Eine Reise durch die Nacht mit Wladimir Kaminer

Jeder, der in Berlin wohnt, hat seinen Onkel Wanja. Oder gleich mehrere davon. Das sind Verwandte/Bekannte, die aus allen Teilen der Welt anreisen, um sich wenigstens einmal im Leben die deutsche Hauptstadt zeigen zu lassen. Der (Wahl-)Berliner muss ja schließlich wissen, wo es interessant oder wenigstens typisch ist, denken die Gäste.

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Wäre es vorstellbar, dass ein Buch erscheint, dessen einziger Inhalt die Beschimpfung von Köln, Frankfurt oder Hamburg ist? Eher nicht. Die einzige Stadt, die in Deutschland so sehr gehasst (und natürlich auch geliebt) wird, dass man genügend literarische Zitate als Beweis anführen kann, ist Berlin. Ein paar schöne Beispiele:

„Berlin macht auf mich im allgemeinen den widrigsten Eindruck: kalt, geschmacklos, masiv – die richtige Kaserne; und die lieben Preußen mit ihrer Arroganz, als hätte jeder den Stock geschluckt, mit dem man ihn einst geprügelt!“ – Rosa Luxemburg, 1898

„Die Gerüche Berlins sind nicht geeignet, den Fremden anzuziehen. Sie erwecken nur Übelkeit, während die Gerüche von Wien und Paris auf abgestumpfte Riechorgane einen gewissen prickelnden Reiz ausüben.“ – Victor Tissot, 1875

„Was die Leute hier quatschen, ist unheimlich.“ – Robert Walser, 1908

„Das Grausenerregende, Schreckliche wird gewagt: Wohnen in Berlin.“ – Karl Gutzkow, 1869

„Stellen Sie sich ein Genf vor, das in einer Sandwüste verloren ist, und Sie haben eine Idee von Berlin. Es wird vielleicht eines Tages die Hauptstadt von Deutschland werden, aber immer wird es die Hauptstadt der Langeweile sein.“ – Honoré de Balzac, 1843

„Berlin vereint die Nachteile einer amerikanischen Großstadt mit denen einer deutschen Provinzstadt.“ – Kurt Tucholsky, 1926

Alle Zitate aus: „Berlin ist das Allerletzte. Absagen in höchsten Tönen“, Herausgegeben von Detlef Bluhm und Rainer Nitsche, Transit Buchverlag, 135 Seiten, 14,80 Euro