Spiel sechs: Meister der Schmerzen

hurts

Und doch, diese Ice Tigers haben Geschichte geschrieben: Das 7:1 gegen Iserlohn war wahrscheinlich das dominanteste Eishockey-Spiel, das diese Arena je gesehen hat (mal abgesehen vom 1:10 von Check Noris gegen die Kampfkarpfen Fürth). Die Schilderung des 5:4 gegen Wolfsburg wird mindestens eine Generation von Enkeln nerven. Wahrlich unglaublich war aber nur, was passierte, als alles vorbei war. Ein weiterer zum Scheitern verurteilter Versuch, den Playoff-Wahnsinn in Nürnberg und dessen abruptes Ende zu beschreiben.

Ein Satz, ein Stockschlag

  • Der EHC Wolfsburg steht verdient im Finale.
  • Und trotzdem haben es diese Ice Tigers samt ihrer Fans nicht verdient auszuscheiden.
  • Diese Halbfinalserie erstreckte sich über 19 volle Drittel: vier davon gingen klar an die Grizzlys, in elf stellten die Ice Tigers die optisch und statistisch bessere Mannschaft.
  • In der Geschichte der DEL bleibt es bei zehn best-of-seven-Serien die über die volle Distanz gingen, in keiner davon stand es zwischendurch 0:3.
  • Diese Ice Tigers sind sowas von kein One-line-team mehr.
  • Von den Stürmern haben nur Marco Pfleger und Marc El-Sayed (ein Spiel) nicht getroffen – 11 von 13 in gerade einmal 12 Spielen, das ist beeindruckend.
  • Beeindruckend ist allerdings auch die Plus/Minus-Bilanz von Derek Joslin (minus zehn), beeindruckend schlecht.
  • Die Ice Tigers beenden diese Playoff-Reise mit der schlechtesten Power-Play-Quote aller zehn Teilnehmer.
  • Sehr wahrscheinlich ist weltweit noch keine Eishockey-Mannschaft mit einer Power-Play-Quote von 5,7 Prozent dem Titel so nahe gekommen wie diese Ice Tigers.
  • Die Gesamtbilanz dieser Serie aus Sicht der Ice Tigers: 211:159 Schüsse, 12:20 Tore, 24:119 Icings, 1456:2123 blocked shots (könnte sein, dass diese letzten vier Zahlen nur geschätzt sind).
  • Wer einen Schuss blockt, dem ist der Respekt seiner Mitspieler sicher – mitunter aber auch ein frühes Saisonende (frag nach bei Björn Krupp und Yasin Ehliz, die bei der WM in Russland sehr wahrscheinlich fehlen werden).
  • Diese Ice Tigers hätten Meister werden können, trotzdem und trotz des ordentlichen Etats ist dieser dritte Platz ein Erfolg – wenn man davon ausgeht, dass ein Erfolg abgesehen vom Meistertitel möglich ist.
  • Dass wir uns erlaubt haben, dieses Blog per Untertitel zum besten der Deutschen Eishockey-Liga zu erheben, liegt vor allem daran, dass er der einzige seiner Art ist.
  • Zu einem wahrhaft außergewöhnlichen Blog machen es erst die Kommentare, die man in dieser Qualität sportartenübergreifend nirgendwo sonst findet.
  • Vielen Dank dafür.
  • It hurts to win, sagt der Coach, diese Niederlage wird aber sicher weit mehr schmerzen – und trotzdem hat es sich gelohnt (was sich natürlich leicht schreibt, wenn man sich während der Playoff gerade einmal ein blockiertes ISG und einen Schnupfen eingefangen hat).
  • Hat Servus TV tatsächlich den (sehr netten) Wolfsburger Pressesprecher zum Cable Guy gemacht?
  • Die Stimmung nach dem Spiel war einzigartig und weiterer Beweis dafür, wie positiv sich die Fankultur in Nürnberg entwickelt hat.

Das Spiel

Der EHC Wolfsburg mag nur in vier von neunzehn Dritteln die schlechtere Mannschaft gestellt haben, das bedeutet aber nicht, dass diese Mannschaft in den restlichen fünfzehn Dritteln wirklich schlecht gespielt hat – jedenfalls nicht so schlecht, wie die Mannschaft der Ice Tigers heute in Drittel zwei. Die Grizzlys waren konstanter in dieser Halbfinalserie, das antwortete auch Kurtis Foster auf die Frage, warum sie ins Finale vorrücken dürfen und nicht die Ice Tigers. Wer in einem Eliminationsspiel bei doppelter Überzahl einen Gegentreffer kassiert, wer trotz dieser Überzahl keine echte Chance auf einen Treffer herausspielt, wer Sebastian Furchner antreten und schießen lässt und diesen Schuss trotz freier Sicht nicht parieren kann, der hat laut den statistischen Erhebungen des Elias Sports Bureau keine Chance zu gewinnen. Natürlich haben die Ice Tigers im ersten und letzten Drittel wieder viel Druck entwickelt, natürlich hatten Steckel, Reinprecht, Reimer, Heatley, Pföderl und Murley beste Chancen, um auch diese Partie in die Verlängerung zu schicken. Wie schon in den Spielen zwei und drei fehlte es aber an Präzision und Kreativität. Druck allein reicht nicht gegen eine Mannschaft, die den Slot derart beherrscht, die über Spieler verfügt, die wie Haskins alleine in der Schlussphase eine Minute von der Uhr nehmen und die mit Felix Brückmann und Sebastian Vogl über zwei herausragend nervenstarke Torhüter verfügt. Natürlich hatte es nach Patrick Reimers Overtime-Tor so ausgesehen, als würde sich seine Mannschaft zwei Tage danach auch ein siebtes Spiel erkämpfen können. Vielleicht hat es den Aktionen der Ice Tigers aber gerade deshalb oftmals an der letzten Konsequenz gemangelt. Vielleicht erklärt sich der physische und psychische Einbruch im zweiten Drittel aber auch durch die ungünstige Regenerationszeit nach Spiel fünf. In der Iserlohn-Serie hatte Rob Wilson gewusst, dass seine Mannschaft in Spiel vier die größte Chance haben würde, weil die Roosters nach der harten Reise am Freitag am Sonntag danach bereits um 14.30 Uhr antreten mussten. Diesmal waren es die Grizzlys die nach dem langen Overtime-Spektakel zu Hause ausschlafen und am Tag danach im Bus regenerieren durften. Vielleicht hätte aber auch nur einer von vierzehn Schüssen im ersten Drittel erfolgreich sein müssen, um uns allen diese unnützen Spekulationen zu ersparen.

Das Playoff-Monster

Danach wirkte Rob Wilson, als hätte er noch nicht realisiert, dass er am Dienstag nicht schon wieder nach Wolfsburg fahren darf. Dieser sehr große, sehr lässige Mann stand trotzig vor der Kabine. Allein das hätte als Symbolbild schon genügt. Einen Trainer, der so bedingungslos an seine Mannschaft glaubte, der es schaffte, von seinen Spieler respektiert, gemocht und gefürchtet zu werden, einen Trainer, dessen Arbeit man gerade in den Playoffs auch auf dem Eis sah – einen solchen Trainer hatte man in Nürnberg noch nicht gesehen. Peter Ihnacak war nur auf dem Papier für den 99er-Jahrgang verantwortlich. Greg Poss hatte eine großartige Idee von großartigem Eishockey, er hatte nur keine Idee, wie er diese Idee durch die Playoffs retten sollte. Benoit Laporte hatte Erfolg – aber zu welchem Preis? Bob Murdoch und Bengt-Ake Gustafsson hatten große Namen. Andreas Brockmann, Mike Schmidt und Tray Tuomie waren nett. Und Peter Draisaitl war zur falschen Zeit am falschen Ort. Robert Wilson aus Toronto wirkte hingegen in jeder Szene souverän, er bewahrte die Ruhe, als das Umfeld in Nürnberg wieder einmal nervös wurde und er ließ sich nicht von Pavel Gross vorführen. Gerade die Spiele drei (0:3) und fünf (3:2) waren taktische Meisterleistungen, auch der Glauben an Tyler Beskorowany erwies sich trotz verlockender Alternativen als richtig. Wilson ist in Ligen Meister geworden, über die man sich in der DEL allein deshalb erhebt, weil es so viele Profiligen nicht gibt, die vermeintlich schlechter sind. Dass er mit den Ice Tigers noch nicht Meister geworden ist, liegt am wenigsten an ihm selbst. Sein Vertrag wurde schon vor Playoff-Beginn verlängert. Das ist eine gute Entscheidung.

Sportfoto Zink/Matthias Winter

Sportfoto Zink/Matthias Winter

Ehrenvolle Erwähnung: Patrick Reimer – wäre sein Schuss Sekunden vor dem Ende reingegangen, der Respekt, den er sich in diesen Playoffs erarbeitet hat, wäre nur unwesentlich gestiegen; Marc El-Sayed, der zuletzt im Januar hatte mitspielen dürfen und dafür in seinem letzten Spiel für die Ice Tigers, eine sehr anständige Leistung bot; und Marco Pfleger, der auch diesmal keine Torgefahr ausstrahlte, seinen vergleichsweise schmächtigen Körper aber erneut in keiner Sekunde schonte und immer wieder andeutete, was noch möglich ist, wenn sich dieser Spätstarter weiter entwickelt.

Playoffs, Baby?

Danach besuchen die Verlierer die Gewinner, so habe ich das bislang nach jeder Playoff-Serie beobachtet. Typen, die sich in den zehn Tagen zuvor mit den schönsten Variationen des Wortes fuck bedacht hatten, die sich bekriegt und bis aufs Äußerste bekämpft hatten, liegen sich in den Armen, tauschen Anekdoten aus und lachen miteinander. Auch wenn hier die Schauspieleinlagen der Wolfsburger sicher nicht zu Unrecht thematisiert wurden (nachdem sich Buzas, Jiranek und Reimer dazu geäußert hatten, kann ich mich übrigens an keine Schwalbe erinnern, sieh mal an), blieb diese Serie erfreulich fair, ohne mit Härte zu geizen. Die Ice Tigers veranstalteten zwischendurch veritable Check-Festivals, die Grizzlys ließen sich checken und blockten ohne Rücksicht auf die körperliche Unversehrtheit. Allein die Box-Fans unter den Eishockey-Fans dürften mit dieser Playoff-Serie nicht restlos zufrieden gewesen sein. Und noch etwas: Nicht jede Regelinterpretation mag nachvollziehbar sein, die Schiedsrichter aber sorgten in diesen sechs Spielen für erfreulich wenig Diskussionsbedarf.

Gerhard, die Rolle

Zwölf Spiele, sechs Siege, sechs Niederlagen, 2,33 Gegentore im Schnitt, 329 Saves bei einer Fangquote von 92,2 Prozent – Tyler Beskorowany hat eine sehr ordentliche Playoff-Reise hinter sich. Er hat den Ice Tigers aber auch lediglich ein Spiel alleine gewonnen (4:1 in Iserlohn, entscheidender Save gegen Jaspers beim Stand von 2:1). Nach solch knappen Playoff-Spielen kann man niemanden persönlich verantwortlich machen für das Ende einer Saison, in diesem Fall schon gar nicht den Torhüter. Trotzdem glaube ich, dass die Ice Tigers im Frühjahr 2017 mit einem gesunden Jochen Reimer, unterstützt von einem gesunden Andreas Jenike, eine bessere Chance haben, den vorletzten und den letzten Schritt auch noch zu machen.

Die Zukunft

Alexander Oblinger, Marc El-Sayed, Marco Nowak, Derek Joslin und Tyler Beskorowany werden die Ice Tigers sicher verlassen, haben zum größten Teil längst Verträge bei DEL-Konkurrenten unterschrieben. Matt Murley und Kyle Klubertanz sollten noch folgen, David Printz und Casey Borer könnten noch folgen. Nach den Eindrücken der letzten vier Wochen wäre jeder einzelne ein Verlust für die Ice Tigers. Nach den Eindrücken einer gesamten Saison ist es nur konsequent, diese Spieler ziehen zu lassen, wenn man sich verbessern will. Allein ein Spielertyp wie Printz (solider erster Pass, herrliche Checks, weitaus besseres Skating, als es sein Ruf vermuten lässt) dürfte auf dem Markt nur mit sehr viel Mühe zu finden sein.

P. Reimer, Reinprecht, Ehliz, Pföderl, Steckel, Pfleger, Segal, Möchel, Filin und Kozek sowie Weber, Foster, Martinovic und Teubert sowie J. Reimer und Jenike bilden einen sehr soliden Kern, um eine Meistermannschaft zu bauen.

Bliebe Dany Heatley, der solide Hauptrundenzahlen ablieferte, über die gesamte Saison hinweg herausragende Antizipation und herausragendes Talent andeutete, der in den letzten Jahren offensichtlich nicht hart genug gearbeitet hatte, um eine altersgemäße und verletzungsbedingte galoppierend fortschreitende Degeneration zu kompensieren. Beeindruckend aber waren sein uneitles und ehrliches Auftreten. Heatley erwies sich in Nürnberg als absoluter Teamplayer, von dem alle seine Mitspieler schwärmten – selbst wenn sie wussten, dass das nicht sofort per Twitter, in einem Blog oder auf Zeitungspapier verbreitet wird.

Sportfoto Zink/MaWi

Sportfoto Zink/MaWi

Außerdem sagte er nach dem Spiel das hier:

„Pretty awesome. Fans have been great for us all season. They’re the best in the league. They stick with us all the way to the end – and beyond.“

Ladies and gentlemen, this is your coach speaking

„Ich glaube, die Fans haben erkannt, wie hart diese Kerle gearbeitet haben. Sie haben gegen eine Mannschaft gespielt, von der man sagt, dass sie hart arbeitet. Ich glaube, keine Mannschaft hat härter gearbeitet als die Ice Tigers in diesen Playoffs. Das soll die Leistung von Wolfsburg nicht schmälern. Aber die Jungs haben alles gemacht, was ich von ihnen verlangt habe. Ich bin extrem stolz auf diese Mannschaft.“

Das Zeugnis

Spätestens am Montag werden wir Euch bitten, uns per Kommentar unter einem Blogbeitrag beim Erstellen eines Abschlusszeugnisses für diesen Jahrgang zu unterstützen. Die Durchschnittsnoten und einzelne Einschätzungen (weil besonders witzig, kompetent, überraschend) werden wir dann wie immer veröffentlichen.

19 Kommentare in “Spiel sechs: Meister der Schmerzen

  1. Als Wolfsburger kann ich nur bestätigen, dass die Serie zwei Gewinner verdient hätte.
    Dazu gehören neben den Grizzly, auch die Ice Tiger Fans die heute im Stadion waren und die, die nach dem 0:3 Zwischenstand in Spiel 4 da geblieben sind. Bei den Nürnberger Spielern fehlte mir manchmal der letzte Wille mit dem Patrick Reimer in Unterzahl das 1:3 geschossen hatte. Und hier sehe ich auch den Unterschied zu den Grizzlys, wo man sich blutige Ohren, kaputte Arme und Beine holte und trotzdem wieder aufstand. Und dieser Wille alles dem Erfolg unterzuordnen (wie kann man bei 5 gegen 3 von der blauen Linie mehrfach uninspiriert auf das Tor schiessen und dann nicht mal das Break stoppen) hat für mich nur den Namen Pavel Gross ( Verletze?, welche Verletzten…).
    Er liess sich weder von Tomas Sabo (was will der Zottel von mir bei der Attacke auf Fauser), noch von agressiven Fragen einiger Reporter, noch vom Ergebnis nervös machen. Das er in der Saison den Vertrag verlängerte und mit einem geringerem Etat trotzdem den Erfolg im Wolfsburg „Baumarkt“ sieht, spricht nur umso mehr für den Charakter seiner Mannschaft, die mit diesem Etat immer um Platz 12 spielen müsste.
    Nürnberg sollte aus diesem Grund auch nicht zuviel ändern, Die Fans sind da! Die HF-Spiele waren auf Augenhöhe und meistens darüber(und das sage ich als Wolfsburger!). Der Trainer konnte die Mannschaft erreichen. Und selbst die Superstars haben sich eingeordnet (Steckel war wirklich gut, aber im fehlte ein bisschen das Glück, und Heatly war zumindest Mannschaftsdienlich – Reihe 4 ).
    Der Blog ist trotz einiger negativer Anmerkungen (Schauspielerei bei klaren Verletztungen habe ich nicht erkennen können) zu uns Wolfsburger klasse. Ich freue mich auf die neue Auflage im nächsten Jahr. Bis dahin würde ich mich freuenm wenn ihr dem Underdog gegen München die Daumen drücken würdet.

  2. Danke fürs Bloggen!

    War eine gute Saison, spannende und intensive PlayOffs, mit einem Team, das wollte und kämpfte.
    Wenn man es sich einfach macht, bleibt unter dem Strich als Unterschied in der Serie gegen WOB die Schußeffizienz. Und damit auch ein Fragezeichen bei mir.

    Wie wären diese gesamten DEL-PlayOffs gelaufen, hätten die Berliner ihr siebtes Spiel gewonnen… Hätte, hätte, Fahrradkette

    Details zum Spiel schreiben kann ich noch nicht… Love hurts…

    @SEB
    Ich finde die Formulierung
    „Trotzdem glaube ich, dass die Ice Tigers im Frühjahr 2017 mit einem gesunden Jochen Reimer, unterstützt von einem gesunden Andreas Jenike, eine bessere Chance…“
    nicht so glücklich.
    Klingt wieder ein wenig so nach Jenike mit dem Image der ewigen Nummer Zwei und J.Reimer der große Star. Gefällt mir, ehrlich gesagt, gar nicht.
    2013 hat Reimer das letzte Mal sowas wie eine komplette Saison gespielt, dass dies nochmal geht und er tatsächlich (noch) besser ist, als Jenike, muß man sehen. Eigentlich bin ich noch nicht mal so überzeugt, dass wir hier in Nürnberg überhaupt noch eine Saison mit J.Reimer im Tor sehen werden.

    PS
    Als kleiner Service wieder der Link zum kompletten Re-Live von ServusTV unter
    http://www.laola1.tv/partner/v4player/index.php?identifier=servustv_del&menu1=86&menu2=&menu3=&play=507456

    PPS
    Ich wünsche mir und dem Eishockeygott mir der #28 jedenfalls, dass wir WOB nächste Saison nur 2 bzw 4x sehen werden. #28 in der Serie mit 0 Punkten und -5, falls ich mich nicht verzählt habe.

    Ganz kann ich es doch nicht lassen… Der Torhüter war, auf jeden Fall heute, schon der Unterschied. Das erste Tor lenkt der Besko sich selbst rein, sonst wäre der Puck wohl vorbei gegangen und beim zweiten Tor war der Schuß eigentlich nicht besonders gut, wenn gleich Foster natürlich foulen muß. Brückmann hingegen im 3.Drittel brutal stabil

  3. Das ist leider der Preis wenn man immer ein Rückstand nachlaufen muss, das kostet einfach zuviel Kraft !
    Aber trozdem finde ich was Charakter Mortal und Einsatz betrifft ist s kaum zu überbieten was die im Tigerskäfig gezeigt haben.
    Jetzt gilt es denn Kopf frei zu bekommen und nach der Sommerpause geht es von vorne los. ich persönlich würde mir wünschen das Dany Heatley in Nürnberg bleibt, da ich glaube das er der Mannschaft echt helfen kann.
    Was die fans betrifft muss man nicht viel schreiben…. nur geil !!!!

  4. Ich bin stolz ein Fan der IceTigers zu sein. Ich bin stolz darauf, wie freundlich unsere Gäste begrüßt werden. Ich finde es respektvoll, das die Mannschaftsaufstellung des Gegners kurz vor Spiel und nicht „zwei Stunden“ vorher genannt wird. So etwas in dieser Art gibt es in extrem wenig anderen Eishockey-Arenen.
    Heute war das nicht so. Ich wünsche mir, dass dies eine einzige Ausnahme bleibt…

    Ich kann viele verstehen. WOB hat kaum Fans. Für Liebhaber ist das nicht schön was die spielen. Aber es gibt dort auch nette Fans. Wie den Thomas, der einfach ein Bier ausgibt. Ich drücke trotzdem München die Daumen…

    Aber wir haben gegen dieses Team verloren, weil wir mehr Fehler gemacht haben. Wir haben das schönere Eishockey gespielt. Wir haben hart und fair gespielt. Wir haben die Initiative ergriffen. Wir haben versucht aktiv Tore zu schießen. Wir haben nicht nur den Puck rausgeschossen oder per Bogenlampe ins Angriffsdrittel geschlenzt. Wir haben nicht nur auf die Fehler des anderen Teams gewartet. Wir haben nicht geschauspielert. Wir haben nicht in jedem Spiel das Puckglück gehabt. Wir haben nicht immer konsequent genug verteidigt. Wir haben unsere 100%igen Torchancen zu oft nicht genutzt. Wir haben ehrliches, leidenschaftliches und gutes Hockey gespielt…

    Wir haben eine großartige Serie gehabt. Wir konnten die Playoffs genießen und großartige Artikel in der NN, wie den von M. Jiranek vor den PO und fast an jedem Tag von Sebastian Böhm, lesen. Wir hatten Spaß. Wir haben gelitten. Enorme Emotionen gehabt. Neue Freunde gewonnen. Freundschaften gefestigt (A. Ihr seid klasse). Wir haben uns als tolle Fans zuhause und auswärts präsentiert. „Wir Fans“ hat etwas tolles aufgebaut. Wir haben ein super Team gehabt, so dass sich das Nürnberger Eishockey insgesamt richtig Respekt in dieser Saison erarbeitet hat. Wir haben einen super Eishockey-Blog. In diesen Playoffs war jeder Tag wie ein Gameday, auch wenn gar kein Spiel war…

    Trotzdem traurig. Richtig traurig. Sicher noch ein paar Tage bis zur Abschlussfeier. Dann beginnt der Abschied und auch der Neuanfang. Und dann sicher schon die Vorfreude auf die neue Saison….

    @Sebastian: #12togo  🙂

  5. Nach einer Nacht drüber schlafen gibt es nur eins was ich zu sagen habe:
    DANKE Thomas Sabo DANKE DANKE DANKE … tausend Dank
    DANKE Martin Jiranek
    DANKE Patrick Reimer (als Kapitän der einzige Spieler den ich herausheben möchte)
    That’s all…

  6. Zum Ende der Saison nochmal im Blog erwähnt zu werden ist schon eine Ehre ;).

    Jetzt aber zum eigentlichen Spiel: ein sehr bitteres Ausscheiden. Man ist nicht gegen eine bessere sondern clevere Mannschaft ausgeschieden. Das 2:0 war gestern der Knackpunkt. Danach war das Momentum auf der Wolfsburger Seite auch dank des Fehlers von Foster, wo ich mich bis jetzt noch Frage warum er nicht das Foul sucht. Aber auch das fehlende PP hat sicherlich seinen Beitrag dazu gestern geleistet.
    Trotzdem hat das Team sehr starke PO gespielt, was auch in Mannheimer Forum für Anerkennung u.a. sorgte. Was nach dem Ausscheiden gestern in der Arena passiert ist wird man lange nicht vergessen. Noch nie in der Arena erlebt. Starker Schulterschluss.
    Nachdem Wilson bleibt und die Keyplayer bleiben hat man ein starkes Gerüst um den eingeschlagenen, erfolgreichen Weg fortzusetzen. Ich sehe da jetzt keinen Grund negativ zu denken.
    Ansonsten war es immer wieder ein Genuss die Saison über den Blog zu lesen.
    Danke dafür.
    Mein Zeugnis ist vorab schon mal im Forum:

    http://www.icetigersforum.de/viewtopic.php?f=3&t=10044&p=342776#p342776

  7. Ich kann immer noch nicht verstehen, warum die Spielweise der Wolfsburger
    > kritisiert wird. Jeder darf und sollte das spielen, was ihm die beste
    > Chance auf einen Sieg ermöglicht. Als ob wir das nicht auch versucht
    > haben, sprich: körperbetontes Hockey. Am Ende geht es um den Erfolg.
    > Wolfsburg ist schon wieder im HF gewesen und nun erneut im Finale. Das
    > Momentum war auf unserer Seite und Wolfsburg hat sich nicht beeindrucken
    > lassen, das nötigt Respekt ab. Wir haben nunmal 2 Heimspiele verloren, da
    > kannst du kaum eine Halbfinal Serie gewinnen. Wie im Blog aus meiner Sicht
    > zutreffend geschrieben, war die Torhüterleistung mitentscheidend. Für mich
    > letztlich der ausschlaggebende Faktor. Brückmann und Vogl waren
    > sensationell. Besko gut, aber halt nicht überragend, was du in einem HF
    > einfach brauchst. Das 0:1 gestern muss er einfach halten, Punkt. Wolfsburg
    > war einfach zu Beginn der Serie hellwach und wir nicht.

  8. Das waren tolle Play-Offs mit einer Mannschaft, die wie keine andere unseres Clubs derartige Comeback-Qualitäten zeigte.
    Wir sind dank Thomas Sabo in der komfortablen Situation, mit einem starken Gerüst uns noch weiter und hoffentlich gezielt zu verstärken, um den Halbfinal-Einzug im nächsten Jahr zu bestätigen. Das zu schaffen wäre für Nürnberg nicht selbstverständlich. Mit dieser Truppe allerdings auch „leichter“ denn je. Für eine Meisterschaft muss einfach alles zusammenpassen. Das kann man nicht planen.

    Was wir dieser Tage an Stimmung in der Arena erlebt haben, war schlicht phänomenal. Man sieht, wieviel Potential im Standort Nürnberg steckt und leider zu oft geschlummert hat.
    Es wäre zu wünschen, wenn sich der Zuschauerzuspruch in der Hauptrunde nächste Saison bestätigen ließe.

  9. Autsch, das wird eine Weile dauern bis der Ärger und die Enttäuschung verraucht sind…

    Irgendwie war dieses letzte Spiel gestern ein Spiegelbild der gesamten Saison. Ein hervorragendes erstes Drittel, in dem man den Gegner richtig herspielt, aber eben das Tor nicht macht, um dann im zweiten Abschnitt vollkommen den Faden zu verlieren und einige Minuten desolat zu spielen. Im letzten Drittel dann noch einmal zehn starke Minuten mit unbändigem Willen, aber fehlender Durchschlagskraft und einer sich in alle Schüsse werfenden Abwehr des Gegners mit einem überragenden Goalie dahinter. Schade!
    Mir wird diese Mannschaft v.a. wegen ihrer tollen Mentalität und ihrer Wucht in Erinnerung bleiben, leider weniger aufgrund stabiler Defensive und variablem Offensivspiel. So ein bisschen überwiegt momentan das Gefühl, dass mit diesem talentierten Kader doch etwas mehr möglich gewesen wäre. 2015/16 – die Unvollendete?
    Dennoch, die Standing Ovations waren der beste Beweis dafür, dass hier sehr viel richtig gelaufen ist. Seit es die Arena gibt, waren das stimmungstechnisch jedenfalls die besten Playoffs.

    Ein abschließender Dank an die beiden Blogger Sebastian und Christoph für die tollen Berichte das ganze Jahr über; insbesondere aber ein Kompliment für die Berichterstattung hier und in der Printausgabe während der Playoffs. Ihr hattet definitiv Playoff-Form und Meisterreife!

    So, jetzt müssen wir wohl alle schon mal die virtuellen Bewertungsbögen für das Jahreszeugnis ausfüllen, das wird heuer nicht leicht 😉

  10. Es war eine tolle Eishockeyzeit 15/16, es war alles dabei Freude und Leid für uns Fan’s. Schade das es vorbei ist, ich hätte nicht’s dagegen gehabt am Freitag nach München zu fahren. Na gut jetzt ist es so, es sollte NOCH nicht sein. Nur eins hätte ich mir gewünscht, mehr demoralisierung der Wolfsburger durch uns Fan’s. Bei Iserlohn hat es doch auch funktioniert.

    Wir sehen uns alle im September wieder 😀

    Ich wünsche euch allen eine schöne Eishockfreizeit.

  11. Dem Lob von Flo bezüglich unserer beiden Blogger möchte ich mich voll und
    ganz anschließen. Das war Sportjournalismus auf höchsten Niveau.
    Ganz herzlichen Dank.

  12. Vorab-Bemerkung: Das Ausscheiden des Icetigers habe ich nicht live in der Arena, sondern vor dem Laptop eines engen Freundes in Aachen verfolgt. Hätte ich diese Reise zu einem späteren Zeitpunkt angetreten, die Icetigers hätten gar nicht erst Spiel 6 erzwungen. Soviel Aberglaube darf, nein muss, sein.

    Die Icetigers haben diese Serie nicht verloren weil Tyler Beskorowany von Sebastian Furchner auf der Stockhand überrascht wurde, sie haben auch nicht verloren weil David Printz darauf verzichtete eben jenen Furchner forscher anzugreifen und sie haben ebenfalls nicht verloren weil Kurtis Foster nicht geisgesgegenwärtig genug war, Jimmy Sharrow zu Fall zu bringen.
    Nürnberg hat verloren weil Wolfsburg in den wichtigen Bereichen zu oft den kleinen Tick besser war, den es braucht, um so eine enge Serie für sich zu entscheiden. Wolfsburg war effizienter, cleverer, taktisch disziplinierter und wenn all das einmal nichts mehr nütze konnten sich die Spieler auf geradezu übermenschliche Leistungen ihrer Sportkameraden Brückmann und Vogl verlassen. Und die Niedersachsens hatten, auch das darf man ehrlich erwähnen, das Glück, das man wohl braucht, um ein Finale spielen zu dürfen.
    Die Icetigers wurden also, man ist versucht zu sagen „Wieder einmal“ in einer Playoff-Serie besiegt. Und doch unterscheidet sich diese Saison fundamental von den oft genug peinlichen Auftritten vergangener Jahre und Jahrzehnte. Es dürfte selten sein im Profisport, dass eine Mannschaft so eng zusammen rückt. Dass sich aus einer von Managern und Sportdirektoren zusammengestellten Ansammlung von Einzelspielern eine Einheit herausbildet, die selbst bittere Nackenschlägen immer wieder wegsteckt und bis zur Selbstaufgabe kämpft, so aussichtslos die Situation auch scheinen mag. Wir alle durften uns glücklich schätzen, eine solche Mannschaft auf dem Eis beobachten, und nicht selten auch bewundern, zu können. Der Eishockeystandort Nürnberg hat in den letzten Wochen viel Sympathie, Anerkennung und Bewunderung erfahren. Vielleicht ist das langfristig wichtiger als ein verlorenes Halbfinale.

    Dass der Kern der Mannschaft zusammen bleiben wird, ist eine gute Nachricht. Dass Rob Wilson weiterhin das Regiment führen wird, eine mindestens ebenso gute. Ein paar kluge Personal- entscheidungen vorausgesetzt, wird in Nürnberg ab August ein Team trainieren, dass das Potential hat, den Briefkopf der Thomas Sabo Icetigers nachhaltig zu verändern.
    Natürlich habe ich ein paar Tipps zum Thema Personal:

    – Alexander Oblinger, Marc El-Sayed, Marco Nowak, Derek Joslin und Tyler Beskorowany sind weg. Ihnen muss man für ihren großen Einsatz danken, man wird sie aber alle mindestens gleichwertig ersetzen können. Im Falle von Joslin und El-Sayed sollte das besonders leicht fallen.

    – Matt Murley, Kyle Klubertanz und Casey Borer sind Wackelkandidaten. Mir erscheint eine Trennung aber sinnvoller, besonders bei Murley und Klubertanz.

    – David Printz darf man, trotz gelegentlicher Unsicherheiten, die nicht zuletzt der enormen Eiszeit geschuldet sein könnten, gerne nochmal zu einem Jahr an der Noris überreden.

    – „P. Reimer, Reinprecht, Ehliz, Pföderl, Steckel, Pfleger, Segal, Möchel, Filin und Kozek sowie Weber, Foster, Martinovic und Teubert sowie J. Reimer und Jenike bilden einen sehr soliden Kern, um eine Meistermannschaft zu bauen.“ Richtig.

    Gesucht werden:

    – Ein wenig mehr Firepower für die Reihen 3 und 4.

    – Ein echter Blueliner und Offensivverteidiger

    – Vor allem falls Printz aufhört: Ein Stay-at-home-Verteidiger (Empfehlung des Hauses: Mark Fraser, nicht nur des Namens wegen)

    Man darf sich schon jetzt auf die neue Saison mit einem starken Team, enthusiastischen Fans und einem galligen Thomas Sabo freuen. Und, nicht zu vergessen, diesem Blog: Das lesenswerteste und liebevollste, was es zum Thema Eishockey im deutsprachigen Raum gibt. Mit Kommentatoren, die das Ganze noch lesenswerter machen.

    So, jetzt schon mal Gedanken zur Notenvergabe für das Abschlusszeugnis machen.

  13. Wie schon von jemand anderem hier erwähnt, hat man dieses Spiel nicht verloren, weil Besko EINEN (war überhaupt einer???) Fehler gemacht hat, sondern weil man wie schon in dieser gesamten Serie viel zu viele Chancen vergeben hat!

    Es waren aber wahrlich geile Playoffs und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Eishockey in Nürnberg lebt.

    Danke auch an Sebastian und Christoph für diesen ganz famosen Blog!

  14. Ich schließe mich zuallererst auch dem Dank an die beiden Blogger-Gurus an, ihr bereichert die Eishockeykultur in Nürnberg enorm. Wenn man in der Arena war, ist es immer eine großartige Nachlese, am späten Abend oder am nächsten Morgen das ebenso kompetente wie emotionale wie originelle Blog zu lesen und seine eigenen Eindrücke anhand derer der Blogger (und der immer auch wertigen Kommentare!) einzunorden. Und wenn man nicht in der Arena war, dann wirkt das Blog wie Methadon – es ersetzt den Spielbesuch nicht, aber es befriedigt die Eishockeysucht. Dass unser Flehen um Auswärtsblog-Beiträge in den Playoffs erhört wurde, war das Sahnehäubchen, ich kann mir vorstellen, mit wie viel Extraarbeit das verbunden gewesen sein muss. Meinen Kniefall dafür, danke!

    Zur Charaktersrärke der Mannschaft ist alles gesagt, das muss ich nicht wiederholen – da haben wir seit langem mal wieder ein richtiges Team mit entsprechendem Spirit auf dem Eis gehabt. Von den sicheren Abgängen werde ich Marco Nowak vermissen – hätte in der Hauptrunde nie gedacht, dass ich das je schreiben würde, aber er hat in den Playoffs genau das ausgestrahlt, was man von einem Verteidiger als Allererstes braucht (und was die „Stars“ Joslin und Klubertanz ziemlich haben vermissen lassen): die Sicherheit, dass er keinen Bock schießen wird, der uns ein Gegentor kostet. Alle haben immer auf den Sprung gewartet, den er in seiner Entwicklung noch zu machen hatte, der kam und kam nicht, und als sein Abgang zu Saisonende öffentlich wurde, waren die meisten froh, mich eingeschlossen. Und dann, als sein Weggang feststand, kam der Sprung, und wie – ehrlich schade für uns. Ansonsten kann man jetzt schon, obwohl natürlich noch einige Personalentscheidungen zu treffen sind, festhalten: Tendenziell gehen die Richtigen und bleiben die Richtigen. Das ist ein gutes Gefühl, hatten wir so auch noch nicht oft.

    Zur Serie: Bei allem Hoffen und Bangen auf das Wunder von Nürnberg und bei allem unendlich großen Sieges- und Leidenswillen, der das Team die Spiele 4 und 5 noch so gigantisch hat drehen lassen und allen Respekt verdient, so muss man mit etwas Abstand meiner Meinung nach resümieren: Es hat sich die bessere und ausgebufftere Mannschaft durchgesetzt. Die beiden Niederlagen – das verrückte 5:4-Spektakel und der Overtime-Krimi – haben wohl eher das Recht, als „Dumm gelaufen“-Ausrutscher der Wolfsburger angesehen zu werden, als es auch nur eines der Spiele 1, 2, 3 und 6 umgekehrt aus unserer Sicht verdient hätte. Auch wenn mir die Wolfsburger Spielweise teilweise überhaupt nicht gefallen hat und ich froh bin, dass es nicht „mein“ Team ist, das Eishockey auf diese Art interpretiert, der Sieg geht in Ordnung. Sie haben sich, auch als das berühmte Momentum so was von nach Nürnberg gewandert war, nicht in die Hose gemacht, nicht verrückt machen lassen und sind fokussiert geblieben, das verdient Respekt. So wie man nach der Iserlohn-Serie feststellen musste, dass wir nüchtern betrachtet viel überlegener waren, als es sich während der Spiele angefühlt hat, so muss man das – vielleicht nicht im selben Ausmaß, aber letztlich doch eindeutig – hier umgekehrt auch festhalten.

    So – Gartensaison, Grillabende, Sommerurlaub, alles gut und schön. Ich freu mich trotzdem jetzt schon auf den nächsten Herbst.

  15. So, auch von mir noch ein paar Anmerkungen zum Saisonende:

    – auch einen Tag später, ist das Ausscheiden noch unfassbar traurig. Es war halt doch eine Riesenchance ins Endspiel zu kommen und auch dort hätten wir – auch gegen den Vorrundenprimus München – mit der gleichen Leidenschaft, Moral und den Fans im Rücken Siegchancen gehabt. Sehr sehr SCHADE!

    – woran hat’s letztendlich gelegen? Ich denke da kamen mehrere Faktoren zusammen:
    1. ein bisserl Pech war auf jeden Fall dabei (warum keiner der Schüsse in der letzten Minute gestern mehr reinging, kann wahrscheinlich auch Brückmann nicht erklären)
    2. die Wolfsburger Torhüter waren überragend, irgendwer hat’s schon geschrieben: Beskorowany war sicher gut, aber Brückmann und Vogl waren sensationell
    3. Das unterirdische Powerplayspiel: kein Tor in Überzahl gegen Wolfsburg in 6 Spielen darf nicht sein
    4. Und vielleicht hat auch unsere Vorrunde noch eine gewisse Rolle gespielt: Mit einem locker möglich gewesenen dritten oder vierten Platz hätten wir in beiden Serien mit Heimspiel beginnen dürfen, das hätte alles etwas leichter gemacht

    – Dennoch: ich gehe seit Mitte der 80er zum Eishockey in Nürnberg und diese Playoff-Serie war nach der 99er Runde mit Momesso, Miller, Jiranek, Mezin, Garvey + Co. das Beste was ich miterleben durfte. So viel Engagement, Mannschaftsgeist, Moral, aber auch Talent (wenn ich an Reimer, Reinprecht, Steckel, Ehliz, Pföderl denke) habe ich seit 99 nicht mehr in Nürnberg gesehen. Dafür ein großes Kompliment und Dankeschön an Thomas Sabo, Martin Jiranek und Rob Wilson, die dies ermöglicht haben.

    – Beeindruckend über die ganze Playoff-Serie waren die Nürnberger Fans! So eine Stimmung wie am Dienstag und auch gestern nach dem Ausscheiden habe ich bislang noch nicht in der Arena erlebt (auch nicht 2007, als wir das letzte Mal ins Finale kamen). Mir lief es phasenweise selber kalt den Rücken herunter. Wie müssen sich dann erst die Spieler gefühlt haben…
    Toll fand ich auch, dass es am Sonntag Sprechchöre für Thomas Sabo gab. Das hat er sich verdient. Ohne ihn gäbe es sicher kein professionelles Eishockey mehr in Nürnberg

    – Patrick Reimer: auch wenn nicht alles 100% bei ihm lief, einen solchen Kapitän wie ihn kann man sich als Team nur wünschen: ein Vorbild an Einsatz und Kampfeswillen, ein toller Spieler, dazu ein absolut fairer Sportsmann und auch die kurze Ansprache nach dem Spiel an die Fans, nachdem er wahrscheinlich gerade die vielleicht größte Enttäuschung seiner Karriere schlucken musste, das zeugt von echter Größe. Chapeau!

    – Perspektive: neben dem ganzen Frust habe ich auch so viel Zuversicht für die nächste Saison wie noch nie.
    Aus mehreren Gründen: die Mannschaft hat, wie schon von einigen treffend geschrieben, ein intaktes Gerüst und ich hoffe auf die eine oder andere echte Verstärkung. Mit Jiranek und Wilson bleiben ja die Architekten des Nürnberger Erfolgsteams weiterhin am Ruder.
    Ich glaube auch, dass die positive Entwicklung bei den Nürnberger Fans und der Fankultur (Stimmung, Choreo etc) weiterhin anhält. Der Zuschauerzuspruch war ja schon während der Vorrunde höher als in den Vorjahren und ich hoffe schon, dass die tolle Playoff-Serie wieder einige Zuschauer mehr dauerhaft zum Eishockey ziehen könnte.

    – der Blog: ganz ehrlich, mit das Schönste nach einem Sieg in einem Playoffspiel war das Lesen dieses Blogs mitsamt den Kommentaren: fachkundig mit Insiderwissen, leidenschaftlich, aber dennoch fair, dazu eine Prise Humor. Vielen Dank!
    Ich bin ja Abonnent der NN und manchmal haben wir schon überlegt, ob es das heute noch braucht. Aber schon alleine für diesen Blog und die Beiträge in der printausgabe, der Beitrag von Martin Jiranek vor Beginn der Playoffs etc. werde ich der NN weiterhin treu bleiben….

  16. #Grizzly:
    Zunächst Glückwunsch an euch: Ihr seid nicht unverdient im Finale. Weniger Fehler, höhere Effizienz und, ja, das nötige Glück haben den Ausschlag gegeben. Vielen Dank, dass ihr nach Spielende noch Applaus für unser Team und die Worte von unsrem Captain übrig hattet! Ihr seid zwar nicht besonders viele, aber sehr angenehme Fans! Dennoch würde ich mir wünschen, dass wir euch in der nächsten Saison nur zweimal hier begrüßen dürfen…

    Zum Spiel wurde alles gesagt und ich kann dem nur zustimmen.

    Einige Gedanken zur abgelaufenen und zur kommenden Saison:

    – Mit den Abgängen von Joslin, Klubertanz und El-Sayed kann man gut leben.
    – Marko Nowak: Ihn hätte man vielleicht halten können oder sogar sollen. Er war nicht unser schlechtester

    #Grizzly:
    Zunächst Glückwunsch an euch: Ihr seid nicht unverdient im Finale. Weniger Fehler, die etwas bessere Defensive (Torwart eingeschlossen), höhere Effizienz und, JA, das nötige Glück haben den Ausschlag gegeben. Vielen Dank, dass ihr nach Spielende noch Applaus für unser Team und die Worte von unsrem Captain übrig hattet! Ihr seid zwar nicht besonders viele, aber sehr angenehme Fans! Dennoch würde ich mir wünschen, dass wir euch in der nächsten Saison nur zweimal hier begrüßen dürfen…
    Zum Spiel wurde alles gesagt und ich kann dem im Großen und Ganzen nur zustimmen.
    Einige Gedanken zur abgelaufenen und zur kommenden Saison:
    • Die Playoffs waren der Wahnsinn! Großer Imagegewinn für die Ice Tigers, auf den man aufbauen kann. Hervorheben muss ich das großartige Engagement von „Wir Fans“! Da entwickelt sich gerade etwas ganz Positives…
    • Mit den Abgängen von Joslin, Klubertanz und El-Sayed kann man gut leben. Murley dürfte auch zu ersetzen sein (wohl durch Andy Kozek, der auch als Center spielen könnte).
    • Marko Nowak:
    Ihn hätte man vielleicht halten können oder sogar sollen. Er war nicht unser schlechtester Verteidiger und ein sehr guter in den Playoffs. Und wer hatte in der regulären Saison nicht seine Aussetzer, von einigen wenigen mal abgesehen? Teubert muss erst beweisen, dass er eine Verstärkung darstellt. In den Spielen gegen Iserlohn ist er mir als solche eher nicht aufgefallen.
    • Steven Reinprecht:
    Ob er seinen Vertrag nach der Serie gegen WOB wohl auch nochmal verlängert hätte? Ihm war der Kräfteverschleiß am deutlichsten anzumerken. Nur gut, dass er sich ja bereits vorher dazu entschieden hatte!
    • David Printz:
    wenn er noch eine Saison dranhängt kann er das gerne hier in Nürnberg tun
    • Dany Heatley:
    Ich glaube, dass er mit seinem Tor zum 1:2 den Schlusspunkt unter seine Ice Tigers-Zeit und womöglich auch unter seine großartige Karriere gesetzt hat. Und ich denke, dass es unterm Strich auch ok so wäre.
    • Bitte an die sportliche Leitung:
    Der Kader für die nächste Spielzeit darf ruhig ein bisschen mehr auch für die reguläre Saison zusammengestellt werden. War ja doch relativ viel Leerlauf dabei.
    • Verlängerung Rob Wilson:
    Da war ich mir bis Dezember nicht so sicher. Heute kann ich das nur wohlwollend zur Kenntnis nehmen.
    • Großes Lob an die beiden Chef-Blogger und an alle Kommentatoren. Es hat wieder riesen Spaß gemacht, das alles zu lesen!!!
    • Bin gespannt, was die Aktion „Benotung“ noch an Interessantem, Lustigen, Bedenkenswertem, etc. hervorbringt…
    • Eine Stadt – ein Team – ein Ziel! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!!!

  17. Nachtrag:

    die „Grizzly“-Passage ist mir beim reinkopieren zweimal reingerutscht. Das ist ja nun doch zuviel des Guten!

  18. Riesen Lob an die beiden Autoren, sicher der beste Blog zum Thema Eishockey in Deutschland.

    Gestern Abend ging unsere Reise leider zu Ende, aber das Verhalten der Fans nach Spielschluss zeigt eindeutig, dass wir in Nürnberg einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Auf dem Eis, aber auch neben dem Eis. Endlich ist etwas Fankultur entstanden und wir hatten genau das passende Publikum zur Leistung unsrer Mannschaft.

    Hoffentlich finden wir die richtigen Verstärkungen im Sommer und hoffentlich wird die neue Mannschaft wieder eine echte Familie.

    Obwohl das Aus auch heute noch recht weh tut, wird in ein paar Tagen auch der Stolz durchkommen.

    Zum Glück habe ich tolle Hobbys im Sommer, die Zeit bis August ist noch ewig lang.

    Allen einen schönen Sommer!

  19. Hallo,

    schwer was zu schreiben.
    Kurzum:
    – Einfach der Dank für Sebastian und Chr. Bensch für die viele Arbeit, die Ihr hier investiert. Der Blog wäre auch der Beste seiner Art, wenn es noch einen geben würde 😉 Großartig!
    – Thomas Sabo. Kein Sponsor, keinen launischen Gönner sondern einen Fan als Finanzier kann sich jeder Verein nur wünschen. Auch das macht die Organisation einmalig in der DEL
    – „WirFans“ haben in den letzten paar Monaten wirklich erstaunliches geleistet, die nicht einfach Fanszene hier geeint und viele Dinge in die richtige Richtung bewegt. Habt vielen Dank!

    – Teamgerüst für nächste Saison steht;
    Defense: wenn Nowak eine Saison ohne Verletzung durchkommt, ist er einer der talentiertesten deutschen Verteidiger, guter Griff für die DEG! Wir brauchen mit Prio 1 wieder einen Blueliner, Teubert wird die Abwehr stabilisieren, gute Wahl. Printz ist für fast jedes Team der DEL eine Verstärkung, auch für uns.
    Offense: Filin und Kozek müssen sich in der DEL beweisen. Talente gab es viele, der letzte EBEL – Top Scorer ist im Dorf sang und klanglos gescheitert. Dennoch haben beide sicher auch das Potential uns weiter zu helfen. Abwarten. Heatley hat viel zum Spirit beigetragen, wird sich aber wohl eine komplette DEL Saison nicht mehr antun wollen. Schade.
    Goalies: Vollständig und stark besetzt.

    Meister 2016:
    Wenn der Wolfsburger Dusel anhält, kann es eng werden. Normal sind die Dosen stärker besetzt, durchgehend bis vielleicht auf der Torwart – Position, dazu der Heimvorteil. Kann mich weder für VW noch für RB erwärmen, für die DEL würde München mehr Medienpräsenz bringen, daher…

    @Grizzly: „Zottel“, die Mahr von einer Low-Budget – Truppe (12 von 14, Dein Ernst? Mit 7 m€ beim geringsten Zuschauerzahlen der Liga muss VW da mächtig drauflegen. Vergleich: IceTigers 8,5 m€ bei doppelter Zuschauerzahl, Eisbären mit 10 m€ und 5-facher Zuschauerzahl), die aggressiven Journalisten, Ihnen ist dieser Blog zu verdanken, die Schauspielerei, die erst nach offenen Kritik in Spiel 5 beendet wurde, Ehlitz, der wie Krupp nicht zur WM fahren kann… ich versteh Deinen Beitrag hier beim besten Willen nicht. Gross ist ein Motivator und ein guter Taktiker, sicher richtig. Seine Interpretation von Eishockey gefällt mir persönlich nicht. Aber das liegt natürlich im Auge des Betrachters….

    Wünsch der Blog und Twitter – Community einen schönen Sommer, freue mich schon auf die Gerüchteküche 🙂

    Herzlicher Gruß
    Stefan

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