“Der dudd nix, der will bloß schbilln”
Kennen Sie das auch? Sie spazieren nichts Böses denkend am Kanal entlang, oder durch den Wald oder durch den Stadtpark, oder auf einem Weg in der Fränkischen Schweiz, vielleicht mit kleinen Kindern im Schlepptau, und von weitem sehen Sie schon, dass sich ein größerer Hund nähert. Oder auch ein kleinerer, vielleicht mit nicht gerade süßem Aussehen. Der Hundehalter hält seinen Hund nicht, sondern lässt ihn frei laufen, auf Sie und Ihre Kinder zu…
In dieser Situation heißt es: cool bleiben. Für beide Seiten. Aber wie soll man cool bleiben, wenn der nicht angeleinte Hund näher kommt und großes Interesse an Ihnen und/oder den Kleinen zeigt? Wissen Sie, ob der Hund cool ist oder vielleicht heiß? Fallen Ihnen bei solchen Gelegenheiten auch immer die Meldungen von (Kampf-)Hunden ein, die einem kleinen Kind das Gesicht zerbissen haben? Also, mir schon, obwohl ich mit Hunden eigentlich kann, sie sogar sehr gern mag und keine Angst vor ihnen habe. Aber weiß das der Hund?
Ich habe mal mit der Halterin eines großen Hundes (an die Rasse kann ich mich nicht mehr erinnern) fast gestritten, weil ich der Meinung war, auf öffentlichen Wegen sollten Hunde grundsätzlich nur an der Leine geführt werden dürfen. Die Frau war entsetzt über diese meine Meinung. Sie sagte, große Hunde folgten aufs Wort. Schließlich seien sie in der Hundeschule dazu ausgebildet worden. Meinen Einwand, dass dies ja wohl nicht auf alle großen Hunde zutreffe und man als Nicht-Hunde-Flüsterer nicht wissen könne, was für ein Hund einem da begegne – diesen Einwand wies sie kategorisch zurück: Große Hunde folgen ihrem Herrchen aufs Wort, basta.
Genauso gut hätte sie sagen können: Die dunn nix, die wolln bloß schbilln.
In Forchheim leben rund 1000 Hunde. Keiner von ihnen fällt unter die Definition “Kampfhund”. Obwohl, sagte der Oberbürgermeister Franz Stumpf neulich bei der Erhöhung der Hundesteuer, einige gäbe es schon, die wären eigentlich welche. Aber: “Die haben alle psychologische Gutachten.” Wohlgemerkt: die Hunde. Vielleicht wäre es aber auch angebracht, die Halter auf ihre Eignung zu testen, oder?
14 Kommentare
Auch nasse, sabbernde oder haarende Hunde muss man nicht an sich heranlassen. Cool bleiben? Naja.
herzlichen Glückwunsch zu diesem Thema, sowas ist ein echter Blogbasdä!
Hier fehlt in Forchheim eindeutig unser ehemaliger Stadtgartenamtschef, der Gruber Hans. Seine “Wurschtdebatten” mit Hundehaltern waren ergötzlich. Jaja, früher war alles besser und der Stadtpark sauber. Übrigends Achtung: seit geraumer Zeit radelt täglich eine mittelalterliche Blondmähne durch Forchheim, mit drei freilaufenden Kötern und plärrt wie eine Sirene durch die Gegend. Am Besten alle 4 in den Zwinger.
UND wenn nun Herr Hümmer in Forchheim die Anleinpflicht einführt, dann wähl auch ich ihn zum OB!
Lieber Herr Hobbl,
na das ist ein Wort!
Sollte ich die Anleinpflicht einführen wollen, wählen Sie mich zum OB?!
Leider muss ich Sie enttäuschen, heißt, will mich nicht mit fremden Federn schmücken: Die Anleinpflicht, respektive das Freilaufenlassen von Hunden (gleich welcher Größe), ist in FO bereits seit 1974 zumindest in Grünanlagen (weit gedehnter Begriff) nicht nur verboten sondern gem. §§ 2 Abs. 2 Nr. 12, 8 und Anlage zu § 1 Abs. 2 der Satzung über die Benutzung der öffentlichen Grünanlagen auch sanktioniert. Allerdings sage ich gleich an dieser Stelle, dass es ein zahnloser Tiger ist. Wenn keine Kontrolle stattfindet, sprich der “Überwachungsdruck” fehlt, schert sich kein Hundehalter darum! Ich bin selbst Hundehalter, früher hatte ich Schäferhunde, Collies und sogar ein “Kalb”, einen irischen Wolfshund. Jetzt ist es ein kleiner Sheltie. Alle meine Hunde habe ich – gleichwohl sie menschenfreundlich gesinnt waren und sind – immer angeleint, wenn jemand entgegen kam, in der Stadt selbst führe ich sie grundsätzlich an der Leine. Das gebietet mir die Achtung vor anderen, die, weil sie meinen Hund nicht kennen sich auch nicht blindlinks auf dessen Friedfertigkeit verlassen können. Was mich massiv stört ist die Invasion von Tretmienen auf öffentl. Plätzen, Wegen und Anlagen. Die FW haben beantragt, städt. Bedienstete zu beauftragen, die Anleinpflicht, die Versteuerung der Hunde u. das Entfernen von Kothaufen durch die H.-Halter zu überwachen und ggf. bei Nichtbeachtung zu sanktionieren. Vergebens. Auch Beutelspender für Hundekot wurden durch uns beantragt, wir waren sogar bereit, ein Exemplar (Hundekotsammelbehälter, kostet rund 300,- €) zu spenden. Ebenfalls vergebens. So bleibt Forchheim dem äußeren Eindruck nach dreckig und mancherorts (vornehmlich Innenstadt) auch vermüllt. Diesen Eindruck bestätigen mir viele Bürgerinnen und Bürger. Hier sehe ich einen direkten Ansatzpunkt für zwingend erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.Eine davon sei besonders erwähnt: “Forchheim,wird putzmunter”, die jährlich wiederkehrende Gemeinschaftsinitiative der FW, bei der ehrenamtliche Helfer (rund 50) verschiedener Vereine, Institutionen, Parteien (bis auf die liebe CSU machen fast alle mit) die Innenstadt säubern, soll ein Zeichen dafür setzen, dass es uns nicht egal ist, ob unsere öffentl. Flächen sauber sind oder nicht. Für jedes Kilogramm gesammelten Müll erhalten wir von einem Sponsor 1,- €. Bei den beiden letzten Aktionen kamen jeweils 1.000,- € zusammen. Diese spenden wir ohne Abzug an Forchheimer Natur- und Umweltprojekte sowie dieses Jahr erstmals, an die Tiertafel des ökumenischen Sozialladens. Gerne können Sie mithelfen, ich lade Sie dazu herzlich ein!.
Mit besten Grüßen
Ihr
Manfred Hümmer
Lieber Herr Hümmer,
dann sind wir uns ja mal ganz einig! Am Ende verteil ich noch Flugblätter für Sie…
So, wie Sie Ihr Verhalten schildern, sollte es eigentlich selbstverständlich sein, doch dem Großteil der Hundebesitzer fehlt dieses Selbstverständnis. Sollten Sie mal die geballte Ignoranz erfahren wollen, so empfehle ich auch die dänische Westküste. Für Forchheim halte ich die Ausdehnung der Anleinpflicht über die Grünanlagen hinaus für erforderlich, wahrscheinlich aber nicht durchsetzbar.
Über solche Stadtputzaktionen bin ich mir Meiner Meinung nicht sicher. Vermutlich stehen die “Schweine” hinter der Hecke und amüsieren sich, daß wieder ein paar Doffe ihren Dreck wegräumen. Das die CSU da nicht mitmacht ist doch kein Wunder, es könnten ja linke Autonoma auch mitsammeln.
in diesem Sinne seine Sie gegrüßt und bei Audehnung der Anleinpflicht, Sie wissen ja….
Hobbl
@Alle: Komisch, da schreibe ich was über Hunde, und sofort kommen wieder die Freien Wähler und ihre “Fans” und liefern sich ein Wortgefecht. Die “Fans” zuerst, um genau zu sein. Nächstens schreibe ich vielleicht mal was über Tulpen oder über den blauen Himmel – wetten, auch hier finden die beiden Lager wieder etwas, woran sie sich reiben können? Der Diskussionskultur auf diesem Blog tut das jedenfalls nicht gut. Vielleicht sollte ich restriktiver sein? Was meint die Gemeinde dazu?
@UlrichGraser: Die FW, die dunn doch nix, die wolln bloß schpilln…
Hallo Herr Graser,
erstmal muß ich mich für ein paar Tipfehler entschuldigen, so kurz vor dem Sonntagsbraten bassierd sowos. Dann muß ich als FW Fan sagen, es ging dann doch immer ums Thema, hier die Anleinpflicht also. Das Geplänkel außenrum bringt doch in ihrem Sprachfeld gesprochen, “Quote” ,in der Presse doch auch nicht unwillkommen. Aber stören will ich natürlich nicht und werde mich fernhalten.
mit freundlichem Gruß
Hobbl
@Hobbl: Au weh, jetzt sind Sie beleidigt. Aber das muss ja nicht so bleiben. Vielleicht kann ich Sie ja mit einem Beitrag über Kommunales wieder aus der Schmollecke herausholen?
Ohne wenn und aber: Die Hunde gehören an die Leine, egal welcher Größe!!!
Und wenn er bloß “schbilln” will, dann soll er auf den Spielplatz – mit seinem Halter!
Mensch, Meier!!!
Ich fände eine generelle Anleinpflicht auf öffentlichen Wegen auch sinnvoll.
Auch wenn es mir persönlich ja schon reichen würde, wenn die Hundehalter ihren Hund festhalten, sofern ihnen Leute entgegen kommen.
Es gibt nämlich so Leute wie mich, die Hunde einfach nicht mögen oder gar Angst vor ihnen haben. Es ist dann natürlich immer sehr spaßig, wenn man die Straßenseite wechseln muss oder ganz am Rand schon im Schlamm waten darf, weil man dem Hund den größtmöglichen Sicherheitsabstand entgegenbringen möchte.
Und zu der Sache mit “der will ja nur spielen” (Pardonnez-moi, mein Fränkisch ist nicht ausgereift genug) oder “Der hört ja aufs Wort”, wir können immer noch nicht in deren Köpfe reinschauen, vielleicht tickt der Hund ja trotzdem mal aus oder hört nicht aufs Wort.
Mir erst vor Kurzem passiert: Ich war in den Abendstunden eine Runde laufen, mir kommt eine Frau mit einem recht großen Exemplar entgegen, der Hund überquert munter die Straße, läuft mal hier mal dort hin. Frauchen pfeift sich einen ab, der Hund geht uninteressiert weiter seines Weges.
Ich oute mich mal als Teilzeithundeausführer. Das besagte Tier ist, natürlich, sehr brav und will,ebenso natürlich, nur spielen. Oder nachschauen ob es etwas zu fressen abstauben kann.
In der Stadt und an Strassen ist das Tier angeleint.
Nur wenn wir “alleine” unterwegs sind und es die Verhältnisse erlauben lass ich ihn schon mal laufen. Kommt uns dann jemand in die Quere wird das Tier kontrolliert (Leine oder Halsband) bis die Situation geklärt ist.
Funktioniert fast immer. Nur kommts halt manchmal vor das sich von hinten ein Radler unbemerkt “anschleicht”, vor allem auf asphaltierten Flurbereinigungswegen. Daher meine Bitte: Liebe Radler, oder auch Jogger oder schnelle Walker, ihr dürft ruhig kurz mal bimmeln, pfeifen oder husten wenn ihr dem Hund nicht traut, ich bin dankbar und der Hund wird dann von mir auch sofort angeleint.
Weil ich trau fremden Hunden nämlich auch nicht…..
Erlebnisse vom letzten Gassigehen:
Hundebesitzerkommentar, auf die Bemerkung dass ich jetzt noch mit den Kindern auf den Spielplatz gehe und den Hund derweil vorm Spielplatz festbinden werde: ” Ah, da is um die Zeit niemand, da könnens den Hund ruhig mit auf den Spielplatz lassen.”
Schön auch der riesige Hundehaufen direkt auf dem Gartenmäuerchen am Uferfussweg gegenüber vom Krankenhaus.
Oder der Hundehalter der seinen jungen Schäferdoggemischling kräftemässig gerade noch so festhalten konnte.
Bei solchen Hundehaltern braucht einen das schlechte Image nicht wundern….
@all,
Das die Hunde in der Stadt an der Leine sein sollten dürfte auch jeden Hundebesitzer klar sein.
das ein Hund sein Geschäft verrichten muss ist auch jedem klar,nur dieser kann es sich halt nicht aussuchen wo er dann sein Geschäft verrichtet.Da sind schon eher die Halter und Besitzer in die Pflicht zu nehmen und sollte denen auch bewusst gemacht werden.Was ich aber viel beschämender finde sind die all morgendlichen Verpackungen und Restmüll die in der Stadt und im Umland auf den Straßen liegen,welche von Leuten achtlos aus dem Auto geworfen werden,wenn Sie ihr Fast Food mehr oder weniger verzehrt haben.
Was unternimmt da der Stadtrat oder das Ordnungsamt!?Die Reinigung bezahlt eh der Steuerzahler.Die Tiere scheinen in manchen Augen ja ein Übel zu sein,aber ich denke da gibt es schlimmeres.
In diesem Sinne

Manchmal wünsch ich mir eine Schrotflinte – für den Hundehalter.
Wenn er sein kalbsgroßes Vieh auf einem schmalen Geh- und Radweg ohne Ausweichmöglichkeit regelmäßig nicht anleint.
Wenn mich so ein unangeleintes muskelbepacktes Zamperl an einem Waldparkplatz stellt, weil Frauchen grad am Auto beschäftigt ist…
Ich und die Hunde sind bisher wenigstens relativ “cool” geblieben und auf fruchtlose Diskussionen mit den Hundehaltern lass ich mich nicht ein um meine Nerven nicht noch mehr zu strapazieren.