Spiel 32: Bengalische Tiger

Stellen wir uns Dietmar Hopp im Gästefanblock vor, den Mann also, der Schmähgesänge auf seine Kosten mit Hochfrequenztönen verhindern wollte. Den Menschenfreund Dietrich Mateschitz. Oder Philip Anschutz. Geht nicht? Geht mir auch so. Thomas Sabo aber hat im Oberrang der Nordkurve so ausgesehen, als wäre da schon immer sein Platz gewesen, als hätte er niemals zuvor ein Eishockeyspiel aus einer Loge verfolgt. Ein Drittel lang hatte er sich ursprünglich von dort das Spiel seiner Ice Tigers gegen die Fischtown Pinguins anschauen wollen. Er ist dann das gesamte Spiel über geblieben. Ein gesamtes 7:4 über, das sportlich und gesellschaftlich außergewöhnlich lehrreich war – bedauerlich für Sie, dass sie auf diesem Blog gelandet sind.

Warm-up

  • Vier Auswärtsspiele in Folge – in der NHL wäre das kaum der Rede wert. In der DEL ist das ein veritabler Road Trip mit kurzen Abstechern nach Hause. Wer da mit neun von neun möglichen Punkten wieder zurückkehrt (niemand wird ernsthaft behaupten, dass es für die Ice Tigers möglich ist, in Wolfsburg zu gewinnen), der offenkundig vieles richtig gemacht.
  • „Wir haben uns vorgenommen, dass wir auswärts keine besonderen Spielzüge machen müssen. Teilweise hat das vielleicht auch nicht besonders schön ausgesehen.“. Richtig, Yasin Ehliz. Aber wen kümmert das schon, wenn es am Ende zu einem Platz unter den besten drei Teams der Punkterunde reicht?
  • Siebenmal waren die Ice Tigers in dieser Saison mit 0:1, fünfmal mit 0:2 und einmal mit 0:3 zurücklegen und haben trotzdem noch gewonnen. Das ist kein Zufall, aber auch nicht ausschließlich positiv zu bewerten. Diese leichte Arroganz um das Wissen, jedes Spiel gewinnen zu können, hat diese Mannschaft auch schon Punkte gekostet.

  • Dieser Tweet stammt vom Beginn der Saison. In dieser Konstellation aber wird er immer aktuell bleiben. Im ersten Drittel hat es erneut nicht so ausgesehen, als nähmen die Fischtown Pinguins bereits am Spielbetrieb der DEL teil. Aber selbst nach dem „Die Fischtown Pinguins haben den Torhüter gewechselt“-4:1 war jedem klar, dass dieses Spiel noch nicht gewonnen war. Diese Mannschaft macht viel Spaß und ist ein Bereicherung für die Liga – die wettbewerbsverzerrende Ungleichheit bei den Einbürgerungsämtern ist zwar ein weiteres Problem, dem sich die DEL niemals widmen wird. Bremerhaven aber garantiert Unterhaltung. Vor allem, weil aus der harten Arbeit immer wieder Spektakel entsteht. Ross Mauermann scheint jedenfalls keine langweiligen Tore schießen zu können.
  • Brett Festerling trainiert bereits wieder (Wilson: „Wären das Playoffs…“). David Steckel soll in dieser Woche wieder einsteigen und frühestens am 26. Dezember wieder mitspielen können („Er will das jedenfalls ganz sicher.“). Die Rehabilitation des Steven Reinprecht hat derweil einen Rückschlag erlitten. Wilson drückte sich sehr vage aus. Ähnelt das nicht der Teubert-Situation, Coach? „Ich hoffe nicht.“
  • „To get another Ausländer would be great.“ Wilson will mit Thomas Sabo sprechen. „Er versucht immer dafür zu sorgen, dass wir mit einem tiefen Kader in die Playoffs gehen.“ Wilson hat schon eine Idee, über seine Idee sprechen, wollte er jedoch nicht.
  • Weil der Name während der Telekomsport-Übertragung genannt wurde, fragte Kollege Joachim Meyer nach Brandon Buck, der es wohl endgültig geschafft hat, nicht mehr für den ERC Ingolstadt spielen zu müssen: „Ich denke jeder ist an Brandon Buck interessiert. Aus der DEL sicher sechs bis acht Teams. Soweit ich das weiß, sind es mindestens drei Teams aus der Schweiz. Ich kümmere mich eher um die Dinge hier.“ Dass Ingolstadt seinen besten Spieler an einen DEL-Konkurrenten abgibt, noch dazu an die Ice Tigers, das kann ich mir nicht vorstellen. Mir fehlt es auch an der Phantasie, mir vorzustellen, dass Wilson das perfekte Klima in seiner Kabine durch einen Spieler wie Buck durcheinanderbringen will. Aber wer bin ich schon.

Das Spiel

Rob Wilson hat sich über das vierte Tor geärgert. Natürlich. Typisch Trainer. Ansonsten hat er das Spiel wahrscheinlich genauso vorhergesehen. Seine Mannschaft hat er auch ohne Steven Reinprecht, David Steckel und Brett Festerling von der Leine gelassen. Nach den sehr langweiligen ergebnisorientierten erfolgreichen Auftritten in Augsburg, (Wolfsburg,) Köln und Straubing war das Tempo und die Spielfreude (besonders von Ehliz, Petr Pohl und Dane Fox) im ersten Drittel erleichternd. Wichtiger aber war, wie die Mannschaft auf das vorhersehbare Comeback der Pinguins reagiert hat. Im zweiten Drittel hatten die Ice Tigers die Kontrolle über das Spiel verloren, wie so oft nach einer inspirierenden Unterzahl-Einlage aber wieder zurückgewonnen. Der Einfluss von gekillten Strafzeiten auf das Ergebnis sollte mal untersucht werden (genau, du bist gemeint, Frank Strube). Patrick Reimer versprach sich danach, als er meinte, dass der Sieg trotzdem nie wirklich in Gefahr war. Aber genau dieses Gefühl hatte man trotz des knappen 4:3 und der langen Fünf-Minuten-Strafe. Offenbar auch Rob Wilson. Der hat sich nur über das vierte Gegentor geärgert. Zwölf Tore haben die Pinguins in drei Spielen gegen die Ice Tigers geschossen, zwölf von 70 Gegentoren insgesamt – auch das ist kein Zufall.

Der Moment (präsentiert vom Hamburg Freezers-Fanclub Norderstedt)

Okay, wagen wir uns auf dünnes Eis: Ich bin keinesfalls der Meinung, dass Eishockey ein generelles Gewaltproblem hat, punktuell mag es Ausfälle geben (Fans der Krefeld Pinguine, Thomas Larkin). Das Thema aber wurde in den letzten Wochen etwas zu hysterisch behandelt, da kann ich den Kollegen vom Halbangst-Blog nur Recht geben. Trotzdem war es eine schöne Aktion der Pinguins-Fans in Bremerhaven, schon allein, weil sich damit das Bild des offenen, friedlichen Eishockey-Fans verfestigt hat. Und auch die Folklore um dieses 7:4 war nett, so lange, bis sich der sehnliche Wunsch nach Fairness selbst persifliert hat. Christopher Rumble trägt die Nummer zehn, das macht ihn natürlich von vorneherein suspekt, ihn aber mit Alexander Weiß zu vergleichen, weil er nach einem harten Check in die Bande ein wenig länger liegengeblieben ist, ist albern. Mir zittern die Knie, wenn mich ein unbeholfener Kollege beim Hobbyeishockey in die Bande bremst, ich will mir nicht vorstellen, wie es mir geht, wenn mich Yasin Ehliz aus vollem Lauf erwischt. „Nein. Das ist anders“, sagte Wilson auf meine Frage nach der Vergleichbarkeit mit den Weiß-Szenen. „Rumble hat es mächtig durchgeschüttelt. So ein Typ ist er außerdem nicht.“ Für die Nürnberger Fans war er trotzdem der Antichrist, weil er es gewagt hatte, nach einer kurzen Pause weiterzuspielen (ja, es ist möglich, in einem Moment angeschlagen zu wirken und im übernächsten topfit). Wilson war zufrieden mit den Pfiffen: „Wir spielen zu Hause, ich bin froh, dass sie aufgebracht waren. Sie sollen auf unserer Seite stehen – und das sind sie immer. Wir wollen, dass sie laut sind.“ Und natürlich gehört die Provokation dazu. Man sollte nur nicht so tun, als würde man Gewalt jederzeit ablehnen und die Fairness über alles stellen. Hätte irgendein Nürnberger Rumble verdroschen (nicht dass irgendein Ice Tiger darin einen Sinn gesehen hätte), die Arena wäre begeistert gewesen.

Ladies and Gentlemen, hier spricht Ihr Kapitän

Herr Reimer, ich habe mal nachgesehen: Im Januar kommen André Rieu und The Kelly Family in die Arena. Wäre das auch etwas für Sie?
Patrick Reimer: Ich befürchte, André Rieu ist bestuhlt. Ich glaube, da geht keiner vorne mit rein. Und Kelly Family? Ich weiß nicht, ich glaube, das ist mir zu laut. Wobei die Mädels alle älter geworden sind – hoffe ich doch.

War ein guter Abend am Dienstag mit Marteria?
Reimer: Definitiv. Wir hatten Spaß und das braucht man einfach auch mal.

Sie haben 30 Sekunden aus dem Moshpit auf Instagram geteilt. Wie lange haben Sie darüber nachgedacht? So etwas kann heute schnell gegen einen verwendet werden.
Reimer: Man muss einfach sehen, dass wir trotzdem noch Menschen sind und auch ein Leben abseits vom Eis haben. Und wenn es ein paar Leute gibt, die damit nicht einverstanden sind, dann ist es halt so. Dann muss ich auch drüber stehen. Ich werde den Spaß in meinem Privatleben nicht aufgeben.

Am Freitag hat es so ausgesehen, dass prompt auch der Spaß auf dem Eis zurückgekehrt ist. Ist da, wie heißt die Phrase gleich?
Reimer: Der Knoten geplatzt? Oder der Affe vom Rücken, wie es die Amerikaner sagen. Ich hoffe es mal, ich habe das davor allerdings auch schon mal gedacht. Aber jetzt zwei Spiele in Folge zu treffen, war natürlich schön. Rob sagt ja auch nach jedem Tor, das man schießt: Shooters shoot! Er hat gemeint, ich schieße jetzt auch wieder öfter. Aber das ist wahrscheinlich auch normal, dass man mit gestiegenem Selbstverstrauen Schüsse nimmt, vor denen man vorher überlegt hätte, ob es nicht doch besser wäre, quer zu legen. Und, ja, es ist schön, jetzt auch wieder mit Toren beitragen zu können.

Noch ein bisschen Küchenpsychololgie: Ihr hattet zuletzt vier Auswärtsspiele in Folge, in denen ihr auch aufgrund der Personalsituation sehr diszipliniert und sehr konservativ gespielt habt. Ist es normal, dass das erste Heimspiel danach etwas wilder wird?
Reimer: Weiß ich nicht. War sicherlich nicht das Spiel, dass wir uns vorgestellt haben. Man muss sich aber auch wirklich eingestehen, dass diese Bremerhavener Mannschaft unglaublich hart arbeitet. Wenn man da mal kurz nachlässig ist, machen sie die Tore mit purer Willenskraft, arbeiten die Scheiben irgendwie rein. Das haben sie heute auch wieder geschafft. Klar, müssen wir da vielleicht besser stehen. Aber wir finden Wege, Spiele zu gewinnen. Wir wollen uns nicht darauf verlassen, aber ich glaube, wir müssen nicht immer nach den Fehlern suchen, sondern auch mal das Positive sehen. Und das waren heute auch wieder die drei Punkte.

Three Stars

Tor, Tor, Spieldauer – Yasin Ehliz hat seiner Mannschaft mit dem Ehliz-Hattrick einen Gefallen getan. Seine Treffer waren wichtig – vor allem für den weiteren Saisonverlauf. Aber auch sein Check samt durchaus vertretbarer Fünf-Minuten-Strafe kam zum richtigen Zeitpunkt. In Unterzahl entwickelten die Ice Tigers wieder die richtige Einstellung. 21 Spiele in Folge hatte er kein Tor mehr erzielt („Ich habe schon gemerkt, dass sich schon länger nicht mehr getroffen hatte“). Hot take: Das wird in seiner Karriere nicht mehr vorkommen. Am 31. Spieltag hat man erstmals seit langer Zeit wieder den wahren Ehliz gesehen. Weil seine Kollegen übernommen haben, hat man das kaum gemerkt.

Ob es nun Marteria oder die Aussicht auf André Rieu war – Patrick Reimer hat sich am Freitag wieder zurückgemeldet. In Straubing gelang ihm sein einziges Zwei-Punkt-Spiel der Saison, in Nürnberg trat er wieder sehr souverän auf. Bei John Mitchell bin ich noch immer skeptisch, aber vielleicht kann Reimer von den Impulsen eines neuen Mittelstürmers profitieren. Bisher sieht das jedenfalls so aus. Rundum ganz so überragend, wie ihn manche gesehen haben, war er denn aber doch nicht.

Reimer ist einer der besten Stürmer in der Geschichte dieser Liga, mittlerweile ein großartiger Penalty-Killer, ein verlässlicher Backchecker, er ist kein Verteidiger – alles andere wäre allerdings auch sehr außergewöhnlich. In Straubing war er bei allen fünf Treffern auf dem Eis. In Nürnberg wusste er nicht, was er vor dem 2:1 mit Kris Newbury anstellen sollte. Aber natürlich ist das albern nach einem Wochenende, an dessen Ende man den Wert des Kapitäns auch wieder in Zahlen angeben konnte.

Ebenso viele Punkte hat Patrick Köppchen an diesem Wochenende gesammelt und seine Saison-Ausbeute damit verzweieinhalbfacht. Dass sich der einstige Eisenmann offensiv mehr zutraut, darf man als gutes Zeichen werten. Anders als in Ingolstadt muss er das nicht, aber er kann. Dass er sogar öfter wieder schießen sollte, hat man im zweiten Drittel gesehen.

Honorable Mention: Torhüter sind mit einem Vier-Gegentore-Sieg allenfalles zufrieden, wenn sie gerade einen dicke Meisterzigarre paffen. Und natürlich wird Niklas Treutle auch mit diesem 7:4 nicht zufrieden gewesen sein. Trotzdem hat er mehrmals verhindert, dass hier über ein 7:8 diskutiert wird. Gerade im zweiten Drittel hat er dreimal sensationell reagiert – dass er bei dem von Thomas Hahn großartig eingefangenen Save Spannung und Kontrolle behalten hat, sollte Marco Sturm noch einmal darüber nachdenken lassen, wen er mit nach Südkorea nimmt.

8 Kommentare in “Spiel 32: Bengalische Tiger

  1. Eine sehr nette Geste für den gesamten Eishockey Sport von Herrn Sabo, das Spiel der Ice Tigers zusammen mit den Fans der Fischtown Pinguine anzusehen. Könnte Schule machen und die verbalen Beleidigungen gegenüber den Sponsoren in der DEL (vielleicht) verstummen lassen.
    Zu Personalie Brandon Buck nur so viel, ich kann nicht beurteilen was da hinter den Kulissen läuft, hoffe allein schon um der Friedens willen auf ihn verzichten zu können. Aber wie sie schon schreiben wer bin ich schon. Allein das Geld wird entscheiden wo er spielt.
    Zu den 4 Auswärtsspielen in kürze folgendes:
    Augsburg das Glück gepachtet. Wolfsburg nicht viel zu holen, besonders ärgerlich aber das Tor durch Voakes, er ließ Aronson stehen wie einen Kleinstschüler. In Köln nicht unverdient die Punkte geholt. Und auch in Straubing mit viel Glück und dank der Slapstick – Einlage von Zalewski zu 3 Punkten gekommen. Wie gesagt 9 von 12 Punkten geholt, nächste Woche spricht kein Mensch darüber.
    Die Bremerhavener wie immer ein sehr unangenehmer Gegner der jedes Team in der DEL und für mich eine wirkliche Bereicherung für die Liga. Die wettbewerbsverzerrende Ungleichheit bei den Einbürgerungsämtern sehe ich absolut nicht (im Mai ist wieder alles vergessen, wenn sich andere Vereine an den Eingedeutschten Spielern bedienen). Und keiner der Spieler wird jemals in die Grundsicherung des deutschen Staates fallen. Dazu könnte (Einbürgerung) man viel schreiben, aber das ist ein Politikum und gehört nicht hierher. Zum Spiel selber eine sicher Führung vergeben den Gegner aufgebaut und gefährlich nahe kommen lassen um am Ende doch wieder das entscheidend Tor zu erzielen. Aber das macht Eishockey so Interessant für den Zuschauer. Ich hoffe Inständig das alle verletzten Spieler bis zum Beginn der Playoffs gesund aufs Eis zurückkehren und keine weiteren ernsthaft verletzten dazukommen.

  2. Solche Tweets während des Spiels kommen bei mir immer aus einer emotionalen Stimmung heraus. Nicht immer ist das gut so. Doch in diesem Fall war ich einfach total happy über die Leistung von Patrick Reimer. Warum jetzt? Weil er zwei Tore in zwei Spielen nacheinander geschossen hat? Nein. Definitiv nein. Schön für ihn und das Team. Aber für mich kein Grund. Warum dann sonst?
    Weil er sein Timing – oder auch richtige Gefühl – wiedergefunden hat. Der Aufwärtstrend war in den letzten Spielen schon zu beobachten. Der Kopf ist oben und der Puck rutscht nicht mehr am Schläger vorbei. Er hat wieder das Timing beim Forecheck, genau im richtigen Moment den Puck zu erobern. Er hat bei Backcheck das Timing den Gegner im richtigen Moment mit dem Pokecheck zu stören. Er hat wieder das Timing für den Pass. Und die beiden Tore am Wochenende zeigen – auch wieder das Timing beim Torschuss. Diese Timing, dieses Gefühl hat ihn zum besten Stürmer der letzten Jahre gemacht. Gestern war eine Demonstration, dass es wirklich zurück ist… 🙂

    Im Blog, in der Zeitung, auf Twitter wurde auch diskutiert, dass der Captain weniger schießt. Zu Saisonbeginn war das gefühlt so (es gab ja nur offizielle Daten zu den Schüssen auf das Tor). Vielleicht kommen jetzt wieder mehr Schüsse auf das Tor und werden nicht geblockt. Ja ja, das Timing…
    Eine Schussstatistik ab Spieltag 16 mit vier Spielern im Vergleich…
    https://pbs.twimg.com/media/DRWt1qVWAAArM0V.jpg

    Das mit der Unterzahl ist so eine Sache. Dies kann natürlich wie gestern Momentum geben. Für das Team. Für die Fans – die ganze Halle war plötzlich da. Doch gegen ein gutes Überzahl Team wie Bremerhaven kann es auch in die Hose gehen (unser vorletztes PP-Gegentor gab es BHV). Dann kann das Spiel in den 5min völlig kippen.
    Doch unser Unterzahl ist einfach riesig. Mit 86,67% (ja, meine Zahlen weichen leicht von der offiziellen der DEL ab – das war der Ausgangspunkt für eine nettes Gespräch mit unserem Blogger) sind wir das drittbeste Team. In den letzten 10 Spielen haben wir eine Quote von 96,9% (1 Gegentor in 29 Situationen).
    Den Verlauf der Quote in dieser Saison kann man an folgender Grafik erkennen.
    https://pbs.twimg.com/media/DRWtCFLX0AAPHqH.jpg
    Die Tendenz und die gute Leistung ist deutlich zu erkennen.

    Das Unterzahlspiel gegen Augsburg ist auch ein Beleg dafür, warum wir uns gegen dieses Team auch diese Saison so schwer tun. 4 der 7 Gegentore in den 3 Spielen waren in Unterzahl. Dann wird es einfach schwer.
    Interessant wird es am Freitag gegen die DEG. Gegen dieses Team haben wir in zwei Spielen 3 mal (bei 5 Gegentoren) in Unterzahl das Nachsehen gehabt (auch wenn die @ShorthandedNews viel auf das PP der DEG schimpfen). Ich bin sehr gespannt wie der Coach das Team diesmal auf das PP der DEG einstellt.

    Eishockey ist ja so komplex. Wenn man sich so wie ich ein wenig mit Analytics beschäftigt, merkt man, dass dem normalen Fan in der DEL Unmengen an Daten fehlen. Vor allem über den Gegner (ich führe Statistiken nur über die Ice Tigers). Denn der beeinflusst ja auch die eigenen Stärken und Schwächen. Das beginnt mit den Schussquoten bei 5to4, der Art des Überzahlspiels der einzelnen Reihen (z. B. overload oder 1-3-1) oder auch den zone entries im PP. Welche Spieler sind besonders erfolgreich nur gemeinsam usw. Deshalb nur ein paar bescheidene Daten von mir zum Unterzahlspiel aus Ice Tigers Perspektive. Alleine bei der Komplexität dieses Special Teams muss man vor den Coaches richtig Respekt haben. Denn die müssen das Team darauf einstellen…

    Freue mich schon total auf die morgige Partie. Mal sehen ob die Eisbären das 2. Überzahltor gegen uns erzielen, oder ob wir wie im ersten Spiel keine Minute auf dem Sünderbänkchen verbringen…

  3. Man sollte seine eigenen Statistiken schon lesen können 🤓
    Natürlich 2 Unterzahl in Berlin. Deswegen die 100%. Aber keine Überzahl…

  4. Sehr unterhaltsames Spiel, was natürlich auch an den phasenweise nicht gerade optimalen Defensivkünsten beider Teams lag. Die Bremerhavener Goalies hatten auch nicht ihren besten Tag erwischt.
    Die Form von Reimer und natürlich auch von Ehliz ist für mich ein wichtiger Faktor, wenn es im März um den Titel geht. Wir brauchen deren Tore, Checks, Schnelligkeit usw.
    Beim Captain geht’s definitiv aufwärts, wie schon richtig geschrieben wurde. Bei Ehliz hatte ich zuletzt schon den Eindruck, dass es langsam wieder wird, dass er nur mal ein Erfolgserlebnis braucht. Hatte er jetzt und ich bin optimistisch, dass er in absehbarer Zeit wieder der „Alte“ sein wird.
    Bin zudem der Meinung, dass Mitchell immer besser zurecht kommt. Sehr präsent auf dem Eis und was er macht hat Hand und Fuß. Scheibenverliebtheit vielleicht etwas reduzieren.

    Zu Thomas Sabo: Klasse Aktion wieder.Der Typ ist der Hammer!

  5. Wissen sie mehr zu Verpflichtung von Buck Herr Böhm? Sollte sich bewahrheiten das man Brandon Buck mit einem mehrjährigen Vertrag ausstattet, werde ich meinen nächsten Kauf einer Dauerkarte gründlich überlegen. Ich halte nicht viel von ihm, wenn schon dann einen Vertrag ohne Ablöse (soll er selber bezahlen) bis Saisonende oder überhaupt nicht

  6. An Mitchell werden wir noch viel Freude haben. Er weiß immer was gerade zu tun ist und ist sich auch nicht zu schade hinten aufzuräumen. Seine vorbildliche Scheibenführung macht es für jeden Gegner unberechenbar zu erahnen, was er im nächsten Moment vorhat. Hauptsache seine Mitspieler wissen es inzwischen. Er ist ein echter Teamplayer. Solche Typen tun uns gut.

  7. Hallo,

    aus diversen Gründen bin ich bis dato ein wenig weiter Weg vom Blog, aber auch wenn es niemand mehr liest muss ich zum Thema „Der Moment“ noch was schreiben.

    Lieber Sebastian, bei allem Respekt, aber den pfeifenden Fans nach Rumbles Aktion hier, unverblümt, Heuchelei vorzuwerfen halte ich für ziemlich daneben.

    Auf und neben dem Eis sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Ich freue mich wenn die Fans aus Bremerhaven von unserem T. Sabo ein Bier bekommen, ich treff mich mit Fans aus Mannheim, hab Freunde in Staubing und diskutiere im Netz mit den Eisbären. Und ich Pfeife Chris Rumble aus. Leidenschaftlich.

    Ob Rumble genau solange liegen geblieben ist, wie es musste oder länger, weis nur Rumble selbst. Dass Dich (und mich…) ein Check von Ehlitz aus den Schuhen haut ist da imo sicher nicht ein valider Maßstab. Und wie Wilson das bewertet hätte, wenn wir in der, nachträglich verhängten, großen Strafe 2 Tore gefangen hätten, bleibt offen…

    Ist eigentlich aber egal;
    Nur weil wir neben dem Eis gemeinsam feiern muss ich auf dem Eis nicht jede Aktion des Gegners gut heißen. Damit ist nix persifliert. Gar nix.

    Herzlicher Gruß
    Stefan

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