Elf Ausflüge in ein Berlin, wie es keiner kennt

DAS PARADIESGÄRTLEIN IM WESTEND

DER FROMME LADEN IN SCHÖNEBERG

DIE STRANDBAR IN MOABIT

DAS TEEHAUS IM TIERGARTEN

DIE BÄREN IN MITTE

DIE TORTEN IN FRIEDENAU

DER WASCHSALON IN MOABIT

DIE MARKTHALLE IN MOABIT

DIE THEATERKANTINE IN MITTE

DAS KAFFEEHAUS IN TIERGARTEN

DAS ZUCKERMUSEUM IM WEDDING

 

Geheime Orte in Berlin (11): Der Weltherrscher wohnt im III. Stock

Amrumer Straße 32, III. Stock, Berlin-Wedding. Eine Adresse, die nicht unbedingt nach Weltherrschaft klingt. Und dennoch ist es so. In der deutschen Hauptstadt hat man schon vor über 100 Jahren dem Zucker ein eigenes Museum gewidmet. Eine gute Entscheidung, denn spätestens nach einem kurzen Rundgang weiß jeder Besucher: Zucker regiert tatsächlich die Welt. Einst war er eine ausgesuchte Kostbarkeit, die sich nur die Reichsten leisten konnte. Man wog ihn grammweise ab und wischte noch das letzte Stäubchen auf. Heute verbraucht jeder Europäer pro Jahr 37,9 Kilogramm Weißzucker, jeder Südamerikaner sogar 52,3 Kilo. Im Museum erfahren wir auf 450 Quadratmetern, wie Zucker hergestellt wird und was man daraus alles machen kann. Auch die Legende von der Erfindung des Würfelzuckers wird bei den Führungen erwähnt und hier im Blog selbstverständlich nicht verraten. Eines der schönsten Ausstellungsstücke ist ein Modell des Brandenburger Tores aus purem Zucker (siehe untenstehendes Foto). Eine eigene Abteilung ist dem Thema „Ohne Alkohol kein Zucker“ gewidmet (Foto oben).  Im Gegensatz zum Konsum von Zucker hat der Besuch des Museums einen großen Vorteil: Man baut Kalorien ab, wenn man die Treppe in den dritten Stock hochsteigt. Und vom bloßen Anschauen von Zucker hinter Glasvitrinen wird man ja zum Glück nicht dick.

 

Weitere geheime Orte in dieser Serie:

die Kantine des Berliner Ensemble,

die Arminius-Markthalle in Moabit,

Freddy Leck sein Waschsalon,

Frau Behrens Torten,

der Bärenzwinger am Köllnischen Park,

der Englische Garten,

der Strand im Industriegebiet,

der Devotionalienladen Ave Maria,

das Georg-Kolbe-Museum mit Cafe und Garten.

Geheime Orte in Berlin (10): Jeden Moment könnte Elvis das Lokal betreten

Die 50er Jahre sind – architektonisch gesehen – aus dem Gedächtnis der Deutschen gründlich ausradiert. Damals arbeiteten unsere Vorfahren zwar heftig am Wirtschaftswunder und hatten einen hüftschwingenden amerikanischen G.I. namens Elvis Presley im Lande, aber die Bauten dieser Zeit waren offensichtlich nicht für die Ewigkeit bestimmt. Eine Ausnahme ist das Hansaviertel in Berlin, zur Internationalen Bauaustellung in den Jahren 1955 bis 1960 realisiert. Architektenstars wie Alvar Aalto, Max Taut, Oscar Niemeyer, Le Corbusier und Egon Eiermann durften sich hier austoben. Und mitten im Hansaviertel, im Erdgeschoss eines der Hochhäuser, liegt das „Café Tiergarten“. Wer es betritt, fühlt sich gut ein halbes Jahrhundert zurückversetzt. Von den Stühlen bis zu den Tischen und den Deckenlampen erinnert alles an die Fifties. Passend dazu steht im Schaufenster und über dem Tresen eine Oma-Kaffeekannen-Sammlung. Das waren noch Zeiten, als der gute Bohnenkaffee serviert wurde und niemand etwas von einem Latte Macchiato oder einem Cappuccino wusste.

An sonnigen Tagen lohnt sich ein Ausflug in das Café besonders, denn da ist die Terrasse geöffnet. Und irgendwie sitzt man hier wie auf dem Lande, obwohl doch der Große Stern gerade mal 100, 200 Meter entfernt ist. Achtung: Wer einen Kuchen ist, muss sich auf hungrige Spatzen einstellen, die auch ihren Anteil abbekommen wollen.

Weitere geheime Orte in dieser Serie:

das Zuckermuseum in Wedding,

die Kantine des Berliner Ensemble,

die Arminius-Markthalle in Moabit,

Freddy Leck sein Waschsalon,

Frau Behrens Torten,

der Bärenzwinger am Köllnischen Park,

der Englische Garten,

der Strand im Industriegebiet,

der Devotionalienladen Ave Maria,

das Georg-Kolbe-Museum mit Cafe und Garten.

Geheime Orte in Berlin (9): Schauspieler als Beilage zum Würstchen

Nur wenige Kneipen in Berlin dürften so schwer zu finden sein. Zwar kennt jeder das berühmte Berliner Ensemble am Schiffbauerdamm. Doch wer in die öffentliche Kantine des Schauspielhauses will, der muss erst einmal am Gebäude vorbei, am Pförtner vorbei und dann noch quer über einen Innenhof, um dann schließich eine schmale Kellertreppe hinabzusteigen. Dort erwartet ihn eine schlichte Kneipe mit wenig modischer Ausstattung. Zu essen gibt es Hausmannskost wie Rührei, Buletten, Würstchen, aber auch einige Hauptgerichte. Die Preise sind zivil. Das wirklich Interessante jedoch: Der Besucher hört alle Durchsagen des Inspizienten aus dem Theater nebenan mit und er begegnet immer wieder Schauspielern, die in der Kantine schnell noch etwas trinken oder ein kleines Gericht zu sich nehmen wollen. Das tun sie in voller Montur, denn in der Stunde vor Beginn der Aufführung sind sie alle schon geschminkt. Das Berliner Ensemble hat etliche sehr bekannte Gesichter zu bieten: Klaus Maria Brandauer, Jürgen Holtz, Gert Voss und Angela Winkler.

Und einer darf natürlich nie fehlen am Berliner Ensemble – weder im Repertoire mit seinen Stücken noch als Statue vor dem Theater und als Poster aus einem Werkstattfenster blickend: Bert Brecht. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tod 1956 war hier das künstlerische Zuhause des Dramatikers. Ein Großteil seiner Stücke wie „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, „Der kaukasische Kreidekreis“, „Die Dreigroschenoper“, „Die Kleinbürgerhochzeit“, „Furcht und Elend des Dritten Reiches“, „Mutter Courage“  und „Im Dickicht der Städte“ stehen im Repertoire.

Weitere geheime Orte in dieser Serie:

das Zuckermuseum in Wedding,

die Arminius-Markthalle in Moabit,

Freddy Leck sein Waschsalon,

Frau Behrens Torten,

der Bärenzwinger am Köllnischen Park,

der Englische Garten,

der Strand im Industriegebiet,

der Devotionalienladen Ave Maria,

das Georg-Kolbe-Museum mit Cafe und Garten.

Geheime Orte in Berlin (8): Wenn eine 120 Jahre alte Dame wachgeküsst wird

Ein Besuch in der Arminius-Markthalle im Berliner Stadtteil Moabit ist nicht ohne Risiken. Denn wer einmal dort eingekauft hat, dem fällt es schwer, sich später wieder in genormten Einkaufszentren und Supermärkten aufzuhalten. Unter einer großzügigen, 120 Jahre alten Dachkonstruktion mit viel verschnörkeltem Eisen, Backstein und Holz stellt sich eben ein anderes, eher französisches Einkaufsgefühl ein. Man spaziert auf der breiten Promenade, zweigt zwischendrin in die engeren Seitengänge ab, wo man Kartoffelpuffer mit Apfelmus für 1,50 Euro ebenso kaufen kann wie deutlich teurere Rotweine. Fast an jeder Ecke kann sich der Besucher hinsetzen und einen Kaffee trinken, was die Einkaufszeit natürlich erheblich verlängert.

Bis in die jüngste Vergangenheit schien es so, als ob die Arminiushalle keine große Zukunft haben würde. Es gab neben einer Drogeriekette nur ein paar Lebensmittelhändler und vor allem Trödler, die mit Gebrauchtwaren handelten. Letztes Jahr übernahmen neue Pächter das denkmalgeschützte Objekt, benannten es in „Zunfthalle“ um und sorgten für eine Grundreinigung. Nun siedeln sich nach und nach attraktivere Läden an. Ein Manufakturenkaufhaus mit Porzellan, Kaffee, Seifen, Möbeln und originellen Moabit-Souvenirs gibt es jetzt bereits. Es

Weitere geheime Orte in dieser Serie:

das Zuckermuseum in Wedding,

Freddy Leck sein Waschsalon,

Frau Behrens Torten,

der Bärenzwinger am Köllnischen Park,

der Englische Garten,

der Strand im Industriegebiet,

der Devotionalienladen Ave Maria,

das Georg-Kolbe-Museum mit Cafe und Garten.

Geheime Orte in Berlin (7): Freddy Leck sein Waschsalon

Ich hätte niemals gedacht, dass ich mir einen zeitweisen Ausfall meiner Waschmaschine wünschen würde. Seit ich „Freddy Leck sein Waschsalon“ in Berlin-Moabit kenne, ist das jedoch der Fall. Der Laden hat so gar nichts von prekären Verhältnissen. Ganz im Gegenteil. Die Trommeln drehen sich stilecht unter Kronleuchtern und den Augen eines Porträts von Königin Elisabeth II. Ein wirklich wunderbarer Waschsalon, dieses Klischee darf man nicht auslassen, in dem Kaffee serviert wird und in dem es selbst hergestelltes Waschmittel zu kaufen gibt (mit  Editionen für „Jungs und Männer“,  für „Mädels und Frauen“ und für Babys). Zwei bis drei Stunden Aufenthalt? Das ist hier wirklich kein Problem. Fotos: Baumer

Weitere geheime Orte in dieser Serie:

das Café Tiergarten,

die Kantine des Berliner Ensemble,

die Arminius-Markthalle in Moabit,

Freddy Leck sein Waschsalon,

Frau Behrens Torten,

der Bärenzwinger am Köllnischen Park,

der Englische Garten,

der Strand im Industriegebiet,

das Zuckermuseum in Wedding,

der Devotionalienladen Ave Maria,

das Georg-Kolbe-Museum mit Cafe und Garten.

Geheime Orte in Berlin (6): Leckerschmecker mit Literaturnobelpreisträgerin

Schon der Name: „Frau Behrens Torten“. Das klingt doch nicht nach einem Geschäft, in dem Waren verkauft werden. Eher schon nach einer reizenden Nachbarin, die bei sich daheim in der Küche köstlichen Kuchen backt und einem ab und zu ein Stück auf einem blumenverzierten Porzellanteller auf die Fußmatte stellt. Tatsächlich sehen die Torten in dem winzigen Laden wie wertvolle Einzelstücke aus. Ob es sich nun um die Brombeer-Erdbeer-Torteletts, den Schoko-Ingwer-Kuchen oder die Rhabarbertorte handelt. „Frau Behrens Torten“ ist kein klassisches Kaffeehaus, denn Sitzplätze gibt es nur draußen. Kaufen und mitnehmen kann man das Gebäck allerdings ganzjährig.

Wer etwas Glück hat, der begegnet so wie ich auf der Straße bei seinem Anmarsch zu „Frau Behrens Torten“ der berühmtesten Frau, die der Berliner Stadtteil Friedenau zu bieten hat. Eine zarte, fast immer in dunklen Farben gekleideten Dame: Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Sie wohnt nicht allzu weit entfernt.

die Kantine des Berliner Ensemble,

die Arminius-Markthalle in Moabit,

Freddy Leck sein Waschsalon,

der Bärenzwinger am Köllnischen Park,

der Englische Garten,

der Strand im Industriegebiet,

das Zuckermuseum in Wedding,

der Devotionalienladen Ave Maria,

das Georg-Kolbe-Museum mit Cafe und Garten.

Geheime Orte in Bärlin (5): Schnute ist fast so wichtig wie Wowereit

Zu Knut kommen sie alle. Der berühmteste Eisbär der Welt lockt nach wie vor täglich Hunderte von Touristen in den Zoologischen Garten der Hauptstadt. Dabei ist Knut, das muss man gelegentlich mal  sagen, bei weitem nicht der wichtigste Bär von Berlin. Der heißt ganz anders, ist ein Braunbär und lebt viel unauffälliger in der nicht gerade schicken Gegend am Köllnischen Park.

Name: Schnute. Geschlecht: weiblich. Alter: 29. Das sind die wesentlichen Daten der offiziellen Berliner Stadtbärin – also einer Art Wowereit unter allen Bären der Hauptstadt. Sie ist nicht etwa in einem der beiden Tiergärten Berlins untergebracht, sondern hat gemeinsam mit Tochter Maxi ihren eigenen Zwinger am Rande eines kleinen Stadtparks im Bezirk Mitte. Warum das? Seit dem Jahr 1280  ist der Bär das Wappentier von Berlin – und da kam man 1939,  zur 700-Jahrfeier der Stadt, auf die Idee, einen eigenen Bärenzwinger am Köllnischen Park einzurichten. Also etwa an der Stelle, an der Berlin einst gegründet worden war.

Seitdem hat der Zwinger diverse Bärengenerationen kommen und gehen sehen. Die offiziellen Stadtbären, die jeweils mit Partnern und/oder Kindern hier lebten, hießen Urs, Nante, Taps und Thilo. Schnute könnte die letzte Berliner Stadtbärin sein, denn immer mehr Tierschützer fordern eine Schließung der Anlage. Sie sei zu klein und biete den Bären nur jämmerliche Bewegungsmöglichkeiten, sagen sie.

Wer also in den nächsten Monaten in die Hauptstadt kommt, der sollte noch einmal einen Abstecher zu den Stadtbären machen, die dort liebevoll gepflegt werden. Am schönsten ist es, wenn man sie bei der Fütterung erwischt. Auf dem Speisezettel der Berliner Bären stehen unter anderem Äpfel, Birnen, Orangen, Fluss- und Seefische, Blumenkohl, Tomaten, Honig, getrocknetes Brot, Rindfleisch und Geflügel.   (Fotos: Baumer)

 

 

 

WEITERE GEHEIME ORTE IN BERLIN:

die Kantine des Berliner Ensemble,

die Arminius-Markthalle in Moabit,

Freddy Leck sein Waschsalon,

Frau Behrens Torten,

der Englische Garten,

der Strand im Industriegebiet,

das Zuckermuseum in Wedding,

der Devotionalienladen Ave Maria,

das Georg-Kolbe-Museum mit Cafe und Garten.