Spiel 49: 40 Fäuste gegen das Corona-Virus

Foto: Thomas Hahn/Zink

Kurt Kleinendorst begrüßte ihn als „big guy“. Das war der Stanley-Cup-Sieger. Und das ist Don Jackson natürlich immer noch. Aber als sich diese beiden respektierten Eishockeytrainer nach dem 2:1 der Ice Tigers gegen den EHC München unterhielten, da unterhielten sich zwei gestandene Männer über die Prüfungen, die ihnen das Leben zuletzt gestellt hatte. Es ging natürlich auch um Scot Kleinendorst, Kurt irischen „Zwillingsbruder“, dem Jackson in den wilden 80er Jahren auf NHL-Eis sicher nicht immer nur in freundlicher Absicht begegnet war. Aber sie verabschiedeten sich dann wieder als Eishockeytrainer, die sich der hohen Wahrscheinlichkeit bewusst sind, dass sich ihre Mannschaften in dieser Saison noch einmal begegnen. Auf eine solche Serie dürfte man sich freuen.

Warm-up

  • Die Zeit ist angebrochen, in der man die Spieler mit auslaufenden Verträgen so nach und nach fragt, wo sie in der kommenden Saison spielen werden. Eugen Alanov zum Beispiel weiß das schon, will es aber nicht verraten. Brett Festerling weiß es nicht, würde aber gerne in Nürnberg bleiben. Ebenso Tom Gilbert, der seine Wunsch hier formuliert hat. Verwunderlich ist das nicht, weil sowohl Festerling als auch Gilbert sehr wahrscheinlich über gut dotierte Verträge verfügen, die von einem anderen Geschäftsführer und einem anderen Sportdirektor abgeschlossen wurden, denen in einer anderen Zeit ein anderer Spielraum zur Verfügung stand. Wenn überhaupt werden Spieler wie Festerling und Gilbert (und Buck und Bassen und Dupuis) Verträge angeboten bekommen, die für sie weit weniger interessant dotiert sind.
  • Verträge für die kommende Saison haben: Treutle, Langmann, Summers, Weber, Acton, Brown, Ramoser und Reimer. Dazu hat nach unseren Information ein weiterer deutscher Spieler bereits verlängert. Dazu ist eine U23-Stelle bereits mit einem neuen Stürmer aus der DEL2 besetzt.
  • Ja, ich muss für meinen beinahe komfortablen, keineswegs sichtbehinderten Platz in der Arena nichts zahlen. Aber mir ist durchaus nicht entgangen, dass Eishockey ein kostspieliges Vergnügen ist. Umso weniger kann ich nachvollziehen, dass man diese teure Zeit damit verbringt, darauf zu warten, endlich wieder den Spieler des Gegners mit der Nummer 42 auspfeifen zu dürfen.
  • Und wird der Straubinger mit der Nummer 96 in der nächsten Saison dann genauso konsequent ausgepfiffen?
Foto: Thomas Hahn/Zink
  • Erstaunlich: Plötzlich hat Austin Cangelosi wieder etwas zu verlieren, nämlich einen Stammplatz im Aufgebot. Der Mann, der in Florida ausgewachsen ist, nutzte seine knapp acht Minuten auf dem Eis, um mehrmals auf sich aufmerksam zu machen. Seine große Chance aufs 2:0 hatte er zwar vergeben, dafür sorgte er durch seine Wendigkeit für mindestens zwei Wow-Momente. Philippe Dupuis trainierte unter der Woche in Rot. Obwohl Kleinendorst Veränderungen im Aufgebot nicht ausschließen wollte, kann man auch deshalb davon ausgehen, dass Cangelosi auch in Krefeld spielen wird.
  • Kurt Kleinendorst wollte ein Pärchen ausprobieren, das so noch gar nicht gemeinsam auf dem Eis gestanden war. Dass dafür Marcus Weber hat weichen müssen, war überraschend und unverständlich. Mit dem Sieg aber hat der Cheftrainer natürlich alles richtig gemacht.
  • Oder? Kleinendorst selbst sah das anders. Er war begeistert von seinem Penalty Killing, „aber sechs Strafen dürfen wir uns nicht leisten und auch nicht das Gegentor bei eigener Überzahl“. Dafür machte er allerdings sich selbst verantwortlich. „Wahrscheinlich hätte ich zwei Verteidiger bringen müssen. Das habe ich jedenfalls aus diesem Sieg gelernt.“ Mit Gilbert war zudem nicht der schnellste Verteidiger auf dem Eis.

Das Spiel

Foto: Thomas Hahn/Zink

Patrick Reimer war anzusehen, dass es das noch gewesen sein konnte. Tom Gilbert hatte bereits seinen Schläger zertrümmert. Kurt Kleinendorst soll auch sehr böse dreingeschaut haben (behauptete: Kurt Kleinendorst). Aber der Kapitän stand auf dem Eis und wollte sich offensichtlich nicht damit abfinden, dass man dieses Spiel eventuell doch noch verlieren könne. Dieses Spiel, zu dessen hohen Unterhaltswert Reimers Ice Tigers im ersten Drittel maßgeblich beigetragen hatten. Dieses Spiel, das man, wenn überhaupt, im zweiten Drittel hätte verlieren müssen, als erneut Niklas Treutle herausragend gehalten hatte. Dieses Spiel, in dem man lange knapp führte, weil Tom Gilbert sich am Ende eines perfekten Angriffs über Eugen Alanov und Brandon Buck plötzlich daran erinnerte, warum er noch immer den Rookie-Torrekord der Edmonton Oilers hält. Dieses Spiel, über das man im Schlussdrittel die Kontrolle zurückerlangt hatte – bis Kleinendorst ein Aufstellungs- und Chris Brown einen Stockfehler unterlief. Dieses Spiel also wollte Reimer auf keinen Fall verlieren, weshalb er den Puck kurz darauf so lange auf das Münchner Tor drosch, bis Andreas Eder den Abpraller an Danny aus den Birken vorbei ins Tor hob. War das 2:1 dennoch glücklich? Ja. War es trotzdem verdient? Ja.

Der Moment

Foto: Thomas Hahn/Zink

Natürlich blieb Chris Summers keine fünf Sekunden auf dem Eis liegen, nicht einmal drei. Natürlich fuhr er selbst zurück zur Bank. Natürlich ließ er sich dabei nicht helfen. Und natürlich setzte er deshalb keinen Wechsel aus. Summers hatte einen Schuss geblockt, natürlich. Dass er dabei den Puck blockiert hat und aus einer gefährlichen Situation ein Bully gemacht, war einfach nur clever. Und insgesamt war die Szene so sehr Eishockey, dass man hätte laut jubeln wollen – wenn sich das auf der Pressetribüne ziemte.

Three Stars

Schon allein für die überfällige und krachende Überprüfung der flexiblen Bande gebührt Brett Festerling eine Aufnahme in die Kategorie. Er nahm dazu Trevor Parkes zur Hilfe. Dazu zeigte der Kanadier mit dem deutschen Pass auch im nichtphysischen Teil des Spiels eine gute Leistung. Als im zweiten Drittel wiederholt Nürnberger Verteidiger ihre Probleme hatten, den Puck zum Angreifer und somit über die eigene blaue Linie zu bekommen, war Festerling nicht beteiligt. Seine Formkurve steigt weiter steil an.

Es ist kaum zwei Wochen her, da meinte man, Kurt Kleinendorst für seinen Umgang mit den Torhüter kritisieren zu können. Weil danach aber alles gut wurde, darf man abermals feststellen, dass es einen Grund dafür gibt, warum er an der Bande steht und wir nur auf der Tribüne sitzen und dummes Zeug schreiben oder dummes Zeug reinbrüllen. Niklas Treutle hat seine schwächere Phase offenbar auch ohne Pause überstanden. In dieser Form scheint in der Liga nur der Berliner Düsseldorfer Mathias Niederberger noch besser zu sein.

Patrick Reimer könnte man dann aus bereits genannten Gründen noch nennen oder erneut Eugen Alanov oder Chad Bassen oder Tom Gilbert oder Chris Brown für weite Teile des Schlussdrittels oder Jack Skille, der schon jetzt zu den komplettesten Stürmern zählt, die jemals für die Ice Tigers aktiv waren – stattdessen aber feiert hier ein Stürmer Premiere, der in diesem Blog vielleicht oftmals ein wenig zu schlecht wegkommt: Will Acton. Gerade im ersten Drittel war Acton kein Bremsklotz, sondern ein Antreiber, in Unterzahl trug er zu einer insgesamt sehr beeindruckenden Penalty-Killing-Leistung bei, dazu kam ein guter Abend am Bully-Punkt und eine gute Körpersprache. Noch ein Spieler, der kurz vor den Playoffs so wertvoll wie lange nicht mehr wirkt.

Corona-Gymnastik

Foto: Thomas Hahn

„Unsere Spieler spielen natürlich für sich selbst, für den Klub, für jeden ihrer Kollegen, aber natürlich spielen sie auch für die Zuschauer. Und um was geht es, wenn man die Zuschauer aus dieser Gleichung nimmt? Ganz ehrlich? Das ist lächerlich“, stellte Kurt Kleinendorst fest. „Vielleicht wissen sie aber auch mehr als ich.“ Ich hatte den Coach gefragt, was er über das Corona-Virus wusste. Und so wie ich es auch getan hätte, antwortete er zunächst einmal, dass er nichts wisse. Und genau wie ich und jeder andere hatte er trotzdem eine Meinung dazu. Später beschwerte er sich darüber, dass ich ihn dazu genötigt hatte, diese Meinung kundzutun, da hatte er allerdings auch schon wieder zwei Minuten geredet, ohne Luft zu holen. Am Nachmittag zuvor hatte sich Gernot Tripcke bei den Ice Tigers gemeldet. Wohl auch, um zu zeigen, dass sich die Liga kümmert. Letztlich aber sind es die Gesundheitsämter, die die Macht haben, Spiele abzusagen oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen. Und auch wenn ich keine Ahnung habe, glaube ich, dass genau das in der kommenden Woche sehr heiß diskutiert werden wird. Wie sinnvoll das ist? Keine Ahnung. Ich glaube nur, dass es passieren wird – selbst wenn ein oder zwei Spiele ohne Zuschauereinnahmen in der DEL bedeuten, dass ein, zwei Klubs kurz vor der Insolvenz stehen. Wer käme für die Ausfälle auf? Gibt es Klubs, die dagegen versichert wären? Müsste man da nicht gleich alle Spiele ohne Fans austragen? Was würde sich bis zum nächsten Spieltag ändern? In der Schweiz, darüber sprach Kleinendorst zu Beginn des Absatzes, müssen diese Fragen jetzt schon beantwortet werden. Im Spiel zwischen Nürnberg und München wurde die handshake-line schon einmal zu einer fistbump-line. Philip Gogulla war das aber schon zu viel Kontakt. Ob zuvor etwas anderes ausgemacht war, konnte ich nicht mehr recherchieren.

16 Kommentare in “Spiel 49: 40 Fäuste gegen das Corona-Virus

  1. Zum Thema Ehliz:
    Warum werden die Herren Jenike, Pföderl und co. mit Applaus in Nürnberg empfangen und ein Herr Ehliz nicht?
    Ich denke der Abgang von Ehliz und seine Begleiterscheinungen beantworten diese Frage ganz leicht…
    Ein Vereins(GmbH)wechsel ist das normalste der Welt im Profisport, aber man sollte diesen (wie jeder Arbeitnehmer bei einem Arbeitgeberwechsel) ordentlich über die Bühne bringen. Und genau das war bei Herrn Ehliz nicht der Fall.
    Genau aufgrund dessen werde ich Herrn Ehliz bis zu seinem Karriereende nicht freundlich in Nürnberg empfangen.
    Das kann man, wie Sie, für lächerlich oder unpassend halten jedoch sollte man auch in diesem Fall andere Meinungen akzeptieren.

  2. Der Abgang von Alanov ist schmerzlich, er hat eine gute Entwicklung genommen. Wenn die Grüchte stimmen, steht er vor einer echten sportlichen Herausforderung.

    Festerling in der Form der letzten Wochen ist sicher eine Option für die neue Saison, kommt halt auf den Preis.

    Für Gilbert und Dups sehe ich persönlich keine Zukunft in Nürnberg. Bei Chad Bassen kann man kaum was falsch machen, perfekter Rollenspieler.

    Ansonsten war es ein starker Auftritt gestern, hat Mut gemacht für die kommenden Wochen.

  3. Man kann es aber auch komplett übertreiben.

    Lieber auf das eigene Spiel gucken, als sich ständig auf die Nr.42 zu konzentrieren!

  4. Nur zur richtigen Einordnung, ohne die tolle Leistung der Icetigers gestern in irgendeiner Form schmälern zu wollen: Bei München haben gestern Abeltshauser, Sanguinetti, Christensen, Mauer und Kastner gefehlt.
    Das ist eine Top-Reihe, die den Spielverlauf sicherlich verändern kann.
    Aber nochmal: Absolute Top Leistung von allen. Gestern hat es sehr viel Spass gemacht, beiden Mannschaften zu zu sehen.

    Kleine Auffälligkeit ich am Rande: Kleinendorst hat es beinahe über die gesamten 60 Minuten die Reihe O’Brien, Bassen, Brown gegen die Formation um Bourque aufs Eis zu bringen. Die Münchner Reihe hatte da ziemlich wenig Freude und musste phasenweise kräftig „einstecken“.

  5. Vorneweg ein paar persönliche Worte an Sebastian: Es ist nicht nur die Mannschaft die (scheinbar) heiß läuft, sondern wer als heimischer Berichterstatter nicht nur für das Printmedium und die Onlineausgabe auf Nordbayern.de verantwortlich ist, sondern sogar diesen Blog um kurz nach 1:00 Uhr schon online hat kann sehr zufrieden mit sich sein 😉 – wer weiß ob es die positive Energie von zuletzt vier Heimsiegen ist oder der Ausflug ins Spaßbad war (Gruß an Christoph Fetzer)!?
    So nun zum wesentlichen, dem Eishockey! Ich freue mich für all die treuen Anhänger, das die Icetiger nun so kurz vor den Playoffs so richtig in Fahrt kommen. Und natürlich würde ich mich auch über Platz 6, eine Viertel- oder sogar Halbfinalteilnahme riesig freuen, aber ich finde an dieser Stelle ist es auch einmal angebracht die tolle Arbeit von Alfred Prey und Thomas Popiesch, sowie Tom Pokel und Rob Leask zu loben. Das was die sportlichen Leitungen in Bremerhaven und Straubing die letzten Jahre geleistet haben ist vorbildlich und ich wünsche diesen beiden Teams jeweils tolle Playoff Serien! Es ist auch aus Nürnberger Sicht wohl angesichts eines „schlankeren“ Etas angebracht die Teamzusammenstellung in den Small-Hockey-Towns genauer ins Auge zu nehmen. Und da stellt sich mir angesichts eines wohl deutlichen Kaderumbaus in der Saison die Frage in wie weit das Trio Gastner-Dietzsch-Kleinendorst in der Lage sind den kommenden Kader unter veränderten Aspekten zusammenzustellen? Zweifelsfrei hat jeder der Verantwortlichen eine unglaubliche Eishockey-Kompetenz zu bieten, aber was ist mit dem „heranziehen“ von U 23 Spielern, was ist mit den Nachwuchsteams U20 und U 17, in wie weit ist der Bau von zusätzlichen Eisflächen überhaupt noch ein Team in der Kommunalpolitik? Leider habe ich dieses Jahr schon zweimal gehört das um Moritz Wirth oder Andreas Eder (oder Eugen Alanov) ein Team der Zukunft aufgebaut werden soll- nur sind alle drei entweder schon lange weg oder haben anderswo gute Verträge unterzeichnet.
    Man darf also nicht nur auf dem Eis gespannt sein, was die „geilste Zeit“ so bringen wird, sondern auch was Abseits des Ovals so passieren wird. Bleibt nur zu Hoffen das wir auch in naher Zukunft hautnah dabei sein können und uns allen der Kontakt mit dem gefährlichen Virus erspart bleibt!Nor

  6. Die Fist-Bump Line war Phillip schon zu viel?
    Praktisch weil er im Spiel ja auch so gut wie keinen Kontakt zu Mit und Gegenspieler hat. Ohne Worte

  7. @Wolfgang: Das Thema Ehliz hat echt einen langen Bart mittlerweile. Es mag jeder damit umgehen wie er will, ich für meinen Teil, habe weder damals in Gastspiel Nr.1 noch gestern gg Ehliz geschrien oder gepfiffen..erstens weil es nun (für meine Meinung…) gut ist und weil es ihm eh egal ist! Ohne zu nahe treten zu wollen.., aber haben da nicht auch die Ice Tigers den einen oder anderen Fehler gemacht? Meine da vor allem diesen öffentlich Brief mit einer Stellungnahme der Vereinsseite zu dem Thema, die ich ehrlich gesagt unnötig und auch ein wenig peinlich fand.
    So, Haken dran.
    Das Spiel gestern war eines der Sorte, bitte immer weiter so.., auch wenn es der eigenen Gesundheit und Stimme nicht wirklich gut tut
    Ich für meinen Teil habe aber trotz aller Euphorie den Eindruck gehabt das wir gestern in der Abwehr zwar sehr ordentlich gearbeitet haben, aber teilweise (gerade im zweiten Drittel, Verteidiger für Verteidiger) haarsträubende Fehler gemacht haben was die Querpässe oder Spieleröffnung angeht. Nicht umsonst sind wir gefühlt minutenlang nicht aus dem Münchner Dauerdruck rausgekommen.
    Jedoch waren hier zwei Faktoren auf unserer Seite.., Treutle und die extrem schlechte Chancenverwertung der Münchner!
    Zu dem Spieler non grata…Will Acton…, kann ich nur eines sagen: So sehr ich mich auch im Freundeskreis über ihn ausgelassen habe.., so sehr würdige ich seine Leistungen im Moment! Man muss auch ehrlich anerkennen wenn jemand meilenweit hinter allem zurück bleibt, seine Meinung zu ändern! Was Acton in letzter Zeit abliefert ist nicht mehr zu vergleichen mit den Spielen der letzten Saison oder zu Beginn dieser! Natürlich schießt er nicht Tore am laufenden Band, aber er arbeitet und setzt sich für seine Kollegen überall ein! Hut ab hierfür!!!
    Eines mag ich trotzdem noch loswerden…, ich fand die gestrige Schrir-Leistung nicht gerade berauschend….und ich hab nicht immer nur alles gegen Schiris zu meckern und die Vereinsbrille auf.
    Aber zwei Minuten gg Fischbuch zu geben (direkt vor uns..kurze Bewegung mit der Schulter…, was dann Beinstellen war…aha), dann noch zwei Minuten wegen Spielverzögerung (in deutlicher Bedrängnis und m.M. unkontrolliert), gg Treutle (naja…), dann aber bei München Stockschläge übersehen (vor der Münchner Bank, klar Richtung wo es richtig weh tut..), Icings zu pfeifen die von einem Nürnberger erlaufen worden wären.., also..ganz ehrlich.., wir sind doch nicht beim Hallenhalma
    Oberstufe!!!
    Daher allergrößten Respekt vor der Leistung der Jungs.., egal wer bei München gefehlt hat.., hat auch niemanden interessiert als wie nur mit ner Rumpftruppe kamen!…was mich aber zum Abschluß richtig beeindruckt hat und dann die letzten Minuten absolut gefesselt hat war…., wie sich JEDER die letzen Minuten nach dem Führungstor durch Eder reingeworfen hat…! Pure Leidenschaft und bedingungsloser Wille und Kampf dieses Spiel zu gewinnen! Weiter so!!!

  8. Gestern ein, über weite Strecken, sehr ordentliches Spiel aus Nürnberger Sicht. Wenn es soetwas überhaupt gibt, hat man sich den Ausgleich dann auch in einem glücklichen Moment gefangen. Wäre dieses Tor, drei Minuten vorher, bei 5gg5 gefallen hätte man einen anderen, für Nürnberg unschöneren Ausgang erwarten müssen.
    Warum Cangelosi in der letzten Woche gar so schlecht weggekommen ist, wird mir wohl ein Rätsel bleiben. Dort hat er mich schon nicht enttäuscht, zumal er nun wirklich nicht viel Spielpraxis sammeln konnte, diese Woche hat er dort angeknüpft und sich gesteigert.

    Beim Thema Ehliz menschelt es halt sehr, verständlicherweise. Ein Vergleich mit Pföderl, Alanov oder gar Eder (absolut an den Haaren herbeigezogen) hinkt meiner Meinung nach gewaltig. Keiner der drei Letztgenannten hat sich so bzw. überhaupt aus dem Fenster gelehnt und ein solches Lippenbekenntnis pro Ice Tigers in die Öffentlichkeit posaunt wie es eben Herr Ehliz getan hat. Klar muss einem das Gepfeife nicht gefallen, mich hingegen amüsiert es sehr (ich sehe das auch als Gegenleistung für meinen Invest Stadionbesuch) und ich kann es sogar nachvollziehen.

  9. Das Problem bei Ehliz ist nunmal wie der Wechsel zustande kam. Eigentlich ruhte sein Vertrag als er in die NHL wollte. Es gab ja eine Vereinbarung das er wieder zurück kehrt wenn in der NHL nix wird. Allerdings nicht schriftlich, sondern nur per Handschlag. Ein Spieler mit Charakter hätte sich daran gehalten. Nur eben der Spieler mit der #42 nicht. Darum wird er immer mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen. Beim Leo und beim Andy sieht die Sachlage komplett anders aus. Sie haben ihre Verträge bis zum letzten Tag erfüllt und die Fans nicht verarscht.
    Zum Spiel gestern kam ich nur sagen, daß es ein Spiel war das sehr schön anzusehen war. Von beiden Mannschaften. Die Verteidigung gestern war der Schlüssel zum Sieg. Turtle zeigte gestern eine Weltklasse-Leistung. Das Spielsystem gestern mit einem Verteidiger an der gegnerischen blauen Linie war auch super.
    Der einzige kleine Makel war das Tor zu 1:1 bei gegnerischer Unterzahl. Da wurde Turtle um den Lohn seiner super Arbeit gebracht. Dem Shotout.
    Was mich auch gefreut hat das Andy gegen seinen Ex Club das Siegtor geschossen hat.

  10. Hallo,

    erneut eine wirklich gute Leistung des gesamten Teams. Natürlich gehört auch eine Portion Glück dazu und ich denke weiter, dass eine Serie gegen MUC oder MNH kaum zu gewinnen sein wird. Aber die Spielweise macht Spaß!

    Bzgl. Kaderumgestaltung sollte man sich jetzt vorrangig um Kleinendorst kümmern. Er macht das Team besser! Um Alanov wäre es schade, aber mit KHL – Gehältern kann in der DEL außer RB und SAP niemand mithalten. Ob Festerling (deutsch und formstark) gehalten werden kann… glaub ich nicht. Fischbuch wäre sicher gut, aber nach der Saison auch sehr teuer. Zumal die Zuzahlung aus Berlin ausläuft. Skille wäre natürlich auch großartig, denke aber, das hängt auch von Kleinendort ab.

    Zum Ausgleich: Ja, die 0-5 oder maximal 1-4 (1 Verteidiger-4 Stürmer) im PP ist Riskant und sicher einer der Gründe für die 6 SHG die wir kassiert haben. Und sicherlich wäre bei 1:0 gegen MUC und noch 3 Min. irgendwas auf der Uhr wäre ein 2-3 eine Option gewesen. Dennoch war der Ausgangspunkt der Puckverlust von Brown, der im Anschluss auch noch unglücklich gestolpert ist uns so der 2 – 1 Konter lief. Hat Voacks auch nett abgeschlossen. Passiert eben…

    Ansonsten machten die letzten Spiel Lust auf die Playoffs – Wie Sebastian so schön im Print geschrieben hat, ich bin mit Playoff – Fieber infiziert 🙂 !

    Gruß
    Stefan

    PS:
    Die Frage, ob Eder wie Ehliz empfangen wird, ist kindisch. Kannst Du Dir natürlich selbst beantworten. Und wenn ich hier anfange aufzuzählen, welche Ausgaben anderer Menschen ich nicht verstehe, hock ich heute Abend noch da. Ist aber deren Sache, also lass ich es

    Yasin im Interview mit der Süddeutschen damals:
    „Ja mei, so ist halt der Profisport“, sagte Ehliz zum Unmut in Nürnberg. „Ich bin nicht der erste Spieler, der aus Nürnberg weg geht. Die Leute, die sich darüber aufregen, regen sich auf, das kann man nicht ändern.“
    Er hat damals, nicht nur, die Fans hier verarscht. Daher pfeif ich. Ja Mei.

  11. „It was a battle“, der Chefcoach hatte in der PK so was von recht. Das Spiel war schon sehr sehenswert, insbesondere, da einige Leistungskurven „steil“ nach oben gehen! Juhu, das macht Hoffnung! Auch ich freu‘ mich riesig für Will Acton, Kleinendorst macht noch etwas aus ihm (ich hatte ja schon aufgegeben und schon bei der Teamvorstellung auf W.A. sarkastisch reagiert – sorry).
    An „seb“ wäre schon die Frage, bleiben denn Kleinendorst und Kofler? Das System (Kollektiv) Kleinendorst ist ja hochgradig dynamisch und so langsam wird scheint das System verdaut und verinnerlicht zu sein (außer bei den Strafzeiten. Hat man das etwa als Manschaftsimmanent aus der Vorsaison herübergerettet?).

    Jedenfalls war gestern ein toller 5,5 Stunden-Abend mit großen Spaß- und Erlebnisfaktor. Es war jede Minute wert.

    Auch mein Senf zur „never ending Story“ Yasin Ehliz: Mich erstaunt, dass viele NIT-Fans auf das Niveau von Ingolstadt (bei Brandon Buck) hinabsteigen. Ich dachte immer, dass wir Franken mehr drauf haben und ein endloses Nachtreten nicht nötig hätten! Meine Tochter, ein großer Yasin Fan zu Nürnberger Zeiten, ist jedes Mal heftig von dem großen Pfeiffkonzert schockiert und den Tränen nahe. Ich pfeife jedenfalls nicht! Übrigens, fiel da nicht irgendwo das Wort Respekt im Sport? Ehliz ist doch ein guter Spieler und taugt ja auch prima für die Nationalmannschaft. Die Ice Tigers waren so ein guter Steigbügelhalter und Booster für die Karriere von Yasin, da könnten alle stolz drauf sein. Sein Nicht-Wiederkommen bzw. seine falschen (leeren) Versprechungen waren mehr als schwach. Aber kommt das nicht in den besten Familien vor?

    Keep on going!

  12. Zu Treutle (den Herr Böhm heroisch gegen jedwede Kritik schützt): Jetzt hält er wieder so, wie es seinem Leistungsvermögen und wahrscheinlich auch seinem eigenen Anspruch entspricht. Aber in besagter Schwächephase hat er uns einige Punkte gekostet, die nun mal den Unterschied ausmachen, ob wir vielleicht 6. oder 9. werden. Die Verantwortung für diese Überbeanspruchung trägt nun mal das Trainerduo. Andere Vereine haben das über die Saison deutlich besser ausbalanciert. Niederberger hat eine ähnliche Belastung gehabt, spielt diese Saison aber in einer anderen Liga als Treutle.

  13. Ja es war ein schönes Eishockeyspiel, welches wir mit sehr viel Glück gewonnen haben. Wenn man das zweite Drittel 0 zu 5 verloren hätte, wäre es auch in Ordnung gewesen. Das war schon ein konditioneller Offenbarungseid der Mannschaft, muss man hier auch mal in aller Deutlichkeit sagen. Und trotzdem war es am Ende ein verienter Sieg, eben weil man weiter gekämpft hat.

    Zu den Gedanken bezüglich der Vertragsverlängerungen muss ich schonmal was loswerden. Ich hoffe doch sehr, dass die Icetigers nicht ernsthaft über eine Verlängerung von Gilbert und Dupius nachdenken. Gilbert zeigt in jedem zehnten Spiel, dass er wertvoll sein kann, die restlichen Spiele glänzt er aber durch mangelnde Geschwindigkeit und Fehlpässe. Fupius erinnert mich im Moment an die vielen launischen Spieler welche wir schon im Kader hatten. Auch er kann wenn er wilrichtig geniales Eishockey spielen, in letzter Zeit glänzt er aber eher mit Unlust auf dem Eis.

    Und jetzt mal zu Acton. Ja er ist bemüht und definitiv deutlich besser als vor ein paar Wochen. Aber liebe Leute, für diesen Mann wurde eine Ablöse bezahlt. Ich finde es völlig falsch ihn für Spiele zu loben, wo er mal so spielt, wie man es für die Bezahlung auch erwarten darf. Vor dem Tor ist er immer noch ein Chancentod. Ganz ehrlich sowas regt mich wirklich auf!

    Ich denke, dass man bis auf Fischbuch, Bassen, Skille, Festerling und mit Abstrichen Mebus niemanden aus der Mannschaft verlängern müsste. Alanov wäre noch dabei, aber da stehen die Zeichen ja auf Abschied. Es ist ärgerlich, dass bei uns die jungen Spieler gehen.

    Und bitte Bender nicht mehr mit Schulze, da wurde es gestern immer brandgefährlich. Die Beiden haben gefühlt 0 Prozent ihrer Zweikämpfe gewonnen.

  14. Ich frag mich oft , was für ein Spiel sie sehen und wo so manche Deutung der Szene rund um die Ice Tigers kommt.

    Aber jemand dem der Unterschied zwischen dem Wechsel der #42 und dem der # 96 und vieler zuvor zb #93 oder #29 nicht klar zu sein scheint.
    oder mit irgend einer Aussage zu dem Thema ein paar Sätze braucht um den Block vollzubekommen ( scheint mal wieder so) entzieht sich wohl selber jeglichem Anspruch als Kenner.
    Vielleicht wäre es besser sie würden doch lieber für die Karte bezahlen., wie die jenigen denen sie das Recht Ihre Meinung mit friedlich und nicht beleidigenden Mitteln Ihre Meinung in legitimer Form zum Ausdruck bringen.

    • Ich mag Ihren Kommentar. Ich verstehe ihn nicht vollumfänglich. Aber ich mag ihn.

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