500 Tonnen Gartenabfall – zu wenig zum Sammeln?

Grüngutabfuhr im Landkreis Forchheim: Wie lange noch? Archivfoto: Edgar Pfrogner

Die Abfallwirtschaft im Landratsamt will die jährliche Grüngut-Straßensammlung aus Kostengründen abschaffen. Zuletzt seien “nur noch” 500 Tonnen gesammelt worden, heißt es. Früher waren es einige hundert Tonnen mehr. Die Kosten dagegen, rund 90.000 Euro, reduzieren sich nicht gleichermaßen mit der gesammelten Menge, denn es müssen ja trotzdem alle Straßen angefahren werden.

Ich halte ehrlich gesagt nichts davon, die Grüngut-Straßensammlung einzustellen. Ich wohne in der Stadt, habe nur einen Mini-Garten, aber trotzdem jedes Jahr viel sperriges Schnittgut. Das soll ich in Zukunft auf eigene Faust entsorgen, meinen die Experten vom Landratsamt. Ja gut. Vielleicht ist das auf dem Land leichter als in der Stadt. Nicht, dass Forchheim eine Großstadt wäre. Und sicher: Es wird ein Netz von Wertstoffhöfen aufgebaut und vorgehalten, über die ganzjährig Grüngut entsorgt werden kann. Schön! Aber Äste und Co. müssen ja da erst einmal hingebracht werden!

Als zu vernachlässigendes Problem wurde im Landratsamt bezeichnet, dass die Bürger ihr Auto schmutzig machen könnten, wie tatsächlich einige Leute wohl auf Nachfrage sagten. Das ist auch nicht mein Problem. Mein Problem ist eher, dass das Zeug gar nicht ins Auto passt. Und was sollen die Leute machen, die kein Auto haben, oder keinen Anhänger und auch keine Nachbarn und Bekannten, die helfen könnten?

Wie gesagt, auf dem Land mag das anders sein, die Wege kürzer, die Hilfsbereitschaft größer. In den städtischen Siedlungen, wo es ja immerhin auch Gärten gibt, führt der Stopp der Straßensammlung zu unnötigen Problemen. Ich sehe schon die wilde Entsorgung an den Straßenecken: Keiner will’s gewesen sein, am Ende muss doch die öffentliche Hand dafür gerade stehen und das Zeug abholen. Wer berechnet diese Kosten?

Im Übrigen widerspricht die Einstellung der Grüngut-Abfuhr der neuen Hol-Philosophie der Kreis-Abfallwirtschaft. Statt alle Bürger mit Plastik, Papier und Co. an die Wertstoffhöfe zu schicken, wie früher, wird das Material heutzutage doch vor der Haustür abgeholt. So sollte es auch mit dem Grüngut bleiben, finde ich. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Vernunftgründen. 500 Tonnen sind doch keine geringe Menge. Die 90.000 Euro zahlen wir mit der Müllgebühr. Und das wurde auch schon angedeutet: Die Müllgebühr sinkt nicht, wenn die Abfuhr eingestellt wird. So what?

3 Kommentare in “500 Tonnen Gartenabfall – zu wenig zum Sammeln?

  1. Die Müllwirtschaft von Stadt und Landkreis finde ich sowieso etwas merkwürdig.
    Letztens war ich in Gosberg bei der Deponie. Ich wollte loswerden: 1x kaputten Netzwerk-Router (300g), 1x kaputtes Steckernetzteil (100g), 1x kaputten Fön (500g), 1x Puppenkleiderschrank (hauptsächlich weiches Plastik und Pappe, ca. 50cm x 30cm x 15cm, 500g Gewicht).
    Das Auto mußte doch tatsächlich gewogen werden … gibt die Waage überhaupt so eine kleine Auflösung her? Lassen wir es mal insgesamt 2kg Differenz sein …

    Oder die Papiertonne. Ich kaufe nun ziemlich viel im WWW ein. Beispiel TFT-Fernseher. Damit der nicht kaputt geht beim Transport, ist der in einer Pappverpackung drin, so locker 8mm dick ist die Wellpappe.
    Hm, wie bekommt man das Teil in die Papiertonne? Zerschneiden? Mit einer Stichsäge vielleicht … das dauert aber, bis das alles in entsprechend kleine Teile geschnitten ist, außerdem ist für unseren Haushalt der Abholzyklus der Papiertonne ohnehin zu lang.
    Also fliegt das Ding am Stück mit vielen anderen Kisten und dem Papier, was keinen Platz mehr in der Tonne gefunden hat, in den Kofferraum (ok, ich hab’ ‘nen Van) und ab damit zum Fritsche in die Presse.

    Was ist noch blöd?
    Papiertonne und gelbe Säcke werden seit Anfang des Jahres an unterschiedlichen Tagen abgeholt. Jetzt steht die Einfahrt (geht eng bei uns zu) an zwei Tagen in der (Abhol)Woche zu. Wann die Jungs vom Abholdienst kommen, ist ja nie so klar. Morgens um 6 Uhr soll das Zeug bereit stehen. Also wird es abends am Vortag rausgestellt. Dann stellt man an eben diesem Abhol-Morgen um 8 Uhr fest, daß die Sachen noch nicht abgeholt sind, aber irgendwie muß man mit dem Auto raus aus der Einfahrt. Also alles auf die Straße stellen, Auto rausfahren und abstellen (Mittwoch muß man auch noch den Moment abpassen, daß da nicht gerade auch noch die Kehrmaschine kommt und man ein Ticket bekommt), dann den Kram wieder in die Einfahrt reinstellen und los geht’s. Und dann kam es es auch schon 2, 3 Mal vor, daß am Spätnachmittag die gelben Säcke immer noch nicht abgeholt waren, aber man will das Auto wieder in die Garage stellen. Hurra :(

    Soviel also zum Holdienst, der wieder mal ein Stückchen mehr ad absurdum geführt wird, wenn man das Grünzeug wieder selbst wegbringen muß.
    Kann man gleich mit dem Gang zum Glascontainer verbinden, dann rentiert es sich wengstens.

    Was den gelben Sack betrifft, man möge sich einmal die Anweisungen durchlesen, WIE die Sachen in den Sack rein sollen. Ich überlege seit Einführung des Sackes, wie ich das ökologisch sinnvoll mit Camenbert-Verpackungen (diese Kunststoff-Papier-Dinger, gut mit Käseresten verklebt), Fischverpackungen (weicher Kunststoff, schön ölig), Blechdosen und ähnlichen Dingen anstellen soll. Weil eigentlich, so steht’s in den Anweisungen, sollen nur saubere Abfälle in den gelben Sack. Soviel zum ökologischen Sinn und Unsinn solcher Maßnahmen …

  2. Abfallwirtschaft ist ein Renditeobjekt, hier wird Geld verdient. Von und mit welchem farbigen Punkt auch immer. Wer ein Grundstück hat, auf dem Pflanzen gedeihen….ist doch schön! Wenn es Tomaten sind, werden sie “gefressen”, wenns Äste sind, die nicht in den Fiat Panda passen, muß die Alllgemeinheit für die Entsorgung sorgen? Viiiiiele Fragezeichen…..
    der gelbe Sack ist außerdem eine stinkende Unverschämtheit! Und wird eh verbrannt….
    Wir werden zum veralberten und verblödetem Ding…

  3. ich denke auch, dass man mindestens in den größeren Städten die Grüngutabfuhr beibehalten sollte.Es stimmt, dass wir auf dem Lande mit unseren Gärten andere, sinnvollere Möglichkeiten haben. Wir haben 2 Komposthäufen, die sich gut bewährt haben und Essensreste kommen entweder in die Toilette oder wie etwa Knochen, in den Kachelofen.Das riecht zwar beim nächsten Anschüren etwas “krematorial”, ist aber auszuhalten. Zumindest hat sich noch kein Nachbar beschwert oder gefragt, ob wie eine Schwiegermutter verschüren.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


neun × = 36

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>