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Na, jetzt tut’s mir ja schon fast wieder leid, dass ich mir gegenüber meinen Geschwistern einen Anflug von Eifersucht erlaubt habe. Und jetzt sind sie tot.

Aber so ist das eben bei Eisbärs. Nicht traurig sein, liebe Flocke-Fans. Die nächsten Babys kommen bestimmt. Und wenn ihr gar nicht mehr an euch halten könnt, dann kommt zu mir. Ich springe dann ein wenig ins Wasser, tolpatsche herum – und schon sieht die Welt wieder freundlicher aus.

Zwillinge01.JPGHallo Flocke-Fans. Wahrscheinlich verliere ich jetzt bald eure Zuneigung. Vermutlich macht ihr in Zukunft einen Bogen um mein Gehege, schaut mich nicht mehr an, beachtet mich nicht mehr, seid nicht einmal traurig, wenn ich von Nürnberg weg muss, in einen anderen Zoo.

Denn jetzt habt ihr ja Paul und Paula, Cindy und Bärt, Sebald und Lorenz oder wie immer auch die beiden Babys heißen werden, die meine Mama letzte Woche geworfen habt. Ach godderla, sin die süüüß. Find ich ja auch. Aber wo bleibe ich?

Guten Morgen, oder wann auch immer ihr hier reinschaut: Es naht der Dezember, süßer die Gerüchte nie schwappten in die Höhle des Eisbären. Eisbärenbabys werden ja immer im Dezember geboren. Und da meine Mama im Frühjahr bekanntlich ein Date mit meinem Papa hatte, kann man jetzt darauf wetten, ob sie demnächst Nachwuchs in die Höhle setzt. Der Tiergarten hat schon mal Kameras installiert. Nicht, dass Vera mein Schwesterchen oder Brüderchen vernachlässigt oder gar verspeist – ohne dass dies beobachtet werden könnte…

Wollt ihr noch mehr wissen? Dann lest hier weiter.

romir_flocke.jpgHallo Flocke-Fans, viele haben es schon gemerkt: Hier tut sich gar nichts mehr. Der Flocke-Boom ist vorbei. Die Besucherscharen vor meinem Gehege halten sich auch in Grenzen. Beinahe könnte man meinen: Ich habe meine Schuldigkeit getan.

Mittags darf ich nicht mehr ins Haus, muss draußen bleiben, als wäre ich ein ganz normales Tier hier. Na ja, ist wohl der Lauf der Dinge. Ihr habt euch an mich gewöhnt, ich mich an mein Leben im Zoo. Und der Klimaschutz? Da wisst ihr ja Bescheid. Der Höhepunkt, ich sag’s euch ganz offen, war für mich erreicht, als sich der Dings, na, der von der SPD, ihr wisst schon, der Franz, vor mein Gehege stellte und winke winke in die Kamera machte. Da wusste ich: Jetzt kann’s nimmer schlimmer werden.

Einstweilen jedenfalls legt sich der Flocke-Blog schlafen.

diplomatin.jpgLiebe Flockisten, wir kommen jetzt zur Abwechslung mal wieder zu einem ernsten Thema. Das soll nicht heißen: Schluss mit lustig. Spaß muss sein. Aber es gibt noch anderes im Leben, vor allem im Leben eines Eisbären.

Neuerdings bin ich ja Botschafterin. Für den Klimaschutz. Das ist meine eigentliche Bestimmung. Und das ist auch gut so. (Foto: Ralf Schedlbauer/Tiergarten Nürnberg)

Aber wer soll das Klima schützen, wenn nicht ihr als Flocke-Fans? Als regelmäßige Leserinnen des Flocke-Blogs wisst ihr natürlich, dass ihr mich nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen sollt, um so schon einmal das Klima zu schützen. Das geht am besten mit dem Kombiticket.

Gar nicht nett fände ich es, wenn ihr mit dem Flugzeug nach Nürnberg anreist. Denn das Fliegen, sofern es sich nicht um einen Gleitschirm oder Drachen handelt, ist besonders klimafeindlich. Was ihr im Alltag noch alles für das Klima tun könnt, wisst ihr sicher schon lange selbst. Denn als Flocke-Fans habt ihr euch ja schon intensiv damit beschäftigt, welche Folgen klimaschädliches Verhalten für mich, meine Artgenossen, aber auch für viele andere Tiere, Pflanzen und letztlich für den Menschen haben kann.

Für alle, die es noch einmal nachlesen oder genauer wissen wollen, empfehle ich die Broschüre “Kleiner Klimaschützer” des Tiergartens Nürnberg. Und auf dieser Seite informiert mein Zoo darüber, wie ihr euch darüber hinaus noch engagieren könnt.

Also, auf geht’s: Klima schützen mit Flocke. Zeit wird’s.

flocke_3.jpgLiebe Flocke-Fans, gut, dass der Große Eisbär heute mal die Heizung etwas heruntergestellt hat. Diese Affenhitze hält doch niemand aus (auf dem Video könnt ihr’s sehen), schon gar nicht ich als Polartier. Noch sind die Pol-Regionen nicht so heiß. Und sie sollen es auch nicht werden, euch daran zu erinnern, dafür unter anderem bin ich ja da (auch wenn sich mein sauberer Herr Pate noch nicht bei mir hat blicken lassen und dafür lieber klimaschädlich per Düsenjet von Konferenz zu Konferenz fliegt).

Ich kann euch nur raten, nicht in der Mittagszeit zu mir zu kommen. Ich liege dann nur auf dem Strohbett herum, mit dreckigem Fell, keuchend, schreiend, elend. Kein schöner Anblick, fei ehrlich. Kommt lieber am späteren Nachmittag, in meiner dritten Schicht. Dann läuft’s bei mir wieder besser.

Habt ihr schon gehört? Bei Knut in Bärlin wurde das Gehege verstärkt. Aber nicht etwa, weil die kleine Wuchtbrumme ausreißen will. Sondern gegen das Publikum! Also ich meine: Die Besucher sollen sich vor Knut besser in acht nehmen. Bisher hätte es leicht sein können, dass ein leichtsinniger Bärliner seinen Arm über das Trennglas hängt, und Knut kommt von der anderen Seite, sieht die Leckerei und – hasdunichjesehn – is der Arm ab. Nee, nee, meine Lieben, ich mache sowas nicht. Ich komme ja schon gar nicht an mein Trennglas ran. Schon gar nicht bei dieser Affenhitze. So, und jetzt brauche ich wieder meine Ruhe…

(Foto: Karlheinz Daut)

Hallo, das ist der Franz

Maget_01.JPGAlso der Mann da, der hier vor mir steht und winkt, das ist der Franz. Mit vollem Namen heißt er Franz Maget und ist ein Bayer (Foto: Wilhelm Bauer). Ein Politiker aus München. Er hat mich besucht, um den anderen Bayern zu sagen, dass sie mehr für den Klimaschutz tun sollen. Schließlich bin ich ja Botschafterin für den Klimaschutz und da liegt es nahe, dass jetzt jeder Wahlkämpfer mal vorbeischaut, sich vor mein Gehege hinstellt und sich zusammen mit mir fotografieren lässt.

Ich meine, ich sehe sowieso immer gut aus. Wie der Franz aussieht, das müsst ihr entscheiden. Ich hab da nicht so richtig hingeschaut. Mich fragt ja keiner. Mit mir kann sich jeder fotografieren lassen. Wann kommt der Günter Beckstein?

klimaschutz_plakat.JPGDa werdet Ihr in den nächsten Tagen Augen machen: Ab sofort bin ich sozusagen die Klimaschutz-Botschafterin der Metropolregion. Auf Plakatwänden oder Buswartehäuschen erinnere ich daran, dass Klimaschutz nicht irgendwo im Amazonas-Delta, sondern vor Ort stattfinden muss.

Gut, gezeigt wird ein Jugendbildnis. Auf dem Bild bin ich sechs Wochen jünger als jetzt. Und meine Pfoten stehen auf einer Linie mit der “Südpolregion”, wo ja bekanntlich noch weniger Eisbären leben als im Nürnberger Tiergarten. Aber das sind Kleinigkeiten. Ich sehe, wie ein Journalist bemerkte, genauso nachdenklich aus wie Euer Alt-Bundeskanzler Gerhard Schörder auf seinem Nachts-im-Kanzleramt-Plakat. Und das macht mich doch glaubwürdig.

Auch klar, so richtig ernstzunehmen wäre ich mit meiner Botschaft, wenn ich ganz und gar eindeutig ein Kind dieser Region wäre. Und woran erkennt man den/die Franken? Am Essen. Sollte ich also auf Bratwurst und Schäufele umsteigen?

Mein Tiergartendirektor hält das für gesundheitlich unbedenklich. Ich würde allerdings, meint er, einen mächtigen Durst bekommen. Zweifel, dass ich Eure Spezialitäten stehenlassen würde, hat er jedenfalls nicht. Ich könnte Bratwurst und Schäufele auch gebraten fressen. Allerdings fehlen da wichtige Nährstoffe, die rohes Fleisch noch hat. Nein, nicht die eiweißhaltigen Würmer. Im Tiergarten gibt’s doch kein Gammelfleisch.

Also: Falls es im Zuge der Werbekampagne der Metropolregion ein drittes Poster gibt, werde ich der Gastronomie der Metropolregion gerne den Gefallen tun, und mich für die Fotografen auf einen Teller Bratwürste stürzen. Ob Sauerkraut dabei sein soll, möchte ich erst nach einer Überprüfung der Statik meines Eisbärenstalls entscheiden. Es entstehen da ja unweigerlich, naja ihr wisst schon – es kann halt laut sein und vibrieren.

Vorerst widme ich mich vor allem meiner aktuellen Leibspeise: Bananen und Weintrauben. Wie ich darauf komme, wo solches Obst doch am Nordpol niemals wächst? Das müsstet Ihr doch inzwischen gelernt haben. Ich, Eisbärin, bin vererbungstechnisch ein Braunbär-Mädchen, das sich auf schneereiche Gebiete spezialisiert hat. Näher erkläre ich das jetzt aber nicht mehr.

(Foto: Eduard Weigert)

flocke02_030608.jpgWenn ihr wüsstet! Aber ihr wisst ja nix. Oder doch? Ich habe nämlich schreckliche Zahnschmerzen. Eine dicke Backe, man glaubt es kaum, als Eisbär!

Aber schreiben geht noch, wie ihr seht. Wer mich besucht, sieht außerdem, dass meine Menschen kaum noch zu sehen sind. Ihr kennt die Diskussion. Sie dürfen mich nicht mehr so oft anfassen, sollen dafür sorgen, dass ich selbstständig werde. Und wenn sie mich dann heimlich, still und leise im Häuschen doch mal knuddeln, dann nur mit schlechtem Gewissen.

Natürlich beschwere ich mich darüber, genauso über die Zahnschmerzen. Das kann sich dann schon mal etwas jämmerlich anhören, gerade nachts. Aber denkt euch nichts dabei. Ich lebe noch. Allerdings werde ich jetzt immer seltener schreiben. Lieber gehe ich raus, spiele Dreckbär und schwimme einige Runden im Pool. Und irgendwann sind meine Tatzen sowieso zu groß für die Tastatur…

(Foto: Ralf Schedlbauer/Tiergarten Nürnberg)

flocke200508_06.JPGLiebe Flocke-Fans, es ist so weit: Ich bekomme einen Paten. Einen echten, ausgewiesenen Klimaschützer namens Achim Steiner. Der tagt zurzeit in Sachen Klimaschutz in Bonn und deswegen werden die Zoo-Bosse morgen dorthin fahren (hoffentlich umweltfreundlich mit der Bahn, gell!) und Herrn Steiner die Patenschaft für mich antragen. Er hat sich schon mal im voraus gefreut, sagt er, der Herr Generaluntersekretär der Vereinten Nationen. Na, ich freu mich auch.

flocke200508_18.JPGWobei sich für mich nicht so schrecklich viel ändern wird, fürchte ich. Über Pfingsten haben mich ja wirklich Massen von euch besucht (Bilder: Karlheinz Daut). Ich bewundere wirklich jeden, der die Geduld aufbringt, eine Stunde oder länger vor dem Zaun zu warten, bis er für fünf Minuten die Gelegenheit erhält, einen Blick auf mich zu werfen. Seid nicht böse, wenn ich nicht die ganze Zeit herumtobe. Mir ist es schlicht auch zu heiß. Heute soll ja Warmluft aus der Sahara in Bayern einströmen. Also bitte: Was habe ich mit der Sahara zu schaffen? Eben.

Übrigens bin ich inzwischen 40 Kilo schwer und meine Menschen überlegen schon, wie lange sie sich noch trauen sollen, zu mir ins Gehege zu kommen. Zuletzt bemühten sie sich, mir eine gewisse Demuts-Haltung beizubringen oder wie das heißt. Sie bauten sich drohend vor mir auf oder drohten mir mit der Hand oder irgendwelchen Stangen. Damit wollen sie eine echte Eisbärmama karikieren simulieren, auf dass ich nicht zu frech werde. Oder anders ausgedrückt: Der Dachschaden, der mir von so genannten Tierschützern von Anfang an prophezeit wurde, soll nicht so krass ausfallen…

Vor allem bin ich jetzt gespannt, ob ich im Winter eine Schwester oder einen Bruder oder beides bekomme. Was meint ihr: Wie sollte ein neues Eisbärbaby heißen? Ich bitte um Namensvorschläge.

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