Spiel fünf: Thanks, Tadd Tuomie

Was für ein Spiel. Das hat er gesagt. Nach 90 Minuten Play-off-Eishockey und 34 Sekunden Fußball. Nach einem Ende, das bitterer kaum sein kann. Und gelächelt hat er, als hätte er soeben erfahren, dass das mit dem ewigen Leben im Paradies doch alles stimmt. Wer Tray Tuomie an diesem Sonntagabend in Wolfsburg erlebt hat, der zweifelte keine Sekunde daran, dass die Thomas Sabo Ice Tigers irgendwann im Laufe des 29. März ins Halbfinale einziehen werden. Ein Blog-Eintrag über einen entspannten Play-off-Abend und was Tadd Tuomie damit zu tun hat. 

Die Fakten: Die Ice Tigers haben erstmals in dieser Viertelfinalserie gegen den EHC Wolfsburg ein Spiel gewonnen, in dem sie 0:1 zurücklagen. Bei diesem 6:2 (1:1, 4:1, 1:0) hat die Mannschaft von Pavel Gross eine große Chance verpasst, ihre Aufgabe wird auch vor eigenem Publikum nicht leichter. Sebastian Vogl ist ein sehr guter Torhüter, Aleksander Polaczek ein wichtiger Spieler in den Play-offs und der gesunde Rest der Mannschaft von Pavel Gross offensichtlich müde.

Die Wende: Benedikt Kohl passt, zwei Nürnberger Verteidiger machen das Tor weit auf, five-hole. Dieses 0:1 war ein Déjà-vu. An diesem Abend aber wurden Fehler sofort korrigiert. Der prompte Ausgleich war ein Produkt des Willens. Jason Jaspers, Leo Pföderl und Connor James haben den Puck hineingearbeitet. In den ersten beiden Spielen hätten sie bereits den ersten Zweikampf dieser Szene verloren, diesmal gewannen sie jede weitere kleine Schlacht um die Scheibe. Und dass es am Ende James war, der Daniar Dschunussow überraschte, das hatte sich zuvor schon angedeutet. Auf einmal war jener James wieder zurück, der irgendwann Ende 2013 die Stadt verlassen hatte. James skatete durchschnittlich fünf km/h schneller als vorige Woche. James ließ sich nicht mehr herumschubsen. James war ein Faktor. Und die Ice Tigers kurz nach dem Rückstand sofort wieder im Spiel.

Spruchreif, eins: „Wir haben dieses Spiel auf der Anzeigetafel verloren. Aber es hat sich wie ein Sieg angefühlt.“ (Play-off-Logik für Fortgeschrittene I, Teil eins – Brett Festerling spricht über das 4:5 in Spiel vier)

The Good: Frank Strube hat in den Kommentaren zum vorigen Blog-Eintrag die schöne kleine Geschichte von einem dankbaren Nürnberger Fan in Wolfsburg erzählt. 300 Leute hätten diese Geschichte erzählen können, 300 Fans, von denen sich viele am Samstag spontan entschlossen hatten, das Angebot des Mannes anzunehmen, der den Ice Tigers seinen Namen gegeben hat. Am Freitag wiederholt sich die Geschichte. Nur ist es diesmal nicht nur Thomas Sabo. Drei weitere Sponsoren finanzieren die Fanbusse nach Wolfsburg. Egal, wie lange Reise der Ice Tigers noch andauert, an diese Gesten wird man sich in der Arena noch lange erinnern.

Spruchreif, zwei: „Was er für die Stadt und unser Team macht, ist großartig. Wir versuchen alles, um ihn zu belohnen.“ (Jason Jaspers über Thomas Sabo)

The Better: It’s a grind, hat Jason Jaspers gesagt. Eine Plackerei, schlägt das Online-Wörterbuch vor. Eine ständiges Mahlen, ein unablässiges Aufreiben. Jeder einzelne Zweikampf ist mit Schmerzen verbunden, für die Nürnberger und für die Wolfsburger. In den ersten beiden Spielen waren es trotzdem meist die Wolfsburger, die aus den Zweikämpfen als Sieger hervorgegangen sind. Am Freitag hat sich das gedreht. „Sie war das bessere Team, sie spielten hart, hart auf den Körper, hatten ihre Handschuhe in unseren Gesichtern. Wir wussten, dass wir genau so spielen müssen. Das machen wir jetzt seit drei Spielen“, erklärte Brett Festerling, ein großer Grinder. „Und das werden wir auch in Wolfsburg machen.“ Und am Sonntag wieder in Nürnberg.

Spruchreif, drei: „Jetzt geht es ihnen, wie es uns gegangen ist. Am Sonntag war ihnen bewusst, dass sie Glück hatten. Sie wussten, dass wir in der Verlängerung das bessere Team waren.“ (Jason Jaspers auf die Frage, auf die Frage, ob der Eindruck täuscht, dass den Wolfsburger allmählich die Souveränität abhanden kommt)

The Best: Soll ich das jetzt wirklich schreiben? Soll ich wiedergeben, was ich in der 28. Minute ganz bewusst vor den Zeugen Joachim Meyer, Christoph Benesch und Roman Horlamus gesagt habe? Nein. Es geht hier nicht um mich. Es geht um die Ice Tigers. Und um Jame Pollock. In der 10. Minute hatte er den Spieler, der ihm mehr als ein Monat seiner Karriere genommen und sich dafür nie entschuldigt hatte, hart in die Bande gecheckt. Im Interview vor dem Play-off-Start hatte Pollock lange gezögert, bis er auf die Frage, inwiefern dieser Check im Viertelfinale eine Rolle spielen könnte, geantwortet hat. Dann hat er gesagt, was man als professioneller Eishockey-Spieler eben so sagt. Es geht nicht um ihn. Es geht um die Ice Tigers. Und trotzdem hat er natürlich nur darauf gewartet, Tyler Haskins einmal im richtigen Moment an der Bande zu begegnen. Dabei sollte der Check nur das Vorspiel sein. In der 28. Minute hat Haskins Pollock wieder einmal niedergestreckt (ob und wie stark Pollock geblutet hat, kann ich nicht beurteilen – Pollock kam leider nicht aus der Kabine). Welch wundbare Geschichte ist es, dass es Pollock war, der im Power-Play danach den Treffer erzielt hat. Welch Genugtuung muss ihm das bereitet haben.

Spruchreif, vier: „In den Play-offs ist es egal, ob du Verteidiger spielst oder Stürmer. Du spielst Mann gegen Mann, du spielst hart. Wir machen das alle ziemlich gut.“ (Steven Regier über sein Coming-Out als top pairing defenseman)

The Bad: In einer besseren Welt würde man Mitleid mit Daniar Dschunussow haben. In einer besseren Welt würde aber auch Jeff Likens nicht unablässig Stockschläge austeilen und Ramzi Abid nicht bei jeder Berührung umfallen. Die Gerüchte über den Gesundheitszustand von Sebastian Vogl sind verwirrend. Noch verwirrender ist nur, dass es überhaupt Gerüchte gibt. In den Play-offs wird über Verletzungen nicht geredet, niemals, von niemanden. Trotzdem hat sich verbreitet, dass Vogl am Knie verletzt sei. Aber wann soll das passiert sein? Beim sensationellen Save gegen Matt Hussey? Oder beim Fußballtraining mit Tyler Haskins? Für Dschunussow war es jedenfalls eine denkbar undankbare Aufgabe, den derzeit vielleicht besten Torhüter der Liga zu ersetzen. Vogl hat sich in der Serie nicht einen Fehler geleistet, ja, noch nicht einmal eine Unsicherheit. Dschunussow hat in Spiel fünf mehrmals hinter sich ins Tor geschaut, weil er sich nicht sicher war, ob da nicht bereits der Puck drinliegt.

And the Ugly: Über das Verhalten eines dieser beiden Schiedsrichter soll an dieser Stelle geschwiegen werden (ich will niemanden in Schwierigkeiten bringen). Aber man muss Georgi Jablukow und Marian Rohatsch nicht persönlich kennen, um festzustellen, dass dieses Duo die bislang schwächste Schiedsrichter-Leistung in dieser Serie zeigte (wenn man mal von Marcus Brills Kurzsichtigkeit und Daniel Piechaczeks Dummdreistigkeit, dieses 4:5 trotz größter Zweifel anzuerkennen, absieht). Likens‘ Stockschläge, Furchners Crosscheck gegen Evan Kaufmann, Höhenleitners plumpe Polaczek-Imitation, das alles hat nichts mit angemessener Play-off-Härte zu tun. Wer am Sonntag pfeift, ist unverständlicherweise nicht bekannt.

Spruchreif, sechs: „Ich fühl mich großartig. Dafür haben wir das ganze Jahr trainiert. Darauf haben wir uns seit Saisonbeginn gefreut.“ (Play-off-Logik für Anfänger – Jason Jaspers über seinen Gemütszustand)

Unsung three stars:

Über Nürnbergs Torhüter wurde bislang entweder zurückhaltend kritisch oder gar nicht geschrieben. Diesmal darf man  Tyler Weiman guten Gewissens loben. Nicht weil die Ice Tigers das erste Mal in diesem Viertelfinale den besseren Torhüter hatten (das lag nicht an Weiman allein), sondern weil er erstmals wichtige Paraden zum richtigen Zeitpunkt zeigte. Weiman strahlte Souveränität aus, als die Ice Tigers vier Icings in Folge überstehen mussten, er glänzte mit Kick-Saves und entschärfte einen Alleingang (von, tja, von wem eigentlich, leider habe ich mir das nicht aufgeschrieben).

Eigentlich hätte Tuva Eriksson den Puck erneut aufs Eis tragen sollen. Natürlich aus Aberglauben, weil sie schon vor dem 5:2 in Spiel drei den Puck aufs Eis getragen hatte. Die kleine Tochter von Fredrik Eriksson aber war krank (Krya på dig, Tuva!), weshalb diese Aufgabe diesmal der Sohn von David Printz übernahm. Ergebnis: 6:2 und die Erkenntnis, dass man sich den ganzen Quatsch auch sparen kann. Ich bin habe natürlich trotzdem riskiert, wie einst Tycho Brahe das Zeitliche zu segnen (nein, das hat nichts mit den Nudeln in der Arena zu tun).

Als Tadd Tuomie am Sonntag kurz vor dem Boarding auf dem St. Paul International Airport sein Mobiltelefon ausschaltete, lief in Wolfsburg gerade die erste Verlängerung. Als er in Deutschland landete, war Jürgen Klinsmann auf Tyler Haskins aufmerksam geworden. Tray Tuomie wusste nicht, dass sein Bruder kommen würde, um die Serie gegen Wolfsburg mitzuverfolgen. Und man kann nur erahnen, wie sehr sich der Trainer der Ice Tigers über diesen Überraschungs-Besuch gefreut hat. „Wegen ihm bin ich nach Deutschland gekommen. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich überhaupt hier stehe“, sagte Tray Tuomie, während Tadd Tuomie grinsend in der Ecke des Presseraums stand. Tadd Tuomie war Anfang der 90er Eishockey-Profi beim ESC Hassfurt, auf seine Empfehlung wurde die zweite Ausländerlizenz an den jungen Tray Tuomie vergeben. „Das beste Eishockey-Jahr, das ich je hatte“, so beschreibt Tray seine Saison neben Tadd Tuomie heute, 22 Jahre später. Danach haben sich ihre Wege wieder getrennt, „aber mein Bruder ist immer bei mir“. Tray Tuomie klopfte sich dabei auf die Brust. „Er ist eine wirklich wichtige Person in meinem Leben.“ Und ein nüchterner Beobachter. Als ihm sein vier Jahre jüngerer Bruder auf dem Handy gezeigt hat, was in Wolfsburg geschah, während er über den Osten der USA flog, sagte Tadd Tuomie: „Das Tor hätte gezählt – in jeder Fußballliga auf der Welt.“

Und sonst? Jochen Reimer war da. Als ich nach dem Spiel grinsend an ihm, Patrick Reimer und weiteren Reimers vorbeigegangen bin, hat mir Patrick hinterher gerufen, dass das damit nichts zu tun habe.  Damit? Womit? Was meint er nur?

14 Kommentare in “Spiel fünf: Thanks, Tadd Tuomie

  1. Soll jetzt gar nicht hochnäsig klingen, sondern eher warnend:
    Das Spiel ging fast zu einfach!

    The very good (?):
    #41
    Langsam festigt sich bei mir ja die Überzeugung, Steven Regier als Verteidiger für die nächste Saison, vor allem, falls die #8 wirklich gehen sollte, zu halten.
    Die Leistung der er heute wieder gezeigt hat, ist die eines Top10-Verteidigers in dieser Liga. Guter erster Pass, gutes Positionsspiel, sehr gute Übersicht und Spielauffassung, in den Zweikämpfen körperlich sehr stabil und dann kann er diesen ewig langen Stock auch noch sehr sinnvoll einsetzen.
    4 Assists hat auch noch nicht jeder erzielt.

    #93
    Leo Pföderl, 2 Tore, 2 Assists, 20 Jahre und er hat der Reihe (ja, nun folgt eine blöde Floskel, die auf Englisch irgendwie cooler klingt) richtig Energie gegeben. Auch durch die #93, hat man den Eindruck, hat ein Connor James wieder dieses höhere Drehmoment, damit der Gegenspieler in nicht „festmachen“ kann.

    PS: Ich denke eher Milley hat sich bei Jürgen Klinsmann beworben und ausnahmsweise nicht die #10

  2. Ach, vergessen….
    …. apropos Klinsmann

    Ich bin ja für Schiri-Schelte durchaus zu haben, aber traue selbst einem Piechaczek zu nicht komplett blind zu sein, wenn er vor einem Bildschirm steht.

    Ist es nicht vielmehr so, dass Spiel 4 kein Fernsehspiel war und die Schiris für den Videobeweis nur die fixe Kamera genau oberhalb des des Tores zur Verfügung hatten?
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass man von dort diese Kickbewegung nicht sehen konnte und der Puck von den Spielern verdeckt war.
    Die Schiris also auf dem Video rein gar nichts erkennen konnten, auch kein Schlittschuhtor.

    Dann wird es aber etwas knifflig und ich kann leider auf den Seiten der DEL keine offiziellen Schriftstücke zur Auslegung des IIHF-Rulebooks mehr finden, früher gab es das dort mal.
    Für Hinweise dazu wäre ich dankbar!

    Aus dem Kopf würde ich die Geschichte nun so deuten.
    Der Schiri neben dem Tor zeigt sofort an, dass er den Videobeweis ansehen will und trifft keine Entscheidung, ob er das Tor geben will oder nicht, was er eigentlich müßte. Nachdem er jedenfalls kein Tor anzeigt und nehmen wir mal an, dass auf dem Video nichts zu erkennen war, dann kann er eigentlich die Entscheidung, die er auf dem Eis getroffen hat, also kein Tor zu geben, nicht abändern.
    Hier liegt nun meiner Ansicht nach, ein klarer Fehler der Schiris vor.
    Anzusehen unter http://tinyurl.com/lp5sp9b

    Unter
    http://www.del.org/de/del-intern/fragen-/schiedsrichter/page/457-120-45–.html
    fand ich nun wenigstens noch:
    „Der Videobeweis in der DEL dient der Klärung der wichtigen Frage, ob ein reguläres oder ein irreguläres Tor erzielt worden ist. Nur diese Frage darf Gegenstand der Beweiserhebung sein. Dem SR ist so die Möglichkeit gegeben, seine auf dem Eis getroffene Entscheidung (entweder auf Tor oder auf Annullierung eines Tores) zu prüfen.“

    Das deckt sich eigentlich mit meiner Auslegung.
    „seine auf dem Eis getroffene Entscheidung“ Ja, Fehler, die traf er nicht, bzw unzureichend, wenn entschied er auf KEIN Tor.

    Eigentlich auch wurschd, vorbei ist vorbei, jetzt heißt es im schönen WOB endlich mal siegen und dem Nürnberger Publikum noch ein Spiel zu schenken.

  3. das erste auswärtsspiel haben wir verschlafen
    beim zweiten waren wir dran
    das dritte holen wir

    und sonntag machen wir den einzug perfekt

    ich hoffe nur, dass die ersten 2 spiele, die nicht als play-off spiele angenommen wurden sich nicht doch noch rächen

    # 41 als verteidiger überragend, man sollte mit ihm verlängern für die neue saison als verteidiger

  4. Der größte Trick, den der Teufel je gebracht hat, war die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht (na, Gemeinde, welche Film?).

    Und der größte Trick, den die DEL je gebracht hat, ist die Welt glauben zu lassen, Norm Milley hätte am Sonntag das 5:4 erzielt.

    Zum letzten Mal zu diesem Nicht-Tor: Marcus Brill hat auf dem Eis keine Entscheidung getroffen, obwohl er in der Halle den besten Blick auf Haskins‘ Schlittschuhe hat. Er zeigt sofort an, dass er den Videobeweis zu Rate ziehen will. Zur Überprüfung hatte er dann nur die Übertorkamera zur Verfügung. Aus dieser Einstellung, das haben die Ice Tigers bestätigt, ist nicht zu erkennen, dass Tyler Haskins den Puck nicht nur einmal, nein, gleich zweimal kickt. Da liegt der zweite Fehler des Duos: Beim geringsten Zweifel hätten sie dieses Tor nie geben dürfen, nicht zu diesem Zeitpunkt, nicht in dieser Situation.

    Wolfgang Gastner hat in diesem Zusammenhang vollkommen zu Recht auf die Absurdität hingewiesen, dass am Sonntag in zwei anderen DEL-Stadien erkannt worden wäre, dass der Treffer irregulär war. Gerechtigkeit ist in dieser Liga offenbar davon abhängig, ob ServusTV oder Laola live übertragen.

    Auch wenn es schwer fällt, zumal die DEL am Montag nicht in der Lage war, irgendeine Erklärung abzugeben (erbärmlich): Die Mannschaft hat es vorgemacht, wie man einfach weitermacht.

  5. „Der größte Trick, den der Teufel je gebracht hat, war die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht (na, Gemeinde, welche Film?)“

    The usual suspects – in dem ein großartiger Kevin Spacey diesen Satz spricht! (na, Blogger, geht es nicht schwerer 😉 )

  6. Ich denke auch, dass das Tor in WOB streng genommen nicht hätte gelten dürfen, nicht nur weil es irregulär an sich war, sondern auch aus den von Berni dargelegten formalen Gründen. Um als Tor zu gelten, hätte von einem der HSR Tor anzeigt werden müssen, und das muss/darf man dann per Videobeweis veri- oder falsifizieren. Aber ich tendiere zu der Ansicht, dass das ein lässlicher Formfehler war: Wenn der HSR direkt merkt, hoppla, da bin ich mir unsicher, ob das regulär war, da will ich mal lieber Video gucken, bevor ich die Entscheidung treffe, dann ist es im Grunde doch wurscht, ob er vor der Videobeweis-Geste das Tor- oder das Kein-Tor-Handzeichen gibt, da muss man doch nicht päpstlicher sein als der Papst.

    PS: Das Zitat stammt natürlich aus dem großartigen „Die üblichen Verdächtigen“ – dem Film mit dem weltbesten je von einem Drehbuchschreiber ersonnenen Schurken-Namen, der so lautmalerisch-schneidend daherkommt, dass es pfeift: Keyzer Soze (sprich: Kaißaßoßi). Allein dafür ein Film für die Annalen.

  7. Rolo Tomassi? Remember Sammy Jankis?

    Lassen wir das, this blog is all about hockey. And soccer. And the Tuomie-brotherhood.

    Was mich beim Lesen der Kommentare immer wieder erfreut, ist nicht nur die fachliche Kompetenz der Beiträge. Sollten wir unseren Namen nicht doch noch ändern, kann man ja mal drüber nachdenken, ob man den Eishockey-Kolumnisten-Kreis nicht tatsächlich auf sieben Blogger erweitert. Mal sehen.

  8. „Aleksander Polaczek ein wichtiger Spieler in den Play-offs“

    Lese gerade auf del.org, dass Polo sich die Hand gebrochen hat und rrrrrrrrrrrrrraus ist für den Rest der Playoffs.

  9. Steht übrigens auch in dieser, na, wie heißt das gleich? Zeitung!

    #printpride

    Kollege Benesch wollte dem Pola seine Geliebte wegnehmen. Check.

  10. ok, tot-gesagte leben lange … ich habe es der mannschaft ehrlicherweise – nach dem nackenschlag – nicht zugetraut, nochmals zurück zu kommen. respekt vor dieser truppe!

    beruhigend ist in meinen Augen, dass wir im moment nicht am tropf unserer top-reiher hängen, sondern das jetzt endlich auch wieder die kaufmann reihe trifft; das macht es für skoda wesentlich schwieriger das spiel zu kontrollieren.

    mal sehen, wer am freitag den besseren start erwischt, ich bin mal verhalten optimistisch und hoffe unter anderem wieder mit dschunussow als skoda goalie …

  11. Hallo Zusammen,
    also ich war beeindruckt wie sich die Mannschaft nach dem Nackenschlag vom Sonntag zurückgekämpft hat. WOB ist halt auch eine starke Mannschaft. Und zu den Schiedsrichter kann ich nur sagen, dass wir das durchaus kritisch betrachten dürfen, aber ein Piechazcek ist bestimmt nicht umsonst bei Olympia dabei wenn er so blind wäre. Hin oder her. Wir müssen weiter kämpfen und uns das Break eben am Freitag zurückholen. Ich sehe die Leistungen der Zebras ja auch oft zu sehr durch die rosarote Vereinsbrille. Aber die Leistung von Dienstag so schlecht zu machen… Der Stockschlag am Anfang gleich war ja auch zu offensichtlich und sogar der Reimer hat seinem Kollegen gleich verständlich gemacht, dass das einfach nur dämlich war… Ansonsten haben die SR das gepfiffen was sein musste und auch bei uns einiges haben durchgehen lassen. Das gehört doch in den Playoffs dazu und das wollen wir doch auch sehen. Diese nickligen Duelle mit viel Herzblut. Wenn Sie das alles pfeifen, dann auch bei uns und wir ärgern uns wieder wie sehr die sich in den Vordergrund stellen. Das haben Sie meiner Meinung am Dienstag nicht gemacht und das war auch gut so. Bis auf Kleinigkeiten war das Spiel doch fair (für ein Playoffspiel) und wir haben auch noch deutlich mehr ÜZ gehabt als die Grizzlies… Deshalb Jungs der Mannschaft die Daumen drücken und hierfür die Energie aufbringen…Ich freue mich schon auf Sonntag 😉

  12. Und zum Ugly Eintrag des letzten Auswärtsspiels – keine Ahnung, was sie von den Onkelz gespielt haben (und ich versteh, wenn man ein Problem mit ihnen hat). Das für mich absolut passende Motto für morgen (und Sonntag):

    „Wir ham noch lange nicht genug“ #nurnochzehn

  13. Eigentlich vielleicht noch zu früh, aber mit solch einer Leistung aktuell in WOB hat man es auch nicht verdient weiterzukommen.

    Ein Caldwell abermals ohne DEL-Format, ein Nowak, der zwar Schlittschluhlaufen kann, wie ein junger Gott, aber im Bezug auf Verteidiger im Eishockeyspielen sogar nichts aufs Eis bringt (ja, ich weiß der hat seine Fanboys).

    Vieles bisher spiegelt nun einfach das wieder, was man seit Ende Dezember zu sehen bekam…
    …dass man abermals den Spielbeginn verpennt
    …dass die Defensivarbeit bei manchen Spielern und auch dem Trainer eher ein schönes Hobby ist
    …dass man die Topscorer (17,28,20,9) relativ unnötig im Unterzahlspiel körperlich platt macht (auf die Saison gesehen)
    …dass man wohl lieber einen starken Goalie nachverpflichten hätte sollen, als einen recht sinnfreien Hussey.

    Ja, man hat es vermutet, dass das Team noch nicht reif genug ist, aber dass die Trainer sich nahezu beliebig von P.Gross auscoachen lassen ist schon bitter.
    Klar, der Gross hat die Tendenz zum Psycho, aber er macht halt in PlayOffs verdammt viel richtig.

    Wieviele 2-auf-1 bzw 1-auf-0 Gegentore waren das nun in dieser Serie?
    Bis auf Spiel 3, wo war das In-Game-Coaching, wo die Kommunikation mit den Spielern? Zu Beginn der Saison war ich begeistert, dass die beiden Trainer nach fast jedem Wechsel mit den Spielern, speziell den jungen, gesprochen haben. Irgendwann vor Weihnachten stand dann vor allem Tuomie in der „Anderl Brockmann Gedächtnis Pose“ hinter der Bank herum.
    Des weiteren muß man natürlich feststellen, dass die 1.Reihe von WOB die Serie entschieden hat und die hochgelobte 1.Reihe so gar nicht stattfand, bzw von WOB geschickt aus dem Spiel genommen wurde (Reife, Coaching, usw).
    Dass ausgerechnet ein Reinprecht nun jeglichen Körperkontakt vermied, kann evtl die Folge einer unbekannten Verletzung sein, aber dann muß man halt mit oder auch ohne ihn mal ertwas anderes probieren (nur in Überzahl bringen, die Reihe auseinandernehmen o.ä.), aber 6 Spiele lang mit der DEL-Top-Reihe so herunterlaufen zu lassen geht einfach nicht. Der Gegenentwurf dazu war die 1.Reihe von WOB oder auch ein Greilinger in Ingolstadt.

    Na klar, die Saison hat zum Zuschauen schon Spaß gemacht, aber die Verbitterung kommt halt auch genau daher, denn das Gefühl „da war mehr drin“ ist nunmal da und aus den Möglichkeiten wurde in den PlayOffs einfach zu wenig gemacht. Erinnert ein wenig an die Zeit unter Greg Poss, mit geilem Hockey aber unreif und ohne Erfolg in den PlayOffs zerpflückt.

    PS: Auch wenn es Geld kostet, aber den Caldwell muß man los werden, dafür darf man keine AL verschenken.

  14. Wow, Berni, sehr treffend zusammengefasst.

    Zwei Anmerkungen:

    Caldwell wird man nicht loswerden wollen. Seine Pässe sind eine Zumutung, sein Körperspiel nicht mehr vorhanden, Skating und Positionsspiel sind ein Witz – sein Wert für die Mannschaft scheint diese offensichtlichen Defizite aber für Jiranek und Tuomie tolerabel zu machen. Das ist schwer zu erklären, vor allem nach den Eindrücken dieses Abends. Aber es ändert nichts daran, dass Caldwell wohl seinen Vertrag wird erfüllen dürfen.

    Tuomie hat gegen Gross verloren, zweifelsohne. Aber sein Stil ist nicht polternd, eifernd und laut. Tuomie beruhigt, nach Toren und nach Gegentoren. Das hat die Mannschaft durch Höhen und Tiefen in der Punkterunde geführt. In den Play-offs aber war der Headcoach Tuomie ein Rookie, das darf man nicht vergessen. Ein guter Coach lernt daraus, Tuomies Play-off-Tauglichkeit darf man seriös erst 2015 beurteilen.

Kommentare geschlossen.