Spiel 57: Ein Sieg (gegen jede andere Mannschaft, die nicht die Adler Mannheim sind)

Foto: Thomas Hahn/Zink

Das Wichtigste gibt es diesmal vor dem Klick. Man kann es sich sparen, den Grund, warum die Thomas Sabo Ice Tigers dieses zweite Viertelfinalspiel nicht gewonnen haben und wohl auch kein Spiel gewinnen werden, in diesen 60 Minuten gegen die Adler Mannheim zu suchen. Der Grund hat sich über 52 Partien in der Punkterunde verteilt. Die Ice Tigers haben es über lange Zeit versäumt, sich die beste Mannschaft der DEL zu ersparen. Dieses Versäumnis haben sich Management, die Trainer und die Spieler zuzuschreiben. Diese Erkenntnis ist nicht neu, erst an diesem 15. März 2019 aber hat sich gezeigt, wie bedauerlich das ist. Hättehättefahradkette, ich weiß, aber dass die Ice Tigers mit dieser Leistung sechs andere Playoff-Teams besiegt hätten, davon bin ich überzeugt. Aber eben nicht diese Adler. Die haben 4:2 gewonnen und wirken weiterhin nicht so, als würden sie die Ice Tigers nicht ernst nehmen.

Warm-up

  • Wahrscheinlich lag es an meinen Fragen, vielleicht aber auch daran, dass ein General Manager einer Original-Six-Franchise keinen Wert darauf legt, einem Lokaljournalisten Exklusivinformationen zukommen zu lassen. Don Sweeney war nett, professionell nett, eine Aussage, die es wert wäre, diesem Fachpublikum hier verbreitet zu werden, kam bei unserer kleinen Plauderei in der ersten Drittelpause aber auch nicht heraus.
  • Der GM der Boston Bruins und einstige Teamkamerad von Greg Poss (und Ray Podloski, Rich Brennan, Sean Brown, Andre Savage und Lubomir Sekeras, um nur einige wenige zu nennen) war nicht wegen der Bratwürste gekommen, sondern natürlich wegen Moritz Seider. Ich wollte wissen, ob es denn üblich sei, dass er als GM eines Stanley-Cup-Contenders während der Saison nach Europa fliege, um sich einen 17 Jahre jungen Deutschen anzusehen. Das komme schon mal vor, sagte Sweeney, weil er sich von außergewöhnlichen Talenten selbst ein Bild machen wolle, weil er sehen wolle, wie sie in einer feindseligen Atmosphäre zurechtkommen. Dass er nebenbei interessante Eishockey-Spiele zu sehen bekäme, mache eine solche Dienstreise angenehm. Sweeney war nett.
  • Und er war nicht alleine gekommen. Fünf Scouts von NHL-Klubs habe ich gezählt, darunter für die New York Islanders Trent Klatt. Wahrscheinlich waren es mehr. Und natürlich habe ich sofort zu Klatt und einem weiteren Scout hinübergeblickt, als Moritz Seider dem Nürnberger Will Acton das 1:1 aufgelegt hatte. Notiert haben sie nichts. Ein grober Fehler wird selbst potenziellen First-Round-Picks zugestanden. Acton hat das 1:1 dann ja auch freundlicherweise nicht geschossen. Ebensowenig das 1:3.
  • Ja, ich wiederhole mich, aber das werde ich solange machen, bis Brandon Buck, Will Acton und Philippe Dupuis nicht mehr zu den schwächsten Nürnbergern zählen. Wenn die besten Spieler der Ice Tigers nicht die besten Spieler der Ice Tigers sind (klar, oder?), werden die Ice Tigers kein Spiel gegen Mannheim gewinnen.
  • Acton hatte wenigstens zwei Großchancen, die er immerhin bemüht und kläglich vergeben hat. Ja, seine Körpersprache ist nicht die eines Führungsspielers; nein, es gibt wahrscheinlich keinen Verteidiger in der DEL, der seine Muskeln etwas mehr anspannt, wenn Acton das Eis betritt; und, ja, wenn Acton mal wieder ein Power-Play beendet hat, weil sein Querpass einen Meter neben der Kelle seines Kollegen vorbeigeschossen war, dann war das schwer zu begreifen. Wirklich bemerkenswert aber war, wie viele Großchancen Acton in entscheidenden Momenten vergeben hat.
  • Brandon Buck hat auch an diesem Spiel teilgenommen. Ein einzelner Bauerntrick ist kaum mehr als ein weiterer Alibi-Versuch, echtes Engagement vorzutäuschen. Und Philippe Dupuis ist in diesen Tagen, aus welchen Gründen auch immer, ein schwarzes Loch. Den Puck, den man da hineinwirft, sieht man nie wieder. Sollte Martin Jiranek noch ernsthaft daran glauben, am Ausgang dieser Serie noch irgendetwas verändern zu können, dann sollte seine erste Maßnahme sein, seine beiden torgefährlichsten Spieler (Reimer und Pföderl) von Dupuis zu befreien.
  • But now for something completely different: Positives. Die Ice Tigers haben ihr bestes Playoff-Spiel gezeigt. Martin Jiranek hat das zu Recht festgestellt. Allerdings war das auch nicht allzu schwer. Die Ice Tigers haben aber auch ihr bestes Spiel seit dem 4:1 gegen Meister München gezeigt. Sie haben als Mannschaft gespielt, sie haben für ihre Fans gespielt, sie haben Playoff-Eishockey gespielt. Mehr hatte niemand erwarten können.
  • Von Aleksi Rantala und Sirko Hunnius hätte man hingegen mehr erwarten dürfen, vor allem nach den bislang so souveränen Schiedsrichterleistungen. Die Strafen gegen Nürnberg waren in Ordnung, Jiranek hätte sich nur ein paar mehr Power-Play-Möglichkeiten gewünscht. Und wenn ein generell vorsichtiger Trainersportdirektor wie Jiranek so etwas sagt, dann kann man sich vorstellen, wie sauer er war, dass Rantala und Hunnius das Beinstellen an Tom Gilbert nicht gepfiffen hatten (20. Minute) oder Thomas Larkins Foul an Leo Pföderl kurz zuvor. Jiranek hat nicht das Ausbleiben von Pfiffen für die Niederlage verantwortlich gemacht. Dass die Schiedsrichter an diesem Abend im Zweifel nicht zu Gunsten der Ice Tigers entschieden hatten, passte aber ganz gut zu diesem letztlich unglücklich verlorenen Spiel.
  • Nachdem Philippe Dupuis und Leo Pföderl die Zähne von Daniel Weiß eingesammelt hatten, haben sie allerdings vollkommen richtig entschieden. Der Puck hatte Weiß auf dem Mund getroffen, der Puck, den natürlich Dupuis zu hoch gelupft hatte.
  • Natürlich ließ sich noch nicht sagen, ob Daniel Weiß am Sonntag in Mannheim wieder mit dabei sein kann. Jiranek aber stellte die denkbaren Comebacks von Marcus Weber (Sonntag), Taylor Aronson (Freitag) und Brandon Segal (wenn dann überhaupt noch nötig) in Aussicht.
  • Bisschen zu spät, wollte ich aber längst schon schreiben, also: Was tippe ich in meinen Browser, wenn ich aktuelle DEL-Ergebnisse sehen will? Www.kicker.de. Was tippe ich in meinen Browser, wenn ich eine aktuelle Tabelle sehen will? Www.kicker.de. Und was tippe ich meinen Browser, wenn ich sehen will, welchen Tabellenplatz die Ice Tigers am 14. Spieltag belegt hatten? Www.kicker.de. Wer versorgt uns mittlerweile mit einem erstaunlichen Statistikangebot? Der großartige Le Affan. Welche Adresse hilft mir in all diesen Fällen kein bisschen weiter? Www.del.org.

Das Spiel

Im aktuellen Spieltext für nordbayern.de und die Nürnberger Nachrichten schrieb ich, dass sich das gesamte Spiel in den beiden von Will Acton (Jiranek: „Der Siegwill war da.“) vergebenen Großchancen verdichten lässt. Mannheim ließ Nürnberg Chancen, nur konnte sie Nürnberg nicht nutzen. Bestes Beispiel waren das 0:1 und das 1:1, das dann doch nicht gefallen ist. Martin Stajnoch schickte mit der Mutter aller fatalen Querpässe den Mannheimer Luke Adam auf den Weg. Seider versuchte es später auch bei Acton. Adam traf, Acton nicht. Und genauso ging es weiter. Das 0:2 fiel im Power-Play (guter Moment), das 0:3 nach einem seltenen Stellungsfehler von Oliver Mebus (noch ein besserer Moment). Natürlich ließ Daniel Weiß danach noch Chad Kolarik treffen, natürlich löste Shawn Lalondes Treffer einen ordentlichen Endspurt aus. Aber natürlich war nach Markus Eisenschmids zweitem Treffer (Was. Für. Ein. Famoser. Angreifer!) allen klar, wer diese Partie gewinnen würde. Aber wer weiß schon, was passiert wäre, wenn Lalonde nach Reimers guter Vorarbeit sogar noch das 3:4 erzielt hätte.

Der Moment

Martin Stajnochs beinahe geglückter Versuch, Moritz Seider über die Bande zu checken; Markus Eisenschmieds Tore; das Anliegen der Ice Tigers, in den Schlussminuten immer mal wieder spielerisch zum Torerfolg zu kommen; Tommie Huhtala vor Tommie Huhtalas 1:4 zu beobachten; die Sprints Chad Bassens im Forecheck, die nicht selten zur Puckeroberung geführt hatten. Dieses Spiel hatte viele gute Eishockey-Momente und erstaunlich wenig Szenen, auf die ich keine Lust mehr habe, die mir tatsächlich allmählich den Spaß an diesem schönen Spiel nehmen. Es war ein faires, anständiges und dennoch intensives Spiel. Vielleicht bringt es ja doch etwas, die Profis in der DEL durch Sperren zu erziehen. Jetzt müssten sie bei ziemlich absichtlichen Checks gegen den Kopf (wie bei Desjardins/Mebus, Jensen/Weber oder Stajnoch/Urbas) nur noch etwas länger ausfallen.

Three Stars

Foto: Thomas Hahn/Zink

Will Acton gehörten die Szenen, an die man sich noch lange erinnern wird. Hoffentlich auch Will Acton. Die spektakulärste Szene aber gehörte Jason Bast, der zwei Mannheim abgeschüttelt, gegen Endras alles richtig machte, wartete, wartete und wartete, und doch an Endras scheiterte. Diese Anstrengung hätte natürlich ein Tor verdient.

Foto: Thomas Hahn/Zink

Aprospos. Daniel Weiß ist nicht schnell und sehr wahrscheinlich auch nicht die Zukunft der Ice Tigers. Er könnte am Sonntag aber wieder die Hoffnung von Reimer und Pföderl sein, so es denn die Wunde im Kiefer, die er Dupuis zu verdanken hat, zulässt. Weiß steht nicht hier nicht, weil ihm Sinan Akdag und Chad Kolarik einen Treffer geschickt hatten, und auch weil seine Zähne hatten aufgesammelt werden müssen. Weiß steht hier, weil es ihm offenbar wichtig ist, sich anständig Fans und Freunden zu verabschieden.

Leo Pföderl war richtig stark, beinahe Playoff-Monster-stark. Ein funktionierender Mittelstürmer hätte Pföderl drei Tore aufgelegt. Dupuis hat Pföderl gar nichts aufgelegt. Immerhin hat er ihm nicht die Zähne herausgeschossen.

Und sonst?

Meldet sich am späten Sonntagabend hier Michael Fischer mit einem Beitrag, den er auf der Autobahn 6 live schreiben wird.

19 Kommentare in “Spiel 57: Ein Sieg (gegen jede andere Mannschaft, die nicht die Adler Mannheim sind)

  1. Die ersten 9 Zeilen unterschreibe ich voll und ganz. Und sie haben vollkommen recht mit ihrer Feststellung so lange Acton-Buck und Dupuis zu den schwächsten sogenannten (Führungsspielern!!) gehören werden wir gegen diese Mannheimer Mannschaft kein Spiel gewinnen. Wobei für mich dieses Mannheimer Team keine Überflieger sind und wir mit einem intakten Team und mit soliden Führungsspielern durchaus eine Chance hätten. Leider reicht es trotz dem besten Spiel seit langem nicht gegen diesen Gegner zu gewinnen. Und ob wir noch eines gewinnen werden steht für mich in den Sternen. Zu den beiden Schiedsrichtern nur so viel, beide sind Menschen wie du und ich und machen Fehler die uns erzürnen, aber selbst wenn wir noch 10 Überzahlsituationen zu Spielen hätten, dieses Spiel hätten wir mit unserem schwachen Powerplay nicht zu unseren Gunsten beeinflusst. Eines muss man jetzt feststellen wir nähern uns dem Saisonende und stehen vor einem Scherbenhaufen!diesen Aufzuräumen wird eine Kraftanstrengung ohnegleichen sein. Und in einem werde ich von meiner Meinung nicht abweichen, ein fairer Faustkampf der keine 30 Sekunden dauert ist mir tausendmal lieber als diese furchtbaren Checks gegen den Kopf des Gegenspielers oder Kniechecks oder Stockschläge gegen die Hände mit schlimmen folgen für die betroffenen. Bei diesen Vergehen bleibt der Verursacher so lange gesperrt (ohne Gehalt und einer saftigen Geldstrafe) bis der Gegenspieler wieder spielen kann. Aber wenn man für einen Sekunden Kampf eine Spielsperre bekommt und einen Check gegen den Kopf manchmal nur 2+2 Minuten wird sich daran nichts ändern.

  2. @otto

    Es sind keine Überflieger, aber mit Sicherheit sind die Adler das qualitativ beste Team der DEL seit Jahren. Und es mach mir sehr viel Spaß, dieser Mannschaft zuzusehen.

    War ein sehr ordentlicher Auftritt der Ice Tigers, trotzdem wurden uns klar die Grenzen aufgezeigt. Unser Aufbau gleicht einer Katastrophe und die vielen unnötigen Scheibenverluste im eigenen Drittel killen uns.

  3. Nein Überfliegen sind diese Adler nicht, aber läuferisch und taktisch liegen Welten zwischen den beiden Teams. Die Chancen waren da, um dieses Spiel zu gewinnen. Bast macht alles richtig und irgendwie schafft er es dann doch den Puck nicht über die Linie zu bringen. Die Möglichkeiten von Acton würde ich fast schon als erbärmlich vergeben titulieren.

    Wir können es uns leisten einen Spieler wie Alanov nicht zu bringen? Alanov würde jedes Spiel weiter bringen. Aber unser Sportdirektor lässt ihn sitzen und überschüttet den schlechtesten Spieler mit Eiszeit ohne Ende. Diesen Acton ständig auf das Eis zu schicken, empfinde ich wirklich als absolute Farce, über die ich langsam wirklich lachen muss. Aber er kann natürlich rein statistisch 100 Prozent gewonnene Zweikämpfe aufweisen, denn da wo der im Spiel hinläuft finden definitiv keine Zweikämpfe statt. Aber anscheinend sieht man das von der Spielerbank nicht.

    Ich will damit nicht sagen, dass ein Alanov ein Tor gemacht hätte, aber schlechter wäre er mit Sicherheit nicht gewesen.

    Im Hinblick auf die nächste Saison wird mir wirklich schlecht, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie ein Sportdirektor bei dem der Leistungsgedanke nicht zählt, sondern das was auf der Statistik steht, eine Mannschaft zusammenstellen will die eine Einheit wird. Die Hälfte des Kaders hat ja auch noch seine nicht nachvollziehbaren Entscheidungen als „Trainer“ im Kopf.

  4. Ich richte den Blick mal kurz nach vorne, oder besser gesagt in die Zukunft, da nach gestern Abend der Drops gelutscht ist.
    Das größte Problem für die neue Saison hat Nürnberg auf dem derzeit nicht adäquat besetzten Sportdirektorposten. Die fatale Konsequenz aus der momentanen Handlungsunfähigkeit wird sein, dass der ohnehin schon schlechte Kader nächstes Jahr noch schwächer zu erwarten ist. Martin Jiraneks Leistungen für das Nürnberger Eishockey in allen Ehren, aber endloses Vertrauen in ihn und den Ruhm vergangener Tage zu setzen, wird den Standort Nürnberg in der Bedeutungslosigkeit und den Niederungen der Tabelle verschwinden lassen.
    Egal wie weit Herr Sabo sein Schmuckkästchen öffnet, wenn Schlüsselpositionen im Verein nicht und zum Teil schlecht besetzt sind, kann er das Geld genauso gut beim Club zum Fenster rausschmeißen.

  5. Einen richtig starken Pföderl habe ich jetzt nicht gesehen. Ansonsten aber wieder mal hervorragend zusammengefasst.

    Den Hype um Seider kann ich anhand der Spiele Mannheim-Nürnberg, die ich gesehen habe, nicht wirklich nachvollziehen. Aber da hatte er womöglich nicht seine besten Auftritte der Saison. Da beeindruckt mich Eisenschmied deutlich mehr.

    Ansonsten dürfte es in dieser Serie nicht nochmal so einfach werden, die Adler zu schlagen, wir gestern. Genau wie die Ice Tigers haben sie sich kapitale Böcke geleistet, die nur nicht ausgenutzt wurden. Und das war halt der große Unterschied. Mannheim hat die Fehler der Ice Tigers gnadenlos ausgenutzt. Aber da haben sie auch die richtigen Spieler dazu.

  6. Irgendwie hat diese Serie einen ziemlichen Beigeschmack. Bei einigermaßen Normalform oder guter Mannschaftsführung durch den Trainer wären diese Adler machbar. Gerade im ersten Drittel hat man gesehen wie es gehen kann setzt man die Adler unter Druck. Irgendwie richtig bitter.

    Es war gestern mal wieder interessant anzusehen, dass ein Stajnoch nach seinen Fehlern erstmal gebencht wird und Acton toppt fast noch seine Leistung aus Spiel 1 und ihm passiert nichts. Zur Belohnung darf er sogar noch Powerplay spielen. Einen Siegeswillen bei Acton erkenn ich ebenfalls nicht. Diesen hatte der Center, der für Acton Platz machen musste. Ach was gäbe ich für einen Steckel in dieser Serie.

    Das Fox nicht mehr im Powerplay ran darf ist ebenso ein Rätsel. Da darf lieber Acton ran… Fox und Stajnoch sind gute Beispiele wie man es sich als Trainer innerhalb des Teams wohl verdammt schwer macht, wenn man stets seinen Königstransfer schützt. Ich stelle sogar mal die These auf: wäre Acton öfter mal gebencht worden würden wir vielleicht sogar den Buck vom Anfang der Saison noch erleben. So braucht ja keiner was zu befürchten außer eben Fox oder ein Stajnoch.
    Es wird gerade wenn ich die PO Leistung sehe sehr schwer den Fans zu verkaufen, dass evtl. ein Fox gehen muss und ein Acton bleiben darf. Das wird eine schwere Aufgabe für den Verein.

    Warum man nicht Alanov die wichtige Spielpraxis für seine Entwicklung gibt bleibt auch ein Fragezeichen gerade, wenn man manch andere Spieler wieder sieht. Rundum geben die Ice Tigers im sportlichen Bereich eine schwache Figur heuer ab.

    Nachdem ja ein Board kurzzeitig mal per angeblich Flurfunk verkündete, dass Weiß wohl verlängerte kommt jetzt wohl die Klarheit durch Sebastian. Der Flurfunk war dann wohl falsch. Irgendwie schade, da man erstmal wieder so einen deutschen Spieler finden muss. Aber ich stelle mir sowieso die Frage wer jetzt darüber entscheidet wer bleiben darf und wer nicht. Etwa Jiranek als Sportdirektor? Da müsste er erstmal Selbstkritik üben. Immerhin war er derjenige, der ab Ende September die Mannschaft leitete und es nicht schaffte, dass alle Spieler ihr Potenzial abrufen können. Sollten die Ice Tigers es ernst meinen die Saison komplett und schonungslos aufzuarbeiten dürfte es ein interessanter Sommer werden.

    Morgen gehts nach Mannheim, mal sehen was das wird. Vorbei ist es noch nicht, denn Mannheim ist machbar aber nur wenn die Kleinigkeiten passen. Gestern war schon mal ein Trend dahin.

  7. Chris trifft genau den Punkt. Warum alle wie blind den Machenschaften von MJ verfallen sind, ist schon erstaunlich. Selbst die Berichterstattung war, zumindest bis zum Spengler Cup ,eher eine Hofberichterstattung. Der oder die Nachfolger werden hier auf allen Ebenen neu aufbauen müssen. Auch im immer wichtiger werdenden Nachwuchsbereich stehen die Räder still. Die Talente verlassen den EHC in Richtung Mannheim und Köln, da in Nürnberg weiterhin zweit oder drittklassig gespielt wird. Die Zukunft des Standortes Nürnberg sieht momentan nicht gut aus, aber vielleicht hat Sabo ja schon eine Lösung.

  8. Ich finde es insgesamt schon spannend, wie sehr sich die Kritik an Jiranek festmacht. Was mich dabei vermutlich am meisten überrascht, ist, dass die letzten drei (sehr erfolgreichen) Jahre Jiranek immer wieder bejubelt wurde, weil er ziemlich spektakuläre Transfers realisiert hat. Mir geht es da jetzt nicht darum, MJ in den Himmel zu loben oder von Fehlern freizusprechen, aber insgesamt ist mir das zu billig, unausgewogen und einfach. DEN einen großen Fehler, den ich ihm anlaste, war die Verpflichtung von Gaudet, wo aber sehr sehr schnell die Reißleine gezogen wurde.
    Mich wundert eher, dass hier niemand irgendeine Kritik an Rob Wilson übt. Die Mannschaft ist komplett nach seinen Wünschen verpflichtet worden. Er war es, der z.B. Buck unbedingt haben wollte. Mit seiner Entscheidung die IceTigers mitten im Sommer, nachdem das Team mehr oder weniger komplett war, zu verlassen, hat er einen „Scherbenhaufen“ hinterlassen. Ehrlicherweise bin ich auf ihn wesentlich schlechter zu sprechen, als auf MJ. Aber gut, es ist wie es ist. Mir ist es nur deutlich zu einfach, alles nur einseitig zu sehen.

    Zum Spiel gestern: Mannheim war in jeder Phase des Spiel und nahezu in jeder entscheidenden Situation, die bessere, weil organisiertere, Mannschaft. Und trotzdem war gestern vermutlich das einzige Spiel in der Serie, das die IceTigers hätten gewinnen können. Mannheim wird dieses Jahr Meister, da bin ich mir ziemlich sicher.

  9. @Klaus. Der Trainerwechsel wurde im April vollzogen und Anfang Mai veröffentlicht. Mitten im Sommer und der Kader war von Wilson zusammengestellt kann nicht sein. Hinter den spektakulären Verpflichtungen , es sind wahrscheinlich die NHLer gemeint, vermute ich mal eher die Kontakte von Reinprecht.

  10. @Dirty Harry: Der einzige Kern-Transfer, der nach dem Wilson Abgang getätigt worden ist, war Acton. Und den hätte jeder DEL Manager besten Wissens verpflichtet. Vor allem wenn man weiß, dass es letzten Sommer kaum brauchbare Center auf dem Markt gegeben hat.
    Zu den Jiranek Transfers: Soweit ich weiß, war lediglich Heatley eine Reinprecht Connection. Andere wie Aronson, Joslin, Mitchell, Steckel sind MJ Transfers.

  11. Also zu dieser Transferdiskussion kann man eigentlich nur sagen es gab viele Transfers die gar nicht so schlecht waren, aber auch viele die nichts waren. Und wenn Acton von jedem Manager genommen worden wäre, wäre er sicher nicht hier, sondern in Mannheim, München oder Berlin. Aber eine Ablösesumme zu zahlen, war er mit Sicherheit nicht wert. Für das Geld hätte man sicherlich auch anderswo einen guten Ersatz gefunden. Für mich steht MJ aber auch für eine völlig schlechte Transferzeit was deutsche Spieler anbelangt. So richtig gute waren da nicht dabei. Also für Reihe eins und zwei. Ganz im Gegenteil, der Letzte mit Potential für die Zukunft gehtam Ende der Saison wohl nach Berlin.

    Und natürlich war die Mannschaft in Hinblick auf Wilson zusammengestellt worden, aber im deutschen Bereich wäre deutlich mehr möglich gewesen.

    Für mich persönlich macht MJ seit Wochen eine mehr als unglückliche Figur und ich kann mir nicht vorstellen, dass er in der Lage ist die nächste Saison irgendwie besser zu strukturieren.

    Und die letzten beiden Jahre hat er ja auch auf dem Transfermarkt nicht viel zusammengebracht. Bis auf Mitchell war da nicht viel.

  12. @Klaus was Martin Jiranek betrifft bin ich absolut bei Ihnen. Es ist schon beschämend wie man mit dem Menschen Jiranek umgeht. Sicherlich war seine Verpflichtung von Kevin Gaudet nebst Gattin einer der größten Fehler im letzten Jahr. Er ist vielleicht kein begnadeter Coach, aber ihn so Zerreißen das ist nicht fair. Die Personalie von Acton und Buck wurde von der Presse in ganz Deutschland bejubelt und uns zum Top 4 Team der DEL erklärt. Das alles sich so grausam gegen uns wendet konnte keiner erahnen. Dass Martin seinen Fehler korrigieren wollte und als Trainer bis Saisonende arbeitete verdient Anerkennung. Er konnte seinen finanziell sehr teuren Fehler weitgehendst Ausbügeln. Ob mit einem neuen teuren Trainer diese Saison besser verlaufen wäre, ich bin mir nicht sicher. Da sich der finanzielle Schaden durch die Playoff Spiele einigermaßen in Grenzen hält, könnte man den einen oder anderen noch laufenden Vertrag auflösen. Mit Acton und Buck wird das nicht gehen da beide sehr teuer sind. Und eines sollte man für die Zukunft beherzigen kein AL bekommt einen Vertag über 3 Jahre oder 2+. Maximal 2Jahre und dann verlängert man Jahr für Jahr. Wenn nicht trennt man sich, so einfach ist das. Dann muss man Scouten, was man anscheinend 2018 außer Acht gelassen hat.

  13. @ Michl sie wissen genau wenn sie den Gehalts Irrsinn mit den guten deutschen Spielern mitmachen gehen sie früher oder später Pleite. Es kosten schon durchschnittliche deutsche Spieler für die 4 Reihen mehr als ein AL Spieler egal von wo der kommt. Ein Tieffels-Dumont –Pfohl –Eisenschmid und andere werden immer dorthin gehen wo es das meiste Geld gibt. das gilt auch für einen Ehliz und Pföderl. Fragen sie Alfred Prey er wird es ihnen erklären.

  14. Mich persönlich stört es mittlerweile gewaltig, dass fast alle Diskussion auf zwei/drei Personen als Grund für die aktuelle Situation reduziert werden.
    Die Mannschaft passt als Kollektiv nicht zusammen. Vor der Saison habe ich keinen getroffen, der das behauptet hat. So etwas stellt man im Sport erst im Wettkampf fest. So ist der Sport, darum liebe ich den Sport!
    Martin Jiranek hat Fehler gemacht. Richtig, aber er stellt sich der Verantwortung und trifft Entscheidungen. Man muss mit diesen nicht einverstanden sein (ich bin es auch bei weitem nicht), ihn nun als einen absolut Ahnungslosen darzustellen nicht in Ordnung.
    Es auch so eine Frage mit Vertragsdauern, nicht nur bei Importspielern. Schlagen sie ein, wird kritisiert, warum sie nur einen Vertrag für ein Jahr bekommen haben und nun weg sind. (Dies habe ich im Fall von Mitchell sehr sehr oft gehört und gelesen.) In Düsseldorf hört man dies gerade im Fall von Gogulla. Von Köln aussortiert, Einjahres-Vertrag bekommen. Jetzt gibt es Kritik, weil er anscheinend nach München geht.
    Acton und Bast….keine gute Saison ohne Frage. Diese haben viele andere aber auch (auch ein Reimer, Pföderl, Fox, Segal, Jurcina, Jenike…). In der Arena gibt es leider immer mehr Besucher, da können Acton und Bast gar nichts mehr richtig machen. Da wird schon kritisiert, wie die beiden ihre Trinkflasche in der Hand halten. Und mal wieder zeigt sich wie erschreckend die Menschheit gestrickt ist…. sich in der Masse wohlfühlen und sich ein /zwei Opfer aussuchen…
    P.S. Ich bin kein Fan von Acton und Buck.

  15. Hallo,

    gutes Spiel gestern. Wurde viel richtiges geschrieben.
    Ich hielte es auch für sinnvoll, Acton, Buck und Dupuis nicht mit mindestens auf normalen PO Level performenten Spielern (Brown, Reimer, Bast…) zu kombinieren. Ich muss zugeben, Pföderl fand ich gestern nicht wirklich stark.

    Das tumbe Jiranek – Bashing hier hat schon fast wieder Foren Niveau. Einige Kritikpunkte (Benching/Acton – Besessenheit/Verteilung PP) sind sicherlich fachlich berechtigt und nachvollziehbar. Anderes ist einfach nur tumbe Spekulation und Besserwisserei.

    Wichtig wird sein, ein Konzept zu entwickeln, wie man mit einem Top8 – Etat ins DEL Halbfinale kommt. Welcher Trainer für dieses Konzept der richtige ist. Muss dafür ggf. ein DNL – Team etabliert werden oder investiert man lieber anders? Wer hierzu was beitragen kann, kann uns hier gerne erleuchten. Im Frühjahr zu erzählen, was man letzten Sommer besser gemacht hätte haben können ist lächerlich und hilft nicht.

    Ansonsten ist es schade, dass gestern sicherlich auch Pech eine Rolle gespielt hat. Mit mehr Glück wäre das Spiel zumindest enger geworden. Zum Sieg hätte es vermutlich aber dennoch nicht gereicht.

    Nachdem in Mnhm im Umfeld schon fleißig über den Halbfinalgegner spekuliert wird, hätten wir ohne Gross auf der Bank vermutlich Sonntag sogar einen Chance. So denke ich, das war mein letztes Spiel in der Arena für diese Saison.

    Gruß
    Stefan

  16. Was heißt hier Jiranek Bashing ? Er ist mit sportlicher Leiter/Trainer und 1. Vorsitzender EHC der Verantwortliche in der Arena. Wenn man alle Macht an sich reißt muss man auch liefern bzw. sich der Kritik stellen. Natürlich werden deutsche Spieler immer teuerer, deswegen investieren die anderen DEL Klubs ja in den Nachwuchs. Red Bull über Salzburg, Mannheim,Berlin,Köln,Krefeld, Iserlohn, Düsseldorf
    , Ingolstadt. Nur Nürnberg investiert nicht. Die U20 und U17 zahlen mit die höchsten Beiträge und erhalten keine Ausrüstung, keine Übernachtungskosten bei Auswärtsspielen, kein Essen. Müssen die Spieler alles aus eigener Tasche oben drauf legen. Im Profibereich wird das Geld mit vollen Händen rausgeschmissen. Ein Konzept,wie man sich die nächsten Jahre aufstellen will, den Standort Nürnberg unter den Top 8 etablieren usw, sehe ich nicht.

  17. @dirty harry ohne sie über ihren Alias zu kennen muss ich Ihnen recht geben. Bei unserem Sohn hat es sich ähnlich verhalten. Er ging nach der letzten Saison nach Salzburg. Die U14 wurde damals nacheinander Bayerischer-, Süddeutscher- und dann, als Krönung, DEL U14 Meister. Da war schon für die verantwortlichen klar das es Angebote geben wird bzw. gibt (die wurden teilweise nicht an die Eltern weiter gegeben). Beim Saisonabschlussgespräch haben wir darauf hingewiesen das unser Sohn nächstes Jahr mit der Schule fertig sein könnte, und haben gefragt ob es Kooperationen mit Firmen zwecks einer Lehre gibt. Einfach um ihm die Chance zu geben weiter auf gutem sportlichem Niveau, in seiner Heimat, weiter zu lernen. Die Trainer hatten Fragezeichen im Gesicht. Ca. 3 Wochen danach kam das Angebot aus Salzburg, welche sich wohl schon im Dezember nach ihm erkundigt hatten (ohne das wir davon erfahren haben). Wir haben um Bedenkzeit gebeten und den Jugendleiter (auch Torwarttrainer der IceTigers) darüber informiert, und um ein Gespräch gebeten. Das heißt der EHC hatte 4!! Wochen Zeit sich eine lösung zu überlegen. Und was war? NICHTS. Nur leere Floskeln. Unser Junior ist jetzt in Salzburg und zählt, ohne Übertreibung, zu den Top 3 Goalies seines Jahrgangs, deutschlandweit. War auch bereits beim DEB Sichtungscamp für die nächste U16 Mannschaft (zusammen mit ein paar seiner Ex Mitspieler die jetzt auch teilweise wechseln).
    Die Jugendarbeit ist in den letzten Jahren besser geworden, ohne frage. Und sie wird noch besser werden mit den neuen Eisflächen. ABER jetzt schon einen sehr sehr guten 2004er Jahrgang sang und klanglos ziehen zu lassen, ist kontraproduktiv für die Zukunft. Auch der der U17 und U20.

  18. Wie so oft ein überragender Blogbeitrag! Und dass http://www.del.org die schlechteste Seite ist, um sich über die DEL zu informieren, kann ich nur unterschreiben. Weniger Brauchbares zur Liga liefert nur das “Aktuelle Sportstudio“…

  19. @dirtyHarry, Basti:

    Ihr seid ja offensichtlich persönlich mit dem Nachwuchs verbunden und könnt die miese Situation dort excellent bewerten und das ist ganz sicher, wie ihr schreibt.

    Aber das hängt nicht an Jiranek. Its all About the Money.
    Wenn nur eine begrenzte Summe vorliegt, muss die Verteilt werden. Wenn es dann mehr Geld für den Nachwuchs geben sollte, was dann? Wir hätten IceTigers, die mit Schwenningen und Krefeld um die Ananas spielen oder Ausbildungsverein wie e.g. in Landshut: die besten Leute gehen Frühzeitig in die Nachwuchszentren nach Salzburg, Mannheim und Berlin. Der Rest spielt Oberliga, wenns gut läuft mal DEL2. Ist aber für Talente wie Eder, Bergmann & Co nicht attraktiv.

    Es braucht ein mittelfristiges Konzept. Wenn es Ausbildungsverein ist, dann ok. Wenn es Einbürgerung ist, ist es das. Wenn es 0 Nachwuchs ist, ist es so. Aktuell eiern wir da rum. Bisschen Nachwuchs, der geht. Bisschen Schwenningen, Iserlohn und Bremerhaven leerkaufen, klappt mal mehr, mal weniger gut. Spitzenspieler können wir nicht mehr anlocken/zahlen, Talente ziehen weiter oder kommen nicht. Sabo hat aktuell keine guten Zahlen uns ist nicht SAP/AEG oder RB.

    Wenn es KEIN Konzept gibt, das uns zumindest auf dem Level der letzten Jahre hält (PO, ab und an HF) wie ihr schreibt, würdet ihr dann ein Vermögen in die Tigers-Organisation stecken?

    Daher wird es existenziell wichtig, dass es eine solche, schlüssige Planung gibt und wie sich dieses Konzept darstellt. Und, natürlich, ob es von allen mitgetragen wird. Sabo/Sponsoren/Fans.

    Gruß
    Stefan

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