Spiel sechs: Berlin, Berlin, sie fahren nach Berlin

Foto: Yasin Ehliz‘ Instagram-Profil

Ice Tigers rächen Brutalo-Foul! Kopf-ab-Wikinger checkt Dupuis aus dem sechsten und letzten Viertelfinalspiel, Nürnberg checkt Haie in den Sommer. Ab Gründonnerstag werden die Eisbären gezähmt. Ein Gastbeitrag von unserem Fake News-Korrespondenten aus Köln.

Warm-up

  • Nürnberg steht zum dritten Mal in Folge im Halbfinale (und zum fünften Mal insgesamt, ernsthaft, wie könnte ich das nur vergessen), zählt also zum dritten Mal in Folge zu den besten vier Mannschaften des Landes. Nun zählt das, wie in allen Sportarten, die im Playoff-Modus entschieden werden, auch im Eishockey wenig. Aber da sich die Ice Tigers hinter München, Mannheim, Köln und Berlin in der Spieler-Etat-Rangliste allenfalls auf Platz fünf einordnen, ist das zumindest ein bemerkenswertes Zwischenergebnis.
  • Die Mannschaft ist mit einer gewonnenen Viertelfinalserie offensichtlich noch lange nicht zufrieden. Das 5:1 (1:0, 3:1, 1:0) haben die Ice Tigers routiniert bis überhaupt nicht gefeiert. Natürlich lag das an der Stimmung in diesem schockgefrosteten „Hexenkessel“, den sich der Kölner Arenasprecher beinahe bemitleidenswert herbeigeredet hatte. Natürlich lag das am Spielverlauf, an diesem emotionslosen Ende dieser nur phasenweise intensiven Serie. Treutle, Jenike, Lala, Aronson, Festerling, Mebus, Gilbert, Weber, Köppchen, Torp, Jurcina, Teubert, Pföderl, Steckel, Möchel, Ehliz, Reinprecht, Reimer, Fox, Dupuis, Segal, Buzas, Mitchell, Bjorkstrand, Alanov, Pohl, Pfleger, Acker, Schinko, Hirn, Schneider, Neiß, Billinger, Wolf,Troppmann, Hofbeck, Winzer, Horlamus, Gastner, Pucki, Sandner, Dietzsch, Sabo, Jiranek, Flanagan und Wilson haben aber eben noch etwas vor in diesem Frühjahr.
  • Als ich mit dem Spielbericht für www.nordbayern.de, dem Interview mit Rob Wilson und dem Text für die Nürnberger Nachrichten fertig war, war der Mannschaftsbus bereits in Richtung Olpe unterwegs, weshalb es ausnahmsweise hier und heute keine Reaktionen von den Spielern zu lesen gibt. Sorry. Ausnahmsweise aber war auch eine Aussage von Rob Wilson bei der Pressekonferenz interessant: „Beide Teams haben in dieser Serie 200 Prozent gegeben. Das zu erkennen, ist wichtig.“ Der Nürnberger Cheftrainer weiß, dass die bis zu diesem sechsten Spiel linientreue Kölner Presse, die Haie auseinandernehmen wird, dass die Stimmung spätestens mit dem Nürnberger 4:1 in der 39. Minute umgeschlagen ist. Er weiß, dass die Saison der Haie gemessen an den Ansprüchen in Köln und den finanziellen Möglichkeiten enttäuschend sein. Er weiß aber auch, dass keine Schande ist, im Viertelfinale auszuscheiden, wenn der Gegner aus Nürnberg kommt.
  • Ich habe Wilson danach gefragt, ob dieses 5:1 die logische Konsequenz aus fünf vorangegangenen Spielen sei, in denen sich seine Mannschaft kontinuierlich gesteigert hat, in denen sie dazugelernt hat, in denen sie immer reifer geworden ist und letztlich zu ihrem gnadenlos effizienten Stil zurückgefunden hat. Wilson antwortete, dass ihm seine Mannschaft schon im ersten Spiel sehr gut gefallen habe, er verwies noch einmal auf die Schüsse (37:23). Das bewies ein weiteres Mal, wie sehr er sich über die Stimmung in Nürnberg nach diesem 1:3 geärgert hatte. Und damit ist nicht die Stimmung in der Arena Nürnberger Versicherung gemeint. Wilson liest auch keine Facebook-Kommentare, ist nicht unter einem Pseudonym in einem Fanforum angemeldet. Nuff said.
  • Spieler, die diese kollektive Leistungssteigerung verkörpern: David Steckel (war laut Wilson zu Beginn der Serie krank), John Mitchell, Patrick Reimer und Tom Gilbert.
  • MVP der Serie: Dane Fox, drei Tore, zwei Vorlagen, ein Mittelfinger, der ganz Köln erzürnt hat (okay, der die Sportredaktion des Express beglückt hat). Fox hat die Haie provoziert, sportlich überzeugt und hat sein eigenes Temperament die meiste Zeit über kontrollieren können (von den sechs Strafminuten in Spiel fünf mal abgesehen). Ehrenvolle Erwähnungen: Leo Pföderl (zwei Game-Winner, punktbester Nürnberger), Philippe Dupuis (Wilson: „vielleicht der beste Spieler der gesamten Serie“).
  • Unsung heroes dieser Serie: Oliver Mebus, trotz Christian Ehrhoff bester Allround-Verteidiger, Punkt; Brett Festerling, harter, smarter Verteidiger, der eigentlich immer übersehen wird; Brandon Segal, der jeden zweiten Schuss von Christian Ehrhoff geblockt hat; Niklas Treutle, spätestens ab Spiel vier bester Torhüter dieser Serie – wird sich den Eisbären entsprechend selbstbewusst gegenüber stellen.
  • Bester Kölner: Christian Ehrhoff, der zwar noch ein paar Nächte von Brandon Segal träumen wird, der aber wie ein Anführer aufgetreten ist (wenn man mal von den albernen Beschwerden bei den Schiedsrichtern absieht, wenn er mal etwas härter berührt worden ist). Allerdings hätte dieser große deutsche Eishockey-Spieler ein würde- und stimmungsvolleres Spiel verdient, um eine beeindruckende Karriere zu beenden. Ehrenvolle Erwähnungen: Sebastian U-U-Uvira, der erst gegen Ende der Serie emotional ein wenig müde wirkte; Gustaf Wesslau, der den Haien immerhin zwei Auswärtsspiele geschenkt hat.
  • Philippe Dupuis hat wohl das concussion protocol durchlaufen. Rob Wilson: „Dups ist so ein Krieger für uns, so ein kompletter Spieler. Es war ein beängstigender Moment für uns alle. Uns allen hat es den Atem verschlagen. Sie mussten ihn testen, in der zweiten Drittelpause haben sie uns dann gesagt, dass er wohl okay ist, aber dass wir ihn vorsichtshalber draußen lassen sollen.“ Der Trainer war vorsichtig optimistisch. Ob der Vorgeschichte Dupuis‘ aber wird man erst am Montag sehen können, ob der Mittelstürmer tatsächlich schon am Donnerstag wieder wird mitspielen können.
  • Ganz kurz noch: Dass ein Co-Trainer für einen Flaschenwurf mit einem Spiel Sperre davonkommt, ist ein Witz. Und Bill Stewart wird sich gedacht haben: hold my beer.
  • Zum Halbfinalgegner gibt es bislang nur das übliche Eishockey-Blabla: schnelle Mannschaft, die die Ice Tigers von Beginn unter Druck setzen wird, lange, harte Serie. Es sind die amüsanten Bluesuitmen, deren erste Einschätzung weitaus spannender war. Das Instagram-Foto vor den leeren Holzspinden in der Kölner Gästekabine kommentierten die Männer in den billigen Anzügen folgendermaßen: „You boys sitting in your trophy cabinet for this shot?“ Berliner Meistertitel: sieben. Nürnberger Meistertitel: null. Das nur zur Erinnerung. Auf diese Trolle darf man sich freuen.

Das Spiel

„Fünfmal haben wir es geschafft, mit Nürnberg auf Augenhöhe zu spielen.“ So hat Peter Draisaitl bei der Pressekonferenz seine Analyse des Spiels und letztlich der gesamten Serie begonnen. „Heute“, so fuhr dieser sehr sympathische Trainer fort, „ist uns das nicht ganz so gelungen. Heute hat man gesehen, warum sie in der Hauptrunde 20 Punkte mehr geholt haben.“ So kann man das sehen. Rob Wilsons Einschätzung ist noch ein wenig einleuchtender: „Unser Plan war es vor der Serie, die Kölner Verteidigung müde zu laufen, deshalb haben wir vier Sturmreihen aufgeboten, die scoren können. Das haben wir ziemlich gut gemacht. Und heute hat sich das ausgezahlt.“ Die Ice Tigers haben diese Kölner Mannschaft zermürbt, vielleicht hat es deshalb heute gar so einfach ausgesehen. Trotzdem ist es erstaunlich, dass diese Haie (sicherlich angeschlagen, eben auch prominent besetzt und denkbar routiniert) dieser Endspielsituation so überhaupt nicht gewachsen waren. Der Aufbau funktionierte überhaupt nicht und wenn doch, dann stellte diese blaue Linie ein unüberwindbares Hindernis dar. Selten zuvor dürfte eine Mannschaft so oft ins Abseits gelaufen sein. Das 1:0 war das Ergebnis einer Entwicklung: Fox schmettert Ehrhoff an die Bande, Ehrhoff jammert. Reinprecht nimmt Thomas den Puck ab. Reimer nimmt Schütz den Puck ab. Mitchell stoppt einen Kölner Angriff noch im Kölner Drittel, passt zu Patrick Köppchen – Verkehr vor Wesslau, Tor. Genau so ging es weiter: Ein Schiedsrichter sabotiert Kölner Offensivbemühungen hinter dem Nürnberger Tor. Weber tut Krämmer weh, Krämmer rächt sich mit einem offensichtlichen Crosscheck. Das Nürnberger Power-Play ist schwach, aber als Krämmer von der Strafbank kommt, vergibt er die Konterchance kläglich. Vor allem mental waren die Haie nicht auf Augenhöhe. Selbst Blair Jones gelang es nicht, die Ice Tigers zu provozieren. Jones‘ Versuche, Emotionen ins Spiel zu bringen wirkten verzweifelt und waren zunehmend Ergebnisse seines eigenen Frusts. Nächstes Beispiel: TJ Mulocks Haken gegen Taylor Aronson (23.), wieder war das Nürnberger Power-Play danach nicht überzeugend, vor Yasin Ehliz‘ 2:0 aber war das Glück, das half und das sich die Ice Tigers erarbeitet hatten. Und als Fox von Mitchell dann doch noch in Überzahl von Mitchell freigespielt wurde, schien Corey Potter nicht einmal mehr eingreifen zu wollen. Das Schlussdrittel war langweilig, erfreulich langweilig aus Nürnberger Sicht.

Der Moment

Der Kollege Fetzer hat vollkommen Recht. Trotzdem: Wie kann man denn dieses Foul übersehen? Es gibt eine Erklärung, warum Fredrik Eriksson für seinen Ellbogencheck gegen Dupuis auch von den Ice Tigers nicht bestraft wurde. Sowohl die Schiedsrichter als auch die Nürnberger Spielern konnten nicht glauben, was sie da gesehen hatten. Ein solches Foul? Von Eriksson? Niemals. Undenkbar. Deshalb war die ganze Situation so seltsam. Brett Festerling meinte schon, Dupuis gleich rächen zu müssen. Mehr als ein Beinstellen gegen Eriksson sprang nicht heraus. Nur Blair Jones pöbelte noch ein wenig, testete die Belastbarkeit seines Schlägers. Mehr passierte nicht. Das Karma aber prägte sich die Nummer des ehemaligen Ice Tigers-Verteidigers ein. Er war es, der den Puck zum 1:4 über die Linie drückte. Aber noch einmal: Eine Liga, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Attacken gegen den Kopf konsequent zu bestrafen, darf Eriksson damit nicht davonkommen lassen, wenn schon ein Schiedsrichter trotz bester Sicht, nicht dazu in der Lage ist, Eriksson dafür angemessen zu bestrafen.

Three Stars

John Mitchell, ein Tor und zwei drei Assists waren nur das Ergebnis von harter Arbeit. Nur wenn Mitchell Eishockey arbeitet und nicht spielt, ist er in den Playoffs wertvoll für die Ice Tigers.

Was für Pässe! Tom Gilberts Aufbauspiel war erneut herausragend. Läuferisch und defensiv ist er zudem sehr solide. Sein Assist auf Ehliz war zwar eher zufällig und dennoch hochverdient.

Niklas Treutle: Sein ausgefahrener Schoner gegen den angedeuteten Forsberg von Ryan Jones signalisierte den Haien schon in der ersten Minute, dass sie sich heute schon etwas Besonderes einfallen lassen müssen, wenn sie ihn überwinden wollen. Sehr souveräne Leistung für einen Torhüter, von dem es vor der Serie hieß, dass er kein Playoff-Torhüter sei.

15 Kommentare in “Spiel sechs: Berlin, Berlin, sie fahren nach Berlin

  1. Es reicht nur mal auf die Three Stars einzugehen:

    John Mitchell: Am Anfang zwar Erfolgreich, aber sehr Puckverliebt. Jetzt fleißiger Arbeiter

    Tom Gilbert: Zu Saisonbeginn schon als Fehleinkauf abgeschrieben worden, jetzt spielt er DIE Pässe!

    Niklas Treutle: Als Backup verpflichtet und von einigen belächelt. Nun sorgt er dafür, dass Jenike, als Torhüter des Jahres nominiert!, auf der Bank sitzen muss. (hatte das Sebastian Böhm nicht zu Saisonbeginn vorhergesagt?)

    So geht Playoff, Baby!

  2. Ich muss mich entschuldigen, nach dem ersten Spiel dachte ich an einen Sweep für Köln, nach dem 2:0 im zweiten Spiel erst recht. Aber dann hat sich das Momentum gedreht! Nach der unglücklichen Niederlage in Spiel drei war ich vom 4.2 überzeugt!

    Herausragend Playoff Monster Leo P.

    Eines verstehe ich dennoch nicht, warum hat Patrick ( der Kapitän) diese Play Off Blockade nur 1 Assist in 6 Spielen ist auch für seine eigenen Ansprüchen sicher zu wenig

    Dane Fox, ich hoffe Martin hat die Vertragsverlängerung längst im Sack

    Hoffe Dups kann gegen die Eisbären spielen

    Ist Pohl verletzt oder aussortiert, danke für Infos

  3. Hallo,

    ein fast zu leichter Sieg gegen seltsam planlose Haie. Wenn der, dreckige, Check von Eriksson nicht Dupuis verletzt hätte… ein perfekter Abend für die Tigers. Drücke die Daumen, dass Dupuis keine weitere Gehirnerschütterung hat.

    Starker Golie, sehr stabile Abwehr und im Sturm mit Glück und Geschick 5 Tore, eines im PP, gemacht. Mitchel stark, die Umstellung auf vier Reihen war ein cleverer Move von Wilson. Zusammen mit Fox einer der Aktivposten. Festerling war für mich der stabilste Defender der Serie, auch heute saustark. Auch Weber sehr aktiv, Mebus wird mir langsam unheimlich.

    Berlin ist formstärker als Köln, hatte mit WOB aber imo auch den einfachsten Gegner im VF. Gegen die Eisbären haben wir schon immer gut ausgesehen und konnten auch in Berlin das ein oder andere Spiel gewinnen. Und Berlin ist mir auf jeden Fall lieber als Mannheim oder die Dosen im HF.

    Btw.: Was ist eigentlich mit Jurcina im HF? gibt’s da Neuigkeiten Sebastian?

    Freu mich auf das Spiel am Donnerstag und auf eine kochende Playoff-Arena am Samstag!

    Herzlicher Gruß
    Stefan

  4. Danke für den schönen Bericht zunächst. Hab nach dem check gegen 91 gedacht, jetzt kippt das Ding noch. Wenn man als Schiedsrichter diesen in negativer Hinsicht Monster-Check übersieht und bald danach noch ein ganz klares Haken gegen den Stock von festerling direkt vor dem Kölner Anschluss. Auweia die Herrn in schwarz-weiß. Schwach!
    Es ist gutgegegangen. Die Tigers haben überzeugend geantwortet, gottseidank!!!!!!!
    (Meine Theorie zum Abtauchen Dupuis‘ vor dem ist, dass er die eingesprungene Attacke vom Kölner Spieler schon kommen sieht.) So oder so klare 5 min!!!

    Und, puh bin ich froh, dass man jetzt noch 2 Tage mehr Pause hat, wär schon noch ne Schlacht in Spiel 7 geworden! Und dann weiterhin einfach alle zwei Tage ein Spiel.
    So haben wir halbwegs eine Chance gegen Berlin! Let’s go!

  5. Glänzendes Spiel, würdiger Blogeintrag, wie immer. HALBFINALE!

    Aber der geschichtsvergessene erste Satz des Warm-ups darf natürlich so nicht stehen bleiben, bei aller Wertschätzung. Die iceTigers stehen nicht zum dritten Mal im Halbfinale, sondern zum fünften Mal.

  6. Selten so entspannt ein PO-Spiel verfolgt. Souveräner Einzug ins Halbfinale!
    Die Wende kam in Spiel 4. Und da muss ich bei Rob Wilson Abbitte leisten. Treutle nach schwächeren drei Spielen drin gelassen und den sehr stabilen Torp zu Gunsten Bjorkstrands raus? Das konnte ich zunächst nicht nachvollziehen. Aber das war die entscheidende Weichenstellung in Richtung Halbfinale. Treutle ab diesem 4. Spiel in Topform und offensiv plötzlich eine ganz andere Mannschaft auf dem Eis.
    Sensationell in dieser Serie: Mebus, Gilbert, Fox, natürlich auch wieder Pföderl.
    Schiedsrichter: Insgesamt für DEL-Verhältnisse ok-wenig tröstlich!
    Gestern allerdings klare Fouls auf beiden Seiten nicht gepfiffen, mit der üblen Aktion Erikssons als unrühmlicher Höhepunkt.
    Ausblick aufs Halbfinale: Ich erwarte einen offensiv stärkeren Gegner, als es die Haie waren. Berlin aber auch mit für mich überraschenden Schwierigkeiten gegen doch sehr dezimierte Wolfsburger. Wird spannend!

  7. ein sehr starkes Auswärtsspiel der Ice Tigers mit einem extrem abgeklärten Schlussdrittel.
    Seit Spiel 4 hat man sich in die Köpfe der Haie gearbeitet und Spiel 5 war wohl der Knackpunkt.

    Ehrhoff hätte ich noch 1-2 Jahre in der DEL zugetraut aber er will sich wohl auf dem Höhepunkt mit der Silbermedaille verabschieden. Ein großer Spieler verlässt die DEL-Bühne.

    Bei den 3 Stars geh ich micht. Treutle hat sich seit Spiel 4 gesteigert und gestern eine tadellose Leistung gebracht. Trotzdem glaub ich, dass Jenike angeschlagen ist und es bei Wilson im Normalfall keine feste Nummer 1 gibt.
    Gilbert wird immer stärker genauso wie Mebus, das dürfte für die Eisbären zusätzlich ein Problem werden.

    Hätte der Sportfreund Horlamus Zeit sollte er all den Wilson raus Schreibern auf Facebook und Co. sollte er ein Best-of der Kommentare nach Spiel 1 und 3 machen. Zum dritten Mal in Folge im Halbfinale kommt nicht von ungefähr und spätestens bei Spiel 5 war Köln ohne großen Plan, die vielen Icings gerade in Drittel 1 zeugen davon.

    Kurzer Ausblick aufs Halbfinale:
    Berlin wird bequemer zu spielen sein als Köln und auch die Eisbären haben ihre Spieler mit kurzer Zündschnur: Richmond und Buchwieser. Offensiv gilt es Sheppard und Aubry die Lust am Spielen zu nehmen. Defensiv haben sie eine Mischung aus Erfahrung und jungen Defendern, die gegen dezimierte Wolfsburger nicht immer gut aussahen, da dürfte Nürnberg in einer Druckphase Berlin ins Schwimmen bringen. Auf der Goalieposition seh ich ebenfalls die Ice Tigers im Plus. Ich geh von einer Serie über 5-6 Spiele aus mit dem besseren Ende für die Ice Tigers.

    • In der offiziellen Statistik ist das so noch immer nicht angegeben. Aber ganz offensichtlich ist das ein Fehler, weil Festerling daran überhaupt nicht beteiligt war. Vielen Dank für den Hinweis.

  8. Hatte gestern in der letzten Drittelpause noch ein Gespräch mit zwei Kölner Fans. Die waren schon etwas erschüttert. „Keine Chance“ war ein Statement. Und von Treutle waren sie begeistert: „Unglaublich wie der hält“. War eine eine absolut klasse Leistung gestern.

    Das ich Gilbert gut bis sehr gut finde, habe ich nach der Formsteigerung schon seit Anfang November gesagt. Dafür wurde ich schon oft von eigenen Fans „angegangen“. Das das Bashing die ganze Zeit weiter lief, ist schon schwer zu verstehen. Den Wert sieht man jetzt sehr deutlich.

    Für die beiden Kölner und mich war ein wichtiger Knackpunkt das letzte Drittel in Spiel 4. Sehr starke Ice Tigers „erzwingen“ die Führung und lassen dann nichts mehr zu. Das hat schon sehr frustriert…

    Freuen wir uns auf einen Gegner, gegen den es ebenfalls erst eine Playoff Seite gegeben hat. Es wird sicher ein spannendes Halbfinale. Wenn Dupuis gesund ist, dann sind wir in Vorteil.

    Halbfinale, Halbfinale, Hey hey. 🙂

  9. Was mich fast am meisten gefreut hat, war, dass der Gegner sein „Do or die“-Spiel auf eine Weise verloren hat, die in vielen Jahren sehr typisch für das letzte Saisonspiel der IceTigers gewesen ist – bemüht, aber ohne das ganz große Aufbäumen, ab einem (zu) frühen Punkt sehr schicksalsergeben wirkend. Wie oft hatten wir das so! Jetzt sehen wir es mal von der anderen Seite – und konstatieren, dass wir durch eine wahnsinnig kontrollierte Spielweise einfach keine zwingende offensive Entfaltung des Gegners mehr zugelassen haben. Das war früher umgekehrt sicher auch sehr oft der Fall und sollte mal zu der Einsicht führen, dass es nicht immer eigenes Unvermögen, charakterliche Schwäche oder der Playoff-Fluch ist, sondern manchmal eben einfach ein zu starker Gegner.

    • Das ist ein kluger Gedanke, der für einen Lerneffekt bei Wilson und der Mannschaft spricht, der nicht erst nach der ersten Heimniederlage gegen Köln eingesetzt hat.

  10. Ich glaube der Heimsieg am Freitag und die schnelle 2-0 Führung waren ausschlaggebend für diesen Sieg und den Einzug ins Halbfinale. Auch nach dem Anschlusstreffer brannten die Kölner kein Feuerwerk ab und nach dem 3-1 merkte man das es da kein großes Aufbäumen mehr geben wird. Insgesamt war es ein glückliches aber auch verdientes weiterkommen gegen einen Gegner der in allen Begegnungen auf Augenhöhe spielte. Ein großes Lob der gesamten Mannschaft die eigentlich schon abgeschrieben war und doch noch in die Spur fand, dafür von mir der auch schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte ein (mea culpa). Gegen Berlin erwarte ich auch Duelle in denen sich beide Teams nicht schenken werden. Wer sich am Ende durchsetzt vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren. Hoffe natürlich dass am Ende wir die lachenden sind.

  11. Sehr schön, ein überraschend entspannter Halbfinaleinzug dank des souveränen Auftritts und der kontinuierlichen Leistungssteigerung. Mit dem, was ab Spiel 4 gezeigt wurde, kann ich mich absolut identifizieren. Ich habe zwar immer noch keine Erklärung, warum man erst verspätet in den Playoff-Modus gefunden hat, aber es ist ja gutgegangen.

    Berlin wird ein ganz anderes Kaliber als Köln werden. Da kommt gerade offensiv viel mehr Qualität auf uns zu. Die Eisbären haben in der Hauptrunde mit 169 Toren 17 Treffer mehr erzielt als die Icetigers (152, 4.) und die zweitbeste Offensive der Liga gestellt. Defensiv haben sie mit 131 Gegentoren (4.) fünf Buden mehr kassiert als Nürnberg (1.).
    Deswegen wird es wichtig sein, v.a. defensiv nochmal zuzulegen. Die Effizienz in der Offensive war tendenziell ja schon wieder vorhanden. Das größte Manko in der Serie gegen Köln war m.E., dass man den relativ offensivschwachen Haien in den ersten Spielen viel zu einfach Torchancen gestattet hat und zudem noch ungewohnte individuelle Aussetzer dabei waren. Gestern dagegen hat man das eigene Drittel hervorragend bespielt und schon die neutrale Zone so eng gemacht, dass dem Gegner nichts mehr eingefallen ist außer dump and chase.
    Ach ja: Treutle ist schon jetzt wieder klar der beste Torwart im Wettbewerb (FQ 93,0 %, GTS 2,08). Und das trotz der unglücklich verlaufenen ersten drei Spiele.

    Erfreulich: Es warten zwei sehr spannende Halbfinalserien mit vier Teams, die alle Meisterpotential haben. Die Favoriten (bester Kader gegen formstärkstes Team) spielen in der anderen Serie, aber das kann ja durchaus angenehm sein…

  12. Ich hoffe, dass Mitchels und Gilberts PO-Leistungen in den letzten Spielen auch den allerletzten Zweifler von ihren Fähigkeiten überzeugt haben.
    Ansonsten gibt’s nach den Matches am Freitag und Sonntag nichts auszusetzen. Und Mitchells Traumpass auf dem Schläger von Fox war einfach Sahne.
    Nun werden die Karten neu gemischt. Unsere sind keineswegs die Schlechteren.
    Dupuis die allerbesten Genesungswünsche !!!

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