32/52: Oh, Danny Boy

Foto: Zink/ThHn

Der Mann begegnet mir auf dem Weg zur Kabine der Ice Tigers. Ich kenne ihn schon lange, mindestens seit 18 Jahren, ich weiß aber nicht, wie er heißt, ob er steht oder sitzt, ob er hier mitliest und mitschreibt, weiß ich auch nicht. Und ich kann ihn dabei lange beobachten, wie er auf mich zugeht. Er trägt ein neues Fantrikot und beinahe keine Haare mehr auf dem Kopf. Er ist einer dieser vielen Fans zwischen 30 und 70, die genau wissen, wie es sich angefühlt hat, 1999 gegen Mannheim verloren zu haben, 2007 und 1996, 2003, 2005, 2009, 2011 und 2015. Trotzdem wirkt er in diesem Moment unerwartet ernst. Als wir aneinandervorbeigehen, nimmt er mich nicht wahr, aber er ballt plötzlich die Fäuste und schreit Jaaaa. So hat sich dieses 5:1 wahrscheinlich für viele Menschen in der ausverkauften Arena angefühlt.

Warm-up

Als ich Lorenz Funk zuletzt gesehen habe, trug er kurze Hosen und Schlappen. Angeblich trug er ja immer kurze Hosen. So auch an diesem Tag im August in der Nebenhalle der Tölzer Arena, dem wahrscheinlich kältesten Ort Deutschlands nach dem Funtensee. Funk schimpfte und lachte, er erzählte und ich hörte zu, zitterte und versuchte, meine Klappe zu halten. So wie man das eben macht, wenn eine Legende des deutschen Eishockeys spricht. Lorenz Funk heute in der Arena zu sehen, kräftiger und gesünder als in der Dokumentation über die Bronzemedaillenmannschaft von Innsbruck 1976, das war der schönste Moment an diesem ereignisreichen Abend.

Oftmals ist diese Gier des Eishockey-Publikums nach einem Faustkampf verstörend, ebenso der Kult, den Eishockey-Profis um Faustkämpfe veranstalten und der Respekt, den sich Eishockey-Spieler mit Faustkämpfen verdienen. In dem Moment aber, als Brandon Prusts erste Rechte einschlug, da konnte ich all das wieder einmal nachvollziehen.

Nur mal so: Patrick Reimer hat in den jüngsten sechs Spielen 23 Mal geschossen, kein Tor erzielt, zwei Treffer vorbereitet – die Thomas Sabo Ice Tigers haben diese sechs Spiele alle gewonnen.

Steven Reinprechts Bilanz aus den jüngsten sechs Spielen: drei Tore, vier Assists, sieben Punkte.

Mit seinen zwei Treffern hat Leo Pföderl seine Punkteserie auf sieben Zähler (vier Tore) aus sechs Spielen ausgebaut.

Danny Syvrets Statistik aus drei Spielen als Ice Tiger gegen Mannheim: ein Tor, drei Vorlagen.

Ich werde niemals verstehen, weshalb ein harter Ellbogencheck aus vollem Lauf gegen den Kopf eines Spielers nur mit zwei Minuten und einer zehnminütigen Disziplinarstrafe geahndet wird, ein leicht blutender Kratzer im Gesicht des Gegners hingegen mit fünf Minuten plus Spieldauer.

Ebenso verwirrend, wie unterschiedlich Torraumabseits von unterschiedlichen DEL-Schiedsrichtern interpretiert wird. Dass Mannheims vermeintliches 3:1 heute nicht zählen durfte, kann ich nachvollziehen, die Begründung schon wieder nicht mehr (man in the crease, ohne dass der man den crease berührt hat) und noch viel weniger, wie Sebastian Uviras 1:1 in Köln hat zählen dürfen.

Die Pressetribüne war heute ein weiterer kleiner Mannheimer Fanblock – irgendwo müssen diese vielen überzähligen Spieler ja hin. Darunter saß auch Dennis Endras. Sein Stellvertreter Youri Ziffzer kam so zu seinem vierten Saisoneinsatz und kassierte die Gegentore elf, zwölf, 13, 14 und 15 – für zehn dieser Gegentreffer waren Spieler der Ice Tigers verantwortlich.

Das Spiel

Als Nürnberger Fan sollte man nicht vergessen, wie glücklich Danny Syvret zu seinem ersten Treffer für die Ice Tigers kam. Als Nürnberger Fan sollte man nicht vergessen, dass Youri Ziffzer seine Anlaufprobleme erst in den Griff bekam, als die Ice Tigers bereits 2:0 führten. Als Nürnberger Fan sollte man nicht vergessen, dass Mannheim mehr Schüsse hatte. Als Nürnberger Fan wird man aber nur nicht vergessen: die Atmosphäre in der Arena, den Endstand und die vielen Schläger, die David Wolf gegen Brandon Prust kassiert hat. Und David Wolf wird die Schmerzen nicht vergessen, die sein Einsatz für die Mannschaft verursacht hat. Die Ice Tigers wiederum werden nicht vergessen, dass Matthias Plachta Andrew Kozek in den Schlussminuten noch mit einem Stockschlag gefällt hat. Ein weiteres Mal war beeindruckend, wie die Ice Tigers das Spiel ein paar Minuten nach dem 3:1 wieder in den Gruff bekommen haben, wie hart und konsequent Jurcina, Teubert, Martinovic und Festerling, aber eben auch Blacker (vor allem vor dem 4:1), Syvret und Mebus an der Bande arbeiten, wie konzentriert sich alle Angreifer der schnellen Rückeroberung des Pucks widmen. Es macht sicher keinen Spaß, gegen Ice Tigers in dieser Form zu spielen. Wobei man nach sechs Drei-Punkt-Siegen in Folge und einem hartnäckig verteidigtem zweiten Platz vielleicht auch nicht mehr von Form sprechen sollte.

Der NN-Moment des Spiels

David Wolf hatte sich von Milan Jurcina bearbeiten lassen. Er war wie immer mehrmals von Yasin Ehliz gecheckt worden. Er spielte gute Pässe, war stets gefährlich, aggressiv vor dem Tor. Bis er sich dazu entschied, noch ein letztes, im besten Fall weit in den Frühling des nächsten Jahres hineinwirkendes Zeichen zu setzen, war es ein ziemlich normaler DEL-Abend für den Mann mit Nummer 89. Mit Brandon Prust hatte er bis dahin kaum zu tun gehabt, als Linksaußen trifft man einen Linksaußen der gegnerischen Mannschaft nur selten. Auch in den letzten Sekunden der 55. Minute hat er Prust etwas länger suchen müssen, dann aber ließ er die Handschuhe fallen und bekam sofort eine eingeschenkt. Darauf hatten nicht nur die Nürnberger Fans gewartet, Prusts Kollegen klopften danach mit ihren Schlägern aufs Eis und auf die Bande. Nicht erst seit seiner Wahnsinnsaktion gegen Benedikt Schopper oder dieser peinlichen Einlage ist Wolf bei seinen DEL-Kollegen so beliebt wie einst die Gästekabine im Lindestadion. Rob Wilson zollte ihm hingegen Respekt, dass er sich tatsächlich jenen Nürnberger ausgesucht hatte, „der gegen alle Schwergewichte angetreten ist“ und der „in der NHL auch für genau solche Sachen gut bezahlt wurde“. Letztlich hat es aber der Kollege von den Eishockey News gut auf den Punkt gebracht: „Mit dieser Aktion ist Wolf aus dem Minusbereich in Nürnberg wieder bei null Respekt angekommen.“

Die NN-Three Stars

Da schießt einer sein erstes Saisontor, erzielt den ersten Treffer für die Ice Tigers überhaupt und prompt wird er hier in die Three Stars aufgenommen. Danny Syvret hat aber insgesamt ein sehr gutes Spiel gezeigt, er hatte defensiv viele starke Aktionen, seine Aufbaupässe waren beinahe alle präzise und hart, den starken Luke Adam hat er mehrmals sehr konzentriert kontrolliert.

„Oh Mann, natürlich war das erleichternd. Ich hatte viele Chancen, viele Schüsse, Pfostentreffer, aber es wollte einfach keiner reingehen. Natürlich ist es ironisch, dass es nun nur ein gewonnenes Bully und ein Handgelenkschuss von der blauen Linie war, nichts Besonderes. Hoffentlich habe ich dieses Glück nun wieder öfter.“

Irgendwann wird Syvret auch mal wieder Power-Play spielen wollen. Im Moment aber wird Wilson nichts ändern wollen. Marco Pfleger hat wieder in Überzahl getroffen – die erste Formation spielt zwar sehr unkonventionell, aber immer erfolgreicher. Und in der zweiten Formation gibt Milan Jurcina den Ton an, Nürnbergs derzeit bester Verteidiger. Gegen Mannheim hat der Slowake so hart und doch so clever gespielt, so kontrolliert und doch so wild, dass es ein großes Vergnügen war, ihm dabei zuzusehen.

Und dann sollten an dieser Stelle endlich auch einmal Thomas Schinko, Eckhard Acker, Thomas Hirn, Ralf Neiß, Patrick Billinger, Thomas Schneider, Rob Wilson und Mike Flanagan erwähnt und dann gleich mehrfach auf Holz geklopft werden (klopf, klopf). Die Frage, warum seine Ice Tigers in diesem Jahr so gesund sind, beantwortete der Cheftrainer mit einer beinahe vollständigen Aufzählung dieser Namen – Physiotherapeut, Athletiktrainer, Arzt, Betreuer, Arzt und für die Trainingssteuerung auch Chef- und Assistenztrainer. Vor und nach dem Mannheim-Spiel hatten sie alle wieder viel zu tun: Patrick Buzas meldete sich mit einer Beinverletzung ab, Andrew Kozek zunächst wegen einer Grippe, nach einer erholsamen Nacht aber meldete sich der Kanadier auch wieder einsatzbereit. Nach dem Spiel musste Brett Festerling behandelt werden (wurde von einem Schläger im Gesicht getroffen), Andrew Kozek (Bluterguss in der Kniekehle) ebenso – nur Marco Pfleger hatte den Check gegen seinen Kopf schon wieder vergessen (no pun intended).

26 Kommentare in “32/52: Oh, Danny Boy

  1. Es war ein großes Spiel – es hatte eigentlich alles, was zum Eishockey dazu gehört.

    Fand Mannheim heute irgendwie „passiver“ im Vergleich zu sonst. Da war man wohl doch von der Nürnberger Masse am Eis etwas beeindruckt. Dazu wurde eigentlich, wenn mal was war, nur provoziert, wenn Prust nicht in der Nähe war. Der Fight am Ende war absolute Weltklasse und eine gute Duftmarke für die Herren Haskins, Wurm, Pinizzotto und Konserten. Wolf fand ich bis dahin allerdings für seine Verhältnisse fast lammfromm, sieht man mal von der etwas hitzigen Diskussion im ersten Drittel mit den Refs ab.

    Mit Endras im Tor läuft auch das erste Drittel vielleicht ein wenig anders. Das waren für mich geschenkte Tore, aber die nehme ich gerne an.

    Pflegers PP-Serie macht mir langsam Angst. Aber der Junge hat gestern seit langer Zeit mal wieder ein ordentliches Spiel abgeliefert. Syvret mit seinem besten Spiel seit er bei uns ist. Weiter so!.

    Prust deutet immer mehr an, dass er auch spielerisch nochmal eine Verstärkung sein wird. Habe auch noch nie einen Spieler in Nürnberg gesehen, der seinen Schläger so gut einsetzen kann ohne dafür stets eine Strafe zu erhalten.
    Herrlich war auch, wie Reinprecht des Öfteren einen Adler austanzte, der Mann hat noch richtig Lust auf das Spiel.
    Insgesamt aber eine starke Leistung der Mannschaft.

    Schiedsrichter waren ok, auch wenn man das von Plachta an Kozek eigentlich nicht übersehen kann!

  2. Warum baut Sean Simpson gerade in dem Spiel 2. vs 3. Ziffzer stand Endras ein? Hab ich bei der starting Five nicht verstanden und nachm 2:0 noch viel weniger. Spielen die nicht auchmal gegen die Krefelds und Straubings dieser Welt?

    Ansonsten fand ichs zwischendurch für ausverkauft + 3:1 gegen Mnnhm erstaunlich ruhig in der Halle (v.a. Im zweiten Drittel).

    Ich hätte soo gerne als nachträgliches Weihnachtsgeschenk ein Poster vom Ende des Prust-Wolf Fights, als die #8 mit aufgezogener Faust über den am Boden liegenden Wolf steht. Symbolisch für das komplette Spiel 🙂 Leider hat Sportfoto Zink gerade den Shot nicht 😞

    Ich hatte nach dem 2:0 irgendwie nie das Gefühl, dass „wir“ das noch aus der Hand geben. Mal sehen wie es dann im Halbfinale gegen Endras aussieht…

    Und nein: ich war der Fan zwischen 30 und 70 nicht…hätte es aber gut sein können 😉

  3. Ich würde noch Oliver Mebus lobend unterbringen, der sein Spiel deutlich stabilisiert hat und sehr gute Ansätze zeigt, dass er in den nächsten Jahren ein sehr guter deutscher Verteidiger werden könnte.

    @tigAIR38
    Mit einem schicken Foto kann ich leider nicht dienen, aber Prusts Verlobte hat, zumindest das Ende des Fights, gefilmt
    https://www.instagram.com/p/BOkyfbQBh1l/?taken-by=maripiermorin
    Wobei ich speziell das Kreischen und Anfeuern der Spielerfrauen irgendwie spassig finde.

  4. Es war das erwartet hochklassige Spiel zweier Mannschaften, die in dieser Saison den Takt vorgeben. Bei solchen Spielen fällt es dann auch einem an sich zur Neutralität verdammten Off-Ice-Official schwer ruhig zu bleiben. Vor allem dann, wenn dem meist „geliebten“ Spieler der DEL so die Grenzen aufgezeigt werden. Ich weiß nicht, ob Wolf wirklich wusste, gegen wen er da antritt. Auch wenn es einige nicht verstehen werden, so gehören doch auch solche Faustkämpfe zu diesem Sport. Glück hatte gestern wohl Herr Plachta, dass Prust seine Tanzkarte schon voll hatte und unter der Dusche stand, als er meinte, er müsse seinen Schläger als Waffe benutzen. Der Jurist in mir zuck da innerlich zusammen. Hoffen wir, dass sich Kozek nicht schwerer verletzt hat. Dass diese Aktion allerdings vom hinter den beiden Spielern befindlichen HSR Kötzdörfer nicht gesehen wurde, ist eigentlich noch erschreckender. Erstaunlich erscheint es dann, dass sich einige Mnnhmmer Fan in ihrem Forum darüber aufregen, welchen Strafen die Refs nicht geahndet hatten, die gegen Mnnhmmer Spieler begangen worden sein sollen. Mag sein. Aber ebenso viele Stockschläge, Haken oder Halten wurden auch auf Nürnberger Seite übersehen. Die zwei Refs waren mit Ausnahme der richtigen Entscheidung zu dem nicht gegebenen Tor wieder einmal suboptimal unterwegs. @Sebastian ich meine, dass es ausreichte, dass sich Tardiffs Schläger im Torraum befand, um auf Man in the Crease zu entscheiden. Ohnehin wäre es meiner Meinung nach dann auch noch ein hoher Stock gewesen. Ist auch egal.

    Es war ein klasse Eishockeyspiel zweier Topteams, das Lust auf die hoffentlich bald beginnenden PlayOffs macht. Spielerisch waren gestern beide Teams sehr gut. Wir haben aber unser Gameplan besser eingehalten, die Tore zur rechten Zeit geschossen und haben dann erneut sehr diszipliniert defensiv gearbeitet. Es macht einfach Spaß, diesem diesjährigen Team zuzusehen. Dennoch muss man auch sagen, dass dieses Spiel mit Endras im Mnnhmmer Tor auch hätte anders ausgehen können.

    In diesem Sinne noch eine schöne Restwoche und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

  5. Ein wunderbarer Abend, bessere Werbung in eigener Sache ist für die Ice Tigers nicht möglich.
    Das Ergebnis ist vielleicht um ein, zwei Tore zu hoch. Macht aber überhaupt nix, war ja Mannheim😆. Eine Schlüsselszene war meiner Meinung nach im 2. Drittel, als ein Mannheimer nach einem Querpass die Scheibe nicht traf, das leere Tor vor sich. Wäre das 2:3 gewesen und es wäre womöglich nochmal richtig spannend geworden. Danach hatten die Adler ihr Pulver mehr oder weniger verschossen und konnten den Druck auch nicht mehr aufrecht erhalten. Starke Defensivleistung der Ice Tigers! Jurcina und Syvret (mit Abstand bester Auftritt für die Ice Tigers) kann man zu recht noch etwas hervorheben. Genauso Pfleger, der gestern sogar äußerst dynamisch wirkte (dass ich das nochmal schreiben darf, unglaublich!).
    Noch eine Anmerkung zu Wolf:
    Ich würde ihn nicht als „Provokateur“ bezeichnen wollen, wie zweifellos Pinizzotto einer ist. Er ist nur jemand, bei dem die Sicherungen hin und wieder mal durchbrennen. Allein die Aktion gegen Schopper ist für mich Grund genug, dass sein Respektwert bei mir tief im negativen Bereich bleiben wird. Dumm für ihn, dass er gestern an den Falschen geraten ist🤕

  6. Hallo,

    was für ein Spiel, was für ein Sieg!

    Natürlich wäre das Spiel enger gewesen, hätte Endras nicht verletzt auf der Tribüne gesessen.
    Natürlich wäre das Spiel enger gewesen, wäre das 3:1 im ersten Drittel gegeben worden. (Torraumabseits ist 2016/17 Schiri – Lotto, HiSt war es vorher imo sicher)
    Natürlich hätten die Tigers ihre Breaks im 2. und 3. Drittel konsequenter ausspielen müssen.

    In solchen Situationen sind schon viele gekippt.

    Aber: natürlich hätten/haben wir gestern auch dann/trotzdem gewonnen. Dieses Team will gewinnen. Dieses Team steht füreinander. Bezeichnend für mich die Szene von Mebus in Iserlohn. Er wollte sich das nicht gefallen lassen.

    Für mich übrigens in den letzten Spielen einer der Besten (und kaum gewürdigt…): Brandon Segal. Ackert für zwei, spielt überragend an der Bande und macht seine Tore (ok, Fan… 🙂

    Hoffe, im Spiel gegen Köln wird die Bude auch wieder voll. Wird sicher nicht weniger spannend, wenn auch weniger emotional.

    Herzlicher Gruß & guten Rutsch
    Stefan

    PS: Natürlich wusste Wolf, wer Prust ist. Imo hat er sich wegen solcher Fighter aus der NHL/Nordamerika zurückgezogen. Er hat durch die Wahl von Prust tatsächlich ein paar Punkte gut gemacht, bei 0 Respekt ist er aber (zumindest bei mir) noch lange, lange Zeit nicht… Gegen ihn war Tomas Martinec und Rene Corbet echte Sympathieträger (was zumindest Martinec privat tatsächlich ist…)

  7. Ich habe den Bericht in der Tageszeitung gelesen, und frage mich ob Herr Böhm „Home Office“ gemacht hat. Festerling war Anfang des 2Drittels garnicht mehr auf dem Eis. Er wurde mit einer Augenverletztung in ein Krankenhaus gebracht. Vielleicht sollte man solche Fragen auch einmal bei Pressekonferenz stellen, aber wie in Nürnberg üblich. “ Fragen der Presse- wie ich feststelle -keine Fragen.

    • Vielen Dank für ihren ersten Beitrag, Frau Spangler. Ich saß gestern Abend, wie immer, auf der Pressetribüne, hab meinen Text, wie immer, während des Spiels geschrieben und dabei ist (nicht nur) mir entgangen, dass Festerling nicht mehr mitspielen kann. Den Text hab ich mit Schlusspfiff in die Redaktion geschickt. Solche Fehler ärgern mich selbst am meisten. Die Frage, warum wir bei der Pressekonferenz keine Fragen stellen, wurde hier schon oft beantwortet. Sie können sich sicher sein, dass wir danach alle unsere Arbeit machen – nicht selten bis spät in die Nacht.
      Sebastian Böhm

  8. Ein tolles, intensives Spiel, bei dem mich allerdings nur unsere Mannschaft richtig überzeugt hat und wie ein Spitzenteam aufgetreten ist. Ich habe die Adler gestern in allen Belangen schlechter gesehen. Wenn sie gestern einen guten Goalie wie Endras gehabt hätten, wäre es trotzdem wesentlich enger geworden. Drei Torwartfehler (gnädig gezählt) sind dann einfach zu viel. Überrascht war ich, dass Arendt und Kink im Telekom-Interview die eigene Leistung übertrieben schöngeredet haben – da sollte man mit diesem Kader doch andere Ansprüche haben.

    Was mir an unserer Mannschaft heuer besonders gefällt, ist das Umschaltspiel. Nach aggressivem Anlaufen in der eigenen Zone und Puckeroberung geht so richtig die Post ab. Da hat man im Vergleich zu den Vorjahren nochmal deutlich an Tempo gewonnen. Paradebeispiel ist das vierte Tor, bei dem im Übrigen auch die Qualitäten von Prust an der Scheibe und im Skating gut sichtbar wurden. Ein Lob auch für das Trainerteam, dass sie die Fünf-Stürmer-Variante im Powerplay konsequent durchziehen. Es wird nicht nur statistisch spürbar besser.

    Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen Eishockeyinteressierten, die den Schlägereien noch nie viel abgewinnen konnten und schaue v.a. wegen vieler anderer Faktoren diesen faszinierenden Sport. Gestern habe ich mich jedoch wirklich über die Demonstration von Prust gefreut. Es wurde allerhöchste Zeit, dass diesem unfairen Sprössling des großartigen Mannix Wolf endlich mal jemand die Grenzen aufzeigt. Und zwar so richtig. Der David hat mit hochroter Jupp-Heynckes-Gedächtnis-Birne gepumpt wie ein alter Postgaul – unbezahlbar! 🙂

    Abschließend ein Dank an Sebastian (und Christoph als Vertretung) für die vielen tollen Blogeinträge in diesem Jahr und allen einen guten Rutsch ins Jahr 2017.

  9. das meiste ist bereits gesagt, trotzdem noch ein wort zu den schiedsrichtern: nürnberg spielt hart, sehr hart, teilweise überhart. mannheim dagegen spielt schmutzig, phasenweise sehr schmutzig. spieler wie plachta und kink nehmen bewusst verletzungen ihrer gegenspieler in kauf (teilweise unterstelle ich ihnen, dass sie das sogar wollen).
    die beiden schiedsrichter haben gestern eigentlich jede Entscheidung, die sie gesehen haben, richtig gefällt. bedenklich ist für mich die vielzahl an unsportlichkeiten, die sie nicht gesehen haben (eben kink und plachta). als icetigers würde ich heute eventuell auch mal darüber nachdenken ein „best of“ video nach köln zu senden …

  10. Wolf hat wie ein Mann gekämpft und hat sich dafür Respekt verdient. Ein feiger Hund wie Plachta muss von der Liga aus dem Verkehr gezogen werden. 8 Spiele Sperre wären angemessen.

    Bockstark gestern Milan Jurcina. Mal mit brachialer Urgewalt, mal mit feiner Klinge. Dazu fast immer die richtigen Entscheidungen getroffen.

  11. Das gestrige Spiel war – abgesehen von der etwas glücklichen 3-Tore-Führung – eine Demonstration unserer diesjährigen Stärke:
    Defensiv stabil und kompromisslos (dabei aber meistens fair), jederzeit in der Lage schnell umzuschalten und gefährliche Angriffe zu fahren. Die Last des Toreschießens verteilt sich angenehm konstant auf mehrere Schultern. Das könnte diese Saison ein großer Trumpf werden.
    Teubert wirkte gestern manchmal ein bisschen fahrig in seinen Aktionen, ist aber ansonsten ein richtiger Fels im Abwehr-Bollwerk. Überragender Verteidiger ist für mich aber Jurcina, quasi der 99er Ivan Droppa 2.0
    Den zu halten wird wahrscheinlich schwer. Wenn Jiranek das schafft, hat er meinen vollsten Respekt.

  12. Stark! Bockstark! Saustark!

    Was soll man zu diesen Leistungen eigentlich noch sagen. Das Team spielt einfach brutal gut. Gute Torhüterleistungen. Defensiv einfach konsequent, körperlich präsent und mit tollem Umschaltspiel (wie schon mehrfach erwähnt). Und in der Offensive kann jede Reihe Tore schießen (und tut es auch – vor allem natürlich die ersten Drei).
    Hinzu kommt noch, dass die Mannschaft in Führung liegend inzwischen einfach richtig cool bleibt. Als wir in Iserlohn aus dem Stadion sind, sagte der Junior: „Mann, haben unsere Jungs die Hühnchen im letzten Drittel abgekocht!“ Braucht man nix hinzuzufügen.
    Ich war gestern beeindruckt von der Mnnhmr Taktik in den ersten beiden Dritteln. Die waren sehr gut eingestellt. Bisher hatte es keine Mannschaft geschafft uns hinter dem eigenen Tor den Puck abzunehmen. Das Forechecking funktionierte richtig gut. Hat in der Form aber sicher auch viel Kraft gekostet. Und so wurde Mnnhm diesmal im letzten Drittel abgekocht. Ob Endras oder nicht, der hat diese Saison auch schon den einen oder anderen vermeintlich haltbaren durchgelassen, die Mannschaft nutzt derzeit einfach die Möglichkeiten zum richtigen Zeitpunkt die Tore zu machen.
    Es fällt schwer nach solchen Spielen überhaupt einen Spieler heraus zu heben, denn ALLE haben eine richtig gute Leistung abgerufen. Doch was der Steckel momentan spielt ist bockstark. Und die Leistung von Ehliz hat mich echt beeindruckt. Extrem gute Arbeit in den Zweikämpfen. Und eine enorme Geschwindigkeit. Vor allem beim Forechecking. Saustark. Er kompensiert das kleine Formtief vom „C“.

    @Klaus: Ich stimme zu. Viele richtig dreckige Szenen der Mnnhmr. Nachdem wir uns die letzten Jahre in der Rivalität mehr auf die Grizzlies konzentiert haben, wollten die sich gestern wohl nachdrücklich in Erinnerung bringen…

    @Stefan: Sehe das mit Wolf anders. Ihm fehlt einfach viel Spielintelligenz um sich in der NHL durchzusetzen. Und das Gehalt in der AHL liegt deutlich unter dem bei den Adlern…
    Nachstechen gegen Joker, der den Puck save hatte (Leo hatte kürzlich für weniger 2 Minuten gesehen). Und auch sonst hat er mir nicht gefallen (viel schlechter als beim ersten Spiel bei uns).

    Zu Brandon Prust: Einfach stark. Nicht nur die Fights. Wie er unter Bedrängnis den Puck zum Mitspieler bringt, wie er passt, wie er verteidigt. Es macht Spaß ihm zuzusehen. Er ist ein Schlüsselspieler zu mehr… Danke an den besten Sponsor der Liga, dass wir ihn sehen dürfen.

    Stats:
    – In 26 von 32 haben Ice Tigers gepunktet
    – Im November und Dezember 11-3-2-2 (16 von 18 Spielen gepunktet)
    – Powerplay liegt nun bei 17,9% (Das wäre gut für PO)
    – Neben München bestes Heimteam
    – 13 Spieler haben bisher ein Game Winning Goal erzielt (Leo führt mit drei GWG)

    Es macht unglaublich Spaß dem Team zuzusehen.

    @ Blogger und Kommentatoren: Danke für ein tolles Jahr 🙂

    Und: Wünsche morgen Abend Allen noch ein gutes Spiel und dann einen guten Rutsch in ein gesundes neues Jahr

  13. PS: noch kurz zu den Schiris…
    Nach Sichtung der Aufzeichnung (was für ein Genuss… 🙂 ) klare Fehler:
    1.) Carl hat das Tor klar mit Absicht verschoben.. 2 Min. nicht gegeben
    2.) HiSt gegen Festerling mit Verletzung… 5 +20 Min. nicht gegeben
    3.) 2 Min. gegen Plachta Stockschlag

    Imo.:
    1.) 2 Min gegen Ehlitz wg. Bandencheck eher nicht, restlichen Strafen gegen uns waren ok
    2.) Crosscheck gegen Reul hätte ich nicht gegeben, die anderen Strafen gg. Mnnhm waren ok

    Die 5+20 HiSt (Festerling) hab ich im Stadion auch nicht gesehen, daher kein Vorwurf. Zumindest nicht von mir… Der Stockschlag von Plachta war die einzig echt dreckige Aktion, ansonsten schaut mal AUG-STR… DAS war echt schmutziges Hockey…

    In Summe wurde viel mit den Stöcken gearbeitet, die Schiris hatten eine Linie und haben das meiste durchgehen lassen. Find ich ok und ist mir lieber als inkonsequentes rumgepfeiffe, das wir leider viel zu oft sehen müssen.

    Daher für mich in Summe ordentliche Leistung der Zebras

    PPS: Der Kommentator von Telekom Eishockey war kompetent und hat Fehler eingestanden… fand ich sehr erwähnenswert nach all dem Quatsch der von seinen Kollegen oft erzählt wird!

  14. wundert mich, dass niemand den stockschlag von kink auf den unterarm von pföderl gesehen hat. der war in meinen augen deutlich heftiger als die plachta-kozek geschichte …

  15. @Frank Strube

    Habe nicht darüber geurteilt, ob Wolf das Zeug für die NHL hat oder nicht. Mir hat es einfach gefallen, dass er gegen Prust die Handschuhe fallen hat lassen. Dafür hat er meinen Respekt.

    Die Stärke von Wolf ist sicher nicht die Spielintelligenz, aber er ist für DEL-Verhältnisse ein überragender Power-Forward. Für meinen Geschmack hat er drüben zu schnell aufgegeben, aber das ist seine Entscheidung. Auch in der AHL wird für Spitzenspieler inzwischen sehr ordentliches Gehalt bezahlt, aber in Mannheim ist das Geld sicher auf eine angenehmere Weise verdient als in der AHL.

  16. @Jens
    Danke – habs dann im NN-Artikel gelesen gehabt. Das erklärts natürlich 😉

    @Berni
    Auch danke. Der „ISPFD“, der das Bild bei Hockeyweb gefertigt hat, hat auch noch n paar andere von DEM Fight…aber leider nicht das. Wieder ein enttäuschendes Weihnachten 😂

    @ Sebastian / Christoph / der „Community“
    Danke für die top Saisonbegleitung hier. Hoffentlich noch gaaaanz lang !

  17. Ein kleiner Wunsch für 2017 nachdem ich gerade am Zeitungskiosk vorbei gekommen bin und eine Schlagzeile gesehen habe. Auch in der NN_Online stand schon Prügel-Prust und prügelnder Prust. Faustkämpfer, Fighter, faustkämpfender, boxender (vielleicht fällt jemandem noch was besseres ein) finde ich treffender. Denn es geht um Hockeyfights und keine Prügeleien (meine Assoziation dazu ist: prügelnde Betrunkene in der Kneipe oder Prügeleien unter durchgedrehten Fans). Er schlägt ja auch nicht permanent mit dem Schläger zu oder ähnliches.

    Auch nicht uninteressant zu lesen…
    http://m.morgenweb.de/sport/adler-mannheim/adler-berichte/schwarzer-mittwoch-fur-adler-1.3098324

    Viele Grüße Frank

  18. das ist generell das Problem einiger deutscher „Talente“, die es drüber hätten schaffen können. Sei es ein Plachta, Gogulla oder Wolf oder Treutle, keiner wollte sich über die AHL durchbeißen. Wäre da mehr Wille würde vllt auch die Nati im internationalen Vergleich besser aussehen…

    Wolf ist denke ich nicht zu Unrecht Topscorer der Adler, der kann schon an der Scheibe auch was. Hat leider nur ein schwer einzudämmendes Temperament. Siehe damals die Sache mit Schopper. Aber alleine aufgrund seiner spielerischen Fähigkeiten und des Fights gegen Prust hätte er mehr Respekt verdient. Fand es z.B. ein Unding, das Wolf auf der Strafbank und beim Verlassen mit Klatschpappen beworfen wird. Aber wie das mittlerweile mit dem Respekt ist sieht man ja an dem tollen Doppelhalter zum Videobeweis….

  19. @blackhawk

    Genau richtig, das Bewerfen der Spieler geht überhaupt nicht, hier sollten auch die Ordner mal durchgreifen.

    Auch der besagte Doppelhalter ist zumindest fragwürdig,

    @ all Wünsche auch einen guten Rutsch, besonders Sebastian und Christoph.

  20. Einfach der Hammer. Das Team arbeitet weiter hart und zäh. Und holt den Sieg in WOB.
    Und wie vorhergesagt – Bidole 🙂 – geht das Spiel in die OT.

    Stats:
    – Patrick Reimer mit 17 Toren Top-Torjäger der Liga (geteilt mit Williams von Straubing)
    – 7. Sieg in Folge
    – in 14 von 16 Auswärtsspielen gepunktet
    – Dezember mit 60% Punkten auswärts der schwächste Monat 😉
    – alle anderen Monate auswärts 66,7%
    – im November und Dezember zuhause/auswärts in 17 von 19 Spielen gepunktet (11-4-2-2)

    Freuen uns schon auf das nächste Spiel in Ingolstadt 🙂

  21. Letztes Jahr nach 32 Spielen Ende Dezember 51 Punkte, dieses Jahr nach 33 Spielen stolze 67 Punkte … viel mehr muss man vermutlich nicht sagen.

    Alln Bloggern einen guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches 2017 !

Kommentare geschlossen.