HF3: Die Rückkehr des Biests

Foto: Sportfoto Zink/Matthias Winter

Was haben uns diese 76 Minuten 42 Sekunden ein weiteres Mal gelehrt? Welch großartiger Sport dieses Eishockey ist. Und sonst? Tiefen Respekt vor jedem einzelnen Spieler. Also auch vor Brandon Prust. Und auch vor Tyler Haskins. Das Schauspiel, das uns diese Männer alle zwei, drei Tage bieten, ist in seiner emotionalen Wucht durch nichts zu übertreffen. Für solche Spiele braucht es Hilfsbegriffe wie „Krimi“ und „Thriller“ – und doch ist keines dieser Worte stark genug, um auszudrücken, welche Kraft 76 Minuten und 42 Sekunden Eishockey haben können. „Liebe“ ist noch so ein oftmals vorschnell verwendeter und im Sport noch dazu unpassender Begriff. Doch wie soll man nennen, was am Ende immer bleibt für dieses Spiel? (Keine Sorge, nach dem Klick wird es weniger schwülstig) Weiter lesen

19/52: Guter Grizzly, böser Grizzly

Foto: Steffen Oliver Riese

Foto: Steffen Oliver Riese

Da ist also dieser namenlose Gegner, der erfolgreich ist, aber nicht ernst genommen wird, so lange er nicht aus das letzte Spiel der Saison gewinnt und der es sich derweil zur Aufgabe gemacht hat, einen bestimmten Gegner zu demoralisieren; der immer an der Grenze des Erlaubten agiert und so oft auch darüber hinaus, dass er Schiedsrichter beeinflusst, ja, manipuliert; der in den wirklich wichtigen Spielen unbesiegbar ist; und der sich auf drei, vier Personen reduzieren lässt. Lange Zeit war das Mannheim für die Ice Tigers, doch in den letzten Jahren ist der EHC Wolfsburg an diese Stelle getreten und mit Pavel Gross, Tyler Haskins und Jeff Likens. Für die Fans mag diese Rivalität schmerzhaft sein, für den Klub ist sie langfristig ein Gewinn – für neutrale Beobachter ist sie es auch kurzfristig schon. Intensiver als dieses 4:2 geht es im November kaum.  Weiter lesen

Spiel vier: Sieh mal, Tyler, da liegt der Puck

Sportfoto Zink/Matthias Winter

Sportfoto Zink/Matthias Winter

Ein Stehplatz in einem Playoff-Heimspiel in Nürnberg: 18 Euro. Ein Stehplatz in einem Playoff-Heimspiel in Wolfsburg: 21 Euro. Zu sehen, wie David Steckel in all seiner Liebenswürdigkeit dem kurze Zeit etwas verloren wirkenden Tyler Haskins zeigt, wo genau der Puck liegt, nachdem ihn Sasa Martinovic zum 5:4 ins Tor des EHC Wolfsburg geschossen hat: unbezahlbar. Weiter lesen

Spiel zwei: Das Pech des Tüchtigen

Foto: Roland Fengler

Foto: Roland Fengler

Casey Borer wurde in Viertelfinalspiel fünf durch einen late hit von Denis Schevyrin aus dem Spiel genommen. Seitdem hat er 195 Minuten Eishockey verpasst. Gerrit Fauser blutete das Ohr nachdem er Patrick Reimer geschubst hat. Seitdem hat er keine Minute Eishockey verpasst. Schevyrin bekam keine Strafe, Reimer fünf Minuten plus Spieldauer. Merkst du was, Deutsche Eishockey-Liga? Merkst du, dass es an der Zeit ist, die Interpretation von Regel 143 II und 143 III zu überdenken? Aber, widmen wir uns Erfreulicherem zu: Die Thomas Sabo Ice Tigers brauchen nach dem 1:3 weiterhin nur vier Siege, um wieder einmal ins Finale einzuziehen. Weiter lesen

Spiel eins: Playoff-Pause

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Es sind wohl noch immer Playoffs. Zumindest behauptet das die Deutsche Eishockey-Liga. Es fühlt sich aber nicht mehr an wie Playoffs. Stimmung wie einst beim Wurmbergpokal und eine Nürnberger Mannschaft, die schon irgendwie wollte, aber wohl nicht mehr konnte, die auf auf dieses 2:6 aber immerhin völlig unbeeindruckt reagierte. Der Höhepunkt des Tages verrät alles über diesen unerfreulichen Ausflug nach Wolfsburg: Wir waren in Pissen. Weiter lesen

Spiel 22: Alle für die Zehn

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Das schönste Foto zu diesem 1:3 gegen den wie immer grandios nervenden EHC Wolfsburg wird man auch nach dem Klick leider nicht zu sehen bekommen (ich war bereit, mein Smartphone nicht): Rob Wilson hatte soeben ein paar seltene Interviews nach dem Spiel genossen, als ihm ein Mobiltelefon von der Südtribüne gereicht wurde. Es entstand ein sehr wahrscheinlich großartiges Selfie (unten: ein ob der Aufgabenstellung leicht überforderter, dennoch grinsender Wilson; oben: Jungs, ange…, be…, rotzevo…, Jungs eben, die trotzdem bester Laune waren). Es gibt also Menschen, die diese Niederlage in guter Erinnerung behalten werden – Philip Lehr zählt ganz offenbar auch dazu. Weiter lesen

Spiel 32: Pavel Gross hat immer recht

War ja klar. Eishockey am Tag vor Heiligabend und Nürnberg, das hat noch nie zusammengepasst. Wer erinnert sich nicht an das verkrampfte 0:1 vor 16 Jahren gegen den EV Landshut, dessen einziger Höhepunkt der Faustkampf zwischen Greg Evtushevski Dean Evason und Johnny Craighead war? Ich. Allerdings nutze ich in meinem jetzigen Zustand (Spätfolgen einer angemessen fiesen Redaktionsweihnachtsfeier) jeden fremden Gedanken für eine sinnfreie Hinführung zu einem Text, der erklären soll, warum diese Ice Tigers diesem EHC Wolfsburg so derart unterlegen sind (und der daran grandios scheitern wird). Weiter lesen

Spiel 16: Tiere, Tore, Sensationen

Die Schiedsrichter, die Funktionäre, die Fans, das Spiel an sich, die eigene Wahrnehmung, hab ich schon die Schiedsrichter erwähnt?, Linienrichter, natürlich der Modus, ja, die Playoffs – in der Deutschen Eishockey-Liga wird man von allem und jedem ständig und andauernd enttäuscht. Nur auf Mnnhm, also die Spiele gegen Mnnhm, kann man sich immer verlassen. Auch Spiel 107 bot Checks (zumindest ein paar), Tiere (Adler, Eistiger), Tore (eins zu viel), Fehlentscheidungen (wenige, aber entscheidende) und, jawohl, Sensationen: Weiter lesen

Spiel sechs: Und es war Sommer

Da dachte ich doch tatsächlich, dass die Geschichte dieses Jahrgangs noch nicht auserzählt ist. Vielleicht sollte ich nicht so viel denken. Also schreibe ich, wieder einmal auf dem Rückweg von Wolfsburg, vorbei an Myriaden von roten Windradlichtern, an Schönleben, Wanzleben und hier leben, nein danke. Dieses Drei-Acht war bitter und trotzdem sticht dieses Viertelfinal-Aus aus der reichhaltigen Nürnberger Geschichte an Play-off-Enttäuschungen heraus. Weiter lesen

Spiel fünf: Thanks, Tadd Tuomie

Was für ein Spiel. Das hat er gesagt. Nach 90 Minuten Play-off-Eishockey und 34 Sekunden Fußball. Nach einem Ende, das bitterer kaum sein kann. Und gelächelt hat er, als hätte er soeben erfahren, dass das mit dem ewigen Leben im Paradies doch alles stimmt. Wer Tray Tuomie an diesem Sonntagabend in Wolfsburg erlebt hat, der zweifelte keine Sekunde daran, dass die Thomas Sabo Ice Tigers irgendwann im Laufe des 29. März ins Halbfinale einziehen werden. Ein Blog-Eintrag über einen entspannten Play-off-Abend und was Tadd Tuomie damit zu tun hat.  Weiter lesen