CHL6: Kein Mitleid (unfuckingglaublich)

Foto: Thomas Hahn/Zink

Was für eine grandiose Sportgeschichte: Eine Mannschaft startet ihre Europareise als denkbar größter Außenseiter, wird von ihren Kontrahenten als Punktelieferantin gesehen, weil sie außer gescheiterten Draftpicks (Deschamps, Brodeur), französischen Zweitliga-Topscorern (Caron), französischen Nationalspielern, aber nicht den prominenten (Lamperier), vermeintlich ausgebrannten Routiniers (Roy, Thinel, Miklik, Koivisto) und einem slowenischen Ersatznationaltorhüter nur wenig bieten kann. Dann gelingt es dieser Mannschaft, die Niederlagen knapp zu halten, bis sie gegen eine tschechische Spitzenmannschaft überrascht und sich danach nicht mehr umschaut. Gegen den weit unter seinen Möglichkeiten spielenden deutschen Vertreter, der NHL-Routiniers, olympische Silbermedaillengewinner, Kanadier, für die Frankreich immer allein ein Urlaubsland bleiben wird, und erfahrene US-Amerikaner bieten kann, stellen sie zweimal in sieben Tagen die reifere, bessere Mannschaft. In ihrer kleine Scheune mit dem Charme einer Schulturnhalle wird im November ein Champions League-Achtelfinalspiel stattfinden. Dafür haben sie sich erstaunlich zurückhaltend gefreut. Vielleicht war es den Dragons des Rouen unangenehm, vielleicht hatten sie gar Mitleid mit der Mannschaft, die da in Nürnberg erstmals seit langer Zeit wieder leidenschaftlich ausgepfiffen wurde. Dabei wollen sie das genau nicht, die Thomas Sabo Ice Tigers. Weiter lesen