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baby_080508.jpgLiebe Flocke-Fans, in Eurer Haut möchte ich nicht stecken. Zum Glück macht mir die Hitze ja nicht so viel aus wie Euch. Trotzdem suche ich, wann immer es geht, den Schatten auf. Zum Beispiel hinter dem Bäumchen in meinem Freigehege. Für Euch als Zuschauer ist das natürlich suboptimal (schönes Wort, gell). Denn Ihr seht mich ja nicht.

Ich weiß genau, wie es Euch geht. Nehmen wir nur mal den heutigen Pfingstmontag (13000 Besucher, gestern 11000, am Samstag 5500). Während ich mich noch physisch und psychisch im Haus auf meinen Auftritt vorbereite, steht Ihr Euch schon draußen in der brütenden Mittagshitze die Beine in den Bauch. Die Kinder müssen vor der Sonne geschützt werden. Manchmal hat das Tiergartenpersonal ein Einsehen und bittet die Kleinen ins Tunnel des Aquaparks. Derweil machen Gerüchte die Runde. Irgendeiner weiß ja immer alles besser. Kurz vor eins heißt das jüngste Gerücht: Heute kommt Flocke später raus, sie schläft noch.

Bei denjenigen, die ihren Kopf schon eine Stunde in die Sonne gehalten haben, nur um mich zu sehen, kommt das gar nicht gut an. Vielleicht spekulieren ja die Gerüchtestreuer darauf, dass manche in den vorderen Reihen das Weite suchen.

Und dann komme ich natürlich doch pünktlich aus meinem Kabuff, zusammen mit meinem Menschen. Als erstes begebe ich mich in den Schatten, um mich langsam an die Sonne und die Hitze zu gewöhnen. Hinter dem Baum sieht mich aber kaum jemand. Als ich mich dann doch entschließe, mal einen Schritt nach vorn zu wagen, muss die erste Ladung Besucher ihren Platz schon wieder freimachen für die nächsten.

Zum Baden habe ich heute keine Lust. Ich gehe wieder in den Schatten. Das muss Euch enttäuschen, ich weiß es. Meine Menschen sagen mir immer, ich soll tun, wonach mir der Sinn steht, ich soll die Leute auf der Tribüne nicht beachten. Aber ich sag’s Euch: Ich weiß, was Ihr durchmacht. Manche Flocke-Fans reisen von weit her an. Die Kinder freuen sich schon seit Tagen und Wochen darauf, mich live erleben zu können. Und dann, wenn sie die Sonnen-Tortur ohne Stich überwunden haben, sehen sie ein Eisbärchen, das es sich im Schatten hinter dem Baum gemütlich macht, während der Pfleger tatenlos zusieht. Hart, aber ungerecht. Arme Flocke-Fans.

(Foto: Ralf Schedlbauer/Tiergarten Nürnberg)

Eisb_rin.JPGZu einem bärigen Spielkameraden für mich hat es ja nun nicht gereicht. Die Zoo-Menschen hatten sich ja europaweit auf die Suche begeben, um vielleicht ein zweites Waisenjunges zu finden, das mir den Alltag etwas kurzweiliger machen könnte (so dachten die damals). Das klappte allerdings nicht.

Macht nix. Der stellvertretende Boss Helmut Mägdefrau hat heute erneut bestätigt, dass mein Papa Felix und meine Mama Vera – äh, nun ja, sich mehrmals auf den Pelz gerückt sind, gewissermaßen, als Felix neulich wieder ein Gastspiel in Nürnberg gab. Mägdefrau: Wir hoffen, dass die Vera im Winter wieder Nachwuchs bekommt. Dann allerdings als Naturaufzucht, “wenn sie sich wieder so toll darum kümmert”. Und wenn nicht wieder eine Störung eintritt. Wir kennen das. (Foto: dpa)

Mein Lieblingsknochen

baby_080430.jpgUnd hier die Auflösung des kleinen Rätsels: Der Knochen, den ich mir letzte Woche aus dem Wasser fischte, stammt von einem ganz normalen Rindvieh, einer Kuh. Es ist jenes gute Stück, das mir meine Menschen schon vor etlichen Wochen zum Knurpsen und Schlecken gegeben haben. Mein Lieblingsknochen, der ursprünglich abgekocht war, jetzt aber erst so richtig gut schmeckt.

Das Thema, welche Knochen ich bevorzuge, scheint die Flocke-Fans zu bewegen. Deswegen hier noch ein kleines Detail: Hirsch esst Ihr doch auch, oder? Ich allerdings fresse dazu noch Haut und Haar des Paarhufers. Bin mir noch nicht sicher, ob Antilope besser ist. Antilopen-Steaks sollen übrigens in Südafrika auch für Euch Menschen eine Delikatesse sein…

Der Knochen, dem ich mich auf dem Foto widme (Ralf Schedlbauer/Tiergarten Nürnberg), gehört übrigens meinem Menschen Steffi.

baby_080501.jpgLiebe Sparkassen-Sparer und -Vorstandsvorsitzende, vielen herzlichen Dank für das Geld, das Ihr mir und den Eisbären in Nürnberg zugute kommen habt lassen.

Aber: Wo bleibt eigentlich mein versprochener Pate? Bisher habe ich nur gehört, dass eine Münze mit meinem Konterfei geprägt werden soll. Zwei von zehn Euro – so viel kostet das gute Stück – gehen an den Tiergarten Nürnberg mit der Maßgabe, damit Klimaschutz- und Flockeprojekte zu unterstützen. Also: Mit dem Geld (bis zu 100.000 Euro, bei 50.000 verkauften Münzen) müsste sich doch ein Pate kaufen finden lassen, oder? Nein, mach’ nur Spaß, gell…

Auf dem tollen Foto von Ralf Schedlbauer/Tiergarten Nürnberg seht Ihr übrigens, wie ich mir – nein, keinen Paten angle, sondern einen Knochen. Einstweilen lasse ich mal offen, von welchem ehemaligen Mitbewohner der gestammt haben könnte. Wollt Ihr raten?

Antilopen schmecken lecker

flocke01.jpgManche Flocke-Fans wundern sich, dass ich in echt nicht mehr so aussehe wie auf dem berühmten, magenta-farbenen Plakat (Ihr wisst schon, das mit dem Knut-Spruch). Ich sei ja so dick geworden, höre ich manchmal von der Tribüne herunter (Foto: Ulrich Graser).

Mich wundert das nicht. Ich wiege inzwischen 31 Kilogramm. Das kommt von dem guten, immer fester werdenden Milchbrei, den mir meine Menschen verabreichen. Und natürlich von den Fleischbrocken. Seit einiger Zeit setzen sie mir immer wieder Rindfleisch vor. Aber nicht etwa aus der Metzgerei Boggnsack oder wie die heißt. Sondern direkt hier aus dem Tiergarten.

Hm, so ein behaartes Antilopenbein schmeckt lecker, sag ich Euch. Allein der Gedanke an den Geruch treibt mir den Speichel ins Maul…

Wie? Ihr findet das seltsam? Das ist aber seltsam. Ja, hier im Tiergarten wird geschlachtet. Paarhufer in erster Linie, also Gnus und Antilopen zum Beispiel. Im Gegensatz zu uns Eisbären gibt es von denen einfach zu viele im Zoo. Sie müssen deswegen immer mal wieder dezimiert werden. Also geschlachtet. Und dann bekomme ich sie in meinen Napf.

Hoffentlich gibt’s bald wieder was zu fressen. Haben Antilopen nicht vier Beine? Was ist also mit den anderen drei?

flocke1_080425_72.jpgMan glaubt es kaum, aber es soll – neben Paula, der Zeitungsente – tatsächlich noch weitere Flocke-Hasser geben. Der meistzitierte Ausspruch solcher bedauernswerter Menschen lautet: “Ich kann’s nicht mehr hören.” Ja mei, liebe Leut’, es wird doch keiner gezwungen, zu mir in den Flocke-Garten zu kommen. Ihr könnt auch zum Sonntagsausflug nach Schwabach fahren, die Goldschläger besuchen. Von mir aus könnt Ihr Euch jeden Samstag im Schlenkerla zu Bamberg Euern Seierä holen, anstatt Kind und Kegel zu mir in den Schmausenbuck zu schleifen.

Meint Ihr vielleicht, es macht mir Spaß zu sehen, wie die Flocke-Fans Stund’ um Stund’ anstehen, nur um mich für zehn Minuten beim Herumtollen beobachten zu können (Foto: Ralf Schedlbauer/Tiergarten Nürnberg)? Denn es sieht ja so aus: Die Kinder wollen ein Eis, dann müssen sie aufs Klo, dann sehen sie nix, dann ist ihnen langweilig, dann wollen sie auf Papas Schulter, dann wieder runter, dann fällt das Eis in den Dreck, die Limo in den Kinderwagen, die Mama in Ohnmacht – toll.

Flocke-Hasser, sucht Euch ein anderes Objekt für Eure negativen Gefühle. Ich tauge dafür nicht. Ich kann nix dafür. Wer mich sehen will, ist herzlich willkommen. Aber wenn dann tatsächlich jemand kommt und die Strapazen auf sich nimmt, ist das für alle anderen noch lange kein Grund, auf mich zu schimpfen.

Jawoll, das musste mal gesagt werden. Und jetzt bin ich wieder süß.

Trib_ne.JPGFür alle Flockisten, die gerne wissen möchten, wie es mir geht: Mir geht es sehr gut. Ich bin schon fast einen Meter groß, wiege rund 28 Kilo und mache mir nichts aus dem Trubel unter euch Besuchern.

Heute vormittag zum Beispiel habe ich meinen Menschen Mausi ordentlich beschäftigt. Angefallen habe ich ihn und dabei richtig gefährlich angefunkelt. Aber Mausi kann mich immer noch ganz leicht abwehren. Und dann haut er mir seine Pranken um die Ohren, mein Lieber!

blog02.jpgSchön finde ich es, auf dem Rücken zu liegen und mir von Mausi auf die Fußsohlen drücken zu lassen. Das genieße ich so richtig (alle Bilder: Ulrich Graser). Das Wasser hat mich heute weniger interessiert. Auch den roten Ball habe ich links liegen gelassen. Die sollten sich vielleicht mal etwas Neues einfallen lassen…

Ich war überrascht, wie viele Kinder und Jugendliche am hellichten Vormittag Zeit haben, Flocke gucken zu gehen. Offensichtlich gab es da einige Gruppen und Klassen, die ihren Wandertag kurzerhand in den Flockegarten Tiergarten verlegt hatten.

blog03_1.jpgGehört habe ich zum Beispiel vom Kindergarten St. Martin in Nürnberg, von der Kindertagesstätte Grete Schickedanz, ebenfalls aus Nürnberg, und von der Fachschule für Kinderpflegerinnen in Fürth, die extra mit ihren französischen Austauschpartnern gekommen sind, mich zu sehen. Schöne Grüße nach Fronkreisch!

baby_080416.jpgLiebe Flockisten, rührend, wie Ihr Euch um mich sorgt, habe ich das bereits erwähnt? Ich bekäme nicht genügend Körperkontakt, meint Ihr, ich dürfe nicht mehr kuscheln und so weiter. Ja, woher wisst Ihr das denn?

Ich kuschle durchaus noch mit Mausi und Co. Aber halt nicht mehr so sehr in aller Öffentlichkeit. Leider, muss ich sagen. Aber meine Menschen sagen, das muss so sein. Eisbären werden nun mal so schnell groß. Sie wollen mich ihnen entwöhnen, meinen die Pfleger. Zwar versuche ich immer noch, an ihre Finger heranzukommen, um sie abzuschlecken, aber die Pflegerhände stecken immer häufiger in den Hosentaschen (wie auf dem Video zu sehen): “Wir wollen unsere Flocke so langsam erwachsen werden lassen,” sagt ein Mensch in der Pressestelle. Ich nehm’s halt, wie’s kommt. Und wenn ein Ball daherkommt, spiele ich halt mit dem. (Video und Foto: Tiergarten Nürnberg)

flocke20_1.JPG14000 Besucher bei Flocke (Foto: Günter Distler), aber 15000 bei Wilbär – die Eisbärnachrichten des Wochenendes lesen sich beinahe wie ein Wettstreit der Tiergärten: Wer hat den schönsten?

Wobei: Die Tiergartenverantwortlichen, ob nun vom Neckar oder an der Pegnitz, die lachen über derartige Überlegungen nur. Das weiß ich aus erster Hand. Es ist ja so: Zoologen sind Wissenschaftler. Die interessieren sich in erster Linie nicht für die Zahl der Zuschauer. Den Zoologen geht es vor allem darum, dass es uns Tieren gut geht, oder etwa nicht? Wenn dann ein paar mehr Besucher Geld in die Kasse spülen, soll das nicht der Schaden der Tiere sein …

Ich sehe das ja an meinen Menschen, an Horst Maußner, Stefanie Krüger, Petra Fritz und Harald Hager. Ihr habt Recht, wenn Ihr Euch, liebe Flocke-Fans, im Gästebuch meiner Homepage bei den vieren bedankt, weil sie mich so liebevoll pflegen.

Natürlich ist das kein Vergleich mit Wilbär, der ja quasi noch unter den Fittichen seiner Mutter Corinna leben kann (wenn man bei einem Eisbär von “Fittichen” reden darf). Interessant ist ja, dass Euch ein Unterschied im Verhalten auffällt: Ich bin nach Eurer Meinung viel aktiver und selbstständiger als mein Stuttgarter Artgenosse. Was bedeutet das für meine künftige Psyche? Es wurde ja bekanntlich schon gemutmaßt, ich würde, wenn ich mal 2,10 Meter groß und 250 Kilo schwer bin, als traumatisierte Psychopathin durch mein Gehege tapsen, unfähig zu einem “normalen” Eisbärleben.

Was die Zukunft bringt, das werden wir dann sehen. Jetzt bin ich erst einmal gespannt, wie ich in den nächsten Wochen für das Thema Klimaschutz instrumentalisiert nutzbar gemacht werde. Ein neues Plakat soll es vorerst nicht geben. Das ist doch mal eine gute Nachricht. (Video: Tiergarten Nürnberg)

Hallo Mama!

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Dieses Bild braucht keine Worte, liebe Flocke-Fans.

Foto: Ralf Schedlbauer/Tiergarten Nürnberg

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