Spiel 54: Birds of Prey

Foto: Thomas Hahn/Sportfoto Zink

Eigentlich klar, dass eine Woche, die mit einem unnötigen und folgenreichen Check von Martin Stajnoch (am unschuldigen Jan Urbas) beginnt, fortgeführt wird mit dem böswilligen Revanche-Foul von Nicholas Jensen (am unschuldigen Marcus Weber), zwei zunächst unangenehmen, letztlich aber doch (vermeintlich) versöhnlichen Telefonaten und einer generellen Unlust, sich weiterhin mit dieser Sportart zu beschäftigen, dass diese Woche also mit einem solch absurden Eishockey-Spiel, einer unerfreulichen Begegnung und der unvermeidlichen Buchung eines Zugtickets nach Bremerhaven enden muss. Zuvor gibt es natürlich ein paar Zeilen zu ziemlich typischen 100 Minuten Nürnberger Playoff-Geschichte.

Warm-up

  • Es muss beginnen mit einer tiefen Verbeugung vor der Mannschaft der Fischtown Pinguins: Zu elf Stürmern, vier Verteidigern, einem Torhüter und einem Trainer-Duo, die eine Viertelstunde vor Saison-Ende mit 0:1 und 0:3 zurücklagen, die zuvor an diesem Freitagabend aber bereits die bessere, laufstärkere und aktivere Mannschaft gestellt hatten, die keine acht Minuten brauchten, um auszugleichen, die eine weitere Unterzahl überstanden und die dann in der Verlängerung kampf-, lauf- und willensstärker wirkten und nach 99 Minuten verdient zum Siegtreffer kamen, kann man diesem DEL-Standort nur gratulieren. An diesem 8. März 2019 wurden die Pinguine endgültig zu Raubvögeln (birds of prey, you know – sticktap an den Kollegen Meyer von den Eishockey News, der gehirnstürmend zu dieser großartigen Überschrift beigetragen hat).
  • Natürlich kann man das auch genau andersherum darstellen. Nur sind die erstaunlichen Schwächen der Ice Tigers 18/19 schon mehrfach ge- und beschrieben worden. Und genau das wird nach dem Ende dieser Saison wieder geschehen müssen. Nur so viel vorweg: Einen solch absurden Eishockey-Abend glaube ich, auch noch nicht erlebt zu haben.
  • 44:12 Minuten hatte Fortunus alles auf dem Eis gelassen, was er zu bieten hatte. Manchmal trifft es am Ende genau den Richtigen. Manchmal trifft am Ende genau der Richtige.
Foto: Thomas Hahn/Sportfoto Zink
  • Ein Nachtrag zum 3:1 in Bremerhaven am Mittwoch: Es lässt sich vortrefflich über die Frage diskutieren, inwiefern es die Schuld des Disziplinarausschusses ist, dass bei gar nicht so wenigen Profis in der DEL der Eindruck entstanden ist, in dieser Liga dürfe man sich nicht nur vieles, sondern eigentlich alles leisten. Natürlich kann man immer wieder den Vorsitzenden dieses Disziplinarausschusses für die vielen headshots verantwortlich machen – oder, wenn man ein bisschen weiterdenkt oder Tino Boos genauer zuhört, die Liga selbst. Letztlich aber sind es die Spieler, die übereinander herfallen, die ihre Checks zu Ende fahren, obwohl der Puck längst in eine andere Richtung unterwegs ist, die sich Spieler aussuchen, verfolgen und attackieren, ohne dass ihnen das irgendein Trainer vorgegeben hatte, die nur einschüchtern und weh tun wollen, dabei aber in Kauf nehmen, ihre Kollegen zu verletzen, die natürlich ihre Ellbogen, Schultern und Hände unter Kontrolle haben und genau wissen, was sie da anstellen. So lange da nicht ein generelles Umdenken einsetzt, vom Bambini-Trainer bis zum Profi, wird sich im Eishockey nichts ändern. Meine Kinder interessieren sich übrigens rein gar nicht für Eishockey. Ich bedaure das ganz und gar nicht.
  • Einer der wenigen erfreulichen Nebenaspekte dieses langen Abends: Es blieb alles im Rahmen, selbst Will Webers Körpereinsatz gegen Brandon Segal war korrekt, dass der Mann aus Manitoba ausgehebelt wurde und unglücklich mit dem Helm auf dem Eis aufkam, das muss man wohl unter dem Risiko dieser Sportart subsumieren. Wie Weber, der bereits wieder in der Lage war, das zweite Spiel in der Arena zu verfolgen, am Mittwoch musste auch Segal ins Krankenhaus gefahren werden. Genau, wegen eines Verdachts auf Gehirnerschütterung. Erschütterungen, Einschläge und Pucks gegen den Kopf werden sich im Eishockey nie verhindern lassen. Umso wichtiger ist es, die vorsätzlichen Attacken mit aller Konsequenz aus dem Spiel zu entfernen.
  • Die Einsätze von Dane Fox (Warum er nach dem Auftritt in Bremerhaven nicht gespielt hat? Ich habe doch auch keine Ahnung!) oder Eugen Alanov sind möglich. Jiranek denkt darüber nach, „frische Beine“ zu bringen. Natürlich heißt das nicht, dass Acton, Lalonde oder Buck werden zusehen müssen.
  • Am Sonntag in Bremerhaven sicher nicht mit dabei: Brett Festerling und Taylor Aronson.
Foto: Thomas Hahn/Sportfoto Zink
  • Bei Pavel Gross kann man das nicht ausschließen. Am Mittwoch hatte der Trainer der Adler Mannheim zusammen mit seinem Kumpel und Co-Trainer Mike Pellegrims noch das Spiel in Straubing vorgezogen. Am Freitag hatten sie in Nürnberg ihren Spaß – und zwar bis Fortunus zum Schlagschuss ansetzte. Eigentlich hatte er bereits nach 60 Minuten alles gesehen, was er über den möglichen Viertelfinalgegner seiner Adler wissen musste. Gross aber blieb noch ein wenig länger und amüsierte sich offensichtlich prächtig. Mehr muss man dazu nicht schreiben (außer, dass es keineswegs unerklärlich ist, warum im Presseraum zum ersten Mal die Senftütchen ausgegangen sind).

Das Spiel

Wie großartig wäre es, Chris Brown, Patrick Reimer, Tim Bender, Oliver Mebus, Martin Stajnoch, Chad Bassen, Jason Bast, Tom Gilbert, Maxi Kislinger, Leo Pföderl und Niklas Treutle in einer echten Playoff-Mannschaft zu erleben? Sehr wahrscheinlich wären die Siegchancen nur mit diesen elf Spielern größer gewesen als mit der ganzen Nürnberger Mannschaft. Es waren aber auch Brandon Buck (22:04), Will Acton (28:34 Minuten) und Shawn Lalonde (36:57) mit dabei – und der eigentlich untadelige Philippe Dupuis, dem in 34:46 Minuten aber nahezu überhaupt nichts gelingen wollte. Und ebenso wahrscheinlich war es mit diesen vier Spielern nicht möglich, ein intensives Eishockeyspiel zu gewinnen. Eishockey ist ein Mannschaftsport, blablabla, man gewinnt zusammen, man verliert zusammen, alles richtig. Aber wenn vier deiner fünf Führungsspieler bereits in den regulären 60 Minuten nicht anführen, kaum auffallen (wenn überhaupt nur negativ), und in den 39 zusätzlichen Minuten die Bemühungen ihrer Kollegen eher sabotieren als unterstützen, dann muss man wohl eher von zwei Mannschaften schreiben, die da für Nürnberg angetreten sind – oder eine Elf-Mann-Mannschaft und vier Ein-Mann-Mannschaften (Mike Mieszkowski, Brandon Segal und der nach einem geblockten Schuss ebenfalls angeschlagene/verletzte Daniel Weiß hatten zu wenig Eiszeit, um sie mit da mit reinzuziehen). Martin Jiranek hat das wohl ähnlich gesehen, nur hat er es nicht so formuliert, sondern allgemein von den Strafzeiten gesprochen, die man sich in der Overtime schon leisten kann, dann aber fest mit einer Niederlage rechnen muss. Es gab in diesen 99 Minuten natürlich genug Szenen, die einen daran erinnert haben, warum man Eishockey gerade zu dieser Jahreszeit liebt: die Selbstaufopferung von Weiß, Mebus und Reimer in Unterzahl; das Selbstbewusstsein von Tim Bender; die Abgezocktheit von Leo Pföderl, der 13 Sekunden Zeit hatte, um mit seinem 1:0 einen weiteren Power-Play-Treffer (von Brown/Fortunus) zu ermöglichen, dann aber nur 12 Sekunden brauchte; der Jubel von Brandon Segal; die Paraden von Niklas Treutle. Es gab eben auch diese Fülle an absurden Szenen, die man so selbst in der an der Absurditäten nicht armen Nürnberger Playoff-Geschichte noch nicht erlebt hatte: sechs Mann auf dem Eis in der 50. Minute; die Zweikampfverhaltensauffälligkeiten von Will Acton; die Icing-Orgie in der 71. Minute, die letztlich zu Jason Basts Spielverzögerungs-Strafe führte; der Stockschlag von Dupuis in Unterzahl; der hohe Stock von Acton in Unterzahl; Lalondes Sabotage-Versuche zu Beginn der zweiten Verlängerung (vor seiner dritten Strafe hatte er sich vergeblich an einer Behinderung versucht, weil aber Behinderung in der DEL eher selten geahndet wird, hat er es dann doch noch mit einem Stockschlag versucht – das geht immer). Und irgendwie gehört es auch zu den Absurditäten des Abends, dass es Acton, Buck und Lalonde waren, die vor Fortunus‘ Siegtreffer die besten Nürnberger Chancen seit Segals 3:0 hatten. Die fünf Nürnberger Mannschaften kamen insgesamt übrigens auf 38 Schüsse, die 14-Pinguins-[sic!]-Mannschaft auf 56.

Der Moment

Hat nichts mit dem Spiel zu tun. Eigentlich ist es nur mein Moment. Trotzdem will ich ihn niemandem vorenthalten. Er bedarf nur einer kleinen Vorgeschichte: Am Mittwoch hat mich Alfred Prey angerufen. Wir hatten zuvor noch nie miteinander zu tun. Prey sagte, dass er meine Berichterstattung regelmäßig verfolge, er schmeichelte meiner Eishockey-Kompetenz, gerade deshalb müsse er mit mir über einen Artikel sprechen. Ich glaubte zu wissen, welchen Text er meinte, erwähnte das Reizwort aus der Überschrift („Die Deutsch-Macher“) und täuschte mich. Nein, diesen Text kenne er nicht, würde er aber auch gern lesen, er meine den Text aus der Mittwochsausgabe der Nürnberger Nachrichten. Er schilderte also sein Anliegen, ich erklärte mich, vermutete eine Überinterpretation, wir kamen überein, plauderten nett, ich schloss mit dem Anliegen, ihn am Freitag persönlich kennenlernen zu wollen. Ich mag Oberpfälzer. Eigentlich.

Es war dann fast schon Samstag, als der Team-Manager nach der soeben beendeten Pressekonferenz laut in den kleinen Raum fragte, wer denn nun dieser Böhm sei. Ich meldete mich artig, erhob mich, reichte ihm die Hand, äußerte, wie erfreut ich sei, ihn kennenzulernen. Prey sagte (hochdeutsch): „Ich würde mich schämen.“ Ich: „Für was? Für Sie selbst? Für mich?“ Prey: „Für den Artikel. Ich habe ihn heute gelesen. Werden Sie von denen bezahlt?“ (deutet auf Martin Jiranek hinter mir – bedauerlich, dass Thomas Sabo diesen Moment nicht miterlebt hatte, er wäre in hysterisches Lachen ausgebrochen) Ich: „Meinen Sie das ernst?“ (In dem Artikel geht es um die auffällig vielen US-Amerikaner, Kanadier und Tschechen, die in Bremerhaven auffällig schnell an einen deutschen Pass kommen, wovon letztlich der nordamerikanische Klüngel in der DEL profitiert, indem er die Bergmans, Basts und Lampls zu sich holt, anstatt sich vernünftiger Nachwuchsarbeit oder anständigen Scoutens zu widmen, weshalb ein Skandal oder ein Eingreifen der Liga bislang ausgeblieben ist und ausbleiben wird.) Er (oberpfälzisch): „Schamma daddi mi!“ Prey zog ab, ich hinterher, weil ich es zwar mittlerweile gewohnt bin, öffentlich beleidigt zu werden, aber eben nicht akzeptieren kann, dass man sich um ein anständiges Gespräch drücken will. Hinter der Tür hatte ich Prey eingeholt, sagte, dass ich das so nicht stehen lassen könne. Er sagte: „Haben Sie den Artikel gelesen?“ Ich: „Wie bitte? Ich habe den Artikel geschrieben.“ Dann ließ sich Prey von Thomas Popiesch endgültig hinausziehen. In diesem Internet finden sich wohl noch andere Berichte, die das Verhalten von Alfred Prey an diesem Abend in Nürnberg schildern. Die kann ich nicht bestätigen, weshalb ich darauf gar nicht eingehen und auch zu meiner Begegnung keine weitere Interpretationshilfe anbieten will.

Three Stars

Foto: Thomas Hahn/Sportfoto Zink

Niklas Treutle ist der bessere Torhüter in dieser Playoff-Serie (und Tomas Pöpperle ist keineswegs schlecht), das hat er erneut eindrucksvoll bewiesen. Am Mittwoch war er der Grund für den Nürnberger Sieg, nicht etwa eine wundersame Wandlung der Ice Tigers. Mehr fällt zu seiner Leistung nicht mehr ein.

Drei Spielzeiten hat man auf das erste Playoff-Spiel von Milan Jurcina für die Ice Tigers gewartet. Zuletzt wusste man allerdings nicht mehr, ob man sich darauf wirklich freuen sollte. An diesem Abend aber hat Jurcina seiner Mannschaft nicht geschadet, er hat sie besser gemacht. Natürlich kam er immer mal wieder zu spät gegen die schnellen Gäste (wer nicht), natürlich leistete er sich Fehlpässe (aber eben nicht annähernd so viele wie andere). Gerade in Unterzahl aber war er wertvoll, bildete mit dem sehr viel agileren Martin Stajnoch und mit Mebus gute Pärchen.

Noch einmal: Es wäre großartig, Chris Brown in einer echten Playoff-Mannschaft zu sehen. Im ersten Spiel nach seiner Verletzung hat er getroffen, den gegen Will Weber wehrlosen Jason Bast verteidigt. In seinem zweiten Spiel hat er wieder getroffen, erst ins Tor, später die Latte, er hat Segals vermeintlich beruhigenden Treffer wunderbar vorbereitet und war auch in der Verlängerung immer auffällig (beinahe ausschließlich positiv).

20 Kommentare in “Spiel 54: Birds of Prey

  1. Ja wir stehen wir wieder da wo wir hingehören nämlich am Abgrund. Dieses Team das niemals eine Einheit war und in dieser Konstellation wird, hat es nicht anders verdient. Was sich manche der sogenannten Leistungsträger erlauben ist schlicht Arbeitsverweigerung. Wenn sich das halbe Team den Ar… aufreißt und die anderen glänzen durch Inaktivität und Strafbankbesuche verursacht durch dumme Fouls dann hat man es nicht verdient weiterzukommen. Was ein Intaktes Mannschaftsgefüge leisten kann zeigten uns die Bremerhavener die mit Feuer und Leidenschaft ein Spiel noch gewinnen konnten das eigentlich schon verloren war. Wie es am Sonntag ausgeht vermag ich nicht zu prophezeien aber das Wort Miracle on Ice wird bei mir nicht mehr vorkommen. Die Enttäuschung über die gesamte Saison ist bei mir und meinen Nachbarn riesig

  2. Vielen Dank Hr. Böhm, was sollte man sonst nach so einem enttäuschenden Abend und vor allem so einer Saison anderes sagen, ausser das ihr Blog und ihre Artikel in den NN der einzige Lichtblick im Nürnberger Eishockeyuniversum sind, dass einzige auf das man sich vor und nach den Spieltagen im Moment freuen kann. Das Spiel will ich mir am Sonntag nicht anschauen, vermutlich werde ich es aber trotzdem wieder tun.

  3. Wie immer sehr viele Punkte die ich genau so unterschreibe.
    Das Spiel und damit auch das Viertelfinale haben wir weggeworfen wie das CHL-Achtelfinale. Völlig unnötig und einfach nur, Entschuldigung, dämlich. Denn ich gebe offen zu, dass ich jetzt nicht mehr an ein Weiterkommen glaube. Das Momentum sitzt im Bus gen Norden und ich glaube kaum das sich Bremerhaven noch ein Heimspiel klauen lässt. Nicht von einer, wie oben schön geschrieben, halben Eishockeymannschaft.
    Zwei Punkte möchte ich jedoch anmerken die noch nicht erwähnt wurden. Zunächst hat diese Mannschaft in meinen Augen ein konditionelles Problem. Wir waren in der Verlängerung und auch schon im dritten Drittel stehend KO und hatten nichts mehr zuzusetzen. Bremerhaven war klar besser und hat sich den Sieg verdient. Es ist ja auch nicht das erste Mal in dieser Saison das wir eine klare Zwei- oder Drei-Tore-Führung verspielt haben.
    Der zweite Punkt hängt wohl unmittelbar mit dem ersten zusammen. Bei Führungen wird oft angefangen diese zu verwalten, anstatt weiter Dampf zu machen. Entweder untermauert es die konditionelle These oder aber man ist zu schnell zufrieden.
    Wie dem auch sei, ich bin gespannt wie es kommende Saison weiter geht.

  4. Zum wiederholten Male eine deprimierende Vorstellung einiger unserer sogenannten Leistungsträger. Die Namen wurden schon genannt. Wie oft schon in dieser Saison? Kann es sein, dass z.B. Acton eine Klausel im Vertrag hat die festschreibt, dass er spielen muss, solange er sich irgendwie auf den Kufen halten kann? Anders kann man sich nicht erklären, dass er alle Spiele in dieser Saison mitmachen durfte.
    In diesem Zusammenhang muss man auch den „Trainer“ kritisieren:
    Den Vorteil, dass man – im Gegensatz zum Gegner – in voller Mannschaftsstärke antreten konnte macht man sich damit zunichte, dass einige Spieler garnicht, oder nur wenig zum Einsatz kommen. Und nach dem schnellen 2:3 hätte es einer sofortigen Auszeit bedurft. Das Team kann nicht über die volle Spieldistanz kräftemäßig mithalten. Das sehe ich genauso wie @Eistiger. Den motivierten Fox draußen lassen und weiter auf Alibirumkurver setzen? Wozu hat man Gaudet entlassen? Besser wurde es nicht! Eigentlich liegen die Konsequenzen, die man dringend ziehen müsste, auf dem Tisch…
    Da kann man nur hoffen, dass Herr Gastner seine Ankündigung („alles hinterfragen“, also auch sich selbst!?) wahr macht.

    So reicht es halt nicht mal gegen eine derart dezimierte Mannschaft, die sich mit viel Leidenschaft und Kampfgeist den Sieg absolut verdient hat. Da kann man wirklich nur gratulieren! Und Herr Prey sollte stolz auf sein Team sein, anstatt völlig unangebracht auf mit Fakten untermauerte Berichterstattung zu reagieren.

  5. Ein schöner Artikel und ich als Oberpfälzer finde die Kritik an Prey durchaus berechtigt. Leider wird bei vielen Vereinen der deutsche Pass gelebt. Wobei Nürnberg sich nicht offensiv darum bemüht, aber die Spieler dann doch verpflichtet (liegt aber sicherlich auch an der sportlichen Leitung).

    Zum Spiel muss man nicht viel sagen. Der Wille war bei einigen erkennbar, die wurden aber im Artikel oben schon erwähnt. Alanov und Fox nicht spielen zu lassen? Keine Ahnung, ich kann mit Jiranek nichts anfangen. Er überlegt „frische Beine“ zu bringen? Muss man da nach diesen Leistungen wirklich überlegen? Also wirklich, da fällt mir nichts mehr ein. Acton, Buck und Lalonde, sollten sich am Sonntag durchgehend im Bus aufhalten. Aber das Ganze passt wieder zu dem absolut inkonsequenten Verhalten, welches schon die ganze Saison gelebt wird. Drei Reihen am Sonntag, dafür die, die wollen. Der Stephan und der Mieszkowski kriegen keine Eiszeit, obwohl viele konditionell komplett am Ende sind, was ich übrigens auch dem Trainerteam anlaste.

    Bast ist auch der bessere Bullyspieler, wenn man ihn mit Acton vergleicht. Brown ist definitiv eine Bereicherung, was man von den gesetzten (warum auch immer) Buck, Acton und Lalonde nicht sagen kann.

    Anscheinend ist Jiranek bemüht das peinliche Ausscheiden in der CHL zu toppen. Wir sind definitiv auf einem guten Weg.

  6. Was will man groß sagen? Ein 3:0 zu Hause gegen einen derart dezimierten Gegner herzuschenken muss man auch erst mal schaffen – von daher: die Ice Tigers 2018/19 sind immer wieder für eine Überraschung gut :). Von der Intensität von Spiel 1 mit der man in die Köpfe der Bremerhavener kam war wenig zu sehen und so bekam die Truppe von Popiesch durch das 3:1 schnell wieder Oberwasser. Warum nicht an wichtigen Zeitpunkten des Spiels eine Auszeit nahm weiß nur Jiranek um das Spiel zu beruhigen oder seinen Leuten eine Pause zu geben.

    Es war gestern auf jeden Fall auffällig wie oft Flanagan Acton angeschaut in der Art und Weise: „wenn Blicke töten könnten“. Fox und die anderen Spieler müssen sich doch vor Lachen am Boden gekringelt haben, wenn sie sehen, was Spieler wie ein Lalonde, Buck und Acton sich erlauben dürfen ohne auch nur die geringste Art der Konsequenz zu spüren – unter einem Wilson hätte es das nicht gegeben nur als Beispiel.

    Interessant find ich die Aussage Jiraneks, dass er darüber nachdenkt „frische Beine“ zu bringen. Das Team war gestern in der OT konditionell durch und was macht man da in Nürnberg: richtig, man lässt Mieskowski gar nicht mehr aufs Eis und selbst Stajnoch war ein OT-Drittel nicht am Eis gesehen. Stephan sah das ganze Spiel kein Eis, saß aber mit auf der Bank. Ich kann mich an einen Trainer mit 28 Jahrne Trainererfahrung erinnern – der tat ähnliches, musste aber gehen…. Mit Gaudet war ich auch nicht glücklich, aber schlimmer hätte er es auch nicht mehr machen können.

    Martin Jiranek, so sehr er sich in Nürnberg verdient gemacht hat und damit zurecht unterm Hallendach hängt, sollte mehr denn je nach gestern in allen Funktionen hinterfragt werden. Als Spieler hätte ich vor so einem Trainer, der Spieler derart offensichtlich unterschiedlich behandelt keinen Respekt mehr. Wie mag das dann erst sein, wenn dieser Trainer ab der neuen Saison wieder Manager sein soll? Wer nimmt ihm da noch was ab? Man dachte auch lange Augsburg geht nicht ohne Fliegauf oder Mannheim ohne Kuhl/Fowler, aber beiden hat ein externer Blick nicht geschadet.

    Ich persönlich war gestern nach dem 3:0 relativ sicher, dass die Truppe das Ding zu macht. Jetzt haben wir morgen wohl ab dem Spätabend Urlaub.

  7. Aber Herr Böhm,
    Eishockey ist so ein schöner Sport. Und sie sind froh das sich ihre Kids nicht dafür interessieren? Schade! Eishockey ist mehr Mannschaftssport als es Fußball je sein kann. Ich kann Ihnen da aus dem Nähkästchen schreiben.
    Mein großer ist 14, seine Alterkameraden vom Fußball sind Einzelspielende Lackaffen mit schönen Haaren.
    Er ist nicht mehr beim EHC80 sondern in Salzburg bei RedBull (sorry dafür aber es ist besser). Einer der ersten Sätze von H. de Raaf war: „Hier erkennst wer wo spielt, die Fußballer haben schöne Haare, die Eishockeyspieler lassen einfach wachsen. Denen ist das Wurscht, die wollen spielen!“. Soviel für ihre Kids, und eine eventuelle Überlegung sie doch in die „Richtige“ Richtung zu schubsen ;-).
    Bleiben wir beim Nachwuchs, kommen wir zu Herr Prey.
    Ich kann von diversen Nachwuchsturnieren berichten, das wir mit Nürnberg NIE gegen BHV oder auch WOB gespielt haben. In Bietigheim gibt es wohl ein Turnier bei dem BHV antritt. Aber die wirklich großen bekannten Turniere? Fehlanzeige. Beim DEL Cup in Schwenningen werden diese Mannschaften regelmäßig von Landshut ersetzt bzw. treten nicht an.
    Warum?
    Naja, die Kids haben schon Spaß da oben (wär auch doof ohne) aber die Chancen sind, selbst im Vergleich zum EHC80 (Ja es wird besser), verschwindend gering. Ich habe Ihren Artikel nicht lesen können, mangels der Printausgabe. Aber aus dem Blog erkenne ich allein an der Überschrift in welche Richtung es geht. Und Herr Böhm, sie haben recht.
    Zum gestrigen Spiel ist alles geschrieben. Und um endlich den Umbruch starten zu können, sollte die Saison am Sonntag dann auch zu Ende gehen.

    Sportliche Grüße und stecken sie ihre Kids mit dem Virus an, es lohnt sich auch für die Eltern 🙂

    Basti

  8. Ich kann Herrn Prey gut verstehen. Als ob Bremerhaven oder auch Iserlohn die Entwicklung deutscher Talente im deutschen Eishockey verhindern würden. Als ob die anderen Teams dieses Schicksal nicht selbst in die Hand nehmen könnten. Was hat denn Martin Jiranek daran gehindert, seinen jungen deutschen Spielern mehr Eiszeit und auch Verantwortung in brenzlichen Situationen zu übertragen wenn nicht in dieser völlig missratenen Saison? Kevin Gaudet hat er wohl genau dafür gefeuert. Vielleicht wäre ein Artikel, der mal die Frage nach den Bemühungen der ice Tigers um nachhaltige Nachwuchsarbeit kritisch hinterfragt, angebracht gewesen? Ein bisschen selbstkritisches Hinterfragen würde auch diesem Blog ganz gut tun.

  9. Einigen Spielern gehört echt mal ne Ansage gemacht. Solche dummen Strafen hintereinander habe ich selten gesehen. Völlig zurecht gegen eine dezimierte Mannschaft verloren! Danke an Treutle für diese Performance gestern.

    Das Unterzahlspiel war eigentlich das beste, was man gestern von den IceTigers gesehen hat – beschämend!

    DAS ist halt dann die Krux: Wir wollten robuster in die Playoffs gehen. Jetzt fallen wir dadurch auf die Nase, weil die Schnelligkeit komplett weg ist.

  10. Das war gestern tatsächlich ein außerordentlich kurioser Eishockeyabend. Und ein sehr langer. Mir tun jetzt noch die Füße weh. Aber ich will nicht jammern. Es sind ja schließlich Playoffs.

    – Im Spielbericht auf nordbayern.de steht, Bremerhaven habe die Begegnung „hochverdient“ gewonnen. Dem kann ich mich nicht ganz anschließen. Ich habe bis zur 44. Minute eine durchaus konzentrierte und solide Nürnberger Mannschaft gesehen. Hätten die Ice Tigers das Spiel mit 3:0 gewonnen, hätte sich an der Küste niemand beschweren dürfen. Spätestens ab der zweiten Hälfte des 3. Drittels sowie in der Verlängerung war Bremerhaven aber klar besser. Unverdient ist der Sieg der Pinguins somit natürlich auch nicht.

    – Keine Frage: Die Ice Tigers, ganz speziell in der Person von Shawn Lalonde, haben sich in der Overtime unfassbar dämlich verhalten. Ich habe allerdings auch schon Playoff-Spiele gesehen, da hätte man in der Overtime den Gegenspieler schon mit einer Kalaschnikow bedrohen müssen, um auf der Strafbank zu landen. Gestern war das anders.

    – Warum Dane Fox nicht gespielt hat? Warum die Ice Tigers nach dem 3:2 auf eine Auszeit verzichtet haben? Warum in der Overtime immer nur die gleichen Spieler auf dem Eis standen? Warum Acton und Buck trotz offensichtlicher Arbeitsverweigerung immer noch mitspielen dürfen? Warum Shawn Lalonde nicht lernt zu erkennen, wann man mal eine Strafzeit riskieren kann und wann besser nicht? Ich weiß es nicht. Würde ich aber gerne mal Martin Jiranek fragen.

    – Das Verhalten von Alfred Prey ist einfach nur unsouverän und peinlich. Und ein weiterer Grund dafür, dass ich Fischtown viel weniger sympathisch finde als der Rest Eishockey-Deutschlands.

    – Die Ice Tigers waren konditionell gestern völlig am Ende. Unterdessen wirkte Bremerhaven – obwohl mit sehr kurzer Bank angereist – erstaunlich frisch. Auf ein gutes Sommertraining lässt das nicht schließen. Gruß an dieser Stelle an Herrn Gaudet.

    – Die im Blog positiv hervorgehobenen Spieler hätten es wirklich verdient, mit Kollegen aufzulaufen, die ebenfalls Lust haben, ins Viertelfinale einzuziehen. Ich hoffe inständig, dass es der sportlichen Leitung gelingt, über den Sommer eine entsprechende Mannschaft aufzubauen. Mir fielen da übrigens zwei heiße Kandidaten für eine Vertragsauflösung ein…..

    – Pavel Gross kann lachen. Hätte ich nicht für möglich gehalten, ich habe es gestern aber mit eigenen Augen gesehen.

    – Am Sonntag wird die Saison der Ice Tigers beendet sein. Das ist bitter, letztlich aber vermutlich besser so. Nach dann drei sehr intensiven Spielen und nur zwei Tagen Pause ab Mittwoch auf die vielleicht beste Mannschaft, die je in der DEL auf dem Eis gestanden hat, zu treffen, könnte böse enden.

  11. Ich sag jetzt mal was seit einer gefühlten Ewigkeit meine Gedanken zu unserer Mannschaft sind:

    1.) Dieses Mannschaft war nie EIN Team! Das ganze Gerede seitens des Vereins, es gäbe keine Probleme im Mannschaftsgefüge unter Saison, waren nur Ausreden. Ein echtes Team schafft es in über 50 Hauptrundenspielen die Laufwege der Mitspieler auf dem Eis zu kennen und spielt nicht immer den Puck auf die Kufe oder hinter den Mann. Außer sie sind blutige Amateure, was hier keiner sein sollte.

    2.) Die von Eistiger angesprochenen konditionellen Probleme bei einigen Spielern sind sehr deutlich zu sehen. Zwei Dinge die dabei einen faden Beigeschmack hinterlassen: Zum einen die angeblichen Beschwerden von Herrn Gaudet zu Beginn der Saison über die Laktatwerte einiger Spieler und zum anderen die Aufnahme von Frau Gaudet in das Team der Athletiktrainer für die Mannschaft.

    Das alles zusammen bestätigt mir meinen Verdacht vor der Saison, dass wir uns ein paar Graupen in die Mannschaft geholt haben, die zwar auf dem Papier tolle Spieler sind, aber es schon seine menschlichen Gründe hatte, warum sie verfügbar waren. Lieber die kommende Saison auf hungrige junge deutsche Spieler setzen, da tut es nicht so sehr weh, wenn sie doch nicht einschlagen.

  12. Man hat zuhause die Möglichkeit gegen eine Mannschaft mit vier nominellen ins Viertelfinale einzuziehen und ist bei 5 vs. 5 das gesamte Spiel über die passivere Mannschaft. Besonders ab dem 2ten Drittel kam von unserer Seite ja überhaupt kein Forechecking mehr. Verstehen muss man einen solchen Gameplan nicht. Genauso wenig muss man sich wundern, wenn man dann absolut verdient verliert.

    Acton und Buck das gesamte Spiel über eigentlich mal wieder nicht zu sehen, aber im Endeffekt wird am Sonntag wahrscheinlich wieder Fox auf der Tribüne sitzen, der gestern meiner Meinung nach als Gegenpart zu Nehring definitiv gefehlt hat. Wie blackhawk schon schrieb, als Spieler würde es mir schwer fallen den/die Trainer bei solchen Entscheidungen noch ernst zu nehmen.

  13. Das Problem Lalonde wird wohl der Disziplinarausschuss für Euch lösen: Stockstich in den Unterkörper, und da hinterhältig (von hinten ausgeführt und weitab vom Geschehen – er war auf dem Weg zum Auswechseln) auch als Tätlichkeit zu werten.

    Sollte eine längere Sperre nach sich ziehen, außer Boos und Co. sehen eine Mitschuld des Gefoulten: Eier zu tief hängen lassen, Remember: Always dicks up!

  14. Man kann @blackhawk und @Pepe nur zustimmen. Die ganze Saison über haben wir über bestimmte Spieler diskutiert. Einige Verpflichtungen wurden von Saisonbeginn an mehr oder wenig heftig diskutiert (was das für die Kabine bedeutet).
    Und immer wieder haben wir über die Eiszeiten von Unwilligen oder Formschwachen und die Behandlung von Spielern, die dem Coach scheinbar nicht „gefallen“ diskutiert.
    Das von Jiranek immer wieder betont wurde, dass die Stimmung in der Kabine gut ist, wurde auch schon lange zurecht angezweifelt (Patrick Reimer hat in diesem Jahr durch Andeutungen in Interviews immer mal durch die Blume gesagt, dass sich der ein oder andere mehr anstrengen sollte – und mit so einer Aussage hat er sich sicher extrem lange zurück gehalten).
    Das Thema Fitness kann man Jiranek wohl nicht anlasten. Alles andere, inklusive coaching während des Spiels, schon.
    Von außen wurden und werden diese Dinge gesehen. Nur von einem wohl nicht. Oder er ist so schwach, dass er es nicht ändern kann/will..
    Übrigens: Der Coach, der gestern Abend zu Besuch war, hätte längst reagiert bzw. bestimmte Spieler erst gar nicht geholt. Der ist jedoch auch ein guter Coach!

    Ob nach dem morgigen Spiel diese Saison zu Ende ist? Sehr schwer zu sagen. Es könnte sein, dass die „Willigen“ das Spiel trotz der Kringeldreher gewinnen werden…

  15. Ich bin überrascht, dass immer noch so viele überrascht sind. Wir beobachten die Grütze doch seit September. Wieso sollte denn jetzt plötzlich eine Verbesserung eintreten?

    Exemplarisch einige für mich eklatante Missstände:

    Die Ice Tigers haben eine relativ teure Ansammlung von sich selbst überschätzenden Individualisten, die nur von einer Handvoll Musterprofis einigermaßen über Wasser gehalten wurde.

    Es gibt keine Spielphilosophie und auch nach Ende der Hauptrunde keinen erkennbaren taktischen Plan.

    Die Mannschaft war und ist nicht fit (Grundlagenausdauer). Es gibt max. sowas wie ein professionelles Sommertraining der deutschen Spieler. Die Nordamerikaner kommen hingegen in irgendeinem Zustand hier an. Dann folgt eine „Saisonvorbereitung“ durch ein erfahrenes Übungsleiterehepaar (28 Jahre…), die eher an einen Skigymnastikkurs am Dienstagvormittag beim Post SV erinnert. Das hat mit Profisport nichts zu tun. Die Pausen wurden offensichtlich nicht genutzt, um an den Defiziten zu arbeiten.

    Die Mannschaft ist zu langsam (Schnellkraft + persönliche Anlagen der Spieler).

    Es ist nicht möglich, im Profisport ohne Trainer erfolgreich zu sein.

    Nürnberg ist eine Wohlfühloase für allenfalls durchschnittlich talentierte nordamerikanische Eishockeysöldner, die hier mit wenig Aufwand viel zu viel verdienen können.

    Der Sportdirektor, der für den dringend notwendigen Umbruch sorgen müsste, ist aktuell in allen Aufgabenbereichen vollkommen überfordert und steht zudem wie kein anderer für den bisherigen Kurs.

    Die Organisation hat schon seit ihrem Bestehen ein strukturelles Problem. Kompetenzen in der Führung sind nicht klar geregelt. Es fehlt an einer klaren gemeinsamem Idee, was dieser Klub sein will und nach der er sein Handeln ausrichtet.
    Man mag die Idee Bremerhavens kritisieren, aber sie haben eine und setzen sie konsequent um. Und deswegen sind sie auch erfolgreich.

    Ich sehe unter dem Strich überhaupt keine Anzeichen dafür, dass es in Nürnberg in der nächsten Saison mit den handelnden Personen besser werden könnte. Ich befürchte eher, dass man einen zufälligen Sieg morgen und ein Ausscheiden im Viertelfinale gegen den kommenden Meister als ordentliches Ergebnis zu verkaufen versuchen würde.

  16. Es steht 1-1. Wir sollten die Mannschaft erst „köpfen“, wenn die Saison endgültig vorbei ist. Auch wenn sicherlich vieles von dem, was hier geschrieben wird, absolut zutrifft.

  17. Hallo,

    zu Spiel und PPO – Situation wurde schon viel richtiges geschrieben.

    Daher nur noch eine Anmerkung zu Prey und dem Modell der Doppelflaggen.

    1.) Die negative Beeinflussung der deutschen Nachwuchsförderung durch den massenhaften Import und die darauf folgende Einbürgerung von, relativ günstigen, qualitativ hochwertigen ausländischer Profis „verstopft“ die Liga mit solchen Spielern. Die besten werden dann von anderen Vereinen gerne aufgenommen, Fischtown und die Roosters füllen ihre Kader wieder auf, alles geht von vorne los

    2.) Viele DEL – Vereine investieren wenig in Jugendarbeit, auch die Ice-Tigers. Es wird ganz überwiegend nur in die Profibereiche investiert, DNL wird vernachlässigt. Und die vorhandenen Talente werden entweder früher oder von RB, AEG oder SAP weggekauft (e.g. Bergmann, Ehlitz..) oder, wenn sie doch eine Chance bekommen (Mayenschein, Eder-Brüder) wieder zurück geschickt wie bei RB diese Saison.

    Im Kader von Bremerhaven haben ZWEI Spieler einen Geburtsort in GER. Auf dem Eis waren gestern nur Kanadier. Die haben einen geilen Job gemacht, aber so lange es so willige Passämter im Sauerland und an der Nordseeküste gibt, braucht niemand über eine Reduzierung der Ausländerlizenzen nachdenken. Das macht das Modell dieser Teams nur noch attraktiver und andere Standorte mit schmalem Budget (Schwenningen, Straubing, Augsburg… demnächst Nbg.(?)) werden genau so verfahren um erfolgreich zu sein.

    Fazit:
    1.) Nicht das Modell ist schlecht, sondern das Regelwerk der DEL. Solange das nicht entsprechend angepasst wird (e.g. Minimum 5 Jahre in der Liga o.ä.), braucht auch keiner Jammern.
    2.) Das rumgelaberte aus Iserlohn und Bremerhaven ist genauso unerträglich. Wenn Prey die Presse anmacht, ist es noch unerträglicher. Wie gehabt @Sebastian: Wen die freie Meinung attackiert wird, hat die Presse alles richtig gemacht 😉
    3.) Chad Nehring habe ich gestern beschimpft. Ständig. Ausdauernd und laut. Er war ab dem 2. Drittel DER Spieler auf dem Eis. Überzahl durchgespielt, unterzahl durchgespielt, 5 vs. 5 ständig auf dem Eis. Nach Fortunes, den Sebastian ja schon herausgestellt hat, hatte Nehring mit > 38 Min. TOI die längste Zeit auf dem Eis verbracht. Und wirkte dabei 100% frischer als jeder Tiger.
    Würde mich nicht wundern, wenn Nehring nächstes Jahr bei SAP spielt. Prey und Gross haben sich angeregt unterhalten gestern…

    Ansonsten muss bei den IceTigers ein Umbruch her, egal wie das Spiel morgen ausgeht. Das denkt hier nicht nur die „virtuelle“ Hockey – Blase (@Blackhawk, Pepe, Frank, Flo & all die anderen hier & auf Twitter), auch alle mit denen man in der Arena spricht. Und es muss schnell und Transparent geschehen. Sonst verlieren wir in dieser Saison mehr als nur eine PPO – Serie.

    Gruß
    Stefan

  18. PS: natürlich ist Nehring im schönen Springside geboren. Kennt ihr nicht? Kleiner Tipp, liegt NICHT an der Nordseeküste..

  19. Ich kann nicht verstehen warum hier ständig die Spieler im Mittelpunkt der Kritik stehen. Der Schwachpunkt in der Organisation ist doch klar. Der sportliche Leiter stellt die Mannschaft zusammen und kann sie als Trainer nicht steuern. Schuld sind die Spieler selbst, das Schicksal und die ganze Welt, nur einer nicht. Mit einem Etat von 10 Millionen Euro !! Funk hatte einen Etat von 4,8 Millionen Euro, den Düsseldorf Coup und leider das nicht funktionierende Tommer System. Platz 7 mit 77 Punkten wurde trotzdem erreicht. Die Icetigers profitierten noch kange von den geholten Spielern wie Reinprecht, Reimer, Ehliz, Pföderl, Jenike usw. Was bleibt nach Jiranek ? Der ganze Schaden wird erst noch sichtbar werden.
    Wer stellt eigentlich den sportlichen Leiter ein ? Der Geschäftsführer, der ja nur für die Sponsoren und Verwaltung zuständig ist. TS , der Hauptsponsor , oder die Gesellschafter ? Wer ist der Boss ?

  20. Nachdem das Schussverhältnis so deutlich für BHV war (wie auch von Sebastian erwähnt), habe ich mir nochmal die Details angesehen.

    Nach der regulären Spielzeit waren es 23:27 Schüsse und beim Corsi 43:50. Sehr interessant, dass BHV in Überzahl viele Scheiben zum Tor bringt. Dadurch ein besseres SOG und Corsi-Verhältnis (54% für BHV).
    Vergleich der Drittel SOG: 14:11, 6:5, 3:11
    Vergleich der Drittel Corsi: 21:19, 9:14, 13:17
    Geblockte Schüsse in den 60 min übrigens: 9:17 Somit in den ersten 60 min von 51%

    Erst in der OT dreht sich das Schussverhältnis deutlich zu BHV. Verantwortlich mit die Überzahl Situationen. 15:28 SOG und Schüsse gesamt: 28:49
    Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele…

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