VF3: „Meinst du das ernst?“

Foto: Matthias Winter/Sportfoto Zink

Es ist nicht davon auszugehen, dass der knuddlige Typ vom Radio wusste, wie gefährlich ihm dieser Mann mit dem eisigen Blick wirklich werden konnte. Aber er ahnte schon, dass seine Mami wieder einmal im falschen Moment angerufen hatte. Michael Stewart, der sämtliche Strafbankwärter zwischen Las Vegas und Villach beim Vornamen kennt, hatte jedenfalls gerade begonnen, sich darüber auszulassen, dass wohl niemand gedacht hätte, dass wir alle an diesem Sonntagnachmittag bereits im ersten Drittel fünf Tore sehen würden, da klingelte ein Telefon. Und zum ersten Mal in dieser Serie bekam man auch weit abseits der Eisflächen einen Eindruck davon, wie sehr die Beteiligten während der Playoffs unter Druck stehen. „Meinst du das ernst?“, fragte also Augsburgs Cheftrainer mit jener Grabesstimme, mit der er einst die härtesten Jungs der AHL, IHL, DEL und EBEL zum Tanz aufgefordert hatte, in die Ecke des Pressekonferenzraums, wo sich ein junger Journalist dafür verfluchte, sein Handy nicht lautlos gestellt zu haben. Für den Blick, mit dem er den bemitleidenswerten Störenfried danach noch mehrmals zu verfluchen versuchte, hätte Stewart einst vorsorglich schon zwei Minuten bekommen. Und auch da galt wieder, was die Kollegen von Telekom Eishockey treffend in einen Hashtag gestanzt hatten: Playoffs sind die #geilsteZeit. Gerade nach einem so wechselhaften zweiten Sieg in einem engen Playoff-Viertelfinale. Weiter lesen

Das Zeugnis, die Nachlese

Wie immer gilt, allzu ernst sollte man das nicht nehmen. Und: Spaß macht es trotzdem. Vielen Dank allen, die sich beteiligt haben, es ist jedes Jahr ein Fest, diese liebevollen Texte zu lesen. Zumindest aus der DEL kenne ich das kein zweites Mal. Wer klickt, weiß, wie die Fans die Thomas Sabo Ice Tigers nach der Hälfte der Saison beurteilen. Weiter lesen

27/52: Von Augsburg bis Zeugnis

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Über den positiven Einfluss von DEL-Spielen auf die Gesellschaft wurde bislang viel zu selten geschrieben. Wo, wenn nicht hier, sollen wir das nachholen? Man stelle sich also vor, all die Menschen (Männer), die an diesem Sonntagnachmittag den Schiedsrichtern all ihren Hass und ihre generelle Unzufriedenheit entgegengespien hatten, wären nicht in den Genuss dieser kollektiven Schreitherapie gekommen? Wo hätten sie sich abreagieren können, natürlich auf Facebook – im besten Fall. So durften sie zufrieden sein, mit sich und ihrer überlegenen Sicht auf das Spiel und nach dem 3:2 gegen den Augsburger EV ein wenig vielleicht auch mit ihrer Mannschaft. Weiter lesen

Spiel fünf: Dann eben wie 2007

Das lange Warten nach dem schnellen Tor: Die Spannung schien sich mit jeder Minute zu potenzieren. Spannung hoch zwei hoch 59 (wer hier einen Mathe-Blog erwartet hat, weiß spätestens jetzt, dass er sich verklickt hat), oder so. Umso befreiender war der Jubel, als tatsächlich klar war, dass es tatsächlich Scott Kings eher zufälliger Treffer war, der den Ice Tigers zum zweiten Mal seit 1999 den Weg ins Finale geebnet hatte. Das 1:0 vom Karsamstag 2007 war vielleicht das spannendste Ice Tigers-Spiel in der Arena. Und wann findet Spiel sechs in der Viertelfinalserie gegen Iserlohn statt? Genau. Weiter lesen

Spiel 27: Dr. Jiranek und Mr. Hyde

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Ein preiswerteres Produkt war auf der Schiefertafel nicht zu finden, also hat der Eishockey-Profi dem Journalisten eine Bio-Limo ausgegeben. Portemonnaie vergessen, besser als das Gespräch nicht aufzuzeichnen, was auch schon passiert ist. Peinlich war es dennoch. Der Eishockeyprofi hat trotzdem viel erzählt und viel offenbart über ein Leben, das auf Facebook, Twitter, Online-Portalen und in der Zeitung ständig ausgeleuchtet und bewertet wird. Das war nicht nur spannend, das war vor allem ein Anlass, die eigene Arbeit mal wieder zu überdenken – ein paar Tage nach der Anfertigung eines Zwischenzeugnisses hätte der Zeitpunkt besser nicht sein können. Die Bewertung dieses ziemlich fiesen 6:4 gegen Augsburg fällt an dieser Stelle entsprechend milde aus. Die Rolle des bad cop hatte an diesem ohnehin der Sportdirektor der Thomas Sabo Ice Tigers übernommen. Weiter lesen

Spiel 26: Die Tücken der Aufklärung

Icetigers Nürnberg - ERC Ingolstadt

Ich hätte da wieder einmal eine Bitte an den Arena-DJ: Ja, „Schade, wie kann das passieren?“ ist tatsächlich so etwas wie ein deutscher Eishockey-Song mit wunderbaren Bezügen zum Nürnberger Kapitän und die Toten Hosen sind natürlich ohnehin großartig (unhörbar, aber großartig). Aber mittlerweile wäre ein anderer Soundtrack zu den Heimniederlagen der Ice Tigers ganz nett (solltest du Kipin Kapin verschlampt haben, sag Bescheid). Vor allem, weil es nach dem 2:4 gegen den ERC Ingolstadt so aussieht, als sollten wir dieses Lied in dieser Saison noch des öfteren hören müssen.

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