Dienstag, Mai 1st, 2012 von Harald Baumer

Die süßeste Versuchung, die es in der deutschen Hauptstadt jemals gab

Wenn sie “Berlin” hören, denken die meisten Menschen an den Fernsehturm am Alexanderplatz, an das Brandenburger Tor, den Potsdamer Platz. Alles nicht gerade Orte, an denen einen die unverfälschte Natur anbrüllt. Und doch: Die Hauptstadt kann uns in dieser Hinsicht immer wieder überraschen. Zum Beispiel mit einer überaus süßen Versuchung.

In Berlin leben nicht nur Kanzlerin und Bundespräsident, sondern auch über 3000 Bienenvölker, die von über 500 Imkern betreut werden. An den verrücktesten Orten, etwa auf dem Dächern des Doms, des Abgeordnetenhauses und (sehr passend) des Naturkundemuseums wird seit einigen Jahren Honig produziert. Manche sagen, das sei die produktivste Arbeit, die z. B. im Abgeordnetenhaus jemals geleistet wurde.

Viele Hauptstadt-Imker haben sich inzwischen zu einem Vertriebsverbund zusammengeschlossen. Unter dem Logo “Berliner Honig” verkaufen sie in Lebensmittelläden drei verschiedene Sorten (Frühling, Sommer, Hauptstadtlinde). Und auf dem Boden des Honigglases kann der Verbraucher sehen, von wem genau die Ware stammt. Bei mir zum Beispiel war es der Imker  Philipp aus Steglitz. Wie ich mich auf der Homepage überzeugen konnte, ist er Herr über 50 Völker und musste schon in seiner Heimat Sibrien den Eltern bei der Bienenzucht helfen.

Der angesagtere Fachausdruck als Bienenzucht lautet übrigens “Urban Beekeeping”. So kann man auch das hippe Jungvolk aus den Szenevierteln ansprechen, denn auf Hinweise in deutscher Sprache reagieren die Herrschaften häufig gar nicht mehr. Es soll dank leistungsfähiger und wenig aggressiver Züchtungen gar nicht so schwer sein, ein Imker zu werden. Im Netz werden Startersets angeboten und der Berliner Imkerverband hilft bestimmt auch mit guten Tipps.

 

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Kategorie: Stadtleben
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2 Kommentare

Mai 3, 2012
Bernd K.

Marketing ist alles. Die Preise sind Weltstadtniveau.


Mai 3, 2012
Harald Baumer

Das Marketing ist tatsächlich sehr ausgefeilt, die Preise auch. Dafür kennt man dann die Biene, die einem den Honig beschert hat, persönlich…



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