Spiel 58: Alles gut im Kopf

Foto: Thomas Hahn/Sportfoto Zink

Als die Sekunden von der Uhr liefen, gaben die Mannheimer Fans ihren Spielern unmissverständlich zu verstehen, dass sie in einer Woche nicht nochmal gegen Nürnberg spielen wollen. „Noch 60 Minuten“ sind die Adler vom Halbfinale entfernt – und die Ice Tigers vom Sommerurlaub. Warum an diesem Sonntagabend beim 1:4 trotzdem nicht alles schlecht war? Die Antwort gibt es nach dem Klick.

Warm-Up

  • Marcus Weber geht es wieder gut. Das ist in einer Zeit, in der alle Spieler auf ihre Zähne beißen und auch mal über kleinere und größere Verletzungen hinwegsehen, eine gute – und die wichtigste – Nachricht. „Vom Kopf her ist alles gut“, sagte Weber im Bauch der SAP Arena, „ich habe die letzten drei Tage mit der Mannschaft trainiert und hatte das Okay von den Ärzten.“
  • Zum genauen Zustand von Oliver Mebus wollte natürlich niemand etwas sagen. Er hatte ebenfalls trainiert, am Ende entschieden sich die Ice Tigers in den Stunden vor Spiel drei dafür, dass ein Einsatz nicht in Frage kommt.
  • Während der Kollege Jennemann von der Nürnberger Zeitung und ich mit Marcus Weber und Chris Brown sprachen, lief parallel die Pressekonferenz mit den Trainern. Wir haben uns für die direkten Gespräche mit den Spielern entschieden, wer wissen will, was Martin Jiranek und Pavel Gross zu sagen hatten, schaut sich einfach die PK im Internet an. Oder die vom Freitag.
  • Thomas Hahn war nicht mit in Mannheim, er muss in ein paar Stunden wieder vor einer Schulklasse stehen, weshalb er sich gegen eine Fahrt nach Mannheim entschied. Das Foto oben ist deshalb, so viel Transparenz muss sein, eines vom vergangenen Mittwoch.
  • Die Bilder gleichen sich zuletzt. Die Ice Tigers waren am Freitag gut, sie waren an diesem Sonntagabend noch ein bisschen besser – aber Mannheim ist einfach noch viel besser. Ob das frustrierend ist? „Es ist immer frustrierend, ein Spiel zu verlieren“, sagte Chris Brown, „wenn du gewinnst, ist alles gut, wenn du verlierst nicht.“ Dann hängte er noch pflichtbewusst an, dass sie natürlich nicht frustriert sind, dass der Charakter der Mannschaft großartig sei – und dass sie am Freitag erneut versuchen werden, Mannheim zumindest ein Spiel zu klauen.
  • Überhaupt Mannheim: Chris Brown tat das, was jeder tat. Er lobte die unglaubliche Tiefe seines Gegners, „sie haben vier harte, gute Reihen und sind diszipliniert und deshalb der Favorit auf Titel“, sagte er, „es war für uns eine Challenge, Bremerhaven zu schlagen, Mannheim ist noch eine größere.
  • Es ist ungewöhnlich, dass es erst am Freitag mit Spiel vier weitergeht – für Fans, Spieler und Journalisten. Deshalb tat sich Marcus Weber auch schwer, die längere Pause einzuschätzen. Chris Brown freute sich, Kopf und Beine mal für einige Tage zu regenerieren, sein Verteidigerkollege sah das Positive darin. „Ich denke, der Vorteil ist auf unserer Seite, denn wenn sie so weiterrollen, wird es sehr schwer für uns.“

Das Spiel

Apropos weiterrollen. Zunächst schien es, als würden die Ice Tigers den rollenden Zug tatsächlich aufhalten, sie überstanden eine Unterzahl und gingen dann im Powerplay in Führung. „Mit einer Führung zu spielen, vor allem gegen eine Mannschaft mit dieser offensiven Power, ist riesig“, befand der Torschütze hinterher. Dann sagte Chris Brown einen Satz, der bezeichnend war. „Das nächste Tor wäre unglaublich gewesen.“ Doch genau das gelang den Ice Tigers nicht, Mannheim glich wenig später aus, natürlich war es wieder Markus Eisenschmid, der die Hoffnung zurückbrachte. Nürnberg spielte danach gut mit, hatte Chancen, wenn auch wenig zwingende. „Wir erspielen uns Chancen, aber meistens sind es nur Schüsse von außen, die der Endras sieht“, klagte Marcus Weber, „wir müssen mehr Leute vors Tor bringen, damit er nix sieht und wir die Chance auf Rebounds haben, sonst wird es schwer.“ Das wurde es. Mark Katic schlenzte den Puck mit viel Hoffnung aufs Tor, wo er erst vom Netz gebremst wurde, die Ice Tigers arbeiteten weiter, jubeln durfte Mannheim. Ben Smith traf per Rückhand zum 3:1, Luke Adam sorgte acht Minuten vor Schluss für den Schlusspunkt.

Der Moment

Marcus Weber sprach gerade über Mannheim, da kam er natürlich nicht umhin, auch seinen „guten Kumpel“ Markus Eisenschmid zu erwähnen. Warum der es in der AHL nicht geschafft hatte und jetzt hier so sehr glänzt? „Er hat drüben keine Überzahl und nicht so offensiv gespielt, hier wird er super eingesetzt und zeigt seine Klasse“, sagte Weber, da stoppte er mitten im Satz. Markus Eisenschmid lief den Kabinengang entlang, er strahlte, als er auf dem Weg zu den Mannheimer Journalisten war. Marcus Weber rief ihm zu, dass er gerade über die Stärken des Markus E. sprechen sollte, Sekunden später stand Eisenschmid neben uns, ein „lass‘ mich auch was sagen“ später setzte er allerdings pflichtbewusst seinen Weg fort. Und Marcus Weber redete weiter. „Wir wissen, dass er schießen kann und viel Selbstvertrauen hat, da müssen wir einfach besser aufpassen.“

Three Stars

Die Überraschung des Tages waren zwei Worte auf einem weißen Zettel. Hinter GK 1 stand auf dem Aufstellungsbogen JENIKE, Andreas – und der zahlte das Vertrauen (?) zurück. Es war ein gutes Spiel, sollte es sein letztes für die Ice Tigers gewesen sein, hat er sich mit einer akzeptablen Leistung verabschiedet. Am Freitag wird trotzdem wieder Niklas Treutle zwischen den Pfosten stehen.

Chris Brown freute sich auf die Pause. Das war nicht verwunderlich bei dem Aufwand, den der Topscorer der Ice Tigers auch an diesem Sonntagabend betrieb. Natürlich ist nicht alles perfekt, was er macht, ein Lichtblick ist er dennoch.

Der Kollege Jennemann fährt gerade dankenswerterweise die A6 nach Hause fährt, während ich hier tippe. Das Ergebnis unserer kleinen Zwei-Redaktions-Konferenz für Stern Nummer drei: Chad Bassen oder Jason Bast. Zwei Arbeiter, die immer aktiv und damit zentrale Bestandteile der letztlich guten Leistung der Ice Tigers waren. Den Stern müssen sie sich also teilen – dafür schlenderten beide mit zwei großen Boxen voller Abendessen in den Bus.

Und sonst?

Udo Scholz, der Mannheimer Hallensprecher, kündigte nach dem Spiel den Vorverkauf für Spiel fünf an – sofern mich meine Ohren nicht getäuscht haben. Ob das jetzt ernst oder als Diss gemeint war, erschloss sich mir nicht, auf dem Videowürfel wurde jedenfalls für das Freitagsspiel geworben. Einen Blogbeitrag wird es auf jeden Fall noch geben, ob den dann der Kollege Böhm (sehr wahrscheinlich) oder ich (unwahrscheinlich) schreiben werden, ist zumindest auf Höhe Schwäbisch Hall noch offen. Noch ein Grund mehr, am Freitag wieder reinzuschauen. Gute Nacht, guten Morgen, guten Tag.

18 Kommentare in “Spiel 58: Alles gut im Kopf

  1. Ein bemühen kann man der man der Mannschaft nicht absprechen, das war es dann aber auch. Ein paar Minuten dachte ich wir könnten einen Sieg davontragen.Wenn man aber ehrlich ist hatte man auch in dieser Begegnung so gut wie keine Chance dieses Spiel zu gewinnen. Jedes mal wenn man meinte es geht was, erhöhten die Mannheimer das Tempo und aus war es mit der Herrlichkeit. Die Saison geht definitiv zu Ende egal ob wir am Freitag gewinnen werden oder nicht. Aber irgendwie ist es ein Spiegelbild der gesamten Saison 2018/19 in der nichts zusammen passte und mit dem erreichen der Playoffs das Maximum erreicht wurde. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den Freitag um dieses team noch einmal zu Unterstützen. Auf die Leistung einzelner Spieler möchte ich nicht eingehen.

  2. Diese Serie bekommt immer mehr einen bitteren Beigeschmack und das Ausscheiden wird sich bescheidener anfühlen als wäre es schon gegen BHV passiert. Mannheim spielt selbst nicht das beste Hockey, es ist nur einfach effektiver aber spielerisch nicht um Welten besser, wie es gerne gemacht wird.
    Es ist eigentlich ein Abbild einer Serie gegen Wolfsburg unter Pavel Gross. Man ist engagiert, nicht unterlegen so wie von vielen befürchtet und trotzdem steht man mit 0:3 in der Serie da. Fehlende Effizienz vor dem Tor und ein paar unnötige Fehler. Spiel 2 und 3 hätten auch anders ausgehen können, denn Mannheim ist bei Druck hinten sehr anfällig. Leider schaffen wir es aber auch in Spiel 3 nicht den Stürmer im Slot für Abpraller zu haben. Endras lässt dahin viel prallen und die Abwehr ist jetzt auch nicht immer zur Stelle gewesen.

    Mit großer Wahrscheinlichkeit wird am Freitag die Saison jedoch zu Ende zu gehen, denn ich glaube nicht, dass sich das Team nochmal zu einem Sieg nach gestern aufraffen kann.

    Sollte Jenike wirklich gehen wäre es ein großer Verlust für die Ice Tigers, da Treutle mMn noch nicht ein Vielspieler ist. Andy hat sich aber mit einer ordentlichen Leistung wenn es so kommt verabschiedet.

  3. Hallo,

    wieder ein ordentliches Spiel des in der Saison über weite strecken endtäuschenden Teams.
    Schön dass Weber wieder an Bord ist, hoffe dass Mebus nicht schlimmer verletzt ist. Gutes Spiel von Jenike, hielt was er halten konnte.

    Das war gestern 40 Minuten guter Sport und ein ordentlicher Auftritt. Im letzten Drittel beidseitig ein Gang zurück geschaltet. Wenn die Tigers (Weiß/Acton/Brown/Reimer) die Chancen gemacht hätten, hätten die Adler eben noch einen Tick schneller gespielt. Das alles im sportlich fairen Rahmen bleibt, erfreut auf der einen Seite. Zeigt auf der anderen aber auch den Leistungsunterschied, den beide Teams spüren.
    Same procedure as last game – same procedure as every game. 2018/19 sind diese Mnhm’er für die Tigers kaum zu schlagen.

    Gruß
    Stefan

  4. Die Mannheimer spielen kein Eishockey aus einer anderen Welt und sind auch nicht fehlerfrei. Aber sie spielen aggresiver, mit mehr Zug zum Tor, mit besserem System in den Zonen. Der individuellen Klasse einzelner Mannheimer können wir auch nur sehr wenig entgegensetzen, auch weil einfach zu viele Ice Tigers-Spieler nachwievor sehr schwach unterwegs sind. Das Problem haben wir fast in jeder Reihe, so dass es nicht verwunderlich ist, dass nach vorne nicht allzuviel geht.

    Die Ice Tigers halten zwar durchaus mit Kampfgeist dagegen, aber das reicht halt bei Weitem nicht aus, auch weil die sich bietenden Chancen zum Teil kläglich vergeben werden.

    Das 0:3 in der Serie ist demnach die logische Konsequenz und unter den gegebenen Umständen ist auch nicht mehr drin.

  5. Kampfgeist ja, darf man in den Play Offs aber auch erwarten. Mir fehlt das Körperspiel, die Gier in den Zweikämpfen und einfach mal ein Zeichen zu setzen. In allen anderen Serien ist viel mehr Härte und Feuer, bei uns plätschert das Spiel für Spiel einfach so dahin.

  6. Hi zusammen,

    ich bin ein wenig verwundert, dass hier die Stimmen aktuell in die Richtung gehen, dass die Ice Tigers zu schwach sind und nicht Mannheim zu stark.
    Meiner Meinung nach wirkt die Mannschaft deutlich bissiger und auch spielerisch stärker, als noch gegen BHV. Dort spürte man doch richtig die Angst vor dem großen Desaster „Ausscheiden in den PPOs“.

    Gegen Mannheim fühlt es sich ein wenig so an, als würde das Team immer wieder gute Momente brauchen, dass es daran glaubt, dass was geht und dann folgt auch eine stärkere Phase.
    Denken beeinflusst Handeln, beeinflusst Denken, beeinflusst Handeln…

    Ich persönlich sehe den großen Unterschied in der Serie in 2 Punkten, die sich relativ nah sind:

    1) Mannheim setzt uns eigentlich über (fast) 60 Minuten im eigenen Drittel unter Druck, was dazu führt, dass die Spieler selten Zeit und Luft zum Atmen haben, was wiederum dazu führt, dass das Team gezwungen ist über die gesamte Eisfläche zu batteln und nur dann zum Atmen kommt, wenn man in der gegnerischen Zone selbst die Scheibe laufen lässt. Siehe gestern im zweiten Drittel beim Stand von 1:2. Die Ice Tigers können / sollten diesen Druck aber nicht auf der ganzen Eisfläche ausüben. Warum „können / sollten“?
    1. Bezweifle ich, dass das Team läuferisch dazu in der Lage ist diesen Druck zu entfachen und 2. Führt das auch dazu, dass man, wenn man überspielt wird den schnellen gegnerischen Stürmern noch mehr Platz für ihr Kombinationsspiel lässt und ein paar Tore mehr fängt.

    2) Die technische Qualität bzw. Qualität der Pässe im Aufbau ist bei Mannheim einfach sehr gut. Zu 80-90% klappt das bei uns ja auch, aber diese 10 fehlenden %-Punkte, führen eben immer wieder zu großen Chancen für Mannheim. Und nach 3-4 Puckverlusten schießt Mannheim eben einfach dann irgendwann das Tor. Natürlich hängt das auch mit dem ersten Punkt zusammen, dass wir mehr Druck bekommen und so der Aufbau schwieriger ist. Ich sage auch nicht, dass ich eine andere Lösung habe als „Puck über Bande raus“, aber das ist für mich eben der Grund, warum wir Spiel 2 und 3 verloren haben.

    Natürlich könnte man noch die Chancenverwertung aufführen, aber das ist mir immer etwas zu einfach. Natürlich gewinnt das Team, dass mehr Chancen verwertet, welches auch sonst 😉

    Ich hoffe noch auf 1-2 Spiele Verlängerung in der Serie, um auch ein positives Gefühl für Mannschaft und Umfeld der Ice Tigers zu schaffen.

    Zu Jenike: Ich vermute, dass das gestern sein letztes Spiel war und denke auch, dass es schwer wird ihn zu kompensieren. Turtle ist ganz zweifelsfrei einer der besten Goalies der Liga, aber richtig stark wird unser Gespann eben erst durch den Backup. Ich denke, dass uns hier in der gesamten Liga eigentlich niemand etwas voraus hat. Wer kann schon bei Bedarf einfach einen Jenike als Nummer 2 rein werfen?

    Viele Grüße an alle und danke für den Blog das ganze Jahr über!
    Patrick

  7. @Stefan, ja das sehe ich auch so.

    Sehr fraglich, ob es für die Ice Tigers zu mehr reichen würde, wenn der Gegner nicht Mannheim wäre. Hat ja gegen Bremerhaven nur grade so gereicht.

  8. Diese Serie zeigt doch relativ deutlich die Defizite der Mannschaft auf. Es gibt Abende, da brechen hinten alle Dämme, wie in Spiel 1. Und es gibt viele Abende, an denen ist man irgendwie bemüht, aber ohne die letzte Konsequenz in Puncto Abschluss, Zweikampf und Härte. Die Ice Tigers haben es in Spiel 2 und 3 geschafft, das Spiel enger zu gestalten, aber man hat nie den Eindruck, sie könnten diese Spiele auch wirklich gewinnen. Dafür fehlen die nötigen Extrameter, der lange Schläger, der harte Körpereinsatz.

    Mannheim ist nicht fehlerfrei, aber sie könnten jederzeit noch ein paar Schippen drauflegen. Und dass Pavel Gross es versteht, seine Mannschaft während eines Spiels anzupassen, davon können wir Nürnberger ja mehr als ein Lied singen.

    Positiv fallen mir eigentlich nur Tim Bender, Chris Brown, Jason Bast und die 4. Reihe um Weiß, Kislinger und Alanov auf. Der Rest mit Licht und Schatten. Einige davon wenigstens mit Engagement, andere lassen ziemlich viel vermissen. Wenn nach 6 (Pre) Play Off Spielen deine 3 Top Center zusammen auf 0 Tore und 4 Assists kommen, ist alles gesagt.

    Treutle und Jenike halten, was geht. Beide auch mit Megasaves, aber es reicht eben nicht, wenn die Mannschaft die beiden nur zeitweise unterstützt.

    Der Coach Jiranek ist krachend gescheitert. Er hat es eben nie geschafft, aus Individualisten eine Einheit zu formen, die füreinander durchs Feuer geht. Von Spielphilosophie und taktischen Finessen wollen wir gar nicht sprechen. Ich denke als Sportdirektor wird er bleiben. Unterm Strich ist seine Transferbilanz über die Jahre durchaus positiv.

    Ich hoffe man verpflichtet einen passenden Coach und zieht im Kader die nötigen Schlüsse.

    Ob man die Saison am Freitag nochmals um ein Spiel verlängert, ist an sich völlig egal in der Bewertung.

  9. Es soll ja Christen geben, die schätzen die Fasten-/Passionszeit höher ein als die Ostertage. Die Selbstbeschränkung und den Blick auf die dunklen Seiten des Lebens erscheinen dabei wichtiger und gehaltvoller als das „laute“ Halleluja und der Sieg über den Tod und das Vergängliche. (Hoffe das war jetzt nicht dem einen oder anderen zuviel Theologie!?). Diese Denkweise müssen alle jene auch anhängen die seit Monaten um Platz 10, vor einer guten Woche auf ein „Niederringen“ der Übermannschaft aus Bremerhaven erhofften und nun Spiel für Spiel auf das Abwenden des Sweep`s hoffen. Natürlich wäre das ein Achtungserfolg für ein Team das nun wirklich für andere Platzierungen gedacht war (und auch in einer Kategorie mit Augsburg, Düsseldorf oder vllt. sogar Ingolstadt hätte mithalten können.
    Dies wäre aber zum einen nur mit dem gewissen Scheibenglück (nur zu typisch gestern die Zeitstrafe im letzten Drittel gegen Maxi Kislinger als Chad Bassen den Puck ans Bein geschossen bekommt, als er eigentlich schon halb über der Bande war, sowas würde einer Mannschaft mit einem Lauf und einem starken Selbstwertgefühl eher nicht passieren), einem Trainer dem die Spieler blind folgen und einigen Leistungsträgern die es schaffen sich auf den Punkt hin in Bestform zu präsentieren.
    Dazu möchte ich noch einmal auf das örtliche Dauerthema Acton/ Dupuis/Buck eingehen. Als Clubfan kann ich mich noch an den technisch durchaus begabten peruanischen Verteidiger Percy Olivares erinnern. Der in der Saison 92/93 durchaus gute Spiele gemacht hat und auch einige wichtige Tore erzielte. Wenn ich mich aber richtig erinnere (bitte korrigiert mich wenn ich hier Unfug erzählen sollte!) ist sein Vertrag vorzeitig aufgelöst worden, weil sich seine Frau hier in Nürnberg so gar nicht wohl gefühlt hat und unbedingt weg wollte.
    Nun steht es mir in gar keinen Fall zu über das Privatleben von Profisportlern zu spekulieren, aber wenn ich die Körpersprache und die Gestik speziell bei Acton und Dupuis richtig deute (hey und als Besitzer eine Samy Molcho Buchs „Körpersprache im Beruf“ // übrigens nach der Saison lasse ich vielleicht der Geschäftsstelle mal das Buch „Körpersprache und Erfolg“ zukommen ;-))// bin ich quasi ein „Experte“) dann tragen beide eine Last und innere Blockade mit sich herum die es verhindert das sie ihre Topleistungen abrufen. Vielleicht sehe ich das völlig falsch, aber ich sehe darin auch eine Verantwortung von Trainern/ Sportdirektoren auch Spieler in Krisenzeiten vor sich und zu großen Frust zu schützen!
    Bei Brandon Buck beschleicht mich oft das Gefühl, das er gegenwärtig mit einer „Null-Bock-Mentalität“ übers Eis kurvt. Das er ein Klassespieler ist und uns hoffentlich nächstes Jahr bessere Ergebnisse beschert sollte außer Frage stehen! Aber wenn ich z.B. bei einem Angriff am Freitag sehe das er den Zahnschutz kauend ums Mannheimer Tor fährt, frage ich mich wirklich wo die Grenze zwischen Coolness und Engagement ist.
    Kleiner Exkurs zu Schluss: Vielleicht sehe ich als Familienvater das etwas kleinlich, aber seit geraumer Zeit beobachte ich ständig Spieler die ihre Zahnschiene bei jeder Situation aus dem Mund „hängen“ lassen und draufherum kauen als wäre es ihr Kaugummi. Frage: Macht diese Schiene überhaupt einen Sinn, ist sie so unangenehm zu tragen und ist eigentlich nur mir die Gefahr präsent, das bei oben erwähnten Situation die Schiene während des Spiels raushängen zu lassen auch eine Verletzungsgefahr bzw. die Möglichkeit des Verschluckens gegeben ist? Wie gesagt vllt. sehe ich das zu kleinlich – aber ich bin bei diesem Nebenaspekt auf eure Fachmeinung gespannt!
    Danke im vor raus!

  10. Hallo Hr. Fischer,
    Udo mag zwar die Namen der Spieler nicht richtig aussprechen( übrigens auch die unserer eigenen Spieler), aber das er die Gegner dissen möchte kann man ihm wirklich nicht vorwerfen. Im Gegenteil, ich könnte mich nicht erinnern, dass uns bei einer Auswärtsfahrt ein Hallensprecher so freundlich begrüßt oder verabschiedet hat. Die Karten sind für das nächste mögliche Heimspiel im Viertel- oder Halbfinale.
    Wenn es so ist, dass Nürnberg am Freitag oder Sonntag in die Sommerpause geht, dann die Saison abhaken und auf September freuen. Solche Jahre gibt es, auch in Mannheim.
    Vielleicht klappt es ja für uns in diesem Jahr, die Hoffnung ist groß, die Superlativen mancher Journalisten können auch viele von uns nicht teilen und ein Selbstläufer ist diese Meisterschaft für Mannheim nicht.
    Grüße aus Mannheim
    Anja

  11. @ Patrick

    Der Aufbau klappt bei uns zu 80-90 Prozent?

    Der Aufbau ist mit unser größtes Problem, wir kommen kaum mit Schwung und Puck aus der eigenen Zone, mit den vielen leichtfertigen Puckverlusten in der eigenen Zone ganz zu schweigen

  12. @Stefan
    Ich denke, dass bei uns 8 von 10 Puckeroberungen in der eigenen Zone dazu führen, dass wir den Puck ohne Icing in die gegnerische Zone bekommen.

    Ok zugegeben….. Das ist noch kein erfolgreicher Aufbau 😉

    Dann 60-70%?

  13. Hi,

    nachdem Ich gestern in Mnnhm war, auch mal meine Einschätzung zum Spiel und der Serie. Die Mnnhmr sind tatsächlich schlagbar, aber dazu bräuchte es eine andere Mannschaft als unsere.

    Unter Druck gesetzt, ist die Adler Defensive alles andere als Standhaft. In den letzten 10 Minuten des zweiten Drittels war das gut zu beobachten, da gab es ja fast im Sekundentakt Chancen für uns.

    Alles was die Adler sind, ist eben effektiv. Jeder Fehlpass (und davon gibt es ja genug), jede Chance die sich bietet wird eiskalt ausgenutzt. Darum steht es auch 0:3. Angefangen bei unserem Aufbauspiel das nicht funktioniert, über Stellungsfehler und Fehlpässe…wir haben vielleicht eine intakte Mannschaft, aber die hat leider nicht gelernt zusammenzuspielen! Wenn sich dann doch mal Chancen bieten, wird lieber nochmal ein Pass gespielt statt mal zu schiessen. Schüsse die mit der Wucht von Wattebäuschen bei Endras landen reichen auch nicht! Einzig Chris Brown’s Hammer hat mich gestern überzeugt. Ich würde mir ja auch wünschen das es am Freitag nicht 0:4 steht, aber dazu müsste schon sehr viel passieren. Von den dummen Strafzeiten brauchen wir erst gar nicht zu reden.

    Ich weiß nicht ob es besser gewesen wäre, mit Gaudet durch die ganze Saison zu gehen, Jiranek war aber wirklich keine gute Idee, tut mir leid #12. Immerhin, Udo hat den Vorverkauf für Spiel 5 tatsächlich angekündigt, also ist vielleicht Freitag doch noch nicht alles vorbei…

    Noch ein Wort zum Fanverhalten:

    Ultras und Eishockey, das passt nicht. Schon beschämend wie sich da verhalten wird, die Gesänge sind unter aller Sau. Nicht kreativ, einfach nur Plump und Dumm. Wer aber mal genau hingeschaut hat, wird festgestellt haben das es nur ein kleiner Teil im Mnnhmr Block war der bei sowas mitgemacht hat, und bei uns genauso. So hab Ich das vor knapp 22 Jahren nicht kennengelernt. Hockey Fans waren immer eine kleine, aber immerhin eine Familie, egal wo man herkam. Heutzutage ist das ganz anders, da ist sogar der Zusatz „Das betreten der Heimblöcke ist mit Utensilien der Gastmannschaft nicht gestattet“ mittlerweile auf so mancher Eintrittskarte zu finden. Schon traurig, oder? Mit ein Grund weshalb Ich mich vor Jahren mal aus der Südkurve verabschiedet habe.

  14. Lieber Martin Jiranek,

    – leider ist es Dir nicht gelungen bei der Trainerentscheidung für die Saison 2018/2019 die richtige Entscheidung zu treffen.

    – leider hast Du es versäumt den älteren Abwehrspielern wie Jurcina und Gilbert nach der Saison 2017/2018 die Tür zum Ausgang zu zeigen.

    – leider hast Du es versäumt bei einigen Neuverpflichtungen gewissenhaft zu recherchieren und
    Spieler verpflichtet, denen es offensichtlich an Teamgeist fehlt.

    Ich sage es ungern, aber für Dich Martin ist es Zeit zu gehen.
    Zu viele personelle Fehlentscheidungen wurden von Dir getroffen. Ich bin sehr gespannt, ob Du dafür die Verantwortung übernimmst und freiwillig von Deinen Posten unmittelbar nach dem vierten und letzten Playoffspiel gegen Mannheim zurücktrittst.
    Mach‘ bitte den Weg frei für eine Runderneuerung des Eishockey in Nürnberg.
    Herzlichen Dank !

  15. Der Aufbau und die spielerische Lösung sind gleich 0. Puck lang und weit, ab hinters gegnerische Tor, dass ist der Nbg-Aufbau….

  16. Erwähnenswert für mich: dass sich Daniel Weiß für das Spiel zur Verfügung gestellt hat, nach dieser für mich schlimm anzusehenden Verletzung von Freitag. Respekt. Ungeachtet der gezeigten Leistungen und damit verbundenen Ergebnisse, nötigt mir dieser Einsatz den höchsten Respekt ab. Was für ein Einsatz.

  17. Hi,

    zum Spiel und der Serie kann Ich auch nur sagen, das Mnnhm nicht das befürchtete unschlagbare Team ist. Nur wir sind offensichtlich nicht in der Lage Kapital daraus zu schlagen! Okay, die Mannschaft ist vielleicht intakt, aber die hat nie gelernt zusammenzuspielen. Dazu passt das Aufbauspiel (Ich sag 30% klappt davon), die vielen Stellungsfehler und Fehlpässe. Und der letzte Pass, der immer unbedingt noch gespielt werden muss, obwohl ein Schuss die bessere Entscheidung wäre. Nehmen wir dann noch die zahlreichen Strafen dazu, steht es 0:3 in der Serie. Ich würde mir ja auch wünschen das Freitag der Wendepunkt kommt, aber dieses Team überzeugt mich einfach nicht. Die Adler sind auch einfach viel zu effektiv. Spielen vielleicht nicht überragend, aber verdammt effektiv.

    Der wirklich einzige Hoffnungsschimmer… tja, heißt Udo Scholz. Denn der hat tatsächlich den Kartenvorverkauf für Spiel 5 angekündigt! Kann aber auch sein das er zu diesem Zeitpunkt schon zu viel Schorle…naja.

    Ein Wort noch in anderer Sache: „Ultras“ sind per Se nichts, das Ich toll finde. Ultratum im Eishockey ist aber absolut Fehl am Platz! Was da am Sonntag an Gesängen kam war ziemlich peinlich. Gilt aber auch für die der Mnnhmr. So habe Ich das vor 22 Jahren nicht kennengelernt…da hat man so einen Quatsch nicht gebraucht, war auch die Stimmung lange nicht so feindselig, und das war ja das schöne daran! Wenn man aber mal genau hingeschaut hat, haben bei uns und den Adlerfans längst nicht alle mitgemacht…immerhin!

  18. Ein Nach-Nachtrag:
    Yep, Deine Ohren haben nicht getäuscht. Der Vorverkauf in Mnnhm wurde tatsächlich von Weinschorle-Udo angekündigt. Der Mannheimer Kollege konnte für Aufklärung sorgen: Wenn sie heute bei uns gewinnen (85 %), dann gelten die bereits verkauften Tickets für Spiel 1 des Halbfinals.
    .
    Anscheinend gibts da keinen top Topzuschlag. Manche Sachen machen sie echt richtig in der verbotenen Stadt.

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