Archiv der Kategorie ‘Sport’
Tagebuch der Leiden II

2. Marathontraining von Sportredakteur Kevin Gudd (l.) mit Hindernisläufer Felix Hentschel (r.) im Forchhimer Kellerwald. Foto: Ralf Rödel
Die Tour der Leiden geht weiter. Rechts im Bild der austrainierte Hindernisläufer mit dem leichtfüßigen Sprung, links der etwas steifere NN-Sportredakteur, der lieber nicht zu hoch springt, weil es ja mehr Kraft kostet. Warum ich mir die 16 Kilometer beim Fränkische-Schweiz-Marathon vorgenommen habe,
Tagebuch der Leiden

Leichtathlet Felix Hentschel (links) soll NN-Sportredakteur Kevin Gudd (rechts) fit machen für den Fränkische-Schweiz-Marathon.
Wer große Sprüche klopft, muss Taten folgen lassen. Beim Fränkische-Schweiz-Marathon im September 16 Kilometer laufen, hat sich NN-Sportredakteur Kevin Gudd vorgenommen. Darauf will er sich mit Trainingspartner Felix Hentschel (deutscher Vize-Meister im 3000-m-Hindernislauf) vorbereiten. Sein “Tagebuch der Leiden”
Die Neuner von Forchheim ist ein ER
Die Überleitung von der bildhübschen Magdalena Neuner, Deutschlands Sportlerin des Jahres 2012, zu einem lokalen wie sportlich relevanten Thema geht so: Eine offizielle Sportlerwahl gibt es in Forchheim nicht. Deswegen haben die Nordbayerischen Nachrichten im Januar an die Wahlurnen zur Abstimmung gerufen. Eine selbstkritische Nachlese.
Ist Rücksicht auf Fußball-Randalierer richtig?

Immer wieder rasten "Fußballfans" aus und landen dann vor Gericht. Wie viel Rücksicht muss dann auf sie genommen werden? Foto: dpa
Drei “Clubfans” landen vor dem Forchheimer Amtsgericht weil sie, vermutlich mit 15 weiteren “Fans”, einen Zug mit Greuther Fürth-Fans überfallen haben. Ihre Strafe wollen sie zwar ableisten, aber doch bitte nicht an Spielwochenenden, lautet die Forderung.
Der Begriff “Clubfans” ist absichtlich in Anführungszeichen geschrieben, denn richtige Fans können das nicht sein. Ein Fan vermummt sich nicht, um dann die Anhänger der gegnerischen Mannschaft heimzusuchen und zu verprügeln. Solche Leute sind Randalierer – aber keine Fans, Angeklagte – aber keine Fans, Straftäter – aber keine Fans. Das müsste auch dem 1. FC Nürnberg klar sein. Umso mehr wundert es, dass einer der Verteidiger, Ralf Peisl, der auch im Aufsichtsrat des FCN sitzt, noch darum bittet, dass die gemeinnützigen Stunden, die sein Mandant ableisten muss (50 sind es), bitte, bitte, nicht auf Spielwochenende gelegt werden. Gut, als Verteidiger muss er für seinen Mandanten eintreten. Man kann die Forderung aber auch für unverschämt und unangemessen halten. Als Jugendgerichtshelfer würde ich die Termine gerade auf Spielwochenenden legen. Wer schlägt, muss auch einstecken können.
Amateurkicker ohne Fans?
Da schau mal einer an. 550 Zuschauer sollen es am Samstag beim Jahn in der Bayernliga gewesen sein. Hollfeld gegen Bayreuth sahen sogar mehr als doppelt so viele. Trotzdem besteht bei mir als Sportredakteur der Eindruck, dass auf den Fußballplätzen in den Amateurligen immer weniger los ist. Woran das liegt,
Holy Englische Wochen
Die Englischen Wochen – gott sei dank ist Olympia endlich rum – gehen weiter. Acht Saisonspiele, vier davon an einem Mittwoch. In der Landesliga wird von den Amateurfußballern einiges abverlangt. Die Belastungen
Quo vadis VfB?
So macht man bewährte Tradition kaputt. Die Fußballer sind im Verein isoliert, wie im Lokalsport der NN zu lesen. Keine andere Abteilung will sich an den Energie-Kosten für das Sportgelände und der Sportheimbewirtung beteiligen. Dabei gehen zwei Drittel der Schulden auf andere zurück, wie der Oberbürgermeister, der gleichzeitig Vereinsvorsitzender ist, selbst gesagt hat.
Relegation macht fußballmüde
Die Europameisterschaft für unsere Mannschaft ist zu Ende. Viele sind froh, dass der ganze Rummel um den Fußball zumindest für kurze Zeit nachlassen wird. Selbst ich als Sportredakteur und selber Fußballer brauche jetzt eine oder zwei Wochen Erholung, bevor der Jahn und der SV Buckenhofen ja schon wieder in die neue Bayern- und Landesliga-Saison gehen. Meine – nennen wir es mentale Erschöpfung – rührt vor allem von den zig Relegationsspielen im Kreis her.
Tiefgründige Recherche
Port Said in Ägypten? Rund 2500 Kilometer Luftlinie entfernt…
Hohenschwangau in Schwaben? Rund 350 Kilometer entfernt…
Geschwand im Landkreis Forchheim? Gut 30 Minuten entfernt, sofern der Dienstwagen bei diesen eisigen Temperaturen anspringen will… Doch was um Himmels Willen sollen alle diese Orte gemeinsam haben? Nichts?
Bis gestern Abend, 17.30 Uhr dachte ich das auch. Doch dann ging Josef Eckert ans Telefon…
Der Gymnasiallehrer und gebürtige Geschwander (“Aha” Nummer 1!) liebt die Natur. “Die Berge, die machen es aus”, findet er und hatte daher auf ein Auslandsberufsjahr in den Bergen Südamerikas gehofft, als er sich dazu beworben hatte. “Alles, nur nicht Europa”, war sein einziger Wunsch gewesen. Doch wie Kultusministerien so sind, wurde es nicht Südamerika, sondern: Ägypten (“Aha” Nummer 2!).
Der heute 48-Jährige konnte sich zunächst gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, seinen Lebensmittelpunkt nach Kairo zu verlegen. Doch irgendwie, sagt er, hätten dann die Terroranschläge 2001 in New York einen Beitrag dazu geleistet, dass er auch einmal die andere Seite kennenlernen wollte. Soll heißen: die der Moslems.
Von 2002 bis 2007 verbrachte er also mit seiner Frau Jahre in Kairo (“auf einer katholischen Mädchenschule, die fast ausschließlich Musliminnen besuchten”), ehe er zurückkehrte und seitdem in Hohenschwangau (“Aha” Nummer 3!) am Gymnasium die Fächer Mathe und Physik (“Ohje” Nummer 1) unterrichtet.
Soviel zu Josef Eckert, dessen Lebensgeschichte noch viel spannendere Details beinhaltet, als nur die grob geschilderten Stationen (siehe übrigens hierzu die NN-Ausgabe vom 4. Februar!).
Das heißt: Nein, noch nicht “soviel dazu”! Denn da ist ja noch die Geschichte hinter der Geschichte!
Gestern, irgendwann vor 17.30 Uhr, wälzte ich das hausinterne NN-Archiv. Mehr auf gut Glück und ohne große Erwartung auf Treffer tippte ich die Schlagworte: “Fußball” und ”Ägypten” in die Suchmaske, um vielleicht einen Ansprechpartner zu finden, der mit Forchheimer Lokalbezug etwas zu den schrecklichen Unruhen im Rahmen des Fußballderbys in Ägypten sagen könne. Abwegig? Ja, finde ich im Nachhinein auch! Ich dachte mir so etwas wie: Wo zum Himmel soll bitte irgendein Zusammenhang bestehen zwischen, sagen wir: Geschwand, Ägypten und… (der Finger kreist mit geschlossenen Augen über der Landkarte, bleibt völlig willkürlich stehen)…: Hohenschwangau?
Doch, siehe da, es gibt zwei Treffer im NN-Archiv zu den gewählten Schlagworten:
Nummer 1: Ein “Kurz gefragt” vom 16. Juli 2002 mit einem Herrn Heberlein, Fachberater des Bauernverbands zum Thema Maul- und Klauenseuche, Rückreiseverkehr und Fußball-WM. Also: KEIN Treffer…
Nummer 2: Eine Reportage von Mitarbeiter Benni Kraus vom 30. Juli 2007 über das – sicher absolut legendäre – Fußballspiel zwischen den Altstars der B-Klassenaufstiegself des TSV Geschwand von 1987 gegen die “Ü40″ von Kühlenfels. Und was hat das ganze mit Ägypten zu tun? Weiter unten im Text lese ich:
“Josef Eggert hatte sozusagen den weitesten Anfahrtsweg der 87er-Aufstiegself. Seit über 15 Jahren war ich nicht mehr in Geschwand, berichtete der Lehrer, der die letzten Jahre an einer deutschen Schule in Ägypten unterrichtet hat. Dort hatte ich kaum Gelegenheit zum Sport, sagte er, sichtlich außer Atem, nach den Spiel.”
(“Volltreffer”, Nummer 1) Ich suche sofort im BFV-Terminheft den Kontakt zum TSV Geschwand heraus, in der Hoffnung, mir könne jemand, zum Beispiel der Vorsitzende, kenne jemanden, der Josef Eggert heißt? “Da haben Sie Glück, den kenn ich”, sagt Bernhard Eckert. “Das ist mein Bruder!” (“Volltreffer”, Nummer 2) Bereitwillig sucht Bernhard Eckert die Rufnummer heraus, warnt aber: “Mein Bruder ist Lehrer in Hohenschwangau bei Füssen. Ich weiß nicht, ob Sie den gleich erreichen.”
Kaum aufgelegt, rufe ich in Hohenschwangau an. Es klingelt. Und klingelt. ”Nielsen, guten Tag!” – Nielsen?! (“Ohje”, Nummer 2) – “Hallo, Benesch ist mein Name; von den Nordbayerischen Nachrichten. Ich suche einen Herrn Josef Eckert…” – Frau Nielsen bittet mich, am Apparat zu bleiben. Sie wolle ihren Mann schnell ans Telefon holen…





Zwischenspurt ohne Leiden
Nach dem 2. Marathontraining mit Hindernisläufer Felix Hentschel (r) schwebt NN-Sportredakteur Kevin Gudd auf Laufwolke 7.
Diesmal wollte ich nicht länger als eine Woche warten, um meine aufgefrischte Lauf-Trainingsform nochmals auf die Probe zu stellen. Zugegeben, dazu war ein kleiner technischer Motivationsschub nötig. Im Hinblick auf die 16 Kilometer Distanz, die sich am 1. September beim Fränkische-Schweiz-Marathon überstehen will, habe ich dadurch vom Feeling her ein noch besseres Gefühl, auch wenn der Zwischenspurt im Training doch sehr kurz geriet.