Spiel 27: Emotionalistisch unterlegen

Foto: Thomas Hahn/Zink

5021 Zuschauer und acht Volontäre der Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung erlebten diesen, nunja, abwechslungsreichen Abend in der Arena Nürnberger Versicherung. Nur war Nürnbergs journalistische Zukunft nicht zum, nunja, Genießen da, acht Reportagen rund um dieses, nunja, erstaunliche Spiel sollen da alsbald auf einer Panorama-Seite veröffentlicht werden. Ich kann das nur begrüßen, vielleicht wird mir dann dieses auch noch verlängerte 4:5 gegen die Schwenninger Wild Wings so erklärt, dass ich es auch verstehe.

Warm-up

  • Nürnberg dominiert gegen München, gewinnt hochverdient 5:1. Nürnberg spielt ordentlich in Iserlohn, leistet sich drei fatale Fehler, verliert 0:4. Nürnberg ermogelt sich einen Punkt gegen Schwenningen. Sechs Tage, drei Spiele, zwei Niederlagen, eine Mannschaft – eigentlich gibt es dafür nur eine Erklärung: Das ist typisch für die DEL 2017/2018.
  • Die DEL ist eine international zweitklassige Liga, in der nur phasenweise modernes Eishockey gespielt wird. Die aber dennoch selbst während der langen, letztlich völlig egalen Punkterunde unterhaltsam ist, weil es Klubs wie Köln und Mannheim nicht gelingen will, ihren wirtschaftlichen Vorteil dauerhaft aufs Eis zu bringen und weil es Klubs wie Iserlohn und Schwenningen mit ein paar Glücksgriffen auf dem Transfermarkt und überzeugendem Coaching phasenweise immer wieder gelingt, selbst mit ordentlich geführten Klubs wie München und Nürnberg mitzuhalten.
  • Wie schnell sich diese Klubs jenseits des Strichs wiederfinden können, hat man Iserlohn erlebt und erlebt man gerade in Augsburg. Aus der Distanz ist der Absturz der Panther völlig unerklärlich. Der Kollege Jennemann und ich werden deshalb am Sonntag vor Ort nach Erklärungen für dieses Phänomen suchen.
  • Gründe für dieses 4:5: Nürnbergs 95-Prozent-Einstellung, die Penalty-Punkte in Krefeld oder Bremerhaven bringen mag, gegen potenziell unterlegene, aber selbstbewusste und gut eingestellte Teams wie Schwenningen und Iserlohn nicht reicht; Rob Wilsons missglückter Versuch, endlich vier gleichwertige Reihen aufs Eis zu bringen; Niklas Treutles erster nicht ganz so scharfer Auftritt in dieser Saison.
  • Irgendwann sollte sich doch noch einmal ein unbekannter Linguist einen Namen machen, indem er das Wörterbuch Deutsch-Cortina/Cortina-Deutsch veröffentlicht. Ich bin jedenfalls nicht in der Lage, aus den Fragmenten „auch mentalistisch da“, „wie ich habe gesagt, die Jungs haben gut gearbeiten“, „Spiel war am Ende egal“ und „Ich kann nicht so überrascht sein, das ist lange und tough league“ vernünftige Aussagen zu basteln.
  • Anthony Rech sollte Ausdruck Schwenninger Hilflosigkeit sein, eine typische Was-wollen-sie-denn-mit-dem?-Verpflichtung. Glücklicherweise aber wird nicht nicht im Sommer in Foren oder auf Facebook entschieden, wie wertvoll ein Zugang ist. An diesem 1. Dezember war Anthony Rechs Leistungs Ausdruck der Schwenninger Stärke: zwei Tore, zwei Vorlagen, fünf Schüsse. Rech war der beste Spieler an diesem Abend.
  • Vielen Dank, dass die Radio-Legenden Andreas Lindner und Mathias Zeck den Nürnberger Journalisten-Nachwuchs so nett und kollegial haben grüßen lassen. Die Volontäre haben sich darüber sehr gefreut.
  • In Iserlohn endeten die Scoring Streaks von: Philippe Dupuis (6 Spiele/1 Tor, 5 Vorlagen), Dane Fox (3 Spiele/3 Tore) und Steven Reinprecht (3 Spiele/3 Tore).
  • Yasin Ehliz hat seit 18 Spielen kein Tor mehr erzielt.
  • Yasin Ehliz hat seit 18 Spielen kein Tor mehr erzielt.
  • Yasin Ehliz hat seit 18 Spielen kein Tor mehr erzielt.
  • Am Samstag erscheint im der Stadtausgabe der Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung beiliegenden Stadtanzeiger das Halbjahreszeugnis – erstmals ohne Noten! Drei Beispiele aus den Beurteilungen, die, das muss man jetzt anmerken, vor dem Spiel gegen Schwenningen gedruckt wurden:

„Spieler A hat aber offensichtlich keine Lust mehr, Tore zu schießen, 24 Schüsse in 25 Partien sind der statistische Beweis. Vielleicht mag Spieler A aber auch gegnerische Torhüter und schont sie deshalb.“

„Zwölf Tore in achtzehn Spielen, die meisten Schüsse in der DEL – Spieler B geht weiterhin mit … Pardon, in der Statistikzeile verrutscht. Moment, 2017/2018: Zwei Tore in achtzehn Spielen, nur noch drei Schüsse pro Spiel. (Der Redakteur atmet hektisch in eine Plastiktüre, schreibt zitternd:) Was ist los mit Spieler B?“

„Am Puck kann er fast alles. Spieler C scheint aber zu glauben, dass er alles kann. Anders ist nicht zu erklären, warum sich der traditionell prominente Herbstzugang nicht vom Puck trennen will.“

Das Spiel

Die Wild Wings hatten zwei Pfostenschüsse im zweiten Drittel und kamen mitunter gar nicht mehr hinterher, die vielen Schlampigkeiten im Nürnberger Aufbauspiel zu nutzen. Einsatz und Einstellung der Ice Tigers waren im ersten und dritten Abschnitt ordentlich, in den zweiten 20 Minuten aber hätten sie das Spiel eigentlich verlieren müssen. Wilson war danach die Arbeit rund um das Schwenninger Tor nicht nasty, dirty und gritty genug. Wilson machte auch die Verteidiger dafür verantwortlich, dass Nürnberg nicht genug Druck entwickelte. Wilson verwies auf fiktive Puckbesitz-Statistiken und bemängelte, dass die Ice Tigers ihre vielen Chancen nicht „clinical“ genug genutzt haben. Vor sechs, sieben Jahren hätten die Ice Tigers dieses Spiel dennoch gewonnen. Inzwischen aber reichen zwei gute Drittel eben nicht mehr an jedem Abend zu einem Sieg aus, vor allem wenn das Power-Play weiterhin bemüht, aber weitgehend harmlos bleibt. Nach John Mitchells schneller und sehenswerter Antwort auf die frühe Schwenninger Führung, zogen die Ice Tigers ein Power-Play auf, das das Spiel hätte vorentscheiden müssen. Wie in den Überzahlspielen danach war auffällig, dass die Verteidiger (insbesondere der gute Tom Gilbert) mehr Verantwortung übernehmen durften. Auf zwei gute Pässe und Aktionen aber folgte immer wieder ein schlecht oder langsam verarbeiteter Puck. Dem Nürnberger Power-Play fehlt es derzeit vor allem an Lockerheit und Selbstverständnis. Gemessen am unübersehbaren Bemühen aller Beteiligter, Wilsons sonstigen Fähigkeiten und an dem Talent der Spieler, bleibt erstaunlich, wie schwach das Überzahlspiel der Ice Tigers ist. Und so ging es in diesem kräftezehrenden Rhythmus weiter: Schwenningen legte vor, Nürnberg nach. Letztlich aber erlaubten sich die zu viele Nürnberger zu viele Fehler (Mebus, Treutle, Jurcina, Mitchell, Festerling, Ehliz und alle anderen eigentlich auch), weshalb es in Ordnung war, dass Markus Poukkula am Ende ungehindert in die Mitte des Tores schießen durfte. Mentalistisch (oder so) war Schwenningen an diesem Abend die klar bessere Mannschaft.

Der Moment

Milan Jurcinas Schmiedeeinlage war lange Zeit Favorit für diese Rubrik (Wilson: „Ich habe es nicht gesehen, ich habe es nur gehört.“). Nach dem Spiel und nach der Pressekonferenz aber sagte Rob Wilson etwas, was sich erst beim Abhören der Aufnahme als vielsagend entpuppte. „Wir haben heute versucht, einige Jungs in Schwung zu bringen. Nach der Hälfte der Saison ist es an der Zeit, dass sie in Schwung kommen. Wenn sie das nicht schaffen, dann ist das eben so. Dann kann ich da auch nichts machen.“ Die Interpretation dieser Sätze: Wilson sprach wohl nicht von Patrick Reimer (bislang drei Treffer) oder Yasin Ehliz (kein Tor in den jüngsten 18 Spielen). Diese Reihe bereitet dem Cheftrainer keine Sorgen. Wilson sprach von Petr Pohl und wohl auch von Marco Pfleger, die ohne Puck bislang durch Alibi-Eishockey auffielen, die sich an diesem Abend aber trotzdem zunächst in verheißungsvollen Rollen versuchen durften. Pohl neben Dupuis und Fox, Pfleger neben Mitchell und Segal – allerdings nur zwei Drittel lang. Dann ließ sie Wilson sitzen. Vier gleichwertige Reihen, so wünscht sich das der Coach. Dazu muss Pfleger allerdings wie der Pfleger aus den Playoffs spielen und Pohl nicht nur so tun, als würde er sich bemühen. Wilson schützt seine Spieler immer, deshalb hat er keine Namen genannt. Viele Chancen sollten Pfleger und Pohl aber nicht mehr ungenutzt an sich vorbeiziehen lassen. Wilson wird trotzdem weiter umstellen und ausprobieren – auch wenn das bedeutet, dass er die beste Reihe der letzten drei DEL-Spielzeiten zerreißen muss.

Dazu ein Gastbeitrag über die Kunst, Reihen zusammenzustellen, von John Tortorella, dem Headcoach der Columbus Blue Jackets:

“It’s a bunch of bullshit. I get a kick out of us, as coaches… we talk about this, that and the other thing. ‚This is what I’m looking for.’ It’s a bunch of bullshit. We try things, and if it works, it works.”

Three Stars

Die Szene, die wahrscheinlich maßgeblich dafür verantwortlich war, dass die Ice Tigers an diesem Abend immerhin noch einen Punkt geholt haben: Brandon Segals Block in der 55. Minute, als sich der Kanadier in einen Schuss warf und mit dem Oberkörper abwehrte. Trainer und Kollegen lieben solche Einlagen, weil sie jeden einzelnen noch einmal emotionalisieren, noch einmal daran erinnern, um was es in diesem Sport geht. Segal hatte nicht viele gelungene Szenen in diesem Spiel (womit er nicht alleine war), solche Blocks aber bleiben dem Kollektiv in Erinnerung.

Philippe Dupuis übertrieb es wieder einmal. Ein Check kam viel zu spät, ein Nachsetzen fiel zu aggressiv aus, ein Querpass zu hart. Das hatte aber wieder einmal nur einen Grund: Dupuis wollte dieses Spiel nicht verlieren. Sein 4:4 war Ausdruck dieser Einstellung.

Foto: Thomas Hahn/Zink

15 Bullies gewonnen, nur neun verloren, zwei Vorlagen, stark in Zweikämpfen, schnell, präsent – Steven Reinprecht offenbart in dieser Saison eine weitere Qualität: Er lässt sich nicht von den Krisen seiner Nebenleute beeindrucken. Yasin Ehliz gelingt derzeit nahezu gar nichts, Patrick Reimer arbeitet sich immerhin wieder mühsam in Form. Reinprecht aber liefert weiterhin beständig beste Leistungen. Gegen Schwenningen war das nicht anders.

11 Kommentare in “Spiel 27: Emotionalistisch unterlegen

11 Comments
  1. Zum Spiel braucht man eigentlich gar nicht viel sagen. Eine unnötige Niederlage Anfang Dezember aber sicherlich nicht kriegsentscheidend.

    @Sebastian: hat Wilson das Training angezogen? Die Spieler Wirken im Kopf teilweise etwas platt.

    Ansonsten zu den Reihen:

    Mit 42/28/17, 77/39/93, 74/91/26 hat man eigentlich perfekte Reihen.
    Für mich steht und fällt das gesamte Konstrukt aber mit der vermeintlich ausgeglichenen vierten Reihe: 55/79/47. Mitchell kann oder schafft es derzeit nicht hier seine Flügel mitzunehmen. Pfleger meilenweit von der März Form entfernt. Bei seinen Möglichkeiten ein einziges Fragezeichen. Hat er immer noch nicht kapiert, dass Talent nicht reicht? Würde hier gerne in den nächsten Spielen mal den Jungen Alanoc sehen – würde auch der Reihe das körperliche Spiel bringen. Dann mit Pohl ein Spieler, von den wohl auch jeder gedacht hat, da kommt mehr aber selbst in Überzahl mit anderen Leuten bleibt er blass. Schade um Spieler wie Alanov oder den stets engagierten Buzas.
    Insgesamt muss man leider feststellen, dass die vierte Reihe auch in dieser Saison noch ein großes Problem werden kann neben dem schwachen PP.

    Aber noch hat man genug Zeit die Probleme anzugehen und entscheidend ist der Tabellenplatz Ende Februar/Anfang März und nicht am 1. Dezember für eine mögliche CHL Quali 😉

  2. Das war ein verlorener Abend. Man kann natürlich jeden Gegner stark reden und die Floskel (jeder kann jeden schlagen) bemühen. Aber mit einer 80% Einstellung wird man gegen keinen Gegner bestehen. Die Mannschaft befindet sich in einem Leistungstief. Man kann nur hoffen das sie in den nächsten 3 Wochen nicht alles verliert was sie sich im September-Oktober und November erarbeitet hat. Eines verstehe ich nicht, dieses oftmalige Umstellung auf 3 Reihen, wissend dass der enge Spielplan bis zu Olympiade schon gewaltig an die Substanz der älteren Spieler geht. Mitchell wurde schließlich verpflichtet um eine starke 4 Reihe zu bilden und sich in der breite und tiefe zu verstärken. Diese ständigen Änderungen (bisher ohne Nutzen) verunsichern das Team zusätzlich. Sicherlich wird man am Ende der Saison darüber nachdenken müssen ob (teure) hundertfache NHL Einsätze auch immer den erwünschten Erfolg bringen. Ich bin auf den Sonntag in Augsburg gespannt, da wird Mike Stewart schon sehr stark hinterfragt (teuerstes Team das jemals in Augsburg zusammengestellt wurde) warum das Team vorletzter ist. Noch eine Niederlage gegen uns kann ihn den Job kosten. Ein Team wird sich aus dem momentanen Sumpf ziehen können und müssen, hoffentlich werden es wir sein. Eine Bewertung will ich nicht abgeben da viele Spieler deutlich hinter den Erwartungen geblieben sind.

  3. Das Iserlohn-Spiel konnte ich nicht sehen, habe nur darüber gelesen. In Sachen „kapitale Böcke schießen“ war das gestern aber anscheinend die Fortsetzung vom Mittwoch. Neun Gegentore in zwei Spielen (nicht gegen die DEL-Topadressen!) sind definitiv zu viel. Von einer Schwächephase würde ich aber erst reden, wenn man morgen in Augsburg zu deren Krisenbewältigung beitragen würde (wäre dann die dritte Niederlage in Folge).

    Zum Thema Reihenzusammenstellung:

    Meiner Meinung nach ideal: 17-28-42 / 74-91-26 / 79-39-93 / 77-…….

    Das sind nur drei starke Reihen (wenn man annimmt, dass die erste demnächst/rechtzeitig besser wird) und die vierte kann man leider nur sporadisch zur Entlastung, oder bei entsprechendem Spielstand bringen. Meiner Meinung nach sind vier gleichwertige Reihen mit den vorhandenen Spielern nicht drin. Pfleger und Pohl enttäuschen auf der ganzen Linie und Buzas mag vielleicht engagiert sein, aber das war’s dann auch schon. Man schwächt jede andere Reihe, wenn man die Genannten in eine der ersten drei Reihen integrieren würde.
    Beispiel Pfleger: Er durfte sich in dieser Saison bereits in allen möglichen Konstellationen „beweisen“. Was dabei rauskam kann man u.a. auch an seiner Statistik sehen…
    Das es Wison mit diversen Umstellungen versucht (vielleicht sogar versuchen muss, wenn man sich über anstehende Vertragsverhandlungen Gedanken macht) ist zu diesem Zeitpunkt ok, aber neue Erkenntnisse wird es da vermutlich nicht geben.

  4. @Norbert: Mitchell macht bei Pföderl/Steckel wenig Sinn in meinen Augen. Pföderl braucht Leute neben sich, die den Weg frei machen und da hat er mit Möchel einen guten Arbeiter neben sich. Das ist Mitchell derzeit noch nicht. Er soll ruhig die vierte Reihe anführen um einen Alanov neben sich und dazu im Wechsel Pohl/Pfleger/Buzas.

  5. Anstatt krampfhaft zu versuchen, die vierte Reihe auf ein ähnliches Niveau wie die drei anderen zu bringen, sollte das Trainerteam lieber versuchen, endlich das Powerplay zum Laufen zu bringen. Das dürfte gerade im Hinblick auf die Playoffs nämlich viel wichtiger werden. Die Direktschüsse in Endlosschleife aus ungünstigen Winkeln in diesem zu statischen 1-3-1 stehen seit Saisonbeginn in der Spieltagsvorschau aller Zeitungen.

    John Mitchell ist für mich einer der wenigen Spieler, die im insgesamt schwachen letzten Monat mit nur einer richtig guten Teamleistung (München) häufiger positiv aufgefallen sind. Es mag sein, dass er mitunter zu scheibenverliebt ist, aber er strahlt neben Dupuis als einziger ständig und in jedem Spiel Torgefahr aus. Da könnte man sogar Reinprecht in die vierte Reihe stellen, aber mit Pohl, Pfleger und Buzas ist leider einfach kein Staat zu machen. Mein Ansatz: Die Reihen so beibehalten (ohne im Detail nachzusehen würde ich vermuten, dass die vierte Reihe ohnehin bei den Gegentoren, geschweige denn kapitalen individuellen Böcken nicht überrepräsentiert vertreten ist) und Mitchell im Powerplay quasi als Schremp agieren lassen.

    Ach ja: Hat Torp das Martinovic-Phänomen ereilt? Oder gibt es andere Gründe, die mir bislang nicht bekannt sind, ihn konsequent auf die Tribüne zu setzen?

    Off topic: Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, jeden Tag einen der „111 Gründe, die Icetigers zu lieben“, zu lesen. Dann wäre ich in etwa zum Playoff-Beginn fertig gewesen. Es hat dann eher so 111 Stunden vom Erhalt des Buches an gedauert. Insofern vielen Dank für das gelungene Werk!

  6. @norbert: das ist Möchel in der vierten Reihe aus. Sehe es gerne als großes Plus, dass jede Reihe einen Arbeiter hat. Zudem bleibt ja doch noch Hoffnung bei mir, dass Mitchell zumindest einen der drei genannten mitreißt. Pfleger muss endlich aufhören sich nur auf sein Talent auszuruhen, sonst kann er nächstes Jahr mit El-Sayed eine Reihe bilden.

  7. Ich war gestern einer der prominent im Text erwähnten Volontäre und habe das Projekt ziemlich genossen – trotz des eher holprigen Auftritts unser aller Tiger. Zum ersten Mal stand ich während des Spiels eine zeit lang direkt hinter dem Plexiglas – eine neue und wirklich faszinierende Erfahrung. Von dort nimmt man das Spiel nochmal ganz anders wahr. Selbst die außergewöhnliche Perspektive konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das zweite Drittel eines der schwächsten des bisherigen Saison war. Wie eine Mannschaft, die gegen München ein Eishockeyspiel auf internationalem Niveau ablieferte, derartige Probleme bei einfachsten Aufbaupässen entwickeln kann, ist mir schleierhaft. Psychologie und Tagesform gehören halt doch zu den wichtigsten Einflussfaktoren im Sport.

    Positiv anzumerken ist, dass mindestens zwei der anderen Volontäre derart begeistert von unserem schönen Sport waren, dass sie sich vorgenommen haben, den Ice Tigers zukünftig auch privat beiwohnen zu wollen. Ich werde sie in schöner Regelmäßigkeit und mit entsprechendem Nachdruck an dieses Vorhaben erinnern.

    Torp scheint – so hört man – seine Situation sehr professionell zu nehmen und im Training hart zu arbeiten. Umso unverständlicher ist für mich, dass Wilson ihn derart erbarmungslos auf der Tribüne schmoren lässt. Ich habe Torp immer als Spieler erlebt, der vor allem in engen und aggressiv geführten Spielen eine tragende Rolle einnehmen kann. Vor diesem Hintergrund täten die Ice Tigers gut daran, ihn wieder stärker einzubinden.

  8. Das Spiel gegen München hat doch einiges überdeckt. Die Ice Tigers sind nicht so gut aus der Länderspielpause gekommen. Entweder mangelte es an offensiver Durchschlagskraft (gegen Krefeld, Straubing, teilweise BHV) oder an inkonsequenter Defensive und vielen Fehlpässen (teilweise BHV, Krefeld, Iserlohn und Schwenningen). Ob dies an der Kraft wegen der intensiven Eiszeit einiger Spieler, an mangelnder Form einiger Spieler oder Beidem liegt ist nicht so einfach zu bewerten. In dem ein oder anderen Spiel haben die Einzelleistungen von Mitchell das Team im Spiel gehalten. Er ist auch sicher ein Gewinn für das Team.

    Ich bin bei Otto, dass wir nur mit vier Reihen, die ausreichend Eiszeit genießen, dauerhaft Erfolg haben werden. Ich glaube jedoch nicht, dass diese gleichstark sein werden (und müssen).

    Mein favorisiertes Lineup sieht derzeit wie folgt aus. 17-28-42, 77-39-93, 74-91-26 und 95-79-21

    Auch wenn die offensiv-Power größer ist, wenn Mitchell neben Steckel spielt, ist es bei den vielen Spielen in wenigen Wochen besser, mit vier Reihen zu spielen.
    Pfleger spielt darin keine Rolle mehr. Er hatte genug Chancen. Sein Alibi-Schaulaufen wie beim ersten Gegentor in BHV ist für viele Szenen symptomatisch, reicht aber für dieses Team nicht mehr aus. Und Alanov hat die Chance verdient. Bei Pohl habe ich mich nach 2 Saisonspielen gefragt wozu der verpflichtet wurde – nach 10 Spielen Kopfschütteln – jetzt muss man schauen wie man dieses Problem vertraglich löst. Bin bei blackhawk – ein Gawlik hätte uns deutlich mehr geholfen…
    Buzas ist jetzt auch kein Knipser. Aber der Einsatz stimmt immer. „Jede Mannschaft braucht einen Buzas“…
    Im Gegensatz zum Coach mache ich mir um die erste Reihe schon Sorgen. Nicht um Reinprecht (ich habe zum gestrigen Spiel dieselbe Meinung – auch wenn gestern einige über Reino geschimpft haben). Auch nicht so sehr um unseren Captain. Er schießt in letzter Zeit wieder öfter. Er wirkt aber verkrampft. Ich glaube das kommt bei ihm noch. Doch Sorgen mache ich mir um Ehliz. Auch wenn er intensiv forecheckt, hart arbeitet (aber auch das nicht immer), seine Fehlpassqoute dürfte bei 90% liegen. Selten, dass ein Pass ankommt. Der Fehler vorm 1:0 war bezeichnend (blind zum Gegner gepasst). Ein Experiment wäre, ihn in die vierte Reihe zu stecken und Alanov in die erste zu setzen. Auch wenn es nur ein Spiel wäre, aber so ein Weckruf wäre vielleicht ein Mittel…

    Beim Spiel in Augsburg würde ich Jurcina mal eine Pause geben. Er wirkt nicht mehr ganz so spritzig und konzentriert. Das er seinen Schläger zertrümmert hat, kommt nicht von ungefähr. Gegen die schnellen Panther-Stürmer sollte Torp zum Einsatz kommen.

    Zum Powerplay: Das liegt in den letzten 10 Spielen bei 13,3%. Es ist eine echte Baustelle. @Flo Eine 1-3-1 Aufstellung ist nicht wirklich erkennen. Mit zwei meist tiefen Spielern scheint es auch nicht gewollt. Im Slot steht auch selten jemand. Oft kreiseln wir statisch rund um das Tor herum, um dann aus spitzem Winkel zu schießen. Baustelle eben…

    Das ist als Tabellenzweiter mit vielen Punkten jetzt vielleicht etwas kritisch. Es ist eine super Ausgangsposition und wir haben viele gute Spieler im Team. Mal schauen wo wir nach den 4 Auswärtsspielen stehen. Es könnte durchaus sein, dass ein paar Mannschaften näher an uns heran gerückt sind.

    Sehhr gespannt, was die Coaches die nächsten Spiele so ändern…

  9. @Frank: Korrigier mich, aber beim 0:1 hab ich einen Katastrophenpass von Patrick Reimer aus dem Zentrum nach links gesehen, den der Gegner problemlos unterbrochen hat (abgesehen davon sah Treutle auch alles andere als gut aus). Grundsätzlich sehe ich unseren Captain zwar leicht verbessert, aber immer noch meilenweit von seiner gewohnten Verfassung entfernt. Zusammen mit dem derzeit gewaltig kriselnden Ehliz ergibt das momentan leider keine allzu günstige Prognose für unsere eigentliche Paradereihe. Reino kann es nun einmal nicht alleine richten. Den Dreien sehe ich wirklich einiges nach, weil sie erstens charakterlich über jeden Zweifel erhaben sind, zweitens ich mir sicher bin, dass wir ohne sie nicht annähernd eine Spitzenmannschaft geworden wären. Dennoch würden wir bei ausbleibender deutlicher Formsteigerung dieser Linie in den Playoffs wieder einmal viel zu früh zuschauen müssen. Hoffen wir das Beste!

    Beim Powerplay kann ich wirklich nur vermuten was das für eine Formation sein soll. Patrick Buzas hat kürzlich bei Telekom Sport in einem Pauseninterview gesagt, dass man wöchentlich etwa eine halbe Stunde Trainingszeit auf das Überzahlspiel verwenden würde. Möge sich jeder selbst ein Urteil bilden, ob das ausreichend ist…

  10. @Flo das mit dem Fehler von Reimer vor dem 0:1 stimmt schon. Für mich ist der Ausgangspunkt dieser Abwehrsituation der Puckverlust in der Offensive (Ehliz fängt ihn, nimmt ihn runter und spielt sofort den Gegner an), der das Team in die Bedrängnis bringt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *