Darf der Chef der Obdachlosenhilfe einen Dienst-Maserati fahren?

Der Chef der Berliner Treberhilfe (Treber bedeutet so viel wie Obdachloser) ist ein schillernder Mann. Er trägt gerne einen Hut, Modell Borsalino, und er gibt sein Alter laut Lokalzeitung wie eine in die Jahre gekommene Filmdiva mit „Ende 40“ an. Das alles  geht natürlich nur ihn selbst etwas an – im Gegensatz zu einer anderen Eigenheit, die vor einiger Zeit bekannt geworden ist: Er lässt sich in einem besonders edlen Dienstwagen,  einem Maserati, chauffieren. Das ist eine der teuersten serienmäßig hergestellten Limousinen, die es gibt – Rolls Royce,  Maybach und ein paar andere mal ausgenommen.

Aufgefallen war die Angelegenheit, weil genau dieses Fahrzeug auf einer Landstraße geblitzt worden war. Und nun diskutiert Berlin darüber, ob der Geschäftsführer einer gemeinnützigen Organisation, die sich um die Ärmsten in unserer Gesellschaft kümmern soll,  ein derart luxuriöses Auto fahren darf. In der Grundausstattung kostet ein Maserati Quatroporte (400 PS) weit über 100.000 Euro.

Der Chef der Treberhilfe sieht darin kein Problem. Immerhin handle es sich bei seiner Einrichtung um eine Art mittelständisches Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern und einem Umsatz von 15 Millionen Euro. Da sei solch ein „repräsentatives Dienstfahrzeug“ durchaus üblich, schließlich zähle das Gefährt auch zum Vermögen der Organisation.

„Unangemessen“. So nennt der Bund der Steuerzahler die Anschaffung des Maserati. Schließlich werde die Treberhilfe durch durch öffentliche Gelder finanziert. Man kann nur Hoffen, dass ein gewisser Guido W., Experte für altrömische Dekadenz, nichts von der Sache erfährt.