Spiel 24: It’s a shame

Foto: Thomas Hahn/Zink

Im Fernseher spricht Matthias Brandt gerade über Klatschpappen. Und natürlich kann das kein Zufall sein, kurz nachdem ich ein weiteres Mal staunend beobachtet habe, wie glücklich Menschen sein können, wenn der DJ den Cotton Eye Joe auflegt und sie dazu ein raffiniert gefaltetes Werbeprospekt rhythmisch gegen ein beliebiges Körperteil schlagen dürfen. In Eishockey-Deutschland wird Nürnberg dafür belächelt. Beides, sowohl der Glücksgewinn durch pappklatschen als auch der Spott, irritiert mich. Wenn aber ein so ein kluger Schauspieler und Schriftsteller wie Matthias Brandt die Klatschpappe im „Literarischen Quartett“ thematisiert, dann muss ich meine Einstellung zu beidem noch einmal überdenken. Das gilt wahrscheinlich auch für die Beurteilung des 2:3 (0:0, 2:1, 0:2) der Ice Tigers gegen die Straubing Tigers.

Warm-up

  • Tom Pokel war sprachlos. Und wie so oft, wenn jemand Sprachlosigkeit eingesteht, folgt ein Sprachschwall. Pokel hatte dieses Spiel begeistert, hatte die Leistung seiner Mannschaft begeistert, hatte Jeff Zatkoff begeistert. Der Trainer der Tigers war also: begeistert. Woran das Ergebnis des Spiels sicherlich nicht unschuldig war.
  • Pokel erzählte, dass auch er seine Mannschaft „umgebastelt“ habe (allerdings im Schlussdrittel und nicht bereits nach zehn Minuten). Er sprach von „emotion swings“ (und vermied dabei das Wort Momentum). Und hob noch einmal die Stärke seiner Mannschaft im Schlussdrittel hervor. 36 Tore – keine andere DEL-Mannschaft in den letzten 20 Minuten so viele Tore erzielt. München kommt bislang auf 31. Nürnberg belegt in dieser (uns von Le Affan zugänglich gemachten) Statistik Platz fünf mit 25 Toren. Wäre dieser Wert am Freitagabend zum richtigen Zeitpunkt um eins erhöht worden, belegten die Ice Tigers nun Platz vier.
  • Im Schlussdrittel aber haben nur Jeremy Williams und Kael Mouillierat getroffen, weshalb Nürnberg erstmal wieder aus den Top6 gerutscht ist. Als Siebter treten die Ice Tigers am Sonntag bei den Kölner Haien an, die seit dem Deutschland Cup sechs von sieben Spielen gewonnen und das siebte erst in der Verlängerung verloren haben. Köln hat also seit der Pause immer gepunktet. Nürnberg hätte immer punkten können. Das ist ein Unterschied.
  • Kurt Kleinendorst hat derweil die Schiedsrichter gelobt. Dafür dass sie vieles haben laufen lassen, ohne die Kontrolle über das Spiel aus den Händen zu geben. Natürlich hatte es diskutable Szenen gegeben (und an mindestens der Hälfte davon war Benedikt Schopper beteiligt), aber im Nachhinein muss man dem Nürnberger Trainer recht geben. Die Leistung der Schiedsrichter war sicherlich ein Grund für den Unterhaltungswert der Partie.
  • Es war nur ein Randaspekt dieses Spiels, aber ein Randaspekt, mit dem man sich durchaus ein bisschen näher beschäftigen kann: Seit Saisonbeginn bastelt Kurt Kleinendorst am Power-Play. Die Ergebnisse sind erstaunlich, wenngleich keineswegs befriedigend. Der Coach hat Chris Summers das Überzahlspiel der ersten Formation organisieren lassen, dann Patrick Reimer und mit anfänglich großem Erfolg Daniel Fischbuch. Er hat fünf Stürmer aufgeboten, dann Oliver Mebus und zuletzt Tim Bender. Besser wurde überhaupt nichts. Seit dem Deutschland Cup ist Nürnberg die fünftbeste Mannschaft nach Punkten und die dreizehnte und damit vorletzte nach Power-Play-Erfolgsquote. Aus 25 Möglichkeiten hat Nürnberg nur zwei Tore erzielt. Immerhin sind das doppelt so viele wie Iserlohn in diesem Zeitraum.
  • Mit dem Spiel gegen Straubing hat sich inzwischen bis auf Marcus Weber jeder (gelernte) Verteidiger im Power-Play versuchen dürfen. Ja, sogar Brett Festerling. Ja, die Ice Tigers hatten nur ein Power-Play. Und, ja, mein Respekt gilt grundsätzlich jedem, der auf diesem Niveau Eishockey spielen kann, insbesondere Brett Festerling, den ich gesund für einen der besten Defensivverteidiger der Liga halte. Aber, nein, das war keine gute Idee. Kleinendorst hat das bestätigt. Und er hat auch ob meiner Nachfrage, warum Schulze aus der Power-Play-Rotation gerutscht ist, nicht verärgert reagiert. Stattdessen würdigte er Schulzes Eishockeyverstand. Ich könnte mir vorstellen, dass Schulze, vielleicht auch ob seines Treffers gegen Straubing, sich das Power-Play schon bald nicht mehr von der Bank wird anschauen müssen.
  • 48/52, 2/54 (für Bozen in der EBEL), 12/52, 41/52 – 103 Spiele hat Joachim Ramoser in seinen ersten vier Jahren als Eishockey-Profi absolviert. 107 hat er verpasst. Nach Nürnberg sind Spieler mit dem Ruf gekommen, schwierig zu sein. Der Südtiroler kam mit dem Ruf, verletzungsanfällig zu sein. Es ist immer wieder schön, wenn sich herausstellt, dass man auf den Ruf nicht allzu viel geben sollte. Ramoser hat seinen Ruf leider bestätigt. Seit Mitte des ersten Drittels des Spiels in Bremerhaven ist der Spektakelstürmer verletzt, zum dritten Mal in dieser Saison. Nur, warum ist das so? Ramoser arbeitet hart, nicht nur im Spiel. Ramoser ist breit und beinahe ebenso tief, sein Training scheint er seiner Spielweise angepasst zu haben. Ramoser fährt immer als Erster in die Bande, in Spielertrauben rast er hinein wie Obelix in Römerpatrouillen. Dafür braucht es einen stabilen Körper. Und genau den hat sich Ramoser antrainiert. Trotzdem fällt er schon wieder aus, mindestens zwei Monate lang. Für die Ice Tigers ist das schade, weil Ramoser in all seinen 16 Spielen so gewirkt hat, als könnte er noch viel mehr geben (Tore und Vorlagen, Energie war kaum möglich). Für Ramoser ist es verheerend. Wieder muss er sich gedulden, abseits des Eises hart arbeiten, ohne sich dafür auf dem Eis belohnen zu können. Wieder wird er sich aus dem Athletikraum der Ice Tigers schleichen, um mit traurigem Blick dem Training der Gesunden zuzusehen. Und wieder wird er sich an das Tempo und die Aggressivität eines Eishockey-Spiels neu gewöhnen müssen. Dass er sich erneut nicht durch ein Foul verletzt hat, sondern durch einen Allerweltszusammenprall wird ihm allerdings zu denken geben. Ramoser hat stabilisierende Muskeln wie kaum ein zweiter DEL-Profi, aber wenn die Spannung fehlt, können auch die dicksten Muskeln eine Verletzung nicht vermeiden.

Das Spiel

Foto: Thomas Hahn/Zink

Nach elf Sekunden stand es noch immer Nullnull. Seit dem Derby gegen Augsburg ist das ja nicht mehr selbstverständlich. Allerdings hatte Straubing da schon dreimal auf Niklas Treutle geschossen. Und das war nur der Beginn einer Anfangsphase, die man als historisch misslungen bezeichnen darf und in der die Ice Tigers nur für sich beanspruchen dürfen, dass sie kaum Chancen aus Hochrisikobereichen zugelassen haben. Auf dem Bank fieberte Kurt Kleinendorst derweil der Powerpause entgegen. In der Trainingswoche zuvor hatte er die Reihen wieder einmal umgestellt, natürlich, weil er durch die Verletzung von Ramoser dazu gezwungen war, aber eben auch, weil er etwas ausprobieren wollte. „Ich hatte also neue Reihen an den Start gebracht“, sagte er nach der Pressekonferenz, pausierte, lächelte und fügte an: „Und das hat überhaupt nicht funktioniert. Nennt mich verrückt, aber für mich hat das so ausgesehen, als würden wir nicht mehr aus unserem Drittel kommen.“ Niemand muss ihn verrückt heißen, genau so hat es ausgesehen. „Ich habe also diesem Power-Break entgegengefiebert. Denn die neuen Reihen hatte ich längst notiert. Danach waren wir die bessere Mannschaft.“ Tatsächlich hat nur der alte Eugen Alanov die Führung der Ice Tigers verhindert. Der neue Alanov hätte den herrlichen Angriff über Patrick Reimer und Tom Gilbert selbstverständlich durch das 1:0 abgeschlossen. In dieser 14. Minute aber hatte sich wieder der alte Alanov aufs Eis geschlichen. Es spricht auch für die Defensivleistung, dass die Tigers in 59 Minuten und 15 Sekunden nur durch einen individuellen Fehler (Reimers Vorlage auf Balisy) und eine individuelle Glanzleistung durch Jeremy Williams (Niklas Treutle sieht das sicher anders, aber ich weigere mich, beim 2:2 einen Torhüterfehler zu sehen) zu Toren gekommen sind. Sie selbst hätten das Spiel allerdings in der Offensive entscheiden müssen. Alanov aber schoss am Tor vorbei, Daniel Fischbuch gelang es nicht mehr, den Puck nach einer schönen Penalty-Bewegung über Zatkoffs Schiene zu heben, Rylan Schwartz traf mit der Rückhand ebenfalls noch nicht einmal das Tor und Max Kislinger den Puck nicht. Pokel bedankte sich deshalb bei Zatkoff, er hätte sich aber auch bei den Ice Tigers bedanken können. Wobei das sicher mit einer Einschätzung zu tun hat, die ich sehr sorgfältig erklären muss (in einem ersten Versuch ist mir das verbal nicht gelungen). In Partien wie diesem für DEL-Verhältnisse hochklassigem Dezemberspiel zeigt sich, dass es den Ice Tigers ohne eine komplette mögliche Sturmreihe mit Ramoser/O‘Brien/Cangelosi in der Tiefe an Qualität fehlt. Gerade im Schlussdrittel brachte die vierte Reihe noch einmal genau das, was man von vierten Reihen erwarten darf: Energie. Wie die Eder-Reihe aber blieb auch diese Formation vollkommen harmlos. In Buck, Brown, (hin und wieder auch:) Acton und Reimer haben die Ice Tigers herausragende Offensivspieler, aber vier von dieser Qualität haben viele Teams in der DEL – und mehr. Das System, die Laufbereitschaft, die bislang tadellose Einstellung und die Freude am Spiel machen aus einer Mannschaft, die ob der vielen Verletzten nach dem Talent allenfalls um Platz zehn spielen sollte, eine Mannschaft, die sehr wohl auf einen Platz unter den ersten sechs Teams hoffen darf. Die Entstehung des 2:3 hat Kleinendorst ausführlich geschildert, entscheidend war aber nur ein Satz, den er mehrmals wiederholt hat: „It’s a shame.“ Was „Es ist eine Schande“ bedeuten kann, wenn es Talk Talk singt. Aber eben auch: „Es ist schade.“ Und es war ja tatsächlich schade, dass die Ice Tigers in ihrer besten Phase des Spiels das entscheidende Tor kassiert haben.

Der Moment

Bis zu den Playoffs, bis also Spiele wieder kurz vor Mitternacht in der 91. oder in der 107. Minute entschieden werden, sind Unterzahltore das Beste, was Eishockey an Jubelanlässen zu bieten hat. Das lässt sich wunderbar am 1:1 durch Patrick Reimer erklären. In der ersten von zwei Straubinger Power-Play-Gelegenheiten passierte den Gästen genau das, wovor Kurt Kleinendorst offenbar so große Angst hatte, dass er Summers/Festerling im Power-Play aufs Eis schickte. Ein kleines Missverständnis, ein kleiner technischer Fehler und schon war Patrick Reimer auf und davon. Das Publikum erkannte sofort, dass der Kapitän den Abschluss suchen würde (Anschwellen des Lautstärke-Pegels). Alle anderen sahen es spätestens, als Reimer aufzog wie andere am Hau-den-Lukas-Stand („Schieß halt“). Wahrscheinlich hat er absichtlich vorbeigeschossen, um Will Acton die Gelegenheit zum Traumpass zu geben. Acton lieferte. Und Reimer schloss ab. Riesenjubel bei Reimer und Acton und dem Teil der 4904 Zuschauer, die mit den Ice Tigers hielten. Unterzahltore, so großartig.

Three Stars

Die Kollegen würden mir abraten, aber mir hat Daniel Fischbuch gut gefallen. Gerade seine Trotzigkeit und sein Backcheck im ersten Drittel waren vielversprechend. Das Klopfen auf dem Eis sollte er sich hingegen abgewöhnen, um ihm nicht von beiden Teams verachtet zu werden.

Zweimal eingeschlafen, deshalb in aller Kürze: Will Acton, der offensiv viele starke Aktionen hatte (wobei für die Mannschaft ärgerlich ist, dass der Abschluss dazu auch weiterhin nicht zählt).

Foto: Thomas Hahn/Zink

Und Kevin Schulze, weil eben Kevin Schulze.

Und sonst?

Hab‘ ich wieder einmal ein Buch geschrieben. Über Eishockey. Einen Einfall, den ich nicht exklusiv hatte. Etwa 80 Seiten waren geschrieben, als Rick Goldmann den Verkaufsstart seines Buches ankündigte. Angeblich wurden von „Eiszeit“ inzwischen mehr Exemplare verkauft als von der Bibel. Goldmann und seinem Autor Günter Klein ist der Erfolg vorbehaltlos zu gönnen, der im Buch beschrieben Sportart sowieso. Ich habe jedenfalls nur Gutes gehört. Die einzige, die wiederum von meinem Buch gehört hat, ist als Lektorin beim Meyer-&-Meyer-Sportverlag angestellt. Mit „Eishockey – alles was man wissen muss“ hat es ihm direkten Vergleich einen ähnlich aufregenden Titel, aber das wesentlich schönere Cover. Weil es aber erst am 6. April erscheint, können wir darüber an dieser Stelle gerne noch ausgiebiger reden.

7 Kommentare in “Spiel 24: It’s a shame

  1. Ja so ähnlich könnte man das Spiel beschreiben. Mir sind trotzdem noch ein paar Dinge aufgefallen. Und ja ich gebe zu Acton war gestern durchaus einer der Besseren, die Frage ist nur, gab es auch deutlich schwächere? Für mich ja. Ich weiß nicht, was hinter dem System in der Verteidigung steckt, aber was hier Pässe unmittelbar in unseren Slot gespielt werden können ist wirklich beängstigend. Schlechte Rqumdeckung würde ich es nennen. Die Verteidigung ist eigentlich nur am nebenher laufen. Für mich das Duo Mebus und Bender absolut desolat. Mebus war gestern nachdem ersten Drittel absolut platt und ein Blick beim 0 zu 1 in sein Gesicht zeigt, dass es auch so so war. Bender mit einem fürchterlichem Aufbau und was mit Summers und Festerling los ist, weiß ich auch nicht. Die Verteidigung steht aus meiner Sicht überhaupt nicht und Straubing hätte das Spiel locker entscheiden können, die Abschlussmöglichkeiten aus bester Position, werden bei uns verschenkt. Und ja es ist schade um Ramoser, ist er doch einer der wenigen, der wirklich mal in die Zweikämpfe geht.

    Ich verstehe ach Kleinendorst nicht, der nachdem Augsburg-Spiel wieder die gleiche Formation für den ersten Shift auf das Eis schickt, was zur Konsequenz hatte, dass in den ersten 30 Sekunden eine Puckberührung eines Feldspielers zu sehen war und drei Schüsse von Straubing.

    Für mich war es gestern eine verdiente Niederlage. Und Fischbuch hat nichts in den Three Stars verloren. Da wäre für mich eher Weber drin.

  2. 3 individuelle Fehler durch Reimer, Treutle und Bender haben zu einer verdienten Niederlage geführt. So viel Dusel wie gegen Augsburg gibt es halt auch für unsere Ice Tigers nicht jede Woche. Die Anfälligkeit für Gegentore speziell in der letzten Spielminute ist schon bemerkenswert. Das Team muss nun höllisch aufpassen, nicht nach unten durchgereicht zu werden. Mag dramatisch klingen, kann aber schnell passieren, wenn die Leistung nicht wieder anzieht. Wenn die Einsatzzeiten etwas mehr ausbalanciert wären, würden manche Spieler auch nicht so einen platten Eindruck machen.

  3. Hey Sebastian, gibts eigentlich wieder eine Buchvorstellung von dir?

    Letztes Mal hab ich es leider nicht hinbekommen, dein Buch unser unsere IceTigers signieren zu lassen. Falls es wieder eine so eine Runde gibt, würde ich das IceTigers-Buch mitbringen.

  4. Ja, wenn fast die ganze Saison eine Sturmreihe fehlt, wird das auf Dauer zu einem Problem, zumal Buck und Brown recht blass waren, auch Fischbuch habe ich nicht so gut gesehen. Nur die Reihe um Acton hat gestern funktioniert.

    Ansonsten war es ein gutes Spiel von beiden Teams, am Ende unglücklich verloren.

  5. Hallo,

    unglücklich verloren. Was zu denken gibt, ist wieder das späte Gegentor. In den Top 3 fehlt Treutle, der den Tigern in den letzten Spielen immer die Chance gibt, zu gewinnen. Schlechtes Zeichen, aber immerhin aktuell kein neuer Verletzter.

    Straubing war nicht so stark wie ich es erwartet habe. Schopper spielt, wie Schopper halt spielt. Wirklich verwundert hat mich Acolatse. Sicheres Stellungsspiel, zweikampfstark, solider Aufbaupass und keine dreckige Aktion. Congrats an T. Pokel, offenbar hat er den Spieler erreicht wie es so schön heißt.

    Köln und Ingolstadt werden noch deutlich schwerer, mal sehn, wie sich die Defense dort schlägt. Wenn Sie so auftritt wie gestern, kommt viel Arbeit auf Treutle zu.

  6. Eines vorweg: Es tut mir sehr leid für Ramoser. Für einen Sportler gibt es kaum was schwierigeres als so oft aus zufallen und nicht aktiv sein zu können. Wünsche ihm, dass das jetzt die letzte Verletzung auf lange lange Zeit ist.

    Ein enges Spiel. Ein schnelles und gutes Spiel. Beide Teams haben versucht im Slot nicht zu viele Chancen zu zulassen. Das ist weitgehend geglückt. Bei so engen Spielen wie in diesem, muss man Chancen wie die von Alanov nutzen um zu gewinnen. Man muss…

    Bei den Gegentoren würde ich Treutle freisprechen. Auch Gilbert würde ich in dieser Situation keine Schuld zuweisen, dass er etwas zu weit weg war um den Schuss zu blocken (gibt es da andere Meinungen?). Solche (Kunst-/Glücks-)Tore gelingen eben einer Mannschaft wenn sie Selbstvertrauen und einen Lauf hat…

    Die Leistung von Bender würde ich jetzt so einzuschätzen: Uns bleiben oft die wenigen negativen Aktionen im Kopf wie z. B. ein sehr schlechter Aufbaupass oder ein „unglückliches“ Zweikampfverhalten vor dem 2:3. Aber er hat sehr viel Eiszeit und eine +10. Das darf man nicht überbewerten, kommt aber auch nicht per Zufall. In Summe glaube ich, dass er einen guten Job macht und auf jeden Fall besser als letzte Saison spielt.
    Übrigens ist die Eiszeit von Bender parallel gestiegen mit der Abnahme der Eiszeit bei Gilbert (habe ich das so richtig registriert?). Ist Gilbert leicht angeschlagen? Will man ihn nicht „verheizen“ wegen des Alters?
    Bei Mebus bin ich der Meinung, dass die vielen offensiven Vorstöße natürlich mehr Kraft kosten. Aber Spieler und Trainer können das schon einschätzen. Es kostet vermutlich mehr Kraft, wenn man wie bis zum 1. Powerbreak nur hinterher laufen muss.

    Wird die Eiszeit gut über alle Reihen verteilt, macht die Mannschaft bis zum Ende des Spiels einen fitten Eindruck (die Verletzungen haben da sicher gelegentlich Auswirkungen). Da sehe ich keine Probleme. Bei dem hohen Tempo in dem Spiel gestern und wegen der ersten Minuten war das gestern sehr kraftraubend, weshalb ich mir den ein oder anderen Shit für die 4. Reihe mehr gewünscht hätte. Im letzten Drittel konnte keine Reihe mehr so wirklich Akzente setzen…

    Treutle gehört für mich in die Top 3. Mir haben sowohl Reimer als auch Alanov besser als Acton gefallen. Und auch beide besser als Fischbuch.

    Nachdem Sebastian die Tore im letzten Drittel erwähnt hat möchte ich den Blick auf das Drittel vervollständigen:
    Mit Abstand die meisten Gegentore im 3. Drittel: 33 Gegentore (das zweitschlechteste Team mit 29 Gegentoren). Und in der Bilanz (-8) bei den Toren sind nur Ingolstadt (-9) und Krefeld (-11) noch hinter uns. Die Tore fallen oft in den Spielen, in den NIT nach dem 2. Drittel zurück liegt und versucht den Rückstand zu drehen. 5 der 33 Tore sind Empty Net Gegentore.
    12x hat NIT das 3. Drittel verloren. 8x gewonnen und 4x ist es gleich ausgegangen.

    Eines noch, was die Ice Tigers aus meiner Sicht direkt nach der Länderspielpause besser bemacht haben. Nicht so kompliziert gespielt und mehr Schüsse aufs Tor gebracht. Ich hoffe, dass dies wieder geändert werden kann.

    Ich bin sehr gespannt in welche Richtung es nun weiter läuft. In Köln gibt es oft wenig zu holen für die Ice Tigers. Da uns Ingolstadt diese Saison scheinbar ganz gut liegt glaube ich eher an Punkte dort. Nach den drei Auswärtsspielen in Folge geht es gegen Mnnhm, München und Berlin. Ein wirklich schweres Programm steht bevor…

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