Ich nehme mein Auto in Zukunft mit in die Wohnung

Bloß nicht zu lange parken und Wurzeln schlagen!

Bloß nicht zu lange parken und Wurzeln schlagen!

Es ist ein ziemlicher Schock, wenn man von einer kurzen Flug- oder Bahnreise nach Hause zurückkehrt und sein am Straßenrand geparktes Auto nicht mehr findet. Das ist mir vor kurzem passiert. Die ersten Gedanken: Hat jemand das Auto gestohlen? Bist du jetzt schon so vergesslich, dass du nicht mehr weißt, wo du geparkt hast? Alles falsch. Es lag an etwas anderem.

Ich war nur fünf Tage lang unterwegs gewesen. Und das ist nach Überzeugung unserer Rechtsprechung zu viel. Denn es gibt eine Regel, die ich bis dahin nicht kannte: Man darf sein am Straßenrand geparktes Auto nur für 72 Stunden unbeaufsichtigt lassen. Auch wenn der Stellplatz zum Zeitpunkt des Parkens völlig unverdächtig scheint. Denn es kann geschehen, dass zum Beispiel das Grünflächenamt auf die Idee kommt, Straßenbäume beschneiden zu lassen. Dann wird ein vorübergehendes Parkverbot erlassen – und dazu reichen nur drei Tage Vorlauf.

Ein Anruf bei der Polizei half mir schließlich weiter. Der Beamte wusste, dass mein Auto während meiner Abwesenheit nicht gestohlen, sondern „umgesetzt“ worden war. Ein Transporter hatte es aufgeladen und einige 100 Meter weiter (an einem anderen Parkplatz) abgestellt. Die Kosten dafür: 146,69 Euro. Zu bezahlen von mir, klar. Wegen der Behinderung von Baumarbeiten.

Und wie stellen sich es Gerichte eigentlich vor, wenn jemand mal für einige Zeit ins Krankenhaus muss und nicht über einen privaten Stellplatz verfügt? Oder wenn jemamd auf Reisen geht und ja schließlich nicht mehr tun kann, als einen legalen Parkplatz am Straßenrand zu suchen. Falsch gedacht, sagen die Gerichte. Entweder man findet jemanden, der für einen regelmäßig nachsieht, ob Haltverbotsschilder aufgestellt wurden. Oder man sucht sich einen Platz, auf dem nichts passieren kann (Parkhaus, Privatgrundstück). Der ist aber gar nicht leicht zu finden.

Ich wäre dafür, die Vorwarnfrist wenigstens auf eine Woche auszudehnen. Drei Tage scheinen mir allzu kurz.

2 Kommentare in “Ich nehme mein Auto in Zukunft mit in die Wohnung

  1. Wo liegt der Unterschied zwischen ein Auto–wie bei dir Harald–das länger da steht und/oder verschiedene Autos die einem nach dem anderen den gleichen Parkplatz besetzen…jedem möglicherweise nur zwischen ein paar Stunden und drei Tage dort gestanden wäre. Die sind auch im weg, oder? Logischerweise müssen alle zahlen sollen wegen Arbeitsverhinderung, oder?

  2. Das läuft so ab: Die stellen zum Zeitpunkt x die Halteverbotsschilder auf – und ab dann gelten dann die 72 Stunden Vorlauf. Ich hatte deswegen keine Chance, weil die Schilder ja erst aufgestellt wurden, nachdem ich schon geparkt hatte. Wäre ich später dort erschienen, also innerhalb der 72 Stunden, hätte ich die Schilder gesehen und nicht geparkt.

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