Spiel 31: Geschenke nach Weihnachten

Nur zwei Tore. Was anfangs aus Jux und Tollerei „wohl nicht reichen wird fürs Mitteldrittel“, wie der geschätzte Kollege Joachim Meyer von den Eishockey News spaßte, reichte fürs Mitteldrittel. Nur eben nicht mehr fürs Schlussdrittel. Eine souveräne 3:0-Führung gegen phasenweise stark überforderte Düsseldorfer, die sich von einer Strafzeit in die nächste schleppten, schafften die Thomas Sabo Ice Tigers an diesem Dienstagabend tatsächlich noch komplett herzuschenken – binnen 21 Minuten vier Gegentreffer in Folge zu kassieren und damit anstelle von drei oder zumindest zwei Punkten nur einen aus dem Spiel gegen den Tabellenzweiten vor Rekordpublikum mitzunehmen. Es waren eben wirklich nur zwei Tore.  Weiter lesen

Spiel 29: Die Metamorphose des Mitteldrittels

Die treffendste Aussage für dieses Spiel gibt es im deutschen Vokabular gar nicht. Lange habe ich überlegt, wie man dieses 9:3 über die Iserlohn Roosters am besten kurz in Worte fasst. Aber egal, welche Umschreibung mir einfiel, entweder sie war zu weich, zu hart, zu klein, zu groß. Bis dann Papa Joslin vor der Kabinentür auf seinen Sohn wartete und, als er diesen erblickte, ein breites Grinsen aufsetzte. Derek wackelte auf Schlittschuhen die paar Meter hinüber zu seinem alten Herren und, unmittelbar, bevor er ihn drückte, sagte Papa Joslin exakt diese Worte, die ich gesucht und nicht gefunden hatte. So treffend wie Wilhelm Tell, so weich wie der Bauch des Twistman, so hart wie der Anblick des Bauches des Twistman, so klein wie Sohn Klubertanz, so groß wie der Schläger von Sven Butenschön; Papa Joslin blickt auf die Anzeigetafel und fragte: „Derek, what the fuck?“

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Spiel 27: Dr. Jiranek und Mr. Hyde

jekhyde

Ein preiswerteres Produkt war auf der Schiefertafel nicht zu finden, also hat der Eishockey-Profi dem Journalisten eine Bio-Limo ausgegeben. Portemonnaie vergessen, besser als das Gespräch nicht aufzuzeichnen, was auch schon passiert ist. Peinlich war es dennoch. Der Eishockeyprofi hat trotzdem viel erzählt und viel offenbart über ein Leben, das auf Facebook, Twitter, Online-Portalen und in der Zeitung ständig ausgeleuchtet und bewertet wird. Das war nicht nur spannend, das war vor allem ein Anlass, die eigene Arbeit mal wieder zu überdenken – ein paar Tage nach der Anfertigung eines Zwischenzeugnisses hätte der Zeitpunkt besser nicht sein können. Die Bewertung dieses ziemlich fiesen 6:4 gegen Augsburg fällt an dieser Stelle entsprechend milde aus. Die Rolle des bad cop hatte an diesem ohnehin der Sportdirektor der Thomas Sabo Ice Tigers übernommen. Weiter lesen

Spiel 26: Die Tücken der Aufklärung

Icetigers Nürnberg - ERC Ingolstadt

Ich hätte da wieder einmal eine Bitte an den Arena-DJ: Ja, „Schade, wie kann das passieren?“ ist tatsächlich so etwas wie ein deutscher Eishockey-Song mit wunderbaren Bezügen zum Nürnberger Kapitän und die Toten Hosen sind natürlich ohnehin großartig (unhörbar, aber großartig). Aber mittlerweile wäre ein anderer Soundtrack zu den Heimniederlagen der Ice Tigers ganz nett (solltest du Kipin Kapin verschlampt haben, sag Bescheid). Vor allem, weil es nach dem 2:4 gegen den ERC Ingolstadt so aussieht, als sollten wir dieses Lied in dieser Saison noch des öfteren hören müssen.

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Spiel 23: Tylers Lächeln (Update)

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Außerordentlich freundlich präsentierte sich dieser große Mann in kurzen Hosen über den dürren weißen Wadeln. Wobei, freundlich sind sie alle, erst recht nach ihren Debüts. Dieser große Mann mit den hellwachen Augen gab sich darüber hinaus aber auch selbstkritisch (noch ein wobei: was hätte er bei diesem Gegentor auch schönreden wollen). Tyler Beskorowany hat ordentlich gehalten und zählte eindeutig zu den Lichtblicken an einem Abend, an dem man ein wenig genauer hat hinsehen müssen, um Positives zu entdecken (exakt wie dieser Text, der am frühesten Samstagmorgen im Halbschlaf angefertigt wurde, sich so auch liest und deshalb am Sonntag noch einmal ein wenig überarbeitet und ergänzt wurde). Weiter lesen