Spiel 59: Ein Abend, an dem niemand sterben wollte

Foto: Thomas Hahn/Zink

Was viele nicht wissen, ist, welch großen Spaß diese Playoffs vor allem Zeitungsjournalisten bereiten. Durch die Unberechenbarkeit, vor allem die Endgültigkeit der Ereignisse darf man da jeweils nicht nur einen, sondern gerne auch zwei Artikel anlegen, von denen einer dann einfach wieder gelöscht wird, was nicht zwangsläufig ein Verlust sein muss. Der Kollege Gloser hat heute noch einen Kommentar zum Ausscheiden der Ice Tigers im sechsten Viertelfinalspiel in Augsburg an der Wand hängen, der nur deshalb da hängt, weil die Ice Tigers das sechste Viertelfinalspiel in Augsburg gewonnen haben („Zehn Gründe für das frühe Aus der Ice Tigers“). Oftmals entscheiden Zentimeter darüber, ob eine Hymne oder ein Verriss gedruckt wird. In Bremerhaven ist kürzlich auf der Pressetribüne nicht nur ein weiterer dieser So-kann-es-nicht-weitergehen-Kommentare gelöscht worden, sondern auch gleich noch der So-geht-es-weiter-bei-den-Ice-Tigers-Artikel. Und heute haben der Kollege Fischer (Nürnberger Nachrichten) und ich (nordbayern.de) Einstiege mehrfach umformuliert, Absätze hektisch hinzugefügt oder im digitalen Papierkor verschwinden lassen. Normalerweise spricht das für die Dramaturgie des Spiels. Erst recht an diesem Freitagabend. Es war ein Fest. Ein unerwartetes Eishockey-Fest, dieses 4:3 gegen Mannheim.

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