Dienstag, März 9th, 2010

Nach dem Club-Sieg Zwangspause am Feuchter Bahnsteig

Es ist mal wieder an der Zeit über unsere Freunde von der Deutschen Bahn zu schreiben: Für uns Club-Fans, die wir von außerhalb kommen,  ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an der Tagseordnung, auch wenn ich mich ab und an des Eindrucks nicht erwehren kann, dass das Unternehmen bzw. eine seiner (Nahverkehrs-)Töchter alles tut, um für den Individualverkehr zu werben. Letztmals kamen mir solche verwerflichen und völlig abseitigen Gedanken am vergangenen Sonntag.

Wo? Am Bahnhof in Feucht, bei eisiger Kälte. Wann? Als der Regionalexpresse, der von Nürnberg München via Neumarkt mit vollem Tempo am Gleis 1 um ca. 18.45 vorbeirauschte. Irgendwie hatte ich – natürlich fälschlicherweise – abgespeichert, dass jener Zug bei Club-Heimspielen einer außerplanmäßigen Halt in Feucht einlegt. Das tat er zumindest nach dem ein- oder anderen Samstagsspiel, das um 15.30 Uhr im Frankenstadion angepfiffen worden war.

Und am vergangenen Sonntag wurde die Partie gegen Leverkusen ebenfalls um 15.30 Uhr eingeläutet. Einziger Unterschied: Der Zug (siehe oben) brauste durch. Klar, eine Viertelstunde später fuhr eine Regionalbahn nach Neumarkt, die sogar so einigermaßen pünktlich kam. Und gegen 18.30 Uhr war die Perle der westlichen Oberpalz in Sichtweite. Nur eine halbe Stunde, nachdem der Regionalexpresse dort Station gemacht hatte. Es galt in der Eiseskälte – dass die örtliche Bahnhofsgaststätte bzw. eine Wärmehalle  nicht offen hatten, versteht sich von selbst – auszuharren. Gut, dass die Freude über den überraschenden 3:2-Erfolg trotz der unerwünschten Zwangspause für ein – wenn auch um kurz vor 18 Uhr schon etwas eingefrorenes – Dauergrinsen bei den Club-Fans gesorgt hat.

Der Anlass für meinen Ärger ist also vergleichweise nichtig.  Denn: Was ist schon eine halbe Stunde Verspätung mit dem Zug? Im Fernverkehr erwirbt man erst nach einer Stunde Verspätung das “Anrecht”, eine Art Entschädigungszahlung zu beantragen. Ich habe die Prozedur einmal durchgezogen, um hinterher festzustellen, dass der Aufwand (Ausfüllen des Formulars, Porto) in keinem Verhältnis zur Rückzahlung (9,50 Euro).

Trotzdem gebe ich keine Ruhe: Ich verstehe einfach nicht, warum dieser Zug nicht einen kurzen Stopp einlegt und die Dutzenden von Fahrgästen, die um 17.36 Uhr mit der S-Bahn vom Frankenstadion nach Feucht gefahren waren und von dort aus Richtung Neumarkt weiterfahren wollten, einsteigen ließ.

Irgendwie empfinde ich das als nicht sehr kundenfreundlich. Aber es wird sicherlich eine stichhaltige Begründung für diesees Verhalten geben. Im Übrigen wird ja  alles gut – falls irgendwann mal die S-Bahn von Neumarkt nach Nürnberg braust. Und falls bis dahin die Problematik der Bahnsteighöhe gelöst ist. Und falls der Club dann immer noch(oder wieder) in der ersten Liga spielt. Und falls ich dann noch zu den Zugfahrern zähle. Viele Unwägbarkeiten. Ach ja: Am Samstag fahre ich mit dem Zug nach Berlin, um den Club zu begleiten. Mal schauen, was es da zu erleben gibt. Läuft alles gut, bin ich rechtzeitig im Olympiastadion, um den Ruhmreichen anzufeuern. Falls nicht, gibt es immerhin Stoff für einen weiteren Blog-Eintrag…


Kategorie: Fans / Heimspiel
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