Spiel 34: Alles ist gut (bis Freitag)

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Und die wollen Deutscher Meister werden? Nee, ernsthaft jetzt, als Erstes muss der Trainer weg, kein System, kein Plan, keine Ansprache in den Werbepausen. Dann muss einer her, der den Herren Kanadiern Feuer unterm Hintern macht, am besten gleich der Alpenvulkan. Hans Zach wäre jetzt genau der richtige. Jawohl. So kann es doch nicht weitergehen, da muss gehandelt werden, sofort, bevor es zu spät ist. Herr Hopp, jetzt ist es an Ihnen, die Saison in Mannheim zu retten.

Weitere wie immer wohlformulierte Thesen zum 5:3 der Thomas Sabo gegen die Adler nach dem Klick auf „Weiter lesen“.

Die Fakten:

34 Spiele, 18 Siege, zwei davon in Verlängerung, einer nach Penalty-Schießen, 107 Tore, 101 Gegentore – Platz sechs.

Die Superlative:

Tore: 16 Patrick Reimer
Vorlagen: 23, Patrick Reimer
Punkte: 39, Patrick Reimer (damit wieder auf Platz 2 in der DEL, zwei Punkte hinter Will Acton)
Plus: 9, Marcus Weber und Patrick Reimer
Minus: -12, Derek Joslin
Strafminuten: 69, Colin Fraser
Power-Play-Tore: 8, Dany Heatley
Unterzahltore: 2, David Steckel
Siegtreffer: je 3, Derek Joslin, Steven Reinprecht, David Steckel
Schüsse: 163, Patrick Reimer (mehr als doppelt so viel wie Nürnbergs Nummer zwei, Derek Joslin/73)
Schussquote: 25 Prozent, Steven Reinprecht (vor Dany Heatley 21%)

Nach der Pressekonferenz, eins:

„Wir sind für diese Spiele gebaut: Das ist eine Playoff-Mannschaft.“ (Nein, Martin Jiranek, da muss ich widersprechen. Es gibt kein Playoff-Spiel – außerhalb der Playoffs.)

Das Spiel (präsentiert vom Phrasenschein des Volkswagen Doppelpasses):

Was macht ein Playoffspiel so reizvoll? Beide Mannschaften dürfen es nicht verlieren. Insofern hinkte der Vergleich diesmal nicht ganz so stark. Mit Nürnberg und Mannheim trafen da zwei Krisenklubs aufeinander. Auch das Drehbuch erinnerte an die Playoffs: Turbulenter Beginn, zwei Strafzeiten, viele Chancen, viel Engagement, dann beruhigt sich das Spiel, wird taktischer, verlagert sich in die neutrale Zone und an die Banden, bleibt aber intensiv, mit der Zeit dominiert die Heimmannschaft, der Gästetorhüter macht einen Fehler (Leg Dich nicht mit Pföderl an!), hält sein Team aber mit großartigen Paraden im Spiel, kassiert trotz Dauerbeschuss nur zwei Treffer (Brandon Segal und Patrick Reimer), mit dem 2:3 sucht sich das Momentum einen neuen Spielkameraden, Nürnberg wackelt, strauchelt nach dem 3:3 durch Christoph Ullmann, steht aber wieder auf – schon allein um Kurtis Fosters Hammer zum 4:3 zu bejubeln. „Unsere Leistungsträger sind hier, um Spiele zu entscheiden. Das haben wir ihnen auch gesagt“, erzählte Martin Jiranek – zumindest diesmal hatte man den Coaches der Ice Tigers auch zugehört.

Vom Eis, eins:

„Das hat mich einige Bucks gekostet, aber das war es ganz sicher wert. Es ist immer schön, das entscheidende Tor zu schießen, noch viel schöner ist es, wenn man es gegen die ehemalige Mannschaft schießt.“ (Kurtis Foster über seinen Siegtreffer und welche Auswirkungen das auf die Mannschaftskasse hat.)

Der NN-Moment des Spiels (präsentiert vom Fischereiverein Lenggries):

Brandon Segal sah sich schon alleine auf Dennis Endras zulaufen, 6846 Zuschauer sahen Brandon Segal schon alleine auf Dennis Endras zulaufen. Auch Marius Möchel sah Brandon Segal wohl schon alleine auf Dennis Endras zulaufen. Und wahrscheinlich sah auch Dennis Endras Brandon Segal bereits alleine auf sich zulaufen. Es kam dann ein wenig anders, weil Marius Möchel den Schläger zuweilen etwas zu fest umklammert. Nach dem verunglückten Steilpass drehte Segal ab, wandte sich Endras ab und Möchel ließ den Kopf hängen. Glücklich ist, wer da einen Freund hat, der einem mit einer kleinen Geste bedeutet, ja, Marius, ich weiß genau, wie du dich jetzt fühlst und natürlich war der Pass eine Katastrophe, aber mir ist das auch schon einmal passiert. David Printz schlug seinen Schläger nur kurz auf Möchels Schienbeinschoner, dieser kleine Schlag aber war so ehrlich, so nett und hat vielleicht auch ein wenig dazu beigetragen, dass sich Möchel auch danach noch selbst viele Chancen erarbeitete (und alle vergab).

Übertriebene Härte:

Boah, Iwert und Schukies, echt jetzt? Die Reaktion im Presseraum ist Woche für Woche dieselbe – nur die Namen wechseln. Aus Iwert/Schukies werden Aumüller und Piechaczek und Aicher und Oswald und Kompalla und Schnieder. Es gibt nur eine Erwartung an DEL-Schiedsrichter: mies zu sein. Wenn sie, wie Iwert und Schukies, konsequent und nachvollziehbar pfeifen, ist das danach der Rede nicht mehr wert. Es sei denn, man hört ganz genau hin, Greg Ireland jedenfalls machte die vielen Mannheimer Strafen im zweiten Drittel für die Niederlage verantwortlich. Nürnberg erzielte zwar bloß ein Power-Play-Tor, das ausgiebige Mannheimer Unterzahlspiel veränderte aber die Statik des Spiels. Schuld daran waren die Adler selbst, nicht Iwert und Schukies.

Coach’s Corner:

Gysbers, Katic, Morrisonn, Brule oder Bolduc passten perfekt ins Jagdschema. Regin, Kozun, Kapanen, Kennedy oder Larsen wären natürlich besser – aber eben auch völlig unrealistisch für die Deutsche Eishockey-Liga. Martin Jiranek hat am Montag das 2:4 von Medveščak Zagreb gegen Jokerit Helsinki beobachtet, schon allein aufgrund der langen Freundschaft zu den nicht immer zahlungswilligen Kroaten und den ursprünglichen Reiseplänen des Nürnberger Sportdirektors, kann man davon ausgehen, dass sein Interesse allein den Medvedi, den Bären aus Zagreb galt. Am Mittwoch wollte er sich Medveščak nochmal in Riga anschauen – das Spiel gegen die Adler war ihm dann allerdings doch wichtiger. Viel hat Jiranek über seine Eindrücke nicht verraten – glücklicherweise, so bleibt mehr Raum für Spekulationen: Bolduc, Genoway und Brule könnten Kandidaten sein, sollte der Allmächtige seine Rückhand nur noch im kleinen Kreis vorführen wollen. Morrisonn wäre zumindest auf dem Papier ein Upgrade zu Borer oder Printz, Gysbers und Katic könnten die offensiven Rollen von Kyle Klubertanz oder Derek Joslin übernehmen. Der Eimer Pucks, den Jiranek ebenfalls in Zagreb beobachtet hat, könnte Matt Murley ersetzen. Segal und Foster stehen bis 2017 in Nürnberg unter Vertrag. Ein in Europa vielleicht einmaliger Spieler wie Steckel kann ohnehin nicht ersetzt werden, sollte ihm Jiranek nicht längst einen neuen Vertrag vorgelegt haben, müsste man an diesem Sportdirektorcotrainerlegendensympathieträger selbst in diesem weichgespülten Blog zweifeln.

Vom Eis, zwei:

„Wir glauben aneinander und wir alle haben sehr viel Vertrauen in diese Mannschaft.“ (Jaja, wahrscheinlich hat das selbst Brad Leeb an dieser Stelle schonmal gesagt. Bei Kurtis Foster hörte es sich aber trotzdem ganz gut an.)

Die NN-Three Stars:

Bronze: Casey Borer! Was, wie kann er nur, der Böhm, dieser larmoyante Waschlappen von einem Möchtegern-Eishockeyaufschreiber, dieser Steven Regier, nein, besser, dieser Casey Borer unter den Sportjournalisten? Ich will zugeben, dass da ein bisschen Provokation dabei ist. Aber irgendwie muss man die Blogosphäre ja gerade nach solchen Alles-ist-wieder-gut-Siegen zum Kommentieren provozieren. Denn natürlich ist mir nicht entgangen, dass es Verteidiger gibt, die zumindest versucht hätten, das 3:2 zu verhindern (statt den zweiten, obwohl der tatsächlich beinahe von Dany, ja, dem Dany Heatley eingeholt worden wäre, oder einen imaginären dritten Mannheimer zu kontrollieren). Und seine Aktionen kurz vor Ende des Spiels waren ebenso unglücklich wie viele seiner Pässe und Abwehraktionen zuvor. Aber Borer war präsent in diesem Spiel, Borer hat versucht, Zeichen zu setzen, Borer hat das 3:1 möglich gemacht und Borer war einer der auffälligeren Spieler – positiv wie negativ. Mir ist das allemal lieber als dieser offensichtlich von allem, der Welt und insbesondere sich selbst frustrierte Matt Murley oder Derek Joslin, der zwar wesentlich besser als noch am Sonntag gespielt hatte, mittlerweile aber wohl endgültig glaubt, ein Offensivverteidiger zu sein, den man jeden Lapsus (wie vor dem 3:2) verzeiht. Das ungewöhnliche Lob gilt übrigens auch für Marco Nowak, der kein Zweikampfmonster mehr wird, der durch sein Engagement aber Zeichen gesetzt hat. Mag sein, dass Borer als Importspieler und Nowak als erfahrener Verteidiger (zumindest theoretisch ist er das, tatsächlich muss man, wie das Joachim Meyer von den Eishockey News richtig angemerkt hat, zwei Jahre Verletzungen von seinem Eishockey-Alter abziehen) nicht eine Mannschaft passen, die gebaut wurde, um Meister zu werden, an solchen Abenden aber bereitet es mir Spaß, sie bei der Arbeit zu beobachten.

Silber: Derek Joslin hatte tatsächlich geglaubt, er erreicht diesen Puck noch, der kurz zuvor über ihn hinweg geflogen ist. Dabei hätte er wissen können, wie man sich als umsichtiger Verteidiger in einer solchen Situation verhält, er hätte zuvor ja nur Sasa Martinovic beobachten müssen. Der Kroate aus Füssen spielte so unauffällig, so einfach und so sicher – obwohl er meist den hyperaktiven Marco Nowak an seiner Seite hatte. Guter Mann, der immer wichtiger wird – am Sinn seiner Verpflichtung aber hatte ich ja ohnehin nie gezweifelt. Nie.

Gold: Mit der Gelassenheit des Siegers widmete sich Martin Jiranek danach noch einmal der Schussstatistik im zweiten Drittel, setzte dieses 20:4 (nach Zählung der Ice Tigers) ins Verhältnis mit der Torstatistik im zweiten Drittel (2:1) und versuchte dann zu erklären, warum David Steckel alleine in dieser Phase das Spiel nicht bereits entschieden hatte. „Steckel war in der NHL für die Defensive zuständig, da war er einer der besten – aber er musste den Puck nie unter die Latte setzen.“ In der DEL muss er das auch nicht, da reicht es, den Motor ständig am Laufen zu halten, Bullys zu gewinnen, Penalties zu killen und unnachahmlich des Gegners Tor zu attackieren, um derzeit der beste Spieler der Ice Tigers zu sein.

10 Kommentare in “Spiel 34: Alles ist gut (bis Freitag)

  1. Wieder mal ein toller blogg. Nur ein kleiner Fehler bei den superlativen: Tor 5 War ein shorthander. Der fehlt in der Statistik noch 😉

  2. Bis zur 5gg3 Überzahl ein fast perfektes Spiel der Mannschaft. Da hat man leider die Entscheidung mangels Schüssen verpasst. Durch das 3-2 haben die Adler noch einmal ihre Chance gewittert und wurden im letzten Drittel durch Beskorowany’s Mithilfe belohnt. Danach hatten die Adler kurz mehr vom Spiel und es stand auf der Kippe. Fosters Tor kam zum richtigen Zeitpunkt – aus meiner Sicht sah Endras da nicht gut aus. Da schenken sich derzeit beide Teams nichts auf der Position.

    Ansonsten war heut Borer ein guter Aktivposten und heute konnte man sehr gut wieder sehen für was Heatley da ist!

  3. Hallo,

    schon wieder ein Befreiungsschlag (NN – Print)… naja.

    Am Spiel gibt’s wenig zu kritisieren. Das gezeigte war das, was man von dem Team erwarten muss. Druckvoll, engagiert, hart. Erstaunlich schnell im 2. Drittel.

    Steckel wird, wenig überraschend, immer wichtiger für das Team, nicht nur wegen der besten Bully Quote der DEL. Um so wichtiger wäre, ihn weiter zu binden.

    Bohrer und Martinovic naja… Martinovic ok, solide verteidigt. Hat Prinz gestern auch.
    Bohrer sehe ich nicht auf Bronze. Eher noch Oblinger oder Möchel. Beide schon im Spiel gegen die Dosen gut unterwegs, auch gestern wieder auffällig, trotz teilweiser drastischer technischer Defizite. Aber als Techniker wurden auch beide nicht geholt. Möchel hat zwar DEN Pass verbockt, aber vor dem 3:1 an der Bande den Puck zurück geholt. DAS will ich von ihm sehen und das liefert er seit einigen Spielen.

    Ansonsten bleibt die Frage, warum das Team nur ab und an kämpft und nicht immer… von daher: Befreiungsschlag… bis Freitag vielleicht!

    Herzlicher Gruß
    Stefan

    PS: Die Linienrichter haben gestern gefühlt den Rekord an realen und virtuellen Abseitsstellungen gepfiffen, die Anspielpunkte wurden zufällig gewählt…
    Schukies und Iwert waren ok, einiges richtig, anderes falsch/nicht gesehen. DEL Durchschnitt eben.

  4. Anscheinend seid ihr Blogger alle schon in Bestform und das lange vor den Playoffs. War der am Sonntag schon genial, setzt dieser hier für mich noch einen drauf. Sehr genial getroffen und beschrieben lieber Herr Böhm! Mannheim wird sicher sofort handeln.

    Unsere haben das ja Gestern schon getan und teilweise nach dem Spiel gefeiert als wären sie wieder Erster. Muss wohl die Erleichterung gewesen sein. Trotzdem: es war EIN Spiel und noch ist nicht alles wieder gut, die Wende eingeläutet, der Trend umgekehrt worden. Noch sind wir knapp auf Platz 6 und der Abstand nach hinten ist deutlich geringer als nach vorn. Platz 4 ist 6 Punkte weg, Platz 11 nur 4 Punkte. Und Freitag kommt Berlin…

    Ich habe mich Gestern sehr gefreut über den Sieg, die wichtigen 3 Punkte und die Tatsache, dass die diesjährige Adlertruppe uns anscheinend wirklich liegt. Aber sind wir ehrlich und realistisch – das war nicht das Mannheim, dass letztes Jahr Meister geworden ist. Sie schwächeln auch sehr und das zu unserem Glück inklusive Goaltender. Berlin wird eine andere Hausnummer und da überhaupt mitzuhalten dürfte sehr schwer werden.

    Wie schon so oft festgestellt können unsere alles schaffen und jeden schlagen, wenn sie denn in der Lage sind, ihr Spiel über 60 Minuten auch durchzuziehen (50 Minuten klappte es ja Gestern schon mal und der Einbruch wurde vor mehreren Spielen schon von Drittel zwei auf Anfang Drittel 3 verschoben…den jetzt noch ganz weglassen und es läuft). Hoffen wir also mal, dass das Spiel und die (aus der Erleichterung geborene) Euphorie danach sie am Freitag beflügelt und sie Berlin damit überrumpeln können.

    Wäre uns allen und den Jungs wirklich zu gönnen.

    Zum Thema Verteidigung hätte ich allerdings noch etwas zu sagen: Ich frage mich ja als Zuschauer schon, warum ein Herr Weber immer wieder vorne angeschlagene Spieler vertreten muss. Herr Borer oder Herr Nowak spielen doch so gerne Stürmer und sind Dauergäste vorm gegnerischen Tor, selbst wenn das auf Kosten ihrer Defensivarbeit geht und uns so manches Mal einen Gegentreffer beschert. Wogegen unser Herr Weber selbst als Offensivstürmer noch Zeit und Raum findet, sich bei Bedarf in die Defensive einzuschalten und Pucks vom Tor fern zu halten. Wäre es nicht wirklich sinnvoller, einen der beiden anderen Herren da vorne rein zu stellen, die es eh nicht mehr lernen, dass sie zuallererst einmal Verteidiger sind? Dafür dann einem wirklich guten jungen Verteidiger mehr Eiszeit hinten drin auf seinem angestammten Posten zu geben und damit auch die Möglichkeit, einer unserer besten deutschen Offensivverteidiger zu werden?
    Ich wäre ja absolut dafür! Denn Herr Weber weiß genau, dass auch ein Offensivverteidiger zuallererst einmal zu verteidigen hat, dann gute Aufbaupässe für die Stürmer zu spielen hat und dann erst selber sich in die Offensive einschaltet, wenn alle schon nach vorne gestürmt sind (trotzdem immer mit Blick und einem Schlittschuh auf das eigene Tor gerichtet). Talente im Team zu haben ist gut, wir sollten unsere nicht am falschen Platz vergeuden ist meine Meinung. Gute Sturmtalente gibt es einige in der DEL finde ich; vielversprechende Verteidiger sind leider recht selten im deutschen Eishockey.

    Aber am Freitag kommt Berlin ja mit Jonas Müller vorbei. Der muss auch nicht im Sturm aushelfen und darf sein Können da entfalten, wo er am schönsten Glänzen kann…wie es sich für einen zukünftigen Stern am Eishockeyhimmel Deutschland gehört.
    Ich werde da sein und zusehen – und hoffentlich sehen wie Herr Weber dem Herrn Müller zeigt wo der Defensivhammer hängt.

  5. @Bidole: fand Printz gestern hinten bockstark und hat das 3-1 schön mit erarbeitet im Drittel der Adler. Der Gute hat sich sogar kurz geärgert den Pass am Ende nicht bekommen zu haben;)

  6. Hm, war kein gutes, aber dafür ein ziemlich intensives Spiel gestern gegen eine Mannheimer Mannschaft (ohne Doc, Seidenberg, Tardif und Reul), die ebenfalls ihren Weg sucht.
    Vielliecht war das ja der schmutzige Sieg, den die Mannschaft gebraucht hat …

    Ich will jetzt gar nicht zu einzelnen Spielern schreiben, sondern was zum Saisonverlauf. Ich hab mich mal hin gesetzt und die Saison nach Monaten ausgewertet:

    September 67% aller möglichen Punkte geholt
    Oktober 59%
    November 52%
    Dezember 40%

    Wenn man dazu bedenkt, dass die Liga momentan von Berlin und Iserlohn mit 64% aller möglichen Punkte angeführt wird, dann erkennt man schnell, dass der September und Oktober nicht ausserordentlich waren für ein Team das oben mitspielen will, sondern eher der Regelfall sein muss.

    Bedenklich ist für mich vor allem, dass das was wir gerade als mögliche Schwächephase wahr nehmen statistisch gesehen ein permanenter Abwärtstrend ist.
    Der Januar wird es weisen wohin die Reise geht, aber wenn der Wert nicht über 60% geht, dann geht es Richtung Pre-PlayOff …

  7. Nach dem Spiel haben einige Nürnberger noch ausführlich mit einigen Fans aus der verbotenen Stadt diskutiert. Friedlich, konstruktiv und trotzdem war die Security in der Fan Kneipe dreimal bei uns, um nach dem Rechten zu schauen…
    Während dem Spiel gegeneinander. Danach zusammen reden und was trinken. So muss es sein.

    Die Mnnhmr haben ab dem zweiten Drittel nicht mehr an ihr Team geglaubt. Zu viele Stockfehler. Zu wenig Einsatz vor dem eigenen Tor. Ein unsicherer Goalie, der zwischen Klasse Saves und leichten Fehlern schwankt. Ein verunsichertes Team. Selbst nach dem Ausgleich sind sie von einer Niederlage ausgegangen. Und warum?
    Nur weil wir Mnnhm im letzten Drittel stark gemacht haben. Die ersten 10 min kein Körperspiel. Wir haben das Spiel einfach abgegeben. Erst kurz vor dem Treffer von Foster haben wir begonnen das Nebenherlaufen und Schönspielen aufzugeben und wieder den Körperkontakt gesucht. Dann hatten wir wieder Oberwasser. Und sie sind davon ausgegangen, dass wir eher in die Spur zurückfinden als ihr Team das Momentum (was sie aber nicht als Momentum gesehen haben) nutzt.
    Ireland wird schon lange kritisiert. Trotz der zwischenzeitlichen Siegesserie. Aber gute Alternativen scheint der Markt nicht zu haben. Keiner wusste wirklich, wer das Dilemma lösen könnte…

    Ob der Spengler Cup eine Ursache war, haben wir auch diskutiert. Gegensätzliche Meinungen: zu viele Spiele; das Vorziehen von Spielen hat gute Trainingsarbeit verhindert; kein Selbstvertrauen in Davos geholt; Spengler Cup zu spielen ist mehr wert als eine gute DEL Saison. Sehr unterschiedliche Positionen.

    Und trotzdem hatten sie zum Schluss einen großen Wunsch: „Eine Viertelfinalseire gegen Nürnberg. Denn das garantiert uns ein Weiterkommen“. Und das mit ganz viel Grinsen im Gesicht.
    Aber vielleicht wäre es genau die Paarung die wir im positiven Sinne bräuchten. Schauen wir mal. Am Freitag sehen wir jedenfalls in welche Richtung es bei uns weitergeht…

  8. @Blackhawk: Ja, er ist fast immer sehr solide, spielt geradlinig, hart und einfach! Ich mag ihn und seine Spielweise… hoffe, sein Tor wird in dieser Saison ein wichtiges in den Playoffs werden. 🙂

  9. Hallo alle zusammen,
    ich freue mich heute zum ersten Mal auch etwas unter diesen sensationellen Blog zu posten. Ist wahrscheinlich nach 18-monatigem Blogstudium auch einfach an der Zeit einmal seinen Senf dazu zu geben 😉

    Es geht mir im Speziellen um die angesprochene Punktausbeute von Klaus.
    Nach meiner Prognose werden die IceTigers im Januar 18 der möglichen 30 Punkte holen:

    Daheim gegen München 0/3 (schon gespielt)
    Daheim gegen Mannheim 3/3 (schon gespielt)
    Daheim gegen Berlin 0/3
    Auswärts in Straubing 3/3
    Daheim gegen Hamburg 3/3
    Auswärts in Schwenningen 3/3
    Auswärts in Krefeld 3/3
    Auswärts in Hamburg 0/3
    Auswärts in Düsseldorf 0/3
    Daheim gegen Mannheim 3/3 (natürlich!!!)

    Dies entspricht genau den von dir geforderten 60%.
    Somit wären die IceTigers Ende Januar bei 57% der möglichen Punktausbeute, was aktuell Platz 4 entspricht. Ich gehe aber davon aus, dass es im Januar nur Platz 5 wird.

    Man hat dann noch 2 Monate mit relativ schwerem Restprogramm, um sich das Heimrecht in den PO zu erkämpfen oder eben nicht.

    Ich bin von Natur aus immer positiv eingestellt und vermute, dass die IceTigers das Ruder noch herum reisen werden. Zudem bin ich einfach sowas von gespannt auf die von Martin Jiranek gestellte Prognose, dass diese Mannschaft für die PlayOffs gebaut wurde. Wäre ja eine der ersten Nürnberger Mannschaften, die sich im entscheidenden Moment der Saison nochmal steigern könnte. Unsere Leitung lehnt sich hier ja schon relativ weit aus dem Fenster 😉

    Viel Spaß und bis bald,
    Patrick

  10. Vieles wurde, wie gewohnt, hier schon kenntnisreich und amüsant kommentiert. Zum Blogtext muss man ohnehin nichts sagen, stets ein Genuss. Wer denkt, dass Sex geil ist, mhat noch nie diesen Blog gelesen (Entschuldigung, was für eine Entgleisung)! Ein paar Anmerkungen habe ich aber auch noch:

    Offensichtlich will Herr Böhm (oder Jiranek, oder beide?) nahezu die gesamte Zagreber Mannschaft nach Nürnberg lotsen. Ich wäre da ein bischen weniger euphorisch. Spieler wie Morrisonn oder Bolduc sind sicherlich interessant, bei Mark Katic hingegen erinnern mich die Porportionen stark an Shane Peacock….

    Auch mir hat Borer gestern recht gut gefallen. Immer ein bischen zu verspielt und fehleranfällig für einen Topverteidiger, und dennoch: Dass er will, daran besteht kein Zweifel. Nicht selten hätten wir in Nürnberg viel darum gegeben, solche Spieler in unseren Reihen zu haben.

    Namen im Überblick:

    David Steckel: Falls die Vertragsverlängerung aus monetären Gründen fraglich ist, bitte ich um die Einrichtung eines Spendenfonds. Ich bin mir sicher, Steckel könnte schon bald mit dem Hubschrauber zum Training fliegen.

    Martin Jiranek: Vom Playoff-Potential seiner Mannschaft scheint er regelrecht beseelt, der Gute. Und ja, es ist die erste Mannschaft seit langem, der man zutrauen darf auch im April noch Eishockey zu spielen. Potential ist jedoch kein Automatismus, es wird darum gehen, das Team im entscheidenden Moment sein maximales Können abrufen zu lassen. Crunch time, Baby!

    Foster: Kann von Glück sagen, dass die Freude über sein Tor alle Beteiligten von einer Bewertung seiner sonstigen Leistung abhält.

    Beskorowany: Angesichts seiner bisherigen Leistungen dürfte Jenike und Reimer kaum vor Schreck der Medizinball aus der Hand fallen. Eine machbare Aufgabe für die beiden.

    Patrick Reimer: Verkörpert stets Willen und Einsatzbereitschaft, schießt aus allen Lagen. Ihm wäre es wirklich zu gönnen einmal bis April Eishockey spielen zu dürfen und die Saison mit einem Sieg zu beenden.

    Der Chancentod: Hat sich seit längerem im Team eingenistet und fühlt sich erschreckend wohl. Könnte Reimer dazu bringen doch schon wieder im März den Schläger ins Eck stellen zu müssen.

    Im Falle eines Sieges gegen Berlin sollten die Mundwinkel der meisten Nürnberger Fans wieder nach oben zeigen. Aber auch nur dann.

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