Spiel 38: Shit happens

Foto: Thomas Hahn/Zink

Lasst uns über Fairness reden: Der Kapitän war es, der seine Mannschaft nach einem denkbar bitteren Spiel anwies, zum Handshake ausnahmsweise die Handschuhe anzubehalten. Was den Ice Tigers in diesen Tagen widerfährt, muss ja nicht auch dem EHC Wolfsburg widerfahren. Es gab Fist Bumps für die 7:0-Sieger, bis Dane Fox auf Marius Möchel traf. Der Wahl-Nürnberger versuchte, den gebürtigen Nürnberger zu umarmen, Möchel wehrte sich. Fox lachte. Möchel auch. Drei Spieler weiter hat sich Spencer Machacek nach dem Befinden von Brett Festerling erkundigt, via dessen Körper er das 7:0 erzielt hatte. Eishockeyspieler können 60 Minuten lang ziemliche Idioten sein, können sich absichtlich Schmerzen zufügen, können sich hart durchbeleidigen, aber mit der Schlusssirene ist das vergessen. Meistens. Besonders natürlich nach einem Spiel, das mit normalen Maßstäben nicht zu bewerten ist.

Warm-up

  • Vor zehn Tagen hatte Hans Kossmann die Saison für beendet erklärt, Mitte Januar. Seiner Ansage folgte eines der schlechtesten Heimspiele, das ich in der DEL von einer halbwegs vollzähligen, noch immer genügend prominent besetzten Mannschaft gesehen habe. Das 0:5 gegen Nürnberg war kein Vergnügen. Zwei Spiele und Siege später fehlen dem EHC Wolfsburg nur noch drei Punkte auf Nürnberg (bei, ja, zwei Spielen mehr). So schnell kann das gehen. An einem Abend wie diesem klammert man sich an jeden Strohhalm. Am Sonntag empfangen die Grizzlys übrigens schon wieder die Eisbären Berlin.
  • In Iserlohn braucht es einen Fanboykott, damit die Kampfhähne wieder kämpfen. Und in Berlin bestätigen die Eisbären die Vorbehalte gegenüber ihrem Sportdirektortrainer (irgendwoher kennt man das) mit einem 0:7 – und das ohne einen Noro-Virus. Also fast nichts passiert. Außer, dass die Ice Tigers eine Riesenchance verpasst haben, den Rückstand um weitere drei Punkte zu verkürzen. Jetzt haben sie dazu ein Spiel weniger zur Verfügung.
  • Letztes Wochenende fand ich gar nicht so geil, trotz der beiden Siege. Das habe ich sowohl mittels der Zeitungsberichte als auch hier im Blog auszudrücken versucht. Nicht jeder Sieg ist ein Gewinn. Nicht jedes 0:7 eine Pleite. Es gibt Tage, da sollte man als Berichterstatter nach Siegen kritisch sein und es gibt Abende, da sollte man nach hohen Niederlagen milde sein.
  • Hier ist übrigens nachzulesen, was mir in Echtzeit zu dem 0:7 (0:0, 0:2, 0:5) eingefallen ist.
  • Noch nicht wieder einsatzbereit: Eugen Alanov. Krank: Taylor Aronson, Marcus Weber, Tim Bender, Maximilian Kislinger, Jason Bast, Leo Pföderl, Mike Mieszkowski. Mindestens angeschlagen: wer weiß? Vor dem Morning Skate hatten sich bereits sechs Spieler abgemeldet. Diagnose: Noro-Virus, in einem leichteren Fall, an die Teilnahme an einem DEL-Spiel war aber nicht zu denken. Marcus Weber wollte spielen, wurde aber am Abend nach Hause geschickt. Alle anderen Spieler hat Martin Jiranek gefragt: Kannst du spielen? Einige antworteten sofort. Andere zögerten und sagten dann: Ich kann spielen.
  • Diese Form von Noro-Virus scheint bereits nach 24 Stunden ausgestanden zu sein, von der Schwächung des Körpers mal abgesehen. Das ist gut für die Ice Tigers. Schlecht ist, dass die Patienten danach noch ansteckend bleiben. Bei vier Spielen in acht Tagen kann das fatal sein.
  • Martin Jiranek: „Sie waren besser, haben verdient gewonnen. Wir müssen das ganz schnell abhaken. Für uns ist das Sonntagsspiel das wichtigste der Saison. Hoffentlich bekommen wir ein paar Spieler zurück. Wenn nicht, ist das aber keine Ausrede. Ich erwarte eine gute Reaktion von der Mannschaft.“
  • Auf Twitter wurde sogleich erörtert, warum die Ice Tigers das Spiel nicht abgesagt hatten. Tja, weil man dann 4600 Zuschauer verärgert und sich auch darüberhinaus viel Ärger eingehandelt hätte. Das Hauptargument ist allerdings, dass es dann 0:5 gewertet worden wäre. Bei nurmehr elf einsatzfähigen Spielern hätte es diese Möglichkeit gegeben – mit Aussicht auf Verlegung. Dazu aber waren die Ice Tigers zu gesund. Aber selbst, wenn man das nicht weiß, verstehe ich nicht, wie man auf einen solchen Gedanken kommt: Warum hätte man ein Spiel absagen sollen, das man hätte gewinnen können. Warum hätte man die Chance, auf einen, zwei oder drei Punkte hergeben sollen? Und, jawohl, richtig gelesen, die Ice Tigers hätten dieses Spiel, das 0:7 ausgegangen ist, auch gewinnen können.
  • Es waren nur 7:30 Minuten Eiszeit, eine kleine Mustergröße und natürlich hätte es einfachere Spiele für einen 20 Jahre jungen Verteidiger-Neuling gegeben. Trotzdem muss man feststellen, dass Pascal Grosse noch ein bisschen Zeit und viel Eiszeit in der 2. Liga braucht. Angesichts seiner Position und auch seiner Statur ist das völlig normal. Völlig unverständlich ist allerdings, dass ein großer Angreifer wie Yannick Wenzel nicht schon längst in der DEL spielt. Ebenfalls 20 Jahre alt, kein Scorer in der 2. Liga und trotzdem fällt er eine Liga höher auf – positiv.
Foto: Thomas Hahn/Zink

Das Spiel

Nach dem 0:3 haben die Ice Tigers für das Spiel am Sonntag geplant. So ähnlich hat es Martin Jiranek formuliert. Mit drei gegen vier Reihen und fünf DEL-tauglichen Verteidigern, nach unzähligen vergebenen Chancen, geschwächt von einem Noro-Virus gaben sich die Spieler keine Chance mehr. Dieses Eingeständnis ist erstaunlich, aber es ist auch nachvollziehbar. Man hat einzelnen Spielern schon im zweiten Drittel nach dem unglücklichen 0:2 (Grosse war es, der über den Puck geschlagen und ihn deshalb an Möchel verloren hatte), dass ihnen die Kraft ausgeht. Trotzdem gab es wie im ersten Abschnitt gegen Ende der zweiten 20 Minuten noch einmal eine Phase mit vielen Chancen. 1:0 zum ersten Seitenwechsel oder zumindest ein 1:2 zum zweiten, natürlich hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen: Aber Brown, Reimer, Buck, Fox, Wenzel, Buck, Fox, Buck, Reimer, Acton, Wenzel, Dupuis, Wenzel, Brown und Lalonde trafen einfach nicht, womit nur gute bis sehr gute Chancen in den ersten 40 Minuten genannt sind und noch gar nicht die beste. Noch einmal: Natürlich hatten die Ice Tigers die Gelegenheit, diese wichtigen drei Punkte zu holen. Die ersten beiden Drittel gehörten jedenfalls sicher nicht zu den schlechtesten der Saison (in diesen erlesenen Kreis ist es allerdings auch richtig schwer vorzustoßen). Das 0:3 fiel dann zu leicht. Der Rest war bitter, bedarf aber keiner weiteren Erklärung.

Der Moment

Philippe Dupuis nahm Fahrt auf, glitschte an der Bande an den ersten Wolfsburgern vorbei, nahm zwei weitere als Spalier, zwang David Leggio in den Spagat, lupfte den Puck auch noch an und scheiterte trotzdem an Leggios Schoner. Mannschaften lassen sich oft von Kleinigkeiten mitreißen, die uns Betrachtern gar nicht unbedingt auffallen, ein geblockter Schuss, ein langer Wechsel, ein Check gegen einen 30 Kilogramm schwereren Spieler. Manchmal könnten aber auch Tore die Atmosphäre eines Spiels ändern. Dupuis hätte in der 37. Minute für einen solchen Momentum-Changer sorgen können. Viel fehlte dazu nicht. Dupuis aber jubelte nicht. Dupuis scheiterte.

Three Stars

Das Bemerkenswerte passierte erst nach der Chance: Nachdem er alle überholt hatte, war Philippe Dupuis rechtzeitig zurück im eigenen Drittel, um zumindest den Versuch zu unternehmen, eine Wolfsburger Großchance zu verhindern. Schon zuvor war Dupuis auffällig, bereitete zwei gute Möglichkeiten von Fox vor, arbeitete, schob an, verzweifelte an Leggio und beendete das Spiel mit minus Vier. Minus Vier nach seinem vielleicht besten Spiel – mehr muss man über die Saison von Dupuis eigentlich nicht wissen. An diesem Freitagabend war er trotzdem richtig stark.

Mit mehr deutschen Spieler wäre das Niveau in der DEL nicht zu halten. Ähem, über welches Niveau sprechen wir da eigentlich? Über die Handcreme? Mit einem Yannick Wenzel, der regelmäßig in dieser Liga vorspielen darf, wäre die DEL jedenfalls kein bisschen schlechter. Zug zum Tor, Übersicht, Größe – der Rosenheimer bringt alles mit, um nicht nur eine Nebenrolle zu spielen.

Ein dritter Spieler ist mir nicht aufgefallen. Man muss es auch nicht übertreiben und aus einem 0:7 einen beeindruckend starken Auftritt machen. Aber dem Team Wille und Charakter abzusprechen, wie es tatsächlich in der Twitterblase zu lesen war, das ziemt sich nach einem solchen Tag nicht. Dazu hätte man in dieser Saison außerdem schon ausreichend Gelegenheit gehabt.

Und sonst?

Hat für die Thomas Sabo Ice Tigers am Mittwoch das Jahr 2019 auch offiziell begonnen. Ein paar der Fotos von Thomas Hahn von der Neujahrsfeier im Palazzo will ich niemandem vorenthalten:

18 Kommentare in “Spiel 38: Shit happens

  1. In einer mit Peinlichkeiten gespickten Saison für mich der Offenbarungseid schlechthin. Eine denkwürdige Niederlage zu Hause gegen einen übermächtigen Gegner, der zurecht an der Tabellenspitze steht. Halt, hier verwechsle ich jetzt Wolfsburg mit Mannheim. Sorry. Naja, was soll’s, man kann nicht jedes Spiel gewinnen, Hauptsache witzig bleiben, wie hier der Blog. Ist ja nichts passiert, noch viele Spiele. Alles noch drin. Diesmal wars halt der Virus. Immer sind alle gegen die charakterstarken, tapfer kämpfenden und willensstarken ice Tigers. Brutale Eishockey Welt. Immer schön milde bleiben, wie Herr Böhm. Das bringt uns dann auch schnell dem Saisonende entgegen, vollkommen verdient. Diese Mannschaft mit diesen Verantwortlichen haben Playoffs nicht verdient.
    Bemerkenswert bleibt, dass Berlin und Nbg. als top Enttäuschungen der Saison beide ihre sportlichen Leiter ander Bande stehen haben. Schon wieder so ein Pech.

  2. Vielleicht noch eine Ergänzung, ach wenn sie sich wahrscheinlich als Kritik nicht geziemt an solch einem Abend, äh Morgen: die Augsburger haben mit einem ebenfalls dezimierten Kader bei Red Bull eine 1:4 Niederlage erlitten. Vielleicht war München gnädig und hat Rücksicht auf die gebeutelten Augsburger Spieler genommen, vielleicht haben die Augsburger ihr Schicksal auch einfach angenommen und gefightet. Eine 0:7 Schlappe zu Hause kann man somit vielleicht auch einordnen, auch wenn es sich nicht geziemt.

  3. Norovirus – 0:7 – 3 Punkte weniger als gedacht. Es war kein Eishockey Freitag für die Ice Tigers. Weltuntergang ? Nein, Enttäuschung über den Spielausgang ja und nein angesichts des dezimierten Kaders.Das beliebte der Trainer ist Schuld greift auch nicht. Es ist noch nichts passiert angesichts der Niederlagen der Berliner und Krefelder. Bei unseren Gesprächen im Restaurant waren wir uns einig das es diesmal kein 5:0 geben wird und war der Gegner wie verwandelt in Nürnberg aufgetreten. In einem bin ich nicht ganz Ihrer Meinung das wir das Spiel hätten so ohne weiteres gewinnen können, auch 2 oder 3 Tore hätten gestern nicht ausgereicht um das Eis als Sieger zu verlassen. Sei‘s drum , am Sonntag findet das nächste Spiel in Krefeld statt mit ungewissem Ausgang. Und noch etwas will ich anmerken, weil die Spiele gegen Wolfsburg und Krefeld zu finalen Begegnungen stilisiert wurden um den Einzug in die Playoffs, ist es nicht so das der Anschluss schon während der Saison verloren ging und nur durch die schwäche der Berliner und Krefelder die theoretische Chance noch besteht. Wir haben es nicht geschafft einmal 4 oder 5 Spiele hintereinander zu gewinnen, dann ist die logische Konsequenz man verliert den Anschluss. Sollte es am Sonntag in Krefeld eine Niederlage geben dann sollte Mike Flanagan das Training übernehmen und Martin Jiranek seiner Tätigkeit als Manager nachgehen und sich um den unvermeidlichen Neuaufbau kümmern,den in dieser Zusammensetzung wird es das Team in Nürnberg nicht mehr geben. Jetzt kommt meine Floskel, die Hoffnung stirbt zuletzt.

  4. Zum Spiel ist denke ich vieles gesagt. Die Chancen nicht genutzt und mit einer Erkrankung geht der Mannschaft natürlich im letzten Drittel die Luft noch früher aus wie gewöhnlich. Konditionell ist ja die ganze Saison schon erkennbar, dass man kaum drei Drittel mithalten kann. Das erschreckende für mich war eigentlich die wenige Eiszeit von Wenzel in den ersten 30 Minuten. Da versteh ich den Trainer einfach nicht. Aber ok, wir haben ja immerhin einen Acton, der jeden Zweikampf führt, durch kluge und schnelle Pässe glänzt und vor dem gegnerischen Tor eiskalt ist. Sein erstes Bully hat er ab dem wichtigen Zeitpunkt nach dem 0 zu 2 gewonnen, zumindest ist mir nicht aufgefallen, dass davor ein Gewinn feststellbar war. Nachdem die ersten Neuverpflichtungen und Verlängerungen anderer Vereine bekannt werden, sollte man hier vielleicht auch langsam in Aktion treten, oder bedienen wir uns wieder an der Resterampe und verlängern fleißig mit Spielern, die letzte Saison schon aussortiert werden hätten müssen. Ich denke übrigens auch, dass man Jiranek nicht für alles die Schuld geben kann, aber überzeugen tut er mich momentan weder als Trainer noch als Sportdirektor.

  5. Für mich war Gilbert gestern noch ein Three Star. Ansonsten war das gestern alles recht ernüchternd. Das mit der Eiszeit für Wenzel sehe ich auch so. Bevor ich mit Segal einen Spieler durchschleppe, der gestern sportlich völlig überfordert war und eh keine Zukunft in Nürnbeg hat, lasse ich Wenzel spielen.

  6. Natürlich spielte der Virus eine Rolle bei diesem Spiel, aber eine 0:7-Klatsche hätte es dennoch nicht gebraucht. Eine miserable Chancenverwertung und individuelle Fehler sind eben auch Gründe.
    Es fehlen auch Spieler, die in dieser Situation in die Bresche springen und halt mal 110% bringen – wobei wahrscheinlich schon mit 80% geholfen wäre.
    Die „-4“ sollte man Dupuis nicht so sehr anlasten, er war gestern klar bester Ice Tiger. Aber bei Mitspielern wie Fox und Segal (seit Wochen/Monaten schwach) kann man normalerweise keinen Blumentopf gewinnen.

    Man kann nur hoffen, dass im Hinblick auf die nächste Saison die nötigen Konsequenzen gezogen werden und die Planungen bereits auf Hochtouren laufen. Allerdings bin ich nicht wirklich davon überzeugt, dass da die richtigen Leute am Werke sind.

  7. zu den Rahmenbedingen gestern und dem Ergebnis braucht man nicht viel sagen, jedoch wäre mit einer besseren Chancenverwertung im ersten Drittel das Spiel wohl anders verlaufen.
    Was mir aber gestern während des Spiels so kam: ein Fox wäre mit den Fehlern von Aronson im Spiel gegen Krefeld oder einer Leistung wie der von Acton gestern auf der Bank gesessen. Acton passiert sowas als Königstransfer des MJ natürlich nicht – auch wenn er 100 mal den Puck zurückpasst anstatt ins leere Tore zu schießen. Auch wäre mMn ein Jenike gestern spätestens nach dem dritten Tor ausgetauscht geworden oder hätte gar nach manch Patzer wie der gegen Krefeld oder war es das Spiel zu vor gar nicht erst den Start bekommen. Ich kann mittlerweile nur noch schwer nachvollziehen wie MJ auf der Bank handelt. Eine Gleichbehandlung der Spieler findet (scheinbar) nicht statt.
    Was mich aber gestern noch mehr gewurmt hat ist die Tatsache, dass das Team spätestens ab der Mitte des 2. Drittel platt war aufgrund des Virus. DEL-Tauglichkeit hin oder her aber warum schickt man dann nicht vermehrt Grosse und Wenzel aufs Eis und rotiert durch? Das Spiel war mit dem 2:0 für Wolfsburg spätestens gelaufen. Gerade vor dem wichtigen Spiel morgen hätte das dem angeschlagenen Team nicht geschadet – morgen ist für mich gefühlt Spiel 7 einer jeden Serie.

    Zu der Thematik Doppelfunktion MJ seit September: gestern kam mir noch der Gedanke, dass mit dem Ausscheiden aus der CHL gegen Rouen für den emotionalen Fan und Sponsor Thomas Sabo die Saison inoffiziell gescheitert war. Daher keimt in mir der Gedanke auf, dass genau deswegen weder in einen Trainer noch „bessere“ Leihspieler in Davos Geld gesteckt wurde. Aber das ist reine Vermutung.
    Unter dem Aspekt des verringerten Budget für kommende Saison finde ich aber, dass uns die Doppelfunktion mal wieder schadet – erinnert etwas an die Funk-Zeit. Das Scouting wird dadurch wichtiger und auch der U23-Sektor lässt sich so nicht einfach mal per eliteprospects.com behandeln
    Gemäß dem Artikel von Sebastian unter der Woche zu Martin Jiranek würde ich sagen: manchmal ist weniger mehr – gerade was Ehrgeiz angeht. Evtl. würde das auch den Ice Tigers wieder helfen in ruhigere Fahrgewässer sportlich gesehen zu kommen.

  8. Das paradoxe an dem Spiel gestern war für mich, dass die IceTigers dieses Spiel durchaus hätten gewinnen können. Wenn es nach dem ersten Drittel 2-0 steht, was anhand der Chancen durchaus möglich gewesen wäre, wäre WOB vermutlich nicht mehr ins Spiel zurück gekommen.

    Unterm Strich ist es trotzdem relativ egal, ob ich so ein Spiel jetzt 0-3, 0-5 oder am Ende eben 0-7 verloren wird. Ich mache der Mannschaft da gestern keinen Vorwurf. Spätestens nach dem 0-3 wussten sie, dass sie das nicht mehr drehen werden und haben das Spiel dann einfach abgeschenkt. Das bei WOB dann zusätzlich noch jeder Schuss ein Treffer war, seis drum.

    Am Ende zählt das Spiel morgen, um überhaupt noch die minimal Chance auf eine (unwahrscheinliche) PlayOff Teilnahme zu haben.

    Quervergleiche mit anderen, ebenfalls dezimierten Teams, sind ebenso daneben wie sinnfrei. Andere Spiele, andere Situationen …

  9. Haken wir das Spiel ab. Schwierig von Außen zu bewerten und zu kommentieren, denn wir haben keine Kenntnis, wie viele Spieler noch angeschlagen waren. Dem ein oder anderen hat man die Blässe angesehen. Und in der zweiten Drittelpause sagte jemand, „Das läuft nicht, die machen heute kein Tor“. Ich wollte es nicht glauben. Da ist doch in fast jedem Spiel immer noch Hoffnung. Aber es wird irgendwie nicht…

    Es sind drei Viertel der Saison rum und die Ice Tigers haben einen deutlichen Rückstand auf Platz 10. Die schwachen Krefelder oder völlig indisponierten Berliner abzufangen ist das Ziel. Von Platz Acht – ja Platz 8 – kann man schon nicht mehr sprechen. Da ist der Abstand schon uneinholbar. Interessant wie stark dies eigentlich schon lange ausgeblendet wird in den Betrachtungen aller Kommentatoren.

    Warum steht die Mannschaft denn da, wo sie steht? Mit dem Thema ‚Selbstvertrauen‘ allein ist das nicht nur zu erklären. Ordentliche Spiele mit Siegen, da gab es welche, hätten Selbstvertrauen geben können. Ja, es gab immer wieder Verletzte. Dadurch war es schwierig die Reihen zu finden. Es gab aber immer Phasen wo Reihen sehr stark gespielt haben. Zu Beginn 9-11-16. Dann 57-17-93. Aber andere Reihen sind dann immer deutlich abgefallen. Liegt es am Training (Fitness) oder mentalen, dass sich dann einige Spieler zurück nehmen?

    Die Eishockey-Journalisten-Twitter-Blase behauptet ja immer in Print und/oder Podcast, dass Nürnberg Potenzial und Klasse hat. Das hat noch keiner so richtig in Frage gestellt. Hat die Mannschaft wirklich die Qualität, wie dort immer behauptet wird? Wenn dem so wäre, liegt es am Trainer, dass das Potenzial nicht umgesetzt werden kann, oder vielleicht auch an der Einstellung auf dem Eis? „Nächste Saison keine Dauerkarte, denn die reißen sich ja nicht mal den Arsch auf“ hört man inzwischen Woche für Woche von unterschiedlichen Fans. Wie viele das in die Tat umsetzen, bleibt abzuwarten. Aber die Aussagen in der Twitterblase werden durch die Eindrücke aus dem analogen Fanlager sicher mit beeinflusst.

    Es gibt sicher nicht den einen Grund. Die Belastung mit CHL, die Verletzten, ein dichter und umfangreicher Spielplan mit dem Spengler Cup. Das sind sicher Gründe. Aber auch die Themenstellungen mangelnde Fitness des ein oder Anderen, mangelnde Qualität von Spielern (das sind einfach zu viele mit Leistungen, die nicht für ein Top6 Team reichen) und die Einstellung des ein oder Anderen (auch wenn das für die Betroffenen nicht durchgehend gilt — und sei es weil einige nicht unter einem Trainer arbeiten wollen, der auch ihren Vertrag macht) und auch die Coaching-Fragen sind nicht weg zu diskutieren.

    Woche für Woche jedes Spiel zum Endspiel zu erklären, ist schon wirklich krass und lenkt wohl auch vom Wichtigsten ab: Die Weichen für die nächste Saison richtig zu stellen. Vielleicht wäre es am Besten, wenn es nächstes Wochenende vorbei wäre und sich alle auf die nächste Saison konzentrieren könnten. Schauen wir mal, wie viele Endspiele wir in der Hauptrunde noch zu sehen bekommen…

  10. Eine desolate Vorstellung, Virus hin oder her, kaum ein Check wurde zu ende gefahren in einem der wichtigsten Spiele der Saison! Das sagt viel über Wille und Charakter dieser Truppe aus. ( Natürlich gibt es ein paar Ausnahmen)

    Ohne Trainer geht halt nichts, da ist MJ als Manager noch Durchschnitt, aber als Trainer ist er nicht DEL-fähig, das hat er ja auch schon an anderen Standorten bewiesen

    Und auch wenn man mal über den Tellerrand blickt, es kommen keine guten jungen deutschen Spieler mehr nach Nürnberg, Verlängerung mit einem wie Pföderl hat ja auch nicht geklappt, man sollte das einmal genauer hinterfragen Herr Böhm was hier die Gründe sind ( Perspektivlosigkeit? Eventuell weil viele Kumpels Nürnberg verlassen haben? ) Wie lange wird sich Thomas Sabo noch engagieren? Insgesamt scheint es so, dass der Etat in Nürnberg kleiner wird! Einen Nürnberger Spieler wie Möchel lässt man einfach weiter ziehen!

  11. Hallo,

    wie ich auf den Gedanken einer Spielabsage gekommen bin und mir erlaubt habe das zu äußern?

    Einfach:
    1.) Dass nur 11 Spieler einsatzfähig sein dürfen, wusste ich tatsächlich nicht. Ist als Fan aber auch nicht mein Job sowas zu wissen. Roman hat aufgeklärt, fein.
    2.) Wir hatten nie die Chance, das Spiel zu gewinnen. Chancen im ersten Drittel hatten wir viele, leider alle Vergeben. Mit zwei Toren im ersten Drittel wäre es vielleicht anders gelaufen. Auf Grund der gestrigen Physis des Teams glaube ich das aber nicht. Nach 30 Minuten war das Team körperlich schon nicht mehr in der Lage dagegen zu halten, im Dritten wurden sie abgeschossen. Warum Träutle nicht raus ging… Sicher gibt es auch dafür Gründe, dem Fan auf den Rängen haben sie sich aber nicht erschlossen.
    3.) Die Chance auf einen, zwei oder drei Punkte wäre zweifellos mit einem kompletten Team größer gewesen.
    4.) Ohne Spiel gestern wäre die Chance morgen beim KEV was zu holen deutlich größer gewesen

    Alles in allem viel konjunktiv. Jetzt Vergangenheit.

    Da offenbar auch viele angeschlagene Spieler im Einsatz waren und unklar ist, wie viele morgen dabei sind, wird das mehr als schwierig in Krefeld. Daher glaube ich nicht mehr an PPO dieses Jahr.

    Was den Fokus auf die nächste Saison lenkt. Laut NN gibt es gute Chancen, dass der Wunschkandidat von W. Gastner demnächst unterschreibt. Gut. Ich verstehe auch, dass man diesem Mr. X die Chance geben will, das Team 2019/20 mit zu gestallten. Einzig läuft uns die Zeit weg.

    Das Team muss nächstes Jahr fast komplett erneuert werden. Warum Maddin mit Spielern wie Weiß nicht spricht, verstehe ich auch nicht. Viele Baustellen, die aktuell zumindest nicht öffentlich angegangen werden. Natürlich wissen dann wieder viele mehr, vielleicht gibt’s ja auch schon mehr. Fakt ist aber, dass in unserem Umfeld die Bereitschaft zur nächsten Dauerkarte auf ein Minimum fällt. DAS ist ein Fakt, der wirklich Sorgen bereiten sollte.

    Gruß
    Stefan

  12. Das Schlimmste an diesem kolossalen Totalversagen der gesamten GmbH in dieser Saison ist nicht das Verpassen der Playoffs, auch nicht die ständigen, sich immer wieder wiederholenden Enttäuschungen oder die personellen und organisatorischen Fehlentscheidungen. Nein, das größte Problem ist, dass man in der Außenwirkung innerhalb eines Jahres von einer DEL-Topadresse zu einem irrlichternden, amateurhaft geführten Provinzklub abgestiegen ist. Das alles haben wir hier lange genug erlebt und längst überwunden geglaubt. Dieser verheerende Eindruck wird länger haften bleiben als ein Norovirus und lässt die Rückkehr in die Ligaspitze auf absehbare Zeit höchst unrealistisch erscheinen.

  13. Ich finde, es spricht Bände, wenn Herr Gastner von „seinem Wunschkandidaten“ (Trainer) spricht, während der eigentliche Manager versucht, die Saison irgendwie zu wuppen, und nur an das „nächste Spiel“ denkt. Klar, diese Aussagen tätigt Jiranek als Trainer, aber trotzdem, geht’s eigentlich noch?!

    Wir sind an einem Punkt, an dem es doch wohl shiceegal ist, ob wir 11., 12. oder mit Ach und Krach 10. werden, um im Idealfall im VF eine Abfuhr gegen München oder Mannheim zu bekommen.

    Vielleicht bin ich naiv und im Hintergrund läuft die Planung für die nächste Saison auf Hochtouren. Doch wie soll das bitteschön funktionieren?! Jiraneks (in meinen Augen vereinsschädlicher) Ehrgeiz in allen Ehren, aber auch er kann den Kreis nicht quadrieren. Ein Gastner muss Verhandlungen führen?!

    Es schon bemerkenswert, wie man diese Saison alles dafür tut, mühsam Aufgebautes größtenteils selbstverschuldet zu zerstören.

  14. An alle beteiligten hier im Blog,
    angesichts des Tabellenstandes und dem wahrscheinlichen verfehlen der Playoffs kann ich die bittere Enttäuschung über diese Saison verstehen. Aber bitte wir sollten es nicht an der Person Jiranek festmachen dem sicherlich bei der Verpflichtung von Trainer Gaudet nebst Gattin ein kapitaler und teurer Fehler unterlaufen ist. Durch die schnelle Entlassung entstand ein sicherlich großes Loch im Etat der Ice Tigers das nicht ohne weiteres zu stopfen gewesen wäre. Wahrscheinlich war das der Grund warum Herr Jiranek das Traineramt bekleiden wollte damit dem Verein keine weiteren Kosten entstehen. Des weiteren war sein Königstransfer Acton bisher ein voller Reinfall, nichts was man sich erhofft hatte von ihm ist eingetreten. Auch der katastrophaler Leistungseinbruch bei Aronson, Jurcina, Fox und Segal und die lange Verletzung von Gilbert und Mebus war so nicht vorhersehbar. Ein Reimer und Pföderl ohne Nebenleute ziemlich wirkungslos trugen ihren Teil dazu bei. Das konnten die guten Verpflichtungen von Bast , Brown und Buck nicht Wettmachen. Meiner Meinung nach laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison schon längst im Hintergrund und ob der Herr Gastner seinen!! Wunschkandidaten präsentieren kann scheint mir eine Posse zu sein. Als Moderator OK als Geschäftsführer mit vielen Fragezeichen zu hinterfragen. Aber letztlich ohne Entscheidungskompetenz. Das entscheiden letztendlich immer noch die Sponsoren wer verpflichtet wird und wer ins Budget des nächsten Jahres passt. Für die Zukunft wünsche ich mir im Team wenigstens 3 Spieler vom Kaliber eines Momesso und Craighead um das furchtbar verweichlichte Team wieder in die Spur zu bringen. Ein Aulie zeigt in München was er Wert ist für die Mannschaft. Und noch eine Zahl soll es unterstreichen 1922!!!!. Über die einzelnen Spieler werden wir noch genügend zu schreiben haben nach dem Ende der so bisher Enttäuschenden Saison.

  15. @Flo d as mit der Top-Adresse und einem Provinzklub ist so eine Sache, den guten Spielern ist es Scheißgal ob sie für einen Top- Adresse oder Provinzklub spielen, wenn die Finanzen stimmen. Sie locken die Spieler weder nach Mannheim oder München nur wegen des Namens, entscheidend ist immer das Geld. Und da gibt es keine Kategorien. Ich würde jeder Neuverpflichtung verbieten zu sagen : es war schon immer mein Wunsch für die Ice Tigers zu Spielen. Auch nach Nürnberg kommen sie nur des Geldes wegen.

  16. Servus,
    nach dem Abschied unseres Erfolgstrainers Wilson und den vielen Abhängen von guten/sehr guten und wichtigen (vor allem für die Kabine) Spielern wie Reino, Ehliz, Mitchell, Köppchen, Torp, Buzas, Möchel, hatte ich lediglich die Hoffnung, es könnte so bleiben wie bisher und der Umbruch würde nicht zu schmerzhaft werden. Realistisch überlegt erschien mir das allerdings unwahrscheinlich. Ich wurde überrascht von Spielern wie Bast, Brown und Kislinger. Bei Buck wusste ich was er konnte, und er liefert. Überrascht bin ich auch von den schwachen Leistungen von Acton, Segal (Verletzung, Alter?), Dupuis und Pföderl…
    Das auch erst einmal das „Klima“ in der Kabine stimmen muss, und das hat Wilson viele Siege eingebracht, ist sehr entscheidend (da wir uns nicht nur Topspieler leisten können) und leider oft ein langer Prozess.
    Das dann noch der falsche Trainer, Verletzungspech (durch den falschen Trainer?) und Fehlentscheidungen der Verantwortlichen dazu kommen, runden dies leider zum Negativen hin ab.
    Wie gesagt, rational gesehen bin ich nicht so überrascht. Auch Wolfsburg, Berlin (aktuell) und vor uns
    auch Mannheim (nur um ein paar zu nennen) erging es schon so.
    Deswegen versteh ich Aussagen wie von Stefan W. nicht und kann sie nur unter emotionaler Betroffenheit ablegen.
    Desweiteren stimme ich mit Otto’s Blogeinträgen überein.

    Die Play-Off’s hatte ich in diesem Blog schon längst abgeschrieben und werde wahrscheinlich leider recht behalten.
    Sei’s drum…ich hoffe auf ne bessere nächste Saison, denn (leider): schlimmer geht immer!!!

  17. @otto
    Solche Spielertypen a la Momesso und vor allem Craighead sind in dieser Liga in meinen Augen doch nicht mehr erwünscht. Die Spiele sollen ruhig ablaufen, nichts darf kritisiert werden.

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