HF5: Bis Freitag!

Schönen Sommer sagt niemand nach einem solchen Eishockeyspiel. Bis Freitag, sagen sie alle, die Ordner, die Statistiker, die Betreuer, die Kollegen von der NZ, von den Eishockey News, vom BR und Thomas Häberlein, der Nürnberger vom Sportinformationsdienst. Bis Freitag, das klänge stark, selbstbewusst und siegessicher – hätte man es nicht schon 2016 und 2014 gehört, ohne dass man sich am Freitag/Dienstag/Sonntag wieder in Nürnberg oder Wolfsburg gesehen hat. Auf einen Sieg in Spiel fünf folgten ein 3:8 und ein 1:3. Soll heißen: Die größte Herausforderung stellt sich den Ice Tigers erst am Dienstag um 19 Uhr. Dieses 4:1 hat aber auch gezeigt: Die Mannschaft ist stark, selbstbewusst und siegessicher genug, um diese Herausforderung zu bewältigen.

Warm-up

Die Aufgabe war denkbar undankbar: Nach einer solch unangenehm entglittenen Schiedsrichterleistung hatten Andre Schrader und Marian Rohatsch sehr, sehr viel falsch machen können, je nach Perspektive nahezu alles. Schrader und Rohatsch haben aber: sehr viel richtig gemacht.

Es schien beinahe, als wollte Brandon Prust die Schiedsrichter schon 52 Sekunden testen. Die Strafe war ebenso korrekt wie alle Strafen, die danach ausgesprochen wurden. Zwei, drei Pfiffe mehr hätte sich Wolfsburg verdient gehabt, vor allem nach den Attacken von Uwe Björn Krupp gegen Patrick Reimer und von Jimmy Sharrow gegen Yasin Ehliz. Überzeugend aber waren vor allem: die Körpersprache und die demonstrative Kommunikationsfreudigkeit des Quartetts. Die wussten, wie schwierig diese Aufgabe war und genau so haben sie sich ihr gestellt.

Wie nach jedem Playoff-Spiel haben sich die Ice Tigers auch am Samstag mit dem Serienmanager auseinandergesetzt. Martin Jiranek beantwortete meine Fragen diesbezüglich eher ausweichend, aber man darf wohl davon ausgehen, dass es das Ziel der Ice Tigers war, Piechaczek/Brill in dieser Serie nicht mehr begrüßen zu müssen.

Auf der Recherche nach einem Zusammenhang zwischen Piechaczeks (und Brills) Fehleinschätzungen (Schlittschuhgate, goalie interference am Mittwoch) und den Playoff-Ergebnissen der Ice Tigers gegen Wolfsburg ist mir untergekommen, dass der EHC Wolfsburg in nur einer der bisherigen Playoff-Begegnungen öfter geschossen hatte. Im Schnitt haben die Ice Tigers genau 35 Mal geschossen, die Palaver Pavel Grizzly Adams genau 27 Mal. Wolfsburg blieb sich treu. Für Nürnberg wurden hingegen nur 19 Schüsse notiert. Wie war das mit den eigenen Waffen?

Nach dem entscheidenden Fehler am Mittwoch hatte man von Brandon Prust am Freitag eine Reaktion erwartet. Prust aber fiel in Wolfsburg nicht auf. Als hätte er sich die Reaktion für Sonntag aufgespart. Es spricht für die Mannschaftsleistung, dass er es trotzdem nicht in diese drei Stars dieses Blogs geschafft hat.

Egal, wie lange der Spaß zwischen den Ice Tigers und dem Grizzly Adams noch dauert, der EHC München hat schon wieder eine Woche Zeit, sich zu erholen. Alles andere als eine Titelverteidigung wäre unter diesen Umständen eine Sensation.

Das Spiel

Drei Schüsse in Drittel eins – trotz Power-Play. Zunächst hatte das nach einem typischen Auftritt einer Gross-Mannschaft ausgesehen. Und tatsächlich kamen die Wolfsburger stärker, bissiger aus der Kabine. So stark wie in diesem zweiten Drittel hatte man den EHC überhaupt erst einmal gesehen (3:0 im ersten Drittel von Spiel zwei). Die Hisey-Reihe hatte einige dominante Wechsel, Brent Aubin traf den Pfosten – trotzdem ging auch dieser Abschnitt und letztlich auch das Spiel an die Ice Tigers, weil sie diesmal weniger Fehler machten (von Marcus Webers Fehlpass auf Mark Voakes mal abgesehen), weil vom vermeintlichen und vielfach herbeigeredeten Wolfsburger Tempovorteil ein weiteres Mal nichts zu sehen war, weil Andreas Jenike in seinem Torraum so selbstsicher und reaktionsschnell agierte, als hätte er niemandem irgendetwas zu beweisen, weil sich Marco Pfleger derzeit vom Rollenspieler, zum Leistungsträger, zum Führungsspieler entwickelt. Und weil der EHC Wolfsburg zum ersten Mal Emotionen zeigt: Mark Voakes Reaktion auf Torps Check, die nutzlosen Showeinlagen von Fauser und Voakes, das ausgebliebene Zeichen Pavel Gross‘, dieses Spiel trotz Drei-Tore-Rückstands bei eigenem Power-Play in der Schlussminute noch gewinnen zu wollen.

Der Moment

Rob Wilson war es egal, was ihm da für Fragen gestellt wurden. Der Coach wollte einfach nur eines loswerden: Wolfsburg wird in Wolfsburg nicht gewinnen, weil die Ice Tigers das nicht zulassen werden. Rob Wilson sagte also (nachdem er von Florian Jennemann zur Leistung des EHC Wolfsburg befragt wurde):

Der Optimismus dieser Mannschaft hatte schon im Viertelfinale etwas bemüht und selbstreferentiell gewirkt. Das Ergebnis ist bekannt. Jetzt scheint dieser Optimismus Ausdruck der Motivation zu sein, diese starke Saison so nicht zu Ende gehen zu lassen. Einen weiteren schönen Moment hat Matthias Winter festgehalten:

In diesen Tagen hört man immer wieder: Was wäre möglich gewesen, wenn diese Mannschaft mit Jurcina, Teubert und Pföderl… Natürlich ist das reizvoll. Ohne diese drei Top-Spieler aber sind die Ice Tigers wieder zu einem Außenseiter (gleichauf mit Wolfsburg, nominell eher schwächer als komplette Eisbären) geworden, das macht diese Playoffs noch wertvoller. Und die bemerkenswerten Geschichten von Marco Pfleger, Rob Schremp und Nichlas Torp hätte es so wahrscheinlich nicht gegeben.

Das Interview

Sie haben am Freitag vor laufenden Kameras das ausgesprochen, was sich viele Nürnberger gedacht haben, und die Schiedsrichter kritisiert – ohne das Wort zu nennen. Hat sich die Liga am Samstag bei Ihnen gemeldet?
Marco Pfleger: Zum Glück nicht. Ich hatte ja versucht, es so gut wie möglich zu umschreiben. Das war emotional, klar und vielleicht kann man das besser ausdrücken. Aber wir versuchen das ganze Jahr ehrlichen Sport zu betreiben. Dann wollen wir natürlich auch faire Bedingungen. Das war diesmal nicht gegeben.

Trotzdem war das ungewohnt. So wie Sie derzeit Ihre Chancen nutzen, so ruhig bleiben Sie normalerweise auch vor den Mikrofonen. Offenbar war das am Freitag nicht möglich.
Pfleger: Da ist man dann doch mit den Emotionen dabei, es wäre ja auch schlimm, wenn das nicht so wäre. Vielleicht habe ich das auch bewusst so gesagt, irgendwann musst du da einfach auch mal was sagen. Die ganze Zeit auf der Nase rumtanzen lassen, können wir uns ja auch nicht. Heute muss man den Hut ziehen, die Schiedsrichter waren unglaublich stark.

Stark ist offenbar auch die Videoschulung. Wenn es um Wolfsburgs Torhüter Felix Brückmann geht, scheinen Sie besonders gut aufzupassen.
Pfleger: Nicht nur die drei Trainer, das ganze Umfeld macht da einen herausragenden Job. Beim Felix Brückmann ist es schon schwer, der ist unglaublich stark. Das sieht man ja nicht nur im Spiel, sondern auch an seiner Fangquote. Ganz großen Respekt vor diesem Torhüter. Sehr stark, wie der momentan spielt. Umso wichtiger, dass wir die einfachen Sachen machen, immer zum Nachschuss gehen, und so. Wenn dann so einer, wie mein erster, reingeht, bin ich unglaublich froh, dass doch einmal das, was man im Training probiert, auch fruchtet.

Bei Ihrem zweiten Treffer hatte es beinahe so ausgesehen, als würden Sie noch warten, wo Sie den Puck am besten reinschießen können.
Pfleger: Ich hatte unglaublich viel Zeit, weil Prusty und Stecks das so gut rausgespielt hatten. Dann versucht man doch, den Torhüter auszuschauen. Das hat dann ja auch gut funktioniert.

Die drei Stars

Same procedure as every two, three days: Marco Pfleger. Natürlich wegen seiner beiden Treffer, aber eben auch wegen seiner Arbeit an der Bande, seines Tempos, seiner Präsenz. Ob er solche Leistungen auch in der Punkterunde zur Normalität machen kann, wird natürlich auch von seinen linesmates 2017/2018 abhängen. Diese Frage ist aber schon jetzt eine der interessanteren vor der kommenden Saison. In den Nürnberger Nachrichten erscheint am Montag eine Geschichte, wie die Ice Tigers Pflegers verzögerten Reifeprozess beschleunigt haben.

Pflegers zweites Tor wäre ohne David Steckel nicht möglich gewesen. So wie er sich da gegen zwei Wolfsburger durchgesetzt hat, so clever er da agiert hat, so hat er das ganze Spiel über gespielt. Auch er kommt übrigens in der Pfleger-Geschichte in der Montagsausgabe der Nürnberger Nachrichten vor.

Wahrscheinlich wurde, auch hier, das Fehlen von Jurcina und Teubert viel zu oft betont, statt die Präsenz von Brett Festerling zu loben. Festerling hatte den Wolfsburgern immer wieder wehgetan – mit harten Checks, aber auch mit vielen kleinen, klugen Aktionen.

Und sonst?

Ist es mir ein Fest, mit Michael Fischer einen neuen Mann, der auf Tiger starrt, vorzustellen. Bei seinem Debüt hat er sich bereits wortgewaltig, bissig und flott gezeigt. Seine Herkunft ist tadellos, ich sehe da großes Potenzial. Irgendwann wird er das auch hier beweisen (müssen).

Und sonst noch?

Habe ich mehrmals verpasst, Euch zu schreiben, wie stolz mich Eure Beiträge in den letzten Tagen gemacht haben. Eure Freude am Schreiben, Eure Kompetenz und Eure angenehme Fairness wirkt allerdings auch abschreckend, schon mehrmals habe ich von klugen, wachen, famosen Menschen in meinem Umfeld gehört, dass sie sich nicht zutrauen, da auch etwas Sinnstiftendes beizutragen. Das darf man als Kompliment verstehen.

16 Kommentare in “HF5: Bis Freitag!

16 Comments
  1. Wunderbaren Eintrag, der vor allem eines deutlich macht: den Unterschied der Refs. Auch heute trat Piechaczek wie Freitag zuvor in Wolfsburg arrogant auf während due heutigen vier mit ihrer Art beeindruckt haben. Bitte mehr davon und Piechaczek sollte sich als Profi selbst hinterfragen. Rechne mit ihm und Brill in der Serie nicht mehr.

    Ansonsten muss ich Abbitte leisten an Pfleger. In der HR oft und zurecht gescholten überzeugt er durch starke Playoffs und offene sowie ehrliche Interviews.

    Kleine Beobachtung am Rande: Joker ging heut schnell in die Kabine nach Spielende(nur kurz zu Jenike hin und gleich raus). Diese Unruhe nach außen und in meinen Augen falsche Reaktion auf den Wechsel brauchen wir momentan nicht. Jenike meistert düse Situation deutlich souveräner.

  2. Eine beeindruckende Vorstellung, allerdings auch nur ein „Pflichtsieg“. Am Dienstag gilt es, wir müssen auf fremdem Eis gewinnen.

    Die Grizzlys werden anders auftreten, hoffentlich bekommen wir neutrale Schiedsrichter, heute war das zum Glück der Fall.

    Powerplay und Paradereihe nicht in Topform, dafür war die Steckel-Reihe richtig heiß.

    Herzliches Willkommen an Michael Fischer, viel Spaß hier.

  3. So wie ich euch bei meinem ersten Kommentar hier unter den „Tiger-schauenden“ keine Kopfschmerzen nach der unnötigen Niederlage in Wolfsburg gewünscht habe, so wünsche ich heute das ihr mit einer großen Portion Euphorie in diese neue Woche startet!!!
    Natürlich war auch ich von der souveränen Art des gestrigen Sieges beeindruckt, aber gestern Abend
    hat sich beim hören der „Sport am Sonntag“ Sendung im Deutschlandfunk dann auch etwas Nachdenklichkeit gemischt.
    Auf den ersten Blick (und dem zweiten und dritten wahrscheinlich auch) haben die unterlassenen Nachkontrollen der Dopingporben der jamaikanischen Sprinter von 2008 und das systematische
    Doping unter Prof. Klümper und den Freiburger Ärzten in den alten BRD-Zeiten nichts, aber auch gar
    nichts mit den packenden Play-off-Serien gegen Augsburg und Wolfsburg zu tun….
    aber trotzdem frage ich mich, wo verläuft die Grenze zwischen harten und packenden Sport (mit seinen berauschenden Siegen und frustrienden Niederlagen) und dem Betrug und der Verzehrung von Entscheidungen???
    In den letzten Tagen war das Hauptthema die fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen vom Freitag (und wohl jeder Sportfan kann ein halbes Wochenende damit verbringen ähnliche und schlimmere Geschichten zu erzählen), aber es bleibt für mich die große moralische Frage wie weit darf
    ein Sportler, eine Mannschaft oder am schlimmsten eine Funktionärs- und Verbandsriege gehen um
    aus der ewige reizvollen Frage: „Wer hat das bestere Team/ wer ist der beste Einzelsportler“ eine Ansammlung von kleinen und großen Betrügereien zu machen !?!

    Wir erleben seit einigen Jahren eine extrem ausgelichene DEL mit packenden Spielen und überraschenden Siegern, gerade die letzten Jahre in den Playoffs machen selbst außenstehende
    Eishockey-süchtig, aber wie weit darf das Rad gedreht werden um nicht in einen ähnlichen Strudel wie andere Sportarten (z.B. Doping im Radsport; einseitige Dominanz des „Geldadels“ in den Top-Fußballigen Europas; Bestechungen bei Sportevent-Vergaben; undurchsichtige Juryentscheidungen beim Eiskunstlaufen ect. ect.)
    Nun will ich damit NICHT die Behauptung aufstellen, das ich von gedopten Eishockey-Spielern wüßte
    oder das WOB nur wegen der Schiedsrichter das fünfte Mal hintereinander im Halbfinale stehen!!!
    Aber als Fan wünsche und erhoffe ich mir, das dieser faszinierende Sport Eishockey das bleibt, was
    ihn so toll macht: rasende Spiele, enge und dramatische Spielverläufe, ein Mischung aus harten und fairen Sport und spielerischer/ technischer Eleganz und vor allem ein Ereignis das von uns Fans emotional begleitet wird – aber niemals !!!! zu Randalen und Schlägereien unter den Fangruppen vor und nach den Spielen führen darf!!!

    Ich hoffe, euch sind meine Bedenken, die sich ja im Sportwesen der letzten Jahre noch viel stärker gezeigt haben wie in all den Jahrzehnten des Profisports zuvor, nachvollziehbar und (teilweise) verständlich und würde mich sehr sehr freuen, wenn es hier oder in einem anderen Forum zu einem fairen und kontroversen Dialog käme!!!
    Ansonsten wünsche ich uns allen morgen Abend einen weiteren tollen Eishockey-Fight zwischen Grizzlys und Icetigers – mit dem richtigen Sieger am Ende 😀 !!!!

  4. Gut geschrieben.
    Mit neutralen Schiedsrichtern, einer starken kämpferischen Mannschaft, und natürlich mit dem Quentchen Glück, werden es die Spieler am Dienstag schaffen.

  5. Zum Thema „Was wäre möglich gewesen, wenn diese Mannschaft mit Jurcina, Teubert und Pföderl… “ kann ich nur sagen, daß ich sehr überrascht bin und ich es auch nicht geglaubt habe, daß wir so viele Spiele ohne die Drei so stark spielen. Zumal wir in den Playoffs fast ausschließlich mit drei Reihen spielen.

    Und ich wundere ich mich schon etwas daß Buzas, Möchel und Martinovic so wenig Eiszeit bekommen. Klar, bei Möchel und Buzas stehen -5 zu Buche aber warum spielt Martinovic so wenig?

    Um Meister zu werden sind meiner Meinung nach drei Reihen zu wenig. Insofern schließe ich mich der Meinung von Sebastian an, daß es sehr unwahrscheinlich ist, daß München seinen Titel nicht verteidigen wird.

    Aber das ist ja erstmal noch in weiter Ferne. Ich freue mich auf das Spiel am Freitag.

  6. Vielen Dank für den Blog-Eintrag auf gewohnt höchstem Niveau.

    Ein Gedanke jedoch hängt mir vom Freitagspiel – vor allem im Vergleich mit dem Sonntagspiel – immer noch nach.
    Wie kann es sein, dass eine solche Schiedsrichterleistung wie die freitägliche so verniedlicht wird mit Floskeln wie „überhart“ oder „fragwürdig“, während man es sich traut, die gute bis sehr gute Schiedsrichterleistung vom Sonntag auch als solche zu loben?

    Haben Kommentatoren, Experten, Journalisten oder sonstige Personen, die sich im „öffentlichen“ Raum äußern Angst, verklagt zu werden?

    Ich erlaube es mir aber zu sagen, dass die freitägliche SR-Leistung schlecht, sauschlecht, megaschlecht war. Ich nehme auch „spielentscheidend“, „spiel lenkend“ und „Schiebung“ in den Mund bzw. tippe dies.

    Mag sein, dass die Ice Tigers Fehler gemacht haben und wer weiss, wie das Spiel sonst ausgegangen wäre.
    Trotzdem: Eine solche Arbeitsleistung – und wenn man die Spiele davor betrachtet nicht zum ersten Mal – würde „da draussen“ zur Versetzung oder gar zur Freistellung von den Aufgaben führen. Um einen Job ausüben zu können, muss man auch fähig sein dazu. Diese Voraussetzung ist hier nicht (mehr) gegeben.

    Jetzt sollen die Spieler die Serie entscheiden; wer die wenigeren Fehler macht und den Sieg mehr „will“.
    Sollten die IcTigers ausscheiden kann ich für mich sagen, sie haben gekämpft und alles gegeben, im HF auszuscheiden ist keine Schande. Einen solchen Vorwurf müssen sie nicht gelten lassen.

    Aber die Entscheidung durch Beeinflussung durch SRs herbeizuführen geht überhaupt nicht. Das wäre für mich das Ende meiner Anhängerschaft an diesen Sport.

  7. So, der Pflichtsieg ist (erstaunlich souverän) geschafft. Jetzt steht am Dienstag „die Mutter aller Schlachten“ bevor!

    Natürlich hoffe ich auf ein erneutes Comeback unserer Jungs. Aber vor dem Hintergrund unserer Playoff-Erfahrungen in Wolfsburg rechne ich ehrlich gesagt schon mit dem Ausscheiden. Dennoch kann ich nur noch einmal unterstreichen: die Jungs haben unter widrigen Umständen ganz famose Playoffs abgeliefert! Für mich die Spieler dieser Playoffs: natürlich Pfleger, dann aber schon Dupuis und für mich auch Torp (hat sich enorm gesteigert und ist mit Festerling zusammen für mich unser stabilster Verteidiger). Unsere erste Reihe hat gegen Augsburg offensiv noch dominiert (insbesondere Ehliz), aber gegen Wolfsburg kommen sie leider nicht so zurecht.
    Und ich bin sicher, mit Jurcina, Teubert und Pföderl würden wir jetzt schon im Finale stehen.

    Zwei Anmerkungen noch:

    – ein Grund warum wir wahrscheinlich das Finale trotz der tollen Mannschaftsleistung nicht schaffen werden, sind die Torhüter. Die Fangquoten von Brüggemann und aus den Birken liegen bei über 93% bzw. 95%, während Reimer und Jenike „nur“ bei 89% und 90% liegen. Die Leistungen unserer beiden Goalies sind sicher ok (mir fällt auch kein einziger grober Schnitzer ein), aber sie haben uns leider auch nie ein Spiel gewonnen. Das macht für mich den Unterschied zu Brüggemann und aus den Birken aus; die halten halt nicht nur gut, sondern immer wieder auch überragend.

    – ein anderer Grund ist Schiedsrichter Piechaczek. Mit ihm als Hauptschiedsrichter haben wir von 6 Playoff-Spielen (incl. Augsburg) 4 verloren; wenn er uns nicht gepfiffen hat, haben wir von 6 Spielen 4 gewonnen. Dementsprechend hat er uns auch (wenn ich richtig gerechnet habe) 10 Minuten länger vom Eis geschickt als die Gegner, bei den anderen Hauptschiedsrichter-Kombinationen (Brüggemann, Rohatsch, Schukies etc.) war es genau umgekehrt. Bei der Kombination Piechaczek/Brill ist es übrigens noch eindeutiger: 4 Spiele, davon 3 verloren.

  8. Mich haben die Worte von Wilson (im Penalty geschaut) in der Pressekonferenz beeindruckt. Trotz der Widrigkeiten weiterhin an sich zu glauben, an die eigene Stärke und es den Gegenüber so spüren zu lassen. Chapeau!
    Und ich glaube P. Gross hat das beeindruckt. Denn der hat gesehen, dass sich sein Team am Freitag trotz massiver Unterstützung des Wolfburger 7. Mannes auf dem Eis (tolle Interpretation vom Pflegi) gerade so retten konnte. Und er hat gesehen, dass sein Team sich zwar gestern im 2. Drittel aufgebäumt hat, aber nicht mit der gewünschten Wirkung. Wenn die Ice Tigers „einfach“ so weitermachen, haben sie eine gute Chance.

    Ich bin sehr auf den Aufritt morgen gespannt. Ich glaube das Wolfsburg nervöser sein wird als die Ice Tigers. Ich hoffe, dass wir mal bei denen in Führung gehen. Das würde uns entgegen kommen…

    #6togo @Ice_Tigers

  9. #Ralf
    an den Torhütern wird es nicht liegen, wenn wir das Finale nicht erreichen sollten. In fünf Spielen 18 Kisten für Brückmann, nur 14 für Reimer/Jenike (hoffe, ich habe richtig gezählt!). Bisher sind die Torhüter kein entscheidender Faktor. Was nicht heißen soll, dass Brückmann morgen einen Sahnetag erwischen könnte. Bisher hat er sich allerdings nicht als außerirdischer, sechsarmiger Magier präsentiert – im Gegenteil.

    Zu Piechaczek und seinen Helferlein: schlecht in Spiel drei und dramatisch schlecht im 4.
    Hinderte die DEL aber nicht dran, ihn gestern nach München zu schicken, anstatt in den Urlaub.

    Denke, dass das Spiel morgen bzw. dessen Ausgang ziemlich offen ist. Wenn unser Team wie gestern auftritt haben wir gute Chancen und dann sehen wir uns Freitag wieder. Dumme Fehler (bis auf Spiel 1 leider immer der Fall!) müssen unbedingt vermieden werden!

  10. Nachdem mein letzter Beitrag unter diesem Blog erschreckend ausgeprägte verschwörungstheoretische Züge trug, verusche ich es heute wieder mit etwas mehr Objektivität und Sachlichkeit. Viel ist nach dieser tadellosen Leistung der Ice Tigers ohnehin nicht zu sagen.

    Bei fünf gegen fünf, einem soliden Schiedrichtergespann und einer halbwegs gerechten Verteilung von Glück und Pech, also eigentlich den Grunsbedingungen eines Eishockeyspiels, stellt Nürnberg die bessere Mannschaft. Die gestrige Partie hat das in eindrucksvoller Deutlichkeit gezeigt.
    Jochen Reimer, der die unglücklichen Niederlagen der letzten Woche zwar nicht verschuldet hat aber hautnah miterleben musste, eine Pause zu gönnen und stattdessen Andy Jenike den Vorzug zu geben, halte ich für einen gelungenen Schachzug. Es wäre fahrlässig, den glücklichen Umstand zwei auf hohen Niveau etwa gleichstarke Goalies im Kader zu haben, ungenutzt zu lassen. Gut möglich, dass die Rochade im Tor mitverantworlich für die fehlerfreie Abwehrleistung war.

    Vieles an dieser Mannschaft ist bemerkenswert: Ihre Fähigkeit den Ausfall dreier Leistungsträger zu kompensieren, ihre außergewöhnliche Leidenschaft, der unerschütterliche Glaube an die eigenen Fähigkeiten und die Tatsache, dass extreme Drucksituationen noch einmal zusätzliche Kraft und Konzentration in den Köpfen und Körpern der Spieler freizusetzen scheinen. Nicht zuletzt deshalb wird in der Nacht von Freitag auf Samstag an dieser Stelle ein Blogtext erscheinen, der voller Pathos und mit blumigen Adjektiven den Einzug der Ice Tigers ins DEL-Finale beschreibt.

    Dort träfe man dann auf München, der Mannschaft, die schon zum zweiten Mal in Folge einen äußerst danbaren Weg durch die Playoffs hatte. Letztes Jahr überforderte Straubinger im Viertelfinale, dieses Jahr überforderte Bremerhavener. Letztes Jahr ausgepumpte Kölner im Halbfinale (spielten vorher 7 Spiele gegen Berlin), dieses Jahr ausgepumpte Eisbären im Halbfinale (spielten vorher 7 Spiele gegen Mannheim). Letztes Jahr dezimierte und ausgelaugte Wolfsburger im Finale, dieses Jahr ein Team, das sich in einer langen Serie ebenfalls wieder aufreiben musste. Wie schwer ist es da eigentlich noch, mit dem Kader der Münchener Deutscher Meister zu werden?

  11. ich schließe mich Ralf in Bezug auf Brückmann an. Ich kann diese Lobhudelei auf ihn einfach nicht mehr hören.
    Jemand hat neulich irgendwo in der Presse mal gesagt er hätte NHL-Potential. Das finde ich sowas von übertrieben und lächerlich.
    Er ist ein sehr guter Torhüter keine Frage und ich denke jedes DEL-Team wäre froh so einen starken deutschen Goalie zu haben.

    Woher dieser Hype kommt weiß ich allerdings nicht.

    Wenn man dich die Serie gegen Köln anschaut, dann hatte er eine Fangquote von 96%, ok. Aber das lag sicherlich nicht zuletzt an der nicht funktionierenden Offensive des KEC.

    Wenn man nämlich die Serie gegen uns betrachtet, dann hat Herr Brückmann eine Fangquote von ca. 89% mit einem Gegentorschnitt von 3,6 pro Spiel.

    Da frag ich mich dann schon was das mit einem außergewöhnlichen Torwart zu tun hat.

    Also vor Brückmann ist mir gegen Wolfsburg nicht bange, eher vor den Schiedsrichtern bzw. unseren dummen Schnitzern teilweise in der Abwehr.

    Wie auch immer es morgen ausgehen sollte. Diese Mannhaft hat ein Riesenherz und gibt sich nie auf. Ich bin stolz darauf ein Fan dieser Mannschaft zu sein. Und auch wenn es morgen abend vorbei sein sollte, ich kann die neue Saison kaum erwarten.

    Und noch zum Schluß. Ich oute mich auch als jemand der Schremp am Anfang sehr sehr kritisch gesehen hat. Mittlerweile ist er einer der Schlüssel zum Erfolg. Klar arbeitet er nicht hart nach hinten, aber ihn im PP zu sehen ist eine Augenweide.

  12. #Norbert, richtig, betrachtet man nur die kassierten Toren im Halbfinale müssen sich unsere Goalies bislang nicht hinter Brückmann verstecken. Aber wir sind halt auch das offensivere und zumeist auch dominante Team und schießen deutlich öfter aufs Tor.

    Insbesondere in den Spielen 3 (3:4-Niederlage zu Hause bei 41:33 Schüssen aufs Tor) bzw. 4 (3:4-Niederlage in Wolfsburg bei 27:17 Schüssen aufs Tor) hat Brückmann für mich schon auch einen großen Anteil an unserer Niederlage.

  13. Die Kämpferische Leistung ist wirklich beeindruckend.Entscheidend für den Ausgang des morgigen Spiels ist m. E. die geistige und vor allem die körperliche Verfassung unserer Tiger.

  14. Ihre Analyse ist literarisch wie immer vorzüglich zusammengefasst. Ein hoch auf die Journaille. Zum Spiel selber nur ein paar Zeilen. Eine sehr couragierte Leistung des gesamten Teams. Und da auch die Schiedsrichter eine sehr ansprechende Leistung geboten haben, konnte sich ein sehr gutes Playoff- Spiel entwickeln. Wir wollen keine Statistiken bemühen und auch keine vergleiche der Torhüter beider Mannschaften und nicht enden wollende Diskussionen über diese oder jene Entscheidung kommentieren, die sind längst in den Köpfen der Spieler gelöscht. Und auch ein Vergleich der beiden Trainer bringt in der Situation gar nichts. Gross war ist und wird in Zukunft kein Wundertrainer sein, sondern einer von 14 Couches in der DEL. Und sein Nimbus mit einer (billigen) Mannschaft seit Jahren die Halbfinale zu erreichen, hält beim genaueren betrachten nicht stand. Die Wolfsburger gehören vom Etat mindestens unter die Top 6 der Liga. Die Chancen morgen aufs weiterkommen in Wolfsburg stehen 50:50, natürlich hoffen wir das Quäntchen Glück auf unserer Seite zu haben.

  15. Jede Serie endet einmal
    – letzte Saison war ich zu „verblendet“ dachte oh ja mit The Heat is on …
    diese Saison ist anders .
    Und ganz ehrlich wenn nicht diesmal – wann dann !?
    Ich bin mir Sicher diese Qualität hatten wir – trotz bekannter Ausfälle : (
    Noch Nie – und
    sie wollen es .

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