Ein Spaziergang in der Stadt der brennenden Autos
Zwei Mal war ich in den vergangenen Tagen zu Fuß in meinem engeren Wohnumfeld unterwegs, zwei Mal bin ich am Straßenrand auf ausgebrannte Autos gestoßen (siehe Fotos oben und unten). Nun kann man sagen: blöder Zufall. Man kann aber auch sagen: Es ist gar kein so großer Zufall, in Berlin auf ausgebrannte Autos zu treffen. Denn fast jede Nacht machen sich irgendwelche Kriminellen auf den Weg, um Pkw anzuzünden. Es handelt sich nicht immer um Luxuslimousinen. Den Tätern, häufig aus dem linksextremen Umfeld, reicht schon der Mercedes-Stern auf einem Wagen – und sei es auch nur eine harmlose A-Klasse. Im Internet gab es mal den Versuch, alle Brandanschläge in Berlin aufzuzeichnen, doch nach 633 registrierten Fällen in dreieinhalb Jahren reichte es den Initiatoren offensichtlich. Für die Polizei ist es sehr schwer, den Brandstiftern auf die Spur zu kommen. Sie kann ja schlecht alle Nebenstraßen, in denen Autos parken, mit einem Beamten sichern. Ach, übrigens: Alleine in der Nacht zum heutigen Mittwoch brannten laut Polizeimeldung sechs Autos in den Stadtteilen Moabit und Friedrichshain.
Wenn man die Fahrzeuge dazu rechnet, die Feuer fingen, weil sie neben den angezündeten Autos standen, dann kommt man heuer bisher auf 120 Pkw.
Das Jahr hatte bis heute 158 Tage.
4 Kommentare
Bekennerschreiben gibt es kaum. Polizei und LKA machen trotzdem für etwa die Hälfte der Brandanschläge auf Autos das linksextreme Umfeld verantwortlich. Warum? Erstens: Unter den Erwischten bzw. später Verurteilten finden sich immer wieder Mitglieder linksradikaler Gruppen. Die Szene lässt auch Sympathien erkennen. Zweitens: Die Ziele der Brandanschläge, öfter mal die Dienstwagen global agierender Konzerne oder sehr teure Fahrzeuge, deuten darauf hin. Kriminologen sagen aber auch, dass ein erheblicher Teil der Pkw-Anschläge nicht politisch motiviert sei.
Danke für die Antwort!
Outstanding info once again! Thanks;)



Woher weiß man das eigentlich mit dem “linksextremen Umfeld”? Gibt’s Bekennerschreiben oder ist das Hörensagen?