Viertelfinale, Spiel eins: Geht Bäume anschreien

Foto: Zink/Matthias Winter

Der Mann, den sie „die Rasierklinge“ nannten, schien ratlos zu sein. Benoit Laporte musste das nicht spielen, er saß ja nur mit einem Journalisten in seinem überdimensionierten Büro, indem die Ice Tigers von heute ihre Videositzungen abhalten. Laporte schien also ratlos zu sein, weniger ob der zwei Playoff-Spiele, die seine Mannschaft gerade vergeigt hatte. Laporte verstand einfach nicht, warum die Ice Tigers in dieser Stadt schon aufgegeben wurden, er vermisste die Zuversicht, die gute Stimmung im Umfeld und war entsetzt darüber, dass die Ice Tigers von ihren eigenen Fans ausgepfiffen wurden. Nach dem 2:3 in Hannover war er um sieben Uhr laufen gegangen, „um ein paar Bäume anzuschreien“. Vier Spiele später hatte sich seine Mannschaft fürs Halbfinale qualifiziert. Ja, Nürnberg hat eine Geschichte des Versagens im Viertelfinale, in Nürnberg aber hat man nun auch schon des öfteren erlebt, um was es in den Playoffs geht. Mag sein, dass auch Spiel zwei an Augsburg geht, entschieden ist deshalb noch lange nichts. Und gerade das ist doch großartig nach einem etwas ernüchternden 1:4 zum Auftakt. Weiter lesen

39/52: Unfinished Business

Foto: Zink/Matthias Winter

[Euphoriemodus_an] Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Und was ist die mögliche Belohnung dafür? Ein Viertelfinale gegen Bremerhaven. [Euphoriemodus_aus] Weiter lesen

Das Zeugnis, die Nachlese

Wie immer gilt, allzu ernst sollte man das nicht nehmen. Und: Spaß macht es trotzdem. Vielen Dank allen, die sich beteiligt haben, es ist jedes Jahr ein Fest, diese liebevollen Texte zu lesen. Zumindest aus der DEL kenne ich das kein zweites Mal. Wer klickt, weiß, wie die Fans die Thomas Sabo Ice Tigers nach der Hälfte der Saison beurteilen. Weiter lesen

23/52: Prustekuchen

img_0077

Man muss das verstehen. Wer ständig abliefert; wer zuletzt alle zwei, drei Tage gefordert war. Wer immer mal wieder ein wenig Licht in die Dunkelheit dieser Welt gezaubert hat, der darf sich auch einmal einen solchen Abend gönnen. Da schleichen sich eben Schlampigkeiten ein, Fehler und Unkonzentriertheiten. Da fehlt es eben auch mal an Biss, an der letzten Konsequenz, vielleicht auch an der Motivation. Gute Güte, ich bin doch auch nur ein Mensch. Aber es hilft ja nichts, irgendeiner muss es ja machen. Wer jetzt hier klickt, der sollte wissen, dass es langweilig werden kann. So langweilig wie dieses 2:5. Weiter lesen

22/52: Fucking awesome

Foto: Steffen Oliver Riese

Foto: Steffen Oliver Riese

Dieser Text hätte wieder einmal mit der vollkommen zutreffenden Feststellung beginnen können, dass wir Eishockey genauso wegen solcher Spiele lieben. Ehrlich aber wäre das nicht gewesen, ich zumindest brauche solch überbordende Spiele nicht, um diesen Sport zu lieben. Deshalb soll dieser Text mit dem Leuchten in Thomas Sabos Augen beginnen, mit der kindlichen Freude, die dieser Mann danach ausstrahlte. Man braucht diese Spiele nicht, um sich seiner Liebe zu vergewissern. Als Dauerkartenbesitzer aber braucht man solche Spiele vielleicht, um sich mal wieder darüber klar zu werden, warum man so viel Geld investiert. Und nach solchen Spielen sind die Fans, die Hunderte von Euros investieren, den Fans, die Millionen von Euro investieren, ganz nah. Dieses 6:5 hat keine Meisterschaft entschieden, es hat Menschen glücklich gemacht. Dieses 6:5 ist mit Worten nicht zu beschreiben, packen wir es an. Weiter lesen

8/52: Frust

img_9666

Eishockey ist teuer, heißt es. Eishockey ist eigentlich nicht bezahlen. Die Fixkosten sind zu hoch, die Einnahmen zu gering. Eishockey ist teuer. Nur wird damit nie die andere Seite berücksichtigt. Eishockey ist schließlich zunächst einmal für all jene teuer, die in eine Stehplatzkarte, zwei Bier und Drei im Weckla 30 Euro investieren. Und das öfter als 26 Mal im Jahr. Natürlich erwirbt niemand dadurch den Anspruch auf ein spektakuläres Spiel, aber jene 3583 Menschen, die nicht nur gegen Mannheim kommen, sondern eben auch gegen Fischtown, die durften sich an diesem späten Sonntagabend durchaus veralbert fühlen. (Und trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass man an dieses peinliche 2:3 im Februar nicht mehr erinnern wird.) Weiter lesen

Spiel 46: Dreikampf vorerst beendet

Foto: Zink/Matthias Winter

Foto: Zink/Matthias Winter

Er gab sich unaufmerksam. Beobachtete aber seinen Gegner. Wartete auf einen Fehler. Wie ein Falke. Ein Falke auf flachen Schlittschuhen, in dicken Hosen. Zudem redete er, freundlich wie immer, geistreich wie meistens. Brachte seine Zuhörer zum schmunzeln. Und als es niemand erwartete, schlug er zu und spukte seine Gegenüber unmerklich zwischen die Beine. Five hole. Sein Gegner, also ich hatte gar nichts gemerkt. „Och, das ist mir jetzt aber unangenehm.“ Sein Grinsen aber verriet, dass ihm das so unangenehm gar nicht war. Ein Teufelskerl, dieser Andreas Jenike. Ein ziemlich guter Torhüter ist er obendrein. Und der Hauptdarsteller der Geschichte dieses 4:1 gegen Straubing. Weiter lesen

Spiel 44: War doch klar!

besko

Foto: Roland Fengler

Gut haben sie ausgesehen in ihren fleckigen Unterhemden, mit ihren Vokuhila-Haarschnitten, unter ihren Schweißbändern, die an diesem Abend längst kapituliert hatten, in ihren Ballonseide-Säcken, hinter ihren grellen Sonnenbrillen und eben sonst so allem, was die Muttis an einem Sonntagmorgen in Crakau, Benrad oder Bockum aus dem Schrank kramen. Aber erst nach dem Eintauchen in diese kleine grölende Gruppe junger Männer war mir klar, warum sie von Beamten in täuschend echten SEK-Kostümen bewacht worden waren. Die Gäste-Fans sahen nach dem 1:3 für Krefelder noch immer großartig aus, hatten dabei einen Dunst entwickelt, der Hyänen ganz wild gemacht hätte. Wenn du also denkst, es kann gar nicht schlimmer kommen als dieses 1:3 gegen den Tabellenletzten – dann kommt dir dessen ausdünstender Gaudiwurm in 80er-Jahre-Optik entgegen. Entsprechend schlecht gelaunt geht es nach dem Klick weiter. Weiter lesen

Spiel 22: Alle für die Zehn

hask2

Das schönste Foto zu diesem 1:3 gegen den wie immer grandios nervenden EHC Wolfsburg wird man auch nach dem Klick leider nicht zu sehen bekommen (ich war bereit, mein Smartphone nicht): Rob Wilson hatte soeben ein paar seltene Interviews nach dem Spiel genossen, als ihm ein Mobiltelefon von der Südtribüne gereicht wurde. Es entstand ein sehr wahrscheinlich großartiges Selfie (unten: ein ob der Aufgabenstellung leicht überforderter, dennoch grinsender Wilson; oben: Jungs, ange…, be…, rotzevo…, Jungs eben, die trotzdem bester Laune waren). Es gibt also Menschen, die diese Niederlage in guter Erinnerung behalten werden – Philip Lehr zählt ganz offenbar auch dazu. Weiter lesen

Spiel 12: Endlich wieder DEL-Eishockey (Ironie aus)

heater

Du hast dir diesmal Zeit gelassen, Deutsche Eishockey Liga, hast uns bis zu diesem Sonntagabend vorgegaukelt, aufregend zu sein, rassig, interessant, fordernd, jedes einzelne Date wert. Dabei hast du es tatsächlich geschafft, dass wir, Fans, Erfolgsfans, Journalisten, Erfolgsjournalisten, Grantler und Erfolgsgrantler, tatsächlich vergessen hatten, wie langweilig du sein kannst, wie sehr es nerven kann, einen Abend mit dir zu verbringen. Aber natürlich hast du es nicht durchgehalten. Heute hast du dein wahres Gesicht gezeigt. Und die Ice Tigers, dass sie keine Übermannschaft sind. Das kann auch beruhigend sein. Weiter lesen