Was hat eigentlich Konrad Adenauer am 1. Februar 1963 gemacht?

Falls jemanden interessieren sollte, was der erste Kanzler der Republik vor 50 Jahren getan hat, dann gibt es nun gute Chancen auf eine rasche Antwort. Denn der Deutsche Bundestag bietet einen neuen Service: Man kann online die gesamte Parlamentsgeschichte recherchieren. Kostenlos. Ohne besonderen Antrag. So lange man will.

Alle Plenarprotokolle und alle amtlichen Bundestagsdokumente seit dem Jahr 1949  wurden eingescannt. Große Momente der Parlamentsgeschichte (Europäische Einigung, Wiederbewaffnung, SPIEGEL-Affäre, Ostverträge…) sind nun nachzulesen. Besonders reizvoll: Manchen Dokumenten (siehe oben) sieht man den Zahn der Zeit an. Ab und zu ein Riss im Papier, hier und dort eine Kritzelei. Das ist fast so, als ob man selbst in den Archiven blättern würde.

Insgesamt liegen 1,25 Millionen Seiten vor.  Das Bundestagsarchiv lässt hitzige Debatte und Zwischenrufe wieder aufleben. Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen den Bundestagssitzungen von früher und von heute? Peter Land, Referent in der Parlamentsdokumentation, formulierte es bei der Vorstellung der Suchmaschine so: „Die Sprache war verblüffend direkt – kurz und knackig.“ Die Zahl der Drucksachen pro Legislaturperiode hat sich seit den Anfängen vervierfacht, von 3000 auf 12.000.

Ach ja, was hat nun Konrad Adenauer am 1. Februar 1963 gemacht? Zumindest eines wissen wir: Er hat dem Parlamentspräsidenten einen Bericht über die Lage der Landwirtschaft übersenden lassen. Nicht sehr spannend. Dann schon lieber die Sitzung vom 24. Juni 1976, als der SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner den CDU-Abgeordnete Jürgen Wohlrabe als „Sumpfblüte“ und „Übelkrähe“ bezeichnete.