Spiel 31: Kein Gefallen

Foto: Thomas Hahn/Zink

Don Jackson muss in der Deutschen Eishockey Liga nichts mehr beweisen. Und schon gar nicht muss er in einer Pressekonferenz auf das persönliche Schicksal eines Kollegen eingehen, weil man das eben so macht. Jackson hat es gemacht, weil es ihm wichtig war. Und als die Mikrofone abgeschalten waren, hat er bei Manuel Kofler noch einmal genauer nachgefragt, weil ihn das Schicksal seines ehemaligen NHL-Kontrahenten Scot Kleinendorst tatsächlich berührt hat, weil er mitfühlt mit Kurt und der Familie Kleinendorst. Weil er als Stanley Cup-Sieger, erfolgreichster DEL-Trainer und Mensch schon lange erkannt hat, dass es Dinge gibt, die wichtiger sind als Eishockey. Jackson hat das nicht nur auf Twitter oder in irgendeinen Drunterkommentar geschrieben. Er lebt es einfach. Nur so viel zu vereinzelten Reaktionen auf das 1:5  gegen den Spitzenreiter in einer erstmals in dieser Saison ausverkauften Arena. Eine nüchterne Auseinandersetzung mit der Krise in 12.444 Zeichen gibt es nach dem Sprung.

Warm-up

  • Noch ist es zu früh zu schreiben: Was für eine Mannschaft! Viel zu früh. Denn noch ist ja nichts passiert – also außer einer der größeren Überraschungen in der Geschichte des wichtigsten Eishockeyturniers der Welt. Denn nichts weniger sind die World-Juniors in einer Zeit, in der es das Welteishockey nicht auf die Reihe kriegt, die besten Nationalmannschaften gegeneinander antreten zu lassen.
  • Und natürlich wäre es völliger Blödsinn, die Nachwuchsarbeit in Deutschland plötzlich zu loben, weil Deutschland gegen Tschechien gewonnen hat (und offenbar auch gegen Schiedsrichter-Duo) und den USA beinahe ebenbürtig war. Aber trotzdem kann man sich erfreuen an einem Power-Play, dass es in der DEL so nicht zu sehen gibt, an der Selbstverständlichkeit, mit der die Mannschaft von Tobi Abstreiter die Erwartungen in Stolz und Selbstbewusstsein umsetzt. Und natürlich an einem Gitterträger aus Viersen, den man nur deshalb nicht als Jahrhunderttalent bezeichnen darf, weil sich in Edmonton ein junger Mann aus Köln anschickt, die Weltordnung in diesem Sport in Frage zu stellen. In normalen Jahren müsste man von Taro Jentzsch schwärmen, in guten Jahren von John-Jason Peterka und Lukas Reichel, in sehr guten Jahren von Moritz Seider. In diesem Jahr aber bekommen sie alle zu wenig Aufmerksamkeit, weil man die Zeilen nutzen muss, um das Staunen über Tim Stützle auszudrücken.
  • Dass Magenta Sport die Spiele dieser unterhaltsamen Mannschaft live überträgt, macht das Eishockey-Erlebnis zwischen den Jahren beinahe perfekt. Ach, ja: Russland führt gerade 6:0 gegen Kanada. Nach 37 Minuten. Das Russland, das Tschechien zum Auftakt des Turniers unterlegen war. Und das Kanada, das die USA 6:4 niedergerungen hat. Die USA, die Deutschland niedergerungen hat. Das Deutschland, das 4:3 gegen Tschechien gewonnen hat. Sie nannten sie die Gruppe des Todes – und gingen davon aus, dass allein Deutschland es nicht überleben würde. Nach dem zweiten Spieltag haben Kanada, die USA, Russland, Tschechien und Deutschland jeweils drei Punkte. Es ist denkbar, dass Deutschland Gruppensieger wird. Ebenso ist es vorstellbar, dass sie in die Abstiegsspiele müssen.
  • Unter der Woche haben Christoph Fetzer, Bernd Schwickerath und ich versucht, uns öffentlich über diese U20-WM zu unterhalten. Eigentlich eine gute Idee. Twitter oder wir oder Twitter und wir waren aber noch nicht soweit. Das Ergebnis soll peinlich bis unhörbar geworden sein. Pardon. Trotzdem wird es mir irgendwann doch noch gelingen, von Nils Hoglander und Matias Maccelli zu schwärmen.
  • Zu viel U20-WM? Nein, über die U20-WM kann man gar nicht genug schreiben. Aber wenn man mir unterstellt, dass ich die seriöse Beschäftigung mit den Endjahres-Ice Tigers hinauszögern will, dann hat man auch nicht Unrecht. Es ist so, nunja, kompliziert.
  • Und es führt zu der Frage, ob irgendetwas anders gekommen wäre, wenn Kurt Kleinendorst nicht fünf Spiele verpasst hätte, weil es tatsächlich Wichtigeres als Eishockey gibt. Die Frage ist albern. Niemand kann sie beantworten. Und es mangelt ihr an Respekt.
  • Bevor in diesem Zusammenhang Manuel Kofler zu Wort kommt, noch ein paar kleine Nebensächlichkeiten zur großen Nebensächlichkeit: Jim O‘Brien trainiert tatsächlich wieder mit der Mannschaft, natürlich im Roten Trikot, natürlich wird er noch bisschen länger brauchen, um wieder in Game Shape zu kommen, aber erstaunlich ist das schon, wenn man weiß, welch harte Zeit O‘Brien hinter sich hat. Ebenfalls in Rot: Austin Cangelosi. Tim Bernhardt spielt bereits wieder. Für Bayreuth.
  • In der Fachwelt ist das Phänomen als Schönberger-Effekt bekannt: Du gehst davon aus, dass etwas außerordentlich oft der Fall ist (zum Beispiel Tore von Sandro Schönberger gegen die Ice Tigers), musst nach ein wenig Recherche aber feststellen, dass die Zahlen deine Eindrücke nicht annähernd bestätigen. Diesmal also: Aleksi Rantala, bei dem ich davon ausgegangen bin, dass er sich in der Garage der Eismeister ein Feldbett hat aufstellen lassen, weil er so oft in Nürnberg ist. Tatsächlich hat der Finne erst an diesem Samstag die Führung in der Schiedsrichterliste übernommen. Rantala hat die Ice Tigers bislang acht Mal gepfiffen, Lukas Kohlmüller und Gordon Schukies kommen auf sieben Einsätze, Marc Iwert und Sirkko Hunnius auf jeweils fünf.
  • Überhaupt noch nicht das Vergnügen, ein Nürnberger Spiel zu leiten, hatte bislang Daniel Piechachzek. Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen, bis ich mal bei Lars Brüggemann nachgefragt habe, warum das so ist.
  • Falls es jenen entgangen sein sollte, die zu sehr damit beschäftigt waren, Münchens Nummer 42 auszupfeifen: Yasin Ehliz hat sich von einem der besten Top-Reihen-Ergänzungsspieler zu einem der besten Stürmer der DEL entwickelt. Es ist ein Vergnügen, ihm beim Eishockey spielen zuzusehen.
  • Nürnberg ist Elfter. Der elfte Platz berechtigt nicht zur Teilnahme an den Playoffs. Das nur zur Erinnerung.

Das Spiel

Foto: Thomas Hahn/Zink

Zu den undankbaren Aufgaben eines Cheftrainers gehört es, Niederlagen erklären zu müssen. Ich bin lieber derjenige, der nach Erklärungen fragt. Und derjenige, der leicht behaupten kann, dass es sich ein Cheftrainer zu leicht macht (die Ironie sollte so offensichtlich sein wie ein Schlittschuhtor von Norm Milley). In seiner Eigenschaft als Cheftrainer hat Manuel Kofler nach dem 3:6 in Augsburg von einem „weiteren sehr guten Auswärtsspiel“ gesprochen. Nachdem seine Ice Tigers im vielleicht bislang wichtigsten Spiel der Saison fünf Tore kassiert, ungewöhnlich viele Fehler gemacht und nicht den Eindruck hinterlassen haben, sich mit voller Leidenschaft, gegen eine Niederlage zu wehren. Nach dem „sehr guten“ 3:6 und dem 1:5 gegen München sind sie deshalb auf Platz elf abgerutscht (mit einem Auswärtsspiel in Köln in der Hinterhand). Hätte Kofler hingegen nach der klaren Heimniederlage gegen den Spitzenreiter von einem guten Spiel oder zumindest von einer Verbesserung gesprochen, hätte man ihm kaum vollumfänglich widersprechen können. Denn mit welcher Ruhe sich die Ice Tigers trotz des Münchner Fünf-Mann-Forecheckings zunächst ihres Aufbauspiel gewidmet hatten, wie sie endlich wieder ihren Speed eingebracht hatten, wie sie Daniel Fießinger bestürmten (der sich davon allerdings überhaupt nicht beeindrucken ließ), das war nicht allzu schlecht. Dann begann das zweite Drittel. Und mit der 21. Minute begann eine besorgniserregende Phase der Unterlegenheit. Natürlich kann man über das 0:2, Torraumabseits und den Videobeweis diskutieren, das ändert jedoch nichts daran, dass Kilian Hinterdobler nach einer kleinen Ewigkeit auf das Eis zurückkehrte und auf den Mittelpunkt zeigte. Angemessen war der Zwischenstand ohnehin, Nürnberg lief nur hinterher. Erst gegen Ende des zweiten Spielabschnitts nahmen die Ice Tigers durch Eder/Dupuis/Schwartz wieder am Offensivspiel teilen. Im Schlussdrittel hatten die Münchner leichtes Spiel und nur noch 1:56 Minuten (doppelte Unterzahl) zu überstehen. Dass ihnen das gelang, war weniger ihr Verdienst als das Verdienst der Überzahlformation der Ice Tigers. Der EHC Rasenball hat das Spiel ernst genommen, das reichte bereits zu einem kaum gefährdeten Auswärtssieg. Wollen wir noch über die individuellen Fehler reden? Eigentlich nicht, hat ja jeder gesehen, dass Kevin Schulze vor dem 0:2 nicht auf Mark Voakes hätte rausrücken sollen. Und natürlich auch, dass Oliver Mebus den Puck an normalen Tagen wie selbstverständlich aus dem Torraum befördert, nicht aber an finsteren Tagen wie diesem.

Manuel Kofler

Sie haben vor zwei Wochen kaum verbergen können, dass Sie in dieser, Pardon, beschissenen Situation richtig Bock darauf haben, die Mannschaft als Cheftrainer zu übernehmen. Hat sich das mittlerweile umgekehrt, wenn man nach Spielen wie diesem immer wieder den Kopf hinhalten muss?
Manuel Kofler: Das gehört zum Geschäft. Das ist ganz normal. Es war niemals so geplant. Aber was willst du denn machen? Wenn so etwas passiert, dann hält man einfach zusammen und versucht weiterhin, Gas zu geben. Und es hat in keinster Weise irgendetwas daran geändert, dass das Riesenspaß gemacht hat. Die letzten vier Spiele haben wir das einfach nicht auf die Reihe gekriegt, was wir machen wollten. Im Endeffekt müssen wir mehr aus unseren Torchancen machen. Weil wenn du dann einmal drin bist und eine harte Zeit hast, Tore zu schießen, dann machst du halt andere Kleinigkeiten auch noch falsch.

Foto: Thomas Hahn/Zink

In Augsburg hatte Oliver Mebus die Großchance zum 2:0, heute hat Chad Bassen getroffen. Marcus Weber hatte eine gute Chance, ebenso Andreas Eder. An Großchancen von Brandon Buck, Willl Acton und Chris Brown kann ich mich hingegen in beiden Spielen nicht erinnern. Ist es ein Problem der Ice Tigers, dass die besten Spieler auf dem Papier nicht die besten Spieler auf dem Eis sind?
Kofler: (überlegt lange, sehr lange) Grundsätzlich rede ich hier nicht über einzelne Spieler. Es gibt auch kein böses Wort. Wie Sie schon gesagt haben, ich halte meinen Kopf gerne hin. Aber es ist immer noch ein Teamsport, in dem es gleichgültig ist, wer die Tore schießt. Wir müssen sie halt nur schießen.

Im Nachhinein ist es natürlich immer superschlau, gerade von uns, die wir da auf der Pressetribüne sitzen. Aber wenn Sie noch einmal die Möglichkeit hätten, eine Power-Play-Formation zu diesem zweiminütigen 5-3 aufs Eis zu schicken, würden Sie sich noch einmal für Oliver Mebus auf der exponierten Position des Pointmans entscheiden?
Kofler: Sie erwarten nicht wirklich eine Antwort auf diese Frage? Das können Sie Kurt Kleinendorst fragen, wenn er wieder hier ist. Nur so viel: Oliver ist ein Profi. Oliver ist der Erste, der aufgestanden ist, um Verantwortung zu übernehmen. Das zeichnet ihn aus. Auf dem Eis. Und in der Kabine.

Der Moment

Oliver Mebus kam als Ergänzungsspieler nach Nürnberg. Als ein Verteidiger, der in Krefeld nicht mehr als gut genug für die DEL erachtet wurde. Als Ice Tiger entwickelte er sich zu einem der besten deutschen Verteidiger der Liga, zum Nationalspieler, zu einer Identifikationsfigur. Gegen Wolfsburg hatte er kürzlich einen Schuss geblockt und weitergespielt. Gegen Wolfsburg hatte er sich in seiner letzten Situation offensichtlich schwerer verletzt. Zwei Tage später stand er in Berlin wieder auf dem Eis. Er hat in Augsburg gespielt und er hatte gegen München die meiste Eiszeit. Und dann stand er im wichtigen Power-Play nach Chad Bassens 1:4 an der blauen Linie, weil er an seinem Schuss gearbeitet hatte und weil er bei den Ice Tigers zumindest den härtesten Schuss hat. Man kann es kurz machen: Mebus hat in dieser Rolle nicht überzeugt. Wie eigentlich bis auf Daniel Fischbuch kaum jemand in dieser Rolle überzeugt. Nach einem Power-Play im zweiten Drittel, das, tja, Oliver Mebus zu einem Penalty Killing machte, war Kevin Schulze auf dem Eis, überzeugte durch seine Entscheidungen, seinen Schuss und seinen Instinkt. Power-Play darf er trotzdem auch weiterhin nicht spielen. Warum auch immer. Aber das nur nebenbei. Oliver Mebus ist einer der besten deutschen Verteidiger in der DEL, an dieser Einschätzung wird auch eine zweiwöchige Schwächephase nichts ändern. Aber Oliver Mebus sollte nicht ein wichtiges 5-3-Überzahlspiel organisieren müssen, in der Hoffnung auf einen Abpraller nach einem mächtigen Schüsse. Ja, es ist leicht, aber ich bleibe dabei: Man hat ihm keinen Gefallen getan, ihm in diesen 1:56 Minuten der Beurteilung des defätistischen fränkischen Eishockey-Publikums auszusetzen.

Three Stars

Was für ein Solo. Welch ein schöner Pass. Und dann waren da noch diese beiden überraschend krachenden Checks – die natürlich vor allem deshalb im Gedächtnis bleiben, weil sonst kein Ice Tiger mehr krachende Checks fährt. Aber es war ein guter Auftritt von Philippe Dupuis, ein Auftritt, der an den Philippe Dupuis aus der Zeit vor den Playoffs 2019 erinnert. Ein Auftritt, der Mut macht – am meisten ihm selbst.

Foto: Thomas Hahn/Zink

Brandon Buck hat in den letzten fünf Spielen ein Tor geschossen, Will Acton (ansonsten kein weiterer Kommentar zu dieser Leistung) keines, Chris Brown auch nicht. Daniel Fischbuch hat in den letzten sechs Spielen hingegen sechs Punkte gesammelt. Gegen München war er der einzige Nürnberger, der die Abwehr des Spitzenreiters immer wieder gefordert hat. In der schwersten Phase für die Mannschaft beweist er, dass sein herausragender Saisonstart kein Zufall war.

Foto: Thomas Hahn/Zink

Nürnbergs bester Verteidiger an diesem Abend, der eigentlich keine Superlativ verdient hat: der Stürmer Marcus Weber (diese Einschätzung stammt nicht von mir, vielleicht ist sie deshalb so richtig). Leider habe ich vergessen, nach Brett Festerling zu fragen.

Foto: Thomas Hahn/Zink

Und sonst?

Muss ich ankündigen, dass es hier nach dem Heimspiel gegen Iserlohn am Montag keinen Eintrag geben wird.

11 Kommentare in “Spiel 31: Kein Gefallen

11 Comments
  1. Ja, ich weiß das hier ist der Tigerblog und ja, ich weiß es geht hier um EISHOCKEY! Und jaaaa (fast) keinen interessiert es was der jeweilige Kommentator rund um das Spiel gegessen, gelesen oder mit wem er sich unterhalten hat. (Deshalb gleich der Hinweis: der erste Teil meines Eintrags beschäftigt sich mehr mit mir selbst als mit dem Eishockey!)
    Am Tag vor und am Tag des Spiels gegen die Münchner hatte ich ein paar mediale Begegnungen die über den Sport hinaus führen, wohl aber am Ende doch bei meiner Beurteilung der Tiger rund um die „Jahresendrallye“ mit einfließen!
    Da war ein Podcast des Dlf Kultur mit dem Musiker und Konzeptkünstler Friedrich Liechtenstein. Ich habe mir im Anschluss wieder mal seinen kultigen Edeka-Spot angeschaut und war wieder einmal über seine elegante Lässigkeit begeistert. Trotz seiner nicht überragenden tänzerischen Fähigkeit und eines trivialen Themas (Bio-Apfelsaft, Müsli, softes Toilettenpapier ect.) brachte er alles „supergeil“ rüber!
    Dann war da auf meiner Twitter-Timeline ein Liveanruf des WDR Intendanten zu einem offensichtlich verunglückten Satireversuch innerhalb seines Senders (#Umweltsau). Ich weiß nicht um was es genau in dem Beitrag ging (abgesehen davon das wohl die ältere Generation als nicht unwesentlich am Wandel des Klimas beteiligt sein soll/ ist – und ich lasse es offen ob man darunter klassisch das Wetter oder die Dialogkultur ansieht!). Aber wenn eine Führungskraft meint mitteilen zu müssen, das er am Krankenbett seines Vaters sitzt und den Beitrag einer seiner Redaktionen in Grund und Boden öffentlich kritisiert, dann ist das schon ein Bemerkenswerter Vorgang!
    Abschließend will ich allen, die bis hierher durchgehalten haben, mitteilen, das ich just gestern Abend in meinem Weihnachts-Geschenke-Buch von Rick Klein oder Günter Goldmann oder wie die beiden Autoren nun genau heißen 🙂 Ich bin just an der Stelle angelangt an der Rick Goldmann versucht den Unterschied des WM Teams von 1996 und dem von 1998 zu erklären.
    Und nun komme ich endlich nach einem Gang durch einen Edeka-Shop und dem medialen Sturm rund um den WDR doch wieder auf oder ans Eis!
    Wenn man die Form-und Tabellenkurve der Top 3und der Down 3 mal weglässt, so sind im Zwischenbereich von Platz 4 bis 11 fast alle Konstellationen hinsichtlich der Playoffs noch möglich. Keine (und ich betone KEINE) der Mannschaften von Berlin bis Nürnberg ist davor gefeit eine Niederlagenserie von fünf-acht Spielen hinzulegen und ergo gilt auch das selbe für eine Siegesserie in selber Dimension!!!
    Was allerdings den Nürnbergern, unseren (!) Nürnbergern derzeit abgeht ist dieses lässige „supergeil“Gefühl wie es Friedrich Liechtenstein beim betrachten von TK Pommes spürt und wie es z.B. unser ehemaliger IceTiger Fredrik Eriksson bei seinem Siegestreffer gegen Köln gezeigt hat! Solch einen genialen Treffer traue ich technisch einigen Nürnbergern zu, vom Kopf her im Moment her aber gar keinen! Und damit wäre ich bei Rick Goldmann und seiner Beschreibung der Unterschiede zwischen einem Überraschungsteam und einer Mannschaft die am Ende mit wenig bis gar keinen Erfolg dasteht: „It`s the stupid head thing!“ würde ich von außen sagen. Es sind im Spiel der Tiger nur geringe Unterschiede zu sehen, zu der Zeit die uns (!) bis auf Platz fünf geführt hat, aber es sind die oftmals geringen Unterschiede im Tempo, in der Aggressivität (damit meine ich nicht die hässlichen Fouls und Schlägereien, über die zu Recht gerade wieder vermehrt diskutiert werden), in der Passgenauigkeit, im kreativen Moment! Wäre Eishockey Fussball, es wäre eine gute Idee ein paar Spielern einige Spiele Auszeit zu gönnen! Da aber das eine nichts mit dem anderen zu tun hat und in einer Phase von „alle zwei Tage ein Spiel“ schon ein Hauch Playoff-Stimmung durch die Eishallen des Landes weht, müssen wohl alle durch diese Saisonphase gemeinsam durch! Bitter ist es natürlich, das jetzt wo keine BL und keine Skispringer und Biathleten des Sportteil dominieren, die sportliche Krise in Nürnberg ein Gastspiel (!?!) gibt. Gerade im Blick auf Zuschauer- und Merchandisingeinnahmen und die Neuaufstellung im Sponsorenbereich wären ein paar positive Meldungen Gold wert gewesen – und ein Sieg gegen den Spitzenreiter bringt zwar nicht mehr Punkte als ein Sieg gegen Iserlohn oder Bremerhaven, wohl aber deutlich mehr Aufmerksamkeit!

    Somit bleibt mir nur noch anzuerkennen, dass das öffentliche Auftreten der Verantwortlichen top ist! Natürlich kann man aus dem Subtext Sebastians`s Blog herauslesen, das Manuel Kofler mit einigen Spielerleistungen nicht einverstanden ist, aber weder poltert ein Verantwortlicher laut krakeelend durch die mediale Öffentlichkeit, noch wird ein Spieler in schlechtester Tom-Buhrow-Manier öffentlich bloß gestellt!
    Deshalb bin ich ganz zuversichtlich das die Tiger wieder in die Spur kommen und bis dahin schaue ich/ schauen wir einfach mehr U 20 WM an und hoffen das wir bei Spielen der DEB Auswahl noch die eine oder andere Überraschung erleben dürfen!
    In dem Sinne wünsche ich uns allen das wir mit einer entspannt-lässigen Stimmung „supergeil“ in das neue Jahrzehnt starten!

  2. Also gut, lassen wir die Enttäuschung und Sprachlosigkeit über die aktuelle Misserfolgsserie mal beiseite gegen ein massiv dezimiertes Mannheim, gegen ein Wolfsburg das egal wie der Trainer heißt immer eine passende Taktik gegen uns findet, gegen ein Augsburg dem man Schützenhilfe gegen die eigene Krise gegeben hat und gegen München das auch mit 2 Reihen und einem gelernten Feldspieler gegen uns gewonnen hätte. Und erwärmen wir uns an dem besten deutschen Verteidiger, dem im Herbst herausragenden und inzwischen mittelmäßigen No 1 Torhüter, den klangvollen Namen unserer Importspieler, den Kleinigkeiten die die Mannschaft nur irgendwann besser machen soll, an der Schwächephase die alle Mannschaften im laufe der Saison durchleben, an den wirklich wichtigen Dingen im Leben: dann erwarte ich aber, dass auch unsere Verantwortlichen geeignete Maßnahmen ergreifen, dass gegen Iserlohn eine Siegesserie gestartet wird, die uns zurück in die Playoffs bringt, was für den wirtschaftlichen Fortbestand des Sports hier in Nürnberg kaum unbedeutend sein dürfte. Nicht mehr und nicht weniger, eben das, was alle anderen Mannschaften, außer Iserlohn, Krefeld und Schwenningen (wer weiß, was die noch draufhaben?) im laufe der Saison auch wieder geschafft haben. Gutes Gelingen.

  3. Neben dem fahrlässigen Verteidigen vor dem eigenen Tor, dem offensiv harmlosen und in Summe blutleeren Auftritt ist das was mich gestern am meisten störte die Pfiffe gegen Y. Ehliz.
    Y. Ehliz hat eine wirtschaftliche und sportliche Entscheidung getroffen, die absolut richtig für ihn war. Die Umstände waren zugegeben etwas unglücklich, aber die Pfiffe beruhen einzig und allein auf einen absolut unprofessionellen und peinlichen post auf FB der Ice Tigers, der das Niveau eines trotzigen Dreijährigen hatte.
    Bleibt zu hoffen das Yasin im einen Ohr seinen Meisterring hat und im anderen bald einen zweiten tragen kann, so dass er diese Peinlichkeit nicht mehr hören muss.
    Viele Diskussionen drehen sich in letzter Zeit immer um Respekt. Das in hätte ihn gestern, als er nach seinem Treffer nicht jubelte. Jetzt ist es an uns diesen Respekt auch ihm gegenüber zu zeigen.

  4. Hallo,

    auch am Tag danach bin ich noch immer tief endtäuscht vom Auftreten des Team.
    Ob eine Formkriese ist, ob es das wahre Leistungsvermögen einer bis Dezember über seine Verhältnisse spielenden Truppe ist, ob das Interview von Wolfgang Gastner in Berlin oder gar, wie schon kolportiert, alle schon andernorts Verträge unterzeichnet haben (Franken halt…), wird die Zeit zeigen.

    Eines ist aber gewiss: mit solchen Leistungen werden die dringend benötigten Sponsoren nicht an Bord geholt. Ein volles Haus, Derby, blutleere Leistung. Der von Sebastian völlig zurecht bei den Zuschauern angeprangerte Defätismus ist bei mir nach dem 0:2 von der Mannschaft übergesprungen. Niemand in der Arena hat noch an einen Sieg geglaubt. Am wenigstens die Truppe selbst. Dass übrigens Bassen (Dupuis & Weber) das einzige Tor machten, spricht für sich.

    Bleibt zu hoffen, dass der aktuell formstärkste Defender, Festerling, nicht länger ausfällt.

    Fazit: Im Moment verspüre ich keinerlei Lust, am Montag schon wieder 4 Stunden für diese Truppe zu opfern.

    Gruß
    Stefan

  5. Eigentlich ist ja alles gesagt. Trotzdem auch von mir noch ein paar Zeilen.
    Ich denke, es gibt in der Nürnberger Eishockeywelt niemanden, der ernsthaft an einen Zufall glaubt, dass die Misere der Tiger genau an jenem Tag begann, an dem die tragische Nachricht über Scots Tod verbreitet wurde. Seitdem fehlt das unbedingte Selbstvertrauen in die eigene Stärke, der Spirit. Damit kann man natürlich eine Leistung wie die von Acton gestern nicht entschuldigen, wohl aber dass es halt momentan insgesamt nicht flutscht.
    Was aber die letzten Spiele auch gezeigt haben: man kann in der DEL mit maximal 7 Ausländern kein konstant hohes Leistungsniveau halten, insbesondere wenn man nicht über Sturmreihen a la Gogulla – Ehliz – Hager verfügt. Es hat lange Zeit funktioniert, auch weil der unverletzte Teil des Teams am Limit gespielt hat, aber gerade im November/Dezember haben andere Mannschaften (wie üblich) punktuell nachgebessert und haben damit das Quäntchen mehr Benzin im Tank. Eder mag ein veritabler Arbeiter sein, aber er ersetzt weder Pföderl noch O’Brien. Und das wird sich in der Spieltagshatz der nahen Zukunft wohl nicht so schnell ändern.

  6. Ja wir haben in allen Spielen die wir verloren haben gut gespielt und mit Pech und sind an anderen Kleinigkeiten gescheitert. So der Tenor der Verantwortlichen. Es hat mich schon überrascht dass es mit dem Verlust eines Playoff Platzes so schnell ging. Ich frage mich ob die Spieler den Trainern überhaupt noch Zuhören und bereit sind das Umzusetzen. Zum Spiel gegen München nur so viel, in keiner Phase waren wir in der Lage den Münchenern Paroli zu bieten, die nicht mehr taten als notwendig (mit einem stark dezimierten Kader) um den Sieg über die Runden zu bringen. Es sind jetzt die Trainer und vor allem die Spieler gefordert sonst erleben wir vielleicht eine Saison ohne Playoff, was das Wirtschaftlich bedeutet brauche ich nicht zu betonen.

  7. Irgendwie fehlt der Mannschaft derzeit vieles: Zweikampfstärke, Leichtigkeit und teilweise den Willen über den Kampf ins Spiel zu kommen.

    Mebus/Bender würde ich auseinander zerren und beiden mal wieder einen AL Verteidiger zur Seite stellen. Das Pärchen gefällt mir irgendwie nicht so, da vermisse ich die Sicherheit.
    Langmann würde ich gerne mal 3-4 Spiele am Stück wünschen, oder will man ihn nicht aufbauen zu einem starken Backup? So wird er wohl nur ein Durchlaufposten sein….

    Mebus hat man im Powerplay gestern keinen Gefallen getan, da kam auch aus dem Block bereits einiges an Unmut. Das teilweise Bassen im Powerplay auf dem Eis war stimmt mich nachdenklich bei der eigentlich vorhanden Qualität.

    Die Schmähgesänge gegen Ehliz waren einfach nur peinlich. Irgendwann muss auch mal gut sein.

    Zu den besseren Spielern gestern würde ich noch Buck und Bassen zählen sowie Dups.

    Allen schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr.

  8. Hallo zusammen,

    ich schlage hier mal in eine andere Richtung, zumindest teilweise. Zum Spiel gestern, fällt es mir nicht leicht einzelne zu kritisieren, weil es einfach eine miserable Mannschaftsleistung war. Den Willen das Spiel zu gewinnen, habe ich nur bei Eder, Reimer, Alanov, Weber und Dupius gesehen.

    Der Rest der Mannschaft hat für mich einfach keine richtige Einstellung und darum war es auch so ruhig in der Halle. Für mich als Fan ist zu keiner Zeit der Funke übergesprungen. Ich habe nie gemerkt, dass die Mannschaft alles dafür tut um zu gewinnen. Darum war für mich auch nachdem zweiten Drittel schluss. Ich tu mich wahnsinnig schwer mir etwas anzuschauen, wenn nicht alle versuchen das Spiel zu gewinnen. Und darum war es für mich persönlich auch okay, dass nichts von den Rängen kam.

    Ich bin hier auch ganz ehrlich, ich habe absolut keine Lust mir das Spiel am Montag anzuschauen. Ich bin der letzte der sich beschwert wenn die Mannschaft verliert, wenn jeder alles dafür tut, um dies zu verhindern.

    Achja und die Pfiffe gegen Ehliz hätten gestern andere verdient und zwar unser Team.

    Nachdem morgen kein Blog kommt, wünsche ich euch allen einen guten Rutsch! Ich hoffe sehr, dass wir uns nächstes Jahr zu dieser Zeit noch über Nürnberger DEL-Eishockey unterhalten können…

  9. In den Vorkommentaren wurde eigentlich schon alles gesagt, aber ich gebe meinen Senf dennoch dazu.
    Es war ein enttäuschender Auftritt, allerdings nicht ganz unerwartet, wenn man sich den Trend aus den letzten Spielen ansieht. Nach dem starken Auftritt in Ingolstadt gab es einen Bruch. Allerdings hätte man erwarten können, dass sich das Team angesichts der Kulisse und des Gegners richtig ins Zeug legt.
    Und das ist der eigentliche Kritikpunkt: Wenn bis ins letzte Drittel (wo es die Münchner etwas ruhiger angingen, ohne die Kontrolle über das Spiel zu verlieren) quasi jeder Zweikampf an der Bande verloren ging, dann ist das enttäuschend!
    Über die Ursachen dieser unguten Entwicklung lässt sich angesichts der vorliegenden Fakten nur spekulieren. Ich denke, es gibt nicht nur den einen Grund. Dass man bisher am oberen Limit gespielt hat liegt mMn auf der Hand. Das Ganze, sprich das Team, war immer besser als die Summe der Einzelteile. Wenn aber die meisten der potentiellen Leistungsträger derart unter ihren Möglichkeiten bleiben, dann ist das ein Problem und nicht zu kompensieren.
    Gut möglich, dass auch die scheinbar(!) unsichere Entwicklung hinsichtlich Zukunft eine Rolle spielt.
    Lt. Herrn Gastner fehlen noch Unterschriften von (entscheidenden?) Sponsoren. Sprich die Situation hinsichtlich Vertragsverhandlungen, -verlängerungen, etc. ist momentan unsicher. Das mag dem ein oder anderen Spieler natürlich auch zu denken geben, und man wäre geneigt, das Angebot eines anderen Clubs eher anzunehmen…
    Außerdem habe ich Zweifel, ob wir für das kraftintensive System der Trainer auf Dauer die richtigen Spieler haben, noch dazu bei dieser anhaltenden Verletzungsmisere. Der Kader ist zu dünn besetzt! Wie uns ein dezimiertes RB-Team in Sachen Schnelligkeit und Zweikampfverhalten derart überlegen sein konnte, gibt mir schon zu denken. Die Häufung von individuellen Fehlern, Fehlpässen, schlechter Puckannahme, etc., ist vermutlich auch auf eine mentale und körperliche Müdigkeit zurückzuführen.

  10. Auch von mir wieder ein Kommentar.
    Ich war ehrlich gesagt gestern echt erschüttert was ich sehen musste. Schlechter Tag, o.k…., Neben der Spur.., o.k., aber zu keiner Zeit zu zeigen das man irgendwas versucht um ein Spiel zu gewinnen.., NO.., so nicht.
    München hatte ja nur so gespielt wie es muss um hier zu gewinnen.., ehrlich gesagt fand ich (keine Schmähung..) Mannheim noch stärker..mag aber vielleicht am Weihnachtsfest liegen, das München gnädig sein wollte.
    Ich bleib dabei.., die Abwehr ist eigentlich nur Begleitservice für die Gegner…falls wir es nicht verhindern …richtet es doch eh der (überspielte???) Treutle!
    Zu Ehliz schließe ich mich Stefan von heute um 8.40 an.., Kindergarten mittlerweile! Das wiederum darf man aber nicht in Facebook (ja..manchmal sollte man einfach die Klappe halten…ich weiß) sagen.., da wird einen gleich vorgeworfen, man lasse sich gerne von einem „Verräter“ verarschen….*gäääähn zu dem Gesülze*.
    Ich habe es gestern zum widerholten Male zu allen um mich herum gesagt.., warum soll ich mich als Fan (immerhin seit fast 25 Jahren) „verausgaben“ wenn ich nicht das gleiche Gefühl vom Eis zurück bekomme??? Ich überlege mir morgen ebenso wie alle anderen hier, ob ich wieder 18€ zum Fenster rauswerfe um eine schlechte Leistung zu sehen.
    Was mich an der letzten Saison mit am meisten gestört hat war dieses übertrieben positive Gerede von der super Stimmung innerhalb der Mannschaft und in der Kabine.., das gleiche finde ich, haben wir in etwas anderer Form dieses Jahr doch schon wieder!!! Durchhalteparolen???
    Momentan macht es einfach keinen Spaß.., vor allem weil man ja gesehen hat, das es die Jungs doch wirklich drauf haben.., also..wo ist dieses Spiel hin????
    Ach.., usw. usw…., jetzt muss ich mich bremsen….!
    Egal wie… ich wünsche allen und vor allem Sebastian einen guten Rutsch ins neue Jahr…, das hoffentlich besser anfängt als es aus Tigers Sicht aufhört!!!!
    Macht´s gut…bis nächstes Jahr!

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