HF6: Und es war Sommer

Diese herrliche Sportart hat einen entscheidenden Nachteil für alle Mannschaften außer jener einen, die das letzte Spiel gewinnt: Sie hört immer dann auf, wenn es am schönsten ist. Nun mag das nicht für dieses 0:3 gelten. Aber so schwer diesen Männer, die seit dem 28. Juli 2016 nahezu jeden Tag miteinander verbracht hatten, die plötzliche Trennung voneinander fallen mag. So schwer kann man sich von den Möglichkeiten und Chancen verabschieden, die dieser Jahrgang hatte. Nur vergisst man dann, dass die Chancen mit jedem verletzten Leistungsträger geringer wurden. Das zweite Halbfinale in Folge war ein Erfolg für die Thomas Sabo Ice Tigers. Bitter war dieses erneute Ende in Wolfsburg natürlich trotzdem. Weiter lesen

HF5: Bis Freitag!

Schönen Sommer sagt niemand nach einem solchen Eishockeyspiel. Bis Freitag, sagen sie alle, die Ordner, die Statistiker, die Betreuer, die Kollegen von der NZ, von den Eishockey News, vom BR und Thomas Häberlein, der Nürnberger vom Sportinformationsdienst. Bis Freitag, das klänge stark, selbstbewusst und siegessicher – hätte man es nicht schon 2016 und 2014 gehört, ohne dass man sich am Freitag/Dienstag/Sonntag wieder in Nürnberg oder Wolfsburg gesehen hat. Auf einen Sieg in Spiel fünf folgten ein 3:8 und ein 1:3. Soll heißen: Die größte Herausforderung stellt sich den Ice Tigers erst am Dienstag um 19 Uhr. Dieses 4:1 hat aber auch gezeigt: Die Mannschaft ist stark, selbstbewusst und siegessicher genug, um diese Herausforderung zu bewältigen. Weiter lesen

VF4: Playoffs, Baby?

Was für ein stimmungsvoller Abend, wenn man dem Augsburger EV zugetan ist, oder, wenn man Sergej Vostrikov, Derek Dinger oder Ben Meisner ist. Wenn man hingegen bis zu diesem Dienstag um 19.30 Uhr für die Thomas Sabo Ice Tigers geschwärmt hat, oder, wenn man David Steckel, Brandon Prust oder Nichlas Torp ist, vergisst man den Abend am besten möglichst schnell wieder. Weiter lesen

50/52: Leider geil

An solchen Abenden kann man nur scheitern. Iserlohn an einem Dienstagabend, der aktuelle Text für die Tageszeitung schreibt sich beinahe von alleine, mit Schlusspfiff fertig zu sein, ist da schon lange keine Herausforderung mehr. Doch dann dreht dieses Spiel in den letzten fünf Minuten durch, man versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Beim Verlassen des Pressebereichs hört man einen Fan mit großen Augen sagen: „Was für ein geiles Spiel.“ Nicht erst da erkennt man, dass der Zeitungsleser nicht wird nachfühlen können, warum dieses lange Zeit sehr, sehr durchschnittliche 5:4 vielleicht tatsächlich ganz geil war. Gut, dass man hier noch ein bisschen nachjustieren kann. Weiter lesen

43/52: Wounded Cheek

Foto: Zink/Matthias Winter

Auf dem Index der Sportredaktion der Nürnberger Nachrichten stehen zum Beispiel folgende Wörter: Sahnehäubchen, Doppelpack, i-Tüpfelchen, mitgereiste (Fans), Truppe. Oder mit Pleite und Krise zwei Wörter, die einem in der jüngsten Betrachtung der Thomas Sabo Ice Tigers schon in den Sinn hätten kommen können. Das 2:4 in Köln war keine Pleite, das 4:8 in Straubing schon. Und wie soll man jene 80 Minuten, nunja, Eishockey beschreiben, die sie zwischen Dienstag und Freitag auf Köln und Straubing verteilt hatten? Die Vier-Drittel-Krise traf es ganz gut, vor allem, weil man sich nach dem 6:1 gegen Berlin und vor dem Rückspiel um den Leberkäsegipfel ziemlich sicher sein kann, dass sie vorbei ist. Lehrreich war diese Eskalation trotzdem – hoffentlich nicht nur für die Mannschaft. Weiter lesen

40/52: „A very likeable hockey team“

Der Stadionsprecher stand alleine in der offenen Bandenrundung und wartete auf Valentin Busch. Christian Rupp hielt einen handelsüblichen Puck mit leichten Gebrauchsspuren in der Hand, einen Puck aber, der im zweiten Drittel dieses 4:1 gegen Wolfsburg im Einsatz war und deshalb für den jungen Mann mit den langen Haaren und den staunenden Augen ganz besonders. Niemand hatte Rupp den Auftrag erteilt, dem 19-Jährigen eine Freude zu machen – für ihn war das selbstverständlich. Letztlich hatte die Mannschaft ihr jüngstes Mitglied bereits mit einer an diesem Tag malträtierten Hartgummischeibe versorgt. Aber die kleine Episode zeigt, dass eine Mannschaft nicht nur aus Torhütern, Verteidigern und Stürmern besteht. Die Mannschaft der Ice Tigers ist groß. Und sie wird, auch wenn das die enttäuschende Zuschauerzahl an diesem Sonntag diesen Eindruck nicht bestätigt, immer größer. Weiter lesen

39/52: Unfinished Business

Foto: Zink/Matthias Winter

[Euphoriemodus_an] Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Und was ist die mögliche Belohnung dafür? Ein Viertelfinale gegen Bremerhaven. [Euphoriemodus_aus] Weiter lesen

Das Zeugnis, die Nachlese

Wie immer gilt, allzu ernst sollte man das nicht nehmen. Und: Spaß macht es trotzdem. Vielen Dank allen, die sich beteiligt haben, es ist jedes Jahr ein Fest, diese liebevollen Texte zu lesen. Zumindest aus der DEL kenne ich das kein zweites Mal. Wer klickt, weiß, wie die Fans die Thomas Sabo Ice Tigers nach der Hälfte der Saison beurteilen. Weiter lesen

23/52: Prustekuchen

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Man muss das verstehen. Wer ständig abliefert; wer zuletzt alle zwei, drei Tage gefordert war. Wer immer mal wieder ein wenig Licht in die Dunkelheit dieser Welt gezaubert hat, der darf sich auch einmal einen solchen Abend gönnen. Da schleichen sich eben Schlampigkeiten ein, Fehler und Unkonzentriertheiten. Da fehlt es eben auch mal an Biss, an der letzten Konsequenz, vielleicht auch an der Motivation. Gute Güte, ich bin doch auch nur ein Mensch. Aber es hilft ja nichts, irgendeiner muss es ja machen. Wer jetzt hier klickt, der sollte wissen, dass es langweilig werden kann. So langweilig wie dieses 2:5. Weiter lesen

22/52: Fucking awesome

Foto: Steffen Oliver Riese

Foto: Steffen Oliver Riese

Dieser Text hätte wieder einmal mit der vollkommen zutreffenden Feststellung beginnen können, dass wir Eishockey genauso wegen solcher Spiele lieben. Ehrlich aber wäre das nicht gewesen, ich zumindest brauche solch überbordende Spiele nicht, um diesen Sport zu lieben. Deshalb soll dieser Text mit dem Leuchten in Thomas Sabos Augen beginnen, mit der kindlichen Freude, die dieser Mann danach ausstrahlte. Man braucht diese Spiele nicht, um sich seiner Liebe zu vergewissern. Als Dauerkartenbesitzer aber braucht man solche Spiele vielleicht, um sich mal wieder darüber klar zu werden, warum man so viel Geld investiert. Und nach solchen Spielen sind die Fans, die Hunderte von Euros investieren, den Fans, die Millionen von Euro investieren, ganz nah. Dieses 6:5 hat keine Meisterschaft entschieden, es hat Menschen glücklich gemacht. Dieses 6:5 ist mit Worten nicht zu beschreiben, packen wir es an. Weiter lesen