Spiel zwei: Aus dem Hintergrund müsste Mitchell schießen

Foto: Thomas Hahn/Zink

Der Mann, der Joe Sakic und Peter Forsberg zu Stanley-Cup-Siegern gemacht hat, schnallte sich einen sehr kleinen Rucksack auf seinen sehr breiten Rücken, sagte höflich „Auf Wiedersehen“, kämpfte sich durch die Hockey-Card-Sammler und Autogrammjäger, beobachtete interessiert einen pöbelnden Fan, und machte sich auf seinen Weg. Nach Hause, zum Dutzendteich, ins Hotel, aufs Volksfest? Ein Bus hatte jedenfalls nicht auf ihn gewartet, auch kein Taxi. Einen Leihwagen hätte er, wenn überhaupt, außergewöhnlich weit weg von der Arena Nürnberger Versicherung geparkt. Wo also ging er hin, so einsam im Widerschein des Vollmonds? Vielleicht wollte Uwe Krupp einfach nur allein sein, um noch einmal gründlich über dieses spektakuläre Eishockeyspiel nachzudenken. Jeder, der bei diesem 3:2 der Ice Tigers dabei war, wird den Coach der Eisbären verstehen können.

Warm-up

  • Holy moly, ist das eine starke Mannschaft: James Sheppard ist, zumindest auf DEL-Niveau ein kompletter Spieler (bester Wechsel: Sheppard checkt Pföderl late, lässt Mitchell an sich abtropfen, tut Aronson an der Bande weh, provoziert so ein übertriebenes roughing gegen Aronson). Jonas Müller ist der nächste deutsche NHL-Verteidiger (vor drei Jahren ist er noch als dürres Zigarettenbürschla mit unreiner Haut und Babyface durch den Wellblechpalast geschlichen, die unreine Haut ist Vergangenheit, das Babyface ist geblieben, nicht zuletzt durch das beinahe historische 3:2 gegen Russland ist er inzwischen zu einem souveränen Leistungsträger herangereift). Und Louis-Marc Aubry beweist, dass es in der DEL völlig unerheblich ist, wie viel Punkte ein Importspieler in der AHL angeboten hat. Mit einem solchen one-two center punch kann man unterstützt von solchen Verteidigern deutscher Meister werden.
  • Oder im Halbfinale an den Ice Tigers scheitern. Es ist eine journalistische Unart und respektlos, Serien, die die Playoffs nicht abschließen, als vorgezogene Finalserien zu bezeichnen (als Mannheimer oder Münchner Berichterstatter wäre ich dieser Phrase aber sehr wahrscheinlich auch erlegen). Auch Berlin und Nürnberg bringen 2018 ausreichend Titelpotenzial mit. Und vielleicht hat es dieser Serie gutgetan, dass sie zuvor nicht durch eine gemeinsame Geschichte oder übergroße Erwartungen aufgeladen wurde.
  • Eine Prognose, wie diese Serie ausgeht: weiterhin unmöglich.
  • Kein Vorwurf von Rob Wilson an Marius Möchel oder Nichlas Torp. Warum auch? Vor diesem zweiten Spiel hatte er nur auf das offensive Potenzial von Petr Pohl und Marco Pfleger gesetzt. Warum auch nicht? Pohl hatte in der Punkterunde aus sehr wenig Eiszeit zwischendurch immer mal wieder erstaunlich viel gemacht. Pfleger hatte seine stärksten Spiele, nachdem ihm Wilson nach Pföderls Verletzung in den Playoffs 2017 viel Verantwortung übertragen hatte. In diesem Spiel hat er sich dann auch gleich mit einem klugen Pass eingeführt. Pohl aber holte eine Strafe raus, war aktiv und auffällig giftig, er kämpfte um einen Platz im Aufgebot am Ostermontag in Berlin. Das Casting hat er gewonnen. Auch wenn vor allem sein platziert-deplatzierter Schlagschuss alleine vor Petri Vehanen in Erinnerung bleiben wird. Klar, Pohl war zu langsam, am Ende des Wechsels vielleicht auch nicht mehr frisch genug für einen inspirierteren Abschluss. Vehanen aus dieser Entfernung aber five-hole überwinden zu können, war dann doch etwas arg vermessen. Am Montag werden beide laut Wilson trotzdem wieder mit dabei sein.
  • Gut, also doch auch hier ein Beitrag zur Stimmung: Klatschpappen sind ein Marketinginstrument, nicht anderes. Faltkartons, die sich verkaufen lassen. Ich bezweifle, dass es dabei jemals darum ging, den Lärmpegel zu erhöhen und das Live-Erlebnis zu intensivieren. Es ging schon immer um das bisschen Geld, das sich damit einnehmen lässt. Und wer tatsächlich glaubt, dass die Fankultur in Multifunktionsarenen wegen der Klatschpappen verkümmert, wird allenfalls noch mit Ambri-Piotta-Videos auf Youtube glücklich. Dass sich die Sitzplatzbesucher im Takt der Fanblöcke wie dressierte Schafe auf die Oberschenkel klopfen (Volkskrankheit: Klatschpappenarm), stört mich überhaupt nicht. Mich stört allein der Müll, der dadurch entsteht. Klar ist, Nürnberg hat an diesem Karsamstag bereits sein viertes sehr stimmungsvolles Playoff-Spiel erlebt. Die Fankultur ist lange genug verkümmert, seit ein paar Jahren aber entsteht da wieder etwas. Wenn man sich heute trotzdem über irgendetwas lustig machen wollte, dann eignete sich dazu der im zweiten Drittel eingeblendete Text zum aktuellen Fangesang dazu viel besser. Das war seltsam und ein wenig peinlich.
  • Über vier Fouls, die im Spielbericht nicht aufgeführt wurden, muss noch geschrieben werden: Vor dem 1:1 war Tom Gilbert gehakt worden. Vor dem 1:2 war David Steckel von Jonas Müller umgerissen worden, allerdings darf man dann Taylor Aronsons Sprint von der Strafbank zum Bandencheck kurz zuvor auch nicht vergessen. Und dann war Leo Pföderl in der 77. Minute noch der Schlittschuh weggezogen worden. Kurz nach dem nicht ertönten Pfiff entschied John Mitchell das Spiel. Schiedsrichterdiskussion beendet.
  • Zum sehr wichtigen 2:2 gibt es eine Vorgeschichte. Wilson hatte eine Eingebung. Wahrscheinlich hatte der Cheftrainer schon viele Eingebungen, die er danach allerdings aus Gründen für sich behielt. Diese Eingebung teilte er. Im letzten Wechsel wich Wilson von seiner Rotation ab und schickte eine Formation aufs Eis, die so noch nie zusammen gespielt hatte: Dane Fox, John Mitchell und Leo Pföderl. „Ich sah auf die Uhr – unter einer Minute. Ich sah auf unsere Bank – und entschied mich für drei Scorer, für drei Spieler, die wissen, wie man den Puck im Tor unterbringt. Manchmal hat man ein Gefühl und manchmal folgt man diesem Gefühl. Es war ein wichtiges Tor, das vielleicht noch einmal sehr viel wertvoller sein wird.“
  • Das wäre uns allen zu wünschen. Diese Geschichte noch öfter zu erzählen, wäre zu schön. Die Nervosität in der Arena, die Ungeduld derer, die immer „Schieß doch“ schreien. Und dagegen die Ruhe Marcus Webers und die Ruhe Leo Pföderls, der Jubel, das Innehalten, das Bangen, der erneute Jubel.

Das Spiel

Die Schlachten unter dem Feldherren Momesso. Die Verzweiflung gegen Corbet/Edgerton/Hecht. Das Autoscooter-Eishockey aus der Serie gegen Iserlohn. Brandon Prust gegen Hans Detsch. Playoffs liebt man wegen der Anspannung, wegen der Verlängerungen, wegen der Geschichten, die der Modus alle zwei Tage zwangsläufig liefert, aber eben auch wegen der Härte, wegen dem Hass, wegen der Fouls, wegen der Checks und wegen der Skandale. Am Donnerstag aber ist es einem Punk aus Mississauga gelungen, vielen Eishockeyfans die Freude an solchen intensiven Schlachten zu nehmen. Gerade deshalb war es eine große Freude, ein Eishockeyspiel zu erleben, das intensiv, aber selten besonders hart und niemals brutal war, das aber vor allem spektakulär war und das endgültig eine gängige Fehleinschätzung korrigierte. Die Ice Tigers verteidigen mit einem 1-4 gegen den Puck, sie spielen kein nennenswertes Forechecking, aber deshalb noch lange nicht defensiv oder langweilig. In ihrem Kern hatte die Mannschaft in der Saison zuvor die meisten Treffer erzielt, ihr Umschaltspiel ist an guten Tagen famos, Reinprecht, Dupuis, Fox, Mitchell, Pföderl, Ehliz und eigentlich auch Reimer sind Ausnahmestürmer. Aber die Mannschaft und ihr Trainer,sie hat aus zwei Halbfinalniederlagen in Folge gelernt, ihren Stil der Situation und/oder dem Gegner anzupassen. Im Halbfinale 2018 gelingt das noch nicht immer, was 7672 Zuschauer ein ziemliches Spektakel beschert hat. Die ersten zehn Minuten waren für DEL-Verhältnisse atemberaubend. Das 1:0 war ein echter Pfdöerl, der sich erst nicht aus dem Slot bewegen ließ und Vehanen den Puck dann unbeeindruckt durch die Schoner schob. Aus dem Rhythmus brachte die Ice Tigers nicht das 1:1, sondern zwei Power-Plays, die beide von beiden Formationen nicht gut zu Ende gespielt wurden. Im zweiten Drittel zeigte Berlin dann zum ersten Mal, wie stark diese Mannschaft spielen kann. Es war Niklas Treutle, der erneut Pföderl und Wilson die Möglichkeit gab, diesem Spiel ihre Handschriften aufzuzwingen. Im Schlussdrittel durfte John Mitchell noch ein wenig üben, Petr Pohl unbedrängt schießen und Berlin in den Schlussminuten ein wenig mutiger agieren. Das Endergebnis von 2:2 aber war gerecht. Moment, Endergebnis?

Die Verlängerung

Wie oft hatte John Mitchell in den 76 Minuten den idealen Zeitpunkt für einen Pass verpasst? Siebenmal, achtmal, noch öfter? In dieser 77. Minute aber gab es gar keine Möglichkeit, einen Pass zu verpassen. Louis-Marc Aubry war da schon am Schoner von Niklas Treutle gescheitert. Jonas Müller hatte sich da schon ins Drittel gezockt und den Puck mit Rückhand in Treutles Fanghand geschossen. Mark Olver hatte offenbar ein großes Verlangen, verprügelt zu werden. Oliver Mebus hatte vermeintlich alles richtig gemacht, als er es dem aussichtsreicher postierten Steven Reinprecht überließ, zum Helden in der Overtime zu werden. Reinprecht, einer der feinsten Techniker, den diese Liga jemals hat erleben dürfen, hatte den Puck dann aber doch nur auf den Blocker von Petri Vehanen gelupft – auf den Blocker des liegenden Petri Vehanen! Sean Backman hatte da schon sehr viel Netz gesehen und trotzdem über das Tor geschossen. Und Reinprecht hatte drei Minuten Overtime am Stück ohne Kollaps überstanden. In dieser 77. Minute aber hatte John Mitchell nach der Vorlage von Dane Fox (er selbst hatte zuvor David Steckel auf die Reise geschickt) viel Platz und keine Anspielstation. Er traf. Die Eisbären verließen das Eis. Am Montag geht es weiter. Am Freitag wird sicher in Berlin gespielt. Mehr ist auch nach 136 Minuten und 50 Sekunden Eishockey nicht passiert.

Das Interview

Wie geht es einem nach drei Minuten Playoff-Overtime-Eishockey am Stück?
Steven Reinprecht: Das hätte ich mir gerne erspart. Aber manchmal bleibt man da draußen hängen, kommt nicht zum wechseln. Natürlich ist das nicht ideal. Es war sehr ermüdend.

Was kann man da machen? Icing ist keine Option. Was war Ihr Plan?
Reinprecht: Man bleibt in der Mitte, versucht das Spiel zu verengen. Herumrennen ist keine Option, wenn dein Energielevel nicht da ist, wo er sein sollte. Der Puck muss zum Tor, wenn sie scoren wollen, richtig? Also hält man sich genau dort auf.

Es war ein großartiges Eishockeyspiel, wenn auch vielleicht kein großartiges Playoff-Spiel, weil es dafür ein wenig an Härte und Gemeinheiten fehlte. Aber es war immer unterhaltsam und meistens spektakulär. Haben Sie das auf dem Eis auch so empfunden?
Reinprecht: Ein gutes Spiel, ja, mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Es war sicher aufregend zuzuschauen. Das ist es doch, was man will.

Wie lange hat die Mannschaft das erste Spiel beschäftigt, in dem die Ice Tigers so viele Chancen vergeben hatte und am Ende auch die erste Chance, ein Spiel in Berlin zu klauen?
Reinprecht: Das dauert nicht lange. Man muss vier Spiele gewinnen, oder? Man wird in einer Serie Spiele verlieren, man muss danach nur weitermachen, sich auf das nächste vorbereiten. Man muss es vergessen, genau so wie dieses Spiel jetzt.

Aber kann ein Sieg in der Verlängerung nicht auch das Momentum noch ein wenig hinauszögern?
Reinprecht: Es fühlt sich defintiv gut an. Es ist ein Klischee: Aber ein Sieg ist nur ein Sieg – ob ein 5:1 oder in OT.

Three Stars

Sehr elegant wie er sich vor dem Siegtreffer erst vom Puck überholen ließ. Sehr beeindruckend seine Bully-Bilanz (17:9). Großartig sein Verhalten in Unterzahl, als er einmal vier Berliner hinter dem Berliner Tor beschäftigt hat. Seine Checks sind wieder richtig getimt (seht so im Online-Duden, ich kann doch auch nichts dafür). David Steckel hat endgültig wieder in den Playoff-Modus geschalten.

Es war wohl lange nicht klar, ob Leo Pföderl würde spielen können. Er konnte. Und wie. Ansonsten gilt, was Nils Kloppmann sagt:

Sein bester Save war nur schwer zu sehen. Marcel Noebels hatte das Glück, die Scheibe im Gewühl plötzlich auf dem Schläger zu haben. Sein Schuss war ansatzlos und gut platziert. Irgendwie aber fuhr Niklas Treutle noch den rechten Schoner aus. Davor und danach hielt und wehrte Treutle alles ab, was zu halten und abzuwehren war. Man neigt schon dazu, solche Leistungen des Nürnbergers als solide zu bezeichnen, schon allein, weil sie so normal geworden sind. Tatsächlich sind sie herausragend.

Ehrenvolle Erwähnungen: Patrick Köppchen, Marcus Weber, Steven Reinprecht.

9 Kommentare in “Spiel zwei: Aus dem Hintergrund müsste Mitchell schießen

  1. Danke, guter Bericht zum sehr guten Spiel. Ich war übrigens auch jemand, der vor seinem Bildschirm in Augsburg „schieß!“ gerufen hat. Man hat halt bei Telekom-Eishockey die runterlaufenden Sekunden noch besser im Blick als im Stadion auf dem Würfel. Sehr interessant hierzu die Geschichte von Wilsons Eingebung – wegen diesen Details finde ich den Blog hier so herausragend.

    Das einzige, das mir diesmal nicht gefällt ist ein einziges Wort. Münchens #14 ist kein Punk. Er ist eine Schande für TJ Trevelyans Heimatstadt, man kann ihn auch mit der deutschen Übersetzung des Wortes belegen, aber Punk? Seit der musikalischen und gesellschaftlichen Revolution die mit diesem Wort verbunden wird sollte man es nicht mehr als Schimpfwort verwenden.

    Dein Augsburger Punker
    (der seit Jahren unter diesem Namen im AEV-Forum schreibt)

  2. Wieder ein wunderbarer Blogeintrag! (Hab mich schon den ganzen gestrigen Abend darauf gefreut…)

    Ja, was für ein geiles Spiel! Sehe das ähnlich wie Sebastian: das erste Drittel haben wir dominiert, aber leider die verdiente Führung nicht halten können. Das zweite Drittel war Berlin die bessere Mannschaft, hier haben uns die famosen Niklas Treutle und Leo Pföderl am Leben erhalten und das Schlussdrittel war verteilt. In der Overtime wirkten auf mich die Berliner körperlich etwas fitter und ich habe eigentlich schon nicht mehr an den Sieg geglaubt, bis Fox, Steckel und Mitchell diesen blitzsauberen Konter ausgepackt haben. Wahnsinn, was für ein Jubel in der Arena! Überhaupt war die Stimmung klasse.

    Die besten Spieler der Tigers waren für mich Treutle (hat sich in den Play-offs phantastisch gesteigert), Pföderl, Fox, Weber und Gilbert.
    Schade, dass unsere frühere Paradereihe Reimer, Reinprecht, Ehliz einfach nicht mehr die alte Form erreicht. Tatsächlich ist mit ihnen auf dem Eis die Gegentorgefahr am größten. Ihre Plus-Minus-Statistik in den Playoffs bestätigt den optischen Eindruck leider.

    Auch wenn wir die Serie damit wieder offen gehalten haben, die Berliner sind für mich weiter der Favorit. Meiner Meinung nach sind sie etwas ausgeglichener besetzt und wirken wie gesagt auf mich körperlich noch etwas frischer.
    Aber den tollen Sieg gestern nimmt uns auf jeden Fall keiner mehr 🙂

  3. Das kommt mir alles bekannt vor aus der Serie gegen die Haie: Auftakt verlieren und den Ausgleich in der Overtime schaffen. So weit so gut.
    Von Wilsons Idee Pohl und Pfleger erneut aufzubieten bin ich aber wenig überzeugt. Pfleger merkte man nicht an, dass ihm die lange Pause störte während Pohl einiges dafür tat ins Aufgebot für Montag zu dürfen. Seine Körpersprache war zwar erfreulich anders aber der Schlagschuss war dann doch eher zum Kopfschütteln. Meiner Meinung nach dürfte aber Berlin wie Köln mit vier ausgeglichenen Reihen mehr Probleme haben, daher wäre ich für eine Rückkehr zu den Reihen von Spiel 5/6.

    Das Spiel ansich war von beidem Teams stark gestaltet. Mit dem 2:2 wechselte mMn nach etwas das Momentum, was man am abnehmenden Scheibenglück der Berliner sah und das der Puck bei den Gästen nicht über die Torlinie wollte.

    Bei den 3 Stars geh ich bis auf Treutle konform. Für mich war er erst in der OT richtig stark davor mit einigen, weiterhin ungewohnten Wackler und weiterhin teilweiser schlechter Torraumbeherrschung. Das macht mir Sorgen gegen diese Berliner, da wir derzeit auch wie in den ersten Spielen gegen die Haie vor dem Tor (bewusst?) nicht aufräumen.
    Ansonsten bleib ich dabei, dass wir über das Körperspiel kommen müssen. Montag dürfte eine kleine Vorentscheidung werden wohin die Reise geht.

    @Sebastian: ist eigentlich was von Jenike bekannt? Das Handgelenk hielt er sich ja bekanntlich im Warmup mal…

  4. Geht es nur mir so oder ist Vehanen erstaunlich unsicher? Gefühlt lässt er bei jedem Schüsschen den Reblund zu….

    Ansonsten waren wir in Spiel 1 eigentlich besser als in Spiel 2. Umso wichtiger war der Sieg. Denke wir werden morgen eine nervöse Berliner Mannschaft (ähnlich Spiel 1 im 1. Drittel) sehen.
    Wilson sollte überlegen, ob er Reimer nicht mal draussen lässt, er ist leider momentan unser schwächster Stürmer…
    Ehliz wirkt frisch und gut drauf, aber mit einem halbfitten Reino und nicht existetenten Reimer kann er auch nichts ausrichten.
    Pohl war belebend und sollte im Lineup bleiben.
    Anders als ein Vorschreiber sehe ich Treutle schon sicher und auch als Rückhalt.

  5. Wolfgang stimme ich, was Vehannens Rebounds angeht, zu. Sollten eigentlich unsere Stürmer schon bemerkt haben. Wir haben immer noch zu selten einen Mann vor dem gegnerischen Torhüter. Berlin macht das wesentlich besser.
    Ansonsten ist im Blog und bei den anderen Schreibens alles wesentliches gesagt. Was mir aber besonders gut gefallen hat ist die Geschichte über die Klatschen und den Müll. Als ob es nicht schon genug Mist auf unserer Welt gibt.
    Ein Letztes zur „Nr.14 auf München“. Die 2-Min.Strafe war natürlich ein Witz. Das war billigende und vorsätzliche Körperverletzung. Hoffentlich müssen wir uns diese Type nicht noch einmal in Nürnberg ansehen.

  6. Reimer wirkt derzeit so, als würde er während seiner Wechsel zuviel nachdenken und mit sich hadern (und sich deswegen selber blockieren).
    Trotzdem war er immer schon ein Spieler, der enge Spiele mit einem genialen Moment zu entscheiden vermag. Siehe zuletzt im VF gegen Schweden.
    Ich denke (und hoffe), dass er einfach „nur“ ein persönliches Erfolgserlebnis braucht, um wieder einigermaßen auf Touren zu kommen. Dreckstor, Sonntagsschuss, whatever…man stelle sich nur vor, nicht Pohl, sondern Reimer wäre so frei auf Vehanen zugefahren…
    Deshalb würde ich einen fitten Reimer niemals draußen lassen.

    Berlin hat eine sehr starke Truppe, die ein konstant hohes Tempo gehen kann. Beeindruckt hat mich deren Stärke beim Forechecking. Auch Leute wie Gilbert und Aronson haben sich teilweise sehr schwer getan, den Puck durch ständige Bedrängnis kontrolliert aus dem eigenen Drittel zu spielen.
    Das wird eine ganz harte Nuss, weil man sich bei der Offensivstärke der Berliner nicht viele Fehler erlauben darf. Vielleicht sollte man versuchen, Leute wie Petersen oder Backman mehr mit Körperspiel zu beeindrucken, was aber wahrscheinlich auch leicht gesagt ist…Deren Kader ist schon clever zusammengestellt (siehe Leute wie Sheppard oder Aubry, die Körperspiel und Genialität vereinen).
    Das ist noch einmal ein deutlich höheres Level als Köln.

  7. Hallo,

    super PO – Spiel zweier gleichwertiger Teams mit dem glücklicheren Ende für die Tigers.

    Lineup der Tigers war für mich überraschend, allerdings hat weder Pohl noch Pfleger wirklich was gezeigt. Pohl war noch der auffälligere für mich, nicht nur wegen seines 1 auf 0 Versuches. Wilson wird vermutlich, wenn Reinprecht sich wieder erholt hat, dennoch heute wieder so starten. Reinprecht wirkt angeschlagen und, nicht nur in der OT – Szene, konditionell doch deutlich von 100% entfernt. Reimer spielt ordentlich, ihm fehlen einfach die Tore. Hoffe, der Knoten platzt noch.

    Schiris haben imo einiges mehr laufen lassen, e.g. den klaren Stockschlag Olvers vs. Treutles Fanghand in OT. Allerdings auch beiden Seiten. Von daher ok.

    Bin gespannt, wie Berlin heute antwortet. Wenn wir so spielen wie im ersten Drittel am Donnerstag, werden wir den Auswärtssieg holen. Wenn nicht heute, dann Freitag.

    Gruß
    Stefan

  8. Servus,
    wieder einmal an Spannung fast nicht zu überbietendes PO-Spiel.
    Was mich sehr freut, ist Webers starke Leistung. Er hätte, wie auch wieder Mebus, mal ein Tor verdient.
    Gilbert zum Ende des Spiels und in Overtime mit sehr viel Eiszeit (oder hab ichs falsch gesehen?) und echt stark. Reino am Puck nach wie vor stark, aber bei den schnellen Berlinern mit Schwierigkeiten.
    Und ein Tor für unseren Caipt’n wäre für ihn Gold wert.
    Leider waren wir, obwohl Vehanen einige Male nach vorne prallen ließ, wieder mal vor dem Berliner Tor nicht präsent genug und vor dem eigenen Tor sehe ich da auch Nachholbedarf. Ansonsten wage ich keine Prognose…sondern hoffe…
    Noch kurz zur Stimmung und Klatschpappen. Meiner Meinung nach erhöht sich durch die Klatschpappen der Lärmpegel schon, da viele sonst nicht die ganze Zeit klatschen würden (da es ihnen zu anstrengend ist – nicht nur den Eventies).
    Doch was war gegen Ende des letzten Drittel’s und in der Overtime mit der Fankurve (Süd) los? Ich hörte in Nord die Berliner singen während von uns nur klatschen/trommeln kam. Ganz auffällig in der Overtime, in welcher das Stadion von unserer Seite aus eskalieren sollte. Und dann legen die Stimmungsmacher ne Pause ein…🤔

Kommentare geschlossen.