Posts Tagged ‘Evan Kaufmann’
Spiel 1 (53): Leeeeaaaask!
Spiel 22: Der Knoten ist (vielleicht) geplatzt
Wahnsinn. Einfach nur: Wahnsinn. Sie können es doch, die Ice Tigers, das mit der Overtime. Eigentlich gehört diese Tatsache schon fast in den Statistik-Bereich dieses Blogs, oder besser noch: in einen eigenen Bereich. Nein, in die Überschrift! Sechs Mal stand es in 21 Spielen nach sechzig Minuten unentschieden, sechs Mal ging der Extrapunkt am Ende an den Gegner. Bis heute, gegen Düsseldorf. “Jetzt ist der Knoten geplatzt”, sagt Jeff Tomlinson. Ich finde: Ein schöner Satz zum Anfang!
Die Fakten: Die Thomas Sabo Ice Tigers (22 Spiele/34 Punkte, 76:72 Tore, 9.) gewinnen mit 4:3 (2:2, 0:1, 1:0, 0:1) nach Overtime (ja, wirklich!) gegen die Düsseldorfer EG (22 Spiele/24 Punkte, 58:82 Tore, 13.). Das bedeutet zum ersten Mal in dieser Saison: dritter Sieg in Folge.
Zitierfähig, Teil eins: “Ehrlich gesagt: Nein. Ich freue mich einfach über den Sieg, wie in jedem anderen Spiel auch” (Patrick Reimer auf die Frage, ob sich ein Sieg in der 500. DEL-Partie irgendwie anders anfühlt).
Die Statistik: Ein Torschuss. Nur einer. Ein einziger. Ein kleiner, mieser, mickriger Schuss aufs Tor. Den brachten beide Mannschaften im dritten Drittel gemeinsam zu Stande. Zur Information: Auch das dritte Drittel lief über insgesamt zwanzig Minuten Spielzeit, genau wie die vorigen zwei. Das Schlimmste aber kommt noch: Dieser eine Schuss, losgeschickt von Ashton Rome, saß auch noch. Das bedeutet, zumindest in den letzten 2o Minuten, logischerweise eine Fangquote von ernüchternden null Prozent für Tyler Weiman. “Die Scheibe bekam er ganz, ganz unglücklich hier (Tomlinson beugt sich leicht nach vorne, verrenkt sich ein wenig, winkelt den Arm an, hebt den Ellbogen, wedelt mit der linken Hand darunter herum, als müsse er Schmeißfliegen aus dem Achselbereich vertreiben, d. Red.) unten, da ungefähr, durch”, sagte der Coach und war sich sicher: “Von zwanzig solchen Schüssen hält Tyler normalerweise…” – Pause – “…zwanzig.”
Die Wende: Kam eigentlich schon nach zehn Minuten, indem die Tigers endlich aufs Gaspedal drückten und diese eigenartige Anfangslethargie abschüttelten. Prompt trafen Patrick Reimer und Connor James. Und wäre es so weitergegangen, wäre am Ende eigentlich alles sehr gut geworden. Doch im starken zweiten Drittel haben es die Nürnberger verpasst, ganz einfach den Sack zu zu machen. Die Wende machte so gesehen also wieder kehrt.
Zitierfähig, Teil 2: “No, because….well… he’s a goalie… and goalkeepers are some kind of…. weird!” (Casey Borer auf die Frage, ob er mit seinem alten Kumpel aus College-Tagen, Robert Goepfert, vor dem Spiel telefoniert habe)
Guter Stil: Jeff Tomlinson blieb artig, nachher in der Pressekonferenz. Das war gar nicht so einfach, weil Gästecoach Michael Brittig tatsächlich davon sprach, aufgrund des Spielverlaufes einen Punkt hergeschenkt zu haben. Selbst als Tomlinson das Mikrofon bekam, blieb er Gentleman: “Düsseldorf ist kein leichter Gegner, ich bin mit dem Extrapunkt sehr, sehr zufrieden.” Kaum war das Mikro aber aus und Brittig aus dem Raum (“Wir wollen gleich los, es schneit außen”), sagte der Coach erst “Der Busfahrer soll vorsichtig fahren!” und dann, zu den verbliebenen Nürnberger Journalisten, die Wahrheit über die Sache mit dem Punkt: “Wir haben heute ganz klar einen Punkt liegen lassen.”
Schlechter Stil: Düsseldorf lieferte Slapstick-Einlagen en masse – die beste, als Marc-Anthony Zanetti an der blauen Linie weit ausholte, durchzog, den Puck aber nur mit der Schlägerspitze leicht touchierte. Zanetti drehte sich voller Energie einmal halsbrecherisch um die eigene Achse, das Eis staubte – der Puck aber blieb ungerührt zwischen seinen Schlittschuhen liegen. Düsseldorf traf aber auch den Puck, schoss ihn dann in allerlei Richtungen. Zweimal ulkig an den Unparteiischen, dreimal humorlos ins Nürnberger Tor – und einmal, ja einmal sogar ungezogen an die linke Schläfe von Tigers-Betreuer Jürgen Keim, der sofort zu Boden ging. “Jürgen geht es gut, er wird gegen Mannheim wieder dabei sein”, sagte Tomlinson, der keine weiteren Verletzten gebrauchten kann. Wenig später kam uns ein sichtlich abgekämpfter Jürgen Keim im Treppenhaus entgegen. “Geht schon wieder”, sagte er und versuchte zu lächeln. Auf der Braue trug er ein großes, weißes Pflaster. Es schien, als trage er es mit Stolz.
Zitierfähig, Teil drei: “Well… I will shake his hand and say, aehm… something like: see you in the next game.” (Casey Borer auf die Frage, wie er sich von seinem College-Kumpel Goepfert verabschieden wird)
Nicht dabei: Vitalij Aab, Evan Kaufmann, Steven Reinprecht, Brett Festerling, Patrick Buzas.
Unsung two stars: Tomlinson wäre es fast herausgerutscht. Aber nur fast. Weil er aber weiß, dass Journalisten manchmal sehr gemein sein können und erahnen, was man sagen wollte, schickte er gleich eine Warnung hinterher. “Ihr schreibt das nur wieder, deshalb sage ich es nicht.” Was er dann nur sagte war: “Nowak spielt sehr solide.” Was er meinte, war: Nowak war wieder einmal einer der Besten. Nur wollte er das nicht lesen – “sonst glaubt Marco das nämlich. Und das ist nicht gut, er darf das nicht wissen.” Also löschen wir die letzten Zeichen jetzt einfach wieder.
Und sagen stattdessen: Patrick Reimer. Der Kapitän war zwar auch auf dem offiziellen Spielbogen “First Star”, aber dort hatte man aus Quatsch, oder vielleicht auch nur, weil der Oberstatistiker ein großer Reimer-Fan ist, hingeschrieben, dass dieser Reimer sogar dreimal getroffen habe. Hat er aber nicht. Das 3:2 gehörte Ryan Bayda, was auch die Videobilder beweisen (und was auch Jeff Tomlinson so gesehen hat: “Wir haben es gleich dem Schiri gesagt, dass er das ändern muss – aber er sagte nur ‘Nein,nein’”). Aber auch mit zwei Toren war Reimer gegen seine Ex-Kollegen – noch dazu beim eigenen Jubiläumsspiel – sehr gut. “Der Knoten ist jetzt geplatzt”, sagte Reimer. Ich finde: Ein schöner Satz zum Abschluss.
The boys are back in town, Teil I
Wir schreiben den 30. Juli 2012. Spült die Glühweintassen, entmottet die Podloski-Trikots, legt den kicker weg und die Eishockey News in Griffweite, bügelt die Schals auf und rückt dieses kurzzeitig vom Weg abgekommene Blog wieder täglich (oder zweimal wöchentlich) in Euer Blickfeld: Eishockey ist zurück – oder zumindest die ersten drei nordamerikanischen Lohnarbeiter in der Stadt angekommen.
Das ZEUGNIS: Goalies first!
Ah, der Herr Kaufmann also. Vielen Dank, Roman. Und nun lasst uns gemeinsam die Zeit vertreiben bis Connor und Tommer bestätigt werden: Das Jahreszeugnis für die Thomas Sabo Ice Tigers steht an – so früh wie noch nie und wahrscheinlich auch nicht so erfreulich wie bislang. Am 16. März wollen wir in den papiernen Nürnberger Nachrichten das Dokument des gesammelten Grauens veröffentlichen, dafür brauchen wir aber Eure Hilfe. Jawohl, es darf benotet werden.
Ice Tigers: Draußen vor der Tür
Gut, dass die Ice Tigers am Freitag wieder spielen, noch dazu gegen Iserlohn. Mindestens 60 Minuten gegen die sehr angenehm unsympathische Mannschaft aus dem Sauerland lenken zumindest einen Abend von der Frage ab, wer denn nun künftig in Nürnberg spielen wird. Bis dahin: Neue Spekulationen und Einschätzungen.
Gestatten, Reiner Zufall
Ja, es lebt noch, dieses Blog. Und nicht nur das. Selbst mein Sohn wird die Folgen meiner zweimonatigen Elternzeit erst auf der Couch seines Psychotherapeuten aufarbeiten müssen. Noch obliegt die aktuelle Eishockey-Berichterstattung zwar weit fachkundigeren Kollegen. Ein kurzer Anruf beim umstrittenen geschäftsführenden Manager wurde mir allerdings bereits gestattet.

3,52 (Play-offs: 3,30)