Zu Besuch bei Toten (13): Hildegard Knef

Als ich das erste Mal bei ihr zu Besuch war, vor etwa zwölf Jahren, da war sie gerade erst gestorben. Einen Grabstein gab es noch nicht. Nur ein sehr bescheidenes handgeschriebenes Schild. Und ein großes Gesteck des Regierenden Bürgermeisters von Berlin. Heute sieht alles anders aus.

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Zu Besuch bei Toten (12): Theodor Fontane

 

Irgendwo da unten liegt er. Und zwar seit 116 Jahren. Doch den exakten Standort der sterblichen Überreste von Theodor Fontane kennt niemand. Kein Friedhofswärter, kein Archivar, kein Vermessungsbeamter. Denn der Friedhof II der Französischen Gemeinde zu Berlin wurde in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges schwer bombardiert und dabei regelrecht umgepflügt. Aber trotzdem gibt es heute ein Fontane-Grab.

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Zu Besuch bei Toten (10): Willy Brandt

Wenn es Peer Steinbrück im Wahlkampf mal sehr schlecht geht, dann sollte er sich von seinem Chauffeur in den Berliner Stadtteil Zehlendorf, Adresse: Wasgensteig 30, fahren lassen. Dort kann er ein paar Minuten lang stille Zwiesprache mit dem Mann von Ruhestätte Nummer 24 halten. Vielleicht hilft es ja.

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Zu Besuch bei Toten (9): Wo Jogger und preußische Generale aufeinander treffen

Auch Friedhöfe können sterben. Wenn lange Zeit kein Mensch auf ihnen beerdigt wurde, dann entfernen sie sich immer mehr von ihrer eigentlichen Bestimmung und werden allmählich zu einem Geschichts- und Gartendenkmal. So ist es dem Invalidenfriedhof ergangen, dem urpreußischsten und umstrittensten aller Berliner Friedhöfe. Seit 1957 wurde hier niemand mehr bestattet.

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Zu Besuch bei Toten (8): Heinrich von Kleist

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Es dauert ein wenig, von Berlins touristischer Mitte an den Kleinen Wannsee zu kommen. Und es kann fast noch einmal so lange dauern, bis man dort,  hinter Bäumen versteckt, ein kleines, von einem schmiedeeisernen Zaun eingefriedetes Grundstück mit Grabstein findet. Das liegt unter anderem an der miserablen Beschilderung. Einige Nachbarn haben sich bereits erbarmt und selbst ein provisorisches Hinweisschild angebracht.

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Zu Besuch bei Toten (7): E.T.A. Hoffmann

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann hätte sich bestimmt darüber gefreut: Als ich – fast auf den Tag genau 190 Jahre nach seinem Tod – sein Grab auf dem Friedhof der Jerusalem- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg suche und es partout nicht finden kann, da taucht plötzlich, wie vom Himmel gefallen, ein älterer Herr zwischen den Gräberreihen auf. Etwas unheimlich die Sache, weil es schon auf den Abend zu geht.

Ob er mir helfen könne, frage ich. Ich sei auf der Suche nach dem Grab des bekannten Schriftstellers E.T.A. Hoffmann. –  „Hoffmann? Meinen Sie den Gespenster-Hoffmann?“ sagt er,  führt mich zu dem Grab und verschwindet ebenso schnell, wie er gekommen ist.

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Zu Besuch bei Toten (6): Ein Grab für Menschen, die im Leben keinen Platz gefunden haben

Aus der Ferne sieht es wie das Erbbgegräbnis einer wohlhabenden Familie aus: Marmorplatte, goldene Buchstaben, an prominenter Stelle, nahe dem Eingang, an der Friedhofsmauer gelegen. Doch wenn man etwas näher an dieses Grab auf dem Friedhof Vor dem Halleschen Tor tritt, dann fallen einem die vielen Namen auf. Jeder der etwa 30 hier beerdigten Toten hat einen anderen Nachnamen. Das kann kein Familiengrab sein.

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