf Wanderer und andere Verkehrsteilnehmer. Und die Faszination, die die Fränkische Schweiz auf die Biker ausübt, können wir nur allzu gut verstehen.
Ob ein Tempolimit die Situation an der Straße wirklich entschärft, ist fraglich. Wer sich nicht an 100 Kilometer pro Stunde hält, dem sind auch 70 egal. Gefordert ist vor allem die Polizei. Sie muss Mittel und Wege finden, die Raser zu stellen. Schon eine Polizei-Präsenz am Sonntagmorgen würde vielen von ihnen schnell den Spaß verderben.
Ärger über Parkplatzmangel
Wieder mal ein Aufreger: In Forchheim gibt’s zu wenig Parkplätze, schimpfen Verkäuferinnen. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen. Klar, wer bei den Stadtwerken parkt, muss ein paar Minuten in die Innenstadt laufen, aber was sind schon ein paar Minuten, wenn man den ganzen Tag kostenlos parken kann? Ich wohne in Nürnberg. Dort ist es viel schlimmer mit der Parkplatzsuche. Wer kostenlos den ganzen Tag im Zentrum parken will, der kann lange suchen. (Falls das hier ein paar Insider lesen, die die kostenlosen Parkplätze im Nürnberger Zentrum kennen, bitte her mit den Infos: Wo sind die??) Und so im Vergleich
Zum Glück habe ich meinen Führerschein schon

Stefan Roske (li.) erklärt mir, welche Fehler ich während der Fahrstunde begangen habe. Foto: Edgar Pfrogner
Vor ein paar Wochen habe ich als Reportage für die Zeitung eine Fahrstunde in der Fahrschule FUN von Stefan Roske gemacht. Du meine Güte! Nie hätte ich gedacht, dass ich binnen 45 Minuten mindestens ein halbes Dutzend Mal hätte durch die Prüfung fliegen können. Aber so war’s.
Meine Hochachtung vor allen Fahrschülern und Fahrschülerinnen, die heutzutage aufs erste Mal die Führerscheinprüfung bestehen. Sie fahren nur Tempo 20, wie vorgeschrieben, wenn sie den Bahnübergang bei Wiesenthau passieren. Ich bin mit 50 Sachen drübergebrettert, wie mein Fahrlehrer behauptete (ich habe das überhaupt nicht bemerkt). Dabei steht dort sogar ein Tempo-20-Schild.
Kurz vor der Eisenbahnbrücke habe ich den Seat Leon abgewürgt. Gut, kann passieren bei einem unbekannten Auto. Aber dasselbe ist mir dann noch zweimal passiert. Das hebt den Adrenalinspiegel. Und das, obwohl ich seit 32 Jahren Auto fahre, schon viele verschiedene Karren unter dem Hintern hatte und noch nie einen größeren Unfall hatte als mal irgendwo angestreift zu sein.
Stefan Roske kennt natürlich alle neuralgischen Stellen in der Stadt. Dort kurvt er mit seinen Schülern ständig herum. Ich zum Beispiel fahre so gut wie nie von der Ohmstraße auf die Bamberger Straße. Dort steht eine Ampel. So weit, so gut. Anhalten bei Rot. Das mache ich eigentlich immer. Aber wenn sie grün wird, kann man nicht einfach in die Bamberger Straße nach rechts einfahren, sondern muss auf den Verkehr von links achten, und selbst wenn nichts kommt, geht es nicht gleich los, weil an genau dieser Stelle die Fußgänger-Bedarfsampel steht und man wieder anhalten darf. Hier habe ich mich, glaube ich, einigermaßen regelkonform verhalten.
Viel hinterhältiger
war die Stelle in der Dechant-Reuder-Straße. Kurz bevor du auf die Piastenbrücke stößt (um dann dort nach rechts abzubiegen), zweigt rechts eine kleine, unscheinbare Straße ab. Schon von weitem habe ich gesehen, dass dort weder ein Auto steht noch sich eines nähert. Also bin ich mit Tempo 30 zügig vorbeigefahren. Schon wieder ein Grund zum Durchfallen: Denn aufgrund der Rechts-vor-Links-Regelung hätte ich zumindest meine Fahrt verlangsamen und nach rechts schauen müssen. Aber das ist noch nicht alles.
An der Piastenbrücke angekommen habe ich ausführlich nach links Ausschau gehalten, ein Auto vorbeigelassen und bin dann nach rechts abgebogen. Einem sadistisch veranlagten Prüfer hätte ich damit eine große Freude bereitet. Denn: Ich hatte übersehen, dass vor der Brücke ein Stopp-Schild steht. Anstatt die Räder zum Stillstand zu bringen, ließ ich den Leon ganz langsam weiterrollen – wie ich das immer mache, wenn offensichtlich keine Gefahr droht.
Man sieht: Die Verkehrsregelung stimmt im Einzelfall nicht immer mit der Realität überein. Für diese Einsicht muss man nicht besonders helle sein, das wusste ich auch schon vorher. Ein erfahrener Autofahrer reagiert situativ und kann trotzdem unfallfrei und ohne andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden unterwegs sein. Nur: Eine Prüfung würde er halt nicht mehr bestehen.
Anlass für die Reportage war die Nachricht, dass rund ein Drittel der Führerscheinbewerber in Deutschland beim ersten Prüfungstermin durchfällt. Bei Stefan Roske sind es deutlich weniger. Das soll jetzt aber keine verdeckte Werbung sein, nach seinen Angaben liegen die Forchheimer Fahrschulen in aller Regel unter dieser Marke. Mir wurde jedenfalls sehr bewusst, wie schnell sich das Fahrverhalten von den aufgestellten Regeln entfernt, wie sehr sich Routine einschleicht, vor allem im bekannten Terrain. Und welche Gefahren damit verbunden sein können, zum Beispiel wenn die anderen Autofahrer nicht von hier sind und sich nicht so verhalten wie ich es von ihnen erwarte.
Im Übrigen kann ich jedem diese Erfahrung nur empfehlen: Machen Sie ruhig mal wieder eine Auffrischungsstunde. Zuerst saß ich in dem Aut0 mit dem Gefühl, mir kann ja nichts passieren. Später dachte ich dann: Hoffentlich erkennt mich keiner! Aber das ging vorüber. Am Ende war ich froh um die Rückmeldung des Fahrlehrers. Und dass ich “nur” ein halbes Dutzend Mal durchgefallen wäre…
Pendeln auf der Theodor-Heuss-Allee nervt

Entlang der Adenauer-, Theodor-Heuss-, und Willy-Brandt-Allee macht Autofahren häufig keinen Spaß. Foto: Edgar Pfrogner
Mal ganz abgesehen davon, dass die nicht vorhandene grüne Welle nervt, gibt es entlang der Adenauer-, Theodor-Heuss-, und Willy-Brandt-Allee bis zur Kreuzung Forchheim-Süd noch ein paar andere Verkehrsprobleme, die Pendler an den Rand des Schimpfwortgebrauchs bringen.
Busfahrer, Eltern, Schüler: Es gibt solche und solche

Mittags um eins am Schulzentrum Ebermannstadt. Die Privat-Pkw dürfen um diese Zeit gar nicht dort fahren. Foto: Mark Johnston
Busunternehmer Josef Klemm hat sich gegenüber den Nordbayerischen Nachrichten (Ausgabe vom Freitag, 14. Dezember) mal so richtig seinen Frust von der Seele geredet. Es geht dabei um den Schulbusverkehr und hier vor allem um die, wie Klemm betont, kleine Minderheit von Schülern und Eltern, die Probleme machen.
Entzündet hat sich die Diskussion, die ja im Grunde schon sehr alt ist und die jeder von uns aus seiner eigenen Schulzeit kennt, an der Kritik von Eltern an der angeblich mangelhaften Ausstattung von Schulbussen mit Sitzplätzen. Außerdem gibt es natürlich auch immer wieder Busfahrer, die es – bei allem Stress – im Umgang mit Schülerinnen und Schülern immer noch für geboten halten, eine gewisse Ruppigkeit an den Tag zu legen. Auch das kenne ich aus eigener Erfahrung, nicht nur aus meiner Schulzeit, sondern auch aus Erzählungen meiner Kinder.
Auf der anderen Seite ist nicht zu bestreiten, dass es auch unter den Eltern solche und solche gibt. Es gibt welche mit extrem hohem Anspruchsdenken. Die glauben, ihr Kind, das jetzt zum ersten Mal mit dem Bus in die Schule fährt, muss nicht nur in Watte gepackt und wie ein rohes Ei behandelt werden, sondern unbedingt auch mit einem Sitzplatz ausgestattet werden.
Nun hat das Landratsamt als Besteller sämtlicher Buslinien im Landkreis glaubhaft versichert, dass die hier eingesetzten Busse die gesetzlich geforderte Zahl an Sitzplätzen mehr als erfüllen. Stehplätze sind zumutbar. Unzumutbar ist allerdings das Verhalten einiger weniger Schüler, die in den Bussen randalieren, die Kleineren drangsalieren und ungeniert, wie Josef Klemm sagt, Sitzplätze mit ihren Schultaschen okkupieren, die sie zuvor auch noch im Schneematsch abgestellt hatten. Wobei hier das Recht des Stärkeren ungetrübt von irgendwelchen sozialen Rücksichtnahmen Anwendung findet.
Eine kleine Minderheit von Eltern glaubt auch das Recht zu haben, ihre Söhne und Töchter, trotz funktionierender Busverbindung oder zumutbaren Fußwegs tagtäglich mit dem Auto bis vor die Schultüre fahren und sie genau dort wieder abholen zu müssen. Häufig genug auf Kosten des Schulbusses, der dann nicht mehr vor und zurück kann, wenn die Autotür aufgelassen wird, weil die Mama dem Buben das Pausenbrot ins Klassenzimmer nachträgt.
Das sind übrigens dieselben Eltern, die sich bei der Schulleitung, beim Landratsamt und letztlich bei der Presse über die unzumutbaren Verkehrsverhältnisse vor den Schulen beklagen. Verhältnisse, die sie selbst herstellen. Ohne Not.
Und ich behaupte: Es sind dieselben Eltern, die, wenn sie mal im Ausland Bus gefahren sind, noch jahrelang im Freundeskreis schwärmen, wie toll das war, als sie, zusammengepfercht wie die Ölsardinen, im Bus standen, sich nicht anhalten konnten, aber das macht ja nichts, denn umfallen konnten sie ja sowieso nicht, hahaha, und der Busfahrer ist ja in die Kurven gefahren wie ein Berserker, aber der kann halt auch fahren, er hat ja auch vor jeder, natürlich unübersichtlichen Kurve mehrfach gehupt, und immer ist es gut gegangen… Kurzum: schön war’s. Aber zuhause, im Schulbusverkehr, wie sich die Kinder da hineinzwängen müssen, und wie rücksichtslos der Fahrer dann über die Landstraße brettert, also da muss man doch was machen!
So, und wenn Sie das jetzt für weit hergeholt, für übertrieben polemisch oder einfach für Quatsch halten, dann schreiben Sie’s mir als Kommentar einfach auf.
Rettet das Trubachtal

Idyllisch: Das Trubachtal zwischen Oberzaunsbach und Schweinthal. Rechts vom Bachlauf soll die Straße verlaufen, die weiter hinten die Trubach überqueren würde. Foto: Ulrich Graser
Die Auseinandersetzung um die neue Trubachtalbrücke bei Oberzaunsbach hat gerade erst begonnen. Sie könnte noch heftig werden (Bilderstory). Jahrelang schon diskutieren Kreisräte im Verkehrsausschuss über das Thema: Wie gehen wir mit der unangenehmen Tatsache um, dass die Kreisstraße zwischen Unter- und Oberzaunsbach immer maroder wird? Was tun mit der fast schon einsturzgefährdeten Brücke in Unterzaunsbach?
Weil Kreisräte keine Verkehrsplaner sind und auch keine sein können, hat das Landratsamt zwei Ingenieurbüros mit Planungen beauftragt: Macht euch mal Gedanken. Landrat Glauber hat sich im Gespräch mit mir vehement gegen den wohl von verschiedenen Seiten erhobenen Vorwurf gewehrt, da seien Gefälligkeitsgutachten erstellt worden. Das nehme ich ihm auch ab.
Ich stelle mir das eher so vor: Verkehrsplaner nehmen sich erst einmal Karten vor. Da zeichnen sie Striche ein. Dann gehen sie in die Landschaft (man hört aus dem Ort, dass da mal welche waren und gefragt haben, ob sie das Terrain betreten dürfen) und überprüfen, ob die Striche mit der Wirklichkeit in Deckung zu bringen sind. Dann rechnen sie die Kosten aus.
In den Gutachten, so weit sie dem Verkehrsausschuss vorgelegen haben, wurden auch die naturschutzfachlichen Argumente gegeneinander gestellt. Dabei fällt auf: Die nun beschlossene Variante schneidet in der Beurteilung der Lebensraumverluste von Tieren, beim Artenschutz von Fledermäusen und Vögeln, beim Vogelschutz nach Natura 2000 und in der Beschreibung der Beeinträchtigungen in Flora und Fauna durchweg schlechter ab als die Variante “Ausbau der bestehenden Kreisstraße” (Null-Variante). Das schreiben die Planer auch: “Bedingt durch ihre Lage innerhalb des FFH- und Vogelschutzgebietes sowie aufgrund der Notwendigkeit einer zusätzlichen Trubach-Querung wird Variante 3 jedoch höhere naturschutzfachliche Anforderungen an den technischen Entwurf stellen als die Nullvariante.” Unter dem Strich jedoch steht bei beiden Varianten: Genehmigungsfähigkeit erreichbar.
Diese letzten zwei Wörter, dazu die Prognose, dass die Variante 3 auch noch billiger komme, hat im Kreisverkehrsausschuss für die Politiker den Ausschlag für ihre Zustimmung gegeben. Ich kann das nicht nachvollziehen. Ebensowenig kann ich nachvollziehen, dass die Einmündung der Kreisstraße bei der Brauerei Meister so gefährlich sein soll, wie der Landrat und einige Kreispolitiker meinen. Ich hatte als Autofahrer dort noch nie Schwierigkeiten. Wer schon brenzlige Situationen an dieser Stelle erlebt hat, möge sich bitte melden.
Und selbst wenn es so wäre, würde es sich aus meiner Sicht lohnen, einen anderen Ausweg zu suchen als den, eines der idyllischsten Fleckchen des Trubachtales mit einer Straße und Brücke zu verhunzen, dem Eisvogel die Jagdgründe zu beschneiden und die Talaue mit einem Asphaltband zu zerschneiden, mit allen Konsequenzen.
Am Montagabend im Gasthaus Hofmann in Oberzaunsbach war die Stimmung eindeutig. Kunststück. Der Bund Naturschutz hatte ja schon dazu eingeladen, eine Bürgerinitiative zu gründen, da wird schon keiner kommen, der anderer Meinung ist. Aber ich habe mich umgehört: Die Empörung über das Vorgehen ist wirklich riesig. Man muss das verstehen. Die uralte Straße zwischen Ober- und Unterzaunsbach würde einfach so gekappt, auf die Ebene eines Wirtschaftsweges herabgestuft, verengt und der Gemeinde zum Unterhalt überlassen. Ich soll ruhig schreiben, meinte ein älterer Herr, dass die landwirtschaftlichen Geräte, etwa die Mähdrescher, auch immer größer werden. Die kommen mit so einem kleinen Weg dann gar nicht mehr zurecht, sagte er.
Also: Aus Gründen des Natur- und Artenschutzes wie des Schutzes des einmaligen Landschaftsbildes verbietet sich aus meiner Sicht die Lösung mit der Talquerung. Es wäre ein weiterer Puzzlestein zur Verschandelung der Landschaft. Einer der nicht sein muss, weil die Argumente der Befürworter einfach nicht überzeugen. Mich jedenfalls nicht. Wer anderer Meinung ist, soll ruhig die Kommentarfunktion nutzen, ich bin gespannt.
Was passiert beim nächsten Hochwasser?
Vielleicht sind die Bilder von der Hochwasser-Katastrophe im Juli 2007 schon zu verblasst. Es sind immerhin fast fünf Jahre vergangen. Damals waren sich noch alle betroffenen Kommunen einig, es muss etwas getan werden, schnell und in Einigkeit. Die Gründung eines Zweckverbands wurde geplant und geplant und geplant…. Jahrelang wurde überlegt und doch zu kurz gedacht. Der Zweckverband ist
Radeln in der Fußgängerzone: Warum eigentlich nicht?

Radler und Fußgänger kommen auch ohne Verbote in der Hauptstraße miteinander zurecht. Archivfoto: Irene Lenk
Seitdem ein Teil der Hauptstraße zum verkehrsberuhigten Bereich und dann zur quasi Fußgängerzone erklärt wurde, und das ist nun auch schon wieder über zwanzig Jahre her, kocht alle paar Jahre die Frage hoch, ob das Radeln in diesem Abschnitt verboten werden oder erlaubt bleiben sollte.
In den 90er Jahren habe ich darüber mal eine Glosse geschrieben, die im Prinzip noch heute ihre Berechtigung hat: Nicht die Radler sind das Problem, sondern die Fußgänger. Denn die Passanten sind für Radler in ihren Bewegungen nur sehr schwer auszurechnen. Aber Spaß beiseite: Die Polizei erkennt hier kein Problem. Die vielzitierten Beinahe-Unfälle sind noch immer Beinahe-Unfälle geblieben. Ich habe selbst mehrere Kinder in Forchheim groß gezogen, von ganz klein bis erwachsen – das Schlimmste war, dass die Kleinen mal im Winter ins Bächla getappt sind und ganz schnell neue Klamotten brauchten – aber da haben wir in Forchheim ja schnell Ersatz finden können…
Sowohl die Freien Wähler als auch die SPD haben sich dieses Themas nun wieder einmal angenommen. (Nachtrag am 2. Mai: Inzwischen haben auch die Grünen ihre Stimme gefunden. Wogegen FW-Hümmer sofort in den Kommentaren unten zu Feld zieht). Die FW fordern, zumindest während der Haupteinkaufszeit das Radfahren zu untersagen. Bei der SPD gehen die Meinungen total auseinander. Um hier eine Linie hineinzubringen, sollen die Bürger mitsprechen, heißt es. Gute Idee. Aber ich prophezeie: Auch in der Bevölkerung gehen die Meinungen auseinander. Ein einhelliges Meinungsbild wirst du hier nie zustandebringen.
Ich meine, es soll in diesem Fall alles so bleiben wie es ist. Wer soll denn ein Radelverbot kontrollieren? Die Polizei? Die hat wahrlich Wichtigeres zu tun. Die Sicherheitswacht? Die kann sich nicht den ganzen Tag hinstellen und Radler vom Drahtesel holen. Genauso wenig wie Verkehrsüberwacher oder sonstige berufene oder sich berufen fühlende Ordnungshüter. Es ist ja nachweislich schon unmöglich, die Sperrung des Paradeplatzes für Durchgangsverkehr konsequent durchzusetzen.
Nein, vergesst es. Ein Aufregerthema ist das, mehr nicht. Am vernünftigsten ist die Position, die vom leben und leben lassen ausgeht. Rasende Radler würde es auch und vielleicht gerade bei einem strikten Verbot geben (schnell durch, ehe mich einer erwischt!). Wenn jeder ein bisschen auf den anderen achtet, dann ist dem Sicherheitsbedürfnis der Fußgänger wie dem Fortbewegungsdrang der Radler gedient. Ich bin beides: Radler und Fußgänger. Also weiß ich, was ich sage.
Forchheimer, greift Euren Politikern unter die Arme

Beim Stadtentwicklungskonzept ISEK haben die Bürger auch die Umgestaltung des Paradeplatzes gefordert
Immer häufiger werden die Bürger zur Mitsprache eingeladen, wenn es darum geht, wie sich die Kommune weiterentwickeln soll. Und das ist gut so. In Forchheim fing es mit Projekten wie “Leben findet Innenstadt” an, aktuell sollen sich die Forchheimer beim Integrierten Stadtenwicklungskonzept ISEK engagieren. Noch besser sind die Egloffsteiner: Die haben von allein das Heft in die Hand genommen und eine Bürgerwerkstatt gegründet, die für ein lebenswertes Egloffstein sorgen will, Bürgermeister Stefan Förtsch will das Projekt unterstützen. Endlich hören die Politiker mal auch auf die Wünsche derer, die sie gewählt haben. Oder landen die Vorschläge am Ende doch wieder nur in der Verwaltungsschublade? Ich habe mich mal im Netz nach Bürgerbeteiligungs-Konzepten in anderen Städten umgeschaut.


Baustellen-City ist Forchheims zweiter Name
Straßenschäden wie hier in der Von-Hirschberg-Straße sind in der ganzen Stadt zu finden. Foto: Anestis Aslanidis
Baustellen über Baustellen in Forchheim. Entweder ist das ein gutes Zeichen, nämlich eines dafür, dass es aufwärts geht mit der Stadt, voran, vorwärts in Richtung einer besseren Zukunft. Oder die vielen Baustellen bedeuten, dass viel zu lange nix passiert ist und jetzt alles auf einmal nachgeholt