Kommentar: Eine Liga, die ihre Spieler nicht schützt

Foto: Thomas Hahn/Zink

Ab Freitag dürfen die Eisbären Berlin in einer hoffentlich langen Serie versuchen, vier Spiele gegen den EHC Red Bull München zu gewinnen. Derweil versuchen die Thomas Sabo Ice Tigers Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was am Sonntag im sechsten und letzten Halbfinalspiel passiert ist. Die ersten Antworten der Deutschen Eishockey Liga erweisen sich als nicht sehr erhellend. Gerade weil dazu eigentlich schon alles gesagt worden ist, eigentlich auch schon von allen: ein zusammenfassender Kommentar:

Es gibt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) Schiedsrichter, die ihre Leistungen analysieren und die sich, wenn nötig, bei Spielern für klare Fehlentscheidungen entschuldigen. Das ist in der Viertelfinalserie der Thomas Sabo Ice Tigers gegen die Kölner Haie passiert, auch in der Punkterunde kommt das immer mal wieder vor und bei Spielern und Trainern sehr gut an. Ihre Vorgesetzten haben es in den Playoffs hingegen bislang verpasst, Fehler einzugestehen – obwohl sie dazu nach beinahe jedem Spiel Gelegenheit gehabt hätten.

Der Ellbogencheck des Kölners Fredrik Eriksson gegen den Nürnberger Philippe Dupuis – nicht geahndet; der brutale Ellbogencheck des Münchners Steven Pinizzotto gegen den Mannheimer Matthias Plachta – nicht geahndet; das Berliner Abseitstor in Halbfinalspiel drei; der Check André Rankel (Berlin) gegen Patrick Köppchen (Nürnberg); der gefährliche Einsatz Dupuis‘ gegen den Berliner Louis-Marc Aubry – nicht geahndet; der Kniecheck des Berliners James Sheppard gegen Nürnbergs Dane Fox – zum einfachen Beinstellen verharmlost; der Crosscheck von Sean Backman gegen David Steckel vor dem Berliner 1:1 in Spiel sechs – nicht geahndet; der Stellungsfehler von Daniel Piechaczek, der verhindert hatte, dass der Nürnberger Taylor Aronson wiederum das 3:2 und somit den vierten und entscheidenden vierten Berliner Sieg hätte verhindern können – und das sind nur die klarsten und seitdem auf allen Kanälen hitzig, aber mit bemerkenswert eindeutigen Interpretationen diskutierten Fehlentscheidungen.

Nun sollten manche dieser Fehleinschätzungen und Fehler nicht nur ob der fatalen Folgen von der DEL ernsthaft aufgearbeitet werden. Gerade der Stellungsfehler von Daniel Piechaczek, der bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen und zuletzt im Finale der Champions Hockey League eingesetzt worden war, ist ob der reichhaltigen Erfahrung des Profi-Schiedsrichters derart unerklärlich, dass man selbst mit den üblichen und meistens durchaus zutreffenden Antworten (Das Spiel ist schnell. Fehler sind menschlich. Spieler machen üblicherweise sehr viel mehr Fehler als Schiedsrichter.) nicht weit kommt. Statt ehrlich auf diese Vorwürfe zu reagieren, was den Debatten viel Schärfe genommen hätte, leitete die DEL ein Ermittlungsverfahren gegen Mannheims Trainer Bill Stewart ein, der das Pinizzotto-Foul und die ausbleibende Strafe scharf kritisiert hatte, oder reagierte mit seltsam deplatzierten Plattitüden. Lars Brüggemann, bis zum Vorjahr selbst ein respektierter Profi-Schiedsrichter und seitdem der Leiter des Schiedrichterwesens, beantwortete die Fragen eines Reporters des Sportinformationsdiensts zu den Vorkommnissen in Nürnberg folgendermaßen: „Ich gestehe aber auch jedem zu, dass er das subjektiv anders sieht.“ Und: „Wir bedauern natürlich, dass der Spieler schwer verletzt worden ist, aber auf dem Eis müssen die Schiedsrichter in Sekundenbruchteilen das Vergehen beurteilen.“ Tatsächlich konnte Fox nach dem Kniecheck sein Bein nicht mehr belasten, der Kanadier musste vom Eis geführt werden. In Minutenbruchteilen hätte man die in diesem Fall für die Anwendung von Regel 153 II nötige Verletzung erkennen können. Fox hat sich einen Innenbandriss zugezogen und wird zwei Monate nicht trainieren können.

Jeder Klub kann nicht geahndete Fouls im Nachhinein bei der DEL monieren – allerdings nur einmal während der Playoffs. Bekommt der Klub Recht, bekommt er auch sein einmaliges Einspruchsrecht wieder. Nur so konnte Pinizzotto doch noch für sechs Spiele gesperrt werden. Die Ice Tigers beantragten am Sonntag noch ein Verfahren gegen den Berliner Sheppard. Am Dienstag bekamen sie folgende Antwort vom Disziplinarauschuss der DEL: Der scheibenführende Spieler Fox versucht Sheppard auszuweichen. Dies gelingt Fox nur mit dem Oberkörper und es kommt zu einem Knie auf Knie Kontakt mit Sheppard. Ein untypisches Herausstrecken des Knies oder der Hüft-/Körperposition erkennt der Disziplinarausschuss bei Sheppard nicht.“ Vor noch nicht allzu langer Zeit hätten sich allein die Ice Tigers darüber geärgert. Mittlerweile aber verbreiten sich sowohl solche Urteilsbegründungen als auch die dazugehörigen GIFs und Kurz-Videos sofort viral. Mit einem eindeutigen Ergebnis: ihre Interpretation hat die DEL exklusiv.

Noch am Sonntag hatte Thomas Sabo mit bewusst formulierter Kritik reagiert – auch auf die Gefahr, als schlechter Verlierer dazustehen. Die Ice Tigers hätten auch mit einer tadellosen Schiedsrichterleistung gegen die starken Berliner ausscheiden können, das wusste Sabo natürlich. Es ging ihm vielmehr darum, sich des Maulkorbs der DEL zu entledigen, um aufzuzeigen, wie frustrierend es ist, wenn der sportliche und letztlich auch der wirtschaftliche Erfolg einer Saison davon abhängig ist, wie viele Fehler sich die Schiedsrichter leisten. Am Sonntag in Nürnberg waren es viel zu viele.

Es hätte der Beginn eines offenen Diskurses sein können. Stattdessen aber bleibt der Eindruck einer kritikresistenten, sturen und intransparenten Profiliga zurück, einer DEL, und das ist noch viel schlimmer, die ihre Spieler offenbar nicht schützen will.

Sebastian Böhm

24 Kommentare in “Kommentar: Eine Liga, die ihre Spieler nicht schützt

24 Comments
  1. Ich glaube, dass sich die DEL hier einen Bärendienst erweist.
    Nach der Silbermedaille war Eishockey positiv in aller Munde. Franz Reindl hat versprochen daraus etwas zu machen um das Eishockey in Deutschland voran zu bringen . Aber mit solchem Verhalten Schadet die DEL dem Deutschen Eishockey. Warum sollten Eltern Ihre Kinder,wenn sie solchen Szenen wie oben beschrieben im Fernsehen sehen denn zum Eishockey schicken.
    Uwe Krupp hat nach dem Spiel gesagt „diese Halbfinalserie war Werbung für das Deutsche Eishockey“. NEIN Herr Krupp, das war mit Sicherheit keine Werbung. Das war alles andere als Werbung.

  2. Ich weiß das gefällt keinem hier, dafür hab ich auch gestern auf FB schon Häme bekommen. Ich sehe es wie die DEL (nur in dem Fall). Sheppard will einen Open Ice Hit fahren, Foxy weicht aus aber Sheppard ist schon zu nah. Das führt dazu das Foxy nicht mehr den ganzen Körper weg bekommt. Es geht auch kein Knie auf Knie (bei der leichten Bewegung hätten sie auch Leos Tor nicht geben dürfen).
    Glaubt mir ich habe es zuerst wie ihr alle gesehen, aber realistisch betrachtet (und da sollte man ab und zu die Vereinsbrille abnehmen) hätte die „geplante“ Aktion von Sheppard noch nichtmal zwei Minuten gegeben. So bekommt er die zwei im Endeffekt weil er zu langsam oder Foxy zu schnell war. Just said…….

  3. Welch eine Eishockey-Euphorie haben sie in einer Flutwelle der Begeisterung über Eishockey-Olympia-Silber nach Deutschland mitgebracht – die Boys aus Pyeongchang!(Jonas Müller war übrigens auch dabei!)
    Und nun, nur ein paar Wochen später, stehen wir vor den Scherben…
    Wie kann man Menschen für diese wunderbare Sportart begeistern (ja, wir nehmen immer wieder „neue“ Leute mit in die Arena, die kommen mit, weil wir so vom Eishockey geschwärmt haben), wenn man dann neben dem Eis steht und sich in Grund und Boden schämt!!! Schämt für diese unglaubliche Schiedsrichterei!
    Brandon Prust hatte Recht, als er sagte, er habe auf diese „German Referee Show“ keine Lust mehr!
    Wenn mir nicht die Ice Tigers über Jahre hinweg so ans Herz gewachsen wären, ich würde mir keine Dauerkarte mehr kaufen. Diese Mannschaft hat mit so viel Einsatz gekämpft und alles gegeben, sie hat es nicht verdient auf diese unfaire Art und Weise um das Finale gebracht zu werden – Danke Jungs – ihr wart großartig!! ❤️💙
    Wenn Eishockey wieder in den Rubriken „ferner liefen“ verschwindet, wenn alle wieder nur noch Fußball sehen, vielleicht werden dann auch die „Gestreiften“ (und die „Macher“ hinter ihnen) begreifen, welche Chance sie hier haben vorübergehen lassen!! Schade!

  4. wieder ein passender Text zur Darstellung einer Liga, die sich gern mal größer macht als sie in Wirklichkeit ist.

    Das wichtigste in der Außenwirkung bringt Ralf auf den Punkt: „Nach der Silbermedaille war Eishockey positiv in aller Munde. Franz Reindl hat versprochen daraus etwas zu machen um das Eishockey in Deutschland voran zu bringen . Aber mit solchem Verhalten Schadet die DEL dem Deutschen Eishockey. Warum sollten Eltern Ihre Kinder,wenn sie solchen Szenen wie oben beschrieben im Fernsehen sehen denn zum Eishockey schicken.“

    Da seh ich das große Problem neben dem faden Beigeschmack, dass einem „alten“ Fan auch die Lust auf die DEL nimmt. Aber wir werden sehen wie die Liga reagiert. Die Ice Tigers machen auf jeden Fall gerade vieles richtig im Umgang mit der Liga.

  5. Hallo,

    für mich am unverständlichsten an der ganzen Diskussion ist die bemerkenswert verbesserte Leistung der Schiris in der Hauptrunde gegenüber der Vorsaison.
    Warum die Leistung in vielen Situationen in vielen Playoff Spielen dermaßen abgrundtief gesunken ist, kann ich nicht verstehen.

    Krude Verschwörungtheorien glaub ich nicht, alleine mit einem „schlechten Tag“ kann das aber auch nicht erklärt werden. In 90% aller Vorrundenspiele wäre Sheppard duschen gegangen, wäre er Spieler in Bremerhaven oder Straubing in 100%. Daher stell ich mal die These auf, die Schiris haben die mögliche Vorgabe, in den PO mehr laufen zu lassen, wurde von den Schiris falsch interpretiert.

    Wenn von Brüggemann jetzt irgend ein wachsweicher Mist kommt, muss imo.
    1.) Brüggemann weg
    2.) Boos dazu
    3.) die DEL Geschäftsführer mehr Profi Schiris einstellen um nicht immer nur auf 2-3 Pärchen angewiesen zu sein

    Just my 2 Cent

    Gruß
    Stefan

  6. Mal eine doofe Frage:
    Die DEL ist ein Zusammenschluss aus den 14 DEL-Clubs d.h. doch, dass letztlich die Clubs selbst für die Schiris und Regeln wie z.B. die Möglichkeit eines Videobeweises nach Fehlentscheidungen/Verletzungen verantwortlich sind?

    Wenn sich dann aktuell Mannheim, Thomas Sabo und was weiß ich noch wer alles über die Schiris öffentlich aufregt ist das doch eigentlich die falsche Plattform? Sollte so was nicht in irgendwelchen Gesellschaftersitzungen angesprochen und schließlich angepackt(!) werden?

    Wenn ich dann weiter höre, dass es nur 3 (!) hauptberufliche Schiris gibt verstehe ich die Clubs noch viel weniger!?

    P.S.: Danke für diesen unglaublich guten Blog und diese wahnsinnig guten Kommentare hier. (ich glaub das war jetzt mein erster Beitrag nach Jahren des Mitlesens….)

  7. Übrigens, Brüggemann hat nicht nur eine selektive Wahrnehmung, er hat auch direkt ins Spiel eingegriffen! Viele Besucher hatten auf der Gegengerade gesehen, wie er immer wieder Blickkontakt mit den Schiedsrichtern hatte und ihnen auch Zeichen gegeben hat! Am deutlichsten war dies bei der Spieldauerdisziplinarstrafe für Steckel, als er die „fünf“ signalisiert hat.

  8. Hallo zusammen,

    auch wenn es gefühlt jetzt schon „ewig“ her ist, sieht man doch wie die Art und Weise vom Ausscheiden am Sonntag noch nachhallt! …und das zurecht!
    @Basti: Deine Meinung in Ehren, aber es geht hier ja nicht nur um Foxy u Sheppard, sondern um viele, leider viel zu viele andere Geschehnisse nicht nur was in Nürnberg u Berlin gepfiffen wurde. Gut, ehrlich gesagt hab ich auch nur diese Paarung angesehen, aber es ist ja auch hinlängich bekannt, das die Leistung bei München/Mannheim auch nicht gerade eine tadellose war!
    Nicht zuletzt könnte da Plachta ein Lied davon singen.
    Schlichtweg gesehen geht es ganz banal gesagt um die ganze Pfeiferei in der Liga…, die sich auch sicher super drüber freuen wird das wir uns hier so „engagieren“..was wir nächste Saison sicher zu spüren bekommen.
    Ich habe direkt in Instagram (ja ja ich weiß.., das Medium der jungen Leute.., aber als „alter Sack“ ist mir nun mal der Kragen geplatzt..) deutlich meine Meinung zum zweiten Spiel auf deloffiziell kundgetan. Natürlich war es mir da bewusst das ich keinen geblümten Brief als Antwort bekommen werde.
    Am Sonntag hab ich den wehrten Hr.Brüggemann geknipst und nur „Zufrieden“? eingestellt…, das sagt glaube ich am besten meine Meinung dazu aus!
    Ich benutze jetzt mal die Phrase, Fehler passieren.., da sagt auch niemand was dagegen.., nur sowas lässt einen doch wirklich zweifeln ob da überhaupt irgendeine Linie vorhanden ist die befolgt wird!
    Mir persönlich wäre einfach mal ein offenes Wort der Liga wichtig und vor allem (!!!) überfällig, was man da gedenkt in Zukunft zu unternehmen!
    Ich vertrete ja schon länger die Meinung das man mit einem Titel in der Historie, Gehör findet und einem Respekt entgegengebracht wird…, ergo.., unser „Geplapper“ verhallt mit Sicherheit ungehört!

    Am allermeisten ärgert es mich, das „unsere“ Legende #28# dadurch nicht die verdiente Beachtung zu seinem Abschied findet. Ich werde seine Art zu spielen sowas von vermissen.. Thanks Reino!
    So.., jetzt wünsche ich Euch allen eine gute Zeit.., man wird sicherlich noch länger drüber diskutieren.. 🙂
    Gruß Stefan

  9. zu Basti v. 11. April
    überlege mal ganz genau, was Du selbst machen würdest, wenn Du einen Spieler aufhalten möchtest, ihn aber nicht verletzen willst! Hätte Sheppard sein Knie nicht leicht angehoben und sein Bein unter Spannung gebracht, sondern hätte seinen Körper hochgestreckt wären die Spieler lediglich aufeinander geprallt und somit warscheinlich nicht viel oder auch gar nix passiert! So sieht’s nämlich aus!

  10. Sehr guter Kommentar, Sabastian! Wäre toll, so etwas auch mal in der Print-Zeitung zu lesen, damit nicht nur die Eishockeygemeinde davon Kenntnis nimmt, sondern auch der normal Sportinteressierte mitbekommt, dass im deutschen Eishockeysport etwas schiefläuft.

    Ein „Aber“ muss ich aber doch noch anfügen: Es muss uns allen klar sein, dass solche Kommentare immer nur von den Verlierermannschaften und ihrer Entourage kommen. Zwar hast du den „gefährlichen Einsatz“ von Dups mit in die Liste genommen, zu Recht, aber ehrlicherweise musst du wohl zugeben, dass du dieses Fass nicht aufgemacht hättest, wenn wir Berlin geschlagen hätten, egal ob mit für uns günstigen Schiedsrichterfehlentscheidungen oder trotz Fehlentscheidungen gegen uns. Das mindert den Wert des Kommentars nicht, und ich will damit auch nicht sagen, dass wir schlechte Verlierer sind. Aber der Mechanismus, dass solch ein „Aufschrei“ immer von Verliererseite kommt, sollte einem bewusst sein. Wie stark wäre es, wenn etwa Uwe Krupp die Größe hätte, die miesen Schiedsrichterleistungen auch mal anzusprechen! DAS würde um Längen mehr bewegen. Aber darauf können wir wohl lange warten, so wie man von Nürnberger Seite auch nichts gehört hätte, wären wir weitergekommen.

    • Jaaaaaaaaaein. Ich hatte einfach keine Möglichkeit, vorher auf Dupuis einzugehen, weil ich für Spiel vier nicht zuständig war. Aber natürlich ist genau das das Problem dieser Debatte, die aus Berliner Sicht nicht ernst genommen werden wird, weil wen kümmert’s? Und vom missgünstigen Rest ohnehin nicht. Wenn man solche Vorbehalte, Eitelkeiten, Interessenskonflikte auf höherer Ebene endlich überwinden könnte, würde das dem Eishockey nur guttun.

  11. Ich kann hier ebenfalls nur zustimmen. Ein zutreffender Kommentar von Sebastian und Leserkommentare, die die DEL eigentlich weiterbringen sollte. So die „hohen Herren“ denn lesen.

    Der fade Beigeschmack kommt für mich allerdings vor allem dadurch, dass die Offiziellen scheinbar nicht gewillt sind, aus dem vorhergehenden Geschehen Rückschlüsse zu ziehen und sich darüber Gedanken zu machen wie die Zukunft aussehen könnte.
    Wie ich schon in der FB-Gruppe schrieb, müsste bei solchen, teils katastrophalen, Schiedsrichterleistungen wirklich das VETO-Recht eines Videobeweises möglich sein. Und zwar nicht nur bei strittigen Toren.
    Das man dieses nicht unendlich ziehen kann ist klar, sonst verkommt es zum taktischen Geplänkel.
    Wenn allerdings, was hoffentlich nicht zutrifft, der Sieger unserer HF-Serie von „oben“ bestimmt war, kann man sich da natürlich nicht darauf einlassen, sonst wäre es ja noch auffälliger.

    Mir als „Unwissendem“ stellt sich da auch noch die Frage, in wie weit der DEB gegenüber der DEL Weisungsbefugnisse hat. Wenn die Liga nicht einsichtig ist, hat dann der Verband die Möglichkeit einzugreifen?

  12. Servus miteinander,
    vorab finde ich es positiv, dass offen über das Thema diskutiert wird.
    Das deutsche Eishockey hat durch die überraschende Silbermedaile eine wünschenswertes öffentliches Interesse geweckt.
    Ich bin seit einen 1/4 Jahrhundert bekennender Eishockeyfan und Dauerkarteninhaber bei den Thomas Sabo Icetigers. Was die Mannschaft dieses Jahr geleistet hat, verdient meinen aller größten Respekt, auch wenn wir unsere spielerische Klasse irgendwo im Januar etwas verloren hätten, bis dahin hatte man immer und jeden Spiel ein Antwort gezeigt und man hätte den Eindruck, die Mannschaft könnte jedes Spiel gewinnen. Trotzdem haben die Icetigers auch und vor allem in den Playoffs immer wieder Moral gezeigt.
    Es gibt halt im deutschen Eishockey mehrere Mannschaften, glücklicherweise anders wir beim Fussball, auf einen Niveau. Es entscheiden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage, dass hat schon die Enge Serie gegen Köln gezeigt.
    Auch gegen Berlin hat man das deutlich gesehen. Spiel 1 ging deutlich an Berlin, hätte aber auch anders laufen können ( Pfosten – Latte etc. ) – Spiel 4 deutlich an die Icetigers, war jedoch auch enger. Spiel 2 war das sportliche Glück auf unserer Seite ebenso wie im Spiel 5 für die Eisbären.
    Spiel 3 ( ich war selbst in Berlin ) und Spiel 6 wurden für mich leider eindeutig nicht sportlich entschieden. Da sollte sich die DEL wirklich mal Gedanken machen.
    Als langjährige Fans wussten wir eigentlich nach wenigen Minuten, dass wir an diesen Tage nicht gewinnen können oder dürfen.
    Seltsam ist nur, das in den beiden Spielen vorher die Schiedsrichter eine gute Leistung gezeigt haben bzw. sich wenig eingemischt haben und viele Icetigers wären sogar froh, dass das Schiedsrichter-Gespann aus den ersten beiden Spielen nicht gepfiffen haben. Es war aber bis dato aber auch entscheidendes Spiel dabei. Herr Piechaczek mischt sich nur in den entscheidende Situationen ein, dass hätte man von der Hauptrunde schon ableiten können, da hat er auch generell sich zwei Drittel rausgehalten, aber dann im letzten und meistens entscheidende Drittel völlig anders gepfiffen.
    Ich finde es schrecklich schade, auch wenn wir evtl auch sportlich die Serie gegen Berlin aus bekannten Gründen verlieren hätte können. Nationalspieler Jonas Müller dürfte es auch nicht nötig haben trotz Ihres Weiterkommens provokative Gesten zu den Nürnberger Fans nach Schlusspfiff zu zeigen ( war leider nicht von den Kameras eingefangen ).
    Zum Schluss hin noch eine kleine Anmerkung, man sollte mit Thomas Sabo in den anderen Arenen respektvoller umgehen. Er macht sehr viel für das deutsche Eishockey, er war der erste, der sich ein Wintergame unter freien Himmel zugetraut hat und vor allem ist immer mit Herzblut dabei und nicht nur Geldgeber und Sponsor, anders wie Anschütz und Red Bull.
    Viel Erfolg für München und Berlin im Finale, mich interessiert jedoch überhaupt nicht, wer von den beiden den Titel letztlich gewinnt – hat wohl dieses Jahr Gründe.

  13. Nun möchte ich auch noch dazu etwas schreiben…ich lese diesen (ein Amerikaner würde sagen „world greatest“) Blog auch schon lange mit und kann die amerikanische „Meinungsäußerung“ „nur“ teilen – besser geht´s nicht und vielen vielen Dank dafür!
    Aber zum Thema: @booker Ich bin ziemlich sicher, dass es diesen Blogeintrag auch gegeben hätte, wenn wir jetzt im Finale stünden, denn solch krasse Fehlentscheidungen bzw. den spielentscheidenen „Stellungsfehler“ des Refs kann man nicht einfach mit einem Finaleinzug „wegwischen“. Ich habe mir sowohl die Sheppard-Aktion als auch den Piechaczek-Block gegen Aronson sehr oft angeschaut…und, Vereinsbrille hin oder her, jeder, der halbswegs etwas von Eishockey versteht, kann nur zu einem Schluss kommen…(vorsichtig ausgedrückt kam es mir (bei dem Bewegungsablauf und dem Laufweg) wirklich vor, als ob besagter Refs Aronson tatsächlich absichtlich geblockt hätte 😮
    Der Disziplinarausschuss der DEL setzt dem ganzen dann noch die Krone auf…für mich grenzt das schon an Verhöhnung…
    Die Geschehnisse der letzten Tage geben (verständlicherweise) auch immer wieder Anlass zu Spekulationen, Verschwörungstheorien u.ä. Weder halte ich davon etwas, noch kann ich so etwas glauben…aber nur mal als Gedankenspiel…Brandi hat z.B. so etwas angedeutet (von „oben“) Sollte nun jemand „Fan“ solcher Theorien sein, erscheinen die „Entscheidungen“ in einem ganz anderem Licht…

    @garvey#87 Zu Spiel 3 (war auch in Berlin) und 6…sehe ich genau so

    Dennoch vielen Dank an die Ice Tigers für eine geile Saison! Und so wie Sebastian es schon in seinem Buch schrieb: Deshalb tut man sich das jedes Jahr auf´s neue an, auch auf die Gefahr hin von seinen Arbeitskollegen/Freunden/Bekannten dafür belächelt zu werden.

  14. Ein wirklich heikles Thema die Leistungen der Schiedsrichter aus der Sicht der Vereine die in den Playoffs ausgeschieden sind fair zu beurteilen. Ich bin beim booker, diese Themen gehören bei den Gesellschafterversammlungen auf den Tisch und anhand von Video Material schonungslos aufgearbeitet. Kritik an den Schiedsrichtern egal von wem muss ohne Wenn und Aber erlaubt sein und man sollte die Meinungsäußerung nicht mit idiotischen Geldstrafen sanktionieren. Die Äußerung von Krupp (Werbung fürs Eishockey) war schon peinlich, aber auch sehr geschickt da er mit seinen Eisbären nicht betroffen war. Im September geht der Zirkus von vorne los und wir werden und wieder über die Schiedsrichter aufregen dürfen. Aus meiner Sicht lassen sich manche Nickligkeiten vermeiden wenn man sich nicht alles gefallen lässt und um Strafen bettelt. Dieses Jahr hatten wir eine sehr vorsichtig ausgedrückt weiche Mannschaft, die sich in den seltensten Fällen zu einem Zweikampf verleiten ließ. Das muss kommende Saison aber sehr deutlich besser werden, wenn dann Müller –Hördler und andere ein paar auf die Schnauze bekommen, lassen sich manche üble Checks vermeiden. Ich hoffe sehr auf ein paar Verpflichtungen im Sturm und Abwehr wie einst Momesso –Craighead oder Garvey und Grant. Ich garantiere ihnen dann herrscht Ruhe auf dem Eis. Exzellente Techniker haben wir genug, leider nicht so Kampferfahren.

  15. Servus, werte Ice Tigers Gemeinde,

    bitte korrigiert mich als „Eishockeylaien“, aber liege ich falsch oder sind die Angaben auf http://www.eishockeypedia.de/ehm/Strafen falsch, so dass es sowohl beim Beinstellen (Tripping), als auch beim Check gegen das Knie (Clipping), als auch beim Check mit dem Knie (Kneeing) mit Verletzungsfolge eine 5 Minuten + SD Strafe oder Matchstarfe verhängt werden MUSS? Deshalb verstehe ich auch die „Ausreden“ der Offiziellen nicht, was das Starfmaß gegen Sheppard betrifft. Zumal sie sich ja in Minutenbruchteilen (starke Einwurf, Hr. Böhm :-)) entscheiden mussten…
    Hat jemand eine Erklärung dafür? Vielen Dank im Voraus!

  16. Zum Eintrag von Jolly: (Zitat: Die Geschehnisse der letzten Tage geben (verständlicherweise) auch immer wieder Anlass zu Spekulationen, Verschwörungstheorien u.ä. Weder halte ich davon etwas, noch kann ich so etwas glauben…aber nur mal als Gedankenspiel…Brandi hat z.B. so etwas angedeutet (von „oben“) Sollte nun jemand „Fan“ solcher Theorien sein, erscheinen die „Entscheidungen“ in einem ganz anderem Licht… .. Zitatende)

    Ich wollte hiermit weder andeuten, die DEL oder der DEB haben dieses Finale von oben verordnet, noch würde ich behaupten, dass gewisse Schiedsrichter ein Spiel ganz bewusst verpfeifen.
    Es lag mir lediglich am Herzen, hier eine gedankliche Querverbindung an die jüngere Vergangenheit im Fußball herzustellen.
    Gab es da nicht auch gewisse Spiele, die „von oben“ (also in dem Fall von verbandsexternen Personen) vorhergeplant waren (Wettmaffia?) und wo eben diese Personen zur persönlichen Bereicherung die Schiedsrichter beeinflusst haben?
    Und sollten nicht Verband und Liga ein allergrößtes Interesse daran haben, dass sich das im Eishockey nicht wiederholt?

    Wobei ich dies nicht als Unterstellung verstanden haben möchte, sondern lediglich darauf hoffe, dass die Offiziellen bei all ihren Reaktionen auch diese Möglichkeit immer mit im Blick haben.
    Denn ich finde, auch aus diesem Grund darf das Geschehene nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Nur wer mit den Vorfällen offen umgeht, vermeidet Spekulationen und den Verdacht der Beeinflussung, finde ich. Und zum offenen Umgang damit meine ich nicht, dass jede Tagung, Untersuchung etc. öffentlich breit getreten wird. Aber alles unter den Tisch kehren und Fehler ignorieren ist sicher auf Dauer der falsche Weg.

  17. Ich glaube auch nicht an eine Theorie, dass irgendein spezielles Finale vom Verband gewüscht wurde. Wir wurden aber in Spiel 6 komplett verpfiffen (darüber kann es keine zwei Meinungen geben) und dafür müssen wir nun auch noch mit zwei Langzeitausfällen bezahlen was vermutlich auch noch den Beginn der nächsten Saison beeinflussen wird. Das ist ein weiterer bitterer Faktor!

    Jetzt müssen wir jedoch nach vorne schauen und trotzdem nächstes Jahr neu angreifen. Die Entwicklung in Nürnberg stimmt und sie wird auch weiter stimmen solange Thomas Sabo, Martin Jiranek und Co. in Nürnberg aktiv sind. Ich finde auch, dass Rob Wilson ein hervorragender Coach ist, der durchaus maßgeblichen Anteil an der Entwicklung von Spielern wie Eheliz und Pföderl hat. Was Fans, die den Trainer für das jetzige Aus verantwortlich machen immer vergessen ist, dass es eben vier weitere Mannschaften in der DEL gibt, die einfach ein höheres finanzielles Feedback haben wie wir. Einzig schade ist, dass Wilson Pfleger nicht hinbekommen hat aber vielleicht liegt das auch nicht an Wilson sondern am Spieler selbst.

    Zur Schiedsrichterproblematik:

    Also ich glaube es gäbe eine einfache Lösung für diese nicht von der Hand zu weisensende vorhandene Problematik! Gebt doch jeder Mannschaft das Recht zwei Entscheidungen pro Spiel von einen Art Videoschiedsrichter überprüfen zu lassen. Wenn die Mannschaft mit der Überprüfung recht hat wird ihnen der Versuch nicht abgezogen. Das System gibt es schon so ähnlich (soweit mir bekannt ist) beim Tennis. Die DEL muss sich einfach weiterentwickeln wenn es mit Eishockey in Deutschland was werden soll. Die Chance nach Olympia ist einmalig und jetzt da!

  18. Bitter ist die Ignoranz der Verantwortlichen, die Geschehnisse totzuschweigen oder wie Brüggemann zu verharmlosen. Natürlich tut es ihm auch weh, wenn es verletzte gibt: lächerlich und unglaubwürdig. Den Video judge hat Patrick Ehelechner in seinem Podcast auch gefordert. Aber mal ehrlich, wer seitens der DEL hätte als Video judge nach 50 Sekunden im Play-off Halbfinale Sheppard 5 min. + SD gegeben? Brüggemann? Boos? Da glaube ich noch eher an den Weihnachtsmann. Letztlich haben Piechaczek und Schrader den Mumm nicht gehabt, 2 Strafen binnen weniger Minuten gegen die Auswärtsmannschaft zu verhängen. Davon ist Piechaczek immerhin Profi. man sieht also was das bringt. So bitter es ist: unter den Blinden gehören Piechaczek und Schrader noch zu den einäugigen. Und an Boos und Brüggemann sieht man, was es bringt, wenn die Verantwortlichen vorher Spieler waren.

  19. Natürlich hast Du in allen Punkten recht, aber ein paar der Kommentatoren auch: So etwas sollte von den Siegern kommen.

    Letztes Jahr hätte also über die Schiedsrichter gescheieben werden sollen, dass sie teilweise blind oder unfähig waren und so in die Serie Nürnberg -Augsburg eingegriffen haben: Der Ausfall Cundaris nach Check gegen den Kopf durch Dupuis, Tore nach Abseits, Schlittschuhtor in Spiel 6…

    Jetzt, obwohl Du Recht hast, klingt es zum Teil tatsächlich nach schlechtem Verlierer.

  20. Eigentlich wollte ich mich ja nicht mehr äußern, aber ich habe eben in anderem Zusammenhang etwas gelesen, dass ich Euch nicht vorenthalten möchte.

    Zitat:
    Wir haben in Deutschland inzwischen eine Mentalität, dass man vor lauter politischer Korrektheit nicht mehr sagen darf, was man denkt. Da führt man unstimmige Fakten auf und dann wird daraus gleich eine Beleidigung des Ehrenamtes, eine Nestbeschmutzung gezimmert. Wie soll ein Organismus gesund bleiben, wenn man Realitäten leugnet, unter den Tisch kehrt? -Zitiatende

    Ich denke, dies zeigt deutlich unser aktuelles Wertesystem, und zwar nicht nur, aber eben auch, im Eishockey.
    Diese Aussage sollten wir uns wohl alle, und nicht nur wir sondern auch die oberen und höchsten Etagen, in allen Lebensbereichen mal bewusst verinnerlichen 😉

  21. Danke das es diesen Blog gibt – und ja der Sport kommt zu kurz !
    Wir sind in Europa und nicht in der NHL
    In der es bekanntermaßen andere Praktiken im Spielverlauf … gibt.
    Um so trauriger das es keine klaren Statuten zum Schutze der Spieler gibt.
    Auch ohne „Vereinsbrille“ – es sollte / müsste bei Verletzungsfolge auch Konsequenzen für den Verursacher geben.
    Auch wenn „wir“ noch keinen Titel haben :
    Was wären denn die 1. ohne Mannschaften wie unsere die sie Fordern …

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