Spiel eins: Alles wie immer

Foto: Thomas Hahn/Sportfoto Zink

Die Lüftung in Zimmer 229 ist laut, die Spieler sind es nicht. Warum auch? Dieses 1:5 war kein Grund zum feiern – und natürlich auch kein Grund zum Frustsaufen. Obwohl der Blogger ausnahmsweise beinahe im Wortsinn embedded mit den Ice Tigers ist, gibt es keinen So-ließen-es-die-Tiger-nach-der-Pleite-krachen-Bericht aus dem Holiday Inn in der Wanda-Kallenbach-Straße, sondern nur einen nüchternen Text nach einem nüchternen Playoff-Spiel. Ich scherze. Vielleicht.

Warm-up

  • Zweimal lower body, einmal upper body (wenngleich knapp): Die Ice Tigers hat es hart erwischt in Berlin (bzw. auf dem Weg nach Berlin). Am Karsamstag aber sollten zwei der drei Verletzten trotzdem schon wieder dabei sein. Rob Wilson wird mit einem Muskelfaserriss in der Wade nur ein wenig länger auf dem Weg in die Kabine brauchen. Und Christoph Sandner wird seinen Fuß in der Loge von Thomas Sabo hochlagern müssen. Dass sich der Geschäftsführer die Achillesehne angerissen hat, darf aber natürlich nicht verraten werden. Es ist nicht auszuschließen, dass hier auch Berliner mitlesen. Definitiv ausfallen wird hingegen Patrick Billinger, schon allein, weil er Ostern nicht in Nürnberg feiern wird, sondern in einem Berliner Krankenhaus. Dem Betreuer wurde am Donnerstagvormittag der Blinddarm rausoperiert. Nach Spiel drei soll er angeblich wieder transportbereit sein.
  • Die Ice Tigers haben gegen Iserlohn das erste Spiel verloren, ebenso gegen Augsburg und zuletzt gegen Köln. Alle drei Serien gingen trotzdem noch an Nürnberg. Rob Wilson nennt das Zufall. „Wir wollten heute jedenfalls nicht verlieren. Das ist sicher.“ Aber die Stimmung und die aufgeschnappten Kommentare („Wir haben mehr Kondition, Konzentration, Kraft – so einfach ist das“, „so wie Nürnberg spielt, so kann man nicht Meister werden“, „der Treutle, der ist schon ein Guter, der wird seinen Weg machen. Aber gegen Vehanen …“ und „vorne ist das bei denen alles so ein bisschen Rumprobieren, Pille-Palle“) kennt man gut aus Iserlohn (2016) und Nürnberg (2008).
  • Leo Pföderl ist mit dem Schläger in der geöffneten Bandentür der Eisbären hängengeblieben. Ein Freak Accident. Er ist danach immerhin auf der Bank sitzen geblieben, wurde aber nicht mehr eingesetzt. Für eine Prognose ist es noch viel zu früh. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass der Topscorer am Samstag trotzdem auflaufen kann. Wilson gab sich optimistisch, Pföderl offenbar ebenso.

  • Auch Philippe Dupuis wird am Karsamstag wahrscheinlich wieder eingesetzt werden. „There is a good chance“, sagte Rob Wilson. Und das wird wichtig sein. John Mitchell hat seine Qualitäten, zweifelsohne. Zwischen Dane Fox und Brandon Segal aber hat er nicht funktioniert. Trotzdem hatte selbst diese Reihe genügend Chancen, um diesem Spiel eine andere Wendung zu geben.
  • Aber mal ehrlich, so wirklich aufregend war das noch nicht. Micky Dupont hat sich zwischendurch mit Reimer und Ehliz angelegt. Giftig aber wurde es gar nicht – bleibt es so zahm, ist das ein Vorteil für die Eisbären. Und natürlich wünscht man harte Checks, Provokationen, diesen ganzen großartigen Blödsinn. Einen Spieler wie Steven Pinizzotto kann sich hingegen niemand ernsthaft wünschen. Einsam in meinem Hotelzimmer tippend, bin ich froh, dass sich die Kollegen in München und Mannheim an dieser Schande für den Sport, gut, an diesem polarisierendem Spieler und einem Trainer, der ganz genau weiß, dass man mit solch einem Typen, der dem Erfolg (und der eigenen Inszenierung) wirklich alles unterordnet, in einer selten nachvollziehbar konsequenten Liga am Ende immer gewinnen wird. Tino Boos, der Vorsitzende des Disziplinarausschusses, hatte einst übrigens das Foul des Mannheimers Thomas Larkin an Daniel Paille verharmlost. Auf allzu viel Gerechtigkeit sollte man da nicht hoffen.

  • Nachtrag zu Viertelfinalspiel sechs: Unter der Woche habe ich mit einem ehemaligen, sehr erfahrenen DEL-Profi gesprochen, der für eine andere Paarung als Series Manager eingeteilt war. Seiner Meinung nach wäre der Check Fredrik Erikssons noch nicht einmal zwei Minuten wert gewesen – weil Philippe Dupuis‘ Kopf zu niedrig war, weil Erikssons Ellbogen erst vom Schwung nach dem Aufprall nach oben geschleudert wurde, „er hat nichts falsch gemacht“. Ich sehe das immer noch anders. Aber es zeigt ein weiteres Mal wie kompliziert, derlei Szenen in unserer Sportart zu bewerten sind. Wenngleich es im Fall von Steven Pinizzotto gegen Matthias Plachta keine zwei Meinungen geben darf.

Die Tore (präsentiert von #Hauptstadteishockey)

Das Spiel

„Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Nürnberg hat zum falschen Zeitpunkt Pfosten und Latte getroffen.“ Uwe Krupp hat auch noch erzählt, dass seine Mannschaft in den ersten zehn Minuten nervös war und dass sie danach 50 Minuten marschiert ist. Die Ice Tigers hatten aber sogar 30 Minuten Zeit, die Nervosität der Eisbären auszunutzen. Aber mal abgesehen von Dane Fox‘ Pfosten- und Patrick Bjorkstrands Lattentreffer wurden dafür viel zu viele verheißungsvolle Angriffe nicht aller Konsequenz zu Ende gefahren. Patrick Reimer machte früh alles richtig, lockte Petri Vehanen aus dem Tor, traf selbiges dann aber nicht. Auch Fox sah früh sehr viel Netz und Mitchell verpasste mehrfach den idealen Zeitpunkt zum Pass. Frank Hördler, nach einem sehr schönen, sehr einstudiert aussehendem Angriff, Nick Petersen mit einem, so der Fachbegriff, wahrhaftigen Kacktor, und Jamie MacQueen mit dem einen Nachschuss zu viel, trafen hingegen. „In den Playoffs musst du dafür sorgen, dass du weniger Fehler machst als der Gegner. Heute haben wir Fehler gemacht, für die wir eigentlich nicht bekannt sind“, sagte Wilson, seine Spieler gaben ihm Recht. Aber auch diese Fehler lassen sich mit der mangelhaften Chancenverwertung unter eine seltsame Sorglosigkeit einordnen. Diese Ice Tigers schienen sich zu gut zu fühlen: leichte Puckverluste, der stets gefährliche Pass zurück in den high slot, schlampige Scheibenannahme, um einen schnellen Konter zu fahren – die Ice Tigers spielten grundsätzlich sehr gut, das Umschaltspiel funktionierte in den ersten beiden Dritteln, Chancen wurden mit Leichtigkeit erspielt. In den entscheidenden Momenten aber fehlte es der Mannschaft an Konzentration. Nur dieses eine und einzige Power-Play spielten sie konsequent zu Ende. Dass sich die einstige Paradereihe sowohl das 1:2 durch Yasin Ehliz als auch die vergebenen Möglichkeiten erarbeitet hatte, war eine der positiven Erkenntnisse an diesem Abend.

Das Interview

Ein seltsames Spiel, das ihr 30 Minuten kontrolliert, dabei große Chancen vergeben habt, in das ihr in den zweiten 30 Minuten aber nicht mehr reingefunden habt. Liege ich da ganz falsch?
Marcus Weber: Ich glaube, wir haben die ersten 30 Minuten tatsächlich ganz gut mitgespielt oder auch das Spiel gemacht. Aber wir haben uns einfach bei den beiden Gegentoren – oder bei dem einen vor allem – einen kleinen Fehler gemacht. Und das wird in den Playoffs meistens bitter bestraft. Das wissen wir. Da müssen wir cleverer sein. Dann hat es Berlin clever runtergespielt. Wir mussten anlaufen, wir mussten ein Tor schießen. Dann haben die sich hinten reingestellt.

In allen Serien, die ihr mit dieser Mannschaft gewonnen habt, ging das erste Spiel an den Gegner. Zufall?
Marcus Weber: Keine Ahnung. Wir machen das jedenfalls nicht extra. Es sind Playoffs, ein Spiel, noch dazu in Berlin: Wir müssen einmal hier und unsere Heimspiele gewinnen.

Ihr werdet immer bestens auf Eure Gegner vorbereitet. Was Euch auf der Strafbank erwartet, das wissen vor allem Spieler mit einem Instagram-Account – so wie du.
Marcus Weber: Die Jungs machen einen guten Job, da hinter der Bank. Ich schaue da schon gerne hin und lese mir das durch.

Heute aber hast du die Bluesuitmen live auf der Strafbank erlebt.
Marcus Weber: Achso, ja. Die haben mich natürlich auch bisschen angelabert. Ich hab‘ auch versucht, seriös zu bleiben. Am Schluss aber ist mir auch ein kleines Lachen rausgerutscht. Aber das gehört einfach dazu. Die sind bekannt in Berlin und machen eine gute Stimmung.

Der Moment

In Berlin wird die Pressekonferenz tatsächlich dazu genutzt, Fragen zu stellen. Nein, eine Frage. Und was für eine: Der Kollege Lubrich von der Bildzeitung hatte Petr Pohl vermisst und wollte wissen, ob der denn verletzt sei. Pohl, hmmm, Petr Pohl, der hat doch mal in Berlin gespielt, oder? Aber auch für die Ice Tigers, echt jetzt? Es ist tatsächlich erstaunlich, dass er Deutsch-Tscheche und Marco Pfleger so überhaupt kein Thema mehr sind. Pohl hatte in Spiel eins gegen Köln seine Szenen, zog mehrfach zum Tor – seitdem trainiert er nur noch. Wilson antwortete mit einem Lob auf Eugen Alanov, wollte aber nicht ausschließen, dass Pohl noch einmal mitspielen darf. Sollte Pföderl am Samstag einsatzbereit sein, ist es jedoch wahrscheinlicher, dass der heute sehr solide Nichlas Torp wieder zusehen muss und Buzas wieder mit Mitchell und Bjorkstrand die vierte Reihe bildet. Andererseits: Alles was passieren kann, pflegt Wilson stets zu sagen, passiert in den Playoffs. Und dieser Saison hat Petr Pohl ja schon einmal ein Spiel gegen Berlin entschieden. Allerdings in der skills competition (ihr habt ja so Recht, @eisbaerennerds).

Three Stars (präsentiert von: Konnopkes Imbiss)

Ja, na klar, darf da der einzige Torschütze nicht fehlen. Boooooring, ich weiß. Trotzdem: Yasin Ehliz war ja tatsächlich der aktivste Nürnberger Angreifer, schnell, beweglich, Wilsons Krieger. Patrick Reimer spielte auf dem rechten Flügel ebenfalls wieder ein wenig besser. Jetzt muss es den Silbersurfern von Pyeongchang nur noch gelingen, Steven Reinprecht mitzuziehen. Nach den jüngsten Eindrücken dürfte das die größte Herausforderung darstellen.

Irgendwann wird einer seiner Vorstöße zu einem wichtigen Tor führen, irgendwann wird Marcus Weber belohnt werden für seinen Mut und für sein außergewöhnlich gutes Skating. Irgendwann war noch nicht heute. Da führten Webers Offensivaktionen zu: gar nichts. Immerhin aber auch nicht zu Gegenangriffen. Und wenn es doch so aussah, war Weber stets schnell genug zurück. Weber verteidigte konsequent – in vielen Playoff-Spielen reicht das nicht, um hier genannt zu werden. Nach diesem 1:5 schon.

Ein dritter Kandidat für diese Kategorie will mir nicht einfallen. Vielleicht haben die Ice Tigers also doch verdient verloren.

14 Kommentare in “Spiel eins: Alles wie immer

  1. Wirklich nicht schlecht gespielt, aber wer keine oder viel zu wenig Tore schießt, gewinnt kein Spiel.
    Positiv: Es war ja nicht so, dass die Eisbären keine Chancen zugelassen hätten. Im Gegenteil!
    Patrick Reimer, ach nein, lassen wir das…

  2. Da hat gestern nicht viel gefehlt, ein bisschen mehr Scheibenglück, dazu Dupuis, was aus effektiv drei Sturmreihen dann wieder vier macht und ein hoffentlich fitter Pföderl, dann sollten diese Eisbären schlagbar sein.
    Die Eisbären hatten gestern phasenweise richtig Glück, nahezu jeder Schuss ein Treffer, billige Rebounds, das wird nicht jedes Spiel so sein.
    Nach gestern bin ich, trotz des deutlichen Ergebnisses, sehr optimistisch … wir sollten halt morgen nicht verlieren.

  3. ich sah einige Parallelen zu Spiel 1 gegen die Haie. Stellt man diese Kleinigkeiten ab und ist näher an den Berlinern dran bleibt das gestern der einzige Sieg der Eisbären.
    Was mich gestern richtig ärgerte war, wie oft man den Pass beim 2 auf 1 nicht spielte. Da waren einige Chancen dabei.
    Mitchell wollte gestern wieder unnötig zaubern statt zu arbeiten. Mal schauen, wie morgen die Reihen sind.
    Das Reimer derzeit nicht mal das leere Tor trifft stimmt mich etwas bedenklich aber ich hoffe da weiterhin auf den Ketchupflascheneffekt. Generell kam mir aber gestern, auf der Großleinwand, unsere Reihe um Reino und co. oftmals hinten in Bedrängung vor und auch nicht so spritzig wie in den Spielen zu vor.
    Wer mich bisher auch in den Playoffs nicht so umhaut ist Aronson, den am Ende muss er eigentlich machen aber vielleicht fehlt ihm einfach das Erfolgserlebnis.

    Morgen ist ja wieder die Greenjerseygroup vertreten, also dürfte der Sieg schon gebucht sein ;).

  4. Diesen etwas blinden Optimismus kann ich nicht teilen. Die Eisbären sind offensiv ein anderes Kaliber als Köln. Ich hatte während des Spiels nicht den Eindruck, dass wir gewinnen können. Berlin war spritzig, mit klug durchdachten Spielzügen haben sie uns in der Rückwärtsbewegung mehrfach alt aussehen lassen. Das war schon deutlich mehr als Scheibenglück und billige Rebounds. In der Abwehr sind sie anfällig, nur was hilft es , wenn das leere Tor vom Top Stürmer verfehlt wird. Unser Offensivspiel ist behäbiger als das der Berliner gewesen, immer länger abwarten mit dem Pass, da waren die Berliner deutlich zielstrebiger. Das wird auch zu Hause kein Selbstläufer und eine harte Nuss. Die 4 Siege in der Hauptrunde sagen jedenfalls nichts aus.

  5. Erstens das und dann lief es auch wie in den ersten Partien gegen Köln: Wieviele Chancen brauch man denn bitte als Mannschaft, „die für die Playoffs gebaut wurde“???
    Meine lieben Herren, DASS ist auf jedem Fall keine ideale Chancenvertung, was wir über weite Strecken dieser Playoffs zu sehen bekommen, noch dazu, wenn dein Gegner gefühlt jeden Fehler ausnutzt.

  6. Die Icetigers 2018 bleiben eine Wundertüte. Es hat mich schon sehr überrascht, dass sich unser Team ausgerechnet gegen diesen Gegner plötzlich auf einen offenen Schlagabtausch eingelassen hat. Phasenweise war es ein flottes, nett anzusehendes Spielchen ohne große taktische Zwänge, eine amerikanisch angehauchte, teils einschläfernde Atmosphäre in
    dieser Riesenhalle – alles eben ohne das letzte Feuer und so gar nicht playoff-like.
    Wenn es nicht rumpelt, ist Nürnberg ungefährlich und verwundbar, wenn wir nicht kompakt sind, den Gegner in Zweikämpfe verwickeln, die eigene Zone eng machen, haben wir keine Chance. In puncto Tempo sind wir klar unterlegen, auch technisch sehe ich die Vorteile bei den Eisbären. Abgesehen davon, auch wenn ich mit der Vorstellung bis Mitte des zweiten Drittels leben kann, muss man schon konstatieren, dass neben der miserablen Chancenverwertung an einigen weiteren Stellschrauben gedreht werden muss, um das Ding am Samstag auszugleichen. Möglich ist es allemal, furchteinflößend sind die Eisbären beileibe nicht.

  7. Zu den Ice Tigers: Die Mannschaft hat – diese Einschätzung mag angesichts des Ergebnisses überraschen – ein ordentlichen Auswärtsspiel gezeigt. Über knapp 50 Minuten hat das Team gut mitgespielt, phasenweise dem Spiel sogar seinen Stempel aufdrücken können. Ich empfehle den Eisbären, sich nicht in Sicherheit zu wiegen.
    Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Mannschaft in der Defensive wieder kompakter stehen muss und einen Weg finden muss, gegen die wendigen Berliner Stürmer ihr Körperspiel anzubringen. Mehr Härte, mehr taktische Disziplin und weniger leichte Fehler – gelingt es den Ice Tigers, das umzusetzen, könnte der Eisbär morgen zum ersten Mal in dieser Serie zu modischen Damenhandtaschen verarbeitet werden.

    Zu Pinizzotto: Das war kein Check, das war ein Attentat. Hätte ich bei der DEL in Sachen Strafmaß etwas zu sagen, würde Münchens Nummer 14 in dieser Saison kein Spiel mehr bestreiten dürfen. Es ist aber nicht verwunderlich, dass Pinizzotto erneut durch eine brutal unsportliche Aktion auffällt. Schließlich gibt es in der DEL niemanden,der ihm Einhalt gebieten könnte. Die Schiedsrichter sind – wie gestern gesehen – regelmäßig überfordert. Echte Enforcer, die nach solchen Situationen als Regulativ wirken können, gibt es in der DEL praktisch nicht. Kein Wunder, schließlich wird in der Hauptrunde jedes Bestreben den Puck zu erobern als Haken geahndet und jede Emotion als übertriebene Härte diffamiert. Vor wem muss sich Pinizzotto fürchten? Wolf? Von dem war gestern nichts zu sehen. Zur Erinnerung: Als es letzte Saision zu einem Aufeinandertreffen mit Brandon Prust hätte kommen können, meldete sich Sportsmann Pinizzotto aufgrund einer mysteriösen Verletzung ab. What a coincidence.
    Es ist für einen Anhänger der Ice Tigers sehr untypisch, doch ich wünsche den Adlern Mannheim von Herzen, dass sie diese Serie noch für sich entscheiden können. Sollte Pinizzotto am Samstag spielen dürfen, hoffe ich, dass Bob Probert im Trikot der Mannheimer wiederaufersteht.

  8. Kleiner Nachtrag: Selbstverständlich hoffe ich nicht, dass sich die Gerüchte bewahrheiten, wonach Pinizzotto nächste Saison im Trikot der Ice Tigers das Ansehen unseres Sports besudeln darf. Dieser Meinung war ich übrigens auch schon vor der gestrigen Aktion. Persönlich halte ich es aber auch für ziemlich unwahrscheinlich, dass die Sportliche Leitung Münchens #14 verpflichten will. Quelle: Bauchgefühl.

    @Sebastian: Ist an diesem seltsamen Gerücht was dran? Welches Strafmaß für den gestrigen Check erscheint dir angemessen?

  9. Am Ende des Spiels 5-1 für die Eisbären Berlin und nur das zählt. Und es zeigt sich das sehr viele Statistiken der Doppelrunde wertlos sind. Wie es zustande kommt interessiert, auch ob es verdient oder unverdient war nur noch am Rande. Es war eine Begegnung wüsste man nicht dass es ein Playoff Halbfinale ist auf dem Niveau einer normalen Paarung in der Doppelrunde. Es war ein Spiel mit wenig Emotionen- Herzblut und relativ Körperlos. Wir hatten unsere Chancen und nutzten diese nicht, hinten leisteten wir uns viele kleine unkonzentrierten die nicht nur in den Playoffs wie Marcus Weber feststellte, sondern auch in der normalen Runde bestraft werden. Mit dieser verdienten Niederlage werden wir leben müssen und am Samstag deutlich energischer in die Begegnung gehen, spielerisch stehen wir den Berlinern in nichts nach. Noch ein Wort zu Steven Pinizzotto, ich bin ein großer Anhänger des harten körperbetonten Spiels, aber niemals kann man solche versteckten Fouls gegen den Kopf des Gegenspielers im Eishockey dulden, deshalb wäre meine Strafe (Ausschluss bis Ende der Playoffs) mehr als gerecht. Der Fall des Spielers Tyler Heskins sollte uns alle Wachrütteln und für die Fouls gegen den Kopf des Gegenspielers sensibilisieren und solche Aktionen nicht bejubeln.. Ich durfte 98/99 erleben was Härte im Eishockey bedeutet, aber kann mich an keinen Spieler erinnern der zu solchen (dreckigen Mitteln eines Ellenbogens gegen den Kopf gegriffen hat) erinnern. Dann zogen die Herren Momesso und Co. die Handschuhe aus und nach einer deftigen Einlage zwischen Männern und anschließender Abkühlung in der Box ging es wieder auf das Eis. Aber Faustkämpfer die meistens nach 30 sec. zu Ende sind, will in der DEL (Schiedsrichter) keiner sehen. Das musste Brandon Prust letzte Saison schmerzlich erleben.

  10. 5 Spiele also für Pinizzotto und „gilt als verwarnt“ – ich hätte mir auch eine Sperre für den Rest der Saison gewünscht, finde das Urteil aber akzeptabel und einigermaßen salomonisch. Damit ist er ziemlich sicher für den Rest des Halbfinales gesperrt (außer, es gibt Spiel 7, was dann lustig werden dürfte), umgekehrt bei einem 4-0 oder 4-1 für München auch noch für ein oder zwei Spiele der Finalserie. Ist ok.

    Das gestrige Spiel war in mancher Hinsicht ein Spiegelbild des 1. VF-Spiels gegen Köln. Ich sehe das mal als Omen, dass die Serie, trotz umgedrehen Heimrechts, dann genauso verläuft: Wir verlieren die Spiele 1 und 3, gewinnen die Spiele 2, 4, 5 und 6. Passt. 😀 Ernsthaft, ich bin deutlich optimistischer als nach dem verlorenen VF1.

  11. So eine Busfahrt ist wirklich anstrengend. Nicht nur wenn man morgens um 6:30 Uhr die Haustür aufschließt und im Bus kaum ein Auge zumachen konnte. Nein, wirklich anstrengend ist die Diskussion über so ein Spiel und die Berichte, die dazu veröffentlicht – und dann die Diskussion dazu – werden.

    War es nur das Scheibenglück der Berliner? Es war ja nicht nur die zwei Metalltreffer. Gefühlt ist in dem Spiel jeder Puck glücklich für die Berliner gesprungen. Allein nur die Szene, bei der Leo allein vorm Tor steht und der Puck nicht kontrollierbar ist. Für Berlin wäre der so gefallen, dass er sofort einschiebbar gewesen wäre…
    Aber war es nur das? Hochkarätige Chancen zu versieben; oft die falsche Entscheidung bei Pass oder Schuss zu treffen; klare Abwehrfehler bei den ersten beiden Gegentoren…
    Vermutlich ist der Spielausgang eine Summe aus beidem. Bis zur gefühlt 37. Minute waren die Ice Tigers das bessere Team und hätten den Sieg einfahren können (meine subjektive Bewertung). Auch die Schusstatistik zeigt, dass die Ice Tigers bis zum 2:1 einen Vorteil haben. Nicht in der Anzahl, sondern in der Anzahl der Schüsse im Bezug zur Qualität der Schusspositionen (shot quality sagt es etwas besser aus). EBB hat mehr als 10 der Schüsse von der blauen Linie, die oft auch nicht gefährlich waren.
    Doch seltsamer Weise kippt das Spiel nach dem 2:1 total. Kaum noch Torchancen für die Ice Tigers und bis zum 3:1 gelingt der Mannschaft nicht mehr soviel. Und der Rest des 3. Drittels nach diesem Tor kann man vergessen.

    Die Situation, bei der Fox die Strafe bekommt (und damit das Spiel entschieden wird) kam im Spiel zigmal vor. Warum die Schiedsrichter gerade im letzten Drittel das pfeifen, irgendwie blöd. Im Fanblock sagte mein Nachbar sofort: „Warum ändern die die Linie. War doch relativ fair. Das muss man nicht pfeifen.“ (Und Felski: „Naja, kann man geben“). Die Leistung der Schiri war in Ordnung, entschieden haben sie die Partie nicht.

    Was uns verblüfft hat. Die Presse, der Kölner „Eishockeyexperte Schütz“ und auch andere Experten sagten voraus, dass Berlin das Spiel machen wird und wir nur an der blauen Linie stehen und auf Fehler warten. Das Spiel war jedoch ganz anders. Nürnberg machte das Spiel fast zwei Drittel. Vielleicht waren wir wirklich zu offen. Die Aussage von Krupp, dass nach dem 1:0 die EBB das Spiel machten und voran gingen, kann ich nicht ganz nachvollziehen (auch die Schusssatistik sagt da ja was anderes).

    Sebastian und ich diskutierten noch vor dem Spiel die unglaublich Stimmung vom Spiel im Welli. Für die Heimzuschauer war es das. War wirklich ein Erlebnis. Gestern war die Stimmung. MAU. Ich war total enttäuscht. Gefühlt kam zu ersten mal Stimmung auf, als Fox wegen der Strafe raus musste. Vorher war das übliche „Eventi-Klatschen-und-Raunen“ einer großen Eishalle. Verglichen mit der Stimmung bei uns im Spiel 5 gegen Köln war das Nix. Lasst uns morgen einfach da weitermachen. Wir können das besser…

    Die Szene mit Leo Pföderl habe ich im Stadion schon so gesehen, dass die Tür hätte zu sein müssen. Der Wechsel war vorbei. Das darf nicht passieren. Auch nachdem ich das Video angesehen habe, bleibe ich dabei. Die Tür hätte zu sein müssen! Ich hoffe, dass er morgen oder spätestens am Montag wieder spielen kann. Denn einige Spieler strahlen derzeit nicht gerade Torgefahr aus. Namen weiß jeder selber…

    Natürlich stolpert man bei der langen Busfahrt auch über die Aktion von Pinizzotto. Ein absolutes NoGo. 5 Spiele Sperre sind absolut gerechtfertigt. Ich mag diesen Spieler wegen solcher Szenen nicht und will diesen Spieler nicht in Nürnberg sehen und das sagte ich schon vor dieser Aktion.
    Doch was man auf Facebook und Twitter (ja, es war ja viel Zeit) bei den Mannheimern lesen konnte ist schon extrem grenzwertig. Dieselbe Fanbase, die muc14 schwer bestraft sehen will, hat vor wenigen Monaten noch Larkin verteidigt – Grundtenor: „Endlich wehren wir uns mal“. Solche Aktionen sollten grundsätzlich von den Fans (überall) abgelehnt werden. Egal ob es Spieler des eigenen Teams oder eines fremden waren.

    Für Spiel 2 bin ich optimistisch. In Summe glaube ich, dass wir in Spiel 1 die Chance auf die Serienführung vergeben haben. Hoffe jetzt auf den Serienausgleich… 🙂

  12. Hallo,

    Schließe mich vollumfänglich Frank an, nur war das mit der Bandentür… ist imo einfach dumm gelaufen. Passiert.

    Zu Pinizzotto bleib ich dabei: Success eats sportsmanship for breakfast. Überall.
    Leider greift die DEL und in Person Boos hier nicht durch, e.g. Eriksson wird gar nix bekommen für die Aktion gegen Dupuis. Hier behält Brandon Prust recht: Zirkusliga DEL.

    So, jetzt geht’s zum Serienausgleich!

    Gruß
    Stefan

  13. @ Sebastian

    Prima Blog!
    Ich war auch beim Spiel, und kann dir bzgl. Weber’s skating nur beipflichten – eine Augenweide!

  14. @bidole

    Sicher war die Szene mit Leo unglücklich. Sicher kann so was mal passieren. Jedoch waren heute wieder zwei Situationen wo die Türe lange, viel zu lange auf war. Da ist einfach unnötig. Gefährdet die Spieler. Sicher wieder keine Absicht. Aber das sollte die Berliner Bank ändern…

    Grüße Frank

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