Spiel 29: Keine Ansteckungsgefahr (Update)

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Engel waren vor der Kabine gelandet. Nicht etwa jene süßen Eishockeyspielerkinder, nein, richtige Engel in roten, offensichtlich zu warmen Kleidern, grauen UGG-Boots  und mit weißen Flügelchen auf dem Rücken. Dann stand da noch diese junge Fernsehfrau mit einer Kamera in der Hand und einem Helm auf dem Kopf, die aus derart großem Abstand auf Leo Pföderl eindialektierte, dass man befürchten musste, auch der junge Tölzer Mauersohn hätte Mumps. Wie skuril das alles war, wird Paul Reinprecht erst zu Hause in Kanada feststellen, wenn er sich das Video ansieht, das er mit seinem iPhone 6 aufgenommen hat. Die Erkenntnis, dass der Eishockey-Gott einen Vater hat, war dann allerdings auch der Höhepunkt dieses Abends.Die Fakten: Die Thomas Sabo Ice Tigers haben mit dem 4:2 (1:0, 0:1, 3:1) gegen den Augsburger EV das 5:6 in Düsseldorf nicht erträglicher gemacht, aber doch immerhin den Schaden ausgeglichen – zumindest bis zum Auswärtsspiel in Köln am kommenden Freitag. Und Nürnberg (10./29 Spiele/89:93 Tore/37 Punkte) hat Augsburg (12./28 Spiele/71:90 Tore/34 Punkte) damit auf Distanz halten können und wenigstens den Anschluss an Krefeld (9./41 Punkte), Berlin (8./42), Düsseldorf (7./43) und Iserlohn (6./44) wahren können.

Die Wende: Alexander Oblinger hatte in den ersten drei Spielen nicht getroffen, dann sechsmal in fünf Spielen. Das Erstaunliche war dabei, dass das keineswegs erstaunlich war. Oblinger hat einen unterschätzten schnellen, platzierten und harten Schuss, den er auch in Bedrängnis loswird, er arbeitet hart, ist groß, schwer und unerschrocken. Erstaunlich war danach allerdings, dass er genauso weiterspielte, aber nicht mehr traf. Bis heute nicht. 21 Spiele dauert diese Serie nun an. Oblinger hat die drittmeisten Schüsse, in Relation zu seiner Eiszeit wahrscheinlich die meisten, aber er trifft einfach nicht mehr. Und trotzdem ist er einer der wichtigsten Spieler der Ice Tigers, weil er sich dorthin stellt, wo es wehtut. Oblinger ist der einzige Nürnberger, der sich konsequent vor des Gegners Tor platziert. Und wenn er da mal nicht von Cross-Checks malträtiert wird, trifft ihn, so wie heute, der Schlagschuss eines Mitspielers in der Kniekehle. Am wichtigsten aber war seine Arbeit am Ende des Spiels, als er sich ein letztes Mal in zwei (Augsburger) Schüsse schmiss. Erst danach konnten sich seine Kollegen sicher sein, dieses Spiel zu gewinnen. Augsburg hatte mehr geschossen, war im zweiten Drittel überlegen, wirkte entschlossener. Es waren vielleicht ein erstes Mal in dieser Saison glückliche Tore, die den Unterschied zu Gunsten Nürnbergs ausmachten – und Kleinigkeiten, für die sich Oblinger niemals zu schade ist.

Die Statistik: Vier Spiele, drei Tore, zwei Vorlagen – Leo Pföderl mag beschlossen haben, nicht mehr allzu extrovertiert jubeln zu wollen, aber er punktet wieder regelmäßig. Das wird sich auch wieder ändern, Pföderl ist 21 Jahre alt. Derzeit aber ist er Tölzer die zweitbeste Besetzung für den beliebten Platz neben Reinprecht und Reimer.

Aus der Mixed Zone, eins: „Am Ende geht es nur um harte Arbeit. 60 Minuten lang. Jeden Spieltag aufs Neue. Das müssen wir konstant bringen. Erst dann werden wir in der Tabelle nach oben klettern.“ (Wie oft wurden diese und ähnliche Sätze in dieser Saison schon aufgezeichnet. Von Spielern, die sie selbst am nächsten Spieltag schon wieder vergessen hatten. Diese Sätze aber hat David Printz formuliert. Ihm darf man das glauben. Hoffentlich kann er davon auch Corey Locke, Patrick Reimer, Marco Nowak, Connor James, Evan Kaufmann, Marc El-Sayed, David Elsner, Yasin Ehliz, Fredrik Eriksson, Kyle Klubertanz, Derek Joslin, Leo Pföderl seine Kollegen überzeugen.)

Aus der Pressekonferenz, eins: „In dieser Liga gehen die Schiedsrichter wegen jedem Firlefanz zum Videobeweis. Beim 2:1 sinkt der Puck mindestens 20, 30 Zentimeter. Vielleicht war das kein Schläger, und ich will kein schlechter Verlierer sein, aber ich verstehe nicht, warum es in dieser Situation keine Videobeweis gibt.“ (Das versteht, lieber Greg Thomson, niemand.)

Aus der Pressekonferenz, zwei: „Das ist jetzt für mich nicht ganz einfach zu beantworten, weil natürlich der Trainer dafür zuständig ist. Aber es ist ja nicht so, dass ich das nicht fordere. Es ist frustrierend. Aber ist manchmal wie ansteckend, erst macht es der eine nicht, dann macht es der zweite auch nicht. Wir brauchen endlich jemanden, der es macht und es dann umgekehrt ansteckend wirkt.“ (Tray Tuomie über das zweite Drittel, in dem seine Ice Tigers meinten, Volleyball zu spielen. Im ersten Drittel wurde noch anständig geprintzed, von Printz, Oblinger und Ehliz. Dagegen aber scheinen manche Spieler immun zu sein.)

The Good: Tray Tuomie war blass, seine Augen waren müde und rotumrandet. Man hätte in dieses Erscheinungsbild viel reininterpretieren können. Aber der Coach ist einfach nur krank und das seit einer Woche. Am Dienstag hat er zum ersten Mal ein Training aussetzen müssen. Dass er nicht der einzige kranke Ice Tiger ist, hat er trotzdem nur angedeutet. Vor dem Spiel hatte Tim Schüle einen Rückschlag erlitten und musste mit 39 Fieber wieder nach Hause fahren. Diese Mannschaft ist angeschlagen, vielleicht ist das auch mit ein Grund für die peinliche zweite Spielhälfte gegen Berlin. Tuomie nutzt dies nicht als Ausrede. Das hat man auch in Nürnberg schon anders erlebt.

The Bad: Der beste Verteidiger des Jahres, der beste Spieler des Jahres, der zweitbeste Scorer der Liga, ein DEL-Routinier mit der Erfahrung aus 466 Spielen und ein deutscher Nationalspieler – da sollte doch bei Überzahl mehr herauskommen als drei abgefangene Querpässe. Nürnberg scort bei 17,9 Prozent seiner Überzahlmöglichkeiten, das ist kein katastrophaler Wert, damit liegt man in der DEL auf Rang sieben. Gerade aber das einfallslose Spiel der ersten Formation ist bedenklich. Jason Jaspers wird an dieser Stelle (vollkommen zu Recht) verehrt, allerdings nicht für sein Überzahlspiel. Spielmacher hat diese Formation mit Reinprecht, Eriksson und auch Ehliz genug, da muss nicht auch noch Jaspers das Tempo verschleppen.

And the Ugly: Fünf Spiele, vier Tore, eine Vorlage – noch so eine Scoring-Serie, allerdings ein anderer Zusammenhang. Seitdem er von Thomas Sabo dem Ensemble von Holiday on Ice zugerechnet worden war, ist der echte Evan Kaufmann wieder zurück und gute fünf Stundenkilometer schneller sowie aktiver, präsenter, selbstbewusster. Nur warum erinnert der Deutsch-Amerikaner erst nach dieser polemischen Aussage wieder daran, warum seine vorzeitige Vertragsverlängerung im Vorjahr durchweg begrüßt worden war? Leistungsschwankungen wird es auch bei erfahreneren Spielern immer wieder geben, diese Verbesserung aber ist eine Leistungsexplosion. Es heißt, dass Kaufmann nicht besonders erfreut über das Interview war. Tatsächlich sollte er wohl dankbar sein.

Unsung Star: Es spricht nicht für das Spiel, wenn der Kollege von den Eishockey News lange überlegen muss und am Ende zwei Verlierer in die three Stars wählt. Mir eröffnete das eigentlich neue, ungeahnte Möglichkeiten, tja, aber eben nur eigentlich… Andreas Jenike hatte einen wichtigen und spekakulären Save gegen James Bettauer und behielt in der Schlussphase die Ruhe, wirkte gerade im zweiten Drittel aber dennoch wacklig (vielleicht wirkt da aber noch der Eindruck vom 4:5 in Düsseldorf nach). Leo Pföderl hat nachgewiesen ein Torjäger zu sein (und bestätigte die Einschätzung seines Trainers, dass er in dieser Liga 20 Tore machen kann) – mehr aber auch nicht. Connor James flog wieder und klaute Pucks, blieb diesmal aber ineffizient. Und so bleibt allein David Printz, der abräumte, clever schoss und sicher stand.

Ansonsten mach ich jetzt Feierabend. Bisschen wenig heute, sorry, folks. Aber ich will die seltene Gelegenheit nutzen, einen Ice-Tigers-Arbeitstag vor Mitternacht zu beenden. Vielleicht ergänze ich morgen noch Tuomies Erklärung, warum er Reinprecht und Reimer auch in Unterzahl nicht ausschnaufen lässt. Sicher werde ich auf Eure Kommentare eingehen. Was nach dem Berlin-Spiel hier los war, war großartig. Vielen Dank.

Warum spielen Reimer und Reinprecht Unterzahl: „Das haben wir heute wieder gesehen: Weil sie es gut machen. Und jetzt sind wir in einer Phase in der wir Eishockey-Spiele gewinnen müssen. Deshalb muss ich die besten Spieler aufs Eis bringen. Und das sind nun mal Reimer und Reinprecht – auch in Unterzahl. Das haben sie heute wieder bewiesen. In einer anderen Phase können wir auch anderen wieder die Chance geben, wobei ich das getan habe, prompt haben wir ein Tor kassiert. Zum Beispiel heute. Momentan bringe Jaspers/James oft, Möchel/El-Sayed und Reinprecht/Reimer. Ich bin der Meinung, die machen das ganz gut.“ (Tray Tuomie)

Nun habe ich soeben eineinhalb Stunden damit zugebracht, mir alle Gegentore in Unterzahl noch einmal anzuschauen. Dabei kam eine Statistik heraus, die Tuomies Argumentation stützt, wobei mir natürlich klar ist, dass eine solche Statistik nur in Relation zur tatsächlich SH-Spielzeit Sinn ergibt:

Von den 22 Unterzahltoren in dieser Saison hat:

Derek Joslin 10 kassiert, David Printz 8, Marc El-Sayed, Jason Jaspers und Kyle Klubertanz je 7, Marius Möchel und TJ Wyman je 6, Connor James und Fredrik Eriksson je 5 sowie Patrick Reimer, Steven Reinprecht und der zuletzt nur noch selten verwendete Alexander Oblinger je 4 (und Evan Kaufmann 2).

Trotzdem bin ich der Meinung, dass Steven Reinprecht nicht Unterzahl spielen sollte und damit auch nicht Patrick Reimer. Die Ice Tigers haben eine Quote von 82,3 Prozent, sind damit Vierter in der DEL. Das ist okay und kein Problem, für das man seine wichtigsten Spieler verheizen sollte. Übrigens hat die Mannschaft erst ein Tor bei doppelter Unterzahl kassiert. Bei all der berechtigten Kritik ist das zumindest eine erstaunliche Zahl.

 

12 Kommentare in “Spiel 29: Keine Ansteckungsgefahr (Update)

  1. Heute mal wieder ein Arbeitssieg. Wobei auch diesmal wieder im zweiten Drittel außer von mir und der Schreiberzunft wohl von vielen gearbeitet wurde, von den Spielern eher nicht. Erinnert ein ums andere Mal an Sommereishockey in der Preseason.

    Was mir allgemein auffällt ist das Fehlen der Begeisterung im Vergleich zum Vorjahr – also sowohl bei mir, beim Publikum und vor allem beim Team. Letzte Saison hatte ich doch das Gefühl, dass das Team Begeisterung entfachte bei den Zuschauern – dieses Jahr kann kein Funke überspringen, weil auf dem Eis keiner zu sein scheint.

    Der Sieg gegen Augschburg war verdient, aber so ein biederes Team sollte eine Mannschaft mit höheren Ansprüchen eigentlich abschiessen. Jedenfalls nicht mehr ins Spiel kommen lassen – gegen Bärlin gings schief und auch diesmal musste doch lang gezittert werden.

    Ist einfach alles so larifari-Mist, der daheim überwiegend zu Punkten reicht – auswärts halt dafür sehr, sehr selten.

    Aber vielleicht liegts ja wirklich an der Grippe…hope dies last

  2. Die Sache mit dem Powerplay ist in der Tat auch so ein kleines Rätsel. Block1 kommt mit ihrem spielerischem Vermögen zumeist ohne größere Probleme in die Box, spielt das dann aber doch sehr statisch. Eigentlich schon ähnlich wie letzte Saison, nur dachte ich, dass das Verschieben der blauen Linie, ihnen zum Vorteil werden wird, aber irgendwie, ist dem nicht so, da von der blauen Linie der Druck fehlt. Jaspers Rolle bleibt mir auch ein kleines Rätsel.
    Die Effektivität von Block2 hingegen leidet schon enorm darunter, dass sie sehr viel Zeit und Anläufe braucht, bis sie in der Box steht.
    PP ist so ein Ding, bei dem mir z.B. feste Spielzüge im Spielaufbau und die Vorgabe einer Umsetzung von taktischem Verhalten komplett verschlossen bleibt.
    Dass, was ich mit http://blog.nn-online.de/7blogger/2014/12/11/spiel-27-echt-jetzt-tommer/#comment-1154 u.a. versucht haben in Worte zu pressen.

    „…warum er Reinprecht und Reimer auch in Unterzahl nicht ausschnaufen lässt“
    Fast so ein fieser Cliffhanger, wie der Schuß auf JR bei Dallas im Jahre 1899.
    Na, da bin ich echt gespannt und hoffe, dass die Begriffe „Rhythmus“ oder „kalt werden“ nicht vorkommen.

  3. Man ist das anstrengend zur Zeit. Bei fast jedem Heimspiel hoffen und bangen. Der Kampf darum nicht den Anschluss – ja an was eigentlich, sogar noch PO oder nur PPO Platz- nicht zu verpassen geht ganz schön an die Substanz. Vor allem wenn man schwächere Gegner immer wieder ins Spiel lässt und den Sack nicht zu macht. Macht einen teilweise sprachlos. Schön war es, am Mittwoch die vielen guten Kommentare zum Blogeintrag zu verfolgen.
    Was uns seit einiger Zeit beschäftigt ist die Eiszeit. Nicht nur die von Reinprecht, der gestern ab Mitte des zweiten Drittels machmal aussah, als ob er um Bankzeit bettelt (Spaß macht es ihm scheinbar nicht mehr – sicher seine letzte Saison). Sondern auch von P. Reimer. Er verträgt mehr als die #28, aber auch nicht zuviel. Es kann seine Fähigkeiten als Leader am besten ausspielen, wenn er frisch wirkt. Das war er vor der Länderspielpause nicht der Fall, und jetzt teilweise auch wieder nicht mehr (seihe Berlin). Aus unserer Sicht ist die Eiszeit wohl zu ungleich verteilt. Sicher ist es der Umstand der Tabellensituation und den kritischen Situationen in vielen Spielen geschuldet. Aber was nützt uns eine platte erste Reihe in der Crunch Time.
    Und so zum zweiten Thema, das als Stichwort in den Kommentaren fiel. Die Zusammensetzung der Reihen und Entwicklung der jungen Spieler. Erinnern wir uns an letzte Saison. Jaspers hatte wunderbar zwei junge Spieler geführt, die auch ordentlich Eiszeit hatten und sich weiter entwickelten. Das hat der Mannschaft viel gebracht. Die Zusammensetzung der vierten Reihe gefällt uns nicht so gut. Nur junge Spieler, keiner der die Spieler führt. Wenn es bei denen -verständlicherweise – nicht so läuft, spielen wir quasi wieder mit drei Reihen. Doch Entwicklung geht nur über Eiszeit. Und dazu sollten junge mit erfahrenen Spieler in Reihen zusammengestellt werden. So wie jetzt sind Weiterentwicklungen nicht zu erkennen, eher Rückschritte (Pfleger, Elsner). Wir haben letzte Saison viele Spiele auch (oder gerade) mit den Jungen und deren Energie gewonnen. Diese Saison quälen wir uns oft durch die Matches.
    Selbst wenn wir die PPO erreichen, an direkte PO Quali glaube ich nicht mehr recht, sind wir wahrscheinlich so platt, das wir nicht mehr zulegen können. Und unsere Jungen werden wenig Eiszeit (dadurch wenig Selbstvertrauen) und wenig Weiterentwicklung haben.

    Noch eine kleine andere Sache: Bei der gestrigen Pressekonferenz haben wir uns gefragt, wieso in Nürnberg eigentlich nie Fragen an die Trainer von der Presse gestellt werden…

  4. erstmals danke für den blog, auch wenn er etwas kürzer war, es ist in meinen augen sicherlich das beste was es an eishockeyberichterstattung in den lokalen medien gibt, natürlich würde ich mir aufgrund der qualität wünschen, dass es mehr davon gibt 🙂

    auch gestern war wieder ein spiel wie man es aus der saison mit brockmann und anderen kennt einfach grausam. ich verstehe auch nicht, das nicht körper betonter gespielt wird, aber ich glaube das will tuomie auch nicht siehe nur mal den vergleich wie oblinger letztes jahr noch in ingoldorf gespielt hat und wie „zahm“ er jetzt ist.

    ich glaube wenn man die saison noch retten will und in die po kommen will, muss jetzt ein neuer trainer her, ich glaube nicht, dass tuomie der richtige mann ist. auch kann ich die durchhalte parolen hören und aussprachen gabe es auch schon viele, all das nützt nicht, daher lieber thomas sabo bitte handeln sie jetzt um die 2. saisonhälfte noch erfreulich gestalten zu können

  5. Würde anstatt „Arbeitssieg“ eher den Begriff „Glückssieg“ verwenden. Die Schlüsselszene war sicher im zweiten Drittel, kurz vor unserem 2:1. Ein Augsburger trifft bei einer 2-auf-1-Situation nur den Pfosten, im Gegenzug geht ein Verlegenheitsschüsschen von Nowak, unter gütiger Mithilfe von Goalie Mason (und eventuell sogar noch abgefälscht?), halt rein. Der AEV war für mich ab dem 2. Drittel das bessere Team. Bisschen Spekulation: Machen die Augsburger das 2:1 verlieren wir das Spiel!
    Einige weitere Beobachtungen/Bemerkungen:
    – Andy Jenike deckt den weiten Bereich zwischen Genie und Wahnsinn ziemlich komplett ab. Neben einigen Klasse-Saves wiederholt Abpraller nach leichten Schüssen aufs Tor. Hab den Puck manchmal schon drinnen gesehen…Allerdings hat er uns den Sieg gerade in der Schlussphase auch festgehalten (diesbezüglich auch Sonderlob an „Obi“ – toller Einsatz!!!).
    – Auffallend ist, dass wir uns beim Spielaufbau schwertun, den Puck überhaupt aus dem eigenen Drittel zu bringen, selbst relativ unbedrängt. Beispiel: David Printz (ansonsten für mich bisher bester Verteidiger) vor dem 1:1, wo er den sicher erscheinenden Aufbaupass ziemlich leichtfertig vertändelt und somit den Ausgleich selbst einleitete. Mitspieler waren schon auf dem Weg nach vorne. Oder auch Ehliz, kurz vor Spielende bei Unterzahl (5 gegen 6), als er links einfach den Puck nicht rausbringt.
    – Jason Jaspers: Kämpferisch auf jeden Fall noch überdurchschnittlich, aber im Vergleich zur letzten Saison?
    – Frage an Sebastian Böhm: wie kam unsere #42 gestern zu der Ehre „Dritter Star des Spiels“? (Andererseits: wer sonst hätte sich aufgedrängt? Vielleicht noch J.T. Wyman).

    Ansonsten: Wird wohl alles so weiterlaufen. Besserung (wie auch?) ist nicht in Sicht.

  6. Es ist und bleibt ein ewigens Auf und Ab. Man hätte Haus und Hof wetten können, dass die Mannschaft nach 2 gruseligen Auftritten gegen Augsburg wieder gewinnt (sollte ich wirklich tun, ich könnte sehr wohlhabend werden…). Wir pendeln schön um Platz 10, zu mehr wird es meiner Meinung nach am Ende auch nicht reichen. Dazu müsste die Mannschaft ihren Charakter geradezu fundamental verändern, daran glaube ich nicht mehr. Aktuell haben wir ein Team, das genau so viel spielt wie es muss. Nur keinen Schritt zu viel machen aber sich eben auch keine Niederlagenserie leisten. Wenn man sich vor Augen hält, dass uns trotz dieses Alibieishockeys was die Mannschaft phasenweise zeigt nur wenige Punkte auf Platz 6 fehlen, gewinnt man einen Eindruck von eigentlichen Potential des Teams. Doch mit 2 Dritteln Lethargie und einem Drittel Arbeit gewinnt man eben maximal die Hälte der Spiele, dass da kein Funke zum Publikum überspringt, ist eine logische Konsequenz.
    Am Ende wird es Platz 8-10 werden und das Aus direkt in der 1. Playoff-Runde. Thomas Sabo hat recht, viele solcher Saisons kann sich der Standort nicht mehr leisten!

  7. Wichtiger Dreier, aktuell kämpfen wir um Platz 10 und nicht um Platz 6. Es fehlt einfach mal eine Serie, drei, vier Siege am Stück, aber dafür sind die Leistungen bisher zu wechselhaft.

  8. Hat Tuomie sich auch dazu geäußert, warum er im Spiel am Sonntag ein wenig Reihen-Bingo gespielt hat? Erst Reimer-Reinp-Pföderl, dann wieder mit Ehliz und Reihe #2 mit Obi, Kaufmann und Locke oder den „drei Kleinen“ zusammen usw. Die Reihen im Spiel mal umzustellen ist jetzt natürlich nichts so ungewöhnliches und nach Über-/Unterzahl kann sich dies ja eh mal ergeben, klar, aber so hin und her während des Spieles war schon ungewöhnlich.

    …und Danke für das Update.
    Immernoch schade, dass es in der DEL keine TimeOnIce in den statistischen Aufzeichnungen gibt

  9. Irgendwo zwischen Spieltag 15 und 20 hatte ich das mal auf Facebook geschrieben, was J. Meyer heute in der Eishockey News deutlich zum Ausdruck gebracht hat: Schätzen wir unser Team zu hoch ein? Sind wir überhaupt ein Top 6 Team? Stehen wir nicht da, wo wir auch hin gehören? Manchmal denke ich auch, dass unser Anspruch viel zu hoch ist. Doch dann gibt es Drittel, da glaube ich, wir sind ein Top 4 Team. Aber letztendlich bringen wir nun mal eine Leistung für Platz 10. Besser wir finden uns damit ab, dass nur 7-11 realistisch sind.
    Die Beurteilung (Volltreffer, guter Griff, Mitläufer, Fehleinkauf) der neuen Spieler in der Eishockey News finde ich klasse. Ich stelle mal meine Einschätzung daneben.

    Volltreffer: Möchel
    Sehe ich genau so. Bin ein Fan von ihm. Was wir bedenken müssen. Er spielt ja „nur“ in der 4. Reihe

    Guter Griff:
    J. Reimer. Ja, kann ich einschränkt zustimmen. Durch seine Verletzungen spielt er so wenig, das es uns bisher nicht hilft. Und Weimann war die ersten (ca.) 20 Spiele letzte Saison auch wirklich gut. Also kaum Besserung. Vielleicht ( hoffentlich) ab Mitte Januar…

    K. Klubertanz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gefällt er mir richtig gut (seine Poke Checks mag ich wirklich). Einer der Verteidiger, der mal von der blauen Linie schießt (immer noch zu wenig)

    A. Oblinger. Den mag ich irgendwie. Arbeitet unheimlich viel. Anfangs einige Tore. Derzeit glücklos. Aber sicher eine Verstärkung. Den „PO Obi“ sehen wir hoffentlich ab März…

    JT Wyman. Zu Beginn wirklich stark. Kaum Gegentore, wenn er auf dem Eis stand. Inzwischen nicht mehr so stabil (siehe auch Video gegen Düsseldorf). Passt sich mehr und mehr unserer allgemeinen Leistung an. Fast schon eher Mitläufer (ist ja vom Anspruch eine AL mit viel NHL Erfahrung).

    Mitläufer:
    El-Sayed. Ist OK. Nicht wirklich viel besser als Rupprich, aber ein junger deutscher Spieler, der sich (vielleicht) noch entwickeln kann. Die Führung durch einen erfahrenen Spieler fehlt. Es ist Potenzial da, weshalb ich damit noch einverstanden bin. Und: wir reden von der 4. Reihe

    Locke: Für eine AL mit ein paar NHL Spielen und als Top-Center für die 2. Reihe? No way. Gedanklich mag er zwei Schritte weiter sein. Sein Schläger ist definitiv fast immer einen Schritt zu langsam. Pässe wie gegen Augsburg oft viel zu ungenau. Fehleinkauf, der die Zusammenstellung ab der 2. Reihe behindert.

    Fehleinkauf:
    D. Joslin. Stimme ich zu. Viele schwache Spiele. Nach der Aussprache etwas besser. Inzwischen wieder auf Ausgangsniveau. Leider muss man sich derzeit fragen, weshalb Jiranek einen Spieler holt, der letztes Jahr in Schweden abgestiegen ist. Die DEL mag schon schlechter sein als die SHL, aber so schlecht nun auch nicht.

    Bisher haben uns die Verpflichtungen also nicht wirklich weitergebracht. Ob da noch Verbesserungen kommen? Nach 28 Spielen unseres Teams bin ich mir nicht sicher. Gibt es andere Meinungen?

  10. Ups. Da bin ich jetzt aber baff bei der plötzlichen Trainerentlassung. Was ich mich frage: Warum jetzt diese Veränderung? Was ändert die Niederlage denn auf einmal? Wenn das auf der Agenda war, warum nicht letztes Wochenende? Dann hätte man die Woche Zeit für Veränderung gehabt.
    Jetzt ist die Frage, was außer einem kurzfristigen Effekt werden wir morgen und die nächsten Spiele sehen? Vor allem bin ich gespannt, wie unser System sich jetzt verändert (aber eher mitttelfristig). Werden wir deutlich defensiver stehen?
    Gespannt auf morgen…

  11. Ich denke, dass das Abrutschen auf Tabellenplatz 11 (= außerhalb der Play-off-Ränge) ausschlaggebend war. Wurde Freitag „geschafft“.
    Meines Erachtens die einzig richtige Entscheidung. Es wird sich zeigen, ob es etwas gebracht hat. Jiranek/Wilson haben eine Chance verdient. Man wird sehen. Der Anfang (schreibe diese Zeilen nach dem 5:1 heute gegen Iserlohn) ist schon mal nicht soo schlecht.

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