Spiel 6: 47 in ’16?

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So, aufgepasst, der Blog-Onkel erzählt von früher, als die Stimmung noch gut, die Winter noch kalt und das Linde-Stadion der schönste Eishockeytempel der Welt war: Eishockey-Spiele haben auch in dieser wunderbaren Zeit bereits 60 Minuten gedauert, allerdings habe ich davon allenfalls 30 Minuten mitbekommen, weil ich das Geschehen nur dann mit voller Aufmerksamkeit verfolgt hatte, wenn Wayne Thompson und/oder Ray Podloski daran beteiligt waren. Zwei Ausländer waren damals erlaubt und als der Gretzky-gleiche Spielmacher und sein großer Torjägerkumpel an der Äußeren Bayreuther wirbelten, war ich erstmals reif für diese Sportart. Selbst zu Zeiten von Coldwell, Kosturik oder Richter war mir die Lachssemmel meist wichtiger als das Spiel selbst. Dass Peter Netzsch ein großartiger Arbeiter war und dieser Martin Müller auch kein ganz schlechter Spieler, bekam ich schon mit, voll konzentriert aber war ich nur, wenn Podloski und Thompson über die Bande sprangen. Nur dann konnte etwas Außergewöhnliches passieren, nur dann erstrahlte das Linde-Stadion. 25 Jahre später kehrte die selektive Wahrnehmung zurück. Dany Heatley materialisierte sich auf Nürnberger Eis – und wahrscheinlich ging es nicht nur mir so, dass man stets nur Wechsel der ersten Reihe herbeisehnte. Zum Glück hat der Heater früh getroffen – sonst hätte man so manch bemerkenswerte Szene verpasst. (Ein Blogeintrag von Christoph Benesch und Sebastian Böhm)

Die Fakten:

6 Spiele, 4 Siege (alle in Folge), 2 Niederlagen (zum Saisonstart), 12 Punkte, 19:17 Tore – Platz 3.

Aus der Mixed Zone I:

„How many percents I can show? Hundred, of course…“ (Dany Heatley auf meine unbeholfene, nervös vorgetragene Frage, bei wieviel Prozent er sich derzeit schon sieht)

Die Superlative:

Punkte: 9 – Patrick Reimer
Tore: 6 – Patrick Reimer
Vorlagen: 7 – Yasin Ehliz
Schüsse: 36 – Patrick Reimer (weit vor Brandon Segal, 15)Strafminuten: 16 – Brandon Segal
Plus: +4 – David Printz
Minus: -4 – Colin Fraser, Derek Joslin

Die Partie:

War typisch für ein Gastspiel der orangefarbenen Freunde aus Wolfsburg. Zwei Drittel lang schienen die Nervensägen aus dem VW-Konzern auch das Debüt des Heaters vermiesen zu können – mit ihrem laufintensiven, cleveren Spiel. Zwei Dinge waren dabei bemerkenswert: Die Wolfsburger schienen nicht wirklich beeindruckt gewesen zu sein von den ersten Auftritten der neuen Ice Tigers, ganz im Gegenteil: die einstmals nach Grizzly Adams benannte Mannschaft versuchte selbst, Nürnberg mit hartem Spiel einzuschüchtern. Tim Hamblys Check gegen Marco Nowak war heftig, aber fair, was man wiederum von Daniel Widings Cheapshot gegen Colin Fraser nicht behaupten kann. So entwickelte sich nach Heatleys 1:0 ein herrlich hiziges Spiel, das nur im zweiten Drittel eine Pause einlegte. Nürnberg beeindruckte aber eher Wolfsburgs Tempo und niemals nachlassende Laufbereitschaft, mit den erfahrenen Neuzugängen hat Martin Jiranek aber auch Geduld, Defensivstärke und Cleverness eingekauft. Rob Wilson erinnerte seine Mannschaft in der zweiten Pause daran, kompakter zu spielen. Die Ice Tigers gehorchten und entschieden das Spiel auch dank Patrick Reimer und Yasin Ehliz verdient für sich.

Der NN-Moment des Spiels (präsentiert von @NotDanyHeatley):

Gehört tatsächlich am Debütabend von Dany Heatley gar nicht Dany Heatley. Sondern Patrick Reimer. Der nahm die Scheibe irgendwo da unten bei Roland Fenglers Füßen, am rechten Rand der Bande, auf die Kelle, warf Armin Wurm, der tatsächlich so aussieht, wie man sich einen Armin Wurm vorstellt, im Vorbeifahren eine Bananenschale vor die Füße, trat härter als „Dege“ und „Gorilla“ aufs Gas Richtung Gästetor, lud sich die Scheibe in dem Moment, in dem Steven Reinprecht bereits losgelöffelt hätte, den Puck von der Rückhand auf die Vorhand und lupfte just, als sich Sebastian Vogl (wo war heute eigentlich das „Vogl ist nervös, Vogl ist nervös, Vogl, Vogl, Vogl ist nervös“?) nach diesem schwarzen Stück bücken wollte, das Hartgummi über Vogls Schulter unter die Latte. Zugegeben, wir dachten für einen ganz kurzen Moment der Ekstase allen Ernstes: Wer zur Hölle braucht hier einen Dany Heatley?

Die Außenmeinung (präsentiert von der Deutschen Eishockey-Schiedsrichter-Gewerkschaft):

Joachim Meyer schreibt für die Eishockey News, verantwortet nebenbei die komplexeste Fantasy-Liga der Welt, ist vor allem aber ein großartiger, weil stets hilfsbereiter und angenehm uneitler Kollege. Zitiert wurde der Myers hier schon des öfteren, diesmal auch richtig, seine Einschätzung von Dany Heatleys Debüt hat er vorsichtshalber selbst verfasst.

„Small but fast.“ So bezeichnete Dany Heatley die Wolfsburger Mannschaft nach dem Spiel. Eine Beschreibung, die so ziemlich dem genauen Gegenteil von Heatleys eigener Spielweise entspricht. Was man aber schon in seinem ersten DEL-Spiel sehen konnte, ist seine enorme Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor. Mit klugen Pässen, einem Scheibenklau in der gegnerischen Zone und sogar einem Hechtsprung, um den Puck in Unterzahl aus dem eigenen Drittel zu befördern, zeigte Heatley aber auch, dass er mehr kann, als nur gut schießen. In jedem Fall hat er angedeutet, dass er vielleicht sogar eine größere Verstärkung für die Ice Tigers werden könnte, als ich es zunächst gedacht habe.

Die Schlüsselszene:

Und plötzlich war er wieder da, sprang von der Bande, schnappte sich als sechster Wolfsburger auf dem Eis die Scheibe, schwanzte zwei Ice Tigers und erzielte das 3:2. Moment. Nochmal zurückspulen. Tyler Haskins schnappt sich also die Scheibe, die Fans zürnen, die Schiedsrichter reagieren natürlich nicht, Haskins erkennt die Gunst des Moments, freut sich vielleicht schon darüber, diesen verfluchten Ice Tigers wieder einmal genau im richtigen Augenblick einen Tiefschlag zu verpassen, schwanzt einen Nürnberger, schwanzt einen zweiten und… scheitert an Andy Jenike. Es wäre eine perfekte Schlüsselszene im Falle eines Wolfsburger Sieges gewesen, das wusste aber der viel diskutierte Andy Jenike zu verhindern – und so kommt sein Save tatsächlich in die engere Auswahl. Eine Schlüsselszene könnte auch Dany Heatleys ungewollter erster Einsatz in Unterzahl gewesen sein – allerdings für den gesamten Saisonverlauf. Heatley wurde vom Spielverlauf zu ein wenig Penalty killing gezwungen, ließ zunächst seine Reichweite für sich arbeiten, tauchte dann aber auch ab, um einen Puck aus dem Drittel zu spitzeln. Danach lobten sie alle Heatleys Charakter, Jiranek, Reimer, Jenike, all jene also, die Heatleys Charakter auch gelobt hätten, wenn er unter der Woche zweimal zu spät zum Training erschienen wäre und Alexander Oblinger dazu gezwungen hätte, ihm die Schuhe zu binden. Dieser Diver nach der Scheibe aber füllte diese erwartbaren Sätze mit Leben. Für den Sieg gegen den ewigen Angstgegner aber war Marco Nowaks so riskanter wie lässiger Flip-Pass vor das eigene Tor viel entscheidender. Nowak flippte also, auf der Pressetribüne flippten einige (soll heißen: ich) aus, Murley passte den Puck schnell weiter, Nowak zündete den Turbo, erschien rechtzeitig am langen Pfosten, um  den Querpass von Yasin Ehliz zu verwerten und durfte jubeln, nachdem Reimer den Abpraller verwertet hatte. Nowak, noch so ein Prügelknabe der digitalen Ice Tiger-Rezeption, war nicht nur deshalb richtig stark heute. Schlau, dass ihn der Kollege in die Three Stars gewählt hat.

Aus der Mixed Zone II:

„It was the fourth Sieg äh victory in a row…“ (Andi Lindner, nervös, auf Sendung mit CEF-TV mit Dany Heatley)

NN-Three Stars:

Bronze: Foster? Foster! Checkte alles, was sich  bewegt – und einmal auch das, was sich nicht bewegte: Dany Heatley, hinter dem eigenen Tor. Wie eine Mücke, die sich an einem dieser flirrend-heißen Sommerabenden auf der Veranda auf den Weg vom Seeufer herauf zum Kirschkuchen macht, nur um sich dann – PONG – ihre Fühler dabei zu knicken, wie sie gegen die Moskitoschutzhaube donnert. Nur, dass Foster der Reihe nach Wolfsburger dafür bluten ließ, dass er offenbar einen dieser Toureg TDI in der Garage zu Hause in Edmonton stehen hat.

Silber: Ein Tor, zwei Vorlagen, jeweils maßgeblich an den entscheidenden drei Treffern beteiligt – nuff said. In seinen ersten Jahren in der DEL war Yasin Ehliz‘ Bedeutung für die Ice Tigers nicht immer auch der offiziellen Statistik zu entnehmen, diesmal schon. Die Zahlen zeigen inzwischen, dass der erstaunliche Tölzer zu den herausragenden und dominantesten Spielern des Saisonstarts gezählt werden muss.

Gold: Könnte sein, dass auch Colin Fraser zu einem Stammgast in dieser Rubrik wird – wenn auch sicher nicht wegen seiner Tore und Vorlagen. Bei Fraser muss man schon genauer hinsehen, dann hat man beobachten dürfen, wie er schon im ersten Drittel immer wieder den netten Plausch mit Tyler Haskins gesucht hat, wie er im zweiten Drittel – auch deshalb – eine Strafe gegen Wolfsburg besten Spieler herausgeholt hat, wie er Patrick Reimer kurz vor einer Unterredung mit Hascher Schukies zugeflüstert hat, was er als Kapitän dem Schiedsrichter-Duo sagen soll, wie lässig er in Unterzahl Schüsse blockt und in jeder Sekunden kontrolliert, was auf dem Eis passiert. Patrick Reimer ist vollkommen zurecht Kapitän dieser Ice Tigers. Aber es scheint so, als hätte diese Mannschaft einen weiteren Anführer hinzubekommen.

Aus der Mixed Zone III:

„Am Anfang wurde immer runtergebetet, wir sind größer und robuster geworden – so wollen wir auch spielen auf dem Eis. Wir fahren viele Checks und spielen körperlich, so können wir dann auch eine Mannschaft wie Wolfsburg, die sicher eine der besten der Liga ist läuferisch, aufreiben und ihnen diese Stärke durch Präsenz körperlich wegnehmen“ (Andreas Jenike)

Das erste von 47 in ’16?

16 Kommentare in “Spiel 6: 47 in ’16?

  1. Wieder mal ein sehr gelungener Blogeintrag, eine absolute Pflichtlektüre nach jedem Heimspiel. Notfalls muss sogar die Tatsache, dass es heute kurz vor Mitternacht und morgen Montag ist, dafür verdrängt werden.
    Zum Spiel:
    Wolfsburg wie immer körperlich stark und läuferisch überlegen. Aber sie haben gemerkt, dass wir körperlich jederzeit in der Lage sind einem Gegner richtig weh zu tun. Die mangelnde Beweglichkeit ihrere Hüft., Lnie-, und Sprunggelenke machen unsere älteren Herren mit Cleverness und Stellungsspiel wett. Unser Unterzahlspiel funktioniert extrem gut, da kann unsere #15 froh sein, nicht gegen Printz und Co. Powerplay spielen zu müssen.

    Stichwort Heatley: Sehr viel hüftsteifer dürfte sich Dirk Nowitzki auch nicht auf Schlittschuhen bewegen aber das ist keine große Überraschung. War noch nie ein guter Skater, Knieverletzung, 34 Jahre usw. Wehe aber, wenn er am Puck ist. Der durchnittliche DEL-Profi ist froh, wenn sein Schlagschuss die Härte des Handgelenkschusses von Heatley aufweist. Wenn er gute Pässe bekommt, wird er noch für eine Panikattacken unter den Goalie der Liga sorgen.

    Reimer und Ehliz: Zwei Musterprofis, voller Leidenschaft und Hingabe für ihren Sport. Dei beiden sind das Beste was dem Nürnberger Eishockey passieren konnte. Man muss wirklich einmal den Hut ziehen vor ihren Leistungen, besonders vor ihrer geradezu furchteinflößenden Konstanz. Die Anzahl der schlechten Spiele, die beide im Trikot der Icetigers gemacht haben, lässt sich an einer Hand abzählen. Man wird nicht mal alle Finger brauchen.

    Der Stil des Team hat sich verändert, unsere Tore fallen anders, weniger spielerisch, dafür zielgerichteter und direkter. Arbeit, Cleverness und Robustheit statt Technik, Eistanz und Schnelligkeit. Diese Veränderung war notwenig um das Nürnberger Eishockey voran zu bringen. Wenn alles passt, kann dieses Team noch Eishockey spielen wenn in den Schrebergärten neben der Arena schon die Tulpen blühen!

  2. Es war sehr interessant, wie unser Team mit einem läuferisch sehr starken Gegener klar kommt. Finde, das Team hat das gestern sehr gut gemacht.

    Das Tor von Reimer war unglaublich, frag nach bei Armin Wurm. Der Heater wird noch einige Wochen brauchen, aber er hatte schon ein paar gelungene Aktionen und er wird sicher noch besser werden.

    Das Spiel nahm gerade im zweiten Drittel eine sehr lange Auszeit, aber die Leistung war unterm Strich recht solide.

    Jeder Punkt im Herbst tut brutal gut und mit einem Sieg am Freitag kann man sich oben in der Tabelle festsetzen.

  3. Servus zusammen!

    So, jetzt setze ich meine guten Vorsätze für die neue Saison auch mal in die Tat um. Wenn es schon so einen lesenswerten Blog gibt, den Sebastian und Christoph rein aus Spaß an der Freude in ihrer Freizeit füttern, muss das auch von den Lesern häufiger prosaisch gewürdigt werden 🙂

    Also, was fällt mir an unserer Mannschaft 15/16 grundsätzlich auf?
    Klar, wir sind größer und härter geworden, fast zwangsläufig geht damit aber auch ein Verlust von Schnelligkeit, spielerischer und technischer Qualität einher. Das kann der erfolgreichere Weg sein, wird sich aber erst im Frühjahr zeigen. Dass wir dann noch bei der Musik dabei sind, glaube ich fest. Die Mentalität der Truppe macht definitiv Mut. Die angestrebte TOP-6-Platzierung ist sicher realistisch, darf aber mit diesem Kader auch erwartet werden.

    Gestern war es aus meiner Sicht ein typisches Frühherbst-DEL-Spiel, das zwar im 1.Drittel recht vielversprechend begann, sich dann aber schnell bis Mitte des 3.Abschnitts zu einem schwer genießbaren Gestochere und Fehlpassfestival entwickelte. Viele Zweikämpfe, sehr zerfahren, wenig Scheibensicherheit auf beiden Seiten. Ist aber momentan noch völlig normal, die Abläufe und die körperliche Fitness können noch nicht hundertprozentig passen. Die Wolfsburger haben mit ihrer typischen (Auswärts-)Spielweise sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen.
    Wichtig ist, dass die Jungs bis zum Zeitpunkt x (Jiranek / Wilson haben ja mehrfach von Dezember gesprochen) eben bereit sind, das anders zu kompensieren und sich solche Arbeitssiege zu ziehen.

    Zu Heatley: Ich bin froh, dass gestern schon klar geworden ist, dass es sich eben nicht um eine reine „PR-Merchandising-Verpflichtung“ handelt und er uns definitiv sofort weiterhelfen kann. Sein Fitnesszustand ist nicht annähernd so schlecht wie schon geunkt wurde. Die Spritzigkeit holt man sich auch mit 34 noch im Training, aber eben auch mit den Spieleinsätzen. Heatley arbeitet jedenfalls sehr engagiert vor beiden Toren mit. Selbst wenn er sich im PP „nur“ in den Slot stellt, reicht das schon aus um für Gefahr zu sorgen.

    Ansonsten: Reimers 4:2 (Scheibenan- und -mitnahme zum Zungeschnalzen!) war allein schon das Eintrittsgeld wert. Und ganz ohne Polemik und Jenike-Bashing: Wir brauchen noch eine echte Nr. 1, spätestens wenn es in Richtung Play-Offs geht. Aber da bin ich mir sicher, dass das auch unserer sportlichen Leitung bewusst ist.

  4. Hallo zusammen,

    wieder ein sehr gelungener uns absolut lesenswerter BLOG-Beitrag. Vielen Dank! Nur ein kleiner (unwesentlicher!) Einspruch: Die Aktion gegen Nowak war alles andere als fair. Der Ellbogen ging klar Richtung Nowaks Kopf. Hätte zwei Minuten für Hambly geben müssen!

    Habe nun bis auf das Hamburg-Spiel alle Partien live miterlebt. Mein Zwischenfazit: Man kann durchaus optimistisch auf den weiteren Saisonverlauf blicken. Erfahrung, Größe, Härte, Talent, Speed, Motivation, Torriecher, Technik, gutes Trainer-Team: alle diese entscheidenden Faktoren sind offensichtlich da (manche davon sogar mehr als ausreichend!) und die Mischung scheint zu passen. Und jetzt kommt auch noch Reinprecht zurück (nach eigener Aussage könnte er Freitag wieder spielen). Das sieht echt gut aus!

    Zum Spiel:
    Nach dem eher glücklichen Sieg in Augsburg gestern eine deutliche Steigerung, was angesichts der starken Grizzlys aber auch absolut notwendig war. Unterm Strich ein verdienter Sieg, vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen. WOB zwar zeitweise optisch überlegen, mehr und bessere Torchancen jedoch auf Seiten der Ice Tigers.
    Über P. Reimer ist oben schon alles gessagt. Für mich ganz klar der beste deutsche Stürmer in der DEL.
    Erstaunlicher ist, was Ehliz in dieser frühen Saisonphase schon abliefert: KLASSE! In den letzten beiden Jahren anfangs mit leichten Anlaufschwierigkeiten. Hat sich dann kontinuierlich gesteigert. Diesmal schon von Anfang an in Top-Form! Freue mich, dass er seinen Vertrag vorzeitig verlängert hat!

    Zu Heatly:
    Erstaunlich: langsam, schwerfällig, konditionell (noch) nicht auf der Höhe. Aber: er hätte beinahe noch zwei weitere Tore geschossen! Mal abwarten, Luft nach oben ist noch reichlich vorhanden. Schon gestern zu erahnen: Wenn er richtig in Fahrt kommt…..

  5. @Norbert:
    Auf dem Handy des Pressesprechers hab‘ ich Hamblys Check schon in der Drittelpause sehen können – und nicht nur ich konnte dabei keine Regelwidrigkeit erkennen. Der Check war hart, aber nicht zu spät, die Arme waren angelegt, Nowaks Kopf tief. Tatsächlich hatte der Check sogar eine positive Nebenwirkung, Nowak spielte danach wacher, aggressiver und konzentrierter.

  6. @Sebastian Böhm
    Vielleicht hast Du da gerade den Stein der Weisen des Herrn Nowak entdeckt und es ist in der Tat förderlich, wenn man ihm, in althergebrachter Tom&Jerry-Manier, vor dem Spiel ein Bügeleisen o.ä. auf den Helm fallen läßt.
    Freiwillige vor!
    Eventuell gibt es dann bald in der Arena nicht nur, irgendwie typisch Deutsch anmutende, Umhängekärtchen mit einer Trommel darauf zu bestaunen, sondern auch Kärtchen mit einem Bügeleisen darauf.
    Alles ist möglich… Vor 6 Wochen hätte ich auch nicht gedacht, dass ich ein Tor von Dany Heatley im IceTigers-Trikot bejubeln werde

  7. Achso, zum Spiel…
    Das häufig erwähnte 2.Drittel sollte, glaube ich, aus WOB-Sicht genau so sein, bzw am liebsten alle drei Drittel sollten so sein. Nur kommt eben im 2.Driitel WOB der andere Wechselweg zu Gute und man „startet“ u.a. bereits höher in der gegnerischen Hälfte und der gewollte Druck auf den Gegner ist dadurch einfacher zu gestalten – sprich das Spiel zu zerstören.
    Außerdem muß der Gegner häufiger den Puck für sichere Wechsel, speziell der Verteidiger, freiwillig „abgeben“ und auch das macht das Spiel einfach unrhythmischer.

    Ehliz und Reimer sind natürlich Granaten – Gut von Reimer ist man diese Konstanz irgendwie schon gewohnt, trotzdem ist es natürlich ein Lob wert, aber Ehliz… Sensationell! Wieder ein deutlicher Schritt weiter und momentan wäre ich mir als Trainer gar nicht so sicher, wie ich die Reihen mit Reinprecht zusammen bauen würde.
    Was denkt da die anwesende Eishockey-Kompetenz?

    Ein wenig nachdenklich macht mich ja, die Weiterentwicklung von Pföderl und Pfleger, die ich für höchsttalentiert halte und ein Freund davon bin, solche entwicklungsfähigen Spieler mit richtig guten AL-Spielern zu paaren. Spannend…

    … und schön, dass weitergebloggt wird

  8. Die Blogger schon in Playoff-Form. Die Kommentatoren hellwach.
    Großartig. Und damit ganz schwierig was Neues zu sagen…

    In Nürnberg wurde wahrgenommen, dass Dany Heatley angekommen ist. Wie war das heute morgen an der Arbeit:
    „Hat er gespielt?“ – „Wie fit ist er wirklich?“ – „Im ersten Spiel ein Tor. Cool.“ – „Ich glaube wir müssen auch mal raus“.
    Bei dem Wetter und den gestrigen Veranstaltungen in Nürnberg war das ein guter Zuschauerbesuch gegen Wolfsburg. Ich glaube da kamen und zukünftig kommen noch einige nur wegen ihm. Natürlich hat er viele verrückt gemacht. Wie sonst kommt man auf die Idee 90 min vor dem Spiel im Stadion aufzutauchen, nur um ein Hometrikot in der richtigen Größe zu ergattern. Aber nach dem Spiel in der Fankneipe waren da noch mehr, die sehr früh am Shop waren 😉

    Und da haben wir etwas diskutiert, wo wir uns nicht so ganz sicher waren. Gibt es noch einen weiteren Heatley Faktor? Den, das jetzt plötzlich um einen Platz auf dem Eis gekämpft werden muss? Es waren bessere Spiele von El-Sayed am Freitag und Sonntag. Der wirkte richtig ehrgeizig. Und auch der Obi wirkte am Sonntag sehr engagiert und diszipliniert (nach der dummen Strafe und Leistung am Freitag waren wir zu 100% der Meinung, dass ihn Butschis Schicksal ereilt). Vielleicht hat es auch getäuscht. Aber ein positiv gestalteter Konkurrenzkampf kann manchen nur gut tun.

    Doch nun stecke ich im Dilemma. Welches Home Trikot ziehe ich am Freitag an? Die #17 oder doch die #15? Beide? Luxusprobleme 🙂

    Viele Grüße. Freue mich auf Freitag in der Arena. Frank

  9. Ach ja. Noch was. War das 4:2 nicht Reimers 250. DEL Tor? Vor lautet Heatly Mania untergegangen…

  10. @Frank Strube. Hatte El-Sayed überhaupt schon mal ein gutes Spiel im Ice Tigers Trikot? Ok, lass es 2-3 gewesen sein. Heatley ist da sicher kein Faktor, er kann es einfach nicht besser. Sein Plus ist, dass er Center ist.

    @Berni. Völlig richtig. Fraser ist sicher nicht der geeignete Mittelstürmer für einen geborenen Torjäger und einen sehr kreativen Spieler. Trotzdem hat mir Fraser richtig gut in seiner Rolle am Sonntag gefallen, er war sehr präsent und hat sehr früh und sehr deutlich die Grenzen auf dem Eis abgesteckt.

    Wenn Reino fit ist, könnte Murley zwischen Pfleger und Pföderl spielen, der würde besser zu den Beiden passen. Fraser dann Center in Reihe vier und ein AL-Verteidiger müsste sitzen.

  11. @Berni:
    Ursprünglich war das nicht meine Idee. Und vor dem Spiel hatte ich darauf noch skeptisch bis empört reagiert. Nach dem Spiel aber bin ich auch der Meinung, dass es nicht unbedingt wieder auf Ehliz/Reinprecht/Reimer hinauslaufen muss. Die Badgers-Buddys mit Segal, die REM-Reihe – dann wird es allerdings kompliziert: Steckel mit Pflegerl und Pföder, okay, das hieße aber, dass Fraser in die No-Scoring-Reihe abgeschoben werden müsste. Und das wird wohl eher nicht passieren. Es wird also Pfederl oder Pflöger treffen – und das wäre tatsächlich ein bedauernswerter Nebeneffekt der Heatley-Verpflichtung.

  12. #Berni, #Sebastian

    Schwierige Frage, die den Trainern sicherlich auch einiges Kopfzerbrechen bereiten dürfte.
    Meiner Meinung nach wären Ehliz/Reinprecht/Reimer schon erste Wahl. Dabei will ich gar nichts gegen Murley sagen, der mir von Spiel zu Spiel immer besser gefällt und nicht zwangsläufig auf die Tribüne müsste.
    Käme wohl auf die grundsätzliche Ausrichtung an. Eher die Offensive forcieren würde heißen, dass ein AL-Verteidiger raus müsste. Dann stellt sich aber auch gleich die Frage WER. Bisher hat sich ja keiner „aufgedrängt“. Printz (hinten eine Bank, bin vielleicht sein größter Fan!), Joslin (bisher sehr zuverlässig und auch nach vorne mit guten Szenen), Borer (bin sehr angenehm überrascht, wie er sich bisher präsentiert), Klubertanz (im Powerplay eigentlich unverzichtbar), Foster (zwar hin und wieder etwas leichtsinnig, aber sehr präsent)? Am besten wäre es womöglich, jeden mal für ein Spiel pausieren zu lassen.
    Vorne könnte man dann Murley zu Fraser und Pföderl stellen. Gut möglich, dass Murley auf der Außenposition noch besser aufgehoben wäre. Oder eben Pfleger-Murley-Pföderl und Möchel-Fraser-Oblinger (oder Buzas, El-Sayed). Varianten gäbe es viele. Müsste/könnte man auch vom jeweiligen Gegner abhängig machen.

    Wenn man hinten auf Nummer sicher gehen möchte und es sieben Verteidiger sein sollen, hat man auch wieder die Qual der Wahl. Murley raus, oder Heatley (Eishockey-Gott, vergib mir! Aber womöglich braucht er ja mal ne Pause…). Steckel, Fraser, Seagal, Reinprecht (wenn er fit ist) sind für mich im Augenblick gesetzt.
    Wie gesagt – nicht so einfach, das Ganze. Aber doch auch beruhigend, wenn man so viele Möglichkeiten hat.

  13. Foster ist bis jetzt für mich leider überhaupt kein Faktor. Defensiv geht’s noch, aber offensiv finde ich ihn bisher total harmlos.

    Die Frage ist, ob Fraser auf DEL-Niveau ein Scorer werden kann. Ich mag seine Art zu spielen, sehr sogar. Aber an seiner Produktivität habe ich so meine Zweifel.

  14. Die Zusammenstellung der Reihen wir in der Tat ein echter Balanceakt. Ich bin gespannt, wie Jiranek und Wilson dieses Luxusproblem lösen. Pfleger und Pföderl sind eigentlich beide keine Spieler für Arbeiterreihen, genau da werden sie aber wohl landen. Damit könnte man sie durchaus als Verlierer des neuen Konzepts mit den NHL-erfahrenen Spielern bezeichnen.

    Vielleicht wäre das Mannheimer-Modell von letzter Saison eine Lösung? Vier etwas gleichstarke Reihen bauen, die in etwa auch die gleiche Eiszeit erhalten. Mit unserer Personaldecke müsste das eigentlich möglich sein, vielleicht müsste man dafür aber dann tatsächlich die Reiner/Reinprecht/Ehliz-Reihe opfern. Kein leichtes Unterfangen, die Konkurrenz wird groß sein und es wird auch Verlierer geben sobald Reinprecht wieder fit ist. Da müssen die Trainer Psychologen und Strategen zu gleich sein, sonst kann durchaus Unruhe im Kader aufkommen. In Sachen überzähliger Ausländer würde ich derzeit auf ein Rotationssytem setzen, bislang war keiner so schlecht, dass er sich als Kandidat anböte, die Spiele zukünftig regelmäßig aus der Vogelperspektive betrachten zu müssen

  15. Hallo,
    guter Blog, gute und treffende Kommentare!
    Bisher hat das Team genau das erfüllt, was ich (sicher nicht alleine…) mir von den Verpflichtungen erwartet habe: Physis (Gell, @Frank Stube?)!

    Alles in Allem halte ich dieses Team für das beste seit langem. Ausländer im Sturm sehr stark, Fraser ist ein enormer Gewinn, bislang erinnert er mich an Shawn Carter, auch wenn er das noch über die ganze Saison beweisen muss…

    Aber: auch unsere deutschen Spieler sehr stark gestartet, J. Reimer und Yasin Ehliz schon fast gewohnt stark (Reimer wird immer früher fit.. 😉 ), Pfleger mit einem enormen Schritt seit letztem Jahr, selbst Nowak wird wieder stärker… Einzig Obi bleibt für mich noch immer endtäuschend, ihm würde ein, zwei gute Spiele und Tore sicher helfen. Und Heatley in Nürnberg, ich kann es noch immer nicht fassen…

    Es ist eine Freude, dieses Team spielen zu sehen, hoffentlich bleibt das so!
    Wenn, dann ist dieses Jahr einiges drin!

    Gruß
    Stefan

  16. Ich bin da absolut bei Dominik und glaube, dass es das Ziel sein sollte, die Reihen ausgeglichen zu besetzen. Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass man zwingend eine reine Checking-Line bringen muss. Das Plus an Kadertiefe soll sich ja besonders „hinten raus“ bemerkbar machen, was für mich nichts anderes heißt, als auch in der dritten und vierten Linie noch ordentlich scoring touch zu haben. Da hat es doch in den letzten Jahren besonders gehapert, gerade als Wolfsburg bzw. Mannheim unseren Paradesturm neutralisiert hatten. Letzteren wird man wohl auch nicht antasten; die drei harmonieren einfach viel zu gut.
    Die neu hinzugewonnene Flexibilität wird unser Trainergespann wahrscheinlich auch nutzen, indem man je nach Gegner, Verletztensituation und Matchplan entweder defensiv oder offensiv eine AL auf die Tribüne setzt.
    In der heutigen Tagespresse war ja zu lesen, dass für morgen eher ein AL-Verteidiger Streichkandidat ist und offensiv wieder ein deutscher Stürmer sitzen muss. Für die Mannschaft insgesamt kann dieser Konkurrenzkampf nur positiv sein, da sich definitiv keiner mehr ausruhen oder sich seiner Position zu sicher sein kann.

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