Spiel zwei: Das Pech des Tüchtigen

Foto: Roland Fengler

Foto: Roland Fengler

Casey Borer wurde in Viertelfinalspiel fünf durch einen late hit von Denis Schevyrin aus dem Spiel genommen. Seitdem hat er 195 Minuten Eishockey verpasst. Gerrit Fauser blutete das Ohr nachdem er Patrick Reimer geschubst hat. Seitdem hat er keine Minute Eishockey verpasst. Schevyrin bekam keine Strafe, Reimer fünf Minuten plus Spieldauer. Merkst du was, Deutsche Eishockey-Liga? Merkst du, dass es an der Zeit ist, die Interpretation von Regel 143 II und 143 III zu überdenken? Aber, widmen wir uns Erfreulicherem zu: Die Thomas Sabo Ice Tigers brauchen nach dem 1:3 weiterhin nur vier Siege, um wieder einmal ins Finale einzuziehen.

Ein Satz, ein Stockschlag

  • Lars Brüggemann hat sich auf seinen Linienrichter verlassen, das ist gut so.
  • Dass der Linienrichter in dieser Szene aber gesehen haben will, dass Patrick Reimer das Ohr von Gerrit Fauser absichtlich hat aufschlitzen wollen, ist überhaupt nicht gut. (Regel 143 III)
  • Zwei plus zwei wäre die richtige Entscheidung gewesen und immer noch nur nach dem Regelwerk richtig (143 II) – nach meiner Interpretation von Eishockey (die nun zugegebenermaßen überhaupt kein bisschen maßgeblich ist), sollte so etwas überhaupt nicht bestraft werden.
  • „Wenn wir so spielen, gewinnen wir von fünf Spielen gegen den EHC Wolfsburg vier.“ (Martin Jiranek prophezeit ein 4:2 für die Ice Tigers in der Serie – sollte seine Mannschaft noch einmal so spielen, wie an diesem Freitag)
  • Tyler Haskins ist der beste Spieler der DEL (das schreibe ich so lange, bis mir jemand einen Spieler nennt, der wichtiger für sein Team ist – Gustaf Wesslau würde ich gelten lassen).
  • Es wäre interessant zu sehen, wie nahe Wolfsburg einem Sieg ohne Tyler Haskins käme.
  • Pavel Gross lässt sich von Frage und Nachfrage eines lächelnden Journalisten leider nicht zu einer aufsehenerregenden Antwort provozieren, schade.
  • Im ersten Drittel gingen drei Wolfsburger zu Boden, krümmten sich und spielten später ungerührt weiter.
  • Allmählich sollte Dany Heatley mal wieder eine seiner großen Chancen nutzen – den Fans der Thomas Sabo Ice Tigers macht er es damit nur unnötig schwer, ihn in diversen Internetforen und Facebook-Gruppen zu verteidigen.
  • Das Viertelfinale war zuweilen großartig, erst am Sonntag in Wolfsburg aber wird sich endgültig zeigen, wie stark diese Nürnberger Playoff-Mannschaft mental und körperlich ist.
  • Im Playoff-Halbfinale 2015 hat Wolfsburg dreimal mit Toren Vorsprung gegen Mannheim geführt und dreimal verloren – es ist beeindruckend, wie viel diese Mannschaft daraus gelernt hat und viel sie davon ein Jahr danach noch abruft.
  • Ich sehe trotzdem noch lange keine adipöse, sangesfreudige Dame.

Das Spiel

Diszipliniert, clever, ausgebufft, gut organisiert, schnell, intelligent, effizient – normalerweise sind das die Attribute, um Wolfsburger Siege zu beschreiben. Heute hatte der orangefarbene Grizzlybär vor allem: Glück. Natürlich ist Glück keine Kategorie für eine ausgewogene, sich selbst ernst nehmende Spielanalyse. Nur, wie soll man das sonst nennen, was sich im Schlussdrittel vor Sebastian Vogl abgespielt hat? Wie soll man die Kombination umstrittener Regelinterpretationen, die nahezu allesamt zu Gunsten der Gäste ausfielen, sonst nennen? Wie soll man es nennen, wenn man ein Playoff-Halbfinalspiel gewinnt, obwohl man nur 19 Mal aufs gegnerische Tor geschossen hat und der einzige Schuss im Schlussdrittel ein Empty-Netter war? Wie soll man es nennen, wenn der vielleicht beste natural goal scorer der Liga alleine vor Vogl alles richtig macht und den Puck dann doch am Tor vorbeilegt? Am Mittwoch war der EHC Wolfsburg eine Klasse besser. An diesem Freitag hatte Martin Jiranek Recht mit seiner bitteren Feststellung, dass im Eishockey manchmal die bessere Mannschaft verliert.

Dem 0:1 ging ein viel zu leichter Scheibenverlust von Yasin Ehliz voraus. Vor dem 1:2 hätte David Printz resoluter klären müssen. Viel mehr Fehler haben sich die Ice Tigers nicht geleistet. Beide wurden eiskalt genutzt. Es sind Kleinigkeiten, die ein Spiel entscheiden, in dem game plan, Taktik und Vorbereitung irgendwann keine großen Rollen spielen. Nahezu alle Spieler haben weder sich noch den Gegner geschont. Das war eine große Playoff-Schlacht, an die man sich in Nürnberg nur deshalb nicht noch lange erinnern wird, weil die falsche Mannschaft das kleine bisschen mehr Glück hatte.

Das Playoff-Monster

Differenzierendes vorneweg: Könnte gut sein, dass ich mich hier moralisierend ausgelassen hätte, wenn es Jürgen Arnold gewesen wäre, der da plötzlich hinter der Nürnberger Bank aufgetaucht wäre. Oder Wolfgang Brück. Oder Daniel Hopp. Wahrscheinlich hätte ich aber ebenso geschmunzelt. Und: Natürlich ist es grenzwertig, während der Partie die sportliche Fairness gegnerischer Spieler in Frage zu stellen. Natürlich war der blutende Gerrit Fauser der falsche Adressat. Natürlich kann man auf diese unglückliche Situation so souverän reagieren, wie das dem frisch geduschten Patrick Reimer gelungen ist. Thomas Sabos Einlage war aber vor allem eines: große Unterhaltung. Er hat nicht ins Spielgeschehen eingegriffen. Durchaus möglich, dass er jemanden beleidigt hat. Aber das sollte man jemandem durchgehen lassen, der wie kein Zweiter in dieser Liga beleidigt wird. Vor allem hat Sabos Erscheinen hinter der Wolfsburger Bank endgültig bewiesen, dass dieser Mann in Playoff-Form ist. Er lebt Eishockey. Dass er es nicht immer versteht, hat er mit uns allen gemein.

Das mag sein. Dieses Schicksal teilt Thomas Sabo mit Tyler Haskins, David Wolf und Steven Pinizzotto: Spielt/checkt/redet/wütet er für deine Farben, bejubelst du ihn. Spielt/checkt/redet/wütet er für den Gegner, pfeifst du ihn aus. Noch einmal und aus voller Überzeugung: Thomas Sabo hat das Nürnberger Eishockey gerettet. Er hat das erste Freiluftspiel in der Geschichte der DEL möglich gemacht – kein anderer wäre dieses Risiko eingegangen. Und im Gegensatz zu anderen Mäzenen scheint seine Leidenschaft mit jedem Jahr zu wachsen. Sabo ist ein Glücksfall für die DEL. Und allein die Vorstellung, wie am Kölner Bussardweg 18 Gernot Tripcke, Jörg von Ameln und Matthias Schumann disziplinarische Maßnahmen gegen Sabo beschließen, die dann aber nicht umgesetzt werden, weil sich niemand traut, ihn anzurufen, bereitet mir Vergnügen.

Ehrenvolle Erwähnung: Roman Horlamus, weil er, ohne sein Livetickern zu unterbrechen, den Berichterstatter der Nürnberger Nachrichten (mich) vor Unannehmlichkeiten (Tod) bewahrt hat, in dem er kurz seine Fanghand hat aufblitzen lassen; Brandon Segal, zweibeiniges Checking-Monster; Und Yasin Ehliz, trotz seines Fehlers vor dem 0:1.

Playoffs, Baby?

„Ich kann von meiner Mannschaft nicht mehr verlangen. Das waren 60 Minuten außergewöhnlichen Kampfes. Wir haben mehr gearbeitet als das am härtesten arbeitende Team der Liga (outworked the hardest working team of the league).“ Rob Wilson sagte das. Mehr muss man dazu eigentlich nicht schreiben, das Spiel begann für die Ice Tigers mit dem Pfiff gegen ihren Kapitän und endete mit dem Präzisionsschuss von Mark Voakes. Dazwischen mag es den Ice Tigers zuweilen an Geduld, Finesse und Kreativität gemangelt haben. Einstellung, Wille und Leidenschaft waren aber Weltklasse. Vor allem aber war die Stimmung wieder Playoff-tauglich.

Gerhard, die Rolle

Davor hatte man sich schon einmal fragen können, ob der Zeitpunkt gekommen hätte sein können, indem man drei Torhüter zu einer Qualität macht. Nach dem Spiel war Rob Wilsons Entscheidung pro Tyler Beskorowany aber kein Thema mehr. Beim 0:1 mag er etwas schwerfällig ausgesehen haben, wahrscheinlich hätte aber nur Dominik Hasek in dieser Situation eine Chance gegen Brent Aubin gehabt. Beim 1:2 hat er überhaupt keine Chance. Dazwischen hielt Beskorowany alles, was zu halten war. Im Schlussdrittel musste er überhaupt nichts mehr halten. Der Dude war kein Faktor in diesem zweiten Halbfinalspiel. Sein Gegenüber schon.

Wegen eines Trauerfalls in der Familie von Felix Brückmann war Pavel Gross dazu gezwungen, den Torhüter zu wechseln. Sebastian Vogls Leistung am Geburtstag seines Sohnes war dann nicht weniger als sensationell.

Alles klar, 2:2, den macht der Murley. Foto: Roland Fengler

Alles klar, 2:2, den macht der Murley. Foto: Roland Fengler

Vielleicht scheitert er aber auch an Sebastian Vogl. Foto: Matthias Winter/Sportfoto Zink

Vielleicht scheitert er aber auch an Sebastian Vogl. Foto: Matthias Winter/Sportfoto Zink

Ungesund gestrichen

Marco Nowak und Casey Borer hätten gerne mitgespielt, sie durften aber nicht mitspielen. Noch nicht. Beide Verteidiger sind am Sonntag wieder ein Thema. Und da bei den Ice Tigers niemand davon ausgeht, dass Patrick Reimer gesperrt wird, dürften sie auch als Verteidiger auflaufen.

Und vielleicht lässt sich Colin Fraser ja noch dazu überreden, noch einmal für die Ice Tigers aufzulaufen. Niemand hatte Tyler Haskins besser im Griff als der Mann aus Britsih Columbia, der so gerne noch einmal ein paar Tore geschossen hätte. Aber, ach, lassen wir das.

Ladies and gentlemen, this is your coach speaking:

„Das Unglück in dieser Saison hat uns stärker gemacht. Wir haben gelernt, mit Unglück zurecht zu kommen. Das wird sich jetzt zeigen. Am Sonntag ziehen wir in die Schlacht. Diese Serie ist weit davon entfernt, entschieden zu sein.“ (Rob Wilson – völlig ironiefrei. Dieser Mann glaubt an seine Mannschaft. Am Sonntag wird sich zeigen, ob die Mannschaft auch an sich selbst glaubt.)

„You were born to be a player. You were meant to be here. This moment is yours.“ (Gut, könnte sein, dass das ein anderer großer Coach gesagt hat.)

17 Kommentare in “Spiel zwei: Das Pech des Tüchtigen

  1. Leider war im Fall Reimet die Auslegung nach deutschen Maßstäben korrekt.
    Die Auslegung 2+2 wird hier fast nicht mehr angewandt, es gibt nur sehr wenige Ausnahmen.
    Die SR haben demnach nichts falsch gemacht, auch wenn das der “ gemeine Eishockeyfan “ wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen kann.

    • Allein ob der Spitze „gemeiner Eishockeyfan“ sollte nicht unerwähnt bleiben, lieber Muggl, auf welcher Seite du dich in diesem Dauerkonflikt positionierst. Da ich mich aber ohnehin als gemeiner Eishockeyjournalist verstehe, will ich darüber hinwegsehen. Zur Sache: alles, was du zur Regel und deren Auslegung schreibst, findet man auch im Blog. Als gemeiner Eishockeybeobachter fehlt mir nur der offenbar allein Schiedsrichtern vorenthaltene Weitblick, um zu verstehen, weshalb Kratzer in dieser Liga so hart bestraft werden, selbst wenn sie durch einen Unfall entstehen, während es bei Fouls, die mitunter zum Saisonende des Geschädigten führen, diese Differenzierung nicht gibt. Aber vielleicht kannst du uns Trotteln, die sich seit zwei Jahren über die Regeln und deren Auslegung aufregen, das ja mal erklären.

  2. Da hat Herr Böhm tatsächlich wieder Colin Fraser in dem Artikel untergebracht. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man echt fast schmunzeln. Die Verklärung des parade Söldners geht also weiter. Hier schließt sich dann der Lobgesang auf unseren Sponsor an. In jedem Fall habe ich weder als Sponsor noch als sonst wer ein besonderes recht, weil ich ansonsten gute Dinge getan habe. Komische Rechtfertigung, die ich da lese. Ansonsten ist bei mir leider Ernüchterung eingetreten. Ja, wir haben vielleicht alles gegeben, aber Wolfsburg mit einer deutlich weniger prominenten Mannschaft schafft es , uns in Schach zu halten. Ihnen genügt ein hervorragendes Game Plan, ein außergewöhnlicher Torwart und ein top Spieler wie Haskins. Und wir sind für die Play offs gebaut? Vielleicht eher Wolfsburg.

  3. Ein Torwartfehler und ein Glückstreffer haben das Spiel leider für Wolfsburg entschieden. Und wahrscheinlich war die krasse Fehlentscheidung gegen Reimer auch ein großer Faktor. Man kann das Spiel der Grizzlies als „clever“ bezeichnen. Ich sage: Die Schauspieleinlagen im ersten Drittel waren erbärmlich. Mit dem Höhepunkt kurz vor der ersten Drittelpause, als ein Wolfsburger Verteidiger (weiß nicht wer genau es war) nach einem eher harmlosen Check an der Bande wieder scheinbar schwer getroffen zu Boden sank, um kurz darauf, als keine Strafe gegeben wurde, wieder quietschfidel weiter zu spielen. Das ist alles auch Teil des Systems Gross. Würde ich hier in Nürnberg nicht haben wollen!!!

    Dabei hatten die Wolfsburger diese Mätzchen gar nicht nötig, und das haben sie offensichtlich nach dem ersten Drittel auch gemerkt. Zweifellos ein starker Auftritt der Gäste, gestützt auf einen überragenden Torhüter. Irgendwie hatte man den Eindruck, dass die Grizzlies eine Spur fokussierter und spritziger waren als unser Team. Unsere vermeintliche körperliche Überlegenheit kam auch nur phasenweise zur Geltung. Von daher auch kein völlig unverdienter WOB-Sieg.
    Die tragische Figur des Abends war Dany Heatley, der zwei sogenannte Hundertprozentige nicht verwerten konnte.

    Achtung Phrase (wo kann ich die 5 Euro reinwerfen?): Nun wird es sehr schwer. Am Sonntag muss ein Sieg her, sonst war’s das.

  4. @ Norbert:

    Du magst mit Teilen deiner Ausführungen Recht haben, aber das Beispiel kurz vor der Drittelpause halte ich für etwas schwammig. Der check war nicht harmlos. Er traf den Wolfsburger Spieler voll und zwar mit der Schulter sogar leicht seitlich am Kopf. Ich dachte eigentlich, dass der Spieler länger liegen bleibt bzw. benommen ist und war über das schnelle Aufstehen erstaunt.

    Vielleicht bin ich aber auch relativ blind und du hast Recht 😛

  5. Die Strafe war wenn überhaupt 2+2. Ein Absicht liegt da jedenfalls nicht vor. Wäre ein Armutszeugnis wenn Boos sowas noch mit einer Strafe belegt. Aber erneut hat man gesehen was viele DEL-weit bestätigen: Brüggemann hat brutal abgebaut und wird mittlerweile von einem Schimm oder Aumüller leistungstechnisch fast überholt!

    Nun zum eigentlichen Spiel: gleich vorne weg: die Serie ist noch nicht verloren und durch die Sache mit Reimer ist jetzt etwas Feuer drin. Das Team war auch nach der Strafe und der Check-Serie von Printz wie ausgewechselt und ging wieder mehr auf den Wolfsburger Körper. So kann man sie knacken, dass hat man heute gesehen. Allerdings muss auch die Chancenauswertung endlich wieder besser werden. Aber auch das Powerplay muss wieder funktionieren. Pfleger sollte vielleicht langsam merken, dass er noch mit einfachen Eishockey am besten fährt. Was aber Reinprecht heute nach der Strafe geboten hat war klasse! Größten Respekt! Ist vorne weg marschiert und gelaufen wie ein Irrer!

    Gewinnen wir am Sonntag gleichen wir die Serie am Dienstag aus! Trotzdem Respekt vor Gross der zum letzten Drittel hin sein Team perfekt umgestellt hat auf Kontereishockey, das schafft nicht jeder.

    Noch ist nichts schlimmes passiert. Noch sind wir im Rennen ums Finale.

  6. @Patrick
    Wenn er länger liegen geblieben, oder gleich zurück zur Bank gefahren wäre, würde ich da voll zustimmen. Ist er aber nicht. Im Gegenteil….

  7. Am Mittwoch war ich nach dem Spiel sehr nachdenklich.
    Seit gestern bin ich optimistisch auf Spiel 7 in der Serie.
    Unser Käpt’n hat da weitergemacht, wo er am Mittwoch aufhörte. Verkrampft. Unglücklich…
    Die Strafe war gar nicht schlecht für die weitere Serie. Wir sind jetzt drin…
    Besko is on fire. Wieder eine Leistung, die man in Playoffs bieten muss. Schuldlos bei GT.
    Ein großer leidenschaftlicher Kampf des Teams. Es hat riesig Spaß gemacht…
    Oft noch ein Tick zu kompliziert. Die hunterprozentigen machen!!
    Wenn wir so weiterarbeiten, kommt das Scheibenglück auch wieder zurück.

    Wir sehen uns in Wolfsburg. #8togo

  8. Hallo,

    war ein intensiver Abend gestern, auf dem Eis und auf den Rängen. Emotionen pur, dafür haben wir ich seit 20 Jahren die Dauerkarten (oh mein Gott….)

    Zum Spiel:
    Selten hat eine Mannschaft glücklicher gewonnen.
    Tor 1 war übrigens kein Torwartfehler, #NIT22 hat aus unbegreiflichen Gründen schlicht die Bewachung nach dem ersten Schuss von Aubin eingestellt statt mit Ihm zum Tor zu ziehen
    Tor 2 ein abgefälschter Schlenzer, ich hab keine schwerwiegenden Torwartfehler gesehen gestern, am ehesten noch die Abwehr von Vogl ins Netz beim 5 Min. PP der Wolfsburger.

    Entscheidend war für mich drei Dinge:
    1.) die Formsteigerung von Vogl im Tor von WOB. Im ersten Drittel noch unsicher und nervös wurde er immer stärker und war der beste Spieler im Team der Müllmänner (& wchtiger als Haskins!)
    2.) Unsere unterirdische Quote im PP nach der Februar Pause. Ist mir ein völliges Rätzel, wie eine technisch so starke Mannschaft so viele ungenaue, ungeschickte, ungeplante Aktionen in 5:4 aufs Eis bringen kann
    3.) Bislang konnten wir 2.) durch eine gute Quote aus dem 5:5 Spiel ausgleichen, gestern nicht. Murley, Ehlitz, Heatley, alle haben beste Chancen nicht genutzt. Ein Tor ist zu wenig im HF!

    Schiris:
    Verstehe nicht, warum Brüggemann als Iserlohner, der die letzten 3 Jahre seiner Karriere in Wolfsburg gespielt hat, noch immer Spiele von Iserlohn und Wolfsburg pfeifen darf. Schimm mit üblicher Fehlerquote. Leider wird durch den DEB und die DEL ja immer noch unterbunden, dass Schiedsrichter nach dem Spiel (wie sonst im Profisport üblich) Interviewt werden können. Der ständige Versuch des Verbandes, jeglicher öffentliche Diskussion über Schiedsrichterleistungen zu unterbinden ist jämmerlich und kontraproduktiv. Fakt ist, die deutschen „Profischiris“ sind dem schnelleren Spiel nicht mehr gewachsen. Und zwar nicht nur bei Spielen/Pfiffen mit EHC Beteiligung.

    Drumrum:
    Geile Stimmung!
    1.) die Fähnchen haben alle verstanden. Schade nur, dass viele der HF-Zuschauer leicht irritiert auf einige Reaktionen des „Stammpublikums“ reagiert haben. Tip: Einfach öfter kommen, dann klappt auch die Bindung ans Team besser und das Verständnis für die Reaktionen von Fans im emotionalen Grenzbereich wächst… 😉
    2.) Vielleicht geht so manchem Fan in Iserlohn / Ingolstadt / Augsburg / Straubing …. nun doch auf (ok, vermutlich nicht…), Thomas Sabo ist kein normaler Sponsor/Clubeigner ist sondern ein Fan. Im besten Sinne des Wortes. Klar war die Aktion grenzwertig, aber eben nicht grenzüberschreitend. Ich finde: großartig Thomas Sabo!

    AOB:
    1.) Colin Fraser wäre genau der Spieler, den wir in dieser Serie (und zuvor) noch gebraucht hätten. Hoffe, Maddin findet jemanden wie ihn im nächsten Jahr wieder.
    2.) Der Abgesang auf das Team ist verfrüht, Glück kann sich wenden
    3.) Sebastian, Haskins ist nicht der Spieler, der für sein Team am wichtigsten ist, noch der beste Spieler der Liga. Wesslau ist für Köln wichtiger (guter Hinweis 🙂 ), Reimer wurde von allen zum besten Spieler gewählt. Hätte Printz gestern Haskins ans Tor gecheckt, wäre der Angriff vorbei gewesen und Haskins hätte KEINE entscheidende Aktion gehabt.

    Gruß
    Stefan

  9. Die folgenden Stockschläge sind emotional, einseitig, teils unsachlich, dafür aber mit umso größerer Leidenschaft vorgtragen.

    + Wenn eine Szene, die auch nach mehrmaliger Betrachtung nicht einen Hauch von Absicht erkennen lässt, zu einer 5+ Spieldauer führt, hat die DEL ein Problem.

    + Teile der Wolfsburger Mannschaft wären interessante Neuzugänge – für das Staatstheater Nürnberg. Pavel Gross lässt seine Spieler alle Register ziehen.

    + Glück und Pech können den Saisonverlauf maßgeblich beeinflussen. Gestern war so ein Tag.

    + Thomas Sabo ist ein Urvieh! Mit ist offen gesagt scheissegal, ob er bei der Liga oder den gegnerischen Fans beliebt ist. Er kämpft mir größtmöglicher Leidenschaft und allen Mitteln für seinen Club. Nur das zählt!

    + Wenn man einen Spieler mit legalen Mitteln nicht stoppen kann, darf man sich nicht zu Schade sein, auch mal Aktionen zu fahren, die mit dem Fairplay-Preis unvereinbar sind, aber eine Menge Arbeit für den gegnerischen Physio und Mannschaftsarzt bedeuten.

    + Tyler Haskins ist trotzdem weiterhin nicht der beste Spieler dieser Liga. Dass sein Team von ihm stark abhängig verweist nur nur auf die Qualität des fraglichen Spielers, sondern vor allem auch auf die mangelnde (Führungs-)qualiät in der übrigen Mannschaft.

    + Mit Colin Fraser auf dem Eis hätte Haskins sich am Ende der Serie gewünscht, einen anderen Beruf ergriffen zu haben. Es ist kein Zufall, wenn jemand mit limitierten technischen Fähigkeiten zwei Stanley-Cups gewinnt.

    + World-Cup-MVP, All-Star-Game-MVP, Weltmeister, Olympiasieger, NHL-Star… und bekommt den Puck nicht im Tor unter gegen…..äh, Sebastian Vogl, eine Art Patrick Roy des östlichen Niedersachsens…. die Dinger muss Heatley machen, sonst ist er wertlos für das Team.

    + Wolfsburg spielt taktisch gewohnt diszipliniert, stellt Pass- und Schusswege gnadenlos zu. Eine ganz andere Hausnummer als die Kringeldreher vom Seilersee.

    + Jetzt ist Gift in der Serie, das könnte uns helfen.

    + Sonntag ist unser Spiel 7. Ich traue der Mannschaft zu, eine passende Antwort auf den gestrigen Zirkus zu finden. Falls dem so ist, bleibt die fettleibige Dame noch sehr lange in der Gaderobe.

    Vielen Dank auch heute wieder für diesen wunderbaren Blog. Wie immer mit viel Liebe, Witz, Sachverstand und einem Schuss Polemik. So muss es sein!

  10. @ Sebastian

    Leider interpretierst Du in meinen Kommentar einen Unterton, den ich aus meiner Warte so nicht hineingeschrieben habe.

    Leider werden solche „Vergehen“ in Deutschland mit einer großen Strafe + SPD geahndet. Die (meisten) SR sind sich bewusst, dass dadurch ein Unfall u.U. höher bestraft wird als ein gefährliches Foul, so wie du das auch schreibst. Ich kenne viele, die sich damit nicht unbedingt wohl fühlen. Diese Regelung wird seit Jahren, auch auf Wunsch der Teams/Vereine, so durchgeführt. Ssie rührt aber eben noch aus Zeiten, in denen die Spieler mit den Schlägern wie mit Äxten/Lanzen herumgefahren sind.

    Mit dem Begriff „gemeiner Eishockeyfan“ wollte ich niemanden herabsetzen, sondern ausdrücken, dass ein Zuschauer sich nicht in dieser Tiefe mit dem Regelwerk auseinandersetzt, was er/sie auch nicht muss oder will.

    Weiterhin würde ich Dich und viele andere nie als Trottel bezeichnen. Und das nicht nur wegen ganz großem Fachwissen und Liebe zu diesem Sport.

    Trottel sind für mich die, die gestern nach Spielende gezielt Gegenstände auf die SR geworfen haben.

    Für jetzt reicht das glaube ich…

    Mit stoischen Grüßen (ich hoffe Du verstehst die Anspielung)
    Der auf der hellen Seite der rot-blauen oder schwarz-silbernen Macht positionierte
    muggl

    P.S. Wir können gerne am Dienstag, wenn wir die Serie ausgleichen, noch persönlich sprechen. Wir kennen beide den Arbeitsplatz des anderen.

  11. Seltsam, dass noch keiner erwähnt hat, dass die Eisqualität mieser war, als
    Valznerweiher im Winter und dadurch das Glücksspiel stark gefördert wurde.

    Schade, dass es beiden Mannschaften dadurch unnötig schwer gemacht wurde zu spielen. Pucks blieben liegen, versprangen, hüpften unkontrollierbar über Schläger und selbst “der Meister des eleganten Gleiten #28“ musste sich mit erkennbaren Kraftaufwand abmühen um sich über die Fläche im 26° warmen Tempel des Pucksports zu bewegen.

    Unwürdig für ein Halbfinale. Geboten wurde trotzdem großer Sport, leider mit zu vielen Zufällen

  12. Torwartfehler beim 0:1 ja oder nein? Jedenfalls lässt Beskorowany den Puck nicht besonders souverän nach vorne abprallen. Dass Joslin dann auch noch abschaltet kam natürlich erschwerend hinzu.

  13. Toller Auftritt der Tigers gestern, war sehr angetan und auch ein Stück weit stolz auf die Mannschaft. Leider hat uns am Ende neben dem nötigen Glück auch ein wenig die Qualität beim Torabschluss gefehlt.

    Beim ersten Tor sieht Besko für mein Empfinden nicht gut aus, er muss die Scheibe mit der Kelle anders abwehren. Trotzdem sollten auch die Verteidiget den Nachschuss wegnehmen.

    Beim zweiten Tor mache ich Printz keinen Vorwurf, kein anderer Verteidiger der Tigers hätte den Zweikampf gegen Haskins gewonnen.

    Für mich war das gestern ein Spiel mit entscheidender Bedeutung. 2 Spiele werden wir nicht in WOB gewinnen, dafür sind die einfach zu abgezockt.

    Für gestern hätte ich mir noch etwas mehr Härte und Bissigkeit gewünscht, hätte unserem Spiel gut getan.

  14. Das Argument „war ja keine Absicht“ zählt hier leider nicht.
    Wenn der hohe Stock Absicht gewesen wäre hätte Reimer eine Matchstrafe bekommen.
    Eine 2+2 wird nun mal idR nur ausgesprochen wenn ein Unbeteiligter Spieler durch einen hohen Stock verletzt wird, wie wenn man sich z.B. beim Stocklift den gegnerischen Schläger mit seinem eigenen vor den Kopf prügelt.
    Oder wenn Reimer im Fallen einen anderen, unbeteiligten Spieler der z.B. nur in der Nähe stand erwischt hätte. Das wäre mit dem „accidentally“ im Regelwerk gemeint.
    Im gestrigen Falle geschah der hohe Stock innerhalb einer Aktion (der Check von Reimer an Fauser an der Bande stehend). Es wurde ein Spieler verletzt der direkt an dieser Aktion mit beteiligt war. Da gibt es kein „accidentally“, in einem Zweikampf ist jeder Spieler für seinen Schläger verantwortlich.

  15. Ich habe am Freitag zweimal die gleiche Szene beobachtet: Gegen WOB wird Icing gepfiffen, ein Wolfsburger fährt trotzdem auf die SpielerBank um sich auszuwechseln. Willi sieht das und fordert den Spieler auf wieder aufs Eis zu kommen. Der Wolfsburger steht sogar auf um der Aufforderung Folge zu leisten, da zieht ihn der Wolfsburger Co-Trainer am Trickot zurück auf die Bank. Das wars, Willi zuckt zurück und setzt sich nicht durch. Beim zweiten Mal war es Brüggemann der sich nicht durchgesetzt hat.
    Das hat nichts damit zu tun, das das Spiel zu schnell ist für die Schiris….keine Ahnung was das ist. Die verschaffen sich keinerlei Respekt.
    Und unsere Trainer sind zu brav für ähnliche Aktionen

  16. Hallo,
    @Austin: Das zweite mal hab ist mir das auch aufgefallen, richtig. Imo war #WOB19 (Mayer) verletzt, hatte einen Schuss geblockt. Brüggemann hatte das zugelassen. Regelkonform wäre es, wenn WOB dann zu 4. Anspiel macht, dann kann ein weiterer Spieler von der Bank kommen…

    Das war sicher nicht ausschlaggebend, aber da hier ja gerade wieder alle Regelkundler unterwegs sind… 😉

    Gruß
    Stefan

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