Archiv der Kategorie ‘Zu Besuch bei Toten’
Zu Besuch bei Toten (8): Heinrich von Kleist
Es dauert ein wenig, von Berlins touristischer Mitte an den Kleinen Wannsee zu kommen. Und es kann fast noch einmal so lange dauern, bis man dort, hinter Bäumen versteckt, ein kleines, von einem schmiedeeisernen Zaun eingefriedetes Grundstück mit Grabstein findet. Das liegt unter anderem an der miserablen Beschilderung. Einige Nachbarn haben sich bereits erbarmt und selbst ein provisorisches Hinweisschild angebracht.
Zu Besuch bei Toten (7): E.T.A. Hoffmann
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann hätte sich bestimmt darüber gefreut: Als ich – fast auf den Tag genau 190 Jahre nach seinem Tod – sein Grab auf dem Friedhof der Jerusalem- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg suche und es partout nicht finden kann, da taucht plötzlich, wie vom Himmel gefallen, ein älterer Herr zwischen den Gräberreihen auf. Etwas unheimlich die Sache, weil es schon auf den Abend zu geht.
Ob er mir helfen könne, frage ich. Ich sei auf der Suche nach dem Grab des bekannten Schriftstellers E.T.A. Hoffmann. - “Hoffmann? Meinen Sie den Gespenster-Hoffmann?” sagt er, führt mich zu dem Grab und verschwindet ebenso schnell, wie er gekommen ist.
Zu Besuch bei Toten (6): Ein Grab für Menschen, die im Leben keinen Platz gefunden haben
Aus der Ferne sieht es wie das Erbbgegräbnis einer wohlhabenden Familie aus: Marmorplatte, goldene Buchstaben, an prominenter Stelle, nahe dem Eingang, an der Friedhofsmauer gelegen. Doch wenn man etwas näher an dieses Grab auf dem Friedhof Vor dem Halleschen Tor tritt, dann fallen einem die vielen Namen auf. Jeder der etwa 30 hier beerdigten Toten hat einen anderen Nachnamen. Das kann kein Familiengrab sein.
Zu Besuch bei Toten (5): Robert Koch
Zu Besuch bei Toten (4): Marlene Dietrich
Zu Besuch bei Toten (3): Loriot
Im ersten Moment war ich erstaunt. Aber dann wurde es mir schlagartig klar: Was sollten denn bitte Verehrer auf dem Grabstein von Bernhard-Victor von Bülow auch anderes hinterlassen als Plastikenten? Neun von ihnen stehen, schön nebeneinander aufgereiht, auf dem Stein.
Zu Besuch bei Toten (2): Rio Reiser
Einen Vorteil haben Tote, sollte man meinen. Sie müssen nicht mehr umziehen. Doch auch das stimmt nicht immer, wie ein prominenter Toter auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin beweist.
Zu Besuch bei Toten (1): Bertolt Brecht
Es regnet. Aber das hält die Touristen nicht davon ab, auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof von Berlin nach IHM zu suchen. Es gibt zwar viele Gräber bedeutender Persönlichkeiten hier – Johann Gottlieb Fichte, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Heinrich Mann und Johannes Rau zum Beispiel -, aber letzlich wollen die Regenschirmträger nur zu einem.










Zu Besuch bei Toten (9): Wo Jogger und preußische Generale aufeinander treffen
Auch Friedhöfe können sterben. Wenn lange Zeit kein Mensch auf ihnen beerdigt wurde, dann entfernen sie sich immer mehr von ihrer eigentlichen Bestimmung und werden allmählich zu einem Geschichts- und Gartendenkmal. So ist es dem Invalidenfriedhof ergangen, dem urpreußischsten und umstrittensten aller Berliner Friedhöfe. Seit 1957 wurde hier niemand mehr bestattet.