Für Gosberg gibt es keine einfache Lösung
Forchheim, speziell der Stadtteil Burk, kann von Glück reden. Mit der Eröffnung der Westspange der so genannten Südumgehung hat insbesondere der Schwerlastverkehr aus Richtung Höchstadt die Möglichkeit, an Forchheim vorbei zu fahren. Gosberg, das 500-Seelendorf ein paar Kilometer weiter östlich, kann davon weiter nur träumen.
Auf meinen Artikel von letzter Woche hin über die Situation in Gosberg haben sich einige Bürgerinnen telefonisch bei mir gemeldet. Das finde ich wichtig, wir haben uns auch gut unterhalten. Die Anrufer verstanden die Tendenz des Artikels als einseitig. Der Grund: Bei meinem Besuch in Gosberg und bei einigen Telefonanrufen mit relativ wahllos herausgegriffenen Ortsbewohnern machte ich die erstaunliche Erfahrung, dass keineswegs das gesamt Dorf hinter der Forderung steht, es müsse um jeden Preis eine Ortsumgehung her. Deswegen hatte ich geschrieben, dass durchaus nicht alle Gosberger eine Umgehungsstraße wünschen.
Die stärksten Befürworter der Umgehung wohnen natürlich an der Hauptdurchgangsstraße. Ihre Plakate kann nicht übersehen, wer dort entlangfährt. Ich habe nahezu alle abgelichtet und in eine Bildergalerie gestellt. Umso überraschter war ich, abweichende Meinungen zu hören. Diese werden aber jetzt von den Umgehungsbefürwortern zumindest kleingeredet als nicht besonders relevant.
Um das mal klarzustellen, und das habe ich auch den Anruferinnen gesagt: Ich kann jeden Anwohner der Hauptstraße verstehen, der gegen die wirklich unerträgliche Lärmbelastung protestiert und dafür Abhilfe fordert. Und ihr Argument wurde auch im kritisierten Artikel explizit angeführt. Aber die Vorstellung, es könnte tatsächlich eine Umgehungstrasse “möglichst weit in Richtung Forchheim” geben, halte ich ehrlich gesagt für verfehlt. Auf Forchheimer Flur sind mehrere Schutzgebiete ausgewiesen, vom Trinkwasser bis zu den Vögeln, da wird keine Bundesstraße entstehen. Und der nächste Vorschlag, eine Ortsumfahrung entlang der Bahntrasse, ist aus meiner Sicht genauso unrealistisch. Die dortigen Anwohner würden ihres Lebens nicht mehr froh und würden zurecht Sturm laufen dagegen.
Bleibt: Eine Trasse östlich von Gosberg, Richtung Dobenreuth – und die will auch niemand im Ort.
Deswegen sage ich: Eine einfache Lösung per Umgehungsstraße wird es nicht geben, schon gar nicht in absehbarer Zeit (denn das darf man nicht vergessen: Geld ist keines vorhanden im Staatssäckel).
Was statt dessen not tut ist, dass sich alle Beteiligten mal zusammenraufen und überlegen, was grundsätzlich anders gemacht werden könnte. Da müssen neue Verkehrskonzepte auf den Tisch. Ich habe keine Patentlösung. Aber ich finde den Weg über Gosberg in die Fränkische schon heute wegen der vielen Kurven einfach unattraktiv. Also sollten halt noch weitere Schikanen eingebaut werden, um all diejenigen möglichst fernzuhalten, die die Gosberger nicht am Ort haben wollen. Klar ist ja auch, dass es solchen und solchen Verkehr gibt in Gosberg: Denjenigen, der in den Läden und Wirtshäusern anhält und Geld da lässt, und denjenigen, für den die Strecke sozusagen auf dem Weg liegt. Eine deutliche Reduzierung der Verkehrsbelastung ist nur zu erreichen, wenn der unnötige Verkehr herausgehalten wird aus dem Ort. Und da vermisse ich bisher von allen Seiten konkrete und praktikable Vorschläge.
2 Kommentare
Umgehungsstrassen verlagern das Problem ins nächste Dorf. Was sich an sonnigen Wochenenden an den Zufahrtsstrassen in die Fränkische abspielt ist doch einfach grotesk. Da sollte ein Schild aufgestellt werden “Wegen Überfüllung geschlossen”.
Und der Pendlerverkehr durch Gosberg, der ja vermutlich wochentags den Hauptteil ausmacht, den müsste man mal analysieren wo der hinwill. Vielleicht sind vernünftige Nahverkehrsverbindungen direkt zu den Arbeitsplätzen, wie Siemens etc., eine bessere Lösung als Umgehungen die das Problem nach Kirchehrenbach, Pretzfeld usw weiterleiten und noch mehr Verkehr anziehen.

Mal ganz unabhängig von irgendwelchen Lärmbelästigungen für irgendjemand gesehen …
Streckentechnisch ist es wohl am besten, die FO8 und FO2 im Wäldchen beim Verkehrsübungsplatz etwas zu begradigen, zur Bahnlinie rüberschwenken und diese noch vor Gosberg zu kreuzen (bedeutet Brücke). Dann die Bundestraße an der Bahnlinie weiter entlang führen, bis man in etwa auf Höhe des Kraftwerks Schwedengraben ist und dann irgendwie zur jetzigen B470 rüberschwenken, daß man irgendwo im Bereich vom Parkplatz bis Weilersbacher Kreuz auf die aktuelle B470 trifft (wo es eben am besten und mit möglichst wenig Eingriff in die Natur machbar ist).
Die alte FO2 in dem Bereich kann man auflassen, zum Radweg machen (der fehlt da ohnehin).
Problem: Wie kommt man östlich von Gosberg auf die “neue B470″, ohne über die Bahngleise zu müssen? Oder man nimmt prinzipiell den Bahnübergang her, der auf Höhe vom Pfeuffer ist (genau da, wo jetzige Straße und Bahnlinie zusammentreffen).
Klar, egal was man vorschlägt, wie man es macht und überhaupt, es wird immer irgendjemanden geben, dem irgendwas nicht paßt – und wenn es ein vermeintlicher Juchtenkäfer ist, der geschützt werden muß.
Ich denke, um den Verkehr in Gosberg kurzfristig zu entlasten, muß in Forchheim am Kersbacher Kreuz die Linksabbieger-Grünphase (von Wimmelbach kommend) deutlich verlängert werden. Da müssen auch riesengroße Wegweiser hin, wie man auf die B470 bzw. in Richtung Ebermannstadt/Bayreuth kommt, ohne durch Gosberg zu müssen.
Und: Die Rechtsabbiegerspur auf die Brücke am Bahnhof in Richtung Bayreuth muß wieder zweispurig werden, wie es schon mal war. Die Zählungsergebnisse vor einigen Jahren, auf Grund derer das einspurig gemacht wurde und die Geradeausspur zweispurig, kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Die Erfahrung sagt nämlich was anderes. Ich habe damals schon gesagt, daß da bestimmt die Spalten mit den Zählstrichen vertauscht wurden oder sowas.
Ich habe es in den letzten Jahren nie erlebt, daß es sich auf den Geradeaus-Spuren gestaut hat. Auf der Rechtsabbiegerspur dafür umso öfter … das staut sich zuweilen sehr weit zurück, manchmal bis zur Ausfahrtampel vom Fritsche.