Posts Tagged ‘Abstieg’

Juni 28th, 2010

Vittek: WM-Held kehrt nicht nach Nürnberg zurück, oder: Hat der Club eine bundesligataugliche Elf?

Kaum hat das Träumen begonnen, fordert der triste Alltag seinen Tribut: Aus Robert Vitteks Rückkehr an den Valznerweiher wird nichts. Der von dem Slowaken selbst angeregte Transfer kommt auf wirtschaftlichen Gründen (frei übersetzt: der klamme Club kann sich den teuren Vittek nicht leisten) nicht zustande. Schade.

Ich hätte mir Vittek gut im Club-Team vorstellen können. Jetzt heißt es halt weiterhin Eigler anzufeuern, der pro Spielzeit vielleicht für drei, vier Treffer gut sein dürfte. Oder auf die wundersame Leistungsexplosion eines Angelos Charisteas hoffen. Der meines Erachtens unverkäufliche Grieche sollte nicht nur eine monetäre Belastung darstellen (was er angesichts seines Netto-Jahresgehalts im siebenstelligen Bereich zweifelsohne tut), sondern auch auf dem Fußball-Platz ab und zu eine Bereicherung für den FCN sein. Auf dem Fußballpaltz. Nicht nur auf der Tribüne.

Und wenn es nur im Bereich der Eigler’schen Möglichkeiten, also einiger, weniger  Saisontore, wäre. Natürlich wird das nach Heckings erfreulich klarer Absage an Charisteas schwierig, aber im Fußball ist schon viel passiert. Und wer weiß, wie lange Hecking Club-Coach bleibt. Gewinnt die Truppe  keine der ersten zehn Begegnungen, werden die Karten sicher neu gemischt. Wolen wir hofen, dass es nicht so weit kommt.

Momentan, das sage ich in aller Deutlichkeit, sehe ich allerdings keine elf Spieler, die erstligatauglich sind. Einige, die dies für sich verbuchen konnten, sind weg, die Neuen kann ich (noch) nicht hinreichend bewerten. Heuer, das steht jetzt schon fest, müssen die Neuzugänge einschlagen. Zumindest einige. Sonst droht erneut ein 34 bis 36 Spieltage dauerende Kampf gegen den Abstieg.

Oder sehr ich das falsch? Hat der jetzige Club-Kader eine Überlebenschance in Deutschlands Eliteliga? Falls ja, warum?

Mai 2nd, 2010

Jetzt ist wieder alles drin – auch der direkte Abstieg!

Einen Tag nach der desaströsen Leistung der Club-Elf bleiben viele Fragen offen – auch die nach dem Trainer. Hecking wäre nicht der erste Coach, der nach einem 0:4 gehen müsste, es gab schon Übungsleiter, die den Valznerweiher nach einem Sieg haben verlassen müssen.

Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass ein Auswechseln des bestimmt nicht schuldlosen Niedersachsen wenig bezwecken würde. Wer sollte den Part an der Seitenlinie denn am kommenden Samstag übernehmem? Dieter Nüssing, Steff Reisch, Marc Oechler oder eine anderen Club-Legende? Sicherlich nicht.

Einer der Co-Trainer (wofür brauchen wir eigentlich ein Duo für diesen Job?)? Nein. Ein Spielertrainer Pinola? Na ja. Ein Manager Bader? Bestimmt nicht. Kurz: Die Trainer-Debatte ist müßig.

Gefragt sind ohnehin die Kicker auf dem Rasen. Nach wie vor schwanke ich in meiner Bewertung des Hamburger Geschehens zwischen zwei Möglichkeiten: Eine Truppe voller Angsthasen oder ein Haufen satter Profis, denen der Verein für den sie derzeit kicken, reichlich egal ist. Gleich welche Variante die richtige ist, weder das ein noch das andere wäre akzeptabel.

Wer sich so widerstandslos von einer Mannschaft, die nicht mal 48 Stunden vorher eine herbe Niederlage einstecken musste, schlagen läßt, der muss sich alle Fragen gefallen lassen. Dass der Trainer mit dem Eingeständnis, seine Elf wohl verbal vor dem Anpfiff nicht erreicht zu haben, sich schützend vor die Truppe stellt, ehrt in. Den Kern des Problems trifft dies aber nicht. Meines Erachtens bedarf es keiner Einstellung auf solch eine Begegnung – selbst der dümmste Akteur hätte in der Lage sein sollen, sich die Konstellation auszumalen, die nach der deutlichen Schlappe beim HSV nun Wirklichkeit geworden ist.

Selbst der direkte Abstieg ist nun wieder greifbar. Unfassbar enttäuschend. Und dennoch werden 48.500 Fans am kommenden Samstag versuchen, ihren Club in die Relegation zu schreien. An mehr wage ich nach der jüngsten Darbietung ohnehin nicht mehr zu glauben. Und noch eine Bitte zum Schluss: Herr Hecking, bitte erzählen Sie uns nicht, wie toll alles noch werden kann. Erzählen Sie lieber Ihren hochbezahlten Kräften, wie die Menschen dieser Region mitleiden müssen – mit einem Verein, der es einfach nicht schafft, sich professionell im Profi-Geschäft der ersten Bundesliga zu behaupten.

Februar 14th, 2010

Nur Hannovers Niederlagen-Serie hält Club im Rennen

Danken wir heute mal dem Fußballgott. Der, das wissen wir dank der jüngsten Schiri-(Fehl-)Entscheidungen ist zwar kein Franke, wohnt aber ganz sicher auch nicht in bzw. über Niedersachsen. Denn Hannover verliert ein Spielchen nach dem anderen. Neuer Trainer hin, Mirko Slomka her.

Nur diese schon bemerkenswerte Pleite hält den Ruhmreichen noch im Rennen um Platz 16, der immerhin zwei weitere Partien, in denen der Klassenerhalt doch noch gelingen könnte, ermöglicht. Als kleiner Lichtblick sind die Freiburger (Rang 15, also am rettenden Ufer) noch in Sichtweite. Alle anderen Vereine sind bereits jetzt zu weit weg. Ab Bochum aufwärts darf der  Club nur neidvoll nach oben blicken.

Zurück zum Fußballgott und Hannover: Die Niedersachsen schlittern bereits auf die nächste Trainerdiskussion zu. Ehrlich gesagt bin ich darüber nicht wirklich traurig. Nicht, weil ich Slomka seinen Job nicht gönne. Vielmehr, weil diese Trainer raus, es geht bergauf-Mentalität aus meiner Sicht völlig überzogen ist. Das zeigt doch auch der 1. FCN: Was in Gladbach in Halbzeit eins geboten wurde, wäre unter Oenning, der viel falsch gemacht hat in seinen letzten Club-Monaten, auch nicht schlechter rübergekommen.

Aufgemerkt, lieber Fußballgott: Der Club braucht ein doppeltes bis dreifaches Wunder: Einerseits  möge Hannover weiter verlieren, andererseits der Club die Bayern bezwingen (und natürlich – das versteht sich von selbst – darf  die Hertha nicht aufmüpfig werden). Dann steigt meine Zuversicht, die sich derzeit den Außentemperaturen angepasst hat, wieder in angenehmere Regionen.

Dezember 10th, 2009

Erstklassige Immobilie für zweitligataugliche Truppe

Immerhin: Sollte der Club am Saisonende absteigen, ist beim Wiederauftstieg, der – so viel steht fest – unmittelbar danach folgen würde, ein schmuckes, neues Vereinsheim am Valznerweiher. Heute sind die Pläne präsentiert worden, im April rücken die Bagger an. Dann dürfte die Konsolidierung des altehrwürdigen Clubs abgeschlossen sein. Leider nur die bauliche.

Denn sportlich, das steht zu befürchten, bleibt unser Ruhmreicher eine Fahrstuhlmannschaft. Gleich, wer die Verantwortung trägt, es mag einfach nicht gelingen, den 1. FCN dauerhaft vom Tabellenkeller fernzuhalten. Der Pokalsieg 2007 hat uns Anhängern zwar kurzfristig eine andere Welt vorgegaukelt, doch längst sind wie wieder in den uns vertrauten Gestaden angekommen. Abstiegskampf pur heißt es am Samstag. Gegen das Spitzenteam des HSV muss gewonnen werden, weil gegen die Gurkentruppen aus Bochum, Hannover und Freiburg kollektiv versagt worden ist.

Samstag Abend wissen wir mehr. Gleich, ob der anschließende Glühwein auf dem Christkindlesmarkt Trost spenden mussl oder aus purer Freude über einen unverhoffenten Sieg heraus getrunken werden kann, der restliche Saisonverlauf ist vorgezeichnet: Den vergeblichen Versuchen, sportlich-teure Altlasten in der Winterpause loszuwerden (Charisteas etwa!), folgen (Not-)Einkäufe mit hohem finanziellen und sportlichen Risiko. Der Rest ist dann vom Zufall abhängig. Gelingt ein guter Start in die Rückrunde, darf gehofft werden. Ansonsten gehen die Lichten schon frühzeitig aus.

Und wenn -bleiben wir beim Schreckensszenario – Liga zwei am Ende wartet, heißt es zunächst, dass kein Geld da ist, ehe dann doch die teuren Kicker wie Pinola, Schäfer & Co gehalten werden, um den sofortigen Wiederaufstieg anzupeilen. In manchen Dingen ist unser unberechenbarer Club eben doch berechenbar. So wie die Fürther Freunde aus dem Ronhof, der bald Drrollli-Arena oder so ähnlich heißen wird. Eines werden die Teekicker in dieser Spielzeit sicher nicht: In die erste Liga aufsteigen. (Genauso wenig werden sie absteigen, da bin ich mir ganz sicher.)

Die Chance auf Derbys, in dem es um Punkte geht, stehen also in der Spielzeit 2010/11 gut. Leider. Zumindest spielen die Fürther dann zwei Mal auswärts, denn die ausgebliebenen Einnahmen aus der letzten Spielzeit schmerzen Tee-Boss Hack noch heute.