Adieu, Kuschelflughafen!

Flughafen Tegel

Flughafen Tegel

Heute habe ich Abschied genommen. Zugegeben, ich bin etwas früh dran, denn der Flughafen Berlin-Tegel schließt erst in drei Monaten. Aber ich bin nicht gerade Vielflieger und werde – voraussichtlich – nicht mehr dort starten oder landen. Deswegen jetzt schon in aller Form: Tegel, es war jut mit Dir. Bei optimalem Verkehrsfluss brauchte ich von der Wohnung in Moabit bis zum Gate keine 15 Minuten. Nach Schönefeld wird sich das mindestens verdoppeln. Ganz abgesehen davon, dass Du günstig gelegen warst, warst Du auch ein Kuschelflughafen. Überschaubar, mit geringen Entfernungen von Gate zu Gate, ohne die Weit- und allerdings auch ohne die Weltläufigkeit von Frankfurt und München. In Deiner Fluggastfreundlichkeit wurdest Du nur noch von Berlin-Tempelhof übertroffen. Den habe ich übrigens vor einigen Jahre auch mit zu Grabe getragen. Jetzt sitze ich in der Eingangsschleuse zum Flugzeug (siehe Foto). Mein Flugzeug ist noch etwa 20 Meter von mir entfernt. Und etwa 40 Meter von meinem jetzigen Platz wurde ich mit dem Auto abgesetzt. Weniger als 100 Meter vom eigenen Pkw zum Flugzeug – das kennt man sonst nur von Buschflughäfen. Und bald aus dem Berliner Geschichtsbuch. Tschüss, Tegel!

Nachtrag, 5. März 2015: Jetzt liegt dieser Bericht drei Jahre zurück – und der Flughafen BER hat immer noch nicht eröffnet. Ich bin seitdem etliche Male vom „Kuschelflughafen“ Tegel aus geflogen, von dem ich mich etwas voreilig verabschiedet hatte.

5 Kommentare in “Adieu, Kuschelflughafen!

  1. Vorbei die Rundflüge überm Stadtzentrum…
    Bei meinem letzten Flug nach Tegel 1983 konnte ich noch von oben den Dschungel am Bahnhof Gesundbrunnen fotografieren.

  2. Wow! So dramatisch dürfte sich in einem Vierteljahrhundert keine andere Stadt in ganz Europa verändert haben.

  3. Eine interessante Zusatzfrage. Nachdem die Berliner nicht einmal wissen, was sie mit Flughafen und Gelände überhaupt anfangen sollen, ist wohl auch das nicht geklärt.

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